Neu im Kino/Filmkritik: Die Motoren röhren immer noch in „Fast & Furious 6“

Mai 23, 2013

Schon vor dem offiziellen Kinostart jubelt Universal Pictures. Am Pfingstmontag, dem ersten Previewtag von „Fast & Furious 6“, sahen 230.000 Menschen den Film und für das „Fast & Furious“-Franchise und Universal Pictures bedeutet das: „Bester Starttag des Franchise“, „Bestes Tagesergebnis des Franchise“, „Bestes Previewergebnis an einem Tag in 2013“, „Bester Starttag in 2013“ (und dabei ist der Film noch gar nicht gestartet) und „Umsatzstärkster Universal-Starttag aller Zeiten“.

Aber Zahlen sagen nichts über die Qualität eines Films aus. Sie verraten höchstens einiges über die Erwartungen. Immerhin war „Fast & Furious Five“ der bislang beste Teil der Serie, der als Heist-Movie auch eine vollkommen neue Richtung einschlug. Nämlich weg von den Straßenrennfilmen mit Krimibeigabe hin zu einem Action-Thriller, mit einem Pflicht-Straßenrennen und viel grandioser Action, deren Höhepunkt der Diebstahl eines Safes war.

Am Ende des Films konnten Dominic Toretto (Vin Diesel) und seine Gang sich mit einer Millionenbeute zur Ruhe setzten.

Fast & Furios 6“ beginnt wenige Monate später: Doms Freund Brian O’Conner (Paul Walker), der ihn im ersten „The Fast & The Furious“-Film als Polizist verfolgte, ist inzwischen glücklicher Vater. Die anderen genießen das sorglose Luxusleben und Dom erhält Besuch von Luke Hobbs (Dwayne Johnson). Der Polizist verfolgt über die halbe Welt eine von Owen Shaw (Luke Evans) angeführte skrupellose Gangsterbande, die die Teile für eine Superwaffe zusammenklaut. Zu der Bande gehört auch Letty Ortiz (Michelle Rodriguez), Doms große Liebe, die eigentlich tot sein sollte.

Dom beschließt die Familie wieder zusammen zu führen. Dafür ruft er die alte Gang wieder zusammen und es geht, mit Hobbs’ Zusicherung, dass, wenn sie erfolgreich sind, ihr Strafregister gereinigt wird, nach London, wo Shaws nächster Coup stattfinden soll.

Nach dem grandiosen „Fast & Furious Five“ ist „Fast & Furious 6“ eine leichte Enttäuschung, weil die Geschichte der Familienzusammenführung sich zwischen vorhersehbaren Witzen, fast schon normaler Ermittlerarbeit bei der Suche nach dem Versteck des Bösewichts und dem Ort seines nächsten Coups und ziemlich grandiosen Actionszenen eher schleppend entwickelt. So sind die Macher einerseits stolz darauf, die meisten Action-Szenen fast vollständig „real“ gedreht zu haben, andererseits werden sie oft so zerschnitten, dass sie kaum nachvollziehbar sind. Außerdem spielen sie ziemlich oft Nachts. So ist von der ersten Begegnung der beiden Gangs, einer langen und ziemlich spektakulären Autoverfolgungsjagd durch London, kaum etwas zu sehen. Auch der Höhepunkt, wenn Doms Gang ein Flugzeug am Starten hindern will, spielt mitten in der Nacht. Immerhin verfolgen sie den Panzer, in dem die Bösewichter mit einem wichtigen Teil entkommen wollen, tagsüber und gerade in dem Moment, als ich mich fragte, ob denn keine Menschen in den Autos sitzen, die von dem Panzer auf der Autobahn zerquetscht werden, lässt Regisseur Justin Lin viele Menschen panisch aus ihren Autos flüchten. Dennoch ist gerade diese Szene so gaga und vom Set-Up so unlogisch, dass sie kaum noch Spaß macht.

Die von Chris Morgan erfundene Geschichte, der auch für die vorherigen „Fast & Furious“-Filme die Bücher schrieb, koppelt den Kampf zwischen Dom und Shaw, ziemlich plakativ, zurück an widerstreitende Prinzipien von heimeliger Familie (vulgo Emotion) und eiskaltem Zweck-Egoismus (vulgo Rationalität). Denn Shaw hat, wie es sich für einen richtigen Bösewicht gehört, ein rein instrumentelles Verhältnis zu seinen Leuten und der ehemalige SAS-Soldat ordnet alles dem Erfolg der Mission unter. Dummerweise ist diese hier nur ein austauschbarer MacGuffin, der als Entschuldigung für Action dient. Und Dom will ja auch vor allem Letty wieder zurück in die Familie holen.

Der sechste Teil der Serie liefert letztendlich ziemlich genau das, was man von einem „Fast & Furious“-Film, die nie mit tiefsinnigen Geschichte beeindruckten, erwartet: eher altmodische Action, vor allem mit hochgetunten Autos, Faustkämpfe, knapp bekleidete Frauen, Männerfreundschaft, Testeron, einige Witze – und inzwischen auch einige sehr schlagkräftige Frauen.

Am Ende, wenn unsere Helden dann ihr Feierabendbier genießen, gibt es einen Hinweis auf den Gegner des siebten „Fast & Furious“-Films, der schon in Arbeit ist, und das Thema des Films (nämlich Rache). Das könnte wieder spannender als die Familienzusammenführung werden.

Fast and Furious Six - Plakat

Fast & Furious 6 (Fast & Furious 6, USA 2013)

Regie: Justin Lin

Drehbuch: Chris Morgan

mit Vin Diesel, Dwayne Johnson, Paul Walker, Luke Evans, Tyrese Gibson, Chris ‘Ludacris’ Bridges, Michelle Rodriguez, Sung Kang, Gina Carano, Gal Gadot, Jordana Brewster, John Ortiz

Länge: 130 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „Fast & Furious 6“

Metacritic über “Fast & Furious 6″

Rotten Tomatoes über „Fast & Furious 6“

Wikipedia über „Fast & Furious 6“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Fast & Furious Five“ (Fast Five, USA 2011)


TV-Tipp für den 23. Mai: Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft

Mai 23, 2013

Eins Festival, 21.15

Monty Python’ wunderbare Welt der Schwerkraft (GB 1971, R.: Ian MacNaughton, Terry Gilliam)

Drehbuch: Monty Python

Eine immer wieder gern gesehene Nummernrevue von Monty Python, die erst 1983 in die deutschen Kinos kam.

mit Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin

Wiederholung: Freitag, 24. Mai, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Monty Python

YouTube-Kanal von Monty Python (und wer mit dem Englischen Probleme hat, muss einfach seine Wunschsprache eingeben)

Monty Python’s Completely Useless Web Site (und auch nicht autorisiert)

Wikipedia über Monty Python (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: Eher schwach, „Inspector Barnaby – Volume 17“

Mai 22, 2013

 

Wenn mich meine beschränkten mathematischen Fähigkeiten nicht täuschen, dann dürften langsam alle Fälle von Detective Chief Inspector Tom Barnaby, der in der malerischen, aber auch sehr tödlichen Grafschaft Midsomer ermittelt, auf Deutsch veröffentlicht sein. Immer in DVD-Boxen mit jeweils vier Folgen, die sich – wie die Ausstrahlung im ZDF – nicht um die eh kaum vorhandene Chronologie kümmert. Denn die „Inspector Barnaby“-Filme können problemlos in jeder beliebigen Reihenfolge genossen werden.

Dennoch sind in „Inspector Barnaby – Volume 17“ vor allem spätere Fälle des sympathischen und angenehm normalen Ermittlers, der von 1997 bis 2011 in 81 Episoden von John Nettles mit angenehm zurückhaltender Ironie gespielt wurde, versammelt. Er ist glücklich verheiratet, seine Frau (Jane Wymark) kümmert sich liebevoll um ihn und frönt diverse Hobbys, die oft mit den Mordfällen in Verbindung stehen, seine erwachsene Tochter glänzt in diesen Fällen durch Abwesenheit und Detective Sergeant Ben Jones (Jason Hughes) ist ihm dreimal, DS Dan Scott (John Hopkins) einmal, eine verlässliche Stütze bei den Ermittlungen, die ihn in eine Marmeladenfabrik, auf einen Golfplatz und in viele typische englische Häuser führen.

In „Die Leiche ist heiß“ wird in der Desinfektionsanlage der Plummer-Marmeladenfabrik, seit Generationen im Familienbesitz (Ärger!) und in finanziellen Schwierigkeiten (Noch mehr Ärger!), eine nackte Männerleiche gefunden. Ermordet wurde er, wie Barnaby und Scott herausfinden, von mehreren Lagen feinster Plummer-Konfitüre. Was für ein Tod.

Dagegen ist ein Tod durch einen Golfschläger, wie in „Mord – Nur für Mitglieder“, fast schon profan. Denn der cholerische Golfspieler Alistair Kingslake wurde auf dem Golfplatz erschlagen und Barnaby soll mit dem nötigen Taktgefühl in dem piekfeinen Golfclub White Oaks ermitteln.

In „Pikante Geheimnisse“ streitet sich das Dorf Elverton-cum-Latterly heftig über die Ansiedlung eines Goodfare-Supermarktes. Eines Nachts entdecken zwei Teenager in einem Schuppen die Leiche eines Goodfare-Mitarbeiters – und Barnaby entdeckt bei seinen Ermittlungen, dass einige in den Fall verwickelte Frauen ein einträgliches Nebengeschäft haben.

In „Morden ist auch eine Kunst“ dreht sich alles um den schon im 19. Jahrhundert verstorbenen Landschaftsmaler William Hogson. Kurz nachdem ein erst vor kurzem wiederaufgetauchtes Bild von ihm für eine Rekordsumme versteigert wurde, wird die Finderin des Gemäldes ermordet und bei einem Sammler wird ein Hogson gestohlen.

Diese vier Barnaby-Fälle gehören zu den schwächeren Fällen der Serie. Sie stützen sich weitgehend auf einen austauschbaren Whodunit-Plot, bei dem am Ende, fast schon hastig, irgendein Täter, samt vernachlässigbarem Motiv, präsentiert wird. Davor versuchen sich die Schauspieler so gut es, zu amüsieren. Gerade in „Pikante Geheimnisse“ und „Mord – Nur für Mitglieder“ scheinen alle nach der Methode „Wir wissen, dass wir ein schwaches Skript haben, also lass uns einfach unseren Spaß haben.“ gearbeitet zu haben. In „Pikante Geheimnisse“ und „Morden ist auch eine Kunst“ ist die Reaktion der Ermittler auf nackte Frauen erschreckend bigott-altbacken. Gerade DS Jones starrt in „Morden ist auch eine Kunst“ wie ein Pennäler, der noch nie eine Frau gesehen hat, auf eine in einem Atelier im Eva-Kostüm posierende holde Weiblichkeit und in „Pikante Geheimnisse“ starren Jones und Barnaby schockiert auf ein Sexvideo. Als ob sie in ihrem Polizistenleben nicht schon einige ungewöhnliche Dinge gesehen hätten.

Das geht dann doch zu sehr in Richtung verschwiemeltem Altmännerhumor, gegossen in einen banalen Whodunit, dem eben die skurrilen Bewohner von Midsomer County fehlen.

Inspector Barnaby - Volume 17

Inspector Barnaby (Midsomer Murders, GB 1997 – 2011)

LV: Charaktere von Caroline Graham

mit John Nettles (DCI Tom Barnaby), Daniel Casey (Sergeant Gavin Troy, 1997 – 2003), John Hopkins (Sergeant Dan Scott, 2004 – 2005), Jason Hughes (DS Ben Jones, 2005 – 2011), Jane Wymark (Joyce Barnaby), Barry Jackson (Dr Bullard), Laura Howard (Cully Barnaby)

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Inspector Barnaby – Volume 17

Edel

Bild: 16:9 PAL

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 373 Minuten (4 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

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Inspector Barnabys Fälle in „Volume 17“

Die Leiche ist heiß (Sauce for the Goose, GB 2005, Staffel 8, Episode 7, Erstausstrahlung: 3. April 2005)

Regie: Renny Rye

Drehbuch: Andrew Payne

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Pikante Geheimnisse (Country Matters,GB 2006, Staffel 9, Episode 6, Erstausstrahlung: 10. September 2006)

Regie: Richard Holthouse

Drehbuch: Andrew Payne

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Mord – Nur für Mitglieder (The Dogleg Murders, GB 2009, Staffel 12, Episode 1, Erstausstrahlung: 22. Juli 2009)

Regie: Richrad Holthouse

Drehbuch: Andrew Payne

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Morden ist auch eine Kunst (The black Book, GB 2009, Staffel 12, Episode 2, Erstausstrahlung: 5. August 2009)

Regie: Peter Smith

Drehbuch: Nicholas Martin

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Ach ja:

Inspector Barnaby - Volume 16

Inspector Barnaby – Volume 16

Edel

Bild: 16:9 PAL

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 378 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

enthält

Blick in den Schrecken (Second Sight, GB 2005, Staffel 8, Episode 5, Erstausstrahlung: 23. Januar 2005)

Regie: Richard Holthouse

Drehbuch: Tony Etchelis

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Tod im Liebesnest (The Maid in Splendour, GB 2004, Staffel 7, Episode 5, Erstausstrahlung: 25. Januar 2004)

Regie: Richard Holthouse

Drehbuch: Andrew Payne

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Tief unter der Erde (Hidden Depths, GB 2005, Staffel 8, Episode 6, Erstausstrahlung: 13. März 2005)

Regie: Sarah Hellings

Drehbuch: David Hoskins

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Haus voller Hass (Ghosts of Christmas Past, GB 2004, Staffel 7, Episode 7, Erstausstrahlung: 25. Dezember 2004)

Regie: Renny Rye

Drehbuch: David Hoskins

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Hinweise

ITV über Inspector Barnaby

ZDF über „Inspector Barnaby“

Wikipedia über „Inspector Barnaby“ (deutsch, englisch)

FAZ: Nina Belz trifft John Nettles (6. März 2011)

Krimi-Couch über Caroline Graham

Kaliber.38 über Caroline Graham

 Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 12“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 13“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 14“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Volume 15“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Collector’s Box 1“

Meine Besprechung von „Inspector Barnaby – Collector’s Box 2“

 

 


TV-Tipp für den 22. Mai: Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada

Mai 22, 2013

RBB, 22.45

Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada (USA/F 2005, R.: Tommy Lee Jones)

Drehbuch: Guillermo Arriaga

Ein junger Grenzpolizist erschießt irrtümlich den Rancharbeiter Melquiades Estrada. Sein bester Freund, der Vorarbeiter Pete Perkins, will Estradas letzten Wunsch, eine Beerdigung in seiner Heimat Mexiko, erfüllen. Weil die Polizei sich nicht für den Tod eines Illegalen interessiert und Perkins altmodische Vorstellung von Moral und Ehre hat, entführt er den Todesschützen und begibt sich mit ihm und der Leiche auf den Weg zu Estradas Heimatdorf.

Toller noirischer Neo-Western, der leider nie richtig in unseren Kinos lief. In Cannes erhielten Tommy Lee Jones und Guillermo Arriaga die Preise für beste Regie und bestes Drehbuch. Außerdem erhielt „Die drei Begräbnisse des Melquides Estrada“ den Bronze Wrangler der Western Heritage Awards als bester Kinofilm.

Der Film ist Tommy Lee Jones’ bislang einziger Kinofilm.

mit Tommy Lee Jones, Barry Pepper, Julio César Cedillo, Dwight Yoakam, January Jones, Melissa Leo, Levon Helm, Guillermo Arriaga

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über “Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada”

Wikipedia über „Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada“

Unionsverlag über Guillermo Arriaga


Cover der Woche

Mai 21, 2013

Farrell - Baby Jane


TV-Tipp für den 21. Mai: Psycho IV – The Beginning

Mai 21, 2013

 

Tele 5, 22.55

 

Psycho IV – The Beginning (USA 1990, R.: Mick Garris)

 

Drehbuch: Joseph Stefano

LV: Charakter von Robert Bloch

 

Norman Bates meldet sich bei einem Radiosender und erzählt der Moderatorin von seinem Leben.

 

Die Fortsetzungen von „Psycho“, die sich teilweise in der Chronologie widersprechen, stehen alle im Schatten von Alfred Hitchcocks Meisterwerk. Dabei sind sie gar nicht so schlecht. „Psycho IV“ zum Beispiel erzählt, durchaus spannend, die Vorgeschichte von „Psycho“ (als würden wir das wirklich wissen wollen).

 

Joseph Stefano, der auch das Drehbuch für „Psycho“ schrieb, schrieb das Drehbuch. Anthony Perkins spielt zum vierten und letzten Mal Norman Bates. Henry Thomas schlägt sich als junger Norman Bates wacker und Olivia Hussey ist eine ziemlich unangenehme Mutter.

 

mit Anthony Perkins, Henry Thomas, Olivia Hussey, CCH Pounder, Warren Frost, John Landis

 

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Psycho IV – The Beginning”

 

Wikipedia über „Psycho IV – The Beginning“ (deutsch, englisch)

 

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

 

 

 


„Fürchte dich nicht“ orakelt der siebzehnte „The Walking Dead“-Sammelband

Mai 20, 2013

 

Kirkman - The Walking Dead 17

Jetzt ist der hundertste „The Walking Dead“-Band auch auf Deutsch erschienen und ein Ende der Geschichte von Rick Grimes, seinem Sohn und einigen weiteren Überlebenden in einer von Zombies beherrschten Welt, in der die uns bekannten Institutionen nicht mehr existieren, ist immer noch nicht in Sicht; was auch daran liegt, dass die von Robert Kirkman geschriebenen Comics, die darauf basierende TV-Serie, Romane und Computerspiele einen konstant hohen Zuspruch haben.

 

Als Robert Kirkman vor zehn Jahren Jahren die erste „The Walking Dead“-Geschichte schrieb, war das nicht absehbar. Damals kämpfte der gerade aus einem Koma erwachte Ex-Polizist Rick Grimes in einer alptraumhaften, menschenleeren Gegend ums Überleben. Er suchte seine Frau (inzwischen tot) und seinen Sohn Carl (inzwischen einäugig) und Rick hat schon lange nur noch eine Hand. Trotzdem ist er aufgrund seines Charakters der ziemlich unumstrittene Führer einer kleinen Gruppe, die zuletzt in Alexandria, einer kleinen Gemeinde, Zuflucht gefunden haben. Auf einem ihrer Erkundungstrips begegneten sie Paul „Jesus“ Monroe, einem Einzelkämpfer, der ihnen sagte, dass er der Gesandte der „Anhöhe“ sei, einer größeren Gruppe von Menschen, die mit anderen Gemeinschaften Handel treiben und die gerne die Bewohner von Alexandria in ihre Gemeinschaft aufnehmen würden.

 

In dem vorherigen „The Walking Dead“-Sammelband „Eine bessere Welt“ machte Rick sich mit einigen Verbündeten auf den Weg zur Anhöhe und der dortige Wortführer Gregory konnte ihn zur Zusammenarbeit überreden. Als Gegenleistung soll er ihnen im Kampf gegen Negan, den Anführer der Erlöser, der die Bewohner der Anhöhe terrorisiert, helfen. Rick ist einverstanden. Die erste Begegnung mit Mitgliedern von Negans Gruppe verläuft für Rick und seine Verbündeten erfreulich.

 

Dann kommt es zur zweiten Begegnung…

 

Auch der siebzehnte „The Walking Dead“-Band „Fürchte dich nicht“ folgt dem vertrauten „The Walking Dead“-Prinzip nach dem es keine Garantie für das Überleben eines bestimmten Charakters gibt (wobei natürlich die Überlebenschancen des Helden Rick Grimes, wie schon die von Jack Bauer in „24“, extraordinär hoch sind). Deshalb sterben in diesem Sammelband auch zwei beliebte „The Walking Dead“-Charaktere und Rick trifft eine schwere Entscheidung.

 

Das knüpft von der Geschichte (obwohl ein Neueinstieg problemlos möglich ist) und von er erzählerischen Qualität nahtlos an die vorherigen Bände an. Aber die Toten, die Entscheidungen und damit auch einige – wahrscheinlich – künftige Entwicklungen sind dann doch gar nicht so überraschend, wie einem die Vorankündigungen glauben lassen. Immerhin kennen wir inzwischen Rick und Carl Grimes, Andrea, Michonne, Glenn, Abraham ‘Abe’ Ford undsoweiter. Schlimme Gegner und gefährliche Situationen haben sie schon einige hinter sich und da ist „Fürchte dich nicht“ nur das Set-Up für einen künftigen Gegner.

 

Denn Negan, der Anführer einer religiös erleuchteten Gruppe, deren Mitglieder sich als Teil eines gesamten Körpers sehen, könnte nach Philip, dem Gouverneur von Woodbury, ein neuer großer Gegner für unsere Helden werden.

 

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Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburn: The Walking Dead: Fürchte dich nicht (Band 17)

 

(übersetzt von Marc-Oliver Frisch)

 

Cross Cult, 2013

 

152 Seiten

 

16 Euro

 

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Originalausgabe

 

The Walking Dead, Vol. 17: Something to Fear

 

Image Comics, 2013

 

-

 

enthält

 

The Walking Dead # 97 – 102

 

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Hinweise

 

Offizielle „The Walking Dead“-Seite

 

Wikipedia über „The Walking Dead“ (deutsch, englisch)

 

AMC-Blog zu „The Walking Dead“

 

„The Walking Dead“-Fanseite

 

„The Walking Dead“-Wiki

 

Spiegel Online: Interview mit Charlie Adlard (21. Oktober 2011)

 

Kriminalakte: Meine Gesamtbesprechung der ersten zehn „The Walking Dead“-Bände

 

 Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 11: Jäger und Gejagte“ (The Walking Dead Vol. 11: Fear the hunters)

 

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 12: Schöne neue Welt“ (The Walking Dead Vol. 12: Life among them)

 

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 13: Kein Zurück“ (The Walking Dead Vol. 13: Too far gone, 2011)

 

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 14: In der Falle“ (The Walking Dead Vol. 14: No way out, 2011)

 

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns “The Walking Dead 15: Dein Wille geschehe” (The Walking Dead Vol. 15: We find ourselves, 2012)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Eine größere Welt (Band 16)“ (The Walking Dead, Vol. 16: A larger world, 2012)

 

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Tony Moore/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead – Die Cover, Volume 1“ (The Walking Dead: The Covers, Vol. 1, 2010)

 

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 1“ (USA 2010)

 

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 2“ (USA 2011/2012)

 

Kriminalakte: das Comic-Con-Panel zur TV-Serie

 

“The Walking Dead” in der Kriminalakte 

 

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Ryan Ottley (Zeichner)/Greg Capullo (Zeichner) „Haunt – Band 1“ (Haunt, Vol 1 – 5, 2010)

 

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Greg Capullo (Zeichner) „Haunt – Band 2“ (Haunt, Vol. 6 – 12, 2010)

 

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Greg Capullo (Zeichner) “Haunt – Band 3″ (Haunt, Vol. 13 – 18, 2011)

 

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Nick Spencer (Autoren)/Shawn Martinbroughs (Zeichner) „Dieb der Diebe: „Ich steige aus“ (Band 1)“ (Thief of Thieves # 1 – 7, 2012)

 

 


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