Guter Kleinkram von Frank Göhre in „I and I“

Juli 26, 2012

Als ich die Tage vor die Haustür ging, steckte ich „I and I“, den, nach „Seelenlandschaften“, in dem er vor allem deutsche Krimiautoren porträtierte, zweiten Sammelband mit Essays und Reportagen von Frank Göhre ein.

Einige Stunden später hatte ich das bunte Potpourri aus alten und neuen Texten gelesen. Der älteste Text ist die Kurzgeschichte „Wenn Atze kommt“ (eigentlich eher eine sechsseitige Skizze), die 1975 in „Prämierte Texte des Internationalen Kurzgeschichten-Kolloquiums in Ansberg“ erschien. Der neueste ist der hier erstmals veröffentlichte Text „Welcome in Frogtown“, über die Bayou-Trilogie von Daniel Woodrell, die demnächst von Heyne als Sammelband veröffentlicht wird. Mehrere Texte erschienen zuerst im „CrimeMag“ im Netz und sind hier erstmals in gedruckter Form erhältlich.

Frank Göhre schreibt über eine Reise nach Jamaika vor über dreißig Jahren („I and I – Ein Jamaika Trip“) und einen Besuch in Amsterdam, auf den Spuren von Van-der-Valk-Erfinder Nicolas Freeling und Janwillem van de Wetering, zwei wichtigen Krimiautoren, die in den Siebzigern und Achtzigern sehr populär waren und inzwischen fast vergessen sind („Amsterdam. Was für eine Stadt, nichts als Gestank. Trotzdem herrlich“). Er schreibt über Victor Headley, einen Jamaikaner, der eine grandiose, harte englische Gangstertrilogie schrieb, die man am besten im slangdurchtränkten Original genießt („Yardie – Ein jamaikanischer Drogenkurier in London“), über Ernest Tidyman, den Erfinder von John Shaft und Drehbuchautor von „The French Connection“ („Ein tödlicher Job – Der Drehbuchautor Ernest Tidyman“), über James Crumley, den von US-Krimiautoren und Lesern kultisch verehrten Privatdetektiv-Krimiautor („Voll auf Rock’n'Roll geschaltet – Mit James Crumley on the Road“), über David Osborn, dessen Klassiker„Jagdzeit“ letztes Jahr bei Pendragon wiederveröffentlicht wurde („Jagdzeit – Die vier Karrieren des David Osborn“) und über den 1986 verstorbenen Hubert Fichte, der bei seiner Rückkehr feststellt, wie sehr Hamburg sich veränderte („Wenn das Befragen ein Ende hat – Hubert Fichte kommt nach Hamburg zurück“).

Er schreibt über den Michael-Mann-Film „Heat“, den Martin-Scorsese-Film „GoodFellas“, über Jean-Pierre Melville („Champs-Élysées – Die Nächte des Jean-Pierre Melville“) und über „Liane, das Mädchen aus dem Urwald“, einen deutschen Spielfilm von 1956, der damals wegen der Bekleidung der Hauptdarstellerin, ein Kassenhit war („Schlussakkord – oder: Ich weiß, was mit Liane, dem Mädchen aus dem Urwald geschah“).

Und es gibt zwei Abrechnungen mit dem deutschen Fernsehen. In „Ein letzter Satz“ verrät Frank Göhre in einem kleinen Rant, warum er keine Drehbücher mehr schreibt. In „Ein BR Fernsehtag – Das Programm“ schneidet er kommentarlos Zitate aus einem Gespräch mit BR-Intendant Ulrich Wilhelm über das qualitativ hochwertige Programm („Fernsehen muss klug machen.“) in einen Abriss über das BR-Programm vom 7. September 2011, das mit Panoramabildern beginnt und mit „Planet Erde“ endet. Immerhin gibt es auch eine halbe Stunde „Kontrovers – das Politmagazin“ und, weil „Sehr viele Menschen wollen anspruchsvolle Inhalte“ (Wilhelm), neunzig Minuten „Eine Liebe in Venedig“.

Ein feine Textcollage.

-

Frank Göhre: I and I – Stories und Reportagen

Pendragon, 2012

200 Seiten

10,95 Euro

-

Hinweise

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Frank Göhre in der Kriminalakte


Lesebefehl: Frank Göhres „Die Kiez-Trilogie“ ist wieder erhältlich

August 22, 2011

Die Kiez-Trilogie“.

Das klingt verdammt nach Regiokrimi.

Aber das ging damals, als Frank Göhre im Frühjahr 1984 mit Richard K. Flesch, dem legendären Herausgeber der rororo-Thriller-Reihe, über seine neue Romanidee sprach, gar nicht. Damals meinte Flesch auf einen Romanvorschlag von Göhre: „Soweit kommt’s noch, dass Rowohlt kriminelle Heimatschmonzetten veröffentlicht.“

Tja, das war damals, als der Soziokrimi noch lebendig war. Heute veröffentlicht Rowohlt auch Regiokrimis. Damals änderte Göhre sein Konzept. Von der Lüneburger Heide ging’s nach Hamburg. Regisseur Carl Schenkel, mit dem Göhre damals an dem Fahrstuhlthriller „Abwärts“ arbeitete, gab ihm einen „Spiegel“-Artikel über die unglückliche Liebe eines Rentners zu einer Peep-Show-Tänzerin (Hm, klingt irgendwie nach „Professor Unrat“). Göhre begann sich auf der Reeperbahn umzusehen und im Juli 1986 erschien „Der Schrei des Schmetterlings“. Mit „Der Tod des Samurai“ und „Der Tanz des Skorpions“ erzählte er 1989 und 1991 die Geschichte der Polizisten und Verbrecher auf St. Pauli fort. Mit „St. Pauli Nacht“ gab es 1993 einen kleinen Nachschlag und 2006 mit „Zappas letzter Hit“ den vierten St.-Pauli-Roman.

In „Die Kiez-Trilogie“ sind jetzt die ersten drei, eng miteinander verknüpften Romane erschienen und sie sind wahrlich keine Heimatschmonzetten oder Regiokrimis. Sie sind intime Milieustudien von der Hamburger Reeperbahn und der hamburger Melange von Polizei, Verbrechern und Politik. Dabei mischt Göhre Fakten mit Fiktion zu einem Gebräu, in dem immer unklarer wird, wer die Guten und wer die Bösen sind – und mit dem Überführen und Bestrafen der Verbrecher am Ende des Romans funktioniert es auch nicht so gut.

Ich war damals, als die jetzt in der „Kiez-Trilogie“ versammelten Romane vor über zwanzig Jahren erschienen, mächtig begeistert. Das war wirklich mehr Raymond Chandler, Dashiell Hammett, James M. Cain, Jim Thompson, Mickey Spillane und Ross Thomas (um nur einige zu nennen), als der biedere bundesdeutsche Krimi zwischen -ky, Hansjörg Martin, Christine Grän und Felix Huby (obwohl mir die ersten Bienzles gut gefielen).

Jetzt sind die drei St.-Pauli-Romane bei Pendragon wieder veröffentlicht worden. Frank Göhre schrieb das gut dreißigseitige Nachwort „Hamburger Verhältnisse – Hintergründe und Materialien zur Kiez-Trilogie“, in dem er anhand zahlreicher Zitate aus alten Zeitungen zeigt, wie sehr er sich bei seinen Romanen von der Wirklichkeit inspirieren ließ. Außerdem kannte er auch etliche Szenegrößen und recherchierte viel auf St. Pauli, das mit dem heutigen St. Pauli nichts mehr zu tun hat.

Insofern ist „Die Kiez-Trilogie“ auch ein Teil der alternativen deutschen Geschichtsschreibung und die Antithese zum Regiokrimi.

-

Frank Göhre: Die Kiez-Trilogie

Pendragon, 2011

736 Seiten

16,95 Euro

-

enthält

Der Schrei des Schmetterlings

rororo, 1986

-

Der Tod des Samurai

rororo, 1989

-

Der Tanz des Skorpions

rororo, 1991

-

Hinweise

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Frank Göhre in der Kriminalakte


Frank Göhre, der Auserwählte

Oktober 26, 2010

Wer Krimis als beschauliche Rätselgeschichten genießen will, war bei Frank Göhre schon immer an der falschen Adresse. In seinen Geschichten interessierte er sich mehr für seine meist männlichen Charaktere, ihre Beziehungen zueinander, zum anderen Geschlecht und zur Gesellschaft. So spielt „Letzte Station vor Einbruch der Dunkelheit“ eindeutig in den fünfziger Jahren in der Provinz. Die Kiez-Trilogie „Der Schrei des Schmetterlings“, „Der Tod des Samurai“ und „Der Tanz des Skorpions“ zeichnet ein Bild des Organisierten Verbrechens und der Hamburger Gesellschaft in den Achtzigern. „Zappas letzter Hit“, der Nachschlag zur Kiez-Trilogie, spielt dann eindeutig im Hamburg der frühen nuller Jahre. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen, wie dem zum Innensenator aufgestiegenem Populisten, Parteichef und „Richter Gnadenlos“ Ronald Schill, sind beabsichtigt. Der Krimiplot diente Frank Göhre dann vor allem als der rote Faden für eine multiperspektivische Erzählung.

Auch in seinem neuesten Noir-Krimi „Der Auserwählte“ ist die Entführung des reichen Unternehmersohns Eloi nur die letztendlich ziemlich unwichtige erzählerische Krücke für ein dichtes Sittengemälde der Hamburger Gesellschaft, beginnend mit den Nachwirkungen der 68er Bewegung, als Post-68-Jugendliche zwischen dem Protest gegen ihre Eltern, dem Ausprobieren neuer Lebensformen und der Anpassung an den Lebensstil der Eltern schwankten. Elois Mutter Bettina verschmähte als Jugendliche das elterliche Vermögen und driftete durch die alternative Szene. Inzwischen hat sie das Erbe angenommen, leitet das weltweit tätige Familienunternehmen und will von ihrer Vergangenheit nichts mehr wissen. Mit der Entführung von ihrem Sohn, der auch in Drogengeschäfte verwickelt ist, kehrt diese allerdings zurück – und Frank Göhre wäscht gründlich die schmutzige Wäsche der feinen Gesellschaft.

Dabei jongliert er auf 250 Seiten mit mehreren Zeitebenen, Orten, Handlungssträngen und einem reichhaltigen Personal (das Personenverzeichnis nennt 15 Charaktere, die alle wichtig für die Geschichte sind), das leicht in einem ungenießbarem Chaos hätte enden können. Doch chaotisch sind in „Der Auserwählte“ höchstens die Beziehungen der Charaktere zueinander. Der Roman selbst ist sehr klar, dicht und spannend.

-

Frank Göhre: Der Auserwählte

Pendragon, 2010

264 Seiten

9,95 Euro

-

Hinweise

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)


Frank Göhre porträtiert Kollegen

Juni 26, 2009

Göhre - Seelenlandschaften

Frank Göhre schrieb neben seinen Kriminalromanen immer auch über Kollegen. Die meisten dieser Texte erschienen in den vergangenen Jahrzehnten verstreut als Vor- und Nachworte bei verschiedenen Verlagen, sind oft nicht mehr erhältlich und jetzt, endlich gesammelt, in „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ erschienen.

Die ältesten Texte des Sammelbandes sind fast dreißig Jahren alt. Damals betreute Göhre für den schweizer Arche-Verlag eine Werkausgabe der Kriminalromane von Friedrich Glauser und schrieb dafür kurze Einleitungen.

Später schrieb er zusammen mit Jürgen Alberts über zehn Ahnherren und -frauen des deutschen Kriminalromans. Die Porträts wurden, mit vorzüglichen Fotografien von Rainer Griese, als „Kreuzverhöre“ veröffentlicht (Wenn Sie es in einem Antiquariat finden, kaufen Sie es. Es lohnt sich).

Vergangenes Jahr brachte Göhre dann bei der Edition Köln die zehnbändige „Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands“ heraus. Jedes der Bücher hat ein informatives Nachwort; etliche davon (auch wenn es nur Überarbeitungen der „Kreuzverhöre“-Texte waren) schrieb Frank Göhre und seine Porträts von Hansjörg Martin, Irene Rodrian, Helga Riedel, Peter Schmidt und Peter Zeindler sind jetzt in „Seelenlandschaften“ nachgedruckt.

Außerdem porträtiert Göhre „Trimmel“-Erfinder Friedhelm Werremeier, Hans Herbst, Ed Sander, Edward Bunker und Tony Hillerman. Es gibt den Text „Albernheiten, Alltagsgeschwätz – Zufällig aufgefundene Notizen eines ehrenwerten ‘Syndikat’-Mitglieds“ aus dem aktuellen Krimijahrbuch (muss nicht sein) und die alte „Zeit“-Reportage „Jeden Abend Miami Vice“ über Charles Willeford, Hoke Moseley und Miami (muss sein). Ebenfalls aufgenommen wurden die sehr informativen Nachworte zu den neuen Ausgaben von seinen Romanen „Abwärts“ und „St. Pauli Nacht“. In beiden Texten plaudert Göhre etwas aus dem Nähkästchen der Filmproduktion. Bei „Abwärts“ schrieb er zusammen mit Carl Schenkel das Drehbuch, war beim Dreh dabei und schrieb später das Buch zum Film. Bei „St. Pauli Nacht“ war es umgekehrt. Er schrieb zuerst den Roman als Abschluss seiner Kiez-Trilogie (die bei Pendragon wiederveröffentlicht wird), dann etliche Drehbuchfassungen, Sönke Wortmann verfilmte es mit vielen bekannten Schauspielern und für die Neuausgabe überarbeitete Göhre den Roman stark.

Obwohl ich viele der Texte bereits kannte, waren doch noch einige auch für mich neu und gerade die Vorstellungen der deutschen Krimiautoren, die zu ihrer Zeit sehr erfolgreich waren und heute fast nur noch antiquarisch erhältlich sind, zeigt, dass es vor dem Regiokrimi einen deutschen Kriminalroman gab, der sich bemühte, literarischen und gesellschaftspolitischen Anspruch (was sie heute teilweise schwer lesbar macht) mit populären Erzählformen zu vereinen. Mit diesen Texten (immerhin ist „Kreuzverhöre“ nicht mehr erhältlich, bei der sich schlecht verkaufenden „Kriminellen Sittengeschichte Deutschlands“ wage ich keine Prognose) trägt Frank Göhre seinen Teil zur bitter notwendigen Geschichtsschreibung für den deutschsprachigen Kriminalroman bei. Denn diese Soziokrimis aus den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts schneiden im Vergleich zur aktuellen einheimischen Krimiproduktion gar nicht so schlecht ab.

Wer also einige gute Texte über Krimi-Autoren lesen will, sollte zuschlagen. Denn „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ ist eine feine Sammlung.

Frank Göhre: Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke

Pendragon, 2009

224 Seiten

9,90 Euro

-

Hinweise

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Abwärts” (2009, Neuausgabe)


Alter Scheiß? Frank Göhre: Abwärts

Februar 25, 2009

gohre-abwartsgohre-abwarts-2009

Als „Abwärts“ 1984 in die deutschen Kinos kam, war Götz George nur noch als Schmuddelkommissar Horst Schimanski bekannt. Dass er bereits in den Fünfzigern und Sechzigern in vielen Filmen mitgespielt hatte, war inzwischen egal. In den Siebzigern spielte er vor allem Theater. Denn der Neue Deutsche Film konnte mit ihm nichts anfangen. Und umgekehrt.

Erst mit Carl Schenkel betrat ein Regisseur die Bildfläche, der sich vor allem für gut gemachtes Genrekino amerikanischer Prägung interessierte und nach „Abwärts“ in Hollywood etliche Filme drehte. Zusammen mit Frank Göhre schrieb er, wie Göhre in dem lesenswerten Nachwort zur Neuausgabe seines Romans zum Film „Abwärts“ schreibt, über eineinhalb Jahre das Drehbuch zu dem Film. Dann kam die Besetzung. George verlieh dem Film genug Starpower, um ihn zu einem Kassenknüller zu machen. Hannes Jaenicke gab sein Leinwanddebüt – und hatte auch gleich eine seiner besten Rollen. Wolfgang Kieling durfte noch einmal groß aufspielen. Die in Holland nach den Paul-Verhoeven-Filmen „Spetters“ und „Der vierte Mann“ bereits bekannte Renée Soutendijk gab ihr Deutschlanddebüt. Und nachdem Götze George in „Wetten dass?“ den Film promotete, waren auch die Kinos voll.

Denn „Abwärts“ ist einer der wenigen deutschen Genrefilme, die auch noch gelungen sind. Es ist ein waschechter Thriller über vier Menschen, die unfreiwillig an einem Freitagabend in einem Fahrstuhl in einem Bürohaus eingesperrt sind. Buchhalter Gössmann hat gerade die Kasse ausgeraubt. Jörg, der ausgebrannte Leiter einer Werbeagentur, und Pit, ein jugendlicher Null-Bock-Waver, begehren die Blondine Marion. Sie arbeitet bei Jörg. Der Notruf funktioniert nicht und schnell liegen die Nerven blank. Die vier Eingeschlossenen versuchen sich zu befreien und verschlimmern so ihre Lage.

Bereits während der Dreharbeiten plante der Heyne Verlag ein Buch zum Film. Allerdings war lange unklar, ob es eine Romanfassung des Drehbuchs oder ein Blick hinter die Kulissen, also ein Drehbericht, werden sollte. Am Ende wurde sich für den Roman zum Film entschieden und Göhre musste in vier Wochen das Manuskript abliefern.

Der so entstandene Roman „Abwärts“ ist kaum mehr als die Prosaversion des Drehbuchs. Wer also den Film gesehen hat, braucht das Buch nicht mehr zu lesen.

Die Erstausgabe war reichhaltig bebildert. Die neue Ausgabe des Pendragon-Verlags verzichtet auf die Bilder. Dafür gibt es ein zwanzigseitiges Nachwort von Frank Göhre, das interessante Einblicke in die Entstehung, Vermarktung und die Ereignisse nach dem Kinostart vermittelt.

-

Frank Göhre: Abwärts

Pendragon 2009

200 Seiten

9,90 Euro

-

Originalausgabe

Frank Göhre/Carl Schenkel: Abwärts

Heyne, 1984

192 Seiten

-

Verfilmung


Abwärts (Deutschland 1984)

Regie: Carl Schenkel

Drehbuch: Carl Schenkel, Frank Göhre (Dialoge)

mit Götz George, Renée Soutendijk, Wolfgang Kieling, Hannes Jaenicke, Kurt Raab, Klaus Wennemann, Ralf Richter

-

Hinweise

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)


Mord und Totschlag – mit Worten – und zwei Sachbücher

März 18, 2013

Nachdem ich vor einigen Tagen einige der in den letzten Monaten gesehenen und noch nicht besprochenen Filme abarbeitete, sind jetzt die gelesenen Werke mit Wenige-Satz-Kritiken dran. Einige gute, einige weniger gute – und ein Sachbuch, mit dem ich schon seit Monaten mein halbes Umfeld nerve.

Jarvis - Mehr Transparenz wagen - 2

Es ist „Mehr Transparenz wagen“ von Jeff Jarvis und es gehört zum intelligentesten, was ich in letzter Zeit über das Internet und den damit verbundenen Veränderungen von Privatsphäre und Öffentlichkeit gelesen habe. Jeff Jarvis ist Journalist, Blogger und Professor an der Journalistenschule der City University of New York. Er zeigt, immer wieder, sehr gelungen und fundiert den großen historischen Bogen bis hin zur Erfindung des Buchdrucks schlagend, wie das Internet die Welt verändert, wie das Verhältnis von Privatsphäre und Öffentlichkeit sich in den vergangenen Jahrhunderten änderte (und warum bestimmte Soldaten „Privates“ und „Public Schools“ [also Internate] gar nicht so öffentlich sind), wie sehr ihm der Gang in die Öffentlichkeit mit seiner Prostatakrebs-Erkrankung half, weil er viel Zuspruch bekam, das Thema in der Öffentlichkeit thematisiert wurde und er auch hilfreiche Informationen bekam und da sind wir schon bei dem großen Thema des Buches. Denn Jeff Jarvis geht es darum, zu zeigen, wie das Teilen von Wissen, Informationen und Erfahrungen unsere Welt verbessern kann. Wie die Zusammenarbeit von Kunden und Unternehmen zu besseren Produkten führt. Nämlich zu den Produkten, die die Kunden wollen. Das zeigt er an zahlreichen Beispielen und, im Gegensatz zu den Büchern über das Internet, die ich zuletzt von deutschsprachigen Autoren gelesen (manchmal auch nur angelesen) habe, nie mit einem larmoyant-kulturpessimistischen, sondern mit einem optimistischen Blick in die Zukunft. Ohne dabei die Probleme zu leugnen.

Auch wenn ich nicht mit jeder seiner Thesen übereinstimme, stimme ich ihm in vielen Punkten zu und „Mehr Transparenz wagen!“ hat mich zum Nachdenken angeregt und mir neue Einsichten und Erkenntnisse verschafft – und das kann wahrlich nicht von jedem Buch gesagt werden.

Also: Lesebefehl!

-

Jeff Jarvis: Mehr Transparenz wagen! – Wie Facebook, Twitter & Co die Welt erneuern

(übersetzt von Lutz-W. Wolff)

Quadriga, 2012

320 Seiten

24,99 Euro

-

Originalausgabe

Public Parts. How Sharing in the Digital Age improves the Way We Work and Live

Simon & Schuster, 2011

-

Hinweise

Buzzmachine (Blog von Jeff Jarvis)

Wikipedia über Jeff Jarvis (deutsch, englisch)

-

Pallay - Zugriff - 2

Emil Pallays „Zugriff – Aus dem Leben eines SEK-Mannes“ reiht sich nahtlos in die Reihe der deutschsprachigen True-Crime-Bücher ein. Pallay war zwanzig Jahre Mitglied des Spezialeinsatzkommandos Südbayern und in „Zugriff“ erzählt er von einigen Einsätzen, bei denen er dabei war. Meist als Einsatzleiter. Das bleibt dann im anekdotischen stecken und es fehlt auch jede kritische Perspektive.

Ich habe nichts gegen Erfahrungsberichte, aber ich hätte auch gerne mal einige Bücher von Journalisten, die nach einer intensiven Recherche ein kritisches Buch über die Arbeit der Polizei oder bestimmte Einsätze und Fälle schreiben. Es muss ja nicht gleich der Nachfolger von Truman Capotes „Kaltblütig“ (Cold Blood, 1965) sein, aber es sollte schon mehr als eine Anekdotensammlung sein.

-

Emil Pallay: Zugriff – Aus dem Leben eines SEK-Mannes

Heyne, 2013

224 Seiten

8,99 Euro

-

Jonas - Bis zum Hals

Mit seinem neuen Buch „Bis zum Hals“ versucht Kabarettist Bruno Jonas etwas neues. Anstatt die gedruckte Fassung von seinem aktuellen Programm vorzulegen oder mehrere Satiren, die er in den letzten Jahren auf der Bühne vortrug, gesammelt zu veröffentlichen, hat er zehn Geschichten geschrieben, in denen Menschen an einem Endpunkt angekommen sind und die über ihr bisheriges und künftiges Leben reflektieren.

In der ersten Geschichte „HerzLos“, gleichzeitig mit fast fünfzig Seiten auch die längste Geschichte des Buches, hat ein Boulevard-Journalist einen Herzanfall. Gegen den behandelten Arzt hatte er eine Rufmordkampagne inszeniert und er fragt sich, ob der Arzt ihn deshalb bei der Operation zufällig tötet. Das Spenderherz kommt von einem von-Guttenberg-Klon, den er mit seinen Artikeln aus dem Amt jagte und in den Suizid trieb. Die Operation gelingt und der Journalist will jetzt als Bekehrter für seine früheren Sünden büßen und nur noch über das Wahre und Gute schreiben.

Das ist so vorhersehbar-moralinsauer und bis zur erbaulich-wirklichkeitsfernen Schlusspointe erschreckend bieder-bräsig erzählt, dass diese Erzählung eher an die witzigen Geschichten eines Heinz Erhardt, als an die treffsicheren und genau beobachtenden Satiren eines Bruno Jonas erinnert. Die harmlose Geschichte machte mich auch nicht neugierig auf die anderen, vielleicht sogar guten Geschichten. Stattdessen nahm ich nach „HerzLos“ die Chance wahr, „Bis zum Hals“ zur Seite zu legen und mich anderen Werken zuzuwenden.

-

Bruno Jonas: Bis zum Hals

Karl Blessing Verlag, 2012

240 Seiten

17,95 Euro

-

Hinweise

Homepage von Bruno Jonas

Wikipedia über Bruno Jonas

Kaberett Live über Bruno Jonas

-

Parker - Das dunkle Paradies - Pendragon2

Nachdem Robert B. Parker mit seinen Spenser-Romanen inzwischen bei Pendragon einen guten Unterschlupf gefunden hat und sogar sein Western „Appaloosa“ übersetzt wurde, hat Pendragon sich jetzt seine, erfolgreich mit Tom Selleck verfilmten, Jesse-Stone-Romane vorgenommen. Der erste, jetzt bei Pendragon wiederveröffentlichte Jesse-Stone-Roman „Das dunkle Paradies“ erschien bereits 1998 bei Rowohlt. Die folgenden acht von Robert B. Parker geschriebenen Stone-Romane wurden nicht mehr übersetzt. In den USA hat Michael Brandman, nach Parkers Tod, bereits zwei weitere Stone-Romane geschrieben.

In „Das dunkle Paradies“ tritt Jesse Stone, ein geschiedener Alkoholiker, der gerade bei der Mordkommission in Los Angeles rausgeworfen wurde, seinen neuen Job in Paradise, einer kleinen Ostküstenstadt in der Nähe von Boston, Massachusetts an. Während Jesse Stone sich keine Illusionen über den Grund für seine Einstellung macht, haben der Vorsitzende des Stadtrats und seine engsten Vertrauten sich verschätzt. Nach einem Mord beginnt Jesse Stone mit ernsthaften Ermittlungen, die sich auch gegen die Stadtspitze richten. Denn er hat nichts mehr zu verlieren.

Im Gegensatz zu den in der ersten Person erzählten Spenser-Romanen, erzählt Robert B. Parker die Jesse-Stone-Geschichten aus der dritten Personen und auch aus verschiedenen Perspektiven und gerade bei den ersten Stone-Romanen sieht man, dass Robert B. Parker sich freute, Geschichten zu erzählen, die nicht in den Spenser-Kosmos gehörten. Denn ein Privatdetektiv, der in einer festen Beziehung lebt, ist das Gegenteil eines verkorksten Alkoholikers, der seiner Ehe hinterhertrauert und in einer Kleinstadt Polizist spielt.

Für die Neuausgabe schrieb Frank Göhre ein siebenseitiges Nachwort.

-

Robert B. Parker: Das dunkle Paradies – Ein Fall für Jesse Stone

(übersetzt von Robert Brack)

Pendragon, 2013

352 Seiten

10,95 Euro

-

Originalausgabe

Night Passage

G. P. Putnam’s Sons, New York, 1997

-

Deutsche Erstausgabe

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998

-

Verfilmung

Jesse Stone: Knallhart (Jesse Stone: Night Passage, USA 2006)

Regie: Robert Harmon

Drehbuch: Tom Epperson

mit Tom Selleck, Stephanie March, Stephen Baldwin, Saul Rubinek, Viola Davis, Kohl Sudduth

-

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte

-

Chraibi - Inspektor Ali im Trinity College

Bei „Inspektor Ali im Trinity College“ von Driss Chraibi hilft die Länge, eigentlich Kürze von 128 Seiten, ungemein. Denn Chraibi will sich vor allem einen Spaß machen, indem er einen Culture Clash zwischen Afrika und England inszeniert. Der Kriminalfall ist dabei bestenfalls eine notdürftige dramaturgische Klammer, die Inspektor Ali von Casablanca nach Cambridge versetzt. Dort soll der geniale Ermittler Scotland Yard bei einem Mordfall helfen. Denn im ehrwürdigen Trinity College wurde eine marokkanische Prinzessin ermordet.

Bei seinen Ermittlungen bemüht sich der geniale Ermittler möglichst jedes Klischee und Vorurteil, das der Westen über Araber hat, zu erfüllen. Das ist anfangs witzig, aber es mündet schnell in eine billige Nummernrevue, in denen einfach immer wieder das schlechte Benehmen, die überragende sexuelle Potenz und Brünstigkeit von Inspektor Ali hoffnungslos übertrieben zur Schau gestellt werden.

-

Driss Chraibi: Inspektor Ali im Trinity College

(übersetzt von Regina Keil-Sagawe)

Unionsverlag, 2012

128 Seiten

10,95 Euro

-

Originalausgabe

L’Inspector Ali à Trinity College

Éditions Denoel, Paris, 1996

-

Deutsche Erstausgabe

Unionsverlag, 1998

-

Hinweise

Unionsverlag über Driss Chraibi

Wikipedia über Driss Chraibi

Krimi-Couch über Driss Chraibi

Kirjasto über Driss Chraibi

-

Bruen - Coleman - Tower

Nachdem Ken Bruen die drei genial-abgedrehten Über-Pulps „Flop“, „Crack“ und „Attica“ mit Jason Starr schrieb, hat er sich mit Reed Farrel Coleman, einem in den USA abgefeiertem Noir-Poeten, dessen bislang noch nicht übersetzten Krimis mehrmals für den Edgar nominiert waren und der mehrere Shamus Awards erhielt, zusammengetan und „Tower“ geschrieben. In „Tower“ erzählen sie von den seit ihrer Jugend miteinander befreundeten New Yorker Kleinkriminellen Nick und Todd und ihrem Leben auf den unteren Stufen eines Gangstersyndikats. Als Nick Todd umbringen soll, weil dieser ein Polizeispitzel ist, geraten die Dinge außer Kontrolle.

Tower“, das in New York während der neunziger Jahre spielt (es endet am 11. September 2001), ist sicher nicht der stärkste Roman von Ken Bruen. Denn der Aufbau von „Tower“, wonach die Geschichte zuerst aus der Sicht von Nick (das dürfte die von Ken Bruen geschriebene Hälfte sein) und danach aus der Sicht von Todd erzählt wird, führt dazu, dass wir in der zweiten Hälfte die gleichen Ereignisse aus einer anderen Perspektive, aber ohne einen wirklich großen Erkenntnisgewinn wieder lesen.

Das ist nicht wirklich schlecht, aber auch etwas zu sehr in den bekannten Gewässern. Trotz dem trockenen Humor und den sympathisch-unsympathischen Charakteren, die letztendlich alle Berufsverbrecher sind.

“Tower” erhielt den Macavity Award als bester Roman des Jahres.

-

Ken Bruen/Reed Farrel Coleman: Tower

(übersetzt von Richard Betzenbichler)

Rotbuch Verlag, 2012

224 Seiten

12,95 Euro

-

Originalausgabe

Tower

Busted Flush Press, 2009

-

Hinweise

Homepage von Reed Farrel Coleman

 

Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Ken Bruen in der Kriminalakte

-

Child - Underground - 2

Während „Tower“ mit 9/11 endet, thematisiert der neue Jack-Reacher-Roman „Underground“ von Lee Child in einer gewissen Weise die Folgen und die Vorgeschichte von 9/11. In New York sieht Jack Reacher nach Mitternacht in einer U-Bahn eine Frau, die alle Anzeichen einer Selbstmord-Attentäterin hat. Als er sie von dem Attentat abhalten will, erschießt sie sich – und Jack Reacher steckt wieder einmal tief im Schlamassel. Denn die Selbstmord-Attentäterin war keine Selbstmord-Attentäterin, sondern eine kleine Pentagon-Angestellte in der Personalabteilung, und mehrere Leute glauben, dass sie Jack Reacher vorher wichtige Unterlagen gegeben hat, die die nationale Sicherheit bedrohen. Ein besonderes Interesse daran haben der hochdekorierte Kongressabgeordnete John Sansom aus North Carolina, der Senator werden will und der als Mitglied eines Special-Forces-Kommandos 1983 in Afghanistan war und für diesen Einsatz eine hohe Auszeichnung erhielt, und die Ukrainerin Lila Hoth, die mit einer seltsamen Geschichte in den USA einen Soldaten sucht.

Nach dem furiosen Beginn plätschert „Underground“ etwas unglücklich vor sich hin, weil Jack Reacher von A nach B läuft und meistens wenige Seiten später erklärt, dass er von Anfang an wusste, dass er gerade eben belogen wurde und das lange zurückliegende, nie vollständig aufgeklärte Ereignis in Afghanistan wirkt als Auslöser für die heutigen Ereignisse etwas zu bemüht.

Underground“ ist ein zu redseliger Thriller mit viel zu viel Militärpatriotismus. Denn in erster Linie will Jack Reacher Sansom helfen, weil Soldaten sich gegenseitig helfen.

-

Lee Child: Underground

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2012

448 Seiten

19,99 Euro

-

Originalausgabe

Gone Tomorrow

Bantam Press, 2009

-

Hinweise

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“

Meine Besprechung von Christopher McQuarries Lee-Child-Verfilmung „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

-

Bell - Die Farbe der Nacht

Auch Madison Smartt Bell schlägt in „Die Farbe der Nacht“ einen Bogen von 9/11 in die Vergangenheit. Aber ganz anders als Lee Child. Madison Smartt Bell, eigentlich ein literarischer Schriftsteller und kein klassischer Krimiautor (obwohl er mit „Ein sauberer Schnitt“ [Straight Cut, 1986] einen tollen Hardboiled-Krimi schrieb) begibt sich in „Die Farbe der Nacht“ zurück in die Flower-Power-Zeit, den Drogenmissbrauch, die freie Liebe und den wirklich kriminellen Taten einer Hippie-Kommune.

Ich-Erzählerin Mae, die als Croupiere in einem Casino in Nevada arbeitet, entdeckt in einer TV-Aufnahme von dem Anschlag auf das World Trade Center ihre alte Freundin Laurel. „Blut lief ihr aus den Mundwinkeln, wie damals, doch nicht aus denselben Gründen.“ Sie erinnert sich an ihre gemeinsame Vergangenheit als sie in einer sektenhaften Hippie-Kommune des charismatischen Gurus D. zusammenlebten, sich ineinander verliebten, Sex mit wechselnden Partnern, unter anderem dem bekannten Musiker O., hatten und zunächst kleinere Einbrüche begingen.

Erinnerungen an die Manson-Familie sind nicht zufällig.

Die Farbe der Nacht“ ist, obwohl es derzeit auf der KrimiZeit-Bestenliste steht, eine Reise zur dunklen Seite der Flower-Power-Bewegung, die auch ziemlich Noir ist, aber sich nicht um Krimikonventionen kümmert, weil es kein Krimi ist. Bells kurzer Roman ist eine durchaus faszinierende Lektüre, die allerdings bewusst skizzenhaft bleibt und munter zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Traum und Realität hin und her springt.

-

Madison Smartt Bell: Die Farbe der Nacht

(übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann)

Liebeskind, 2013

240 Seiten

18,90 Euro

(Die vorliegende Ausgabe basiert auf der Urfassung des Autors)

-

Originalausgabe

The Color of Night

Random House, 2011

-

Hinweise

Krimi-Couch über Madison Smartt Bell

Wikipedia über Madison Smartt Bell

 

 


Sehr Noir: Mit Daniel Woodrell „Im Süden“

November 22, 2012

Beginnen wir mit der schlechten Nachricht: „Im Süden“, das neue Buch von Daniel Woodrell, enthält keine neuen Zeilen von ihm.

Und jetzt die gute Nachricht: Nachdem seine drei ersten Romane „Cajun Blues“ (Under the bright Lights, 1986), „Zoff für den Boss“ (Muscle for the Wing, 1988; jetzt „Der Boss“) und „John X“ (The Ones you do, 1992), die alle in der fiktiven Louisiana-Gemeinde St. Bruno spielen und den Kriminalpolizisten Rene Shade zum Protagonisten haben, seit Ewigkeiten nur noch antiquarisch erhältlich waren und teils zu astronomischen Preisen angeboten werden, kann man sich jetzt die Bayou-Trilogie (sozusagen, nach Rene-Shade-Serie und St.-Bruno-Bücher, die dritte Sammelbezeichnung für die drei Noirs) in einem Buch, ergänzt um ein sechsseitiges Vorwort von Frank Göhre, zu einem normalen Preis besorgen und entdecken, dass Daniel Woodrell schon seit seinem ersten Roman mit den Genreregeln spielte und sich um die düsteren Seiten der amerikanischen Wirklichkeit kümmerte. Denn St. Bruno ist eine dieser hochkorrupten Südstaatengemeinden, in denen das Verbrechen prächtig gedeiht und die Polizei hauptsächlich den Verkehr regeln soll, manchmal darf sie auch etwas störenden Schmutz beseitigen.

In „Cajun Blues“ untersucht Rene Shade den Mord an einem afroamerikanischen Lokalpolitiker. Weil er nicht glaubt, dass der Redneck Jewell Cobb der alleinige Täter ist, ermittelt er weiter und stolpert in einen Korruptionsskandal.

In „Der Boss“ wollen drei aus dem Gefängnis entlassene Mitglieder der weißen Gefängnisbruderschaft „The Wing“ die Macht in St. Bruno übernehmen. Nachdem sie bei ihrem ersten Überfall einen Polizisten töten, soll Rene Shade sie finden. Und wenn die Polizistenmörder dabei sterben, ist es, so die Stadtväter, auch nicht schlimm. Dabei hilft ihm sein Jugendfreund Shuggie. Ein Gangster.

Und in „John X“ hat Rene Shade nur noch eine Nebenrolle. Im Mittelpunkt steht sein Vater John X. Shade, der plötzlich mit seiner Tochter auftaucht und einfach wieder seinen Platz als Herr des Hauses beansprucht. Dabei ist er vor allem nach St. Bruno zurückgekehrt, weil er mächtig Ärger hat.

In diesen drei Noirs folgt Daniel Woodrell rudimentär den Konventionen des Polizeiromans, indem er einen Polizisten zum Helden nimmt und die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dabei höhlt er die Genrekonventionen immer mehr, zugunsten von prägnant geschriebenen Szenen aus. Denn die Romane wirken zunehmend wie miteinander verknüpfte, herrlich lakonisch erzählte Kurzgeschichten voller absurder und grotesker Szenen.

Später wurde Daniel Woodrell mit Verbrechergeschichten, in der die Ich-Erzähler für ein Familientreffen eine Pistole einstecken und Kinder viel zu früh erwachsen werden müssen, zum Chronisten der Ozarks.

-

Daniel Woodrell: Im Süden – Die Bayou-Trilogie

Heyne, 2012

656 Seiten

10,99 Euro

-

Originalausgabe“

The Bayou Trilogy

Mulholland Books, 2011

-

enthält

Under the bright lights

1986

-

Deutsche Erstausgabe

Cajun Blues

(übersetzt von Christine Strüh und Adelheid Zöfel)

Heyne, 1994

-

Muscle for the Wing

1988

-

Deutsche Erstausgabe

Zoff für den Boss

(übersetzt von Christine Strüh und Adelheid Zöfel)

Heyne, 1995

(jetzt „Der Boss“)

-

The Ones you do

1992

-

Deutsche Erstausgabe

John X

(übersetzt von Teja Schwaner)

Rowohlt, 1999

-

Hinweise

Kaliber.38 über Daniel Woodrell

Mordlust über Daniel Woodrell

Wikipedia über Daniel Woodrell

The Independent: John Williams über Daniel Woodrell (16. Juni 2006)

The Southeast Review interviewt Daniel Woodrell (1. April 2009)

River Cities’ Reader über Daniel Woodrell (8. April 2010)

The Wall Street Journal/Speakeasy (Steven Kurutz) unterhält sich mit Daniel Woodrell über “Winter’s Bone” (27. Februar 2011)

Daniel Woodrell bei Mulholand Books

Meine Besprechung von Daniel Woodrells „Winters Knochen“ (Winter’s Bone, 2006)

Meine Besprechung von Daniel Woodrells „Der Tod von Sweet Mister“ (The Death of Sweet Mister, 2001)

Daniel Woodrell in der Kriminalakte

 


Blutig, dieser „Mord(s)kalender 2013“

September 12, 2012

Filmkalender sind ja okay, aber für einen richtigen Krimifan auch irgendwie etwas blutleer. Ein „Mord(s)kalender“ entspricht da schon eher den Bedürfnissen und mit der neuesten Ausgabe kommt der Conte Verlag diesem Bedürfnis auch im besten Hosentaschenformat nach.

Was erwartet den geneigten Krimifan bei diesem Kalender? Außer natürlich einem gültigen Kalender für 2013. Nun, täglich sind, oft mehrere, Geburts- und Todestage von wichtigen Krimischaffenden, normalerweise mit einigen weiterführenden Informationen, aufgelistet.

Warum hab ich „Krimischaffende“ und nicht „Krimiautoren“ geschrieben? Nun, am 12. September wird Johnny Cash, der am 12. September 2003 gestorben ist, erwähnt, weil: er ist „mehrmals in Gefängnissen aufgetreten und hat mit ‘I shot a man in Reno just to watch him die’ eine der prägnantesten Zeilen zum Thema ‘Rock und Mord’ gesungen“. Wolfgang Menge, geb. 10. April 1924, der Drehbücher für „Stahlnetz“ und „Tatort“ schrieb, „Ein Herz und eine Seele“ erfand und eine Institution für den TV-Krimi ist, wird ebenfalls erwähnt. Dummerweise geht es ihm wie vielen Institutionen: man ignoriert sie. Aber das ist eine andere Geschichte.

Es gibt ein kleines Glossar, Linktipps, ein alphabetisches Namensregister, und natürlich eine Übersicht über die Schulferien.

Das Herzstück sind allerdings die 53 Obduktionen. Jede Woche gibt es eine einseitige Kolumne, „die sich mit einem Aspekt der kommenden sieben Tage eingehender befasst“. Manchmal, allerdings viel zu selten, ist dieser Zusammenhang offensichtlich: wenn es um den 50. Geburtstag von Uta-Maria Heim (geb. 14. Oktober 1963), der 50. Geburtstag von Ralf Kramp (geb. 29. November 1963), den 60. Geburtstag von Jan Zweyer (geb. 12. Dezember 1953), der 65. Geburtstag von Henning Mankell (geb. 3. Februar 1948), den 70. Geburtstag von Frank Göhre (geb. 16. Dezember 1943), den 125. Geburtstag von Raymond Chandler (geb. 23. Juli 1888) und den 25. Todestag von Charles Willeford (27. März 1988) geht.

Aber meistens könnten die Texte auch einfach in einem anderen Jahr gedruckt werden. So werden in anderen Obduktionen, relativ willkürlich, irgendwie interessante und wichtige Themen abgegrast, wie unvollendete Romane (ach ja, Max Allan Collins hat nicht zwei, sondern bereits drei Mike-Hammer-Romane von Mickey Spillane vollendet, der vierte „Lady, Go Die!“ erschien im Frühling und dürfte damit am Redaktionsschluss für diesen Kalender vorbeigeschrammt sein – und noch keiner wurde übersetzt), Winterkrimis, Kriminalromane und Literatur, Marianne Bachmeier und ihre Selbstjustiz im Gerichtssaal am 6. März 1981, Kitty Genovese und der Bystander-Effekt (sie wurde am 13. März 1964 auf offener Straße getötet [diese „Obduktion“ hätte daher besser in den 2014er-Kalender gepasst]), Rex Miller und das Monströse, ein Porträt von „Pulp Master“ (Uups, wurde da ein älterer Text verwendet? „dessen ‘Piss in den Wind’ zu einem Höhepunkt des Jahres 2011 wird“), vergessene Bestseller, das Regiophänomen, Sherlock Holmes stirbt nie (Yeah!), die Premiere von „Rashomon“ am 25. August 1950 (deutsche Kinostart war erst zwei Jahre später) oder die von „Fahrstuhl zum Schafott“ am 29. Januar 1958 (allerdings erst in einer November-“Obduktion“,; der deutsche Kinostart war am 29. August 1958), einige Worte über das Gangsterpärchen Bonnie Parker und Clyde Barrow, die sich im Januar 1930 begegneten (nicht 1920, wie es im „Mord(s)kalender“ steht) und am 23. Mai 1934 im Kugelhagel starben, und eine Eloge auf George V. Higgins, der von etlichen wichtigen US-Krimiautoren bewundert wird und bei uns nur noch antiquarisch erhältlich ist.

Und alle vier Wochen gibt es den „Held des Monats“. 2013 sind es Hans Bärlach (von Friedrich Dürrenmatt), Tom Ripley (von Patricia Highsmith), Karin Lietze (von Pieke Biermann), Konstantin Kirchenberg (von Norbert Horst; immerhin war seine erste Ermittlung 2003 in „Leichensache“), Isaac Sidel (von Jerome Charyn), Jean-Baptiste Adamsberg (von Fred Vargas), Mike Hammer (von Mickey Spillane), Richter Di (von Robert van Gulik), Jane Marple (von Agatha Christie), Auguste Dupin (von Edgar Allan Poe), Lisbeth Salander (von Stieg Larsson) und Artie Wu und Quincy Durant (von Ross Thomas).

-

Mord(s)kalender 2013 – Deine Tage sind gezählt

Conte Verlag, 2012

256 Seiten

11,90 Euro

 


Die Glauser-Nominierungen 2011

Februar 16, 2011

Jetzt hat das Syndikat, die Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren, in der Königskategorie Romane die Shortlist (basierend auf der Longlist und schneller als erwartet) und die Nominierungen in den anderen Kategorien veröffentlicht:

Bester Roman

Frank Göhre – Der Auserwählte, Pendragon

Paulus Hochgatterer – Das Matratzenhaus, Deuticke

Bernhard Jaumann – Die Stunde des Schakals, Rowohlt

Kurt Palm – Bad Fucking, Residenz

Klaus Stickelbroeck – Fischfutter, KBV

-

Bestes Debüt

Johanna Alba und Jan Chorin -Halleluja, rororo

Petra Busch – Schweig still, mein Kind, Knaur

Lukas Erler – Ölspur, Kein & Aber

Rita Falk – Winterkartoffelknödel, dtv

Tanja Griesel – Rothard, Hoffmann und Campe

-

Bester Kurzkrimi

Zoe Beck – Rapunzel (in: “Märchenmörder”, Kölnisch-Preußische Lektoratsanstalt)

Anne Chaplet – Countdown in Selm (in: “Mord am Hellweg V”, Grafit)

Anke Laufer – Die Abweichung (in: “Wie fühlt es sich an ein Tier zu sein”, Swiridoff)

Judith Merchant- Annette schreibt eine Ballade (in: “Mörderisches Münsterland”, KBV)

Sybille Zimmermann – Kleiner Tod (in: “Die lange Tote vom Münsterplatz”, Wellhöfer)

-

Hansjörg-Martin-Preis 2011 (Kinder- und Jugendkrimi)

Anja Fröhlich – Benni, ich und der Fall Tuckermann , Klopp

Agnes Hammer – Dorfbeben, script5

Irma Krauss – Glücksgift, cbt

Silke Lambeck – Die wilde Farm, Bloomsbury

Ursula Poznanski – Erebos, Loewe

-

Friedrich-Glauser-Ehrenpreis 2011

Dr. Jürgen Alberts

-

Die Verleihung ist auf der Criminale (4. bis 8. Mai).

-

Tja, nun, auch wenn ich die meisten Werke nicht kenne: einen herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten.

 


Die Glauser-2011-Longlist

Februar 4, 2011

Vor der Shortlist (die in einem Monat veröffentlicht wird) hat die Jury für den diesjährigen Glauser-Preis, dem Krimipreis der Autorenvereinigung „Das Syndikat“, folgende Bücher auf ihre Longlist gesetzt:

Zoe Beck – Das alte Kind (Bastei Lübbe)

Gunter Gerlach – Friedhof der Beziehungen (Ars Vivendi)

Frank Göhre – Der Auserwählte (Pendragon)

Paulus Hochgatterer – Das Matratzenhaus (Deuticke)

Bernhard Jaumann – Die Stunde des Schakals (Rowohlt)

Kurt Palm – Bad Fucking (Residenz)

Bernhard Salomon – Donaublut (Emons)

Amaryllis Sommerer – Keine Wunde, nichts (Milena)

Klaus Stickelbroeck – Fischfutter (KBV)

Daniel Twardowski – Das blaue Siegel (Goldmann)

-

Hm, da sind ja mal wieder viele mir unbekannte Autoren und Bücher dabei.


Deutscher Krimipreis 2011 verliehen

Januar 19, 2011

Dieses Jahr geht der von Kritikern und Buchhändlern verliehene „Deutsche Krimi Preis“ (so die offizielle Schreibweise des DKP) an:

National

1. Platz: Bernhard Jaumann: Die Stunde des Schakals

2. Platz: Frank Göhre: Der Auserwählte

3. Platz: D. B. Blettenberg: Murnaus Vermächtnis

-

International

1. Platz: Don Winslow: Tage der Toten (The power of the dog)

2. Platz: Josh Bazell: Schneller als der Tod (Beat the Reaper)

3. Platz: Dominique Manotti: Letzte Schicht (Lorraine Connection)

-

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner.


Kleinkram, vollkommen unsortiert

Dezember 1, 2010

Für den ” Telegraph” hat David Gritten sich mit Elmore Leonard unterhalten. Der Grund war die DVD-Veröffentlichung der ersten Staffel der TV-Serie “Justified” mit Timothy Olyphant als dem von Elmore Leonard erfundenem Charakter US Marshal Raylan Givens in der Hauptrolle.

In dem Interview erfahren wir auch, was “W W E D” bedeutet.

-

Für die “taz” hat Ilka Kreutzträger sich mit Frank Göhre unterhalten:

Ich weiß bei meinen Geschichten, auf welche inhaltliche Lösung ich hinauswill, aber wenn mich meine Frau abends fragt, wie es weitergehen soll, kann ich keine Auskunft geben.

-

Für Collider hat Steve Weintraub sich mit William Monahan über seine Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (die deutsche Ausgabe ist jetzt bei Suhrkamp erschienen [Unbedingt kaufen!]) unterhalten.

-

Daniel Woodrell fragt sich “How much Ozarks is in me?”

-

Joe R. Lansdale meint “Walmart I can’t quit you”.

-

R.J. Ellory fragt “Why does an Englischman write American Fiction?”.

-

Lawrence Block erinnert sich an den Krimiautor Henry Kane (Sie kennen ihn nicht? Im nächsten Antiquariat müssten Sie eines seiner Werke finden.).

-

Darren Aronofsky

- spricht über seinen letzten Film “Black Swan” (deutscher Kinostart ist 20. Januar 2011). Hauptdarstellerin Natalie Portman war auch dabei.

- spricht über seinen nächsten Film “The Wolverine” (yep, X-Men-Universum):

I think, for the first time in my life—you know, every single film that I’ve done so far I’ve been the only person in the room who wants to make the movie. And, I kinda am excited about doin’ a film where actually everyone wants to make it. And, just to see what the experience is like and to see if I can do what I do in that world.

Ich gehe mal davon aus, dass die Produzenten wissen, dass Darren Aronofsky nicht gerade der klassische Mainstream-Regisseur ist und sie keinen 08/15-Blockbuster wollen. Sonst könnte es zu ernsthaften “kreativen Differenzen” kommen.

-

Der enorm produktive Kevin J. Anderson gibt in seinem Blog tolle Schreibtipps.

Anderson schrieb – wenn Sie sich gerade fragen, woher sie den Namen kennen -  zahlreiche “Star Wars”- und “Akte X”-Romane.


Die KrimiWelt-Bestenliste November 2010

Oktober 30, 2010

Die Bestenliste der KrimiWelt für den ungemütlichen November:

1 (1) Don Winslow: Tage der Toten

2 (-) Zoran Drvenkar: DU

3 (5) David Peace: Tokio, besetzte Stadt

4 (4) Nii Parkes: Die Spur des Bienenfressers

5 (-) Heinrich Steinfest: Batmans Schönheit

6 (9) Thomas Willmann: Das finstere Tal

7 (-) Anne Holt: Gotteszahl

8 (3) Jenny Siler: Verschärftes Verhör

9 (-) Oliver Bottini: Das verborgene Netz

10 (-) Martin Booth: The American

-

In ( ) ist die Platzierung des Vormonats.

-

Also wieder fünf Neueinsteiger. Richard Price, Frank Göhre und Garry Disher sind draußen, aber immer noch lesenswert. Bei den Neueinsteigern ist Zoran Drvenkar sicher einen Blick wert und Martin Booth hat es dank der gleichnamigen Verfilmung (mit George Clooney als Killer) in die deutschen Buchhandlungen und auf die Liste geschafft.


KrimiWelt-Bestenliste Oktober 2010

September 25, 2010

Die Bestenliste der KrimiWelt für den Oktober sieht so aus:

1 (-) Don Winslow: Tage der Toten

2 (1) Richard Price: Cash

3 (3) Jenny Siler: Verschärftes Verhör

4 (-) Nii Parkes: Die Spur des Bienenfressers

5 (-) David Peace: Tokio, besetzte Stadt

6 (9) Frank Göhre: Der Auserwählte

7 (8) Derek Nikitas: Scheiterhaufen

8 (5) Garry Disher: Rostmond

9 (-) Thomas Willmann: Das finstere Tal

10 (5) Jo Nesbø: Headhunter

-

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

-

Nachdem im letzten Monat sechs Romane neu auf die Liste kamen, geht’s diesen Monat mit vier Neueinsteigern vergleichsweise gemütlich zu. Aber Don Winslows „Tage der Toten“ und David Peaces „Tokio, besetzte Stadt“ sind ziemlich wuchtige Bücher.


KrimiWelt-Bestenliste September 2010

August 28, 2010

Die Bestenliste der KrimiWelt für den September:

1 (1) Richard Price: Cash

2 (4) Dominique Manotti: Letzte Schicht

3 (-) Jenny Siler: Verschärftes Verhör

4 (8) Giancarlo de Cataldo: Romanzo Criminale

5 (-) Garry Disher: Rostmond

5 (-) Jo Nesbø: Headhunter

6 (-) Richard Stark: Irgendwann gibt jeder auf

7 (-) Jussi Adler-Olsen: Schändung

8 (3) Derek Nikitas: Scheiterhaufen

9 (-) Frank Göhre: Der Auserwählte

-

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

-

Tja, sechs Neueinsteiger (drei davon hab ich letzten Monat schon angekündigt). Davon sind fünf auf meinem Zu-Lesen-Stapel; der Parker von Richard Stark steht im Original schon lange im Regal.

Aber zuerst wird die die Vorlage für die am 7. Oktober startende, tolle Cormac-McCarthy-Verfilmung „The Road“ gelesen.

Draußen sind leider Pete Dexter, D.B. Blettenberg und Don Winslow, der am 14. September in Berlin ist.


KrimiWelt-Bestenliste August 2010

August 2, 2010

Die Damen und Herren der KrimiWelt haben die verschlossenen Umschläge abgeliefert, an einem geheimen Ort wurden sie miteinander verglichen und der Zeremonienmeister verkündete die Bestenliste für den August 2010:

1 (4) Richard Price: Cash

2 (1) Pete Dexter: God’s Pocket

3 (-) Derek Nikitas: Scheiterhaufen

4 (2) Dominique Manotti: Letzte Schicht

5 (9) Jiří Kratochvil: Das Versprechen des Architekten

6 (-) John Farrow: Treibeis

7 (-) D.B. Blettenberg: Murnaus Vermächtnis (Interview zum Buch)

7 (-) Don Winslow: Pacific Paradise

8 (-) Giancarlo de Cataldo: Romanzo Criminale

9 (10) John Hart: Das letzte Kind

-

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

-

Schon wieder fünf Neueinsteiger.

Die ersten beiden Plätze sind fest in der Hand großer amerikanischer Literaten, die auch in Hollywood ihre Spuren hinterlassen haben. Gegen Don Winslow kann nichts gesagt werden und der Einstieg von D. B. Blettenberg in die Bestenliste war überfällig.

Nächsten Monat könnten dann Garry Disher, Raúl Argemi, Claudia Pineiro, Jenny Siler, Frank Göhre, Robert Brack, Massimo Carlotto (Zählt eine Biographie?) und R. J. Ellory (obwohl das Buch so unglaublich dick ist) mit ihren neuen Werken auf der Liste sein.

Sebastian Fitzek wird’s dagegen wahrscheinlich nie auf diese Liste packen.


„Kaliber .64“ mit Jan Costin Wagner

Mai 26, 2010

Wer für die „Kaliber .64“-Reihe schreiben will, muss nur zwei Bedingungen erfüllen: ein deutschsprachiger Autor sein und einen 64-seitigen Text (naja, genaugenommen etwas weniger, aber im Satz kann immer noch etwas geschummelt werden) abliefern. Oh, und es sollte auch eine Kriminalgeschichte sein, aber das versteht sich bei dem Reihennamen und weil nur Krimiautoren (wie Friedrich Ani, Horst Eckert, Gunter Gerlach, Frank Göhre, Robert Hültner, Wolfgang Schorlau und Manfred Wieninger) und -autorinnen (wie Christine Grän, Edith Kneifl, Susanne Mischke, Regula Venske und Gabriele Wolff) gefragt werden ja von selbst. Und dennoch scheitern erstaunlich viele Autoren.

Auch Jan Costin Wagners „Kaliber .64“-Geschichte „Sandmann träumt“ ist nur ein Langweiler, der träge auf sein Ende zuschlurft. Der titelgebende Christoph Sandmann ist ein 59-jähriger, verheirateter Gymnasiallehrer, der sich in eine seiner Schülerinnen verliebt. Er schmachtet sie aber nur wie ein verliebter Teenager an. Als für eine Klassenfahrt ein Lehrer ausfällt, springt er ein. Während der Klassenfahrt (Abfahrt auf Seite 27) kommt es zu einem Ereignis, das Jan Costin Wagner auf Seite 49 so schnell und emotionslos schildert, dass erst auf der nächsten Seite deutlich wird, was Sandmann getan hat.

Die restlichen elf Seiten sind dann auch schnell gelesen und man fragt sich, warum Jan Costin Wagners Kimmo-Jonetaa-Romane so abgefeiert wurden.

Denn er gewinnt der altbekannten Geschichte vom Lehrer, der sich in eine Schülerin verliebt, keine neuen Aspekte ab. Sandmann ist als Charakter eine typische Schriftstellerfantasie, die mit den heutigen Lehrern nichts zu tun hat. So hat Sandmann als Endfünfziger 1968, die Siebziger mit freiem Sex, Kinderläden und dem Neuen Deutschen Film (Fassbinder, Herzog, Schlöndorff, Wenders), die Hochzeit der Friedensbewegung, Helmut Kohl, die Einheit und den 11. September erlebt, aber er verhält sich wie der vergeistigt-verklemmte Lehrer aus den weltfremden Filmen der fünfziger Jahre.

Dieser überaus passive Lehrer Sandmann bleibt – auch wegen Wagners knapper Sprache und den ermüdenden Stummelsätzen, die an ein schlechtes Drehbuch erinnern (Oh, halt, „Sandmann träumt“ ist ja ein Exposé für den nächsten TV-Film ohne sozialkritischen Touch) – als Charakter genauso austauschbar wie seine Kollegen und die Schüler.

Sandmann träumt“ blickt schüchtern in Richtung Patricia Highsmith und Georges Simenon (die Non-Maigrets) und bewegt sich dann zielstrebig in die entgegengesetzte Richtung in die Ödnis des papiernen Pseudo-Psychothrillers, der weder Psycho noch Thriller, aber viel Pseudo ist.

-

Jan Costin Wagner: Sandmann träumt

Edition Nautilus, 2009 (Kaliber .64)

64 Seiten

4,90 Euro

-

Hinweise

Homepage von Jan Costin Wagner

Wikipedia über Jan Costin Wagner

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Jan Costin Wagner

Krimi-Couch über Jan Costin Wagner

Alligatorpapiere: Befragung von Jan Costin Wagner (21. Juni 2005)


Erster Eindruck: Jochen Schmidt – Gangster, Opfer Detektive

Oktober 24, 2009

Schmidt - Gangster Opfer Detektive

Während meines Studiums hatte ich fast immer die rote Ullstein-Ausgabe von Jochen Schmidts „Gangster, Opfer, Detektive“ ausgeliehen. Im Buchhandel war sie damals nicht mehr zu bekommen und auch in Antiquariaten entdeckte ich kein Exemplar.

In den vergangenen Jahren war dann immer wieder eine Überarbeitung des Standardwerkes angekündigt worden.

Und jetzt ist es soweit.

Die „überarbeitete, aktualisierte und stark erweiterte Ausgabe“ liegt vor. Während die Ullstein-Ausgabe von 1989 ungefähr 700 Seiten hatte (normales Taschenbuchformat), hat die Neuausgabe bei KBV 1128 Seiten. Aber die Seitenzahl täuscht. Denn gleichzeitig ist die Neuausgabe in einem größeren Format gedruckt. Ich schätze mal, dass die Neuausgabe mindestens den doppelten Umfang hat.

Schmidt selbst schreibt in der Einleitung: „Von den 128 Kapiteln der Neuauflage sind nur etwa 40, also weniger als ein Drittel, gegenüber der Erstauflage unverändert, darunter allerdings auch die theoretischen Eingangskapitel des Buches, die deshalb nicht unbedingt auf dem neuesten Stand der Sekundärliteratur zum Krimi sind. Ein weiteres Drittel des Buches ist aktualisiert, also mehr oder weniger stark bearbeitet. Der Rest ist völlig neu.“

Das ist dann

  1. genug Lesestoff für einige lange Abende

  2. genug Leseanregungen für etliche weitere lange Abende

  3. genug Lesematerial, um sich an der Meinung des Autors zu reiben

Denn Jochen Schmidt formuliert immer noch pointiert seine Meinung, die öfters nicht dem Mainstream der Kritik folgt.

Schmidt konzentriert sich in „Gangster, Opfer, Detektive“ auf die Autoren und Werke, die in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland erhältlich waren. Das erklärt einige Lücken. Auch einige Autoren fehlen. Ad hoc sind mir Harlan Coben, Charlie Huston und Horst Eckert (dafür ist Frank Göhre ein Kapitel gewidmet) aufgefallen. Aber bei dem Umfang sind sie verzeihlich. Auch dass nicht alle Bibliographien auf dem neuesten Stand sind. Spontan ist mir das bei James Lee Burke (der letzte Robicheaux ist nicht „Last Car to Elysian Fields“), Norbert Horst, Andrea Maria Schenkel und David Peace (der im Namensverzeichnis fehlt) aufgefallen.

Weniger verzeihlich sind dagegen einige Tippfehler im Inhaltsverzeichnis (Im Text gibt es weitere.). Mir fielen sofort „Kinky Friedmant“ und „Garry Dishers Wyett“ auf. Das sollte unbedingt in der nächsten Auflage geändert werden. Ebenso sollte die derzeit sehr karge Bibliographie am Ende von „Gangster, Opfer, Detektive“ um aktuelle Werke und natürlich Internetadressen (die derzeit vollkommen fehlen) ergänzt werden. Denn hier könnte der erste Eindruck zu einem Nicht-Kauf führen.

Und das wäre ein schwerer Fehler.

Daher, nach einem flüchtigen Durchblättern, gibt es schon mal eine dicke Kaufempfehlung. Und wenn der Geldbeutel einen Kauf nicht zulässt, gibt es den weihnachtlichen Wunschzettel.

Jochen Schmidt: Gangster, Opfer, Detektive – Eine Typengeschichte des Kriminalromans

KBV Krimi, 2009

1128 Seiten

43,90 Euro


Krimiautoren auf den Brettern, die die Welt bedeuten

Oktober 23, 2009

Hammett, die Krimibuchhandlung unseres Vertrauens, hat wieder einen spannenden Abend organisiert. Am kommenden Mittwoch, den 28. Oktober, liest Horst Eckert ab 20.00 Uhr im „Teppichkontor“ (Gneisenaustraße 33, Berlin-Kreuzberg) aus seinem neuen Roman „Sprengkraft“.

Tja, was soll ich über „Sprengkraft“ sagen? Ich hab den Polit-Thriller bereits abgefeiert und ein kurzes Interview mit Horst Eckert über sein Buch geführt. Also: tolles Buch, sympathischer Autor und seine Lesungen sind auch gut.
-
Einige Tage später, am Samstag, den 7. November, treffen in der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt Linz die Krimiautoren Arne Dahl, Frank Göhre und David Peace um 19.00 Uhr aufeinander.
Dieses Treffen ist ein Teil des Krimifestivals „Mörderisches Europa“.
-
Apropos Peace.
Wenn ein Brite das Festland besucht, dann macht er auch gleich eine kleine Tour und stellt seinen neuen Roman „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007) vor:
Donnerstag, 5. November 2009, 20.00 Uhr
Krimifestival Hamburg
Moderation: Julika Griem, deutsche Textlesung: Michail Pawelitz
Hamburger Sprechwerk, Klaus-Groth-Str. 23, 20535 Hamburg
-
Freitag, 6. November 2009, 20.00 Uhr
English Theatre, Berlin
Moderation: Ekkehard Knörer, deutsche Textlesung: Werner Eng
In Kooperation mit der Krimibuchhandlung Hammett
ETB, Fidicinstr. 40, 10965 Berlin
-
Samstag, 7. November 2009, 19.00 Uhr
Posthof Linz
Programm “Mörderisches Europa” II:
David Peace (GB) / Robert Wilson (GB) / Arne Dahl (SWE)
Moderation: Tobias Gohlis, Henry Mason
Posthof Linz, Posthofstr. 43, 4020 Linz
-
Montag, 9. November 2009, 20.00 Uhr
Krimi-Buchhandlung Glatteis, München
Moderation: Knut Cordsen, deutsche Textlesung: Thomas Darchinger
Mit Unterstützung des Kulturreferats München
Corneliusstr. 31, 80460 München
-
Mittwoch, 11. November 2009, 20.00 Uhr
Literaturhaus Salzburg
Moderation: Wolfgang Görtschacher, deutsche Textlesung: Peter Arp
Strubergasse 23, 5020 Salzburg

Der kriminelle Buchherbst – Teil 6: Hauptsächlich regional, aber mit südamerikanischem Einschlag

August 19, 2009

Edition Köln

September

Peter Faecke: Der Kardinal, ganz in Rot und frisch gebügelt (Kommissar Kleefisch muss sich mit den Morden an einer jungen Türkin und einer Marokkanerin herumschlagen. In Köln brodelt es mächtig zwischen den Kulturen.)

H. B. Lüttke: Ich liebe dich, Du tötest mich (Ein Lehrer verknallt sich in eine kurdische Schülerin. In einem Krimi kann das nur in Mord und Totschlag enden.)

Oktober

Adolf Streckfuß: Der tolle Hans (Criminalbibliothek 1850 – 1933 – Band IV, ein Krimi aus dem Jahr 1871 über einen Raubmord und die Beweisführung anhand von Indizien)

Ernst von Wildenbruch: Das wandernde Licht (Criminalbibliothek 1850 – 1933 – Band V, psychologisch fundierte Kriminalliteratur aus dem Jahr 1893 verspricht der Verlag)

November

Barolomé Leal: Tod in La Paz (Ein Antiquar und Privatdetektiv soll den Mord eines von Drogenhändlern Ermordeten aufklären.)

Dezember

Barbara Keller: „Sieht so eine Mörderin aus?“ (die BerlinKriminell-Macherin schreibt über ihre Begegnungen mit Frauen vor dem Kriminalgericht Berlin-Moabit. Es ist der Start der neuen Reihe „Wahre Kriminalgeschichten“.)

Bereits erhältlich

Die von Frank Göhre herausgegebene „Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands“ (eine zehnbändige Geschichte des deutschen Krimis und des Landes von 1957 bis 1993) gibt’s jetzt im 10er-Pack für 48 Euro beim Verlag:

Egon Eis: Duell im Dunkel (1957)

Hansjörg Martin: Kein Schnaps für Tamara (1966)

Friedhelm Werremeier: Taxi nach Leipzig (1970)

-ky: Einer von uns beiden (1972)

Michael Molsner: Rote Messe (1973)

Irene Rodrian: Schlaf, Bübchen, schlaf (1980)

Helge Riedel: Einer muss tot (1983)

Peter Schmidt: Die Regeln der Gewalt (1984)

Peter Zeindler: Feuerprobe (1991)

Robert Brack: Psychofieber (1993)

-

Matthes & Seitz

August

Manfred Iwan Grunert: Amerikanskij Wolp (ein Kriegsreporter soll auf Wunsch der Russenmafia sterben, damit sein Doppelgänger weiterleben kann. Der Reporter versucht das zu verhindern – und der geneigte Leser darf sich durch gut 1000 Seiten kämpfen.)

-

Verbrecher Verlag

November

Tobias Ebbrecht: Bilder hinter den Worten – Spurensuche im Zwischenraum: Der Filmemacher Romuald Karmakar (eine Annäherung an den umstrittenen Regisseur.)

-

Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag (Edition Nautilus, Grafit, Pendragon)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 4: Gemischte Küche, hauptsächlich aus fremden Gefilden (Edition Phantasia, Liebeskind, Rotbuch, Tropen, Unionsverlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 5: Nochmal gemischte Küche (Fischer Verlag)


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

%d Bloggern gefällt das: