Neu im Kino/FIlmkritik: Schön war „My Week with Marilyn“ Monroe

My Week with Marilyn“ Monroe liefert einen Blick hinter die Kulissen der Dreharbeiten für die Laurence-Olivier-Marilyn-Monroe-Schmonzette „Der Prinz und die Tänzerin“ (The Prince and the Showgirl, USA 1957) und einen Blick in die Anfänge des Superstartums. Denn obwohl Sir Laurence Olivier damals ein hoch geachteter Schauspieler war, war Marilyn Monroe als Sexbombe der Liebling der Massen und des Boulevards. Egal wo sie auftauchte, schnell wurde sie von Fans und Fotografen belagert. Und das war in den fünfziger Jahren, als es noch keine Paparazzi gab. Jedenfalls nannte erst Frederico Fellini sie in „Das süße Leben“ so.

Sogar heute, fünfzig Jahre nach ihrem Tod am 5. August 1962, ist die am 1. Juni 1926 als Norma Jeane Baker geborene Schauspielerin und Sängerin immer noch allgemein bekannt.

Mitte der Fünfziger versuchte Marilyn Monroe, die damals mit Arthur Miller verheiratet war, endlich als ernsthafte Schauspielerin anerkannt zu werden. Mit ihrer Produktionsfirma (was in „My Week with Marilyn“ nicht thematisiert wird) beteiligte sie sich an der Verfilmung eines Bühnenstücks von Terence Rattigan, die in England im Sommer 1956 mit ihr in der Hauptrolle in den Pinewood Studios entstehen sollte. „Der Prinz und die Tänzerin“ ist eine Schmonzette, die nicht mehr als zwei Stunden anspruchslose Unterhaltung liefern sollte. Laurence Olivier wurde als Hauptdarsteller und Regisseur engagiert.

Schnell prallten die verschiedenen Schauspielerhaltungen aufeinander. Olivier gehörte noch zur alten Schule. Die Lee-Strasberg-Schülerin Monroe versuchte mit der Hilfe von Paula Strasberg als ihrer immer anwesenden Schauspiellehrerin sich in die Rolle hineinzufühlen. Was schon etwas absurd ist, weil sie damit eine Tiefe in einer Rolle suchte, die eben diese Tiefe nicht hatte und sie hätte sich sicher, um als Schauspielerin zu glänzen, eine anspruchsvollere Rolle aussuchen können. Außerdem zweifelte sie an sich, war alkohol- und tablettensüchtig, launenhaft und bei den Dreharbeiten extrem unzuverlässig. Immer wieder mussten alle anderen auf sie warten. Am Ende dauerten die Dreharbeiten sechs Monate.

Colin Clark, der später als Dokumentarfilmer eine beachtliche Karriere hatte, war damals der „Dritte Assistent“, was eine höfliche Umschreibung für „Mädchen für alles“ oder „Laufbursche“ ist. So konnte er die Dreharbeiten beobachteten und überall hingehen. Denn es gehörte zu seinen Aufgaben, überall und nirgends zu sein. Später schrieb er zwei Bücher darüber: „The Prince, the Showgirl and Me“ (1995) über die Dreharbeiten und „Meine Woche mit Marilyn“ (My Week with Marilyn, 2000) über einen mehrtägigen Ausflug aufs Land, den er mit Marilyn Monroe unternahm und er sich auch in sie verliebte.

Für den Film wurde selbstverständlich der publikumsträchtigere Titel gewählt, aber im Film geht es – zum Glück! – vor allem um die Dreharbeiten und dieser Einblick ist bestes britisches Kino. Ein pointiertes Drehbuch von Adrian Hodges („Tom & Viv“, „Metroland“, „Primeval – Rückkehr der Urzeitmonster“, „Survivors“, „Rome“, um nur die auch bei uns bekannten Werke zu nennen), in dem die verschiedenen Charaktere scharfzüngig aufeinanderprallen. Regisseur Simon Curtis, der bereits viele englische TV-Filme und Serien inszenierte, die bei uns nicht gezeigt wurden, inszenierte „My Week with Marilyn“ angenehm altmodisch, indem er auf modischen Schnickschnack verzichtet und alles in den Dienst der Geschichte stellt. Das erstklassige Ensemble hat viele Gelegenheiten für grandiose Auftritte und der genaue Blick für die Details, die einen tiefen Blick in die unterschiedlichen Mentalitäten und die damaligen Arbeitsbedingungen an einem Filmset geben, macht diese Coming-of-Age-Geschichte auch zu einer kleinen Geschichtsstunde.

My Week with Marilyn (My Week with Marilyn, GB/USA 2011)

Regie: Simon Curtis

Drehbuch: Adrian Hodges

LV: Colin Clark: My Week with Marilyn

mit Michelle Williams, Kenneth Branagh, Eddie Redmayne, Dominic Cooper, Philip Jackson, Derek Jacobi, Toby Jones, Michael Kitchen, Julia Ormond, Zoë Wanamaker, Emma Watson, Judi Dench

Länge: 99 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

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Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „My Week with Marilyn“

Rotten Tomatoes über „My Week with Marilyn“

Wikipedia über „My Week with Marilyn“ (deutsch, englisch)

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Und jetzt noch drei MM-Bilder, aus dem Film

und der Trailer zum Film, dessen Entstehungsgeschichte in “My Week with Marilyn” erzählt wird

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Eine Antwort zu Neu im Kino/FIlmkritik: Schön war „My Week with Marilyn“ Monroe

  1. [...] kriminalakte.wordpress.com: (…) im Film geht es – zum Glück! – vor allem um die Dreharbeiten und dieser Einblick ist bestes britisches Kino. Ein pointiertes Drehbuch von Adrian Hodges (…), in dem die verschiedenen Charaktere scharfzüngig aufeinanderprallen. Regisseur Simon Curtis (…) inszenierte „My Week with Marilyn“ angenehm altmodisch, indem er auf modischen Schnickschnack verzichtet und alles in den Dienst der Geschichte stellt. Das erstklassige Ensemble hat viele Gelegenheiten für grandiose Auftritte und der genaue Blick für die Details, die einen tiefen Blick in die unterschiedlichen Mentalitäten und die damaligen Arbeitsbedingungen an einem Filmset geben, macht diese Coming-of-Age-Geschichte auch zu einer kleinen Geschichtsstunde. [...]

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