Michael Connelly – mit George Pelecanos und Richard Castle

Juni 6, 2012

Schon etwas älter, aber eben bei meiner George-Pelecanos-”Ein schmutziges Geschäft“-Recherche entdeckt:

Michael Connelly und George Pelecanos beantworten einige Fragen zu ihren damals neuen Büchern:

Michael Connelly beantwortet einige Publikumsfragen, die ihm Richard Castle vorliest:

Das erinnert mich daran, dass ich unbedingt wieder ein Buch von Michael Connelly lesen muss.

 

 

 


Spero Lucas wickelt in George Pelecanos’ „Ein schmutziges Geschäft“ ab

Juni 6, 2012

Spero Lucas ist ein Kriegsveteran, der jetzt in Washington, D. C., seine Brötchen als Ermittler für den Anwalt Tom Petersen und als Wiederbeschaffer verdient. Er verlangt, wenn er erfolgreich ist, vierzig Prozent des Wertes des verlorenen Gegenstandes. Ältere Krimifans dürften sich an John D. MacDonalds Wiederbeschaffungsexperten Travis McGee erinnern.

Jetzt übernimmt Lucas für den im Gefängnis sitzenden Drogenhändler Anwan Hawkins den Auftrag, zwei verschwundene Dreißig-Pfund-Drogenpakete zu finden. Sie wurden, im Abstand von drei Wochen, von einem Paketboten vor einer Haustür abgelegt und geklaut, bevor die Hawkins’ unterstehenden, etwa zwanzigjährigen Drogenkuriere Tavon Lynch und Edwin Davis sie sich nehmen konnten.

Kurz darauf verschwindet ein drittes Paket, Lynch und Davis werden erschossen und ein filmbegeisterter Schuljunge hat gesehen, dass die beiden Drogenkuriere einem Polizisten das Paket gegeben haben. Auch die Spur in dem Doppelmord führt Lucas zur Polizei.

Mit „Ein schmutziges Geschäft“ will George Pelecanos, der Chronist Washingtons abseits der großen Politik, eine neue Serie beginnen und im ersten Band werden Pelecanos-Fans viele bekannten Themen und Elemente erkennen. Die ausführlichen Schilderungen des Lebens der kleinen Leute, der Fokus auf Probleme im heutigen Amerika (wobei Pelecanos, wie Bruce Springsteen in seinen Liedern, in seinen in verschiedenen Jahrzehnten spielenden Romanen auch eine Geschichte des Verfalls von Werten und dem Verlust des amerikanischen Traums erzählt), der sozialarbeiterische Touch, die Frage, wie die verschiedenen Ethnien miteinander umgehen, die Bedeutung der Populärkultur für seine Charaktere, die Nennungen von Liedern, Filmen, Büchern und Autoren, die Frage nach der Verantwortung des Individuums für seine Familie, vor allem die Beziehungen zwischen Vätern und Söhnen, die Frage, wie man mit den Folgen seiner Entscheidungen umgeht und sein Leben gestaltet, wie man anständig bleibt in einer Welt, in der die eigenen moralischen Werte mit den Umständen kollidieren. Und, selbstverständlich, die Darstellung des Verbrechens als integralen Teil des Lebens in einer multiethischen Großstadt, die vor zwanzig Jahren auch die Mordhauptstadt der USA genannt wurde und in der 2011 immer noch über hundert Morde verübt wurden.

So versucht der ebenfalls filmbegeisterte Spero Lucas dem Schuljungen zu helfen, obwohl er selbst keine Ahnung hat, was er aus seinem Leben machen soll. Er findet die Drogenkuriere und seinen Auftraggeber, einen Drogenhändler der als Vater eines fast erwachsenen Sohnes aus dem Geschäft aussteigen will, durchaus sympathisch. Und der korrupte Polizist wurde wegen seines Vaters korrupt. Am Ende mündet alles, ohne dass sich wirklich etwas ändert, in einem Western-Showdown.

Das ist Pelecanos pur.

Ebenso steht in Pelecanos, der auch für die TV-Serien „The Wire“ und „Treme“ schrieb, fein konstruierter Geschichte „Ein schmutziges Geschäft“ nicht der nach den Thriller-Bestseller-Regeln formulierte überraschende Plot à la Jeffery Deaver oder Harlan Coben, sondern die Beschreibung des Alltags der Charaktere, die sich wie abgelauscht zu lesenden Gespräche und die sich daraus ergebenden Verwicklungen im Zentrum. Das erinnert dann eher an Elmore Leonard und Leonards Klassiker „Nr. 89 unbekannt“ (Unknown Man No. 89, 1977) wird von Pelecanocs auch mehrmals erwähnt.

Nachdem Pelecanos seine vorherigen Romanen immer durchgehend mulitperspektivisch erzählte, beschränkt er sich in „Ein schmutziges Geschäft“, bis auf wenige Szene, auf Spero Lucas’ Perspektive; – fast wie in seinen frühen Romanen, den in der ersten Person erzählten, nicht übersetzten Nick-Stefanos-Privatdetektivromanen,

So ist „Ein schmutziges Geschäft“ auch eine Rückkehr zu einem einfacheren Erzählen mit weniger offensichtlich autobiographischen Elementen. Denn während in „Kein Weg zurück“ (The Way Home, 2009), „The Turnaround“ (2008) und „Der Totengarten“ (The Night Gardener, 2006) die Probleme von liebevollen Eltern und ihren pubertierenden Kindern, immerhin ist Pelecanos dreifacher Vater, stark im Vordergrund standen, ist der 29-jährige Spero Lucas noch ein Drifter ohne feste Beziehungen, aber mit Freunden und Bekannten, für die er freiwillig Verantwortung übernimmt. Fast wie die klassischen Privatdetektive.

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George Pelecanos: Ein schmutziges Geschäft

(übersetzt von Jochen Schwarzer)

rororo Taschenbuch, 2012

384 Seiten

9,99 Euro

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Originalausgabe

The Cut

Regan Arthur Books/Little, Brown and Company, 2011

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Hinweise

Homepage von George Pelecanos

Meine Besprechung von George Pelecanos’ “Wut im Bauch” (Hell to pay, 2002)

Meine Besprechung von George Pelecanos’ „Drama City“ (2005)

Meine Besprechung von George Pelecanos’ „Der Totengarten“ (The night gardener, 2006)

Meine Besprechung von George Pelecanos’ „The Turnaround“ (2008)

Meine Besprechung von George Pelecanos’ „Kein Weg zurück“ (The way home, 2009)

George Pelecanos in der Kriminalakte

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Und nun redet der Autor über sein schmutziges Geschäft

 


„Kein Weg zurück“ für George Pelecanos

November 5, 2010

Thriller“ steht auf dem Cover. Aber jeder der „Kein Weg zurück“ von George Pelecanos in der Erwartung von zünftiger Thriller-Spannung liest, wird enttäuscht sein. Es gibt zwar die eine Reihe von Verbrechen auslösende Tat, eine erkleckliche Zahl von Toten, die zunehmende Gefahr für die Hauptperson und am Ende das Duell zwischen den mehr oder weniger Guten und den Bösen. Das alles qualifiziert den Noir „Kein Weg zurück“ auf den ersten Blick sicher als Krimi, aber George Pelecanos benutzt diese Genrekonventionen nur, um wieder einmal eine kleine Geschichte aus dem Leben der kleinen Leute zu erzählen.

Im Mittelpunkt des Romans steht Chris Flynn. In seiner Jugend war er ein Kleinkrimineller, dem es als Weißen und aus einer guten Familie stammend, gelang, zu einer Haftstrafe im Jugendknast Pine Ridge verurteilt zu werden. Jetzt arbeitet er in Washington, D. C., als Teppichverleger im Betrieb von seinem Vater Thomas Flynn. Als Chris und der Ex-Sträfling Ben Braswell in einem Haus einen neuen Teppich verlegen, entdecken sie eine Tasche mit fast 50.000 herrenlosen Dollars. Sie lassen das Geld liegen. Am Abend erzählt Ben seinem Kumpel Lawrence Newhouse davon. Der klaut das Geld und kurze Zeit später tauchen zwei Männer auf, die das Geld wollen.

Langjährige George-Pelecanos-Leser werden in seinem neuesten Roman viele vertraute Themen finden. Schließlich erzählt er wieder eine Geschichte aus dem Leben der kleinen Leute, ihren Werten und dem damit verbundenen Arbeitsethos. Er erzählt von der Verantwortung und der Liebe der Eltern für ihre Kinder, auch wenn sie Probleme verursachen. Er erzählt davon wie Menschen, die Konflikte mit dem Gesetz hatten, versuchen, ein ehrliches Leben zu leben. Und er fragt sich immer wieder, wie man sein Ideal von einem guten Leben im heutigen Amerika in einer Großstadt leben kann.

Denn selbstverständlich müssen die einzelnen Charaktere sich für ihre Taten verantworten. Auch wenn sie mit diesen Folgen nicht gerechnet haben oder nichts damit zu tun haben. So hat Chris zwar das Geld nicht gestohlen, aber er hat auch nicht die Polizei informiert. Er muss sich, wie alle Charaktere in „Kein Weg zurück“, zwischen verschiedenen Verpflichtungen entscheiden. Wem und welchen Werten gegenüber soll er sich loyal verhalten? Was bedeutet das für ihn? Was setzt er dafür aufs Spiel? Das sind die Fragen, die die sich langsam entwickelnde Geschichte vorantreiben.

Mit „Kein Weg zurück“ schreibt George Pelecanos seine Chronik der innerstädtischen Kampfzonen fort. In seinen Romane in Washington, D. C.. Im Fernsehen, als Drehbuchautor für „The Wire“ und „Treme“ in Baltimore und New Orleans.

George Pelecanos: Kein Weg zurück

(übersetzt von Anja Schünemann)

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2010

400 Seiten

9,95 Euro

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Originalausgabe

The Way Home

Little, Brown and Company, 2009

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Hinweise

Homepage von George Pelecanos

Meine Besprechung von George Pelecanos’ “Wut im Bauch” (Hell to pay, 2002)

Meine Besprechung von George Pelecanos’ „Drama City“ (2005)

Meine Besprechung von George Pelecanos’ „Der Totengarten“ (The night gardener, 2006)

Meine Besprechung von George Pelecanos’ „The Turnaround“ (2008)


Etwas Kleinholz mit George Pelecanos, James Rollins, Bones, Dexter, Sherlock Holmes, Burn Notice und einigen Überraschungen

Juli 31, 2009

Bei BSC entdeckt: den Mitschnitt einer Lesung von George Pelecanos aus seinem neuen Roman “The Way Home” und einem begleitenden Konzert von den Pogues. Die Tonqualität ist zwar schauderhaft, aber

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Seit Jason Bourne liebt Hollywood Robert Ludlum. Die neueste Meldung ist: Ron Howard wird “The Parsifal Mosaic” verfilmen. David Self schreibt das Drehbuch.

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Das TV probiert’s mal wieder mit Elmore Leonard: “Lawman” heißt die 13-teilige Serie und Timothy Olyphant wird Marshal Raylan Givens spielen.  Hier ein Foto, hier die Fakten und hier nochmal auf Deutsch.

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Eine kleine Ausbeute von der Comic Con (ist irgendwie wie Kindergeburtstag):

Bones (auch in Deutschland beliebt)

Dexter (die zweite Staffel wird bei uns wohl nie gezeigt werden – und in Amiland sind sie schon bei der vierten)

Sherlock Holmes (die Welt muss noch bis Jahresende warten; – das dürfte jetzt der umfangreichste Mitschnitt sein)

Burn Notice (die Amis lieben die Serie; bei uns will Vox die Burn Notice im Herbst ausstellen)

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Für seinen Roman “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” hat James Rollins kürzlich den Scribe-Award erhalten. In den USA promotet er derzeit seinen neuen Roman “The Doomsday Key” und natürlich gibt’s von einer Lesung auch einen schönen Mitschnitt:

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Eine Neuauflage von Detektiv Rockford?

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Das Drehbuch für einen Klassiker: John Michael Hayes: To Catch a Thief (nach dem Roman von David Dodge). Bei uns ist Alfred Hitchcocks Film als “Über den Dächern von Nizza” bekannt.


Kleinholz vom Wochenende: Der Pate (Kino >< TV), David Morrell, Willi Voss, John August, George Pelecanos und ein neues Blog

Juli 13, 2009

Die ersten beiden “Der Pate”-Filme von Francis Ford Coppola sind Klassiker. Ziemlich unbekannt ist dagegen die von ihm angefertigte TV-Version der ersten beiden “Paten”-Filme, in denen er die Geschichte chronologisch und mit vielen, in den beiden Spielfilmen nicht enthaltenen Szenen erzählte. Bei Schnittberichte gibt es jetzt einen Vergleich zwischen der Kino- und der TV-Fassung. Hier geht’s zum ersten, hier zum zweiten Teil und der Rest kommt auch noch.

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Crime-Fiction-Dossier David J. Montgomery hat wieder seinen Bleistift gespitzt und mitgeschrieben, was David Morell (Rambo, Creepers, Level 9) zum “Point of View” sagte:

In Morrell’s judgment, most first-person novels could be improved by a shift to the third person. First person is very hard to do — harder than third person limited — and should only be done with great care by the writer, and only when the story demands it. Otherwise, especially for new writers, they’re probably better off going with third person.

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Willi Voss beantwortet einige Fragen zu seinem langen Schweigen als Krimiautor und zu seinem neuen Roman “Pforte des Todes” (Pendragon).

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John August (Big Fish) beantwortet einige Fragen über seinen Schreibprozess, Adaptionen und seine Karriere.

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George Pelecanos beantwortet ebenfalls einige Fragen zu seinem neuen Roman “The way home” – und einigen anderen Dingen (Thanks, Sarah!).

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Das könnte etwas werden: International Crime Authors Reality Check.

Barbara Nadel, Christopher G. Moore, Colin Cotterill und Matt Beynon Rees schreiben:

We are four international award-winning authors who have set a crime fiction series in a country very different from the one where we were raised and educated. The books we’ve written have been translated into many languages. Our success as authors has, in part, grown because we take considerable pride in getting the detailed reality of the human situation in our part of the world and the perception of that reality into synch.

In this blog we will be discussing how we go about researching our books, creating characters in a foreign setting, dealing with language and history, and making it all accessible to readers who may have never traveled to the places we write about. We will also discuss books set in the places we know and give our opinions. None of us are shy in expressing those. We hope to stimulate lively discussions from readers, and we also have lined up a number of guest bloggers whose books, like ours, are set abroad.



Kleinkram: The Wire, Drehbücher von Pilotfolgen, B-Movies bei AMC, Kurzgeschichte von Steven Gould, Interviews mit George Pelecanos und Charles Ardai

April 19, 2009

Wow, das ist etwas: Die Bibel für David Simons vielfach ausgezeichnete HBO-Polizeiserie “The Wire” (die es wahrscheinlich niemals ins deutsche Free-TV schaffen wird).

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Ebenfalls sehr lehrreich sind natürlich auch die Drehbücher für Pilotfolgen von TV-Serien. Hier gibt es eine sehr umfangreiche Liste. Dabei sind unter anderem die Drehbücher der ersten Folge von “24″, “Battlestar Galactica”, “Bones”, “Burn Notice” (RTL II will’s, glaube ich, dieses Jahr ausstrahlen), “The Closer”, “Dark Angel”, “Dexter”, “Hill Street Blues”, “The Mentalist”, “Monk”, “N. Y. P. D. Blue”, “Prison Break”, “The Shield”, “The Sopranos”, “The Wire”, undundund.

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Bei AMC können etliche B-Movies angesehen werden. Natürlich als Original in Englisch und ohne Untertitel. Die meisten Filme haben eher historischen Wert, aber auch “Dark Star” und einige Edward-L.-Cahn- und Roger-Corman-Streifen sind dabei.

B-Movies eben.

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Bei Tor hat “Jumpers”-Autor Steven Gould die S-F-Geschichte “Bug in the Arroyo” veröffentlicht (und den Lesern, wie die Kommentare zeigen, gefällt’s).

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George Pelecanos redet über sein neues Buch “The Way Home” (angekündigt für 12. Mai 2009 in USA) und andere Dinge.

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Bei Things I’d rather be doing beantwortet Hard-Case-Crime-Macher Charles Ardai einige Fragen.


Hinweise: The Big Thrill, Getting away with murder, Plots with Guns – und ein Gespräch mit George Pelecanos

September 2, 2008

Pünktlich zum Monatsersten geht die aktuelle Ausgabe von The Big Thrill online. Die September-Ausgabe des Magazins der ITW berichtet unter anderem über die neuen Bücher von Tess Gerritsen und Larry Beinhart (Ja, er hat ein neues Buch geschrieben und eine deutsche Übersetzung ist, wie bei “The Librarian”, sehr unwahrscheinlich), Interviews mit Stephen Hunter (der Mann hat die Vorlage für den Mark-Wahlberg-Film “Shooter” geschrieben) und Michael Palmer (zuletzt “Mörderisches Spiel”) – und, das muss extra angekündigt werden, ein Gespräch mit Veteran Book Reviewer Oline Cogdill (Sun-Sentinel).

Gegen Jahresende erscheint im Mira Verlag die deutsche Ausgabe von “Thriller”. Der von James Patterson herausgegebene Sammelband war 2006 die erste Veröffentlichung der International Thriller Writers und enthält neue Kurzgeschichten von Lee Child, James Grippando, J. A. Konrath, Heather Graham, James Siegel, James Rollins, Gayle Lynds, Michael Palmer und Daniel Palmer, David Morrell, Chris Mooney, Dennis Lynds, John Lescroart und M. J. Rose, David Liss, Gregg Hurwitz, Eric Van Lustbader, Christopher Rice, Alex Kava, F. Paul Wilson, Christopher Reich, Brad Thor, Steve Berry, Douglas Preston und Lincoln Child und anderen. Das verspricht einige hundert Seiten Lesevergnügen.

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Bei ShotsEzine feiert Mike Ripley in seiner Kolumne “Getting away with murder” neben vielen anderen Büchern auch die englische Ausgabe von “Therapy”, dem Debüt von Sebastian Fitzek, ab.

Dort gibt es auch ein Interview mit George P. Pelecanos zu seinem neuen Buch “The Turnaround”. (Pelecanos vorletztes Buch “The Night Gardener” erschien vor wenigen Tagen als “Der Totengarten” bei Rowohlt. Ich werde es demnächst abfeiern. Denn es ist, lassen Sie sich nicht von dem Etikett “Thriller” irritieren, einfach ein guter Roman.)

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Die Sommer-Ausgabe von “Plots with Guns” ist online.


Die KrimiZeit-Bestenliste Juli 2013

Juli 5, 2012

Ohne große Worte: Die von Krimikritikern erstellte KrimiZeit-Bestenliste mit Kriminalromanen, denen sie viele Leser wünschen, für den Monat Juli:

1 (-) Daniel Woodrell: Der Tod von Sweet Mister

2 (2) Peter Temple: Tage des Bösen

3 (-) Sara Gran: Die Stadt der Toten

4 (4) Don Winslow: Die Sprache des Feuers

5 (-) Tana French: Schattenstill

6 (9) Michael Robotham: Der Insider

7 (1) Fred Vargas: Die Nacht des Zorns

8 (-) George Pelecanos: Ein schmutziges Geschäft

9 (7) David Ignatius: Der Deal

10 (3) Matthew Stokoe: High Life

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In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

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Woodrell, Temple, Winslow, Pelecanos, Ignatius, Stokoe – passt.


Die KrimiZeit-Bestenliste Juni 2012

Juni 7, 2012

Die KrimiZeit-Bestenliste für den Sommermonat Juni (nach dem Kalender, nach dem Kalender) ist online:

1 (1) Fred Vargas: Die Nacht des Zorns

2 (-) Peter Temple: Tage des Bösen

3 (5) Matthew Stokoe: High Life

4 (7) Don Winslow: Die Sprache des Feuers

5 (3) Oliver Bottini: Der kalte Traum

6 (10) Carol O’Connell: Tödliche Geschenke

7 (-) David Ignatius: Der Deal

8 (4) Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels

9 (-) Michael Robotham: Der Insider

10 (8) John Hart: Das eiserne Haus

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In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

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Peter Temple, Matthew Stokoe, Don Winslow, David Ignatius und Donald Ray Pollock wünsche ich auch viele Leser.

Ebenso George Pelecanos („Ein schmutziges Geschäft“) und Adrian McKinty („Ein letzter Job“ [Lobeshymne folgt]).

Ansonsten: eine ziemlich männerlastige Liste.


Kleinkram

Februar 3, 2012

Endlich: Ab Samstag, den 10. März, zeigt Kabel 1 die hochgelobte auf einem Charakter von Elmore Leonard basierende Krimiserie “Justified”.

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An Pfingsten zeigt das Erste die zweite, grandiose Staffel der BBC-Serie “Sherlock” (Holmes und Dr. Watson ermitteln im heutigen London).

Eine dritte Staffel ist schon bestellt; was bei dem Erfolg kein Wunder ist. Die Kritiker sind begeistert. Die Quote toll. Und die Holmisianer sagen auch nichts dagegen.

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Der Spiegel hat sich mit Pete Dexter unterhalten. Sein “neuer” Roman “Deadwood” erschien jüngst bei Liebeskind und inspirierte auch die Westernserie “Deadwood”. Lest die ganze Geschichte hier.

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Der Book Rambler führte ein kurzes Gespräch mit Ian Rankin über seinen neuen Roman “The Impossible Dead”, den Manhattan bei uns bereits als “Die Sünden der Gerechten” veröffentlichte und den ich noch unbedingt lesen will.

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John Burdett hatte einen Besetzungsvorschlag für seinen Helden Sonchai.

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Lawrence Block erzählt, warum er den bislang letzten Matt-Scudder-Roman “A drop of the hard stuff” schrieb und er wandelt in New York auf den Spuren von seinen Seriencharakteren Matthew Scudder und Bernie Rhodenbarr.

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George Pelecanos feiert “The Outfit” ab. Recht hat er.

Ebenso bei seinem Lobgesang “Italian Mayhem” auf Italo-Krimis aus den Siebzigern.

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Michael A. Gonzales schreibt über Jim Thompson und Stanley Kubrick.

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Peter Bogdanovich über die Raymond-Chandler-Verfilmung “The Big Sleep” mit Humphrey Bogart und Lauren Bacall. Nuff said.

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Bei Watching the Detectives wird bereits Buddy Giovinazzos toller neuer Noir “Piss in den Wind” (jaja, Rezi kommt) von Jochen König und dpr himself besprochen.

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Bei “Do the Math” gibt es einen langen Text über Ross Thomas.

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Martin Compart hat etwas gefunden und er stimmt sich schon auf den James-Bond-Roman “Carte Blanche” von Jeffery Deaver (erscheint am 27. Februar bei Blanvalet) ein. Ob “Carte Blance” der beste Bond-Roman aller Zeiten wird, wissen wir erst nach der Lektüre, aber besser als der Vorherige wird er in jedem Fall sein und mit 544 Seiten (also normale Deaver-Länge) ist “Carte Blanche” in jedem Fall der längste Bond-Roman aller Zeiten.

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Ende Februar erscheint “Unter dem Schatten des Todes” (Nautilus), der neue historische Kriminalroman von Robert Brack und der Autor verrät auch schon einiges


Für Jason Starr sind „Brooklyn Brothers“ keine Brüder

Oktober 24, 2011

Mit fünfjähriger Verspätung erschien die deutsche Ausgabe von Jason Starrs „Lights Out“ und, soviel kann schon jetzt verraten werden, das Warten hat sich gelohnt. Denn nachdem Jason Starr in seinen letzten beiden Romanen „Stalking“ und „Panik“ sich mehr in mainstreamige Gefilde bewegte (sein neuester Roman „The Pack“ ist sogar ein Horrorroman) und er zusammen mit Ken Bruen in „Flop“, „Crack“ und „Attica“ hemmungslos abgedrehte Pulp-Noirs schrieb, ist „Brooklyn Brothers“, so der deutsche Titel, eine Rückkehr in die noirischen Gefilde, mit denen er bekannt wurde. Denn für Jake Thomas und Ryan Rossetti gibt es nur den Weg ins Verderben. Auch wenn dieser manchmal von fast aberwitzigen Zufällen, wie der Genuss von zu viel Alkohol in der falschen Bar, und dem ständigem und konsequentem Ausmalen der schlimmsten aller möglichen Konsequenzen gepflastert ist.

Jake Thomas und Ryan Rossetti sind zwar „Brooklyn Brothers“, aber obwohl sie in ihrer Jugend immer zusammen waren, auch gemeinsam Baseball spielten und von einer Profikarriere träumten, mögen sie sich nicht. Jake stieg dann zum allseits geachteten Baseball-Star auf. Dass er hinter seiner höflichen Fassade ein arrogantes, ichbezogenes Arschloch ist, wissen nur wenige. Und noch weniger Menschen wissen, dass er gerade vom Vater der vierzehnjährigen Marianna Fernandez erpresst wird. Jake hatte sie mindestens für eine Achtzehnjährige gehalten, sprang mit ihr ins Bett und, wenn das bekannt würde, wäre seine Karriere, inclusive der vielen Werbeverträge und der angedachten Hollywood-Karriere, vorbei.

Deshalb will er sich jetzt, während eines ruhigen Wochenendes in Brooklyn, mit seiner Highschoolliebe und Verlobten Christina Mercado, die er wegen seines Jet-Set-Lebens und seiner zahlreichen Affären bevorzugt links liegen lässt, versöhnen und die Hochzeit medienwirksam möglichst groß ankündigen.

Sie hat sich inzwischen allerdings in Ryan Rossetti verliebt. Der musste nach einem Unfall seine Profikarriere aufgeben. Jetzt arbeitet er als Maler und er ist ziemlich verärgert über den großen Empfang, der Jake bereitet wird. Denn eigentlich, so meint Ryan, sollte er der Baseball-Star sein.

Christina ist inzwischen zwar mit Ryan zusammen und sie will mit Jake auch Schluss machen, aber durch die Heirat hätte sie die Chance Canarsie zu verlassen und auch für ihren kränkelnden Vater wären die in der Zukunft exorbitant hohen Arztkosten gedeckt. Also versöhnt sie sich mit Jake.

Als Ryan von der geplanten Hochzeit erfährt, sieht er rot.

Bereits in den ersten Zeilen von „Brooklyn Brothers“ setzt Jason Starr den Ton für die folgenden 450 pechschwarzen Seiten. Und wenn dann noch der mehrfach Vorbestrafte Saiquan Harrington, der einen angeschossenen Freund rächen will, auftaucht, begibt Jason Starr sich mit „Brooklyn Brothers“ tief und äußerst gelungen in George-Pelecanos-Land. Denn Starr porträtiert in „Brooklyn Brothers“ nicht nur das kleinbürgerliche Leben in Canarsie, sondern auch das Leben der Afroamerikaner in der heruntergekommenen Breukelen-Siedlung.

Aber während bei George Pelecanos, der seine Geschichten in Washington, D. C., spielen lässt und der auch Drehbücher für die grandiose Polizeiserie „The Wire“ schrieb, die gesellschaftlichen Strukturen einen großen Einfluss auf die Taten seiner Protagonisten haben und es bei ihm immer auch die Möglichkeit einer zweiten Chance gibt, ist Jason Starr gnadenloser. Bei ihm sind Jake, Ryan, Christina und Saiquan von ziemlich eigennützigen Motiven angetrieben und, bis auf Saiquan, der immerhin, angetrieben von der Angst vor einem weiteren Gefängnisaufenthalt, den Versuch eines ehrlichen Lebens mit seiner Frau und seinen drei kleinen Kindern unternahm, wollen sie sich auch überhaupt nicht ändern.

So führen Gier, Neid, Dummheit, Lügen und falsch verstandene Freundschaft zu einem tödlichem Wochenende in Canarsie.

Brooklyn Brothers“ ist eine weitere grandiose Verliererstudie von Noir-Autor Jason Starr.

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Jason Starr: Brooklyn Brothers

(übersetzt von Ulla Kösters)

Diogenes, Zürich, 2011

464 Seiten

10,90 Euro

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Originalausgabe

Lights Out

Orion Books, London, 2006

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Hinweise

Homepage von Jason Starr (sogar mit einigen Worten an seine deutschen Leser)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Stalking“ (The Follower, 2007)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Panik“ (Panic Attack, 2009)

Jason Starr in der Kriminalakte

 

 


Kleinkram

September 14, 2011

Dann mal einige Leseempfehlungen für die Englischsprachigen und Links zu bewegten Bildern:

Bei Crime Element gibt es

- einiges über die neue John-le-Carré-Verfilmung “Tinker, Tailor, Soldier, Spy” (auf die ich mich sehr freue)

- Tony Hays stellt die aus seiner Sicht fünf besten besten und die fünf schlechtesten Bücher über Verschwörungen vor (Ich zögere, diese Bücher Sachbücher zu nennen):

Humans love conspiracy theories. I admit that I do. All I ask is that we exercise a little common sense in the process.

- Richard Z. Santos schreibt über Michael Caine und über Jim Thompson (Teil 1, Teil 2)

- Peggy Ehrhart über “Ernest Hemingway: Crime Writer – with a little help from Hollywood”

- Jake Hinkson warnt vor unglaublich schlechten Noirs (Das Dumme bei solchen Warnungen ist, dass ich danach wissen will, ob die Filme wirklich so schlecht sind.)

- Dirk Robertson schreibt über die Polizeiserien “The Sweeney” (könnten einige noch als “Die Füchse” kennen) und “NYPD Blue”; zwei bei uns viel zu unbekannte Serien.

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Bei Mulholland Books

- feiert Brian Greene George V. Higgins (den hier wohl niemand mehr kennt) ab

- Marie Hansen hat sich mit Nick Tosches unterhalten

- Tony Black denkt über “Tartan Noir” nach

- George Pelecanos schreibt über den Western “The big Gundown” (der Italo-Western ist bei uns als “Der Gehetzte der Sierre Madre” bekannt)

- Wallace Stroby hat sich mit George Pelecanos unterhalten. Auch über sein neues Buch “The Cut” (Teil 1, Teil 2)

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Bei The Rap Sheet gibt es ein Interview mit Linwood Barclay.

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Denise Hamilton schreibt über “Surf Noir” und was das alles mit Los Angeles und Kalifornien zu tun hat.

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Filme, die wir als Zehnjähre unbedingt sehen wollten, aber heute noch nicht einmal mit der Kneifzange anfassen würde.

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Und dafür wollten wir als Zehnjährige unbedingt einen Führerschein (naja, nicht so wichtig) und ein Auto (sehr wichtig) haben.

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Der “Noir of the Week” ist “Chicago Calling” (USA 1951).

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Trailers from Hell veranstaltet eine Sam-Peckinpah-Woche mit “The Ballad of Cable Hogue” (Abgerechnet wird zum Schluß, vorgestellt von Joe Dante), “Cross of Iron” (Steiner – Das eiserne Kreuz, vorgestellt von Josh Olson) und “Straw Dogs” (Wer Gewalt sät; wird am Freitag von Rod Lurie, der auch das Remake inszenierte, vorgestellt).

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Und dann gibt es noch die Homepage von Richard Castle.


R. i. P. Newton Thornburg, Peter Falk

Juni 25, 2011

 

Newton Thornburg (Harvey, Illinois, 13, Mai 1929 – Bothell, Washington, 9. Mai 2011)

Via The Rap Sheet habe ich erfahren, dass Newton Thornburg bereits am 9. Mai gestorben ist. Am bekanntesten ist sein 1976 erschienener Roman „Cutter and Bone“, der damals wegen seiner literarischen Qualitäten im Rahmen einer spannend erzählten Genregeschichte (also kein „literarischer Kriminalroman“) gelobt wurde.

George Pelecanos sagt: „There are very few novels, in fact, that have rocked my world to the degree that ‘Cutter and Bone’ did the first time I read it.“

Heute ist das Buch vor allem als die Vorlage für den Film „Bis zum bitteren Ende“ (Cutter’s Way, USA 1981) von Ivan Passer mit Jeff Bridges, John Heard, Lisa Eichhorn und Stephen Elliott bekannt. Jeffrey Alan Fiskins Drehbuch erhielt den Edgar und inzwischen ist der Krimi ein kleiner Klassiker.

Nach einem Schlaganfall 1998 konnte Thornburg keine weiteren Bücher mehr schreiben und er verschwand aus dem öffentlichen Bewusstsein.

Danach unterhielten sich Bob Cornwell (Tangled Web) und Santa Barbara Independent mit ihm.Einen Nachruf gibt es im Guardian.

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Peter Falk (New York City, New York, 16. September 1927 – Beverly Hills, Kalifornien, 23. Juni 2011)

Lieutenant Columbo ist tot.

Neben dieser Rolle, die Peter Falk erstmals 1968 in dem TV-Film „Mord nach Rezept“ (Prescription: Murder) spielte und ab 1971 in der „Columbo“-Serie fast siebzigmal bis 2003 verkörperte, spielte er auch in zahlreichen kleinen Filmen, wie „Ehemänner“ (Husbands, USA 1970) und „Eine Frau unter Einfluss“ (A woman under the influence, USA 1974), beide inszeniert von seinem Freund John Cassavetes (ein weiterer Grenzgänger zwischen klassischem Hollywood- und radikalem Independent-Kino), Wim Wenders „Der Himmel über Berlin“ (D 1987), und, nun, normalen Hollywood-Filmen, wie „Eine Leiche zum Dessert“ (Murder by Death, USA 1976), „Das große Ding bei Brinks“ (The Brink’s Job, USA 1978) und „Die Braut des Prinzen“ (The Princess Bride, USA 1987), mit. Peter Falks letzter Filmauftritt war 2009 in der schwarzen Komödie „American Cowslip“.

Aber er wird immer der scheinbar trottelige Lieutenant Columbo bleiben, der mit seiner Schusseligkeit, seinen schlecht sitzenden Kleidern und „Eine Frage hätte ich noch“ die von ihrem Status, ihrem Geld und ihrer Macht überheblich gewordenen Mörder fängt. Insofern sind die „Columbo“-Filme Klassenkampf.

Nachrufe gibt es bei Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Washington Post, L. A. Times, New York Times und im Rap Sheet.

Und Super RTL zeigt am Sonntag, den 26. Juni, um 22.15 Uhr die für drei Golden Globes nominierte Columbo-Folge „Der Tote in der Heizdecke“ (USA 1993). Peter Falk schrieb das Drehbuch, Faye Dunaway (die einen Emmy für ihre Rolle erhielt) ist der Bösewicht und Columbo hat da noch eine Frage.

 


Och, nö, Herr Jessen

November 5, 2010

Es ist toll, dass „Die Zeit“ dem Kriminalroman fast eine ganze Beilage der „Zeit Literatur“ widmet.

Dass ich für mich nicht viel neues entdecke, ist okay.

Aber dass Redaktionsleiter Jens Jessen den Einleitungstext „Wann ist ein Krimi ein Krimi?“ (noch nicht online) schreiben musste ist nicht okay. Er hätte den Platz besser für den Kollegen Tobias Gohlis und dessen sich im Heft unmittelbar anschließenden Text „Auf Leben und Tod“ räumen sollen.

So müssen wir aber, wieder einmal einen Text lesen, in dem der Kriminalroman zum Detektivroman verkürzt wird, sich episch über das Rätsel und die Auflösung ausgelassen wird und die üblichen Verdächtigen (Eric Ambler [ein Brite und kein Ami], Agatha Christie, Raymond Chandler, Patricia Highsmith und die Hohe Literatur mit Fjodor Dostojewskij [Schuld und Sühne], Joseph Conrad [Chance], Johann Wolfgang von Goethe [Wahlverwandschaften], Friedrich Schiller [Der Geisterseher]) aufgefahren werden.

Der Text hätte so auch schon vor dreißig Jahren erscheinen können und war bereits vor fünfzig Jahren veraltet.

Dabei ist der Kriminalroman viel mehr als der Detektivroman.

In einem Kriminalroman steht ein Verbrechen und die verschiedenen Reaktionen der Charaktere darauf im Mittelpunkt. Das Verbrechen kann der Anfang oder das Ende der Geschichte sein. Es kann sich um Mord handeln. Oder um ein anderes Verbrechen, wie Raub oder Verrat.

Das geschieht so James Ellroy, David Peace, George Pelecanos, Elmore Leonard, James Sallis, Carl Hiaasen – und ich höre jetzt auf. Denn die Namen stehen ja alle in der rechten Spalte.

Außerdem ist ein Kriminalroman immer eine moralische Erzählung.


Und die Dagger 2010 gehen an

Oktober 10, 2010

Ohne weitere Kommentare: die diesjährigen Dagger-Gewinner der CWA (Crime Writers’ Association) sind:

CWA Gold Dagger 2010

Blacklands, von Belinda Bauer (Corgi)

nominiert

Blood Harvest, von S.J. Bolton (Bantam Press)

Shadowplay, von Karen Campbell (Hodder & Stoughton)

The Way Home (Kein Weg zurück), von George Pelecanos (Orion)

-

CWA Ian Fleming Steel Dagger 2010 (sponsored by Ian Fleming Publications Ltd.)

A Loyal Spy, by Simon Conway (Hodder & Stoughton)

nominiert

The Dying Light, von Henry Porter (Orion)

Innocent, von Scott Turow (Macmillan)

The Gentlemen’s Hour (Pacific Paradise), von Don Winslow (Heinemann)

-

CWA John Creasey (New Blood) Dagger 2010

Acts of Violence, von Ryan David Jahn (Pan)

nominiert

The Pull of the Moon, von Diane Janes (Robinson)

Rupture, von Simon Lelic (Picador)

The Holy Thief, von William Ryan (Mantle)

-

The Film Dagger

Inception (Warner Bros.)

nominiert

District 9 (Sony Pictures)

Sherlock Holmes (Warner Bros.)

The Girl with the Dragon Tattoo (Verblendung) (Momentum Pictures)

-

The TV Dagger

Sherlock (BBC)

nominiert

Ashes to Ashes, Series 3 (Kudos)

Luther (BBC)

Wallander, Series 2 (Left Bank Pictures)

-

The International TV Dagger

Wallander, Series 2 (Yellow Bird Films)

nominiert

Damages, Season 3 (Sony Pictures)

The Good Wife, Season 1 (CBS)

-

The Best Actress Dagger

Maxine Peake (Criminal Justice)

nominiert

Glenn Close (Damages)

Hermione Norris (Spooks)

Keeley Hawes (Ashes to Ashes und Identity)

Sue Johnston (Waking the Dead)

-

The Best Actor Dagger

Benedict Cumberbatch (Sherlock)

nominiert

Idris Elba (Luther)

Kenneth Branagh (Wallander)

Philip Glenister (Ashes to Ashes)

-

The Best Supporting Actor Dagger

Matthew Macfadyen (Criminal Justice)

nominiert

Laurence Fox (Lewis)

Rupert Graves (Sherlock)

Tom Hiddleston (Wallander)

-

The Best Supporting Actress Dagger

Dervla Kirwan (The Silence)

nominiert

Gina McKee (The Silence)

Saskia Reeves (Luther)

Sophie Okonedo (Criminal Justice)

-

People’s Detective Dagger (beliebtester TV-Seriencharakter, gewählt von den Lesern und Zuschauern)

Christopher Foyle (Foyle’s War [die Serie lief nie in Deutschland])

-

Hall of Fame (sponsored by Sprecsavers)

Frederick Forsyth

George Pelecanos

-

Special Recognition Award

14 Schauspieler von „The Bill“ (eine englische Polizeiserie, die bei uns nie und in England 26 Jahre lief)

(via The Rap Sheet)

 


Kleinkram

August 27, 2010

Bei Mulholland Books (einem Imprint von Little, Brown and Company, das ab 2011 Krimis veröffentlicht) gibt es bereits jetzt viel zu lesen. Zum Beispiel:

George Pelecanos: Why Mark Billingham is a Badass

Charles Ardai (Hard Case Crime): The dark heart of noir

Alan Glynn: ’70s Paranoia Thriller and why we need them now more than ever…

Tom Piccirilli: Dead Mower Dreams and the Weeds of Boo Radley

Laura Lippman:  Mark Billingham and Laura Lippman on themselves and everything else

Charlie Huston: Guns to shape the future

Nelson DeMille: Childhood obsession turned bestselling novel

Joe R. Lansdale: The Workplace, wet or dry

Sarah Weinman: Live Chat with Don Winslow

Shane Salerno: Don Winslow, interviewt by Shane Salerno

Brad Meltzer: Batman is my Mr. Miyagi

Nick Tosches: Making Sense of Nothing and Making Nothing of Sense

und Lawrence Block sucht ein altes Buch.

-

Bei Spinetingler hat Brian Lindemuth seine 15 Lieblingsdefinitionen von “Noir” zusammengestellt. Dabei sind:

“Hardboiled is about toughness and noir is about pain”

“Noir – You’re fucked on page one, and things go downhill from there.”

“Noir” (it’s the antithesis of “Disney”)”

-

Ebenfalls dort ist Karl McGowan ziemlich begeistert von der Verfilmung von Ken Bruens erstem Jack-Taylor-Roman “The Guards”.

Und Brian Lindemuth mag Jim Nisbets Science-Fiction(?)-Roman “Windward Passage”.

-

Die Dreharbeiten für die James-Sallis-Verfilmung “Drive” (Driver) beginnen am 20. September. Ryan Gosling übernimmt die Hauptrolle, Nicholas Winding Refn führt Regie und das Drehbuch ist von Hossein Amini (Killshot).

-

Seamus Scanlon schreibt bei The Rap Sheet  über Richard Stark (aka Donald E. Westlake) und Parker.

-

Und The Rap Sheet sieht sich in San Francisco (als Vorbereitung für die Bouchercon, aber auch einfach so als Empfehlungen für einige spannende Stunden) um:

TV-Serien, die in San Francisco spielen (wie “Die Straßen von…”)

Kriminalfilme, die in San Francisco spielen

Kriminalromane, die in San Francisco spielen

-

Mehr Raum in den unendlichen Weiten des Internet dank Depublizieren:

Auf der Suche nach einem möglichst eindringlichen Beispiel berichtet der ZDF-Mann, dass gerade erst der O-Ton von Josef Ackermann aus der ZDF-Mediathek geflogen sei, in dem der Deutsche Bank-Chef im Mai bei Maybrit Illner daran gezweifelt habe, ob Griechenland jemals seine Schulden zurückzahlen könne. Nach drei Monaten ist für Videos der Kategorie Gesprächssendung das Ende gekommen. (…)

Fragt man sich durch die Anstalten, welche Inhalte aufgrund des “Verweildauerkonzeptes” entfernt wurden, wird man geradezu unter Zahlen begraben: Der BR meldet 69 Prozent des Gesamtinhaltes, darunter überwiegende Teile der Bildungsangebote, Dokumentationen und Reportagen. Der HR gibt eine Löschquote von 58 Prozent für hr-online.de an, bei boerse.ARD.de seien es 72 Prozent gewesen. Beim RBB heißt es, allein im Angebot des Portals kulturradio.de gingen 80 Prozent der Rezensionen von Filmen, Büchern und CDs offline, die älter als zwölf Monate seien. Der SR listet auf: Unter sr-online.de seien in der Rubrik Kultur nur noch sieben Prozent der Inhalte verfügbar.

Jetzt können die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage ja so richtig loslegen.




Die Dagger-Finalisten 2010

August 11, 2010

Die Liste der British Crime Writers’ Association (CWA) für den diesjährigen Dagger wird immer kürzer:

CWA Gold Dagger 2010

Blacklands, von Belinda Bauer (Corgi)

Blood Harvest, von S.J. Bolton (Bantam Press)

Shadowplay, von Karen Campbell (Hodder & Stoughton)

The Way Home (Kein Weg zurück), von George Pelecanos (Orion)

-

CWA Ian Fleming Steel Dagger 2010 (gestiftet von Ian Fleming Publications Ltd.)

A Loyal Spy, von Simon Conway (Hodder & Stoughton)

The Dying Light, von Henry Porter (Orion)

Innocent, von Scott Turow (Macmillan)

The Gentlemen’s Hour (Pacific Paradise), von Don Winslow (Heinemann)

-

CWA John Creasey (New Blood) Dagger 2010

Acts of Violence, von Ryan David Jahn (Pan)

The Pull of the Moon, von Diane Janes (Robinson)

Rupture, von Simon Lelic (Picador)

The Holy Thief, von William Ryan (Mantle)

-

Die Preisverleihung ist am Freitag, den 8. Oktober.

(via The Rap Sheet)


Die Nominierungen für den Gold-, Ian-Fleming- und John-Creasey-Dagger

Juli 24, 2010

Die British Crime Writers’ Association (CWA) hat weitere Dagger-Nominierungen veröffentlicht:

CWA Gold Dagger 2010

Blacklands, von Belinda Bauer (Corgi)

Blood Harvest, von S.J. Bolton (Bantam Press)

Conman, von Richard Asplin (No Exit Press)

Rain Gods, von James Lee Burke (Orion)

Shadowplay, von Karen Campbell (Hodder & Stoughton)

The Strange Case of the Composer and His Judge, von Patricia Duncker (Bloomsbury)

Still Midnight, von Denise Mina (Orion)

The Way Home (Kein Weg zurück, rororo), von George Pelecanos (Orion)

-

CWA Ian Fleming Steel Dagger 2010

61 Hours, von Lee Child (Bantam Press)

A Loyal Spy, von Simon Conway (Hodder & Stoughton)

Gone, von Mo Hayder (Bantam Press)

Slow Horses, von Mick Herron (Robinson)

The Dying Light, von Henry Porter (Orion)

Innocent, von Scott Turow (Macmillan)

The Gentlemen’s Hour (Pacific Paradise, suhrkamp), von Don Winslow (Heinemann)

-

CWA John Creasey (New Blood) Dagger 2010

Acts of Violence, von Ryan David Jahn (Pan)

Cut Short, von Leigh Russell (No Exit Press)

Martyr, von Rory Clements (John Murray)

Random, von Craig Robertson (Simon & Schuster)

Stop Me, von Richard Jay Parker (Allison & Busby)

Rupture, von Simon Lelic (Picador)

The Holy Thief, von William Ryan (Mantle )

The Pull of the Moon, von Diane Janes (Robinson)

Die Finalisten werden am Montag, den 9. August, bekannt gegeben.

Die Preisverleihung ist am Freitag, den 8. Oktober, im Grosvenor House Hotel in London.

(via The Rap Sheet)


Hammett und Lambda vergeben

Juni 6, 2010

Zweimal Chronistenpflicht:

Nummer 1: Die North American Branch der International Association of Crime Writers (IACW/NA) hat den diesjährigen Hammett-Preis vergeben:

The Manual of Detection: A Novel, von Jedediah Berry (Penguin Press)

nominiert

Bury Me Deep: A Novel, von Megan E. Abbott (Simon & Schuster)

Devil’s Garden, von Ace Atkins (Putnam)

The Long Fall, von Walter Mosley (Riverhead)

The Way Home (Kein Weg zurück), von George Pelecanos (Little, Brown)

-

Nummer 2: Die Lambdas wurde ebenfalls vergeben. Die Gewinner im Krimibereich:

Best Lesbian Mystery

Death of a Dying Man von J.M. Redmann (Bold Strokes Books)

nominiert

Command of Silence, von Paulette Callen (Spinsters Ink)

From Hell to Breakfast, von Joan Opyr (Blue Feather Books)

The Mirror and the Mask, von Ellen Hart (St. Martin’s/Minotaur)

Toasted, von Josie Gordon (Bella Books)

-

Best Gay Mystery

What We Remember, von Michael Thomas Ford (Kensington Books)

nominiert

All Lost Things, von Josh Aterovis (P.D. Publishing)

Killer of Orchids, von Ralph Ashworth (State Street Press)

Murder in the Garden District, von Greg Herren (Alyson Books)

Straight Lies, von Rob Byrnes (Kensington Books)

Alle Preisträger (denn neben den Krimis wurden viele weitere Bücher ausgezeichnet) gibt es hier.


Die Nominierungen für den Hammett-Preis 2010

Februar 10, 2010

Die International Association of Crime Writers (North Amercian Branch) hat die Nominierungen für den diesjährigen Hammett-Preis veröffentlicht:

Megan Abbott: Bury Me Deep

Ace Atkins: Devil’s Garden

Jedediah Berry: The Manual of Detection

Walter Mosley: The Long Fall

George Pelecanos: The Way Home

(Dank an Bill Crider für die Infos)


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