Kurzkritik: Jeffery Deaver: Die Angebetete

Mai 16, 2013

 

Deaver - Die Angebetete - 2

Nach seinem durchwachsenen Ausflug in internationale Gefilde mit dem James-Bond-Roman „Carte Blanche“ ist Jeffery Deaver wieder zurück in den USA und Kinesik-Expertin Kathryn Dance darf, mit etwas Hilfe von Lincoln Rhyme und Amelia Sachs, ihren dritten Fall lösen.

Dabei wollte sie nur einige Tage Urlaub nehmen und in Fresno eine alte Bekannte, die erfolgreiche Country-Sängerin Kayleigh Towne, besuchen. Kaum ist sie dort eingetroffen, erfährt sie, dass Kayleigh von Edwin Sharp gestalkt wird. In der Nacht wird Bobby Prescott, der Chef der Roadcrew und langjährige Freund von Kayleigh, ermordet und Sharp ist der Hauptverdächtige, der als Stalker von seiner Sicht der Wirklichkeit, nämlich dass Kayleigh ihn liebt und sie von ihrer Entourage beeinflusst und in Quasi-Haft gehalten wird, bedingungslos überzeugt und schlau genug ist, keine Spuren zu hinterlassen.

Aber ist er wirklich der Mörder? Immerhin befinden wir uns in einem Roman von Jeffery Deaver, der für seine wendungsreichen Enden bekannt ist, und Sharp ist eigentlich viel zu verdächtig, um der Mörder zu sein.

Wie Deaver ihn dann über gut fünfhundertfünfzig kurzweilige Seiten immer wieder be- und entlastet und die Gesichtsleserin Kathryn Dance bei der Mörderjagd auch einige andere Übeltäter überführt, die mehr oder weniger Trittbrettfahrer der Taten des Mörders sind, der nach der Ermordung von Bobby Prescott weitere Menschen in Kayleighs Umfeld tötet, ist gutes Spannungshandwerk, bei dem man auch einiges über die Country-Musik, das Musikgeschäft und die Veränderungen des Geschäfts durch das Internet lernen kann. Denn, wie immer, hat Deaver seine Recherche gemacht.

Mir kamen allerdings einige der Wendungen in der zweiten Hälfte von „Die Angebetete“ zu plötzlich, einige Subplots wurden zu schnell abgehandelt und einige Szenen, wie die Begegnung von Kayleigh und Sharp ungefähr in der Buchmitte, hätten gewinnbringender verarbeitet werden können. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

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Jeffery Deaver: Die Angebetete

(übersetzt von Thomas Haufschild)

Blanvalet, 2013

576 Seiten

19,99 Euro

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Originalausgabe

XO

Simon & Schuster, 2012

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Hinweise

Homepage von Jeffery Deaver

Deutsche Homepage von Jeffery Deaver

Wikipedia über Jeffery Deaver (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzroman „Auf ewig“ (Forever, 2005)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzgeschichtensammlung “Gezinkt” (More twisted, 2006)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Die Menschenleserin“ (The sleeping doll, 2007)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Lautloses Duell“ (The blue nowhere, 2001)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers “Der Täuscher” (The broken window, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers “Carte Blanche Ein James-Bond-Roman” (Carte Blanche, 2011)

Jeffery Deaver in der Kriminalakte


James Bond erhält bei Jeffery Deaver die „Carte Blanche“

März 17, 2012

Carte Blanche“ von Jeffery Deaver ist, das sieht man sofort, der bislang längste James-Bond-Roman. Während Ian Fleming weniger als 200 Seiten brauchte und auch die anderen James-Bond-Autoren nicht wesentlich längere Bücher schrieben, hat „Carte Blanche“ mit über 500 Seiten die typische Deaver-Länge,

Auf den ersten Seiten, wenn James Bond in der Nähe von Novi Sad einen Anschlag auf einen mit Gefahrgut beladenen Güterzug verhindert und wenn er, kurz darauf in London, M trifft, erinnerte mich dieser James Bond nicht an Sean Connery, Roger Moore, Pierce Brosnan oder Daniel Craig und auch nicht an die unbekannteren Bonds George Lazenby und Timothy Dalton. Die Ian-Fleming-James-Bond-Romane habe ich vor so vielen Jahren gelesen, dass ich mich kaum noch an sie erinnere. Aber den posthum erschienenen „Mann mit dem goldenen Colt“ fand ich als untypischen Bond-Roman sehr schwach.

Auch auf den folgenden Seiten ist Deavers James Bond niemals der altbekannte Lebemann, der sich Wodka Martini schlürfend dem Bösewicht nähert und dabei einige Frauen und Verbrecher flach legt. Dieser Sechziger-Jahre-Jet-Set-Spion gehört der Vergangenheit an. Der neue James Bond arbeitet in England mit den inländischen Geheimdiensten zusammen. In Südafrika mit der dortigen Polizei und dass sein Gegner ein Müllmogul ist, trägt natürlich nicht gerade zum Glamourfaktor bei. Immerhin trifft sich James Bond mit Severan Hydt bevorzugt auf dessen Müllkippen in England und Südafrika und versucht herauszubekommen, ob Hydt hinter einem geplanten Anschlag mit mehreren tausend Toten, der in wenigen Tagen stattfinden soll, steckt und er versucht natürlich den Anschlag, über den der Geheimdienst nichts genaues weiß, zu verhindern.

Wie bei Deaver nicht anders zu erwarten, ist „Carte Blanche“ sauber recherchiert; – was auch dazu führt, dass dank der ausführlichen Darstellung der modernen Überwachungstechnik die klassische Agententätigkeit immer überflüssiger und so der Agent als Frontkämpfer immer mehr zu einer Marionette der Zentrale wird. Damit James Bond dann doch eigenständig handeln kann, gibt es auf den riesigen Müllkippen von Hydt ein totales Handyverbot und die Computer haben auch keinen Internetanschluss. Selbstverständlich ist der Roman gut geplottet. Es gibt etliche Überraschungen und auch das Ende ist bei weitem nicht so vorhersehbar, wie man zuerst denkt und daher auch nicht so formelhaft wie in den James-Bond-Filmen.

Allerdings arbeitet Deaver mir in diesem Thriller etwas zu oft mit Taschenspielertricks. So führt er auf Seiten 252 Gene Theron als Söldner, der Hydt ein großes Geschäft anbietet, ein. Einige Seiten später verrät Deaver, dass Theron James Bond ist und wie innerhalb kurzer Zeit seine Tarnung aufgebaut wurde. Hundert Seiten später soll Bond als Bewährungsprobe einen Arbeiter von Hydt erschießen. Nach kurzem Zögern, weil unser 00-Agent Skrupel hat, tut er es – und sofort darauf erklärt Deaver, dass Bond von Anfang an wusste, dass die Waffe nicht mit echter Munition geladen war. Da fühlt man sich dann doch immer wieder, vor allem weil Deaver diesen Trick zu oft anwendet, veräppelt.

Außerdem ist lange unklar, was Severan Hydt warum plant. So ist er als Bösewicht deutlich weniger beeindruckend als die altbekannten, größenwahnsinnigen James-Bond-Bösewichter oder die nach der Weltherrschaft gierenden Sowjets, denen jede Schandtat zuzutrauen war, und die inzwischen ja von den Chinesen und Islamisten abgelöst wurden. Ach, um ehrlich zu sein, habe ich inzwischen sogar das Motiv des Bösewichts schon wieder vergessen.

Trotz aller Kritik ist „Carte Blanche“ ein flott zu lesender Agententhriller. Allerdings hatte ich bei der Kombination aus Jeffery Deaver und James Bond mehr erwartet.

Jeffery Deaver: Carte Blanche – Ein James-Bond-Roman

(übersetzt von Thomas Haufschild)

Blanvalet, 2012

544 Seiten

14,99 Euro

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Originaltitel

Carte Blanche

Hodder & Stoughton, London 2011

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Hinweise

Homepage von Jeffery Deaver

Deutsche Homepage von Jeffery Deaver

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzroman „Auf ewig“ (Forever, 2005)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzgeschichtensammlung “Gezinkt” (More twisted, 2006)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Die Menschenleserin“ (The sleeping doll, 2007)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Lautloses Duell“ (The blue nowhere, 2001)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers “Der Täuscher” (The broken window, 2008)

Jeffery Deaver in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

James Bond in der Kriminalakte

Martin Comparts Besprechung von Jeffery Deavers “Carte Blanche”

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Noch ein Hinweis

Eben ist als Taschenbuchpremiere „Schutzlos“ (Edge, 2010, Blanvalet, 512 Seiten, 9,99 Euro) von Jeffery Deaver erschienen. In dem Standalone jagt Cortez, ein Personenschützer, der Aufträge übernimmt, die für alle anderen Personenschützer zu schwierig sind, Henry Loving, einen Erpresser, Folterer und alten Bekannten von Cortez.


Kleinkram: Jeffery Deaver redet, Killer Covers, Bloody Cover – und viel “Noir”

Mai 11, 2009

Gerade habe ich Jeffery Deavers neuen Roman “Der Täuscher” (The broken window) verschlungen (ich werde ihn die Tage gebührend abfeiern), da entdecke ich diesen sehr informativen Blick in Deavers Schreibstube:

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Schon seit einigen Tagen gibt es das von J. Kingston Pierce als Nebenprojekt zum Rap Sheet betriebene Blog “Killer Covers”. Der Name ist selbstverständlich Programm.

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Tom Piccirilli versucht für einen Freund, mit zahlreichen Beispielen, die Frage “Was ist Noir?” zu beantworten:

More than anything, I think that noir can be defined as a “date with doom.” Characters know that they’re making mistakes, missteps, tempting fate, but for whatever reason they’re drawn to doing so anyway. Usually by a woman but not always. They step out of the average life and step into another life that they seem to have been destined for, a kind of surreal or hyper-real existence. (…)

That sense of fate, inevitability, highly romanticized-energized living before tragedy, the flame burning brighter before it burns out is the essence of noir, I think.

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“Noir of the Week” widmet sich dem zeitgenössischeren Noir mit Arthur Penns Klassiker “Night Moves” (Die heiße Spur, USA 1975) und John Baileys “China Moon” (China Moon; Eine heiße Affäre, USA 1994).  Über diese fast unbekannte Videopremiere mit Ed Harris und Madeleine Stowe schreibt der Fischer Film Almanach: “Psychothriller à la ‘Bodyheat – die heißkalte Frau’, der ein interessantes Wechselspiel zwischen prickelndem Liebesdrama und Thriller treibt.”

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Oh, und das “Bloody Cover” (für das beste Titelbild für den Krimi eines deutschsprachigen Autors) ging an Renate Kampmanns “Fremder Schmerz”.


Sechzehn Treffer von Jeffery Deaver

Juni 26, 2008

“Kurzgeschichten sind wie die Kugeln eines Heckenschützen. Schnell und vernichtend“, schreibt Jeffery Deaver im Vorwort zu seiner zweiten Kurzgeschichtensammlung „Gezinkt“. In ihr sind fünfzehn bereits an verschiedenen Orten veröffentlichte und eine neue Geschichte mit Lincoln Rhyme abgedruckt. Jede dieser Geschichten ist – um in der Metapher zu bleiben – ein tödlicher Schuss. Fast alle Schüsse treffen dabei voll ins Schwarze. Denn egal ob die Geschichte im viktorianischen England (mit einem Gastauftritt von Sherlock Holmes), im heutigen Italien oder in den USA in der Großstadt oder auf dem Land spielt, hat jede Geschichte eine überraschende Pointe. Die Guten entpuppen sich als Böse – und umgekehrt. Und einige Charaktere sind schlauer, als es auf den ersten Blick scheint. Oh, und, niemand (besonders nicht den Guten) kann in den sechzehn grandiosen Geschichten von Jeffery Deaver vertraut werden.

In „Der Voyeur“ – zum Beispiel – verliebt sich in Des Moines der vierundvierzigjährige Rodney Pullmann in die schöne, jüngere Nachbarin Tammy Hudson. Er überlegt, wie er sie ansprechen kann. Da entdeckt er einen anderen Mann, der sie heimlich beobachtet. Rodney beschließt sie anzusprechen, indem er vor ihren Augen den Voyeur vertreibt. Doch sein Plan geht schief, denn die Nachbarin ist nicht so unschuldig, wie Rodney glaubte, der Voyeur ist nicht an ihren sexuellen Reizen interessiert und Rodney sitzt am Ende im Knast. Denn Tammy ist einer der erfolgreichsten und am schwersten zu fassenden Drogenhändler Südkaliforniens und der Voyeur war ein Polizist, der von der flüchtigen Tammy – dank Rodneys Intervention – erschossen wurde. Die einzige Chance für Rodney ist, eine Anklage wegen Stalking zu akzeptieren. Deswegen war er bereits in Iowa zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Die anderen fünfzehn Geschichten, über die hier nichts verraten werden soll, um die Spannung nicht zu nehmen, enden mit ähnlich überraschenden Wendungen. Jeffery Deaver beweist in „Gezinkt“ sechzehn Mal, dass er nicht nur ein Meister der großen sondern auch der kleinen Form ist.

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Jeffery Deaver: Gezinkt

(übersetzt von Fred Kinzel)

Blanvalet 2008

544 Seiten

8,95 Euro

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Originalausgabe

More Twisted

Simon & Schuster, 2006

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“Gezinkt” enthält diese Kurzgeschichten

- Kapitel und Vers (Chapter and Verse – in Robert J. Randisi [Hrsg.]: Greatest Hits: Original Stories of Hitmen, and Hired Guns, and Private Eyes, 2005)

- Der Pendler (The Commuter – in Alfred Hitchcock Mystery Magazine, April 1998 )

- Der westfälische Ring (The Westphalian Ring – in

Ellery Queen’s Mystery Magazine, September/Oktober 2004

Ed Gorman/Martin H. Greenberg [Hrsg.]: The Adventure of the Missing, 2005)

- Überwachung (Surveillance – in

Ellery Queen’s Mystery Magazine, August 2002

Ed Gorman/Martin H. Greenberg [Hrsg.]: The World’s Finest Mystery and Crime Stories: Fourth annual collection. The best mystery stories of 2002, 2003)

- Das schwarze Schaf (Born Bad –

in Otto Penzler [Hrsg.]: Dangerous Women: A short story collection with tales about dangerous women, 2005

in Ed Gorman [Hrsg.]: The Deadly Bride and 21 of the Year’s Finest – Crime and Mystery Stories, Vol. 2, 2006

in Scott Turow/Otto Penzler [Hrsg.]: The Best American Mystery Stories 2006, 2006)

- Die Vernehmung (Interrogation – in

Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine, April 1996

Cynthia Manson [Hrsg.]: Law and Order: Good cops, bad cops, savvy detectives, and tricky attorneys, 1997)

- Angst (Afraid – in The Jeffery Deaver Newsletter vom 23. November 2005)

- Der Freispruch (Double Jeopardy – in Ellery Queen’s Mystery Magazine,

September/Oktober 1997)

- Das Mädchen im Stollen (Tunnel Girl – in Ellery Queen’s Mystery Magazine, Dezember 2005)

- Die Locard’sche Regel (Locard’s Principle (an original Lincoln Rhyme story))

- Kalte Rache (A Dish Served Cold – in Amazon Shorts [Downloadbar bei Amazon.com])

- Der Nachahmungstäter (Copycat – in

Ellery Queen’s Mystery Magazine, Juni 2003

Tony Hillerman/Rosemary Herbert [Hrsg.]: A New Omnibus of Crime, 2005)

- Der Voyeur (The Voyeur – in Ellery Queen’s Mystery Magazine, Januar 2005)

- Die Pokerlektion (The Poker Lesson – in John Harvey [Hrsg.]: Men from Boys: A collection with men writing about what it is to be a man, 2003)

- Siebenundreißig Grad (Ninety-eight Point Six – in Jeffery Deaver [Hrsg.]: A Hot and Sultry Night for Crime: When temperatures rise, tempers flare in this anthology, 2003)

- Immer einen Besuch wert (A Nice Place to Visit – in Lawrence Block [Hrsg.]: Manhattan Noir, 2006)

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Hinweise

Homepage von Jeffery Deaver

Deutsche Homepage von Jeffery Deaver

Meine Besprechung von “Die Menschenleserin” (The sleeping doll, 2007)

Meine Besprechung von „Auf ewig“ (Forever, in Ed McBain [Hrsg.]: Die hohe Kunst des Mordens [Transgressions, 2005])


TV-Tipp für den 18. Mai: James Bond: Der Spion, der mich liebte

Mai 17, 2013

ZDF, 23.15

JAMES BOND: Der Spion, der mich liebte (GB 1977, R.: Lewis Gilbert)

Drehbuch: Richard Maibaum, Christopher Wood

LV: Ian Fleming: The spy who loved me, 1962 (Der Spion, der mich liebte)

Buch zum Film: Christopher Wood: The spy who loved me, 1977 (James Bond und sein größter Fall)

Mitten im Kalten Krieg muss Bond mit den Russen (nun, mit einer verdammt gut aussehenden Agentin) zusammenarbeiten. Denn Milliardär Stromberg will die Welt vernichten.

Der Film hat mit dem Buch nur eine Gemeinsamkeit: den Titel. Kein Wunder, denn in dem Buch erzählt Fleming aus der Perspektive einer jungen Frau, die einen Job als Hauswärterin eines einsam gelegenen Motels annimmt, wie sie von zwei Verbrechern als Geisel genommen und von James Bond befreit wird. Fleming hielt das stark kritisierte Buch für „offensichtlich schiefgegangen“ und sprach sich – erfolglos – gegen weitere Auflagen aus. Er bestand beim Verkauf der Filmrechte an Eon Productions darauf, dass für einen Film eine andere Geschichte gefunden werde.

Und das taten sie! Der Film glänzt mit Pyramiden, einem unter Wasser fahrendem Auto, Beißer (der bei Moonraker seinen zweiten Auftritt hatte) und einer grandiosen Schlussschlacht in dem Bauch eines Schiffes. Für diesen Kampf wurde in den Pinewood-Studios die größte Filmhalle der Welt, die „007-Stage“, gebaut. Roger Moore spielt Bond, Curd Jürgens den Bösewicht, Barbara Bach eine Russin.

Wiederholung: ZDFneo, Sonntag, 19. Mai, 22.05 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „James Bond: Der Spion, der mich liebte” (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Die KrimiZeit-Bestenliste Mai 2013

Mai 3, 2013

 

Die Bestenliste der KrimiZeit für den Wonnemonat Mai ist draußen:

1 (3) Sara Gran: Das Ende der Welt

2 (4) Giancarlo de Cataldo: Der König von Rom

3 (-) Robert Hültner: Am Ende des Tages

4 (-) Olen Steinhauer: Die Spinne

5 (-) Matthias Wittekindt: Marmormänner

6 (2) Elmore Leonard: Raylan

7 (-) Daniel Suarez: Kill Decision

8 (1) Joe R. Lansdale: Dunkle Gewässer

9 (6) Cathi Unsworth: Opfer

10 (7) Ian Rankin: Mädchengrab

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In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

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Hültner, Unsworth und Rankin liegen auch ganz oben auf meinem Zu-lesen-Stapel, aber zuerst ist noch der neue Jeffery Deaver („Die Angebetete“) dran.


TV-Tipp für den 8. April: James Bond: Der MORGEN stirbt nie

April 7, 2013

ZDF, 22.15

James Bond: Der MORGEN stirbt nie (GB/USA 1997, R.: Roger Spottiswoode)

Drehbuch: Bruce Feirstein

LV: Charakter von Ian Fleming

Buch zum Film: Raymond Benson: Tomorrow never dies, 1997 (Der MORGEN stirbt nie)

Die Zeiten ändern sich: Bonds Gegner ist ein Pressezar, der für eine Schlagzeile einen Weltkrieg riskiert.

Brosnans zweiter Einsatz war an der Kinokasse selbstverständlich ein Erfolg. Der Rest war auch wie gewohnt; – auch die zahlreichen Drehbuchentwürfe und Veränderungen während der Dreharbeiten. Da arbeitete ein Team von vier Autoren in einem Londoner Hotel an neuen Ideen und den Wünschen von Spottiswoode. Entsprechend zerfällt der Film immer wieder in Einzelteile. Es gibt dazu einen bissigen Artikel von Feirstein.

Mit Pierce Brosnan, Michelle Yeoh, Jonathan Pryce, Götz Otto, Teri Hatcher, Judi Dench, Samantha Bond (nicht verwandt mit James Bond), Desmond Llewelyn

Hinweise

Rotten Tomatoes über „James Bond: Der MORGEN stirbt nie“

Wikipedia über „Der MORGEN stirbt nie“ (deutsch, englisch)

Drehbuch von Bruce Feirstein

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 30. März: James Bond: Lizenz zum Töten

März 30, 2013

ARD, 01.10

James Bond: Lizenz zum Töten (GB 1989, R.: John Glen)

Drehbuch: Richard Maibaum, Michael G. Wilson

LV: Figur von Ian Fleming

Nachdem Drogenbaron Sanchez seinen Freund Felix Leiter während der Hochzeit schwer verletzt und dessen Künftige umbringt, sieht Bond rot. Im Alleingang bringt er Sanchez um seine Existenzgrundlage.

Der zweite Einsatz von Timothy Dalton war realistischer und härter als die vorherigen Bonds. An der Kasse war er damit nicht so erfolgreich – und die Bond-Macher legten eine mehrjährige Pause ein. Pierce Brosnan beendete die Produktionspause 1995 mit dem kommerziell äußerst erfolgreichen „GoldenEye“.

In „Lizenz zum Töten“ ist die Mischung aus klassischem Bond und modernem us-amerkanischen Action-Kino nicht überzeugend. In Erinnerung bleiben vor allem, dass alles viel brutaler als gewohnt ist. Der nächste Versuch eines härteren Bonds gelang mit „Casino Royale“ wesentlich besser.

Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert.

Mit Timothy Dalton, Robert Davi, Talisa Soto, Benicio Del Toro

Hinweise

Rotten Tomatoes über “James Bond: Lizenz zum Töten”

Wikipedia über “James Bond: Lizenz zum Töten” (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 23. März: Casino Royale

März 23, 2013

ARD, 20.15

James Bond: Casino Royale (USA 2006, R.: Martin Campbell)

Drehbuch: Paul Haggis, Neal Purvis, Robert Wade

LV: Ian Fleming: Casino Royale, 1953 (Casino Royale)

James Bond soll Le Chiffre, den Finanzier eines weltweiten Terrornetzwerkes, ausschalten.

Nach allgemeiner Einschätzung ist der einundzwanzigste James-Bond-Film (Offizielle Zählung) einer der fünf besten, vielleicht sogar – vor “Skyfall” – der beste Bond-Film. Niemand hatte mit dieser umfassenden Revitalisierung des Mythos James Bond für das neue Jahrhundert gerechnet.

Der erste Auftritt von Daniel Craig als Geheimagent ihrer Majestät ist ein spannender Thriller mit einem viel zu langen Ende. Denn nachdem Le Chiffre tot ist, ist der Film noch lange nicht zu Ende.

Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert.

Mit Daniel Craig, Eva Green, Mads Mikkelsen, Jeffrey Wrigth, Judi Dench, Giancarlo Giannini

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Casino Royale“

Wikipedia über „Casino Royale“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Ist „Der Professor“ John Katzenbach auch „Der Wolf“? Oder umgekehrt?

März 20, 2013

Im Gespräch gibt der zweimal für den Edgar nominierte Bestsellerautor John Katzenbach freimütig zu, dass er keinen Überblick darüber habe, welche seiner Romane gerade wo erhältlich sind und dass er auch nicht verstehe, nach welchen Kriterien die Verlage seine neuen Bücher veröffentlichten. Denn als wir uns unterhielten, waren – zu seiner Verwunderung – seine ersten Romane in den USA nicht erhältlich und sein neues Buch „Der Wolf“ in den USA noch gar nicht erschienen.

Sein deutscher Verlag Droemer (der durch die einheitliche Covergestaltung, die Titelwahl und sicher auch einen ordentlich Griff in die Werbekasse John Katzenbach beim deutschen Publikum etablierte) war von den ersten Kapiteln von „Der Wolf“ so begeistert, dass er es gleich übersetzen ließ.

Die Story ist auch nicht schlecht und knüpft an Grimms Märchen an.

Ein älterer Krimischriftsteller mit einer Mega-Schreibblockade beschließt, sich mit seinem letzten Werk in die Geschichte einzuschreiben: er will an einem Tag drei rothaarige Frauen, die außer ihrer Haarfarbe keine Gemeinsamkeiten haben, umbringen. Er schreibt ihnen als „Böser Wolf“ einen Brief, in dem er ihren baldigen Tod ankündigt.

Die drei Frauen reagieren zunächst verschieden, aber alle sind sie ziemlich verstört von der Botschaft und panisch. Als sie sich aber zusammentun (was durch geschickte Nutzung des Internets gelingt) und beschließen, gegen den „Bösen Wolf“ zu kämpfen, gerät sein minutiös ausgedachter Plan in Gefahr.

Die eine Inspiration für die Geschichte ist natürlich das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf und die Frage, wie verschiedene Frauen auf eine anonyme Bedrohung reagieren. Katzenbach nimmt an – und hier musste ich einen großen „Suspension of Disbelief“ machen -, dass die drei Rothaarigen den Brief sofort ernst nehmen.

Später, wenn er ihnen Links zu YouTube-Videos mit heimlichen Aufnahmen von ihnen zusendet, wird die Bedrohung glaubhafter und natürlich ist der „Böse Wolf“ ein herrlicher Bösewicht: ein Schriftsteller, der in einer Kleinstadt lebt, verheiratet mit einer ihm treu ergebenen Frau ist und seit Ewigkeiten kein Buch mehr veröffentlichte. Seit fünfzehn Jahren hat er nichts Druckreifes mehr geschrieben, weil ihm die mörderische Inspiration fehlte und der jetzt zum Serienmörder werden will, um wieder schreiben zu können. Das hat was.

Außerdem hat der Böse Wolf einen guten Geschmack. Wenig überraschend nutzte John Katzenbach die Gelegenheit, einige seiner Lieblingsautoren (wie James W. Hall [den könnte ein Verlag mal wieder übersetzen]) zu nennen.

In seinem vorherigen Roman „Der Professor“ beobachtet ein pensionierter Psychologieprofessor, der Demenz im Anfangsstadium hat, wie auf offener Straße ein sechzehnjähriges Mädchen entführt wird. Er will sie finden. Gleichzeitig fragt er sich, ob er wirklich eine Entführung beobachtet hat.

Er hat. Denn das Mädchen wird in einem Keller gefangen gehalten und dort von einem Ehepaar gequält, das ihre Folter via Internet an ein weltweites, zahlungswilliges Publikum überträgt.

Interessant an dem Thriller ist, wie Katzenbach die zunehmende Demenz des Professor literarisch verarbeitet. Für ihn erscheinen seine Erinnerungen und Fantasien zunehmend real, während ihm gleichzeitig die Realität entgleitet. Die Geisel, die während ihrer Gefangenschaft eine undurchsichtige Kapuze auf hat, ist mit einem ähnlichen Problem konfrontiert und die Geschichte benutzt das Internet nicht als einen Gimmick oder eine Bedrohung, sondern als eine Technik, die die Taten der Entführer ermöglicht.

Davon abgesehen sind „Der Wolf“ und „Der Professor“ ziemlich geradlinige Thriller die, souverän zwischen mehreren Handlungssträngen wechselnd, auf die finale Konfrontation zwischen Held und Bösewicht zusteuern,

In dem Gespräch sagte Katzenbach auch, dass er beim Schreiben keine detaillierte Outline habe und intuitiv zwischen den verschiedenen Handlungssträngen wechsle. Allerdings kennt er von Anfang an das Ende seiner Geschichte und was seine Charaktere erleben und erleiden.

Vielleicht sind deshalb beide Romane für meinen Geschmack einen Tick zu lang. Immerhin kennt John Katzenbach das Ziel der Reise sehr genau und er hat deshalb auch keine besondere Eile, dorthin zu gelangen, aber es gibt bei ihm auch nicht, wie bei Harlan Coben oder Jeffery Deaver, am Ende die große Überraschung, die den halben Roman auf den Kopf stellt.

Katzenbach - Der Wolf

John Katzenbach: Der Wolf

(übersetzt von Anke und Eberhard Kreutzer)

Droemer, 2012

512 Seiten

19,99 Euro

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Originalausgabe

Red 123

Mysterious Press, New York, noch nicht erschienen (angekündigt für Frühling 2013)

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Katzenbach - Der Professor - TB

John Katzenbach: Der Professor

(übersetzt von Anke und Eberhard Kreutzer)

Knaur, 2011

560 Seiten

10,99 Euro

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Originalausgabe

What Comes Next

Mysterious Press, 2012

(Yeah, die undurchsichtige Verlagsplanung, die auch John Katzenbach in einem globalen Markt nicht versteht.)

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Deutsche Erstausgabe

Droemer, 2010

(nicht mehr erhältlich)

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Hinweise

Homepage von John Katzenbach

Deutsche Homepage von John Katzenbach

Wikipedia über John Katzenbach (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 15. März: Der Knochenjäger

März 15, 2013

ZDFneo, 22.00

Der Knochenjäger (USA 1999, R.: Philip Noyce)

Drehbuch: Jerome Iacone

LV: Jeffery Deaver: The bone collector, 1997 (Die Assistentin, Der Knochenjäger)

Der fast vollständig gelähmte Superdetektiv Lincoln Rhyme sucht mit seinem Assistenten, der Streifenpolizistin Amelia Donaghy, einen Serienkiller.

Nach all den Serienkiller-Filmen ist der Whodunit „Der Knochenjäger“ ziemlich langweilige Kost.

Mit Denzel Washington, Angelina Jolie, Ed O´Neill, Michael Rooker, Queen Latifah, Luis Guzman

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Der Knochenjäger”

Wikipedia über “Der Knochenjäger” (deutsch, englisch)

Homepage von Jeffery Deaver

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzroman „Auf ewig“ (Forever, 2005)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzgeschichtensammlung “Gezinkt” (More twisted, 2006)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Die Menschenleserin“ (The sleeping doll, 2007)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Lautloses Duell“ (The blue nowhere, 2001)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers “Der Täuscher” (The broken window, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers “Carte Blanche Ein James-Bond-Roman” (Carte Blanche, 2011)

Jeffery Deaver in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 8. Januar: James Bond: Ein Quantum Trost

Januar 8, 2013

ZDF, 20.15

James Bond 007 – Ein Quantum Trost (GB 2008, R.: Marc Forster)

Drehbuch: Paul Haggis, Neal Purvis, Robert Wade

LV: Ian Fleming: Quantum of Solace, 1960 (Das Minimum an Trost, Ein Minimum an Trost [Kurzgeschichte])

Die Story aka Der Vorwand für ganz viele, ganz doll im schlechten Jason-Bourne-Stil zerschnipselten Verfolgungsjagden und Actionszenen: James Bond will den Tod von seiner Geliebten Vesper Lynd rächen und legt sich mit der geheimnisvollen Organisation Quantum (ist wahrscheinlich ein Nachfolger von Spectre) an.

Auch wenn der zweite Einsatz von Daniel Craig als James Bond nicht der schlechteste Bond aller Zeiten ist, hat er jedenfalls einen Platz in den Top Drei. Denn „Octopussy“ ist auch ziemlich mies und „Der Mann mit dem goldenen Colt“ hat bei mir den Einer-der-ersten-Bond-Filme-die-ich-gesehen-habe-Bonus. Die anderen waren „Diamantenfieber“, „In tödlicher Mission“ und, ich glaube, „Feuerball“ – und immer im Kino; ach, das wissen die Jüngeren wahrscheinlich nicht: bis in die neunziger Jahre liefen auch ältere Filme auch in der Provinz immer wieder in normalen Kinos

Mit Daniel Craig, Olga Kurylenko, Mathieu Amalric, Judi Dench, Giancarlo Giannini, Gemma Arterton, Jeffrey Wright, Jesper Christensen, Rory Kinnear

Wiederholung: Mittwoch, 9. Januar, 00.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über “James Bond: Ein Quantum Trost”

Metacritic über “James Bond: Ein Quantum Trost”

Rotten Tomatoes über “James Bond: Ein Quantum Trost”

Wikipedia über “James Bond: Ein Quantum Trost” (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 22. Dezember: James Bond: Stirb an einem anderen Tag

Dezember 22, 2012

ARD, 23..15

James Bond: Stirb an einem anderen Tag (USA/GB 2002, R.: Lee Tamahori)

Drehbuch: Neal Purvis, Robert Wade

LV: Charakter von Ian Fleming

Buch zum Film: Raymond Benson: Die Another Day, 2002

Nachdem James Bond kurzzeitig von M gefeuert wird, darf er wieder die Welt retten. Aktuelle Schauplätze sind Nordkorea, Hongkong, Kuba, London und Island.

Vierter und letzter Bond-Film mit Pierce Brosnan, der sich nicht sonderlich von den vorherigen unterscheidet: kurzweiliges Popcornkino für die ganze Familie.

Mit Pierce Brosnan, Halle Berry, Rick Yune, Judi Dench, John Cleese, Toby Stephens, Michael Madsen, Rosamund Pike, Michael G. Wilson, Madonna

Hinweise

Rotten Tomatoes über “James Bond: Stirb an einem anderen Tag”

Wikipedia über “James Bond: Stirb an einem anderen Tag” (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 24. November: James Bond: In tödlicher Mission

November 24, 2012

ARD, 00.50

James Bond: In tödlicher Mission (GB 1981, R.: John Glen)

Drehbuch: Richard Maibaum, Michael G. Wilson

LV: Ian Fleming: For you eyes only, 1960 (Für Sie persönlich, Kurzgeschichte), Risico, 1960 (Riskante Geschäfte, Kurzgeschichte)

James Bond sucht im Mittelmeer ein verschwundenes Gerät zur Steuerung der U-Boot-Flotte, das ATAC. Es wurde von dem griechischen Millionär Kristatos geklaut, der es an die Sowjets verkaufen will.

Einer der besseren Roger-Moore-Bonds. „Variety“ hielt „In tödlicher Mission“ sogar für einen der durchgehend erfreulichsten aller bis dahin gedrehten zwölf Bond-Filme. Andere Kritiker meinten, es sei ein Remake von „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ (Hm.) und eine einzige Verfolgungsjagd (Gut!) mit viel Werbung (Schlecht!). Jedenfalls kam diese Mischung dem Talent von John Glen entgegen und Roger Moore bewältigte seine Arbeit mit der Hilfe von fast fünfzig Stuntmännern.

Mit Roger Moore, Carole Bouquet, Julian Glover, Chaim Topol, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn

Hinweise

Rotten Tomatoes über “James Bond: In tödlicher Mission”

Wikipedia über “James Bond: In tödlicher Mission” (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 16. November: Der Knochenjäger

November 16, 2012

ZDFneo, 22.00

Der Knochenjäger (USA 1999, R.: Philip Noyce)

Drehbuch: Jerome Iacone

LV: Jeffery Deaver: The bone collector, 1997 (Die Assistentin, Der Knochenjäger)

Der fast vollständig gelähmte Superdetektiv Lincoln Rhyme sucht mit seinem Assistenten, der Streifenpolizistin Amelia Donaghy, einen Serienkiller.

Nach all den Serienkiller-Filmen ist der Whodunit „Der Knochenjäger“ ziemlich langweilige Kost.

Mit Denzel Washington, Angelina Jolie, Ed O´Neill, Michael Rooker, Queen Latifah, Luis Guzman

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Der Knochenjäger”

Wikipedia über “Der Knochenjäger” (deutsch, englisch)

Homepage von Jeffery Deaver

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzroman „Auf ewig“ (Forever, 2005)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzgeschichtensammlung “Gezinkt” (More twisted, 2006)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Die Menschenleserin“ (The sleeping doll, 2007)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Lautloses Duell“ (The blue nowhere, 2001)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers “Der Täuscher” (The broken window, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers “Carte Blanche Ein James-Bond-Roman” (Carte Blanche, 2011)

Jeffery Deaver in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Daniel Craig, James Bond, „Skyfall“ und M

Oktober 31, 2012

Skyfall“, der neue James-Bond-Film mit Daniel Craig als Geheimagent ihrer Majestät, ist nach dem Desaster „Ein Quantum Trost“ (A Quantum Solace) nicht nur eine Rückkehr zur alten Stärke, sondern „Skyfall“ ist auch der beste Craig-Bond und er steht definitiv im oberen Drittel der James-Bond-Filme.

Allerdings ist er mit 143 Minuten etwas zu lang geraten. Neben „Casino Royale“ (144 Minuten) und „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ (On her Majesty’s Secret Service, 142 Minuten) gehört er zu den längsten Bond-Filmen.

Und, was für Bond-Fans schlimmer ist: es gibt letztendlich keine Bondine. Es gibt zwar zwei junge, gutaussehende Frauen, aber deren Rollen sind arg kurz geraten und zur Handlung tragen sie auch wenig bei; – wobei Eve (Naomi Harris), eine MI6-Kollegin von James Bond, ihren großen Auftritt am Filmanfang hat, wenn sie Bond erschießt. Es war zwar ein bedauerlicher Fehler, aber M (Judi Dench) muss in London betrübt den Nachruf auf ihren besten Agenten schreiben und um ihren Job als Geheimdienstchefin kämpfen.

Denn in Istanbul sollten Bond und Eve verhindern, dass eine Datei mit den Namen aller Undercover-Agenten, die in Terrororganisationen sind, in die falschen Hände fällt. Sie versagen – und wir können einen grandiosen zwölfminütigen Actionauftakt, der mit dem Tod von James Bond endet, erleben.

Danach wird es ruhiger, bis Terroristen die Computer von MI6 infiltrieren und in Ms Büro eine Bombe zünden.

Als Bond davon hört, meldet er sich zurück zum Dienst und er hat auch gleich eine heiße Spur zu einem der Killer, der ihn in Istanbul mit einer speziellen Munition angeschossen hat. Der eiskalter Killer hat in Shanghai einen neuen Auftrag – und mehr soll hier von der Handlung nicht verraten werden.

Jedenfalls gibt es wieder prächtige Schauplätze, auch wenn sich nicht alle als Urlaubsort eignen, angenehm altmodisch gefilmte Action und mit Javier Bardem einen herrlich exaltierten Bösewicht, der wirklich ‘larger than life’ ist und als ehemaliger MI6-Agent eine persönliche Rechnung mit M begleichen will. Es gibt einige Diskussionen über das Wesen und die Zukunft der Geheimdienste und eine bislang ungeahnte psychologische, fast schon psychopathologische Grundierung der Geschichte. Denn vor allem James Bond nennt seine Vorgesetzte fast immer „Ma’am“ und es hört sich, in der Originalversion, durchaus gewollt, wie „Mutter“ an. Regisseur Sam Mendes („American Beauty“, „Road to Perdition“) ist der richtige Mann, um dem Charakter James Bond eine bislang nicht vermisste Tiefe zu verleihen und trotzdem der Action genug Raum zu geben.

Es gibt einen Schlusskampf im malerischen Schottland, der wirklich so auch schon zu Sean Connerys Zeiten hätte stattfinden können und ein Filmende, das ein Ende der psychologischen Phase andeutet. Denn bei aller Liebe zu psychologischen Vertiefungen ist der Film-James-Bond doch immer ein jetsettender Playboy, der das Leben genießt und der während seiner Arbeit eine eskapistische Spur der Verwüstung hinterlässt. Vor allem, wenn in den letzten Filmminuten die riesige Zentrale des größenwahnsinnigen Bösewichts zerstört wird.

Der nächste James-Bond-Film könnte wirklich wieder ein altmodischer Kampf gegen einen Superschurken sein. Mir würde das jedenfalls gefallen.

Skyfall (Skyfall, GB/USA 2012)

Regie: Sam Mendes

Drehbuch: Neal Purvis, Robert Wade, John Logan

LV: Charakter von Ian Fleming

mit Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Bérénce Marlohe, Ben Whishaw, Albert Finney,Rory Kinnear, Ola Rapace

Länge: 143 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

-

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Skyfall“

Metacritic über „Skyfall“

Rotten Tomatoes über „Skyfall“

Wikipedia über „Skyfall“ (deutsch, englisch – Vorsicht: es werden wichtige Teile der Handlung verraten!)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 30. Oktober: Goldeneye – Der Mann, der James Bond war

Oktober 30, 2012

3sat, 20.15

Goldeneye – Der Mann, der James Bond war (GB 1989, R.: Don Boyd)

Drehbuch: Reg Gadney

LV: John Pearson: The Life of Ian Fleming, 1966

TV-Biopic über Ian Fleming, den Erfinder von James Bond und dessen abenteuerliches Leben.

Im Anschluss gibt es um 22.00 Uhr die halbstündige Doku „Der Mann, der 007 war“.

mit Charles Dance, Phyllis Logan, Lynsey Baxter, Patrick Ryecart

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Goldeneye – Der Mann, der James Bond war”

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Krimiautoren auf der Suche nach Publikum, Werke werden nach der Lesung signiert von Thomas Engler, John Katzenbach, Roger Smith und Don Winslow

Oktober 21, 2012

Es ist ein böswilliges Gerücht, dass Autoren nur deshalb im Herbst/Winter Lesereisen unternehmen, um ihre Heizkosten zu senken. Denn gerade Krimiautoren wissen, wie sie sich billig einen warmen Wintermantel besorgen können (aber besser nicht den von Chili Palmer) oder ihre Heizkosten auf die Stromrechnung des Nachbarn buchen lassen (Fragt Jeffery Deaver) oder sie gleich eine ganze Villa occupyen.

Trotzdem sind gerade jetzt einige Krimiautoren mit ihren neuesten Werken unterwegs.

Thomas Engler hat gerade seinen zweiten Henning-Juul-Krimi „Vergiftet“ veröffentlicht, in dem Online-Journalist Juul herausfinden will, wer vor 14 Jahren seinen Sohn ermordete. Denn jetzt ruft ihn ein verurteilter Mörder an, der ihm die Wahrheit über den damaligen Wohnungsbrand, bei dem Juuls Sohn starb, erzählen will. Dafür verlangt der Mörder allerdings, dass Juul seine Unschuld beweist.

Der erste Henning-Juul-Krimi „Sterblich“ erscheint die Tage als Taschenbuch.

Engler stellt „Vergiftet“ an diesen Orten vor (Deutsche Lesung: Heikko Deutschmann; Moderation: Anne Bubenzer):

Sonntag, 28.Oktober, 19.00 Uhr, Braunschweig

Baugenossenschaft Wiederaufbau (Güldenstraße 25)

Lesung im Rahmen des Braunschweiger Krimifestivals

Eintritt: € 12,- (AUSVERKAUFT!)

-

Montag, 29. Oktober, 19.30 Uhr, Kamen

Gesamtschule Kamen, Studiobühne (Gutebergstraße 2)

Lesung im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals “Mord am Hellweg”

Eintritt: € 14,90/11,90 (VVK), € 21,-/18,- (AK)

Reservierung über i-Punkt Unna (Tel.: 02303/103777)

Weitere Informationen: Westfälisches Literaturbüro e.V., Tel. 02303/963850

-

Dienstag, 30.Oktober, 20.00 Uhr, Burg Bielstein (Wiehl)

Eintritt: 15,90

Reservierung über Tel.: 02262/797927 oder http://www.kulturkreis-wiehl.de

Weitere Informationen: Hansen & Kröger Buchhandlung (Tel. 02262/797927, hansenkroeger@aol.com)

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Mittwoch, 31. Oktober, 20.00 Uhr, Berlin

Kino Babylon (Rose-Luxemburg-Straße 30)

Eintritt: € 10,- (VVK)

Karten über das BABYLON und an vielen Vorverkaufskassen

Weitere Informationen: Thalia-Buchhandlung E. Könnecke GmbH & Co. KG VST 331 ALEXA am Alexanderplatz (Tel. 030/2758162-0, thalia.berlin-alexa@thalia.de)

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Donnerstag, 1. November, 19.30 Uhr, Hannover

Acanto (Dragonerstraße 28)

Eintritt: € 12,-

Tickets über Tel.: 0511/313055

Weitere Informationen: Buchhandlung Leuenhagen & Paris (Tel. 0511/313055, Leuenhagen-Paris@t-online.de)

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Freitag, 2. November, 18.30 Uhr, Hamburg

Kampnagel Hamburg, Halle K 1 (Jarrestraße 20)

Lesung im Rahmen des Krimifestival Hamburg

Ticktes in allen Heymann-Buchläden oder über die Ticket-Hotline des Hamburger Abendblatts, Tel.: 040/30 30 98 98

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Thomas Engler: Vergiftet

(übersetzt von Günther Frauenlob und Maike Dörries)

Blanvalet, 2012

464 Seiten

14,99 Euro

-

Thomas Engler: Sterblich

(übersetzt von Günther Frauenlob und Maike Dörries)

Blanvalet, 2012

432 Seiten

8,99 Euro

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Der Bestsellerautor John Katzenbach (von dem „Das mörderische Paradies“, „Im Sumpf des Verbrechens“ und „Das Tribunal“ von Hollywood, hochkarätig besetzt, verfilmt wurden) hat einen neuen Roman geschrieben und in Deutschland erschien „Red 123“ als „Der Wolf“ sogar vor der englischsprachigen Ausgabe.

In dem Thriller hat ein erfolgloser Schriftsteller den Plan für seinen großen Durchbruch: inspiriert von dem Märchen „Rotkäppchen“ will er drei rothaarige Frauen umbringen. In einem anonymen Brief kündigt er seine Taten an. Diese drei Frauen, die bis auf ihre Haarfarbe keine Gemeinsamkeiten haben, halten den Brief zunächst für einen Scherz.

Die Lesereise (Deutsche Lesung: Rainer Strecker):

Montag, 29.10.2012 Krimifestival Lüneburg

20 Uhr ׀ Kulturforum „Gut Wienebüttel“ ׀ Gut Wienebüttel 1 ׀ 21339 Lüneburg

Eintritt: € 19,- /erm. € 17,-

-

Dienstag, 30.10.2012 Braunschweig

20:15 Uhr ׀ Martino Katharienum ׀ Breite Strasse 3-4 ׀ 38100 Braunschweig

Eintritt: € 16,- /erm. € 14,-

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Mittwoch 31.10.2012 Berlin

20 Uhr ׀ Berliner Kriminaltheater ׀ Palisadenstr. 48 ׀ 10243 Berlin

Eintritt: € 7,-

-

Donnerstag 1.11.2012 Leipzig

20:15 Uhr ׀ Lehmanns Media GmbH ׀ Grimmaische Str. 10 ׀ 04109 Leipzig

Eintritt: € 9,50 /erm. € 7,-

-

Freitag 2.11.2012 Dortmund

20:15 Uhr ׀ Mayersche Buchhandlung ׀ Westenhellweg 37 – 41 ׀ 44137 Dortmund

Eintritt: € 12,- /erm. € 10,-

-

Samstag 3.11.2012 Mannheim

20:30 Uhr ׀ Kober & Thalia Buchhandel ׀ P 7, Planken 22 ׀ 68161 Mannheim

Eintritt: € 10,-

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Sonntag 4.11.2012 Krimifestival München

19 Uhr ׀ BMW Welt – Doppelkegel ׀ Am Olympiapark 1 ׀ München

Eintritt: € 10,- ׀ Nur mit Reservierung unter: textfactory@t-online.de

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John Katzenbach: Der Wolf

(übersetzt von Anke und Eberhard Kreutzer)

Droemer, 2012

512 Seiten

19,99 Euro

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Der Südafrikaner Roger Smith ist bereits mit seinem neuen, gewohnt düsterem Thriller „Stiller Tod“ unterwegs.

In seinem neuesten Roman nutzt der halbseidene Ex-Polizist Vernon Saul (den in der Polizei daher niemand vermisst) den Unfalltod eines Mädchens aus, indem er sich bei dem von schuldgefühlen geplagten Vater des Kindes, Nick Exley, einschmeichelt. Er erzählt Nick auch, dass seine Frau ihn betrügt und sie während ihre Tochter ertrank mit ihrem Geliebten im Bett war.

Er besucht noch

Montag, 22. Oktober, Stuttgart

Wurst & Fleisch (Rotebühlstraße 9)

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Dienstag, 23. Oktober, München

Buchhandlung Glatteis (Corneliusstraße 31/Ecke Baaderstraße)

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Mittwoch, 24. Oktober, Berlin

Englisch Theatre (Fidicinstraße 40)

(in Kooperation mit der Buchhandlung Hammett)

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Donnerstag, 25. Oktober, Hamburg

Buchhandlung Cohen & Dobernigg (Sternstraße 4)

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Roger Smith: Stiller Tod

(übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann)

Tropen, 2012

384 Seiten

19,90 Euro

-

 

Und, wegen der Vollständigkeit:

Don Winslow stellt „Kings of Cool“ vor.

In dem grandiosen Roman, der die Vorgeschichte zu „Zeit des Zorn“ (solala verfilmt von Oliver Stone als „Savages“) erzählt, erfahren wir mehr über Ben, Chon und O, ihre Eltern und wie sich die Gegen- und Drogenkultur in Südkalifornien von den sechziger Jahren bis in die Gegenwart entwickelte.

Bei meiner Buchbesprechung habe ich ja schon auf die Lesereise hingewiesen.

Jetzt gibt es auch die kompletten Daten (Deutsche Lesung: Dietmar Wunder):

Donnerstag, 1. November, 19:30 Uhr, Berlin

Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Str. 130

Moderation: Peter Twiehaus

Eine Veranstaltung der Krimibuchhandlung Hammett und des Suhrkamp Verlags

Eintritt: € 7,-. VVK in der Krimibuchhandlung Hammett

-

Freitag, 2. November, 18:30 Uhr, Hamburg

Kampnagel, Halle K2, Jarrestraße 20

Moderation: Philipp Schwenke

Im Rahmen des »Hamburger Krimifestivals«

Eintritt: € 14,-. VVK unter Tel.: 040-480930

-

Samstag, 3. November, 20:00 Uhr, München

Amerika Haus, Karolinenplatz 3

Moderation: Anette Lippert

Eintritt: € 10,- / erm. € 8,-

VVK unter Tel. 089-55 253 713 oder 01801-484 484

-

Sonntag, 4. November, 18:00 Uhr, Hamm

HoppeGarden, Oberonstraße 20/21

Moderation: Regula Venske

Im Rahmen des Festivals «Mord am Hellweg«

Eintritt: im VVK: € 11,- / erm. € 9,-. Abendkasse: € 13,- / erm. € 11,-

-

Montag, 5. November, 20:15 Uhr, Braunschweig

Braunschweigische Landessparkasse, Dankwardstraße 1

Moderation: Antje Deistler

Eine Veranstaltung im Rahmen des »Braunschweiger Krimifestivals«

Eintritt: € 16,- / erm. € 14,-

VVK unter Tel.: 0531-48 08 948 oder unter http://www.krimifestival-bs.de

-

Dienstag, 6. November, 20:00 Uhr, Hannover

Literarischer Salon, Universität, Königsworther Platz 1

Moderation: Conny Lösch, Übersetzung: Jutta Busch

Eintritt: € 9,- / erm. € 5,-

-

Don Winslow: Kings of Cool

(übersetzt von Conny Lösch)

Suhrkamp, 2012

368 Seiten

19,95 Euro

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Don Winslow: Zeit des Zorns

(übersetzt von Conny Lösch)

Suhrkamp, 2011

352 Seiten

9,99 Euro


Wie alles begann: Die ersten drei James-Bond-Romane von Ian Fleming sind wieder erhältlich – und sogar neu übersetzt

Oktober 5, 2012

Einerseits sind die James-Bond-Romane von Ian Fleming Kalter-Kriegs-Lektüre aus dem letzten Jahrhundert, andererseits sind die literarischen Modernisierungen von verschiedenen Autoren nicht immer unbedingt überzeugend gewesen und die teils hohen Preise für ältere Ausgaben der Bond-Romane zeigen, dass es immer noch ein großes Interesse an den Abenteuern des Geheimagenten gibt.

Jetzt hat Cross Cult (jau, die „The Walking Dead“ und das halbe „Raumschiff Enterprise“-Universum deutschen Lesern nahebringen) Ian Flemings James-Bond-Romane neu übersetzten gelassen, das schicke Retro-Cover der englischsprachigen Penguin-Ausgaben übernommen und, wenige Wochen vor Daniel Craigs drittem Einsatz als James Bond („Skyfall“ startet am 1. November), die ersten drei James-Bond-Romane „Casino Royale“, „Leben und sterben lassen“ und „Moonraker“ veröffentlicht.

Für die Neuübersetzung gibt es einen guten Grund, wie Siegfried Tesche in „Das große James-Bond-Buch“ beim ersten Bond-Roman schreibt: „’Casino Royale’ wurde, wie alle anderen deutschen Ausgaben auch, gekürzt und zum Teil falsch oder lückenhaft übersetzt. Zudem wurden antideutsche Formulierungen, die in einigen Fleming-Romanen auftauchen, schlicht weggelassen. Dr. Jürgen Müller, Cheflektor Taschenbuch bei Ullstein, zu den Kürzungen: ‘Ich kann aus meiner Verlagskenntnis heraus nur anmerken, dass dies damals eine in der gesamten Branche nicht unübliche Usance war: die Taschenbuchbände wurden ganz einfach auf einen Umfang getrimmt, den der angestrebte Ladenpreis zuließ.’ (…) In allen Übersetzungen wurden die Kapitelüberschriften und fast immer auch Produktbezeichnungen, ein wichtiges Element in Flemings Stil, weggelassen.“

Am heftigsten wurde wohl „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ gekürzt. Wegen der antideutschen Tendenzen lehnte der Ullstein-Verlag, der die deutschen Ausgaben von „Casino Royale“ und „Leben und sterben lassen“ veröffentlichte, eine Veröffentlichung von „Moonraker“ ab. Der Scherz-Verlag veröffentlichte 1968 die deutsche Übersetzung des 1955 im Original erschienenen Romans nur in seinem Taschenbuchprogramm.

In „Casino Royale“ soll James Bond am Baccara-Tisch den russischen Agenten ‘Le Chiffre’ ruinieren und ihn so in den Ruhestand schicken. Le Chiffre fügt sich aber nicht klaglos seinem Schicksal.

In „Leben und sterben lassen“ kämpft James Bond gegen Mr. Big, einen Meisterverbrecher und Voodoobaron, der mit Goldmünzen aus einem Piratenschatz die sowjetische Spionage in den USA finanziert.

In „Moonraker“ will der Millionär und Ex-Nazi Sir Hugo Drax (1955 war eine Million mehr wert als heute) den Engländern eine Superrakete schenken. Als Drax in einem Spielkasino falsch spielt, soll James Bond ihm eine Lektion erteilen.

Im Dezember geht es, chronologisch, mit „Diamantenfieber“ weiter. Für März 2013 sind „Liebesgrüße aus Moskau“ und „Dr. No“ angekündigt. Im Juni 2013 erscheinen „Goldfinger“ und „In tödlicher Mission“, im September 2013 „Feuerball“ und „Der Spion, der mich liebte“, im Dezember 2013 „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ und „Man lebt nur zweimal“, und, abschließend, im März 2014 „Der Mann mit dem goldenen Colt“ und „Octopussy“ – und wenn dann alles zwölf James-Bond-Romane und die beiden Kurzgeschichtensammlungen im Regal nebeneinander stehen, sehen sie auch hübsch aus.

Für die Verfilmungen wurden dann nur noch Elemente der Geschichte übernommen. Entsprechend viel gibt es auch für die Fans der Filme in den Vorlagen zu entdecken.

Auch ich werde die Romane wieder lesen. Denn ich kenne ja nur die alten Übersetzungen (auch die Originalausgaben habe ich vor langer, langer Zeit gelesen) und, so die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 19. März 1966: „Man ließ Fleming nicht übersetzen, sondern bearbeiten, das heißt verkürzt nacherzählen. Flemings Geschichten sind unterschiedlicher Länge; sie wurden auf immer das gleiche 190-Seiten-Volumen getrimmt. Was man wegnahm, war gerade das, was den Reiz der Bond-Geschichten ausmachte: Man entfernte Teile der Kulisse und beließ die reine Aktion.“

Nun, bei Cross Cult variiert die Länge der ersten drei Bände zwischen 240 und 352 Seiten und auch wir Deutschen können endlich die James-Bond-Romane so lesen, wie Ian Fleming sie schrieb.

Der erste Eindruck und ein schneller Vergleich zwischen den alten Übersetzungen und den neuen Übersetzungen, überzeugt.

Ian Fleming: Casino Royale

(übersetzt von Stephanie Pannen und Anika Klüver)

Cross Cult, 2012

240 Seiten

11,80 Euro

-

Originalausgabe

Casino Royale, 1953

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Erste deutsche Übersetzung von Günter Eichel

Ullstein Taschenbuchverlag, 1960

-

Ian Fleming: Leben und sterben lassen

(übersetzt von Stephanie Pannen und Anika Klüver)

Cross Cult, 2012

336 Seiten

12,80 Euro

-

Originalausgabe

To live and let die, 1954

-

Erste deutsche Übersetzung von Günter Eichel

Ullstein Taschenbuchverlag, 1961

-

Ian Fleming: Moonraker

(übersetzt von Stephanie Pannen und Anika Klüver)

Cross Cult, 2012

352 Seiten

12,80 Euro

-

Originalausgabe

Moonraker, 1955

-

Erste deutsche Übersetzung von M. F. Arnemann

007 James Bond Mondblitz

Scherz Verlag, 1968

(Ullstein lehnte eine Veröffentlichung wegen antideutscher Tendenzen ab)

-

Hinweise

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

James Bond in der Kriminalakte

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Spero Lucas wickelt in George Pelecanos’ „Ein schmutziges Geschäft“ ab

Juni 6, 2012

Spero Lucas ist ein Kriegsveteran, der jetzt in Washington, D. C., seine Brötchen als Ermittler für den Anwalt Tom Petersen und als Wiederbeschaffer verdient. Er verlangt, wenn er erfolgreich ist, vierzig Prozent des Wertes des verlorenen Gegenstandes. Ältere Krimifans dürften sich an John D. MacDonalds Wiederbeschaffungsexperten Travis McGee erinnern.

Jetzt übernimmt Lucas für den im Gefängnis sitzenden Drogenhändler Anwan Hawkins den Auftrag, zwei verschwundene Dreißig-Pfund-Drogenpakete zu finden. Sie wurden, im Abstand von drei Wochen, von einem Paketboten vor einer Haustür abgelegt und geklaut, bevor die Hawkins’ unterstehenden, etwa zwanzigjährigen Drogenkuriere Tavon Lynch und Edwin Davis sie sich nehmen konnten.

Kurz darauf verschwindet ein drittes Paket, Lynch und Davis werden erschossen und ein filmbegeisterter Schuljunge hat gesehen, dass die beiden Drogenkuriere einem Polizisten das Paket gegeben haben. Auch die Spur in dem Doppelmord führt Lucas zur Polizei.

Mit „Ein schmutziges Geschäft“ will George Pelecanos, der Chronist Washingtons abseits der großen Politik, eine neue Serie beginnen und im ersten Band werden Pelecanos-Fans viele bekannten Themen und Elemente erkennen. Die ausführlichen Schilderungen des Lebens der kleinen Leute, der Fokus auf Probleme im heutigen Amerika (wobei Pelecanos, wie Bruce Springsteen in seinen Liedern, in seinen in verschiedenen Jahrzehnten spielenden Romanen auch eine Geschichte des Verfalls von Werten und dem Verlust des amerikanischen Traums erzählt), der sozialarbeiterische Touch, die Frage, wie die verschiedenen Ethnien miteinander umgehen, die Bedeutung der Populärkultur für seine Charaktere, die Nennungen von Liedern, Filmen, Büchern und Autoren, die Frage nach der Verantwortung des Individuums für seine Familie, vor allem die Beziehungen zwischen Vätern und Söhnen, die Frage, wie man mit den Folgen seiner Entscheidungen umgeht und sein Leben gestaltet, wie man anständig bleibt in einer Welt, in der die eigenen moralischen Werte mit den Umständen kollidieren. Und, selbstverständlich, die Darstellung des Verbrechens als integralen Teil des Lebens in einer multiethischen Großstadt, die vor zwanzig Jahren auch die Mordhauptstadt der USA genannt wurde und in der 2011 immer noch über hundert Morde verübt wurden.

So versucht der ebenfalls filmbegeisterte Spero Lucas dem Schuljungen zu helfen, obwohl er selbst keine Ahnung hat, was er aus seinem Leben machen soll. Er findet die Drogenkuriere und seinen Auftraggeber, einen Drogenhändler der als Vater eines fast erwachsenen Sohnes aus dem Geschäft aussteigen will, durchaus sympathisch. Und der korrupte Polizist wurde wegen seines Vaters korrupt. Am Ende mündet alles, ohne dass sich wirklich etwas ändert, in einem Western-Showdown.

Das ist Pelecanos pur.

Ebenso steht in Pelecanos, der auch für die TV-Serien „The Wire“ und „Treme“ schrieb, fein konstruierter Geschichte „Ein schmutziges Geschäft“ nicht der nach den Thriller-Bestseller-Regeln formulierte überraschende Plot à la Jeffery Deaver oder Harlan Coben, sondern die Beschreibung des Alltags der Charaktere, die sich wie abgelauscht zu lesenden Gespräche und die sich daraus ergebenden Verwicklungen im Zentrum. Das erinnert dann eher an Elmore Leonard und Leonards Klassiker „Nr. 89 unbekannt“ (Unknown Man No. 89, 1977) wird von Pelecanocs auch mehrmals erwähnt.

Nachdem Pelecanos seine vorherigen Romanen immer durchgehend mulitperspektivisch erzählte, beschränkt er sich in „Ein schmutziges Geschäft“, bis auf wenige Szene, auf Spero Lucas’ Perspektive; – fast wie in seinen frühen Romanen, den in der ersten Person erzählten, nicht übersetzten Nick-Stefanos-Privatdetektivromanen,

So ist „Ein schmutziges Geschäft“ auch eine Rückkehr zu einem einfacheren Erzählen mit weniger offensichtlich autobiographischen Elementen. Denn während in „Kein Weg zurück“ (The Way Home, 2009), „The Turnaround“ (2008) und „Der Totengarten“ (The Night Gardener, 2006) die Probleme von liebevollen Eltern und ihren pubertierenden Kindern, immerhin ist Pelecanos dreifacher Vater, stark im Vordergrund standen, ist der 29-jährige Spero Lucas noch ein Drifter ohne feste Beziehungen, aber mit Freunden und Bekannten, für die er freiwillig Verantwortung übernimmt. Fast wie die klassischen Privatdetektive.

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George Pelecanos: Ein schmutziges Geschäft

(übersetzt von Jochen Schwarzer)

rororo Taschenbuch, 2012

384 Seiten

9,99 Euro

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Originalausgabe

The Cut

Regan Arthur Books/Little, Brown and Company, 2011

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Hinweise

Homepage von George Pelecanos

Meine Besprechung von George Pelecanos’ “Wut im Bauch” (Hell to pay, 2002)

Meine Besprechung von George Pelecanos’ „Drama City“ (2005)

Meine Besprechung von George Pelecanos’ „Der Totengarten“ (The night gardener, 2006)

Meine Besprechung von George Pelecanos’ „The Turnaround“ (2008)

Meine Besprechung von George Pelecanos’ „Kein Weg zurück“ (The way home, 2009)

George Pelecanos in der Kriminalakte

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Und nun redet der Autor über sein schmutziges Geschäft

 


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