TV-Tipp für den 17. September: Das fünfte Element

September 16, 2014

EinsPlus, 22.15
Das fünfte Element (Frankreich 1997, Regie: Luc Besson)
Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen (nach einer Geschichte von Luc Besson)
Zukunft, Erde: Taxifahrer Korben Dallas (Bruce Willis), der noch nicht einmal sein Leben auf die Reihe bekommt, muss mal eben das Universum retten und besucht dafür auch einige ferne Planeten in weit entfernten Galaxien. Aliens und andere seltsame Wesen gibt es auch. Action und Spaß sowieso.
Quietschbuntes, vollkommen durchgeknalltes Science-Fiction-Abenteuer, das den Fans der „Guardians of the Galaxy“ gefallen dürfte.
Hier hat Luc Besson, nach „Subway“, „Nikita“, „Leon – Der Profi“, noch einmal gezeigt, was er kann: „ein Fest für die Augen“ (Annette Kilzer, Herausgeberin: Bruce Willis)
mit Bruce Willis, Gary Oldman, Ian Holm, Milla Jovovich, Chris Tucker, Luke Perry, Brion James, Lee Evans, Tricky, Mathieu Kassovitz
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Das fünfte Element“
Wikipedia über „Das fünfte Element“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Luc Bessons „The Lady – Ein geteiltes Herz“ (The Lady, Frankreich/Großbritannien 2011)

Meine Besprechung von Luc Bessons “Lucy” (Lucy, Frankreich 2014)

Luc Besson in der Kriminalakte


Cover der Woche

September 16, 2014

Block - A Walk among the Tombstones

Das gibt mir die Gelegenheit, auch gleich das deutsche Cover der für Mitte Oktober angekündigten deutschen Neuausgabe des Romans zu posten:

Block - Ruhet in Frieden - 4

Der Anlass für die Neuausgabe – ihr habt natürlich erkannt, dass da Liam Neeson auf euch zumarschiert – ist die am 13. November 2014 in unseren Kinos startende Verfilmung, über die ich ja schon am 31. Mai geschrieben habe.

Scott Frank (yeah, der Mann, der die Bücher für die genialen Elmore-Leonard-Verfilmungen “Out of Sight” und “Get Shorty” schrieb) schrieb das Drehbuch und führte wieder Regie.

Sein Regiedebüt war der übersehene Noir-Gangsterfilm “The Lookout – Die Regeln der Gewalt”. Sein nächster Film, ein TV-Film, heißt “Hoke” und Paul Giamatti spielt Hoke Moseley, den von Charles Willeford erfundenen Polizisten. Muss ich noch mehr sagen?

Ach ja, inzwischen gibt es auch einen deutschen Trailer für den Noir:

 

 


TV-Tipp für den 16. September: Dame, König, As, Spion

September 16, 2014

Pro7 Maxx, 20.15

Dame, König, As, Spion (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Regie: Tomas Alfredson

Drehbuch: Bridget O’Connor, Peter Straughan

LV: John le Carré: Tinker, Tailer, Soldier, Spy, 1974 (Dame, König, As, Spion)

Wer ist der Maulwurf im britischen Geheimdienst? George Smiley sucht den für die Sowjetunion arbeitenden Verräter.

Grandiose Verfilmung des verschachelten Agententhrillers von John le Carré.

Und dann läuft die TV-Premiere auch noch zu einer normalen Uhrzeit, während das ZDF um 00.50 Uhr das ebenfalls grandiose Südstaatendrama „The Help“ arg lieblos versendet. Immerhin ist „The Help“ produziert von Disney, starbesetzt, Oscar-prämiert, mehrfach ausgezeichnet und war ein überraschender Kassenhit in den USA.

mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Ciarán Hinds, David Dencik, Simon McBurney, Kathy Burke, Stephen Graham, Svetlana Khodchenkova, John le Carré (Komparse bei der MI6-Silvesterfeier; also genau aufpassen)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Wikipedia über die Verfilmung „Dame, König, As, Spion“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „Dame, König, As, Spion“

Rotten Tomatoes über „Dame, König, As, Spion“

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014)

John le Carré in der Kriminalakte


„Die Entdeckung Deutschlands“ in einem ganz alten Science-Fiction-Film

September 15, 2014

Lange - Die Entdeckung Deutschlands

Das ist jetzt ein bisschen wie früher, als man spannende Texte über Filme las, die man spätestens danach unbedingt sehen wollte, aber aus verschiedenen Gründen nicht sehen konnte. Meistens war es eine Mischung aus im Kino läuft der Film nicht mehr, im Fernsehen läuft er auch nicht und auf Video gibt dieses obskure Zeug sowieso nicht.
Auch „Die Entdeckung Deutschlands durch die Marsbewohner“ kann man sich nicht ansehen. Es ist einer der vielen verschwundenen Stummfilme. Es scheint auch kein wirklich großartiger Film gewesen zu sein, aber, wie Britta Lange in ihrem Essay „Die Entdeckung Deutschlands – Science-Fiction als Propaganda“ überzeugend zeigt, ist es ein durchaus wichtiger Film, der heute auch wegen seiner historischen Aufnahmen sehenswert wäre. Es wurde in München, Berlin und in Fabriken, die Kriegsgerät herstellten, wie der optischen Fabrik von Karl Zeiß in Jena, der Daimler Motorengesellschaft, der Werft der Aktiengesellschaft Weser und dem Martinstahlwerk von Friedrich Krupp in Essen, gedreht. Die ursprüngliche Länge, genehmigt durch die Berliner Polizeizensur, betrug 1729 Meter.
Heute gibt es in verschiedenen Filmarchiven nur noch einige Fragmente, Bilder und Texte zum und über den Film. Einiges von dem Material ist auch in Langes Buch abgedruckt.
„Die Entdeckung Deutschlands durch die Marsbewoher“ entstand 1916 unter der Regie von Georg Jacoby und Richard Otto Frankfurter. Es war der erste deutsche Propagandafilm, der vor allem zeigen sollte, dass Deutschland, entgegen den Behauptungen der anderen Kriegsparteien nicht unter dem Krieg leidet. Aber wie kann man diese Botschaft vor allem im Ausland glaubwürdig verbreiten? Ein deutscher Journalist oder ein Beobachter aus einem befreundeten Staat wäre parteiisch. Ein Beobachter aus einem verfeindetem Land wäre als neutraler Berichterstatter ebenso unglaubwürdig. Also wurde ein Besuch einer Delegation vom Mars erfunden, die herausfinden soll, ob die Meldungen, dass Deutschland kurz vor dem Zusammenbruch stehe und die Bevölkerung demoralisiert sei und hungere, stimmen.
Nun, die Marsianer erleben ein Deutschland, in dem alles paradiesisch ist.
Britta Lange, Wissenschaftlerin am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universit#t Berlin, analysiert in ihrem Essay „Die Entdeckung Deutschlands – Science-Fiction als Propaganda“ vor allem die Konstruktion der Filmgeschichte, wie Propaganda im Gewand von Science-Fiction in diesem Film funktioniert, die historischen Hintergründe der Produktion, die Wirkung des Films und den Umgang mit Propaganda. Denn die Marsianer glauben nicht einfach, was die Medien verbreiten, sondern sie gehen zum Ort des Geschehens. Sie versuchen sich ein eigenes Bild von den Fakten zu machen, die – was natürlich eine schöne Wendung ist – so selbst für propagandistische Zwecke verwandt werden.
-
Britta Lange: Die Entdeckung Deutschlands – Science-Fiction als Propaganda
(Filit Band 13)
Verbrecher Verlag, 2014
112 Seiten
14 Euro


TV-Tipp für den 15. September: James Bond: GoldenEye

September 15, 2014

ZDF, 22.15
James Bond: GoldenEye (Großbritannien 1995, Regie: Martin Campbell)
Drehbuch: Michael France, Jeffrey Caine
LV: Charakter von Ian Fleming
Buch zum Film: John Gardner: GoldenEye, 1995 (GoldenEye)
General Ourumov (der am 1. September verstorbene Gottfried John) und Xenia (Famke Janssen), die zur Geheimorganisation „Janus“ gehören, haben sich den Zugang zu Weltraumsatelliten verschafft und damit können sie alles kontrollieren. James Bond soll das Schlimmste verhindern und bei seiner Hatz nach den Verbrechern trifft er auch auf einen alten Bekannten.
Erster Auftritt von Pierce Brosnan als Agent mit der Lizenz zum Töten. Für Bond-Fans eine etwas lang geratene, aber unterhaltsame Tour durch die bisherigen Bond-Filme. Finanziell war der Actionfilm unglaublich erfolgreich, – obwohl Brosnan der (wir reden Prä-Daniel-Craig!) in diesem Film der stilloseste Bond aller Zeiten war: unrasiert (!!) und schwitzend (!!!). DAS wäre den anderen niemals passiert.
Thriller-Autor John Gardner (u. a. ein Gegententwurf zu Bond: die Boysie-Oakes-Serie über einen sehr unheldischen Geheimagenten) schrieb ab 1981 auf Wunsch der Fleming-Erben die Abenteuer von James Bond fort und hier das Buch zum Film.
Das ZDF zeigt bis zum Jahresende siebzehn (!!!) James-Bond-Filme, unter anderem alle Pierce-Brosnan- und Daniel-Craig-Bonds. Die mit Daniel Craig laufen zum Jahresende und „Skyfall“ bildet den bondinischen Abschluss.
Dazwischen gibt es Auftritte der anderen James Bonds, also Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore und Timothy Dalton. Immer ohne Werbepausen und jedenfalls die nächsten Montage sind Bond-Tage.
Die weiteren Sendetermine sind noch nicht bekannt. Die Filme aber schon. Es sind, wohl ungefähr in der geplanten Ausstrahlungsreihenfolge: „Der Morgen stirbt nie“, „Die Welt ist nicht genug“, „Stirb an einem anderen Tag“, „James Bond 007 – jagt Dr. No“, „Der Mann mit dem goldenen Colt“, „Liebesgrüße aus Moskau“, „Man lebt nur zweimal“, „Leben und sterben lassen“, „Diamantenfieber“, „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“, „Casino Royale“, „Ein Quantum Trost“, „Sag niemals nie“, „Im Angesicht des Todes“, „Skyfall“ und „Lizenz zum Töten“.

Fleming - Cross-Cult-James-Bond-Gesamtbox
Wer noch mehr Bond, James Bond, will: bei Cross Cult gibt es die Bond-Romane von Ian Fleming inzwischen in einer schönen Box. Der Bond-Roman „Colonel Sun“ von Robert Markham (ein Pseudonym von Sir Kingsley Amis) und der erste Bond-Roman „Kernschmelze“ von John Gardner erscheinen die Tage. Im März 2015 soll es mit den Gardner-Bonds „Der Kunstsammler“ und Eisbrecher“ weitergehen.
Mit Pierce Brosnan, Sean Bean, Izabella Scorupco, Famke Janssen (die Bond in die Zange nimmt), Judi Dench (als M bezeichnet sie ihn als „Relikt aus dem Kalten Krieg“), Gottfried John, Joe Don Baker (mal wieder dabei, inzwischen auf der Seite der Guten), Robbie Coltrane, Samantha Bond, Desmond Llewelyn, Tcheky Karyo, Michael Kitchen
Wiederholung: ZDFneo, Dienstag, 16. September, 00.15 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
ZDF über „GoldenEye“ (und die nächsten James-Bond-Filme)
Rotten Tomatoes über „GoldenEye“
Wikipedia über „GoldenEye“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Martin Campbells TV-Serie “Am Rande der Finsternis” (Edge of Darkness, GB 1985 – DIE Vorlage für “Auftrag Mord”)

Meine Besprechung von Martin Campbells „Green Lantern” (Green Lantern, USA 2011)


TV-Tipp für den 14. September: George Gently – Der Unbestechliche: Todfreunde

September 14, 2014

ZDF, 22.15
George Gently – Der Unbestechliche: Todfreunde (Großbritannien 2012, Regie: Nicholas Renton)
Drehbuch: Peter Flannery
Erfinder: Peter Flannery
LV: Charakter von Alan Hunter
Durham, 1968: Das Organisierte Verbrechen macht sich auch in Durham breit. Inspektor George Gently konnte zwar Melvyn Rattigan hinter Gitter bringen. Aber der beschuldigt Gently der Korruption und auch in London soll Gently in illegale Geschäfte verwickelt gewesen sein. Während Gentlys Kollege Bacchus gerne dem Ruf von London folgen würde, kämpft Gently um seinen Ruf.
„Todfreunde“ ist vor allem ein Gangsterkrimi und ein leichengesättigter Thriller, in dem der Held als Verdächtiger im Mittelpunkt steht. Und wie auch in anderen Krimiserien, in denen wir plötzlich glauben sollen, dass unser ehrlicher und tadelloser Held plötzlich ein Verbrecher sein soll, funktioniert „Todfreunde“ nur bedingt, weil die wirklichen Überraschungen ausbleiben und es auch nichts zu rätseln gibt. Denn selbstverständlich sind die Anschuldigungen ein Komplott gegen ihn. Immerhin gibt es etwas Zeitkolorit und schöne Bilder von der nordenglischen Landschaft.
Der vorerst letzter neue George-Gently-Krimi ist auch der blutige Abschluss der fünften Staffel. In England wurde im Februar 2014 die sechste, aus vier Folgen bestehende Staffel mit Gently und Bacchus gezeigt. Eine siebte Staffel ist bereits für nächstes Jahr angekündigt. Für Nachschub ist also gesorgt.
Mit Martin Shaw, Lee Ingleby, Simon Hubbard, Ralph Brown, Kevin Whately, Diana Quick
Wiederholung: Montag, 15. September, 00.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Fantastic Fiction: Bibliographie Alan Hunter

BBC über George Gently (Pressematerial zu „George Gently“)

ZDF über George Gently

Telegraph: Interview mit Martin Shaw und Lee Ingleby zu „George Gently“ (5. Juli 2008)

Wikipedia über “George Gently – Der Unbestechliche”(deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „George Gently – Der Unbestechliche“ (Staffel 1)

Meine Besprechung von „George Gently – Der Unbestechliche“ (Staffel 2 und 3)


Neu im Kino/Filmkritik: Sensation! Der Stein der Weisen ist in den „Katakomben“ von Paris

September 13, 2014

Jetzt weiß ich, warum die Ägypter Grabräuber nicht mögen.
Der Found-Footage-Murks „Katakomben“ spielt zwar nicht in Ägypten, sondern in Paris und die Heldin behauptet selbst von sich, dass sie keine Grabräuberin sei. Aber sie prescht mit einer Eleganz durch die Katakomben von Paris (laut Presseheft wurde sogar alles vor Ort gedreht, aber sie hätten das Werk genausogut in irgendeinem Hinterhofstudio drehen können), dass kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Mauern werden eingerissen, Skelette flugs zur Seite geräumt und ein riesiger Klunker, der „Stein der Weisen“, wird mit roher Gewalt aus einem Fresko entfernt. Dass bei diesem feinfühligem Vorgehen einige Decken und Gänge einstürzen ist ein akzeptabler Kollateralschaden bei der Schatzsuche. Außerdem können die jungerwachsenen Protagonisten in dem Moment eh schon nicht mehr so richtig zwischen Wahn und Wirklichkeit oder zwischen Hölle und Normalität unterscheiden.
Dabei haben die sechs Twenty-Somethings, zusammengewürfelt aus der hyperbrillanten Schatzsucherin Scarlett Marlowe (die das alles tut, um das Vermächtnis ihres toten Vaters zu vollenden, unzählige Sprachen kann, Doktortitel wie Fliegenstiche sammelt, wagemutiger als Indiana Jones und verdammt jung ist), ihrem Freund (der wegen des Todes seines kleinen Bruders eine ausgewachsene Abneigung gegen Höhlen hat), einem klaustrophobischem Dokumentarfilmer und drei Pariser Urban Explorer, die just for fun bei der Schatzsuche helfen, auf den Weg in die verbotenen Gänge der Katakomben gemacht, weil Scarlett einen unterirdischen Raum unter dem Grab von Nicolas Flamel vermutet. Flamel war Alchemist und in diesem seit Jahrhunderten nicht entdecktem Raum ist der Stein der Weisen, der jedes Metall in Gold verwandeln und das ewige Leben schenken kann. Also macht sich die zusammengewürfelte Truppe auf den Weg in die Unterwelt.
Weil sie in den Katakomben eine Abkürzung benutzen wollen, vor der sie ihr einheimischer Tourguide Papillon warnt, öffnen sie auch gleich das Tor zur Hölle und, nun, seltsame Dinge geschehen, Erinnerungen materialisieren sich und einige werden den Tag nicht überleben.
Dieses Spiel mit Wahn und Wirklichkeit hilft auch den Drehbuchautoren Drew Dowdle und John Erick Dowdle (der auch Regie führte), die auch für „Quaranäne“ und „Devil – Fahrstuhl zur Hölle“ verantwortlich sind. Denn nachdem Scarlett und die anderen das unterirdische Paris betreten haben, verabschiedet sich schnell auch die Restlogik aus „Katakomben“. Dafür sind ein verstaubtes, aber klingelndes Telefon, ein altes Klavier mit einer lädierten Taste und ein brennendes Auto mit einem schreiendem Insassen in den Katakomben (keine Ahnung, wie es dahin kam) einfach zu gute Bilder. Einige geisterhafte Figuren dürfen auch durch das Bild huschen – und es gibt eine Unzahl vollkommen absurder Momente. Wenn die Jugendlichen vor einer schon vor Jahrhunderten gestorbenen Person stehen und sich gegenseitig mehrmals versichern, dass er tot ist; wenn sie an einem Mönch vorbeischleichen und ihn dabei mit ihren Lampen anstrahlen (naja, vielleicht ist er blind, aber nicht taub), dann werden, auch ohne die Spielerei mit oben und unten (der Originaltitel ist „As above, so below“), im eh schon logikfernen Found-Footage-Genre neue Höhen der Absurdität erreicht, die sicher in einigen Mitternachtsscreenings für noch mehr Lacher sorgen als während der Pressevorführung. Denn bei dem Mitternachtsscreening kann dann jeder unbefangen seine Kommentare zum Leinwandgeschehen in den Raum brüllen.
Zu den gruseligen Dialogen (wahrscheinlich war die Regieanweisung: „Sagt einfach, was euch so einfällt.“) und der kopfschmerzförderlichen Wackel-Wackelkamera (herrje, sogar mein an Parkinson leidender Urgroßvater hat eine ruhigere Hand) sag ich jetzt nichts. Das gehört ja seit dem „Blair Witch Project“ zum gut gepflegten Found-Footage-Ton. Genauso wie Bilder, die unmöglich von einem der Charaktere aufgenommen worden sein können.

Katakomben - Plakat

Katakomben (As above, so below, USA 2014)
Regie: John Erick Dowdle
Drehbuch: John Erick Dowdle, Drew Dowdle
mit Perdita Weeks, Ben Feldman, Edwin Hodge, Francis Civil, Marion Lambet, Ali Marhyar
Länge: 93 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
-
Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Katakomben“
Moviepilot über „Katakomben“
Metacritic über „Katakaomben“
Rotten Tomatoes über „Katakomben“
Wikipedia über „Katakomben“ (deutsch, englisch)


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