Neu im Kino: Kommissar Bellamy

Juli 9, 2009

Kommissar Bellamy (Bellamy, Fr 2009)

Regie: Claude Chabrol

Drehbuch: Odile Baski, Claude Chabrol

Kommissar Bellamy (gespielt von Gérard Depardieu) macht Urlaub. Als ihm ein Unbekannter einen Mord gesteht, beginnt er dennoch zu ermitteln und stößt auf einen geplanten Versicherungsbetrug.

Der neue Chabrol – Muss ich noch mehr sagen?

Mit Gérard Depardieu, Clovis Cornilla, Jacques Gamblin, Marie Bunel

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film (Nur der Trailer)

Film-Zeit über „Kommissar Bellamy“


“2012″ – der gute Trailer

Juli 9, 2009

Bei Go into the Story entdeckt

Grandios! Diese Version von “2012” sieht doch nach einem guten Roland-Emmerich-Film aus.


TV-Tipp für den 9. Juli: Little Miss Sunshine

Juli 9, 2009

ARD, 23.30

Little Miss Sunshine (USA 2006, R.: Jonathan Dayton, Valerie Faris)

Drehbuch: Michael Arndt

Olive Hoover will an einem Schönheitswettbewerb teilnehmen. Also macht sich die Familie (eine sympathische Ansammlung gescheiterter Existenzen) in einem klapprigen VW-Bus auf den Weg quer durch die USA.

Sehenswert.“ (Lexikon des internationalen Films)

Rotten Tomatoes: Kritiker: 91 % Frische, Gemeinschaft: 92 % Frische

Aber:

Welcher Gehirnamputierte war für diese Planung verantwortlich? Ein Feelgood-Independent-Movie, das unter anderem zwei Oscars erhielt (Drehbuch und beste Nebenrolle, es war auch als bester Film des Jahres nominiert), in den Top-250-Filmen der IMDB ist, sich an der Kasse ordentlich schlug und wirklich für die ganze Familie ist, wird irgendwann in der Nacht versteckt. Davor wird sich zu Bioleks 75. Geburtstag öffentlich-rechtlich selbstbeweihräuchert und weil die Geburtstagsfeier live übertragen wird, wird sich die TV-Premiere von „Little Miss Sunshine“ zu „Little Miss Midnight“ wandeln.

Also: Scheiß auf die Quote und nimm’s auf.

Mit Abigail Breslin, Greg Kinnear, Paul Dano, Alan Arkin, Toni Collette, Steve Carell

Hinweise

Film-Zeit über „Little Miss Sunshine“

Go into the Story: Interview mit Michael Arndt (26. April 2009, aufgenommen wahrscheinlich 2006)


Jason Starr stalkt solo

Juli 8, 2009

Starr - Stalking

Zuletzt sorgte Jason Starr zusammen mit Ken Bruen (auf den ersten Blick kein perfektes Paar, aber sie scheinen sich bei einer Tour durch New York gut verstanden zu haben) in den sehr schwarzhumorigen Krimis „Flop“ (Bust, 2006), „Crack“ (Slide, 2007) und „The Max“ (2009) für schallendes Gelächter, wenn ihre Charaktere zielsicher von einem Malheur ins nächste stolperten und ihre großartigen Pläne sich rasant in Luft auflösten.

Stalking“ hat Jason Starr wieder, wie die meisten seiner Romane, alleine geschrieben und es liest sich wie die Antithese zu den Bruen/Starr-Romanen. Nur bei den Polizisten John Himoto (dem erfolglosesten Detective des Reviers) und Nick Barasco (dem Detective mit der überragenden Aufklärungsquote und dem grandios aufgeblasenem Ego) und in einigen Nebenbemerkungen taucht der aus den Gemeinschaftswerken bekannte schwarze Humor auf. Denn „Stalking“ erzählt ohne große Schnörkel eine klassische Geschichte.

Peter Wells hat sich, nachdem er im Internet ein Bild von ihr gesehen hat, in den Schwarm seiner Jugend verliebt und er zieht wegen ihr nach New York. Dort errichtet er für sie eine gemeinsame noble Wohnung und nimmt, um sie zufällig zu treffen, einen schlecht bezahlten Job in einem Sportstudio an. Gleich beim ersten Mal spricht er sie an und Katie Porter findet ihn auch ganz nett. Er ist Ende Zwanzig, durchtrainiert, aber kein tumber Muskelprotz. Und die langen Haare sind auch ab.

Sie kommt wie er vom platten Land, ist erst seit kurzen in New York, wird von ihrem Chef angemacht und fühlt sich in der anonymen Großstadt einsam. Außerdem hat sie Probleme mit ihrem Freund Andy Barnett, der hinter ihrem Rücken jede gutaussehende Frau anbaggert. Ihr erster Sex verlief für beide nicht toll. Er hält sie für ein steifes Brett. Sie ihn für einen Quasi-Vergewaltiger, der nicht auf ihre Wünsche achtet.

Als er in den nächsten Tagen liebevoll um sie wirbt, will sie vorläufig mit Andy zusammen bleiben. Wells beobachtet das verliebte Paar und bringt, denn niemand darf die von ihm ausfantasierte Liebesidylle stören, den Konkurrenten um.

Später, nach dem Abschluss eines romantischen Abends, zeigt er ihr die von ihm eingerichtete Wohnung und hält um ihre Hand an. Katie ist von seinem Antrag, was keine große Überraschung für uns ist, schockiert. Schließlich schreibt Jason Starr keine Schmonzetten, sondern Noirs. Auch wenn der Noir dieses Mal sehr soft und fast schon mainstreamig daherkommt. Ebenfalls keine Überraschung ist, dass der liebestolle Peter Wells sich von ihrem „Nein“ in seinem Begehren nicht abhalten lässt. Spätestens jetzt gerät alles außer Kontrolle.

Die wenigen Überraschungen im Plot macht Jason Starr allerdings mit seinen gelungen Perspektivenwechsel und pointierten Charakterisierungen wett. So wird erst langsam deutlich, wie verrückt Peter Wells ist. Er ist nicht der nette Junge von nebenan, sondern der Stalker, der glaubt, dass sich jede Frau, wenn er es will, in ihn verlieben muss und dass das Leben ein schmalziger Liebesfilm ist. Aber Andy und seine sexfixierten WG-Genossen sind auch keine Zierde für das männlich Geschlecht. Und Katie ist das kleine, ängstliche Mädchen, das man beschützend in den Arm nehmen möchte. Jason Starr gelingt es, dass wir trotzdem mit ihnen allen in unterschiedlichen Graden sympathisieren und mitleiden.

Eine feine Lektüre.

Jason Starr: Stalking

(übersetzt von Ulla Kösters)

Diogenes, 2009

528 Seiten

11,90 Euro

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Originalausgabe

The Follower

Orion Books, 2007

-

Hinweise

Homepage von Jason Starr

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)


TV-Tipp für den 8. Juli: Gangster, Säufer, Suffragetten

Juli 8, 2009

Arte, 21.00

Gangster, Säufer, Suffragetten – Geschichte(n) der Prohibition (D 2008, R.: ?)

Drehbuch: ?

Spielfilmlange Doku über die Prohibition in den USA, wie es zu dem Gesetz kam und warum der Versuch, den Genuss von Alkohol zu verbieten, scheitern musste.

Immerhin brachte er uns viele gute Gangsterromane und -filme.

Wiederholungen

Samstag, 11. Juli, 14.00 Uhr

Dienstag, 28. Juli, 09.55 Uhr

Hinweise

Arte über die Doku

Wikipedia über die Prohibition

OSU Department of History: Temperance & Prohibition (Uni-Seite mit vielen Bildern)


Cover der Woche

Juli 7, 2009

Brewer - Spiel mit oder stirb


“Make my day, Spoiler!”

Juli 7, 2009

Einige unsortierte Anmerkungen zu Spoilern anlässlich der lesenswerten Gedanken von Jason Henninger: „Luke, I am your spoiler warning!“

Spoiler haben in den vergangenen Jahren eine seltsame Karriere gemacht. Früher, in den guten alten Tagen des gedruckten Wortes schrieb ein Kritiker einfach seine Besprechung und das war’s. Es gab auch damals schon Regeln, aber niemals stand vor einer Besprechung (oder irgendwo in der Besprechung) „Spoilerwarnung“ und natürlich änderte sich das Schriftbild nicht (oder es gab eine Stelle zum Freirubbeln). Inzwischen versehen Kritiker im Netz Besprechungen oft mit mehr oder deutlichen Spoilerwarnungen. Einige sind dabei eindeutig ironisch gemeint (so wurde bei „Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“ vor dem Ende, nämlich dass das Attentat scheitert, eine Spoilerwarnung geschrieben), aber nachdem einige Leser wirklich nichts über die Handlung wissen wollen (Dann lies gefälligst keine Kritiken! Und keine Vorbesprechungen! Und keine Werbung! Geh einfach in irgendein Kino oder schnapp dir im Buchladen mit verbundenen Augen ein Buch und werf keinen Blick auf das Titelbild, den Titel oder den Klappentext!) und schon empört „Spoiler“ brüllen, wenn verraten wird, wer in der nächsten Staffel bei einer Serie mitspielt, sind sie nicht grundlos.

Ich selbst bin ziemlich unempfindlich gegenüber Spoilern. Denn ich denke, wenn eine Geschichte nur wegen des Endes angesehen werden soll, ist es keine gute Geschichte.

Bei einigen Serien, wie „24“, „Prison Break“ und „The Shield“, verzichte ich fast vollkommen auf das Lesen von Texten zu den noch nicht gesehenen Staffeln, weil ich von möglichst vielen Plotwendungen überrascht werden möchte. Allerdings ist es bei diesen Serien (und auch Buchserien wie der Hank-Thompson-Trilogie von Charlie Huston), wenn über die neue Staffel/Buch geschrieben wird, unmöglich nicht wichtige Teile der Handlung zu verraten. Wenn ich zum Beispiel sage, dass die zweite Staffel von „Prison Break“ nach der Flucht aus dem Gefängnis spielt und wer vor der Polizei flüchtet, dann verrate ich natürlich, wem am Ende der ersten Staffel die Flucht aus dem Gefängnis geglückt ist.

Bei einigen Filmen und Büchern ist das Ende offensichtlich. „Blutrot/Red“ von Jack Ketchum gehört in die Kategorie. Wenn ich sage, „Red“ ist ein Western, dann ist klar, dass es am Ende ein Duell zwischen dem Guten und den Bösen geben wird. Wenn ich, Jack Ketchum zitierend, sage, die Jungs erschießen den Hund von Clint Eastwood, dann ist auch ziemlich klar, wer am Ende überlebt. Und trotzdem macht die Geschichte Spaß.

Auch bei einem James-Bond-Film ist von Anfang an klar, wie die Geschichte endet.

Und selbstverständlich ist es eine gute Sitte, bei einem Rätselkrimi, den Täter nicht zu verraten (Bei einem Film ist das dann manchmal schwieriger. Wenn in einem „Tatort“ Klaus Maria Brandauer mitspielt und er in den ersten Szenen nur der unscheinbare Nachbar ist, wird er am Ende der Mörder sein. Denn Brandauer hätte sonst die Rolle nicht angenommen.).

Trotzdem habe ich in der Vergangenheit bei einigen Posts eine Spoilerwarnung vorangestellt. Zuletzt bei „Splitter“.

Das geschah, weil mir die Geschichte nicht gefallen hat und ein wichtiger Grund dafür auch das Ende ist. Ich muss also das Ende verraten (oder sehr deutliche Hinweise auf den finalen Plottwist geben), um zu begründen, warum ich von dem Werk enttäuscht war.

Wenn für mich zum Beispiel Agatha Christies „Alibi“, „The sixth Sense“ oder „Die üblichen Verdächtigen“ gerade wegen des Endes nicht funktioniert, dann will ich das auch begründen und ein einfaches „das Ende enttäuscht, deshalb lassen Sie’s bleiben“ ist dann doch arg allgemein.

Insofern sind Spoilerwarnungen, wenn sie richtig eingesetzt werden, einfach nur ein Hinweis darauf, dass in der Besprechung wichtige Teile der Handlung (vor allem der zweiten Hälfte der Handlung) und des Endes verraten werden.


TV-Tipp für den 7. Juli: Liebling Kreuzberg

Juli 7, 2009

Arte, 18.10

Liebling Kreuzberg: Der neue Mann (D 1986, R.: Heinz Schirk)

Drehbuch: Jurek Becker

Nachdem es sich ausgeschirmt, charmed und melond hat, setzt Arte seine Reihe mit Perlen des Unterhaltungsfernsehen mit „Liebling Kreuzberg“ fort. Angekündigt sind werktäglich die ersten drei Staffeln der Serie (also die bis 1990 ausgestrahlten Episoden), aber vielleicht werden am Ende doch noch die 1994 und 1997/1998 ausgestrahlten Episoden gezeigt. Bei „Mit Schirm, Charme und Melone“ war’s ja ähnlich.

Jurek Becker schrieb seinem Freund Manfred Krug die Rolle des unkonventionellen Rechtsanwalts Robert Liebling, der in Berlin-Kreuzberg eine Kanzlei hat, auf den Leib. Er schrieb auch die meisten Drehbücher und nach seinem Tod wurde die Serie eingestellt. Dank der Entstehungszeit ist „Liebling, Kreuzberg“ auch eine Chronik von Berlin in den Jahren vor und nach der Wende.

Ich fand die ersten Folgen damals, dank Manfred Krug und der Dialoge, sehr unterhaltsam. Es war allerdings auch keine Serie, für die ich mein Abendprogramm umstellte. Jedenfalls kann jetzt überprüft werden, wie sehr die Erinnerung trügt.

Mt Manfred Krug, Michael Kausch, Corinna Genest, Anja Franke, Claudia Amm, Karin Baal, Martina Gedeck (nach der IMDB ihr zweiter Filmauftritt)

Wiederholung: Dienstag, 14. Juli, 13.00 Uhr

Hinweise

Wikipedia über Jurek Becker

Günter Kaindlstorfer: Interview mit Jurek Becker (u. a. über “Liebling Kreuzberg”, 1993)

Wikipedia über „Liebling Kreuzberg“

Fernsehlexikon über “Liebling Kreuzberg”



Kleinkram über „Public Enemies“, David Carradine, Christopher G. Moore, Phantastik-Couch und (Überraschung!) Ken Bruen

Juli 6, 2009

In den USA ist der neue Film „Public Enemies“ von Michael Mann gestartet. Wir müssen noch bis zum 6. August warten. „Public Enemies“ basiert auf dem Sachbuch von Bryan Burrough, das den eindeutigen Untertitel „Bonnie and Clyde, Machine Gun Kelly Baby Face Nelson, Ma Barker’s Gang und America#s Greatest Crime Wave“ trägt. „Public Enemies“ ist ein knapp 600-seitiger engbedruckter Schmöker. Manns Film hat Überlänge, ist gut besetzt und in verschiedenen Krimi-Blogs wird über „Public Enemies“ diskutiert.

Patti Abbott meint:

If however, you come into the theater expecting an impressionistic look at the thirties, a glimpse at how the FBI discovered itself and developed the tactics it would use, at how the world looked from behind the barrage of gunfire, at how the times of revered gangsters was coming to an end as their violence spilled too much onto public streets, you will be impressed. You have to let yourself climb on the sideboard of the roadster and take the ride. Don’t ask too many questions.

BSC-Eli meint:

Michael Mann is the de facto king of cops and robbers city street shootouts. Public Enemies makes a nice shift to period piece old timey stuff with no loss in crisp edge. (…) Public Enemies delivers the goods, never reaching unattainable Heat greatness, but getting close. What this movie offers in the action department is a demonstration of the true effects of a bullet on the human body.

Beim Rap Sheet gibt’s auch einige Infos und Links. Sex in a Submarine erinnert sich an “Jagd auf Dillinger” (Dillinger, USA 1973, Regie/Buch: John Milius, mit Warren Oates, Ben Johnson – und wirklich einen Blick wert).

Mehr Kritiken bei Rotten Tomatoes (derzeitiger Frischegrad: 65 %), Metacritics (70 %) und Film-Zeit.

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Bei Christopher G. Moore (Guter PI-Autor.) schreibt Forensikerin Kat Sanders über den Tod von David Carradine:

this does seem like a case of attempted sexual pleasure through self bondage and autoerotic asphyxia gone horribly wrong. It could neither be classified as a suicide because there were ropes other than around the neck, nor could it be termed as murder because the hotel’s CC cameras did not show signs of an intruder and also because the ropes did not show signs of a struggle.

(Danke, Pieke, für den Hinweis.)

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Ähem, bleiben wir einen Moment bei Christopher G. Moore: Bei The Rap Sheet hat Cameron Hughes ein zweiteiliges Interview mit dem Autor gepostet.

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Und die Juli-Ausgabe der Phantastik-Couch ist online. Für uns Krimifans sind Besprechungen von Jim Butchers „Silberlinge“ (ein Harry-Dresden-Buch) und „Die Elemtare von Calderon“ und vielleicht noch Charlaine Harris’ Ein Vampir für alle Fälle“ dabei.

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Zum Abschluss noch Bruen-News: Jason Statham spielt Brant in der Verfilmung von Ken Bruens Roman “Blitz”. Nathan Parker schrieb das Drehbuch. Elliott Lester führt Regie und Drehstart ist am 10. August.

Ken Bruen meint zur Besetzung:

“I think Jason Statham will really step up to the plate for Brant, he’s been looking for a part to make his own and I think this is it.”

Klingt vielversprechend. Immerhin spielte Statham nicht nur in “Crank” und “Transporter”, sondern auch in “Final Call”, “Bank Job” und “Collateral” mit.


TV-Tipp für den 6. Juli: Wahre Lügen

Juli 6, 2009

ZDF, 22.15

Wahre Lügen (Can/GB 2005, R.: Atom Egoyan)

Drehbuch: Atom Egoyan

LV: Rupert Holmes: Where the Truth lies, 2003

1972 will eine junge, ehrgeizige Journalistin herausfinden, was 1957 in einem Hotelzimmer geschah. Damals wurde die Leiche einer Studentin in der Suite der erfolgreichen Entertainer Lanny Morris und Vince Collins gefunden. Die Todesursache wurde nie geklärt, aber die Freundschaft der beiden Entertainer zerbrach.

Eleganter Neo-Noir von Kritikerliebling Atom Egoyan.

Die retrospektiv erzählte Mischung aus Film noir und 1950er-Jahre-Melodram ist als faszinierendes Spiel mit Chiffren und Symbolen konzipiert, das, inszenatorisch perfekt, auf höchst vergnügliche Weise den Widerspruch zwischen Schein und Sein demonstriert.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Kevin Bacon, Colin Firth, Alison Lohman, Rachel Blancard

Wiederholung: Mittwoch, 8. Juli, 01.05 Uhr (VPS 00.50 Uhr, Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Wahre Lügen“

Homepage von Rupert Holmes


TV-Tipp für den 5. Juli: Mordrezepte der Barbouzes

Juli 5, 2009

SWR, 23.55 (Filmbeginn Saarland: 00.00; Rheinland-Pfalz: 00.35)

Mordrezepte der Barbouzes (F 1964, R.: Georges Lautner)

Drehbuch: Albert Simonin, Michel Audiard

Mehrere Geheimagenten verfeindeter Nationen finden sich auf dem Landhaus eines in einem Bordell verstorbenen Waffenhändlers ein. Jeder will die wertvollen Waffenpatente aus dem Nachlass des Waffenhändlers haben.

Überdrehte Parodie auf Geheimdienste, deren Arbeit und das Genre des Spionage-Thriller. Nette, vollkommen unlogische Unterhaltung für einen verregneten Nachmittag oder eine schlaflose Nacht.

Wolf Donner war nicht amüsiert: „Georges Lautner hat viele schlechte Filme gemacht, diese Kriminalkomödie ist nicht besser…Lautner putzt das [die Handlung, A. d. V.] auf mit intellektuellen Anspielungen auf verschiedene Filme und Genres, auf den autoritären Gabin, auf de Gaulle und den Gaulismus. Klischees werden ironisiert und werden wieder zu Klischees, Ideologiekritik ist bestenfalls aufgesetzt, denn was er zu denunzieren angibt, dem fällt Lautner selbst zum Opfer. Am Ende wird Francis (Ventura) zum Helden stilisiert, der sich aufreibt im Kampf für die Papiere, keine nationale Phrase verschweigt, dafür zwar kein Geld bekommt, aber die Ehre der Franzosen rettet.“ (Die Zeit) – Hm, klingt nach Bond.

Gert Schulte dagegen sehr: „Der Regisseur hat, ohne sich in optische Abenteuer zu stürzen oder irgendeiner Art von ´Neuen Welle´ anzuvertrauen, einen fast unvorstellbaren Wirbel an Turbulenz entfesselt. Wenn die Boxhiebe fallen, fliegen die Getroffenen durch die Türen oder durchs Fenster in den Schloßteich hinunter, um gleich darauf erneut den Gegner zu stellen. Hier wird wahrhaftig mit Entsetzen Scherz getrieben und die Wichtigtuerei der Geheimdienste vergnüglich bloßgestellt. Ein Film,…der intellektuellen wie anspruchslosen Besuchern Spaß machen müsste.“ (film – Eine deutsche Filmzeitschrift, Mai 1965)

Albert Simonin (1905 – 1980) war neben Auguste Le Breton der Begründer des modernen französischen Kriminalromans. Sie verwandten in ihren Romanen die französische Umgangssprache und lieferten präzise Studien des Gangstermilieus. Simonins Grisbi-Romane und die Hotu-Trilogie gehören zu den Klassikern, die dem Polar zu seiner unverwechselbaren Sprache verholfen haben. – In Deutschland sind seine Bücher derzeit nicht erhältlich. Die Verfilmungen seiner Romane (z. B. „Wenn es nacht wird in Paris“, „Die Millionen eines Gehetzten“) und Drehbücher (z. B. „Lautlos wie die Nacht“) werden regelmäßig gezeigt.

Mit Lino Ventura, Mireille Darc, Bernard Blier


TV-Tipp für den 4. Juli: Ein Abend mit Kommissar Veigl

Juli 4, 2009

Heute gibt’s eine langen Abend mit einem der beliebtesten Tatort-Kommissare der Siebziger; – neben den ähnlich beliebten Kommissaren Finke, Haferkamp, Trimmel und Marek (an den Wiener Kommissar dürften sich, dank fehlender Wiederholungen, nur noch die Älteren erinnern) und dem Zollfahnder Kressin. Und was damals gut war, ist heute nicht schlecht:

BR, 20.15

Tatort: Weißblaue Turnschuhe (D 1973, R.: Wolf Dietrich)

Drehbuch: Herbert Rosendorfer

Auf einem Friedhof klaut ein Obdachloser einer alten Dame die Handschuhe. Oberinspektor Melchior Veigl beginnt zu ermitteln und schnell stößt er auf ein lange zurückliegendes, nie aufgeklärtes Kapitalverbrechen.

mit Gustl Bayrhammer, Helmut Fischer, Willy Harlander, Hans Baur, Franziska Liebing, Günther Stoll, Dieter Eppler (als Gastkommissar Liersdahl)

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BR, 21.40

Tatort: 3:0 für Veigl (D 1974, R.: Michael Kehlmann)

Drehbuch: Michael Kehlmann, Carl Merz

Kurz vor der Fußball-WM hat Veigl alle Hände voll zu tun. Aber, wie der Titel schon erahnen lässt, löst er letztendlich die Fälle.

mit Gustl Bayrhammer, Helmut Fischer, Willy Harlander, Achim Benning, Edwin Noell, Klaus Löwitsch, Werner Schumacher (als Gastkommissar Lutz)

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BR, 23.00

Tatort: Schüsse in der Schonzeit (D 1977, R.: Helmuth Ashley)

Drehbuch: Willy Purucker

In der Jagdhütte von Hannes Mader wird eine junge Frau erschossen. Der Verdacht fällt natürlich auf Mader. Aber Veigl hat Zweifel und in der Familie von Maders Frau, altem bayrischem Geldadel, findet er weitere Tatverdächtige.

Na, das klingt doch nach einem Fall für die Freunde des Rätselkrimis.

mit Gustl Bayrhammer, Helmut Fischer, Willy Harlander, Eerhard Peiker, Werner Asam, Martin Semmelrogge, Siegfried Rauch, Veronika Fitz, Jörg Hube

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BR, 00.30

Tatort: Das zweite Geständnis (D 1975, R.: Wilm ten Haaf)

Drehbuch: Michael Molsner

Buch zum Film: Michael Molsner: Das zweite Geständnis des Leo Koczyk, 1979

Untersuchungshäftling Leo Koczyk gesteht einen Mord, den er bislang immer bestritten hat. Oberinspektor Veigl überprüft das Geständnis.

Mit Gustl Barhammer, Helmut Fischer, Willy Harlander, Hans Baur, William Borell, Lisa Fitz, Siegfried Rauch, Heinz Schimmelpfennig (Gastkommissar Gerber)

Hinweise

BR über die Tatort-Nacht (nur Inhaltsangaben zu den Tatorten)

Tatort-Forum über Kommissar Veigl

Meine Besprechung von Michael Molsners „Rote Messe“


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Juli 3, 2009

Alligator-Alfred hat sich mal wieder alles geschnappt - und überlässt der Kriminalakte nur das:

In den kommenden beiden Wochen gibt es neben den TV-Premieren der Serien “Pieter Aspe – Mord in Brügge” und “Irene Huss, Kripo Göteborg” und einer Inspektor-Veigl-Tatort-Nacht auch Billy Wilders Agatha-Christie-Verfilmung “Zeugin der Anklage”, Claude Chabrols Dominique-Roulet-Verfilmung “Hühnchen in Essig” und seine Francoise-Sagan-Verfilmung “Der Frauenmörder von Paris”, James B. Harris’ James-Ellroy-Verfilmung “Der Cop”, Larry Clarks Eddie-Little-Verfilmung “Ein neuer Tag im Paradies”, Lars Beckers “Nachtschicht” Der Ausbruch”, Henri Verneuils Auguste-le-Breton-Verfilmung “Der Clan der Sizilianer”, Martin Scorseses Nicholas-Pileggi-Verfilmung “GoodFellas”, George Cukors Patrick-Hamilton-Verfilmung “Das Haus der Lady Alquist”, Dominik Grafs Rolf-Basedow-Verfilmung “Polizeiruf 110: Er sollte tot” und als TV-Premiere Atom Egoyans Rupert-Holmes-Verfilmung “Wahre Lügen”.


Kleinkram: The Big Thrill, Südafrika mit Nick Brownlee, Bookgasm mit Krimiverfilmungen und die Helene-Tursten-Verfilmungen im Ersten

Juli 3, 2009

Die Juli-Ausgabe von The Big Thrill ist online. Dieses Mal unter anderem mit Robert Gregory Browne, Mike Lawson, Brad Thor, David Liss, Karin Slaughter, Philip Margolin, Heather Graham, Jonathan Kellerman und Thriller-News aus Südafrika von Mike Nicol. Er schreibt:

I used to think that the lack of interest we were shown by our book buying public had something to do with the apartheid novel which very few local readers wanted to read because (a) it showed that you were living in a police state; (b) that if you were white, which generally you were if you were buying the book, you were guilty of racial exploitation; (c) that apathy wasn’t an appropriate response to the cruelty of the times; and that (d) the writer had the moral authority because of a, b, and c to castigate you.  Come the end of apartheid, how to persuade your fellow countrymen that the society was now a democracy and normalising and that part of that process of normalisation was that writers were going to write entertaining books that you could read on the beach or on a plane and that weren’t going to wrack you with shame.  A difficult prospect.

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Bleiben wir einen Augenblick in Südafrika. Vor wenigen Wochen erschien “Kap der Finsternis” von Roger Smith. Demnächst erscheint bei btb “Schlaf ein, mein Kind” (Coldsleep Lullaby, 2005) von Andrew Brown. Der Krimi erhielt den Sunday Times Fiction Prize.

Und Droemer Knaur spendiert Nick Brownlee und seinem Roman “Mord in Mombasa” (Bait, 2008) einen Krimi Podcast.

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Bei Bookgasm bespricht Bruce Grossman drei Krimis, die verfilmt wurden: Bank Shot von Donald Westlake (Yeah, ein Dortmunder), Seven Days to a Killing von Clive Egleton (Donald Siegel verfilmte es als “Die schwarze Windmühle” mit Michael Caine) und Death Wish von Brian Garfield (Yep, Charles Bronson, “Ein Mann sieht rot”).

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Hm, Verfilmungen: Im Ersten laufen demnächst die sechs Verfilmungen der Irene-Huss-Romane von Helene Tursten. Die Serie heißt “Irene Huss, Kripo Göteborg” und das sind die Ermittlungszeiten:

Sonntag, 12. Juli, 21.45 Uhr: Der tätowierte Torso (Die Tätowierung)

Sonntag, 19. Juli, 21.45 Uhr: Novembermörder

Sonntag, 26. Juli, 21.45 Uhr: Feuertanz

Sonntag, 2. August, 21.45 Uhr: Der zweite Mord

Sonntag, 9. August, 21.45 Uhr: Tod im Pfarrhaus

Samstag, 15. August, 22.25 Uhr: Der erste Verdacht

Die Romane sind bei btb (Schwerpunktseite zu den Verfilmungen) erschienen und Ende September wird Helene Tursten einige deutsche Städte besuchen.


TV-Tipp für den 3. Juli: Bis zum letzten Mann

Juli 3, 2009

WDR, 23.15

Bis zum letzten Mann (USA 1948, R.: John Ford)

Drehbuch: Frank S. Nugent

LV: James Warner Bellah: Massacre (Erzählung)

Der erste Film von John Fords bekannter Kavallerie-Trilogie („Der Teufelshauptmann“ und „Rio Grande“, beide mit John Wayne, folgten) wird heute wieder einmal in der um dreißig Minuten gekürzten deutschen Kinofassung gezeigt. „Bis zum letzten Mann“ ist eine freie Bearbeitung von Custers letzter Schlacht. Die New York Herald Tribune meinte nach der Premiere: „Eine optisch fesselnde Verherrlichung blutiger Taten.“

Nugents Drehbuch war von der WGA in der Kategorie bestes Drehbuch für einen Western nominiert.

mit John Wayne, Henry Fonda, John Agar, Ward Bond, Shirley Temple

Hinweise

Wikipedia über „Fort Apache“

OFDB: Schnittbericht Deutsche Kinoversion – Originalversion (bei Schnittberichte mit Bildern)

New York Times: Besprechung von “Fort Apache” (25. Juni 1948)


R. i. P. Karl Malden

Juli 2, 2009

R. i. P. Karl Malden (22. März 1912 – 1. Juli 2009)

Der Mann mit der Knollennase ist tot. Seine bekannteste Rolle ist die als Detective Lt. Mike Stone in der erfolgreichen TV-Serie “Die Straßen von San Francisco” (The Streets of San Francisco). Dabei war er bereits vorher als Schauspieler bekannt. Er erhielt einen Oscar für seine Rolle in der Tennessee-Williams-Verfilmung “Endstation Sehnsucht” (A streetcar named Desire) und nominiert war er später für sein Spiel in “Die Faust im Nacken” (On the waterfront). In beiden von Elia Kazan inszenierten Klassikern spielte Marlon Brando die Hauptrolle. Eine weitere Begegnung mit Brando hatte er in Brandos Regiedebüt, dem unterschätzten Western “Der Bessessene” (One-eyed Jack), und ich kann nicht sagen, wer von beiden der bessere Schauspieler in diesen Filmen war.

Und in “Der Todeskuss” (Kiss of death), “Scharfschütze Jimmy Ringo” (The Gunfighter), “Ich beichte”/”Zum Schweigen verurteilt” (I confess), “Baby Doll”, “Der Galgenbaum” (The hanging tree), “Der Gefangene von Alcatraz” (The Birdman of Alcatraz), “Cincinnati Kid”, “Das Milliarden Dollar Gehirn” (Billion Dollar Brain) und “Patton” hatte Karl Malden, um nur einige seiner Leinwandauftritte zu nennen, lange vor seinem Einsatz in den Straßen von San Francisco eindrucksvolle (Neben)rollen.

Nachrufe gibt es in Spiegel Online, L. A. Times, New York Times (ArtsBeat Blog mit einem Ausschnitt aus “A streetcar named Desire”) und The Rap Sheet.


TV-Tipp für den 2. Juli: Tagebuch eines Skandals

Juli 2, 2009

ARD, 23.30

Tagebuch eines Skandals (USA/GB 2006, R.: Richard Eyre)

Drehbuch: Patrick Marber

LV: Zoe Heller: What was she thinking: Notes on a Scandal, 2003 (später auch „Notes on a Scandal“, deutsch: Tagebuch einer Verführung; Tagebuch eines Skandals)

Musik: Philip Glass

Die Ausstrahlung ist eine Frechheit. Denn diese TV-Premiere wurde von der Kritik gelobt, ist prominent besetzt (Judi Dench! Cate Blanchett!!), wurde für zahlreiche renommierte Preise nominiert, erhielt auch einige (Hm, für uns Berliner wichtig: den Teddy Zuschauerpreis bei der Berlinale) und er ist definitiv anspruchsvolle Unterhaltung. Kurz: genau das, was zu einer normalen Zeit laufen sollte.

Stattdessen läuft um 20.15 Uhr „Die große Show der Naturwunder“.

Bei einer solchen Planung müssen die Verantwortlichen sich nicht wundern, wenn immer mehr Zuschauer ins Internet abwandern oder sich die DVDs kaufen. Denn als ich jung war, konnte ich mir ein solides Filmwissen zu normalen Zeiten (und ohne Videorekorder) aneignen (Ja, ich habe „Letztes Jahr in Marienbad“ um 20.00 Uhr gesehen. Heute unmöglich.). Aber welcher Nicht-Volljährige kann den Film sehen, wenn er am nächsten Tag in die Schule muss?

Und diese Scheißplanung wird nicht besser. Nächsten Donnerstag läuft „Little Miss Sunshine“ um 23.30 Uhr. In zwei Wochen „München“ (Yep, der 150-minütige Steven-Spielberg-Film.).

So, und jetzt zum Film: Als an einer Londoner Schule die junge Kunstlehrerin Sheba Hart eine Beziehung mit einem Schüler beginnt, wird sie von einer älteren Kollegin erpresst. Denn diese möchte nur von Sheba geliebt werden.

Und jetzt zu den Nominierungen und Preisen: Der Roman war für den Booker-Preis nominiert. Blanchett und Dench unter anderem für den Oscar, Golden Globe und den Preis der Screen Actors Guild. Das Drehbuch ebenfalls für den Oscar, Golden Globe, BAFTA, British Independent Film Award und, der für uns Krimifans einzige relevante Preis, für den Edgar.

Zum Abschluss die Kritik: bei Rotten Tomatoes sind Kritiker und Zuschauer begeistert.

Mit Cate Blanchett, Judi Dench, Andrew Simpson, Bill Nighy

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Tagebuch eines Skandals“

taz: Interview mit Patrick Marber zum Drehbuch (24. Februar 2007)

Contemporary Writers über Zoe Heller

New York Times: Porträt von Zoe Heller (25. Februar 2009)


Kleinkram mit Joseph Finder, Ken Bruen, Robert Wilson, einer Podiumsdiskussion, Killer Covers, der “Nacht des Jägers”, rätselhaften politischen Zahlenspielen und dem “Last Lullaby”

Juli 1, 2009

Joseph Finders Thriller “Killer Instinct” (der deutsche Titel ist “Masterplan”) soll verfilmt werden.

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Ken Bruen – - – Um das Warten auf  “Jack Taylor fliegt raus” (Harry Rowohlt übersetzte “The Guards” und es erscheint am 24. August im Atrium Verlag) zu verkürzen, kann, nein muss, dieses Interview mit Bruen gelesen werden:

The new Jack Taylor is finished and titled… The Devil. And it deals with, yup, the supernatural. Scared the hell outta me. Not going down that road again.

Zum Glück sitzt Harry bereits am zweiten Jack-Taylor-Roman.

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Bei Mysterious Musings (Julia Buckley) beantwortet Robert Wilson einige Fragen über seine vier Javier-Falcón-Romane, sein Leben, den ganzen Rest und seine liebsten amerikanischen Autoren:

In terms of crime writing I admire Raymond Chandler and Elmore Leonard. On the literary side of things one of my all time favorite books, as it is of many other readers, is The Great Gatsby.

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Bei Stichwort Drehbuch kann irgendwie (bei mir bleibt der Stream alle paar Sekunden hängen; sehr nervig) der erste Teil einer Podiumsdiskussion über Drehbuchautoren und das deutsche Fernsehen angehört werden:

Das Spannungsverhältnis zwischen Drehbuchautoren und Sendervertretern stand im Zentrum einer hitzigen Debatte, in der es darum ging, wie die kreative Freiheit durch Quotendruck und Formalisierung des Programms beschnitten wird. Auf dem Podium diskutierten der Drehbuchautor  Markus Stromiedel, Winka Wulff, Geschäftsführerin der Kölner Produktionsfirma Colonia Media, Gamedesigner Dr. Michael Bhatty, die Drehbuchautorin Ruth Toma und Reinhold Elschot, Leiter der Hauptredaktion Fernsehspiel und stellvertretender Programmdirektor beim ZDF. Moderatorin war Luzia Braun, Redakteurin bei der ZDF-Sendung „Aspekte“.

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Killer Covers meint “Summertime, and the Dying is easy” und sieht verdammt gut aus.

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Der Noir of the Week ist ein echter Klassiker: “Die Nacht des Jägers” (The Night of the Hunter, USA 1955). Es ist die einzige Regiearbeit von Charles Laughton. Das Drehbuch, nach dem Roman von Davis Grubb, schrieb James Agee. Robert Mitchum, Shelley Winters, Lilian Gish und Peter Graves spielten mit.

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Das verstehe ich nicht:

Nur rund 160 Staaten hätten überhaupt eine Gesetzgebung gegen die Vergewaltigung von Kindern, die von den Tätern aufgenommen und übers Netz “massenhaft verbreitet wird”, monierte von der Leyen auf der Tagung; 95 Nationen hätten keine Gesetze gegen Kinderpornographie. International müssten sich alle vereinen, die gegen Kindesmissbrauch vorgehen,…

Es gibt 193 UN-Mitglieder (vulgo Staaten). D. h. eine deutliche Mehrheit der Staaten hat eine entsprechende Gesetzgebung. Bei nur denke ich an deutlich weniger als 25 Prozent.

Und ich denke, dass der erste Halbsatz dem zweiten Halbsatz wiederspricht.

Aber ich war in Mathe noch nie so gut, dass es für die hohe Politik gereicht hätte.

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Deshalb zu etwas Handfestem: Jeffrey Goodman erzählt, wie er seine Max-Allan-Collins-Verfilmung “The Last Lullaby” (Die Bilder und Trailer sehen verdammt gut aus. Hoffentlich findet sich ein deutscher Verleih.) promotet.


TV-Tipp für den 1. Juli: Im Jahr des Drachen

Juli 1, 2009

HR, 23.00 (VPS 22.59)

Im Jahr des Drachen (USA 1985, R.: Michael Cimino)

Drehbuch: Oliver Stone, Michael Cimino

LV: Robert Daley: Year of the dragon, 1981 (Im Jahr des Drachen)

Äußerst gewalttätiger, realistischer Krimi über einen Polizisten, der gegen die Drogenmafia kämpft und, als ehemaliger Vietnam-Veteran, den Vietnam-Krieg in den Straßen von New Yorks Chinatown gewinnen will. Damals gab es Proteste von chinesischen Gemeinden (wegen Rassismus) und Robert Daley (wegen Gewalt); – trotzdem einer der besten Cop-Thriller der Achtziger.

Mit Mickey Rourke, John Lone, Ariane, Leonard Termo, Ray Barry

Auch bekannt unter den eher nichtssagenden Titeln „Manhattan-Massaker“ und „Chinatown-Mafia“

Hinweise

City on Fire (Ziemlich umfangreiche Fanseite zum Film)

Wikipedia über Robert Daley

DVD Times (Mike Sutton) über “Year of the Dragon”


Cover der Woche

Juni 30, 2009

Keene - Willkommen zu Hause