Eine verpasste Chance: Das Jahrbuch des Syndikats

Die neue Ausgabe der gebundenen Vereinszeitung „Secret Service – Jahrbuch 2011“ der deutschen Krimiautorenvereinigung „Das Syndikat“ unterscheidet sich kaum von der vorherigen Ausgabe. Es gibt einen Rückblick auf die letzte Criminale, dem jährlichen Treffen des Syndikats, Autoren berichten von Lesungen, zwanzig Autoren schreiben gemeinsam zwei Kurzkrimis (im letzten Jahrbuch schrieben sie einen Kurzkrimi [kein Kommentar]), je einen Kurzkrimi von Sabine Alt und Gerhard Loibelsberger, von Thomas Przybilka gibt es die erhellenden Befragungen der Friedrich-Glauser-Preisträger Rutger Booß, Zoran Drvenkar, Andreas Föhr, Zoe Beck und Hansjörg-Martin-Preisträgerin Marlene Röder und einen bibliographischen Überblick über wichtige Sekundärliteratur (beides erscheint auch bei den Alligatorpapieren) und es gibt eine aktuelle Liste der Mitglieder des Syndikats.

Auch die Essays „Regionalkrimi – Fluch oder Segen?“ von Michael Kibler und „A schöne Leich – kunstvoll morden? Annäherung an die Frage: Sind Krimis Kunst?“ von Clementine Skorpil schlagen eher schon lange vergangene Schlachten. Besonders Skorpil arbeitet sich episch an der Frage, ob Krimis Trivialliteratur sind, ab. Da ist Armin Gmeiners Aussage, dass es sich um eine Marketingentscheidung handele, ob man als Verleger ein Buch als Regiokrimi oder als Krimi veröffentliche, erfrischend prägnant.

Das alles hat, nun, wie gesagt, den Charme einer Vereinszeitung und dürfte außer den Vereinsmitgliedern niemand interessieren.

Dabei böte doch gerade ein Jahrbuch einer Autorenvereinigung die Chance sich über die eigene Arbeit und das Genre auszutauschen und Debatten über die Qualität zu führen. Dass das geht, zeigt Jochen Brunow, Drehbuchautor und Leiter der Drehbuchakademie der dffb, seit fünf Jahren mit dem von ihm herausgegebenen Film- und Drehbuchalmanach „Scenario“.

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Syndikat (Hrsg.): Secret Service – Jahrbuch 2011

Gmeiner Verlag, 2011

288 Seiten

9,90 Euro

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Hinweise

Homepage vom Syndikat

Meine Besprechung von „Secret Service – Jahrbuch 2009“

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Eine Antwort zu Eine verpasste Chance: Das Jahrbuch des Syndikats

  1. [...] Meine Besprechung von „Secret Service – Jahrbuch 2011“ [...]

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