TV-Tipp für den 25. Oktober: Die Entführung der U-Bahn Pelham 123

Oktober 24, 2014

Sat.1, 22.15

Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 (The Taking of Pelham 123, USA 2009)

Regie: Tony Scott

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: John Godey: The Taking of Pelham One Two Three, 1973 (Abfahrt Pelham 1 Uhr 23)

In New York nehmen Gangster die Passagiere einer U-Bahn als Geisel. Sie fordern binnen einer Stunde 10 Millionen Dollar Lösegeld. Ein Fahrdienstleiter beginnt mit den Verhandlungen.

Für das Update des 1973er Thriller-Klassikers „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ von Joseph Sargent, nach einem Drehbuch von Peter Stone, mit Walter Matthau, Robert Shaw und Martin Balsam musste Brian Helgeland nicht viel tun. Denn Romanautor John Godey hat sich eine ebenso einfach, wie spektakuläre Story ausgedacht. Da musste Brian Helgeland nur der Story folgen und aus den vielen im Buch auftretenden Charakteren (die so auch ein Bild der US-amerikanischen Gesellschaft in den frühen Siebzigern entstehen lassen) die für einen Film wichtigen auswählen. Tony Scott bebilderte dann das ganze mit einer für seine Verhältnisse angenehm zurückhaltenden Regie.

Aber während die 1973er-Version immer noch thrillt, bedient Scott einfach nur ziemlich glatt und damit auch vorhersehbar-langweilig die Spannungsmachinerie. Es ist nicht wirklich Falsches in „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“, aber auch nichts, was zum wiederholten Ansehen reizt.

mit Denzel Washington, John Travolta, Luis Guzmán, John Turturro, James Gandolfini

Wiederholung: Sonntag, 26. Oktober, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“

Metacritic über “Die Entführung der U-Bahn Pelham 123″

Rotten Tomatoes über “Die Entfürhung der U-Bahn Pelham 123″

Wikipedia über “Die Entführung der U-Bahn Pelham 123″ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Godeys „Abfahrt Pelham 1 Uhr 23“ (The Taking of Pelham One Two Three, 1973)

„The Taking of Pelham 123“ in der Kriminalakte


Die „Ein Geschenk der Götter“-Sondervorführung in Berlin

Oktober 24, 2014

Ein Geschenk der Götter - Plakat

Am kommenden Sonntag, den 26. Oktober, gibt es um 12.00 Uhr im Kino International (Karl-Marx-Allee 33, Berlin, Nähe S/U-Bahnhof Alexanderplatz) eine Sondervorführung von „Ein Geschenk der Götter“. Regisseur Oliver Haffner, Hauptdarstellerin Marie Schubert und weitere noch ungenannte Darsteller werden Fragen zum Film beantworten und vom Dreh erzählen.
In dem Film soll eine arbeitslose Schauspielerin einen Schauspielworkshop des Jobcenters leiten. Die Kursteilnehmer sind zunächst wenig begeistert von der deutlich überforderten Lehrerin, die auch keine Ahnung von ihrer Aufgabe hat. Dennoch beginnen sie, während der Proben für „Antigone“, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.
„Ein Geschenk der Götter“ ist, trotz Einschränkungen, eine sehenswerte deutsche Komödie (meine Besprechung), die deutlich von britischen Arbeiterklassekomödien beeinflusst ist. Auch in „Ein Geschenk der Götter“ nehmen die Menschen ihr Schicksal in die eigene Hand. Die Milieuzeichnungen sind stimmig. Und es gibt viel Humor, der sich wohltuend vom üblichen deutschen Komödienhumor unterscheidet.

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Ein Geschenk der Götter (Deutschland 2014)
Regie: Oliver Haffner
Drehbuch: Oliver Haffner
mit Katharina Marie Schubert, Adam Bousdoukos, Marion Breckwoldt, Paul Faßnacht, Katharina Haufer, Rainer Furch, Canan Kir, Maik Solbach, Rick Okon, Eva Löbau, Luise Heyer
Länge: 102 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
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Hinweise
Homepage zum Film
Film-Zeit über „Ein Geschenk der Götter“
Moviepilot über „Ein Geschenk der Götter“


TV-Tipp für den 24. Oktober: Hallam Foe – Aus dem Leben eines Außenseiters

Oktober 23, 2014

Eins Festival, 20.15

Hallam Foe – Aus dem Leben eines Außenseiters (Großbritannien 2007, Regie: David Mackenzie)

Drehbuch: David Mackenzie, Ed Whitmore

LV: Peter Jinks: Hallam Foe, 2001 (Über roten Dächern)

Der 17-jährige Außenseiter Hallam Foe glaubt, dass seine Stiefmutter seine Mutter ermordet hat. Da trifft er die Hotelpersonalchefin Kate. Sie ist das Ebenbild seiner Mutter.

„Einfach mitreisend ist dieser Abenteuertrip eines jungen Ausreißers, faszinierend mühelos changiert das freche Szenario zwischen Murder Mystery mit Gothic Touch und moderner Lovestory. Ein Film, der ganz tief im Zuschauer seinen Widerhall findet.“ (Programm Fantasy Filmfest 2007)

„A viewing delight.“ (Variety)

Mit Jamie Bell, Sophia Myles, Ciarán Hinds, Claire Forlani

Wiederholung: Samstag, 25. Oktober, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Hallam Foe“

Rotten Tomatoes über “Hallam Foe”

Wikipedia über “Hallam Foe” (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Lieber Herr Pfarrer, „Am Sonntag bist du tot“

Oktober 23, 2014

Die ersten Minuten sind grandios: In einer langen, ungeschnittenen Szene ist die Kamera auf Brendan Gleeson gerichtet, der den irischen Dorfpriester James Lavelle spielt. Er sitzt im Beichtstuhl. Ein Gläubiger beichtet ihm, dass er als Kind von einem Geistlichen sexuell missbraucht wurde und dass er sich jetzt dafür rächen will, indem er eine Person umbringt, die nichts mit den damaligen Taten zu tun hat, die vollkommen edel ist und ein Repräsentant der Kirche ist. Der Beichtende sagt Lavelle, dass er ihn in einer Woche am Strand umbringen werde.
Was für ein Auftakt. Was für eine tolle Ausgangsidee – und wie wenig macht John Michael McDonagh (The Guard – Ein Ire sieht schwarz) daraus. Denn Lavelle, der den Beichtenden kennt, unternimmt in den folgenden Tagen nichts. Er verrichtet einfach seine gewohnte Seelsorgerarbeit bei seinen Schäfchen, die alle etwas speziell sind. Iren halt. Er wird von seiner Tochter besucht. Er besucht einen US-Schriftsteller, der auf einer Insel seine Bücher schreibt. Sie unterhalten sich über Gott und die Welt. Und immer wieder geht es um Schuld und Sühne, aber weil Lavelle nichts unternimmt, langweilt dieser Reigen für die Prämisse belangloser Episoden schnell. Denn sie sind einfach nur die Chronik einer x-beliebige Woche aus dem Leben eines Geistlichen. Weder regelt Lavelle seine Angelegenheiten, noch versucht er seinen Mörder, den er kennt, von der Tat abzuhalten. Lavelle akzeptiert die Nachricht von seinem Tod so, wie andere Menschen die Nachricht, dass kommende Woche das Heizöl geliefert wird, akzeptieren.
Diese überwältigende Schicksalergebenheit Lavelles, der als wahrer Gläubiger klaglos das ihm von Gott auferlegte Schicksal gleichgültiger als Jesus akzeptiert, ist als dramaturgische Idee, die die Todesankündigung und das damit verbundene potentielle Drama total sabotiert, zwar interessant, aber für mich funktionierte sie nicht.
Da können auch die guten Schauspieler und einzelne gute Szenen nichts ausrichten.

Am Sonntag bist du tot - Plakat

Am Sonntag bist du tot (Calvary, Irland 2014)
Regie: John Michael McDonagh
Drehbuch: John Michael McDonagh
mit Brendan Gleeson, Chris O’Dowd, Kelly Reilly, Aidan Gillen, Dylan Moran, Isaach De Bankolé, M. Emmet Walsh, Marie-Josée Croze, Domhall Gleeson, David Wilmot, Killian Scott, Orla O’Rourke, David McSavage, Pat Shortt, Gary Lydon, Owen Sharpe
Länge: 105 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Am Sonntag bist du tot“
Moviepilot über „Am Sonntag bist du tot“
Metacritic über „Am Sonntag bist du tot“
Rotten Tomatoes über „Am Sonntag bist du tot“
Wikipedia über „Am Sonntag bist du tot“
Meine Besprechung von John Michael McDonaghs „The Guard – Ein Ire sieht schwarz“ (The Guard, Großbritannien/Irland 2010)

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Und ein ausführliches DP/30-Interview mit dem Regisseur und dem Hauptdarsteller


Neu im Kino/Filmkritik: Die Schlachtplatte „Northmen – A Viking Saga“

Oktober 23, 2014

Es begab sich im Jahr 873 des Herrn eine Horde ausgestoßener Wikinger nach Britannien, wo sie das Kloster Lindisfarne zwecks Rehabilitierung plündern wollten. Aber zuvor stießen sie, nach einem Schiffbruch, auf eine schöne und äußerst wehrhafte Jungfrau von königlichem Blut. Sie befreiten sie gar blutig von ihren Bewachern, die sie zu einer arrangierten Hochzeit bringen sollten, nahmen sie geschwind als Geisel und erbaten von ihrem Vater, einem schottischen König, Geld. Dieser schickte eine überall gefürchtete Söldnerbande, das aus den Karpaten kommende blutrünstige, aber nicht blutsaugende Wolfsrudel, los, seine Tochter zu befreien. Oder umzubringen. Jedenfalls sollen sie die Wikinger nach Walhalla schicken.
Schnell geht es mächtig rund in der einsamen schottischen Landschaft. Neben all dem Morden gibt es auch etwas Liebe, denn die schöne Maid verliebt sich, oh große Überraschung, in einen der ungewaschenen Wikinger. Und sie treffen einen äußerst wehrhaften Mönch, der in einem Turm mit tödlichen Fallen und Notausgang lebt. Die Kampfkunst beherrst der Mann Gottes ebenfalls.
Bei vielen Kritikern kam „Northmen – A Viking Saga“ nicht besonders gut an, wobei ich den Film nicht so schlecht fand, weil er ziemlich genau das liefert, was er verspricht: eine niemals innovative Schlachtplatte, in der immer genug passiert, um nicht gelangweilt zu werden. Garniert mit prächtigen Landschaftsaufnahmen, die zeigen, dass Südafrika, mit der Hilfe von Farbfiltern, sehr gut für Schottland herhalten kann.
Man sollte allerdings nie nach so etwas wie „Logik“ fragen. Da werden die Nordmänner dann ziemlich ungnädig.

Northmen - Plakat

Northmen – A Viking Saga (Northmen – A Viking Saga, Schweiz/Deutschland/Südafrika 2014)
Regie: Claudio Fäh
Drehbuch: Bastian Zach, Matthias Bauer
mit Tom Hopper, Ryan Kwanten, Ken Duken, Charlie Murphy, James Norton, Leo Gregory, Darrell D’Silva, Mark Strepan, Richard Lothian, Ed Skrein, Anatole Taubman, Johan Hegg, Danny Keogh
Länge: 97 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Homepage zum Film
Film-Zeit über „Northmen“
Moviepilot über „Northmen“
Rotten Tomatoes über „Northmen“
Wikipedia über „Northmen“

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Und jetzt den Lautstärkeregler auf volle Leistung schieben


TV-Tipp für den 23. Oktober: Taking Woodstock – Der Beginn einer Legende

Oktober 23, 2014

Herzlichen Glückwunsch zum 60. Geburtstag, Ang Lee!


3sat, 22.25
Taking Woodstock – Der Beginn einer Legende (USA 2009, Regie: Ang Lee)
Drehbuch: James Schamus
LV: Elliot Tiber/Tom Monte: Taking Woodstock: A true story of a riot, a concert and a life, 2007 (Taking Woodstock)
Von „Woodstock“, dem berühmten Musikfestival haben wir alle schon einmal gehört. Viele haben auch die LP (oder CD). Aber was vor dem Festival in Woodstock los? Ang Lee erzählt die Vorgeschichte zum Festival.
„Geschickt re-inszeniert der Film das Festival als fernes Echo, wobei ihm spannende zeithstorische Bezüge gelingen.“ (Lexikon des internationalen Films)
mit Demetri Martin, Henry Goodman, Imelda Staunton, Emile Hirsch, Liev Schreiber, Paul Dano, Jeffrey Dean Morgan
Wiederholung: Samstag, 25. Oktober, 01.35 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Rotten Tomatoes über „Taking Woodstock“
Wikipedia über „Taking Woodstock“ (deutsch, englisch)

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Als Bonus gibt es ein Gespräch mit Ang Lee und James Schamus, der die Bücher für fast alle seine Filme schrieb


Neu in einigen Kinos/Filmkritik: „Veve“ – ein Polit-Thriller aus Kenia

Oktober 22, 2014

Dass Kenia irgendwo in Afrika liegt, dürften die Meisten wissen. Aber erst seitdem Marie Steinmann und Tom Tykwer mit „One Fine Day Films“, der DW Akademie und der kenianischen Produktionsfirma „Ginger Ink.“ dort Filme mit einheimischen Filmemachern produzieren und diese Filme einen Einblick in das dortige Leben und die Probleme geben, wissen wir mehr. Bislang liefen bei uns die sehenswerten Filme „Soulboy“, „Nairobi Half Life“ und „Something Necessary“. Auch in „Veve“, dem neuesten Film des Kooperationsprojekts, geht es um Verbrechen.
Regisseur Simon Mukali verfolgt in „Veve“ die Schicksale von einem guten Dutzend Menschen in der Region Maua, deren Leben vom Veve-Anbau und Handel betroffen ist. Veve ist der Slangausdruck für Khat oder Miraa, eine Pflanze, die eine berauschende Wirkung hat und in einigen Ländern, wie Deutschland, verboten ist.
Halbwegs im Mittelpunkt des Films steht Amos, ein Lokalpolitiker, der für den Gouverneursposten kandidiert und einen Geschäftskonkurrenten aus dem lukrativen Khat-Geschäft drängen will. Auf ihn verübt Kenzo, der Amos für den Tod seines Vaters verantwortlich macht, einen Anschlag. Später lernt er, eher zufällig über einen Job als Fahrer, Esther, die Frau von Amos kennen. Sie beginnt eine Affäre mit ihm.
Gleichzeitig gründen die ortsansässigen Bauern, um ihre Forderung nach einem besseren Verdienst besser durchzusetzen, eine Gewerkschaft. Deren Arbeit wird von Clint, einem Möchtegern-Dokumentarfilmer, dokumentiert. Er versucht auch, filmische Beweise für das verbrecherische Tun von Amos zu bekommen.
Und dann gibt es noch Sammy, die rechte Hand von Amos. Er hat allerdings gerade Probleme mit seinem Sohn, der ständig Klebstoff schnüffelt und ein Drogenwrack ist.
Diese viele Plots führen allerdings nicht, wie geplant, zu einer multiperspektivischen Betrachtung des Veve-Handels. Denn keine Geschichte ist wirklich packend, es entsteht auch nie eine auf ein Ziel gerichtete Dynamik. Und so plätschert „Veve“ eher vor sich hin, spricht vieles an, lässt aber für ein westliches Publikum vieles im Dunkeln. Denn Kath ist eine bei uns eher unbekannte Droge, der halblegale Handel ebenso und damit auch die Verflechtung zwischen normaler Wirtschaft und Verbrechen in Kenia.
Daran ändert auch der weiße Pseudo-Videojournalist nichts. Über ihn erfahren wir zwar einiges über den Anbau von Kath, aber letztendlich wird er als Fremdkörper in der Geschichte mitgeschleppt, bis er spurlos aus ihr verschwindet.
Das Hauptproblem des Films ist allerdings, dass gleichzeitigi viel zu viele Geschichten erzählt werden. Hätten die Macher sich auf ein, zwei Geschichten, zum Beispiel der Kampf der Arbeiter zur Gründung einer Gewerkschaft oder die Rachegeschichte von Kenzo konzentriert, hätte aus „Veve“ ein ähnlich starker Film wie die anderen „One Fine Day Films“ werden können.

Veve - Plakat

Veve (Kenia/Deutschland 2014)
Regie: Simon Mukali
Drehbuch: Natasha Likimani
mit Emo Rugene, Lizz Njagah, Conrad Makeni, Lowry Odhiambo, Adam Peevers, Victor Munyua, David Wambugu, Abudakar Mire, Joseph Peter Mwambia, Delvin Mudigi, Gerald Langiri
Länge: 94 Minuten
FSK: ?
-
Hinweise
Facebook-Seite zum Film
Homepage von One Fine Day Films (dort kann der Film für Kinovorführungen bestellt werden)
Rotten Tomatoes über „Veve“
Wikipedia über „Veve” (deutsch, englisch)


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