Cover der Woche

Januar 31, 2012


TV-Tipp für den 31. Januar: Wag the Dog

Januar 31, 2012

ZDFneo, 21.00

Wag the dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt (USA 1997, R.: Barry Levinson)

Drehbuch: Hilary Henkin, David Mamet

LV: Larry Beinhart: American Hero, 1991 (American Hero)

Ein Medienberater rät dem Stab des Präsidenten, einen Krieg in Albanien zu inszenieren, um von einer Sexaffäre des Präsidenten abzulenken. Nach einem überzeugenden Anfang gerät das Ablenkungsmanöver außer Kontrolle.

Köstliche Medien- und Politsatire, die von Beinharts langatmigem Buch nur die Idee („Wir fälschen einen Krieg. Merkt doch keiner.“) übernimmt und durch die damaligen politischen Ereignisse (Clinton-Lewinsky-Affäre, Jugoslawien) eine nicht geplante tagespolitische Brisanz erhielt.

Mit einer bestens aufgelegten Riege von Schauspielern: Dustin Hoffman, Robert De Niro, Anne Heche, Denis Leary, Willie Nelson, Kirsten Dunst, William H. Macy, Woody Harrelson

Hinweise

Drehbuch „Wag the Dog“ von David Mamet

Homepage von Larry Beinhart

Huffington Post: Kolumne von Larry Beinhart

Meine Besprechung von Larry Beinharts „Crime – Kriminalromane und Thriller schreiben“


„Out of sight“ ist wieder in sight

Januar 30, 2012

Wer in den vergangenen Jahren, immer, wenn George Clooney sich in der stilvollen Krimikomödie „Out of sight“ in Jennifer Lopez verliebte, fragte, was davon bereits in dem Roman „Out of sight“, auf dem der Steven-Soderbergh-Film basiert, steht, kann sich jetzt die neue Ausgabe des Krimis besorgen.
Über die Geschichte muss wohl nicht viel gesagt werden: bei einem Gefängnisausbruch verliebt der Bankräuber Jack Foley sich, während sie gemeinsam im Kofferraum liegen, in Deputy US Marshall Karen Sisco. Foley will später noch ein großes Ding drehen. Sisco will ihn schnappen. Denn Verbrecher gehören hinter Gitter. Auch wenn sie außergewöhnlich charmant sind.
Karen Sisco trat auch in der Kurzgeschichte „Karen makes out“ auf und es entstand eine kurzlebige TV-Serie, die anscheinend sogar ziemlich gut ist, aber niemals bei uns gezeigt wurde.
Jack Foley trat 2009 in dem außergewöhnlich schwachen „Road Dogs“, der sich unmmittelbar an „Out of sight“ anschließt, wieder auf. In dem Krimi erzählt Elmore Leonard, wie Foley (der sich jetzt an dem von George Clooney gespieltem Foley orientiert) dieses Mal aus dem Knast entkommt und was danach geschieht.
Doch zurück zur Neuauflage von „Out of sight“. Sie unterscheidet sich nicht von den vorherigen Ausgaben. Wer also bereits „Zuckerschnute“ (so hieß die Erstausgabe) oder „Out of sight“ (so hieß dann die Filmausgabe) in seinem Regal stehen hat, muss nicht zuschlagen.
Alle anderen sollten sich diesen Elmore-Leonard-Klassiker schleunigst besorgen.

Elmore Leonard: Out of sight
(übersetzt von Jörn Inversen)
Suhrkamp, 2012
256 Seiten
8,99 Euro
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Originalausgabe
Out of sight
Delacorte Press, New York 1996
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Deutsche Erstausgabe
Zuckerschnute
Goldmann, 1998
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Spätere Auflagen, wegen des Films, unter „Out of sight“
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Verfilmung
Out of sight (Out of sight, USA 1998)
Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: Scott Frank
mit George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina, Luis Guzman

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Hinweise

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 30. Januar: L. A. Confidential

Januar 30, 2012

Art, 21.00

L.A. Confidential (USA 1997, R.: Curtis Hanson)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: James Ellroy: L. A. Confidential, 1990 (Stadt der Teufel, L. A. Confidential)

Drei unterschiedliche Polizisten versuchen einen Mord aufzuklären und müssen dabei einen tiefen Sumpf aus Drogen, Sex, Gewalt und Abhängigkeiten trockenlegen.

Grandiose Verfilmung eines grandiosen Buches, das den Deutschen Krimipreis erhielt.

Brian Helgeland schaffte das scheinbar unmögliche: er raffte den 500-seitigen Thriller gelungen zu einem etwa zweistündigen Film zusammen und erhielt dafür einen Oscar. Kim Basinger für ihre Rolle als Edelhure erhielt ebenfalls die begehrte Trophäe. Den Edgar gab es natürlich ebenfalls.

mit Kevin Spacey, Russell Crowe, Guy Pearce, James Cromwell, Kim Basinger, Danny DeVito, David Strathairn, Ron Rifkin, Paul Guilfoyle, Simon Baker

Wiederholung: Freitag, 3. Februar, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

SPLICEDwire: Interview mit James Ellroy zu “L. A. Confidential” (1997)

Drehbuch „L. A. Confidential“ von Brian Helgeland

Meine Besprechung von James Ellroys Unterwelt-Trilogie

James Ellroy in der Kriminalakte


Cliff Martinez über seine Musik für “Drive” und “Der Mandant”

Januar 29, 2012

Cliff Martinez spricht über seine Musik für die James-Sallis-Verfilmung “Drive”

und für die Michael-Connelly-Verfilmung “Der Mandant” (The Lincoln Lawyer”


TV-Tipp für den 29. Januar: Lohn der Angst

Januar 29, 2012

Gut, das ist jetzt wirklich für die Nachteulen, aber nach fast vier Stunden “Gandhi”

Tele 5, 00.05

Lohn der Angst (F/I 1953, R.: Henri-Georges Clouzot)

Drehbuch: Henri-Georges Clouzot, Jérôme Géronimi

LV: Georges Arnaud: Le salaire de peur, 1952 (Lohn der Angst)

Vier Männer fahren mit einer Ladung Nitro durch den lateinamerikanischen Dschungel.

Klingt langweilig? Ist aber ein Klassiker, der Anfangs das Leben gestrandeter Abenteuerer in den Kolonien extrem genau zeigt, später extrem spannend ist und einen tiefen, illusionslosen Einblick in die menschliche Seele bietet. Eine existentialistische Parabel im Gewand eines Action-Films. – Seine volle Wirkung entfaltet „Lohn der Angst“ allerdings nur auf der großen Leinwand.

Hellmuth Karasek in „Mein Kino – Die 100 schönsten Filme“: „Clouzots Meisterwerk, wahrscheinlich der vollkommenste und geradlinigste Thriller der Filmgeschichte…Clouzot hat hier (gemeint ist der Filmanfang, A. d. V.) als erster gnadenlose Bilder aus der Dritten Welt, ihren kolonialen Strukturen, der vorherrschenden Desperado-Mentalität, der latent homoerotischen Männerbünde, deren letzter Stolz die Frauen- und Eingeborenen-Verachtung ist, eingefangen – lange vor Taverniers Saustall.“

Gezeigt wird eine zweistündige Version des 150-minütigen Films.

Mit Yves Montand, Peter van Eyck, Charles Vanel

Wiederholung: Freitag, 3. Februar, 03.15 Uhr

Hinweise

Wikipedia über “Lohn der Angst” (deutsch, englisch, französisch)

Arte über die Henri-Georges-Clouzot-Reihe

Wikipedia über Henri-Georges Clouzot (deutsch, englisch)


Kleinkram

Januar 28, 2012

oder bevor ich endgültig den Überblick verliere:

Bei Telepolis gibt es ein Gespräch mit Mathew D. Rose über sein letztes Buch “Korrupt – Wie unsere Politiker und Parteien sich bereichern – und uns verkaufen” (Lesenswert!).

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BuzzFed nennt 27 Filme, die toll sind, aber keine Oscar-Nominierung als bester Film erhielten und illustrieren ihre okaye Auswahl (Die üblichen Verdächtigen, Psycho, Frühstück bei Tiffanys, Blade Runner, Easy Rider, King Kong, Vertigo,…ach, ich will nicht alles verraten) mit vielen alten Filmplakaten (und das ist definitiv einen Klick wert).

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Ach, nominiert für die Oscars sind…

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Gary Oldman und Jack English fotografierten eifrig beim Dreh von “Dame, König, As, Spion” (Sehbefehl! Kinostart ist am Donnerstag.)

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Film School Rejects hat vierzehn Filmmonologe aufgelistet. Da fehlen einige gute Monologe (unter anderem sind Pulp Fiction, No Country for Old Men, Network und Glengarry Glen Ross dabei), aber so als Eindruck von der Kraft des gesprochenen Wortes ist es ein guter Anfang.

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Der A. V. Club unterhält sich mit Steven Soderbergh über seinen neuen Film, den Thriller “Haywire”.

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NPR macht sich Gedanken über “The Art of Modern Movie Trailers” (mit Beispielen).

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Ebenfalls bei NPR: Drehbuchautor Dustin Lance Black spricht gute vierzig Minuten über “J. Edgar” (verfilmt von Clint Eastwood mit Leonardo DiCaprio)

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Immer noch NPR: Aber jetzt mit Francis Ford Coppola, der eine halbe Stunde über seine Karriere spricht.

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Bei First Showing begründet David Fincher, warum er jeden seiner Filme drehte.

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Lee Goldberg verrät einige Hintergründe über seinen Monk-Roman “Mr. Monk on patrol”.

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Und die Weinstein Company hat einige Drehbücher von für wichtige Preise nominierte Filme online gestellt:

The Artist von Michel Hazanavicius

Coriolinus von John Logan

The Iron Lady von Abi Morgan

My Week with Marylin von Adrian Hodges

Da dürften noch einige weitere Drehbücher in der Pipeline sein.

 

 

 

 


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