Während Steven Spielberg immer noch einen Kassenknüller nach dem nächsten in die Kinos bringt und auch Martin Scorsese fast im Jahrestakt ein neues Meisterwerk nach dem nächsten heraushaut, hat Francis Ford Coppola sich in den vergangenen zwanzig Jahren als Regisseur fast vollkommen vom Filmgeschäft zurückgezogen. Die siebziger Jahre waren seine große Zeit: „Der Pate“, „Der Dialog“, „Der Pate II“ und „Apocalypse Now“. 1982 landete er mit „One from the heart“ einen so großen Flop, dass er die nächsten Jahre mit „Rumble Fish“, „The Outsider“, „Cotton Club“, „Peggy Sue hat geheiratet“, „Der steinerne Garten“, Tucker“ und „Der Pate III“ Schadensbegrenzung betrieb und versuchte, Geld für sein American-Zoetrope-Studio reinzuholen. Künstlerisch war das Jahrzehnt ziemlich durchwachsen, aber im Rückblick sind die Filme nicht so schlecht, wie sie damals von der Kritik gemacht wurden. In den Neunzigern kamen dann nur noch „Bram Stokers Dracula“, „Jack“ (Hat den jemand gesehen?), die biedere John-Grisham-Verfilmung „Der Regenmacher“ und der Science-Fiction-Film „Supernova“ (auch bekannt als der SF-Film, der eine so vermurkste Produktionsgeschichte hatte, dass das Ergebnis zwar Mist, aber erstaunlich ansehbarer Mist ist; vor allem wenn man darüber rätselt, welcher Regisseur für welchen Teil verantwortlich ist). Seitdem drehte er, weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit, „Jugend ohne Jugend“, „Tetro“ (bislang keine deutsche Veröffentlichung) und jetzt „Twixt“; – und auch „Twixt – Virginias Geheimnis“ würde ohne Coppolas Namen niemand interessieren. Denn der Film ist, optisch durchaus ansprechend inszeniert, kruder, kaum unterhaltsamer Unfug mit einigen bekannten Schauspielern. Es ist wie das verkochte Restemenü in einem Restaurant: da kann der Kellner sich noch so viel Mühe geben, es schmeckt nicht und es macht auch nicht satt. Und dass der Koch früher Mal in einem Sterne-Restaurant der Küchenchef war, mag man gar nicht glauben.
Denn die von Francis Ford Coppola geschriebene Geschichte taugt höchstens für eine ganz schlechte, halbstündige „Twilight Zone“-Episode: der Horrorromanautor Hall Baltimore (Val Kilmer im Straight-to-DVD-Modus) trifft in einer Kleinstadt auf Ortssheriff Bobby LaGrange (Bruce Dern), der ihm von einer geheimnisvollen Mordserie erzählt. Baltimore will zwar zunächst möglichst schnell weg, aber nachdem er einen Blick auf sein Bankkonto geworfen hat, sieht er die Möglichkeit, die Morde, garniert mit einigen Vampiren, als Inspiration für seinen nächsten Roman zu benutzen. Während er enorme Mengen Alkohol konsumiert, fantasiert er sich in seinen Träumen Begegnungen mit dem Geistermädchen V (Elle Fanning), vergangenen Morden und Edgar Allen Poe (Ben Chaplin), der auch mal eine Nacht in dem Kaff verbrachte, zusammen. Nur Vampire erscheinen ihm nicht im Traum.
Und während man während des Ansehens von „Twixt“ noch verzweifelt versucht, einen Sinn und interessante Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilen zu finden, muss man am Ende feststellen, dass „Twixt“ hundertprozentig an die Roger-Corman-Schule, abzüglich Sex und Gewalt, anknüpft und damit wäre Francis Ford Coppola wieder bei seinen Anfängen gelandet, als er für Roger Corman für wenig Geld, aber dafür mit Resten aus anderen Filmen, seine ersten Gehversuche im Filmgeschäft machte.
Twixt – Virginias Geheimnis (Twixt, USA 2011)
Regie: Francis Ford Coppola
Drehbuch: Francis Ford Coppola
mit Val Kilmer, Bruce Dern, Elle Fanning, Ben Chaplin, Joanne Whalley, David Paymer, Tom Waits (Erzähler im Original)
„So ganz unrecht haben die nicht, die meinen, ‘Hammett’ sei Wenders’ bester Film. Er ist aber zugleich, und so war das erste Urteil nicht ganz falsch, auch sein unpersönlichster“, fasste der Fischer Film Almanach damals, nachdem der Film im Mai 1982 in Cannes und im Oktober 1982 in Hof gezeigt und im Januar 1983 im Kino anlief, salomonisch die Diskussion im deutschen Feuilleton zusammen.
In seinem US-Debüt erzählt Wim Wenders eine erfundene Geschichte mit und über Dashiell Hammett. Der Ex-Privatdetektiv Hammett will sein Geld als Schriftsteller verdienen. Da wird er von seinem Ex-Kollegen Jimmy Ryan um Hilfe bei der Suche nach einer chinesischen Prostituierten gebeten. Schnell befindet Hammett sich in einem mörderischen Komplott, bei dem sein Leben keinen Cent mehr wert ist und das sehr an seine Geschichten, die alle von seiner Arbeit als Privatdetektiv beeinflusst waren, erinnert.
Mit „Hammett“ war Wenders in Hollywood angelangt. Nach „Alice in den Städten“, „Falsche Bewegung“, „Im Lauf der Zeit“ und „Der amerikanische Freund“ war er einer der anerkannten und auch beim Publikum beliebten Regisseure des Neuen Deutschen Films. Er hatte auch immer nach Hollywood geschielt. Am deutlichsten in seiner Patricia-Highsmith-Verfilmung „Der amerikanische Freund“ mit Dennis Hopper und den „Hollywood“-Regisseuren Nicholas Ray und Samuel Fuller.
Als dann der Ruf aus Hollywood von Francis Ford Coppola, der sein mit den ersten beiden „Paten“-Filmen und mit „Apocalypse Now“ verdientes Geld in seiner Produktionsfirma und Studio American Zoetrope investierte, kam, konnte Wim Wenders nicht absagen.
Denn Coppola schien ein Geistesverwandter zu sein. American Zoetrope war seine Vision eines Künstlerkollektivs, das auch die neuesten Techniken ausprobiert und die visionären Filme macht, die in den Hollywood-Studios nicht produziert wurden.
Das Wenders’ angebotene Projekt, die Verfilmung eines hochgelobten Krimis von Joe Gores über Dashiell Hammett, der geschickt Fakten mit Fiktion verwebt, schien für Wenders, der auch ein Fan von Hammett und der Schwarzen Serie ist, ein Traumprojekt zu sein. Obwohl ein Noir eine erzählerische Disziplin erfordert, die Wenders sonst nicht hat.
Die Produktion des Filmes für Francis Ford Coppolas Zoetrope Studios war für Wenders eine ernüchternde Erfahrung. Denn im Gegensatz zu seinem Status als Autorenfilmer, der das Drehbuch schrieb und den Endschnitt hatte, war er in Hollywood Teil einer Maschinerie. Es gab mehrere verschiedene Drehbücher. Joe Gores schrieb die erste Fassung. Krimi-Autor Ross Thomas schrieb die letzte Fassung. Es gab, anderthalb Jahre nach dem Ende der Dreharbeiten einen exzessiven Nachdreh. Der Film wurde nicht, wie Wenders es gerne getan hätte, wie die Filme der Schwarzen Serie, in Schwarzweiß, sondern in Farbe gedreht. Er musste mit einem fremden Team arbeiten. Es gab mit Coppola Auseinandersetzungen über die Konzeption des Films. Während Wenders an „Hammett“ arbeitete, drehte die Dokumentation „Nick’s Film – Lightning Over Water“ und „Der Stand der Dinge“, seine persönliche Verarbeitung der desillusionierenden Dreharbeiten für „Hammett“. Denn Wenders hatte sich seine Ankunft in Hollywood ganz anders vorgestellt.
Als „Hammett“ in Cannes seine Premiere erlebte, waren die deutschen Kritiker, die von den Problemen gehört hatten, enttäuscht. Denn „Hammett“ ist viel näher an den Filmen der Schwarzen Serie, dem „Malteser Falken“ und „Tote schlafen fest“, als an „Falsche Bewegung“ und „Im Lauf der Zeit“. Von dem feinfühligen Seelenforscher, dem Chronisten von an sich zweifelnden Männern war in dieser Hollywood-Produktion, die auch noch in Kulissen gedreht wurde (obwohl Wenders normalerweise vor Ort dreht und auch „Hammett“ vor Ort drehen wollte) nichts zu spüren. Das Roadmovie „Paris, Texas“ war dann sein Amerika-Film, der die Kritiker zu Jubelstürmen hinriss.
Auch heute, fast dreißig Jahre nach der Premiere, ist „Hammett“ immer noch ein Solitär in Wenders’ Filmographie. Danach drehte er „Paris, Texas“, „Der Himmel über Berlin“, die Fortsetzung „In weiter Ferne, so nah!“, das überlange „Bis ans Ende der Welt“, das zwiespältige „Am Ende der Gewalt“, die überraschend gelungene Post-9/11-USA-Bestandsaufnahme „Land of Plenty“, einige Werke, die ich inzwischen aus meinem Gedächtnis gelöscht habe, und zahlreiche, auch kommerziell überaus erfolgreiche Dokumentarfilme, wie „The Buena Vista Social Club“ und „Pina – ein Tanzfilm in 3D“.
Doch in keinem dieser Filme verschwand der Autorenfilmer Wim Wenders so sehr hinter dem Handwerker, der dann doch wieder einige persönliche Themen in einen Genrefilm schmuggelte.
Denn selbstverständlich ist der Privatdetektiv auch ein Alter ego des Künstlers in einer für ihn undurchschaubaren Welt. Das Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion und die Frage nach der Integrität Hammetts als Detektiv und Autor sind auch Fragen, mit denen Wim Wenders sich in seinen Filmen immer wieder beschäftigte.
In dem Edgar-nominierten „Hammett“ wird diese Geschichte als deutliche, zitatreiche Hommage an die Schwarze Serie, die vor lauter Stilbewusstsein vielleicht etwas museal daherkommt, erzählt. Aber trotzdem ist „Hammett“ heute ein Neo-Noir-Klassiker, dessen Qualitäten im Blick zurück und nicht nach vorne liegen.
Die DVD-Ausgabe ist arg sparsam ausgefallen. Sogar auf den Trailer wurde verzichtet. Dabei hätten Coppola und Wenders bei „Hammett“ sicher einiges erzählen können.
Hammett (Hammett, USA 1982)
Regie: Wim Wenders
Drehbuch: Ross Thomas, Dennis O´Flaherty, Thomas Pope
LV: Joe Gores: Hammett, 1975 (Dashiell Hammetts letzter Fall, Hammett)
Mit Frederic Forrest, Peter Boyle, Marilu Henner, Roy Kinnear, Elisha Cook, R. G. Armstrong, Samuel Fuller, Silvia Sydney, Jack Nance, Ross Thomas (einer der Männer im Sitzungszimmer)
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DVD
Arthaus/StudioCanal
Bild: 1,85:1 (anamorph)
Ton: Deutsch (Mono DD), Englisch (Stereo DD)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Wendecover
Länge: 94 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Vorlage
Joe Gores: Hammett
G. P. Putnam’s Sons, 1975
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Deutsche Ausgaben
Dashiell Hammetts letzter Fall (Goldmann Verlag, 1978)
Alles, was Sie schon immer über „Apocalypse Now“ wissen wollte, aber niemals zu fragen wagten, finden Sie in der jetzt erschienenen „Full Disclosure“-Ausgabe des Films. Neben den Extras, die auf früheren US-DVD-Ausgaben des Films enthalten sind, gibt es auch etliche brandneue Extras. In Deutschland sind sie, nachdem in früheren DVD-Ausgaben des Films, die entweder die alte Kino- oder die neuere „Redux“-Fassung im falschen Bildformat und immer ohne nennenswerte Extras, enthielten, alle neu.
Damit gibt es jetzt endlich eine Blu-ray und DVD-Ausgabe (sie ist anscheinend identisch mit der für diese Besprechung angesehenen Blu-ray), die der Bedeutung des Films angemessen ist.
Der Film
Die Filmstory dürfte bekannt sein: Captain Willard (Martin Sheen) soll den durchgeknallten Army-Colonel Kurtz (Marlon Brando) töten. Kurtz hat, abseits aller militärischen Befehle, im Dschungel ein Königtum errichtet. Willard macht sich mit einem kleinen Patrouillenboot auf den Weg in das „Herz der Finsternis“ (so der Titel von Joseph Conrads Novelle, die die Vorlage für den Film war).
Für Coppola stand diese Reise von Willard, die auch so während der Dreharbeiten vom gesamten Filmteam unternommen wurde, für eine Reise immer tiefer in die Geschichte der Menschheit von der Zivilisation zurück zu ihren primitiven Ursprüngen.
Nachdem schon die Dreharbeiten viel länger als geplant gedauert hatten, zog sich auch die Postproduktion endlos hin und in den Zeitungen wurde immer wieder von dem absehbarem finanziellem und künstlerischem Desaster des Regisseurs, der mit „Der Pate“ und „Der Pate 2“ zum Star wurde, geschrieben.
In Cannes zeigte Francis Ford Coppola 1979, als eine Art Vorwärtsverteidigung, eine noch nicht endgültig geschnittene Version des Film. Im Bonusmaterial sagt er, dass sie damals den Film zum ersten Mal vor Publikum zeigten und es weitgehend die auch für die Kinoauswertung geplante Fassung war. Der Film gewann, mit Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“, die Goldene Palme.
2001 zeigte Coppola, wieder in Cannes, die fünfzig Minuten längere „Redux“-Version des Films, in der vor allem die Szene mit den französischen Kolonialisten (einige Ausschnitte waren in der 1991 fertiggestellten Dokumentation „Hearts of Darkness“ enthalten), die Szene mit den Playboy-Bunnies in dem vom Sturm verwüsteten Lager, etliche Szenen mit Lt. Col. Kilgore neu und viele kleinere Änderungen enthalten waren.
Diese 200-minütige „Redux“-Version von „Apocalypse Now“ gefällt mir besser als die ursprüngliche Version. „Apocalypse Now Redux“ ist letztendlich kurzweiliger, stringenter und in sich geschlossener als die 150-minütige Version.
Das Bonusmaterial
Von den DVD-Ausgaben neuer Filme wissen wir, dass Masse (sowohl die Länge des Bonusmaterials als auch die anwählbaren Menüpunkte) nichts über die Klasse des Materials aussagen. Bei der „Full Disclosure“-Version von „Apocalypse Now“ stimmt in jedem Fall die Masse. „Über neun Stunden Bonusmaterial“ steht auf dem Cover und das ist sogar tiefgestapelt. Denn die Audiokommentare für den Spielfilm und die spielfilmlange Dokumentation „Hearts of Darkness“ (die hier erstmals in Deutschland auf Blu-ray und DVD veröffentlicht wurde) wurden nicht mitgezählt.
Außerdem stimmt hier auch die Klasse. Denn bis auf ein, zwei kurze Featurettes (von insgesamt unter zehn Minuten Laufzeit) ist das gesamte Bonusmaterial sehr informativ und damit auch sehenswert.
In Deutschland ist, nachdem die vorherigen DVD-Ausgaben letztendlich nur den Film enthielten, wie gesagt, das gesamte Bonusmaterial neu. In den USA erschien einiges schon auf der „Special Edition – The Complete Dossier“-Fassung.
Brandneu sind vor allem zwei jeweils gut einstündigen Interviews von Francis Ford Coppola mit Drehbuchautor John Milius und Hauptdarsteller Martin Sheen und das, mit vielen Bildern vom Casting illustrierte, Gespräch mit Casting Director Fred Roos. Mit Milius unterhält Coppola sich über das Drehbuch und die Vorproduktion. Dabei betont Coppola immer wieder, wie wichtig Milius’ Drehbuch war und dass etliche der bekannten Szenen und Sätze schon im Drehbuch standen. Mit Sheen unterhält er sich über die Dreharbeiten und das Gespräch wird anekdotischer.
Schon etwas älter sind die Featurettes über die Postproduktion, wozu vor allem das Sound-Design und die Musik gehören, Marlon Brandos T.-S.-Elliot-Rezitation mit Bildern von den Dreharbeiten und ein fast vierzigminütiges Gespräch von Filmkritiker Roger Ebert mit Francis Ford Coppola in Cannes 2001 anlässlich der Premiere der „Redux“-Fassung. Sehenswert, auch wegen der vielen Filmaufnahmen von der Vorbereitung und den Dreharbeiten und den vielen Interviewpartnern (oft für aktuelle Interviews), sind sie alle.
Es gibt, in bescheidener Bildqualität, eine gute halbe Stunde, zusätzlicher Szenen und den legendären, aber missverständlichen, von Coppola kommentierten, Abspann zur Ursprungsversion von „Apocalypse Now“. Nach den Dreharbeiten mussten sie das Camp von Kurtz vernichten. Coppola meinte, wenn sie es schon abreißen müssten, könnten sie doch auch einige Bilder davon machen. Sie stellten etliche Kameras (auch Infrarotkameras) auf und jagten das Lager in die Luft. Diese Bilder zeigte er dann im Abspann als psychedelische Erfahrung. Das Publikum verstand die Bilder allerdings als zweites Ende, in dem das Lager zerstört wird. Weil das aber nicht seine Absicht gewesen war, entfernte er die Aufnahmen aus dem Abspann und es entstand nach der Cannes-Premiere das Gerücht von den verschiedenen Enden des Films.
Als Ergänzung zu diesem Bonusmaterial gibt es den mit zwei Emmys ausgezeichneten, spielfilmlangen Dokumentarfilm „Hearts of Darkness – Reise ins Herz der Finsternis“. Der Film dokumentiert chronologisch die Dreharbeiten. Coppola hatte während des Drehs seine Frau beauftragt, ein „Making of“ zu drehen, das dann als fünfminütiger TV-Beitrag zum Filmstart gezeigt werden sollte. Weil er für dieses „Making of“ den Endschnitt hatte, durfte Eleanor Coppola viel, auch die künstlerischen Krisen und Selbstzweifel ihres Mannes, aufnehmen. Aus dem Mini-“Making of“ wurde nichts und die Aufnahmen verschwanden im Archiv, bis Fax Bahr und George Hickenlooper davon erfuhren und daraus einen längeren Film, ergänzt um neue Interviews, machen wollten.
Coppola, der die Rechte an den Aufnahmen besaß, war einverstanden und, auch wenn ihm nicht alles an der Dokumentation „Hearts of Darkness“ gefiel, legte er kein Veto gegen die Ausstrahlung ein. Denn, so dachte er, die Dokumentation werde einige Male im Fernsehen laufen und dann vergessen werden. Aber sie wurde immer wieder gezeigt und lief sogar im Kino. Auch in Deutschland gab es, was damals für Dokumentationen selten und für Dokumentationen über Filme noch seltener war, einen Kinostart. Denn „Hearts of Darkness“ zeigt, durchaus kritisch, die Dreharbeiten und einen Regisseur, der zuerst nur einen kleinen, kommerziellen Kriegsfilm drehen wollte, dann über drei Jahre mit 238 Drehtagen im Dschungel verbrachte und Haus und Hof riskierte.
Zu der spielfilmlangen Dokumentation gibt es noch einen 2007 getrennt aufgenommenen Audiokommentar von Eleanor Coppola und ihrem Mann Francis Ford Coppola, der einige Dinge, die ihm falsch dargestellt erschienen, klarstellen wollte. Es geht dabei vor allem um den Herzanfall von Martin Sheen und seine Reaktion gegenüber den Geldgebern in Hollywood darauf.
Ärgerliche Momente
Letztendlich haben mich bei der Blu-ray nur drei Kleinigkeiten gestört:
Ich musste die Blu-rays mit dem Bonusmaterial öfters komplett neu starten, weil ich nur so das nächste Feature abspielen konnte.
Die deutschen Untertitel enthalten erschreckend viele Schreibfehler.
Und, so löblich es auch ist, dass es einen umfangreichen Ausschnitt aus dem Drehbuch mit handschriftlichen Anmerkungen und das Original-Kinoprogramm von 1979 mit einem Vorwort vom Meister höchstpersönlich gibt, so ärgerlich ist es, dass man die Texte nicht vergrößern kann. D. h. erst wenn der Bildschirm groß genug ist, kann auch das Drehbuch gelesen werden.
Apocalypse Now (Apocalypse Now, USA 1979)
Regie: Francis Ford Coppola
Drehbuch: John Milius, Francis Ford Coppola
LV: Joseph Conrad: Heart of Darkness, 1899 (Herz der Finsternis)
mit Martin Sheen, Robert Duvall, Marlon Brando, Fred Forrest, Sam Bottoms, Albert Hall, Larry Fishburne, Dennis Hopper, Harrison Ford, G. D. Spradlin, Bill Graham
Länge: 152 Minuten (Apocalpyse Now)
202 Minuten (Apocalypse Now Redux)
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Bonusfilm
Hearts of Darkness – Reise ins Herz der Finsternis (Hearts of Darkness – A Filmmaker’s Apocalypse, USA 1991)
Regie: Fax Bahr, George Hickenlooper, Eleanor Coppola (Regie des Dokumentarmaterials während der „Apocalypse Now“-Dreharbeiten)
Drehbuch: Fax Bahr, George Hickenlooper
Premiere: 17. Mai 1991 (Internationales Filmfestival Cannes, „Un Certain Regard“)
Das Bonusmaterial – oder was auf den Blu-rays ist:
Disc 1
Apocalypse Now Kinofassung von 1979
Apocalypse Now Redux
Audiokommentar von Francis Ford Coppola
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Disc 2
Ein Gespräch mit John Milius (49:45)
Ein Gespräch mit Martin Sheen (59:26)
Fred Roos: Casting Apocalypse (Der Casting Director spricht über den Test hunderter Schauspieler für die verschiedenen Rollen) (11:43)
Radiosendung „The Mercury Theatre on the Air“, 6. November 1938 (Orson Welles liest Joseph Conrads Roman “Herz der Finsternis”) (36:34)
„The Hollow Men” (Marlon Brando rezitiert T.S. Elliots Gedicht mit Szenen aus dem Film und von den Dreharbeiten) (16:56)
Die verlorene Szene aus „Affen auf dem Sampam” (Eingeborene singen Doors-Song „Light my Fire”) (2:51)
Zusätzliche Szenen (26:08)
Zerstörung des Camps von Kurtz mit Credits und Kommentar von Francis Ford Coppola (6:02)
Die Entstehung des 5.1-Sounds (5:51)
Der Überflug der Geister-Helikopter (Sourround-Design) (3:55)
Apocalypse Now: Der Synthesizer-Soundtrack von Bob Moog (Artikel aus dem Contemporary Keyboard Magazine vom Januar 1980)
Der Schnitt von Apocalypse Now (17:55)
Die Musik von Apocalypse Now (14:44)
Das Sound-Design von Apocalypse Now (15:17)
Die endgültige Mischung (3:07)
Apocalypse damals und heute (Auszug aus einem Interview mit Roger Ebert über beide Versionen des Films) (3:42)
Filmfestival Cannes 2001: Roger Ebert unterhält sich mit Francis Ford Coppola (38:34)
Straßengang auf dem Boot (Vorstellung der Schauspieler von Willards Crew) (4:07)
Die Farbpalette von Apocalypse Now (Doku über den Technicolor-Transfer) (4:05)
Disc Credits
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Disc 3
Hearts of Darkness- Reise ins Herz der Finsternis (Dokumentation über die Dreharbeiten)
Audiokommentar von Eleanor und Francis Ford Coppola
Auszug aus dem Drehbuch von John Milius mit Anmerkungen von Francis Ford Coppola
Storyboard-Sammlung (mehr als 200 Zeichnungen) (11:14)
Fotoarchiv (Filmfotos und SW-Fotos von Mary Ellen Mark) (2:37)
Marketing-Archiv (Kinotrailer 1979 [3:54], Radiospots 1979 [2:05], Original-Kinoprogramm von 1979 mit Informationen zur Geschichte des Films und einem Vorwort von Francis Ford Coppola, Kinoplakate und PR-Fotos [3:40], Filmplakate-Galerie [0:27; erstaunlich kurz])
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außerdem
24-seitiges Booklet “In the Heart of the Movie” mit Konzeptzeichnungen, Fotos und einem Vorwort von Francis Ford Coppola zur Full Disclosure Edition (Deutsch und Englisch)
der erste Trailer für “Thor – The dark kingdom” (Kinostart: 31. Oktober 2013) ist draußen:
Hübsche Bilder, die nichts von der Story verraten.
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Haha – “Hangover 3″ (Kinostart: 30. Mai 2013):
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Hmhm – “Der große Gatsby” (Kinostart: 16. Mai 2013):
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Man könnte sich auch die 1974er-Verfilmung von F. Scott Fitzgeralds Roman ansehen. Damals schrieb Francis Ford Coppola das Drehbuch, Jack Clayton führte Regie und Robert Redford, Mia Farrow, Bruce Dern, Karen Black, Sam Waterston, Lois Chiles und Howard DaSilva spielten mit:
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J. J. Abrams (yep, dessen “Star Trek into darkness” am 9. Mai startet [Kritik folgt]) geht unter die Autoren.
The move has been a hugely positive one for us, it’s helped establish Tor and Tor UK as an imprint that listens to its readers and authors when they approach us with a mutual concern—and for that we’ve gained an amazing amount of support and loyalty from the community. And a year on we’re still pleased that we took this step with the imprint and continue to publish all of Tor UK’s titles DRM-free.
Die ersten Minuten sind nicht schlecht: animiert wie in einem alten Monty-Python-Cartoon wird uns ein Blick in den Kopf von Charles Swan III gewährt und ein Psychiater diagnostiziert, dass sich siebzig Prozent seiner Hirntätigkeit um Sex drehen, zwanzig um Geld verdienen und die restlichen zehn Prozent um den ganzen Rest. Damit ist klar, dass dieser Charles Swan III ein wahrer Lebemann ist, der als gut verdienender Grafikdesigner in den frühen siebziger Jahren in Los Angeles ein wahrhaft fürstliches Leben führt – und eine Reise durch seine Welt dürfte ein wahres, durchaus schlüpfriges Retro-Fest werden.
Tja, großer Irrtum. Denn schneller als ein Soufflee fällt „Charlies Welt“, inszeniert von Roman Coppola (yep, der Daddy ist „Der Pate“ Francis Ford Coppola), in sich zusammen und verkommt zu einer chaotischen Nummernrevue, in der ein Mann im Mittelpunkt steht, der ein toller Hecht sein soll, aber nur als absolut uninteressanter, weinerlicher Softie durch den Film schlurft, der seiner großen Liebe hinterhertrauert und an dem höchstens bemerkenswert ist, dass alle über ihn sagen, dass er bemerkenswert sei. Kurz: dieser Charlie Swan III ist ein Nullum, eine erzählerische Leerstelle, die hier im Mittelpunkt eines Films steht, der zwar nicht so lärmend wie ein Blockbuster ist, aber ungefähr genauso sinnentleert ist und sich absolut nicht um sein Publikum kümmert.
Denn die Familie Coppola hat inzwischen genug Geld, um ihre Homemovies, die nur für sie und ihre Verwandtschaft interessant sind, auch in die Kinos zu bringen. Denn Roman Coppola schert sich einen Dreck um die Zuschauer und auch als künstlerisches Statement ist „Charlies Welt“ gescheitert. Da helfen auch nicht die schönen Retro-Designs und die Musik. Der Blick in „Charlies Welt“ ist praktizierte Publikumsverachtung, den Roman Coppola einen „Jux“ nennt.
Immerhin hat diese American-Zoetrope-Produktion den Chuzpe, im Abspann einen Besuch des kalifornischen Weinguts der Familie Coppola zu empfehlen.
Charlies Welt – Wirklich nichts ist wirklich (A glimpse inside the Mind of Charles Swan III, USA 2012)
Regie: Roman Coppola
Drehbuch: Roman Coppola
mit Charlie Sheen, Jason Schwartzman, Bill Murray, Katheryn Winnick, Patricia Arquette, Aubrey Plaza, Mary Elizabeth Winstead, Dermot Mulroney, Stephen Dorff
Amerikanische Facebook-Seite zum Film (Ach, herrje, die Werbung für den Film ist tausendmal besser als der Film. Das erinnert mich an den letzten Blockbuster…)
LV: S. E. Hinton: The Outsiders, 1967 (Die Outsider)
Tulsa, 1966: Die „Greasers“ und die „Socs“ sind zwei verfeindete Jugendgangs. Eines Tages bringt einer der Greasers den Anführer der Socs um. Die wollen Rache.
TV-Premiere von Francis Ford Coppolas 22 Minuten längerem, 2005 veröffentlichten Director’s Cut von „Die Outsider“, einem Jugenddrama mit einem, rückblickend, beeindruckendem Cast von damals aufstrebenden Jungschauspielern.
„Francis Coppola hat einen handwerklich und schauspielerisch guten, aber sehr konventionellen Film (…) gemacht. Obwohl er in den Mittsechzigern spielt, sieht der Film wie ein Fünfziger-Jahre-Drama über Problemkinder aus, wie sie von Nicholas Ray und Elia Kazan gedreht worden sind, ohne allerdings jemals deren Tiefe und Spannung zu erreichen.“ (Variety)
Danach drehte Coppola, ebenfalls nach einem Roman von S. E. Hinton, das deutlich experimentellere „Rumblefish“ und hangelte sich ab dann mehr schlecht als recht durch seine weiteren Filme, die alle, aus verschiedenen Gründen, nicht an sein grandioses Frühwerk (Der Pate, Der Dialog, Der Pate II, Apocalypse Now) anschließen konnten.
mit C. Thomas Howell, Matt Dillon, Ralph Macchio, Patrick Swayze, Rob Lowe, Diane Lane, Emilio Estevez, Tom Cruise, Leif Garrett, Glenn Withrow, Tom Waits, S. E. Hinton
auch bekannt als „Coppola’s The Outsiders – Rebellen ohne Grund“ (Kinotitel)
Eine Gruppe von Bikern besucht eine kalifornische Kleinstadt. Das gibt natürlich Ärger mit den gesetzestreuen Einheimischen, die ganz andere Vorstellungen vom guten Benehmen haben.
Heute wirkt „Der Wilde“ schon etwas harmlos und ungewollt witzig, aber das ändert nichts daran, dass Benedeks Film der Vater aller Motorradfilme ist. Ein Klassiker eben, der damals für Kontroversen sorgte.
mit Marlon Brando, Mary Murphy, Robert Keith, Lee Marvin, Jay C. Flippen
Ufos, Sex und Monster – Das wilde Kino des Roger Corman (USA 2011, R.: Alex Stapleton)
Drehbuch: Alex Stapleton, Gregory Locklear
Spielfilmlange Doku über den Produzenten und Regisseur Roger Corman, der vor allem mit billig produzierten Horror- (vor allem seine Edgar-Allan-Poe-Verfilmungen), Science-Fiction-, Biker und Exploitationfilmen Geld machte und vielen jungen Regisseuren und heutigen Stars (wie Jack Nicholson, Robert De Niro und Sylvester Stallone) die ersten Schritte ermöglichte. Zu den noch heute bekannten Regisseuren gehören Francis Ford Coppola, Martin Scorsese, Monte Hellman, Jonathan Demme, Curtis Hanson, James Cameron, Peter Bogdanovich, John Sayles, Joe Dante, George Lucas, Ron Howard, Robert Zemeckis und Sylvester Stallone.
Es gab normalerweise nur zwei Auflagen bei seinen Filmen. Sie mussten billig sein und einige Szenen enthalten, die die Leute ins Kino bringen. Mit diesem Rezept schuf er einige Klassiker und verdiente viel Geld.
Gleichzeitig verlieh er in den USA Filme, die öfters den Oscar für den besten ausländischen Film erhielten, von Ingmar Bergman, François Truffaut, Federico Fellini und Akira Kurosawa.
Wahrhaft ein schillernder und einflussreicher Charakter.
Mit Roger Corman, Martin Scorsese, Robert De Niro, Quentin Tarantino, Jack Nicholson, Ron Howard, William Shatner, Eli Roth, David Carradine, Brett Ratner, Traci Lords, Paul W.S. Anderson, Eric Balfour, Clint Howard, Pam Grier, Peter Fonda, Timur Bekmambetov, Bruce Dern, Jonathan Demme, Peter Bogdanovich, James Wan, Joe Dante, Irvin Kershner, John Sayles, Nancy Sinatra, Darren Lynn Bousman, Gale Anne Hurd, Lloyd Kaufman, Richard Matheson, Jim Wynorski, Paul Bartel, Monte Hellman, David Crosby, Allan Arkush
BuzzFed nennt 27 Filme, die toll sind, aber keine Oscar-Nominierung als bester Film erhielten und illustrieren ihre okaye Auswahl (Die üblichen Verdächtigen, Psycho, Frühstück bei Tiffanys, Blade Runner, Easy Rider, King Kong, Vertigo,…ach, ich will nicht alles verraten) mit vielen alten Filmplakaten (und das ist definitiv einen Klick wert).
Film School Rejects hat vierzehn Filmmonologe aufgelistet. Da fehlen einige gute Monologe (unter anderem sind Pulp Fiction, No Country for Old Men, Network und Glengarry Glen Ross dabei), aber so als Eindruck von der Kraft des gesprochenen Wortes ist es ein guter Anfang.
Ach, herrje, da erhebe ich nacheinander alle drei „Der Pate“-Filme von Francis Ford Coppola zum TV-Tipp des Tages und vergesse, auch nur einmal auf den von Norbert Grob, Bernd Kiefer und Ivo Ritzer herausgegeben Sammelband „Mythos ‘Der Pate’ – Francis Ford Coppolas Godfather-Trilogie und der Gangsterfilm“ hinzuweisen.
In dem Sammelband wird sich aus verschiedenen Perspektiven dem Film (naja, genaugenommen sind es drei Filme, die 1972, 1974 und 1990 entstanden) und seinem Einfluss auf den Gangsterfilm (vor allem natürlich den des ersten und auch des zweiten „Der Pate“-Films) gewidmet. Es geht um die Mafia im italienischen Film, die echte Mafia und die „Der Pate“-Filme, über die Kameraarbeit von Gordon Willis, den „Paten“ und die amerikanische Geschichte, den Einfluss von „Der Pate“ auf die Filme von Abel Ferrara, Martin Scorsese, Sergio Leone und Brian De Palma, die Auferstehung vom „Paten“ im Videospiel und einen Vergleich zwischen der Kino- und der von Coppola aus den ersten beiden „Der Pate“-Filmen und zusätzlichen Szenen erstellten TV-Fassung, in der die Geschichte der Familie Corleone chronologisch erzählt wird. Das ist, wie immer bei Bertz + Fischer, reichhaltig illustriert. Es wurde sogar eine 16-seitige farbige Fotostrecke spendiert.
Herz, was begehrst du mehr? Außer vielleicht einige ungestörte Stunden für die Lektüre.
Aber davon abgesehen ist „Mythos ‘Der Pate’“ in den legendären Worten eines Katzenliebhabers, ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können. Norbert Grob/Bern Kiefer/Ivo Ritzer (Herausgeber): Mythos ‘Der Pate’ – Francis Ford Coppolas Godfather-Trilogie und der Gangsterfilm (Deep Focus 10) Bertz + Fischer, 2011 208 Seiten
19,90 Euro
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Arte, 20.15 Der Pate – Teil III (USA 1990, R.: Francis Ford Coppola)
Drehbuch: Mario Puzo, Francis Ford Coppola
1979: Michael Corleone kriegt Ärger mit der katholischen Kirche.
Im Vergleich zu den ersten beiden Paten-Filmen ist der dritte eine langatmige Enttäuschung.
Mit Al Pacino, Diane Keaton, Talia Shire, Andy Garcia, Joe Mantegna, Sofia Coppola, Bridget Fonda, Eli Wallach, George Hamilton, Helmut Berger, John Savage Wiederholung: Dienstag, 24. Januar, 01.50 Uhr (Taggenau!)
Arte, 20.15 Der Pate II (USA 1974, R.: Francis Ford Coppola)
Drehbuch: Mario Puzo, Francis Ford Coppola
Sozusagen Pre- und Sequel zu „Der Pate“: Michael Corleone, jetzt das Familienoberhaupt, plant einen Casino-Deal auf Kuba. Und dazwischen wird der Aufstieg von Vito Corleone erzählt.
Die Fortsetzung von „Der Pate“ ist länger und mindestens genauso gut wie der erste Film. Für viele ist der zweite Pate-Film sogar noch besser (ich bin da unentschlossen). Außerdem wird „Der Pate II“ immer als Beispiel herangezogen für die These, Fortsetzungen seien besser als die Originale.
„Der Pate II“ erhielt mehrere Oscars: Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Bester Nebendarsteller (Robert de Niro), Beste Filmmusik (Nino Rota, Carmine Coppola), beste Ausstattung.
Mit Al Pacino, Robert De Niro, Robert Duvall, Diane Keaton, Lee Strasberg (ja, der Schauspiellehrer), John Cazale, Talia Shire, James Caan, Harry Dean Stanton, Danny Aiello
Arte, 20.15 Der Pate (USA 1972, R.: Francis Ford Coppola)
Drehbuch: Mario Puzo, Francis Ford Coppola
LV: Mario Puzo: The godfather, 1969 (Der Pate)
Die Mafia als gepflegter Familienbetrieb. Ein immer wieder gern gesehener Klassiker, der in den vergangenen Jahren fast nur in der von Coppola für das Fernsehen bearbeiteten Fassung im TV lief. Arte zeigt jetzt alle drei „Der Pate“-Filme zu einer angenehmen Uhrzeit.
„Der Pate – Teil II“ läuft am kommenden Sonntag, den 15. Januar, um 20.15 Uhr.
„Der Pate – Teil III“ läuft am Sonntag, den 22. Januar, um 20.15 Uhr und am Dienstag, den 24. Januar um 01.50 Uhr (Taggenau!)
Mit Marlon Brando, Al Pacino, James Caan, John Cazale, Robert Duvall, Diane Keaton, Sterling Hayden, Al Lettieri, Talia Shire
Es hilft nichts. Ich muss endlich mal wieder meinen Schreibtisch aufräumen. Dabei kann ich dann auch einige Werke, die ich teils schon vor Monaten genossen, aber bis jetzt immer noch nicht besprochen habe, endlich, nicht immer in der gebührenden Länge, besprechen.
Die Story von „Shadow und der Fluch des Khan“ ist reinster Pulp und von da kommt der Shadow auch. Er ist Lamont Cranston, der als reicher Müßiggänger im New York der dreißiger Jahre die Nachtclubs unsicher macht und als geheimnisumwitterter Shadow (oder auf deutsch „Schatten“) das Verbrechen bekämpft. Jetzt kommt Shiwan Khan, ein direkter Nachfahre von Dschingis Khan, nach New York. Er will die Weltherrschaft. Dabei möchte er, dass der Shadow auf seiner Seite mitkämpft. Immerhin hat auch der Shadow eine Vergangenheit als Bösewicht.
Die Umsetzung orientiert sich an den Dreißiger-Jahre-Serials und hat damit ein angenehm nostalgisches Flair. Dazu trägt auch der Dreh in den Universal Studios, und dass bei den Außenaufnahmen die Kulisse auch immer als Kulisse erkennbar ist, bei. Hier wurde mit erstaunlicher Liebe zum Detail ein New York erfunden, das es so niemals gegeben hat.
Aber weil „Highlander“-Regisseur Russell Mulcahy Regie führte, bleibt „Shadow und der Fluch des Khan“ nicht, wie Francis Ford Coppolas „Einer mit Herz“, im leblosen Kulissentheater stecken. Bei Mulcahy ist die Inszenierung ziemlich modern geraden und die Tricks sind heute immer noch überzeugend.
Nur die von David Koepp, dem zuverlässigen Autor von gehobenem Hollywood-Popcornkino, erfundene Story schwächelt. Denn neben dem Kampf zwischen dem Shadow und Shiwan Khan muss der Shadow sich auch mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen und er verliebt sich in Margo Lane, die seine Gedanken lesen kann (was dann auch der Anlass für einige Screwball-Comedyhafte Wortgefechte ist). In „Shadow und der Fluch des Khan“ gelingt Koepp noch nicht der richtige Mix zwischen dem Hauptplot und den teilweise zu sehr im Zentrum stehenden Subplots. Außerdem sind die Charaktere alle arg zweidimensional geraten.
Dafür herrscht ein mild ironischer Ton mit kleinen Abstechern ins cartoonhafte. So als ob alle einem zuflüsterten: „Wir wissen, dass die Story Unfug ist, aber lass uns einfach zwei Stunden Spaß haben.“
Doch damals half es nicht. Der 45 Millionen teure Film war bei den Kritikern und an der Kasse ein Flop. Heute, zwischen all den Superheldenfilmen, kann „Shadow und der Fluch des Khan“ erstaunlich gut bestehen und, trotz der Mängel in der Story, gefällt mir dieser unterschätze, naive Film, der den Zauber der alten Serials, B-Pictures (weniger) und Noirs (noch weniger) wiederaufleben lassen will, viel besser als einige der hoch budgetierten, bedeutungsschwangeren Comicverfilmungen (ich sage nur „Batman“), die in den vergangenen Jahren in den Kinos liefen.
Shadow und der Fluch des Khan (The Shadow, USA 1994)
Regie: Russell Mulcahy
Drehbuch: David Koepp
LV: Charakter von Maxwell Grant (Pseudonym von Walter B. Gibson)
mit Alec Baldwin, John Lone, Penelope Ann Miller, Peter Boyle, Ian McKellen, Tim Curry, Jonathan Winters
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DVD
Koch Media
Bild: 1,85:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Booklet, Making of, Interviews mit Russell Mulcahy, David Koepp, Martin Bregman, Alec Baldwin, John Lone, Penelope Ann Miller und Jonathan Winters, Musikvideo (Taylor Dayne), Deutscher und Originaltrailer, TV-Spots, Bildergalerie
In „Slow Burn – Verführerische Falle“ spielt Ray Liotta den für das Bürgermeisteramt kandidierenden Staatsanwalt Ford Cole. Er will unbedingt den geheimnisumwitterten Verbrecher Danny Ludin überführen. Aber niemand weiß, wie er aussieht und wo er sich gerade aufhält. In einer Nacht erschießt seine beste Anklägerin, die Farbige Nora Timmer, in Notwehr einen Mann, der sie vergewaltigen wollte. Ein klarer Fall, wenn da nicht ein Freund des Toten in der Polizeistation auftauchen und eine ganz andere Geschichte erzählen würde. Cole versucht die Wahrheit herauszufinden und dabei glaubt er, dass Ludin seine Finger im Spiel hat.
Na, das klingt doch ganz spannend. Aber letztendlich ist „Slow Burn – Verführerische Falle“ nur eine weitere Variante von „Die üblichen Verdächtigen“, in der man als Zuschauer immer zwei Schritte vor den durchgehend unsympathischen Charakteren ist, die einem – was noch schlimmer ist – auch herzlich egal sind.
So funktionieren die Plotwendungen und Enthüllungen dann vor allem als schnell langweilende Taschenspielertricks.
Die Produzenten waren wohl nicht allzu überzeugt von dem Werk. Immerhin wurde der Film bereits 2003 abgedreht und hatte, nach der IMDB, erst 2007 seine US-Premiere.
Slow Burn – Verführerische Falle (Slow Burn, USA 2005)
Regie: Wayne Beach
Drehbuch: Wayne Beach (nach einer Geschichte von Wayne Beach und Anthony Walton)
mit Ray Liotta, LL Cool J, Mekhi Phifer, Jolene Blalock, Guy Torry, Taye Diggs, Chiwetel Ejiofor, Bruce McGill
Ein Team von Abhörspezialisten der Polizei hört eine Investmentfirma, die verdächtigt wird, illegalen Insiderhandel an der Börse zu betreiben, ab. Irgendwann fragen die Polizisten sich, ob sie nicht ihr erlauschtes Wissen gewinnbringend einsetzen sollen. Immerhin können sie etwas Geld gut gebrauchen und sie tun ja auch niemandem weh, wenn sie an der Börse etwas spekulieren. Trotzdem beginnt mit ihrer ersten kleinen Spekulation der Weg in den Abgrund. Denn ihre Geschäfte fallen ihren Vorgesetzten und den Gangstern auf.
„Abgehört – Trau niemals einem Cop“ ist das neue Werk der „Infernal Affairs“-Macher Felix Chong und Alan Mak und wieder begeben sie sich in moralische Grauzonen und treiben ein perfides Spiel mit den gängigen Zuschreibungen von „Gut“ und „Böse“.
Das ist allerfeinstes Hongkong-Kino, das, wie „Infernal Affairs“, weitgehend auf Action und graphische Gewalt verzichtet und ein absolut blödes Cover, das dem Hongkong-Filmplakat entspricht, hat.
Grégoire Vigneron erzählt in seinem Regiedebüt „Spurlos“ die alte Geschichte von dem anständigen Mann, der zufällig ein Verbrechen begeht und sich immer tiefer in Schuld verstrickt. Dieser Mann, der Yuppie Étienne Meunier, hat auch wirklich etwas zu verlieren. Er ist mit der Tochter seines jetzigen Chefs verheiratet und er soll in wenigen Tagen der Chef des Konzerns werden. Den Grundstein für diese Karriere legte er vor fünfzehn Jahren, als er von François Michelet, der ihnen eine Formel für einen Fleckenentferner zuschickte, die Formel stahl, die jetzt die Grundlage für ein Produkt ist, das den größten Teil des Firmenumsatzes ausmacht. Aber diese Tat nagt immer noch an seinem Gewissen.
Jetzt will er sich, auf den Vorschlag seines alten, lange nicht mehr gesehen Schulfreundes Patrick, bei Michelet entschuldigen. Aber das Gespräch eskaliert und am Ende ist Michelet tot; erschlagen von Patrick, der Étienne bei einem Kampf gegen Michelet half. Anschließend drängt Patrick sich in Étiennes Leben. Und dann ist da noch der freundliche Kommissar, der Étiennes Verhalten, wozu auch seine Hilfsbereitschaft gegenüber Michelets Tochter gehört, verdächtig findet.
„Spurlos“ reiht sich in die aktuelle Serie von guten französischen Krimis, die vertraute Genreformen mit neuen Inhalten und Twists füllen, ein. Hier ist es der eher sanfte Noir und Psycho-Thriller mit einem Hauch Hitchcock. Denn egal, was Étienne auch unternimmt, um seine Schuld zu sühnen, ohne zur Polizei zu gehen, führt dazu, dass sein Leben immer bedrohter und er immer verdächtiger wird. Aber wenn er zur Polizei geht, wäre seine Karriere und seine Ehe kaputt. Was soll er also tun? Vigneron erzählt diese Geschichte straff und kurzweilig. Entstanden ist so ein feiner, im besten Sinn altmodischer Thriller, in dem die inneren Konflikte des Protagonisten im Mittelpunkt stehen.
Spurlos (Sans laisser de traces, Frankreich 2010)
Regie: Grégoire Vigneron
Drehbuch: Grégoire Vigneron, Laurent Tirard
mit Benoît Magimel, François-Xavier Demaison, Julie Gayet, Léa Seydoux, Jean-Marie Winling, Dominique Labourier, André Wilms, Stéphane De Groodt, Yves Jacques, Christelle Cornil, Georges Siatidis, William Miller
Wer die nächsten Tage nicht mit dem Verstecken und Suchen von Ostereiern beschäftigt ist, findet einige Perlen im TV-Programm. Es beginnt mit Steven Soderberghs Elmore-Leonard-Verfilmung “Out of sight” und geht mit “Kommissarin Lucas: Am Ende muss Glück sein” (nach einem Drehbuch von Friedrich Ani), Francis Ford Coppolas Mario-Puzo-Verfilmungen “Der Pate II” und “Der Pate III”, Sidney Lumets Agatha-Christie-Verfilmung “Mord im Orient-Express”, Jacques Derays Derek-Raymond-Verfilmung “Mörderischer Engel”, Bertrand Taverniers Jim-Thompson-Verfilmung “Der Saustall”, Roger Spottiswoodes Patricia-Highsmith-Verfilmung “Mr. Ripley und die Kunst des Tötens” (nach einem Drehbuch von Donald Westlake), Oliver Stones John-Ridley-Verfilmung “U-Turn – Kein Weg zurück”, Richard Brooks Evan-Hunter-Verfilmung “Die Saat der Gewalt” und, als TV-Premiere, Béla Tarrs Georges-Simenon-Verfilmung “Der Mann aus London” weiter.
Der Pate – Teil 1 (USA 1977, R.: Francis Ford Coppola)
Drehbuch: Mario Puzo, Francis Ford Coppola
LV: Mario Puzo: The godfather, 1969 (Der Pate)
Die Mafia als gepflegter Familienbetrieb. Ein immer wieder gern gesehener Klassiker.
Allerdings heute wieder in der vierteiligen, chronologisch-erzählten und ziemlich unbekannten TV-Version. Coppola schnitt die beiden ersten ersten „Der Pate“-Filme neu und integrierte auch Szenen, die nicht in den Kinofilmen enthalten sind.
Die nächsten Teile gibt’s an den kommenden Abenden.
Mit Marlon Brando, Al Pacino, James Caan, John Cazale, Robert Duvall, Diane Keaton, Sterling Hayden, Al Lettieri, Talia Shire
Bei den Alligatorpapieren sind meine neuen, wunderschön bebilderten TV-Krimi-Buch-Tipps (also die ultimative, ,kritische Auflistung der demnächst im TV laufenden Krimiverfilmungen) online. Fans dürfen sich unter anderem darauf freuen:
Ein herzliches Willkomnen, liebe Krimifreunde, zu zwei sehr ruhigen Wochen. Denn im Ersten und den dritten Programmen wird das vierzigjährige Jubiläum vom “Tatort”, hauptsächlich mit neuen Folgen und dem “Taxi nach Leipzig”, gefeiert. Wilsberg darf einen neuen Fall lösen und das “Nachtschicht”-Team hat “Das tote Mädchen” vor sich liegen. Außerdem gibt es Richard Fleischers Elmore-Leonard-Verfilmung “Das Gesetz bin ich”, Alfred Hitchcocks John-Buchan-Verfilmung “Die 39 Stufen” und seine Ethel-Lina-White-Verfilmung “Eine Dame verschwindet”, Jean Renoirs Emile-Zola-Verfilmung “Bestie Mensch”, John Hustons Desmond-Bagley-Verfilmung “Der Mackintosh-Mann”, Jack Smights Ross-MacDonald-Verfilmung “Ein Fall für Harper” (beide mit Paul Newman), Roger Donaldsons Kenneth-Fearing-Update “No way out – Es gibt kein zurück” und Francis Ford Coppolas TV-Version seiner ersten beiden “Der Pate”-Filme.
Bei den Alligatorpapieren sind meine neuen TV-Krimi-Buch-Tipps online. Belesene Krimifans dürfen sich unter anderem auf diese Werke freuen:
Weil ‘der eiskalte Engel’ Alain Delon am 8. November seinen 75. Geburtstag feiert, gibt es viele Delon-Filme. Dazu gehören die Jean-Patrick-Manchette-Verfilmungen “Der Schock”, “Killer stellen sich nicht vor” und “Rette deine Haut, Killer”, José Pinheiros Frédéric-H.-Fajardie-Verfilmung “Der Panther II – Eiskalt wie Feuer”, Jacques Derays Gilles-Perrault-Verfilmung “Der Anwalt”, José Giovannis “Endstation Schafott”, Pierre Granier-Deferres Georges-Simenon-Verfilmung “Der Sträfling und die Witwe”, Henri Verneuils Auguste-le-Breton-Verfilmung “Der Clan der Sizilianer”, Julien Duviviers Louis-Thomas-Verfilmung “Mit teuflischen Grüßen” und René Cléments Patricia-Highsmith-Verfilmung “Nur die Sonne war Zeuge”. Leider werden die von Jean-Pierre Melville inszenierten Delon-Filme dieses Mal nicht gezeigt. Außerdem laufen Francis Ford Coppolas “Cotton Club” (das Drehbuch schrieb William Kennedy), Michael Manns Thoms-Harris-Verfilmung “Roter Drache”, Alfred Hitchcocks David-Dodge-Verfilmung “Über den Dächern von Nizza”, Carol Reeds Graham-Greene-Verfilmung “Der dritte Mann”, Phillip Noyces Graham-Greene-Verfilmung “Der stille Amerikaner” und, als TV-Premiere, Lars Beckers neuer “Nachtschicht”-Film “Das tote Mädchen”.
Bei den Alligatorpapieren (Danke, Alfred, für die schönen Bilder) sind meine TV-Krimi-Buch-Tipps online. Hier das Intro:
Hallo liebe Krimifreunde,
zu zwei sehr ruhigen Wochen. Es gibt zwar viele Wiederholungen, aber wenige sehenswerte Filme. Dazu gehören Francis Ford Coppolas Mario-Puzo-Verfilmung “Der Pate” (in der TV-Version), Erik van Looys Jef-Geeraerts-Verfilmung “Mörder ohne Erinnerung”, Roger Donaldsons Kenneth-Fearing-Verfilmung “No way out”, Michael Hodges’ Ted-Lewis-Verfilmung “Get Carter” (natürlich mal wieder mitten in der Nacht), Don Coscarellis Joe-R.-Lansdale-Verfilmung “Bubba Ho-Tep”, Claude Chabrols Stanley-Ellin-Verfilmung “Schritte ohne Spur”, Jean-Luc Godards Lionel-White-Verfilmung “Elf Uhr nachts” (ebenfalls mit Jean-Paul Belmondo), Sidney Lumets John-Hopkins-Verfilmung “Sein Leben in meiner Gewalt” und, als TV-Premiere James Mangolds Elmore-Leonard-Verfilmung “Todeszug nach Yuma”.
Drehbuch: Ross Thomas, Dennis O´Flaherty, Thomas Pope
LV: Joe Gores: Hammett, 1975 (Dashiell Hammetts letzter Fall, Hammett)
Dashiell Hammett will sein Geld als Schriftsteller verdienen. Da wird er von seinem Ex-Kollegen Jimmy um Hilfe bei der Suche nach einer chinesischen Prostituierten gebeten. Kurz darauf befindet sich Hammett in einem mörderischen Komplott, bei dem sein Leben keinen Cent mehr wert ist.
Joe Gores mischte in seinem sehr gelungen Buch Hammetts Biographie mit historischen Gegebenheiten und Fiktion.
Die Produktion des Filmes für Francis Ford Coppolas Zoetrope Studios war für Wenders eine ernüchternde Erfahrung: mehrere verschiedene Drehbücher (u. a. schrieb Joe Gores die erste Fassung), ein exzessiver Nachdreh anderthalb Jahre nach dem ersten Dreh, in Farbe statt in Schwarzweiß, mit einem fremden Team und Auseinandersetzungen mit dem Produzenten über die Konzeption des Films. So hatte sich der in Deutschland hochgelobte Regisseur seine Ankunft in Hollywood nicht vorgestellt.
„Hammett ist vor allem ein Film der Zitate, der ironischen Verweise. Er ist eine Erinnerung an den Film Noir, dessen Atmosphäre er evoziert, aber auch ironisiert. Die Kulissen sehen immer ein wenig wie Kulissen aus, das Tempo ist enorm gedrosselt, fast ritualisiert. Alle ästhetischen Mittel der Vorgänger aus den 40er Jahren sind benutzt: die extreme Dunkelheit, die scharfen Kontraste, die Lichtstreifen, die Kameraposition aus der Vogelperspektive.“ (Stefan Kolditz in Wim Wenders, Hanser Verlag Reihe Film Band 44).
Hammett ist – so ein heute immer noch gültiges Urteil der damaligen Kritik – Wenders bester und unpersönlichster Film.
Mit Frederic Forrest, Peter Boyle, Marilu Henner, Elisha Cook, R. G. Armstrong, Samuel Fuller, Ross Thomas (einer der Männer im Sitzungszimmer)
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