TV-Tipp für den 12. April: Stranger than Paradise

April 12, 2013

ZDFkultur, 20.15

Stranger than Paradise (USA/D 1984, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

Musik: John Lurie

Willie, Eva und Eddie fahren von New York nach Florida.

Das „Kleine Fernsehspiel“ des ZDF als Talentförderer. Das echte Spielfilmdebüt (sein Abschlussfilm „Permanent Vacation“ ist, trotz seiner Länger, wohl doch eher als Talentprobe zu sehen.) von Jim Jarmusch gewann unter anderem den Special Jury Price in Sundance und die Goldene Kamera in Cannes und er war der Liebling der Filmkritiker und der Jugendlichen (jedenfalls wenn ihnen Punk, No Wave und die damalige New-Yorker-Kunstszene imponierten). Danach drehte Jarmusch „Down by Law“ (mit Tom Waits, John Lurie und Roberto Benigni), „Mystery Train“, „Dead Man“ und „Ghost Dog“.

„Damals, Mitte der 80er, haben wir das Öde, Strenge, Hermetische gemocht. ‘Stranger than Paradise’ war ein Film, der als cool galt, ein Film, an dem man sich gegenseitig erkennen konnte. Wer ihn bloß langweilig fand, hatte nichts verstanden. Wir mochten ihn, weil er von etwas erzählte, genauer: etwas der Erzählung voraussetzte, das wir kannten: einen diffusen Hunger nach Erfahrung, gepaart mit dem Misstrauen, vielleicht der Unfähigkeit, daraus Worte zu machen. Wir (das waren wohl vor allem Jungs) waren fasziniert von der Reduktion, von der Weigerung, eine Geschichte auf eine elaborierte Art zu erzählen, von der Coolness der Figuren.“ (Stefan Reinecke: Stranger than Paradise, in Rolf Aurich/Stefan Reinecke, Hrsg.: Jim Jarmusch, 2001)

mit John Lurie, Eszter Balint, Richard Edson, Cecillia Stark Danny Rosen, Rammellzee, Tom DiCillo

Hinweise

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch


TV-Tipp für den 30. August: Broken Flowers

August 30, 2012

3sat, 22.25

Broken Flowers – Blumen für die Ex (USA/Frankreich 2005, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch (inspiriert von einer Idee von Bill Raden und Sara Driver)

Don Johnston (Stoneface Bill Murray) lungert nur noch in seiner Wohnung herum und träumt von seinen früheren Frauen. Eines Tages erhält er einen anonymen Brief, in dem steht, dass er einen 19-jährigen Sohn habe. Don, der bislang von seinem Vaterglück nichts wusste, macht sich auf den Weg quer durch die USA zu seinen alten Freundinnen, die er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat und von denen eine die Mutter sein muss.

Jim Jarmusch erhielt für sein lakonisches Road-Movie über verpasste Chancen den Großen Preis der Jury in Cannes, einige weitere Preise, viel Kritikerlob – und an der Kinokasse lief der Film auch gut.

Mit Bill Murray, Julie Delpy, Jeffrey Wright, Sharon Stone, Frances Conroy, Chloë Sevigny, Jessica Lange, Tilda Swinton

Hinweise

Film-Zeit über „Broken Flowers“

Metacritic über „Broken Flowers“

Rotten Tomatoes über „Broken Flowers“

Wikipedia über „Broken Flowers“ (deutsch, englisch)

Jim Jarmusch in der Kriminalakte


Ein Buch für die Cineastenhosentasche: der „Filmkalender 2013“

August 17, 2012

Es dauert zwar noch einige Monate, bis 2013 beginnt (wenn sich vorher nicht die Prophezeiung vom diesjährigen Weltuntergang bewahrheitet), aber die ersten Kalender sind bereits erhältlich. So auch der vom Schüren-Verlag herausgegebene „Filmkalender 2013“, der gut in jede Hosentasche passt. Für jede Woche gibt es eine Doppelseite. Täglich werden die Geburtstage und Todestage von wichtigen Filmschaffenden genannt. Die IMDB-Geburtstagsliste ist zwar umfangreicher, aber letztendlich, weil jeder Geburtstag gelistet wird, auch zu umfangreich. Jim Jarmusch, Constantin Costa-Gavras, Quentin Tarantino, Jean-Paul Belmondo, Coverboy Johnny Depp, Andreas Dresen, Nanni Moretti, Randy Newman, Yasujiro Ozu und Hanna Schygulla, die alle einen runden Geburtstag haben, werden auf zwei bis sechs Seiten ausführlicher porträtiert. Es gibt informativeTexte über Hollywoodstars im Zweiten Weltkrieg, Dinosaurier in Digital (über „Jurassic Park“, der als Blockbuster 1993 zeigte, was digital alles möglich ist), Federico Fellini schreibt über seinen Film „Achteinhalb“ (1963), Hans-Christian Schmid über „Lichter“ (2003) und einen Text über den seit dann siebzig Jahren auf der Leinwand aktiven „Batman“. Im Comic durfte „Batman“ bereits 1939 erstmals zuschlagen.

Es gibt einen großen Anhang mit Adressen von Filmarchiven, Buchhandlungen, DVD-Geschäften, Ausbildungsstätten, Institutionen, Verlagen und Zeitschriften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bei den Festivals wurden auch Filmfestivals aus anderen Ländern aufgenommen. Und sogar die Werbung, immerhin geht es um spezielle Werbung für Filmfans, ist einen Blick wert.

Langer Rede kurzer Sinn: der „Schüren Filmkalender 2013“ ist absolut empfehlenswert – und ich weiß jetzt auch, dass heute Mae West, Maureen O’Hara, Robert De Niro und Sean Penn und am Samstag Roman Polanski, Robert Redford, Patrick Swayze, Heino Ferch und Christian Slater Geburtstag haben.

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Daniel Bickermann (Hrsg.): Schüren Filmkalender 2013

Schüren, 2012

208 Seiten

9,90 Euro

 


TV-Tipp für den 28. Mai: Schwarzweiß hat viele Farben

Mai 28, 2012

Arte-Thementag: Schwarzweiß hat viele Farben

Ab 10.40 Uhr bis 03.15 Uhr zeigt Arte nur Schwarzweiß-Filme: Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentarfilme. Klassiker, Bekanntes und Neues. Unter anderem von Walter Ruttmann (der Stummfilm-Klassiker „Berlin, die Sinfonie der Großstadt” um 10.50 Uhr), Jim Jarmusch (einige der „Coffee and Cigarettes“-Filme um 16.05 Uhr und 17.40 Uhr), Josef von Sternberg („Marokko“ mit Gary Cooper und Marlene Dietrich um 16.10 Uhr), Joel & Ethan Coen („Der unauffällige Mr. Crane“ um 20.15 Uhr), Bruce Weber (die Chet-Baker-Doku „Let’s get lost“ um 22.05 Uhr) undundund.

Herrje, ich sage nur: Großartig!

Alle weiteren sachdienlichen Informationen hier.


TV-Tipp für den 15. Mai: The Limits of Control – Der geheimnisvolle Killer

Mai 15, 2012

RBB, 22.45

The Limits of Control – Der geheimnisvolle Killer (USA/Spanien 2009, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

In Spanien soll ein schweigsamer Mann einen Auftrag ausführen. Auf seiner Reise trifft er mehrere Personen, die ihm weitere Hinweise über seinen Auftrag verraten.

“The Limits of Control“ ist sicher nicht der beste Film von Jim Jarmusch und definitiv ist er keine Wiederholung von seinem vorherigen Film „Broken Flowers“, aber nachdem die TV-Premiere  zu einer unmöglichen Zeit war (dafür von mir mit einem ausführlichen Gespräch verschönert), läuft der “Actionfilm ohne Action” (Jarmusch) jetzt zu einer besseren Zeit.

mit Isaach De Bankolé, Alex Descas, Jean-François Stévenin, Paz de la Huerta, Tilda Swinton, John Hurt, Gael García Bernal, Bill Murray

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Limits of Control“

Rotten Tomatoes über „The Limits of Control“

Wikipedia über „The Limits of Control“ (deutsch, englisch)

Spiegel: Interview mit Jim Jarmusch zu “The Limits of Control”

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch

Jim Jarmusch in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 11. Dezember: The Limits of Control – Der geheimnisvolle Killer

Dezember 11, 2011

ARD, 23.35

The Limits of Control – Der geheimnisvolle Killer (USA/Spanien 2009, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

In Spanien soll ein schweigsamer Mann einen Auftrag ausführen. Auf seiner Reise trifft er mehrere Personen, die ihm weitere Hinweise über seinen Auftrag verraten.

Gut, vielleicht ist „The Limits of Control“ wirklich nicht der beste Film von Jim Jarmusch und definitiv ist er keine Wiederholung von seinem vorherigen Film „Broken Flowers“, aber diesen beschissenen Zeitpunkt für die TV-Premiere hat der Film auch nicht verdient. Aber das zeigt vielleicht auch nur die „Limits of Control“, wenn man einen “Actionfilm ohne Action” (Jarmusch) dreht.

mit Isaach De Bankolé, Alex Descas, Jean-François Stévenin, Paz de la Huerta, Tilda Swinton, John Hurt, Gael García Bernal, Bill Murray

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Limits of Control“

Rotten Tomatoes über „The Limits of Control“

Wikipedia über „The Limits of Control“ (deutsch, englisch)

Spiegel: Interview mit Jim Jarmusch zu “The Limits of Control”

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch

Jim Jarmusch in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Sean Penn ist auf der Suche: „Cheyenne – This must be the Place“

November 10, 2011

Vor zwanzig Jahren war Cheyenne der Leader der erfolgreichen Gothic-Band „Cheyenne and the Fellows“. Dann zog sich nach dem Tod von Teenagern, für den er sich verantwortlich fühlt, plötzlich zurück. Heute lebt er, finanziell sorgenfrei, mit seiner Frau Jane (Frances McDormand, die leider viel zu schnell aus dem Film verschwindet) in Dublin in einer Villa. Er sieht immer noch wie damals aus, ist damit Anwärter auf einen der vorderen Plätze in einem Robert-Smith-“The Cure“-Ähnlichkeitswettbewerb, pflegt seine leichte Depression mit sarkastischer Langeweile, gepaart mit der Weigerung erwachsen zu werden und einer zunehmenden Desorientiertheit. Zum Glück hat er Jane, die mit ruhiger Hand sein Leben organisiert und ihn überhaupt nicht ändern möchte.

So könnte das ewig weitergehen und Regisseur Paolo Sorrentino („Il Divo“) nimmt sich am Anfang von „Cheyenne – This must be the Place“ viel Zeit für das eintönige Leben von Cheyenne, grandios gespielt von Sean Penn. Schon in der ersten halben Stunde ist Sorrentino mehr am Aneinanderreihen von teils witzigen, teils tragischen, meist absurden Anekdoten interessiert.

Als Cheyenne erfährt, dass sein Vater, den er seit dreißig Jahren nicht mehr gesehen hat, im Sterben liegt, muss er sein heimisches Dublin verlassen und nach New York fahren. Mit dem Schiff. Dort erfährt er, dass sein inzwischen verstorbener jüdischer Vater im KZ von Aloise Lange gepeinigt wurde und sich für diese Schmach rächen wollte. Cheyenne beschließt, aus was für Gründen auch immer, die Suche seine Vaters fortzusetzen. Mit einem ihm von einem Broker, den er in einem Diner kennenlernte, anvertrautem Pick Up macht er sich auf den Weg durch die USA, auf einen von David Lynch inspirierten Roadtrip, der munter, wie schon in Dublin, Anekdoten aneinanderreiht.

Dazu gibt es einige bekannte Songs, viel gute Musik von David Byrne, der auch einen Auftritt als Sänger und als Schauspieler (wobei er sich selbst spielt) hat, und Will Oldham, der vor allem einige Songtexte schrieb. Es gibt selbstverständlich viele Querverweise zur Popkultur der achtziger Jahre und zu anderen Filmen, wie den Werken von Jim Jarmusch. Sorrentino selbst nennt David Lynchs Roadmovie „The Straight Story“ als Inspiration. In dem Film trat Harry Dean Stanton, der ewige Nebendarsteller, kurz auf. In Wim Wenders Roadmovie „Paris, Texas“, das ebenfalls amerikanische Mythen durch die europäische Brille verklärte, hatte er eine seiner wenigen Hauptrollen und in „Cheyenne – This must be the Place“ hat er wieder einen Kurzauftritt. Das ist in seinem Zitatenreichtum mal witzig, mal kindisch, mal tragisch, immer wieder auch prätentiös und auch herrlich lebensweise oder, immerhin will Cheyenne ja ein Kind bleiben, altklug.

Cheyenne – This must be the Place“ ist ein seltsamer, sich zwischen alle Stühle setzender Film, bei dem die einzelnen Episoden toll sind, aber gerade Cheyennes Suche von Cheyenne nie glaubhaft wirkt und das Ende arg unglaubwürdig ist.

Wahrscheinlich sollte man „Cheyenne – This must be the Place“ nicht als Spielfilm mit einer durchgehenden Story, sondern als Vision von Amerika, als Collage, als filmisches Äquivalent zu einem Konzert genießen.

Cheyenne – This must be the Place (This must be the Place, Italien/Frankreich/Irland, 2011)

Regie: Paolo Sorrentino

Drehbuch: Umberto Contarello, Paolo Sorrentino

mit Sean Penn, Frances McDormand, Judd Hirsch, Eve Hewson, Harry Dean Stanton, David Byrne, Kerry Condon, Joyce van Patten, Heinz Lieven

Länge: 118 Minuten

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Cheyenne – This must be the Place“

Wikipedia über „Cheyenne – This must be the Place“ (deutsch, englisch)

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Bonusmaterial

das Video der Talking Heads

die Talking Heads spielen „This must be the Place (Naive Melody)“ in Jonathan Demmes Konzertfilm „Stop making sense“


TV-Tipp für den 14. Juli: Ghost Dog – Der Weg des Samurai

Juli 13, 2011

ARD, 00.55

Ghost Dog – Der Weg des Samurai (USA 1999, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

Poetisch-meditativer, mit Hip-Hop-Klängen unterlegter Gangsterfilm über einen nach dem Kodex der Samurai lebendem Killer, der auf die Abschussliste seiner Auftraggeber gerät. Jarmusch ist dabei gänzlich desinteressiert an der Story, aber sehr interessiert an dem Spiel mit Stimmungen, Symbolen, Zeichen und Motiven.

„Durch ‘Ghost Dog’ hindurch blicken wir wie durch ein Vergrößerungsglas in die Filmgeschichte. (…) Mit ‘Ghost Dog’ variiert Jarmusch einmal mehr sein Lieblingsthema, die Differenz der Kulturen und die wunderbaren, auch komischen Momente, die durch den Zusammenstoß verschiedener Mentalitäten entstehen können. Besonders bizarr sieht seine filmische Synthese von HipHop und italienischer Vorstadt-Mafia aus.“ (Nils Meyer in Rolf Aurich/Stefan Reinecke, Hrsg.: Jim Jarmusch, 2001 – ein empfehlenswertes Buch)

mit Forest Whitaker, John Tormey, Cliff Gorman, Henry Silva, Isaach de Bankolé, Gary Farmer, The RZA (Cameo; er schrieb auch die Musik)

Hinweise

Wikipedia über „Ghost Dog“ (deutsch, englisch)

Arte über „Ghost Dog“

Senses of Cinema: Marco Lanzagorta über „Ghost Dog“ (September 2002)

The Jim Jarmusch Resource Page


TV-Tipp für den 19. Juni: Stranger than Paradise

Juni 19, 2011

ZDFkultur, 20.15

Stranger than Paradise (USA/D 1984, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

Musik: John Lurie

Willie, Eva und Eddie fahren von New York nach Florida.

Das „Kleine Fernsehspiel“ des ZDF als Talentförderer. Das echte Spielfilmdebüt (sein Abschlussfilm „Permanent Vacation“ ist, trotz seiner Länger, wohl doch eher als Talentprobe zu sehen.) von Jim Jarmusch gewann unter anderem den Special Jury Price in Sundance und die Goldene Kamera in Cannes und er war der Liebling der Filmkritiker und der Jugendlichen (jedenfalls wenn ihnen Punk, No Wave und die damalige New-Yorker-Kunstszene imponierten). Danach drehte Jarmusch „Down by Law“ (mit Tom Waits, John Lurie und Roberto Benigni), „Mystery Train“, „Dead Man“ und „Ghost Dog“.

Damals, Mitte der 80er, haben wir das Öde, Strenge, Hermetische gemocht. ‘Stranger than Paradise’ war ein Film, der als cool galt, ein Film, an dem man sich gegenseitig erkennen konnte. Wer ihn bloß langweilig fand, hatte nichts verstanden. Wir mochten ihn, weil er von etwas erzählte, genauer: etwas der Erzählung voraussetzte, das wir kannten: einen diffusen Hunger nach Erfahrung, gepaart mit dem Misstrauen, vielleicht der Unfähigkeit, daraus Worte zu machen. Wir (das waren wohl vor allem Jungs) waren fasziniert von der Reduktion, von der Weigerung, eine Geschichte auf eine elaborierte Art zu erzählen, von der Coolness der Figuren.“ (Stefan Reinecke: Stranger than Paradise, in Rolf Aurich/Stefan Reinecke, Hrsg.: Jim Jarmusch, 2001)

Und heute?Schaun wir mal.

Jarmusch will Anfang 2012 auch in Deutschland einen Vampir-Film drehen.

mit John Lurie, Eszter Balint, Richard Edson, Cecillia Stark Danny Rosen, Rammellzee, Tom DiCillo

Wiederholung: Montag, 20. Juni, 01.45 Uhr

Hinweise

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch


TV-Tipp für den 30. November: Ghost Dog – Der Weg des Samurai

November 30, 2009

Arte, 21.00

Ghost Dog – Der Weg des Samurai (USA 1999, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

Poetisch-meditativer, mit Hip-Hop-Klängen unterlegter Gangsterfilm über einen nach dem Kodex der Samurai lebendem Killer, der auf die Abschussliste seiner Auftraggeber gerät. Jarmusch ist dabei gänzlich desinteressiert an der Story, aber sehr interessiert an dem Spiel mit Stimmungen, Symbolen, Zeichen und Motiven.

Durch ‘Ghost Dog’ hindurch blicken wir wie durch ein Vergrößerungsglas in die Filmgeschichte. (…) Mit ‘Ghost Dog’ variiert Jarmusch einmal mehr sein Lieblingsthema, die Differenz der Kulturen und die wunderbaren, auch komischen Momente, die durch den Zusammenstoß verschiedener Mentalitäten entstehen können. Besonders bizarr sieht seine filmische Synthese von HipHop und italienischer Vorstadt-Mafia aus.“ (Nils Meyer in Rolf Aurich/Stefan Reinecke, Hrsg.: Jim Jarmusch, 2001 – ein empfehlenswertes Buch)

mit Forest Whitaker, John Tormey, Cliff Gorman, Henry Silva, Isaach de Bankolé, Gary Farmer, The RZA (Cameo; er schrieb auch die Musik)

Wiederholung: Freitag, 4. Dezember, 00.40 Uhr (VPS 00.34, Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Ghost Dog“ (deutsch, englisch)

Arte über „Ghost Dog“

Senses of Cinema: Marco Lanzagorta über “Ghost Dog” (September 2002)

The Jim Jarmusch Resource Page



TV-Tipp für den 9. Oktober: Crosby, Stills, Nash & Young – Déjà Vu; Year of the Horse

Oktober 9, 2009

Fans von Konzerfilmen müssen heute und morgen (Shine a light, Lou Reed’s Berlin)

3sat einschalten


3sat, 22.25

Crosby, Stills, Nash & Young – Déjà Vu (USA 2008, R.: Bernard Shakey [Pseudonym von Neil Young], Benjamin Johnson)

Drehbuch: Mike Cerre, Neil Young

2006 tourten CSNY durch die USA, nahmen die Konzerte ihrer „Freedom of Speech“-Tour auf, Neil Young stellte auch sein neues Album „Living with war“ vor und die Musiker machten aus ihrer pazifistischen Gesinnung und ihrer Ablehnung der Politik von George Bush kein Geheimnis. Kriegsreporter Cerre interviewte Fans der Band. So dokumentiert der Konzertfilm ein zerrissenes Land.

mit Neil Young, David Crosby, Stephen Stills, Graham Nash, Mike Cerre

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3sat, 00.00

Year of the Horse (USA 1997, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

Nachdem Neil Young in einer Session die geniale Musik für Jim Jarmuschs Western „Dead Man“ einspielte, bat Young den Regisseur, die „Broken Arrow“-Tour von ihm und seiner Band Crazy Horse zu dokumentieren.

mit Neil Young, Frank ‘Pancho’ Sampedro, Billy Talbot, Ralph Molina, Larry Cragg, Jim Jarmusch

Hinweise

Homepage von Neil Young

MySpace-Seite von Neil Young

Wikipedia über Neil Young (deutsch, englisch)

Deutsche Neil-Young-Fanseite

Englische Neil-Young-(Fan-/Link)seite

Homepage von Crosby, Stills, Nash & Young


TV-Tipp für den 13. August: No Wave

August 13, 2009

Arte, 22.30

No Wave (D 2009, R.: Christoph Dreher)

Drehbuch: Christoph Dreher

Knapp einstündige Doku mit dem eindeutigen Untertitel „Underground 80: Berlin – New York“. Dabei sind unter anderem Jim Jarmusch, Lydia Lunch, Blixa Bargeld und Nick Cave. Gemeinsam erinnern sie sich an die frühen Achtziger.

Dreher erhielt für „Lost in Music“ einen Grimme-Preis und als Mitglied von „Die Haut“ hat er damals auch kräftig mitgemischt. Er sagt zur Doku:

Dieser Film taucht ein in eine Übergangszeit, eine Ära der Veränderung. Alles war in Bewegung, nichts sicher – und gerade deshalb schien alles möglich. Die 70er klangen noch nach, die 80er hatten noch nicht richtig begonnen. Wir bewegen uns zwischen den Perioden der reinen Abkehr vom Etablierten und des politisch bewegten Aktionismus . Die Zeit und Szene, die dieser Film beleuchtet, hat eine hohe Relevanz für alle Bereiche der Kultur und des Lebens bis zum heutigen Tage. Der Begriff des Underground bekam einen neuen Klang in dieser Zeit. Es war eine Zeit der radikalen Herausforderungen und kompromisslosen Selbstversuche – in jeglicher Hinsicht. Im Mittelpunkt stand das Machen, ohne Wenn und Aber. Und die, die damals schufen und überlebten, sind bis heute kreativ und vielleicht einflussreicher denn je.

Wiederholungen

Dienstag, 1. September, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Mittwoch, 2.September, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

Arte über die Doku


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