„Jack Taylor liegt falsch“, aber die Leser von Ken Bruens Noir liegen goldrichtig

Juni 9, 2012

He is the world’s worst detective. Cases get solved not because of him but despite him.

Ken Bruen über Jack Taylor

In Irland gibt es keine Privatdetektive. Also erfindet Ken Bruen einen Privatdetektiv. Inzwischen gibt es auch in Galway Privatdetektive.

Hoffentlich arbeiten sie anders als der von Ken Bruen erfundene Jack Taylor.

Denn Jack Taylor ist nicht der normale Privatdetektiv, der sich Hals über Kopf in seine Fälle stürzt. Nein. Sogar der von Lawrence Block erfundene Privatdetektiv Matt Scudder wirkt gegen Jack Taylor wie ein blindwütiges Arbeitstier. Und der verbrachte einen guten Teil seiner ersten Aufträge als Detektiv im Alkoholrausch. Danach besuchte er in New York exzessiv Sitzungen der Anonymen Alkoholiker.

Taylor ist auch Alkoholiker. Oder irisch trinkfreudig.

Seit seinem Aufenthalt in London, der zwischen dem ersten und dem zweiten Jack-Taylor-Roman lag, ist er auch kokainsüchtig.

In „Jack Taylor liegt falsch“, dem zweiten Jack-Taylor-Romana, der den Macavity Award als Bester Roman erhielt und für den Anthony und Barry Award nominiert war, ist er wieder zurück in seiner alten Heimat Galway und er hat auch gleich zwei Fälle.

Jemand bringt die von allen geliebten, fast nationalheiligen Schwäne um und die Polizei kümmert sich nicht darum.

Aber die Schwan-Morde sind für Jack Taylor nur der kleinere Fall. Denn er soll herausfinden, wer mehrere Tinker (also irische Landfahrer, die dort ungefähr so beliebt sind, wie bei uns die Sinti und Roma) ermordete. Auch diese Morde interessieren die Polizei nicht.

Und Jack Taylors Ermittlungsmethoden sind definitiv nicht nach dem Lehrbuch für angehende Privatdetektive.

Dafür liest er etliche gute Bücher, die man locker in die eigene Lektüreliste aufnehmen sollte und wir erfahren einiges über den alltäglichen Rassismus in Irland.

Dieses Mal gefällt mir die Übersetzung von Harry Rowohlt besser als sein erster Versuch, Ken Bruen zu übersetzen. Obwohl mir Ken Bruens schnörkellose, harsch-poetische Prosa in den anderen Übersetzungen oder im Original immer noch besser gefällt. Denn da ist ein Junge ein „boy“ und kein „Bub“ und die Thin-Lizzie-Referenz augenfällig. Ein „career crash“ ist auch deutlicher als ein euphemistischer „Karriereknick“; – vor allem weil dieser Karriereknick für Jack Taylor bedeutet, dass die Polizei ihn vor die Tür setzte, nachdem er am Anfang von „Jack Taylor fliegt raus“, einem hohen Beamten im Dienst die Fresse polierte.

Im dritten Jack-Taylor-Roman „Jack Taylor fährt zur Hölle“ (The Magdalen Martyrs) gräbt Ken Bruen, der mit den Jack-Taylor-Romanen den Durchbruch hatte und mit Preisen überhäuft wurde, dann tief in der katholischen Geschichte des Landes. Auch in den späteren Jack-Taylor-Krimis gerät er mit der Kirche in Konflikt.

Seine volle Wirkung entfaltet der PI-Noir, wegen der vielen kurzen Rückblicke auf Ereignisse aus den vorherigen Romanen, wenn man vorher die ersten beiden Jack-Taylor-Romane „Jack Taylor fliegt raus“ und „Jack Taylor liegt falsch“ gelesen hat.

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Hinweis: Die Verlosung von Ken Bruens „Jack Taylor liegt falsch“ endet morgen um Mitternacht.

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Ken Bruen: Jack Taylor liegt falsch

(übersetzt von Harry Rowohlt)

dtv, 2012

240 Seiten

8,95 Euro

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Deutsche Erstausgabe

Atrium Verlag, 2010

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Originalausgabe

The Killing of the Tinkers

Brandon, 2002

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Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Ken Bruen in der Kriminalakte


Verlosung: Wer will Ken Bruens saugeilen „Jack Taylor liegt falsch“?

Juni 3, 2012

So, jetzt haben auch die Pornofans auf diese Seite geklickt und sie werden wahnsinnig enttäuscht sein, dass „Jack Taylor liegt falsch“ ein Hardboiled-Privatdetektivkrimi mit einem unorthodoxen Ermittler ist.

Denn auch in seinem zweiten Jack-Taylor-Roman, der jetzt als Taschenbuch erschien, wird der Fall am Ende nicht wegen, sondern trotz des Ermittlers gelöst und gerade das macht die herrlich knappen und pointiert geschriebenen Taylor-Romane so faszinierend. Denn sie sind tiefschwarze Noirs voller Einzeiler und literarischer Anspielungen.

Mit dem in Galway ermittelndem Privatdetektiv Jack Taylor hatte Ken Bruen endlich den großen Durchbruch beim Publikum. Oder wie Krimiautor Mark Billingham (die Thorne-Thriller) sagte: „For years, those of us in the known, have read Ken Bruen. Now the rest of the world is catching up.“

In „Jack Taylor liegt falsch“ soll Jack Taylor, gerade aus London in sein heimatliches Galway zurückgekehrt und jetzt nicht nur Alkoholiker, sondern auch Junkie (etwas muss man ja aus London mitbringen), im Auftrag des Tinker-Anführers Sweeper herausfinden, wer in den vergangenen sechs Monaten vier Tinker, wie dort die Landfahrer und Kesselflicker heißen, tötete. Außerdem bringt jemand Schwäne um. Genug Arbeit für den schlechtesten Detektiv der Welt, der dafür einen erlesen Buchgeschmack hat und immer wieder verprügelt wird.

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Dank dem netten Presseteam kann ich ein Exemplar von Ken Bruens PI-Noir „Jack Taylor fliegt raus“ verlosen. Die Teilnahmebedingungen sind:

Schickt eine E-Mail mit dem Betreff „Verlosung“ und einer deutschen Postadresse an info@axelbussmer.de

Einsendeschluss ist Sonntag, der 10. Juni, um Mitternacht.

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Ken Bruen: Jack Taylor liegt falsch

(übersetzt von Harry Rowohlt)

dtv, 2012

240 Seiten

8,95 Euro

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Deutsche Erstausgabe

Atrium Verlag, 2010

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Originalausgabe

The killing of the Tinkers

Brandon, 2002

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Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Ken Bruen in der Kriminalakte


Ein Abend mit Ken Bruen und Jason Starr – Einige Abende mit Jason Starr

September 15, 2010

Mit „Attica“ beenden Ken Bruen und Jason Starr furios die Trilogie über die beiden Genies Max Fisher und Angela Petrakos. In „Flop“ versuchte er seine Frau ermorden zu lassen, um mit seiner großbusigen Sekretärin abzuhauen. Der Plan ging schief und in „Crack“ versuchten Max und Angela allein über die Runden zu kommen. Auch in „Attica“ gehen sie die meiste Zeit getrennte Wege. Denn Max Fisher sitzt in Attica und arbeitet sich, gut präpariert mit einigen Knastfilmen und Büchern, in der Knasthierarchie nach oben. Das gelingt ihm mit seinem angeborenen Talent, jede Situation konsequent falsch einzuschätzen und sich selbst, als Nabel der Welt, konsequent zu überschätzen. Seine ehemalige Sekretärin Angela Petrakos steckt dagegen in einer ausgewachsenen Midlife-Crisis (so nach der Art: „Ich bin dreißig, habe große Titten und mein Leben versaut.“) und gerät in Griechenland in eine wirklich üble Mordgeschichte, die sie über den Umweg griechischer Knast zurück in die USA verschlägt. Denn Max soll ihr helfen. Dass er im Knast sitzt, weiß sie allerdings nicht..

„Attica“ ist die konsequente, schwarzhumorig-durchgeknallte Fortsetzung von „Flop“ und „Crack“. Wieder garnieren Ken Bruen und Jason Starr die Story mit vielen Zitaten und Anspielungen, bevorzugt natürlich auf Noirs, Krimis und Kollegen. Das macht Spaß und bringt einen höchst kurzweilig durch einen verregneten Nachmittag. Bei all dem Wahnsinn und Chaos, das die beiden Herren anrichten, ist zu hoffen, dass sie sich bald für ein weiteres Gemeinschaftswerk zusammensetzen.

Bis dahin kann man, wenn man auf schwarzhumorige Noirs steht, mit Ken Bruens grandioser Jack-Taylor-Reihe trösten.

Denn Jason Starr hat sich in seinen Solowerken inzwischen vom Noir verabschiedet. Seine letzten Bücher haben über fünfhundert Seiten und sind deutlich mainstreamiger. „Panik“ hat über 560 Seiten und im Mittelpunkt steht keine gescheiterte Existenz, sondern der geachtete, glücklich verheiratete, knapp fünfzigjährige Psychologe und Vater Adam Bloom. Eines Abends dringen zwei Einbrecher in sein gut gesichertes Vorstadthaus ein. Er erschießt in Panik den einen. Der andere kann flüchten und er will sich an Adam Bloom rächen. Er macht sich an Blooms 22-jährige Tochter Marissa heran.

Schon in seinem vorherigen Roman „Stalking“ setzte Jason Starr weniger auf hohes Erzähltempo und überraschende Plotwendungen, als auf die genaue psychologische Zeichnung seiner Charaktere. In „Panik“ experimentiert er zunehmend mit wechselnden Perspektiven, die er nicht parallel, sondern hintereinander abarbeitet. So wird der Einbruch und das anschließende Verhör zuerst aus der Sicht des Vaters erzählt. Anschließend springt Starr zurück und erzählt diese Ereignisse aus der Sicht der Tochter.

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Ken Bruen/Jason Starr: Attica

(übersetzt von Richard Betzenbichler)

Rotbuch Verlag, 2010

208 Seiten

9,95 Euro

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Originalausgabe

The MAX

Hard Case Crime, 2008

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Jason Starr: Panik

(übersetzt von Ulla Kösters)

Diogenes, 2010

560 Seiten

11,90 Euro

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Originalausgabe

Panic Attack

Minotaur Books, 2009

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Ken Bruen & Jason Starr lesen

Donnerstag, 16. September, 22.00 Uhr

Admiralspalast, Studio 101 (Friedrichstr. 101, Berlin)

LATE-NIGHT LESUNG präsentiert von Radio eins

Ken Bruen und Jason Starr »Attica«

Moderation: Knut Elstermann

Lesung deutscher Text: David Nathan (deutsche. Stimme von Johnny Depp)

Kartenreservierung unter der Telefonnummer: 47997499 und an allen bekannten VVK-Stellen

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Jason Starr liest allein

Hamburg, 15. September 2010, 20.00 Uhr

Berlin, 17. September 2010, 20.00 Uhr, Dorotheenstädtische Buchhandlung (Turmstraße 5)

Unna, 18. September 2010, 19.30 Uhr

Dortmund, 19. September 2010, 18.00 Uhr

Gütersloh, 20. September 2010, 20.00 Uhr

Stuttgart, 21. September 2010, 20.00 Uhr

(alle weiteren Infos bei Diogenes)

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Nachtrag (16. September): Da sind mir doch tatsächlich einige Termine durch die Lappen gegangen (Tja, der Horizont eines echten Berliners endet an der Mauer, äh, an der Staadtgrenze):

Freitag, 17. September:

Ken Bruen solo in Bremen bei der Kriminacht

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Samstag, 18. September

Ken Bruen und Jason Starr zusammen in Unna,

Crime Night, Eröffnungsgala des Krimifestivals “Mord am Hellweg”

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Sonntag, 19. September

Ken Bruen und Jason Starr in Dortmund als „Blutiges Doppel“

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Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Homepage von Jason Starr

Meine Besprechung der von Ken Bruen geschriebenen Jack-Taylor-Reihe

Meine Besprechung von Ken Bruens “Sanctuary” (2008)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Stalking“ (The Follower, 2007)


Kleinkram: Film-Edition mit Drehbüchern, “The Shield”-Machern und Ken Bruen

November 20, 2009

Collider hat mit Werner Herzog über seinen neuen Film „Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans“ gesprochen.

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Collider hat mit Shawn Ryan über „The Shield“ und seine neue Serie „Lie to me“ gesprochen.

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Sein „Shield“-Kollege Kurt Sutter erklärt in seinem Blog, was ein Showrunner macht.

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In den vergangenen Tagen wurden etliche Drehbücher von meistens brandneuen Filmen (einige sind bei uns noch nicht angelaufen) online gestellt:

demnächst im Kino

Joel & Ethan Coen: A serious man (Undated, unspecified draft script)

Peter Straughan: The Men Who Stare At Goats (October 21, 2008 unpsecified draft script, based on the book by Jon Ronson)

Peter Straughan: The Men Who Stare At Goats (March 20, 2006 first draft script , based on the book my Jon Ronson)

Richard Kelly: The Box (September 30, 2006 draft script, based on the short story “Button, Button” by Richard Matheson)

schon im Kino

Roland Emmerich & Harald Kloser (polished by Matt Charman): 2012 (February 19, 2008 2nd draft)

Scott Z. Burns: The Informant! (undated, ‘as produced’ draft script, based on the book by Kurt Eichenwald)

James Grey: We own the night (Undated, Unspecified draft script)

Steve Kloves: Harry Potter and the Half Blood Prince (August 28, 2007 unspecified draft script, Based on the book my J. K. Rowling)

Henry Selick: Coraline (Undated, unspecified draft script, based on the novel by Neil Gaiman)

Klassiker

Scott Frank: The Lookout (December 31, 1998 Revised Draft)

Joshua and Daniel Goldin, Sam and Ivan Raimi and Chuck Pfarrer: Darkman (February 9, 1989 unspecified draft script, Story by Sam Raimi)

Barry Levinson: Diner (Undated, unspecified draft script)

Robert Bold: Doctor Zhivago (September 1964 shooting script script)

Akira Kurosawa & Shinobu Hashimoto & Hideo Oguni: Seven Samurai (Shichinin no samurai) (Undated, unspecified draft script, Translated by Donald Richie)

Maurice Richlin, Blake Edwards: The Pink Panther (January 30, 1963)

Edward Neumeier, Michael Miner: Robocop (June 10, 1986 Fourth Draft)

Frank Miller: Robocop 2 (Undated first draft)

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Und zum Schluss: Ken BRUEN!

Es gibt Bilder von „The Guards“ (hier und hier).

 


Kleinkram über „Public Enemies“, David Carradine, Christopher G. Moore, Phantastik-Couch und (Überraschung!) Ken Bruen

Juli 6, 2009

In den USA ist der neue Film „Public Enemies“ von Michael Mann gestartet. Wir müssen noch bis zum 6. August warten. „Public Enemies“ basiert auf dem Sachbuch von Bryan Burrough, das den eindeutigen Untertitel „Bonnie and Clyde, Machine Gun Kelly Baby Face Nelson, Ma Barker’s Gang und America#s Greatest Crime Wave“ trägt. „Public Enemies“ ist ein knapp 600-seitiger engbedruckter Schmöker. Manns Film hat Überlänge, ist gut besetzt und in verschiedenen Krimi-Blogs wird über „Public Enemies“ diskutiert.

Patti Abbott meint:

If however, you come into the theater expecting an impressionistic look at the thirties, a glimpse at how the FBI discovered itself and developed the tactics it would use, at how the world looked from behind the barrage of gunfire, at how the times of revered gangsters was coming to an end as their violence spilled too much onto public streets, you will be impressed. You have to let yourself climb on the sideboard of the roadster and take the ride. Don’t ask too many questions.

BSC-Eli meint:

Michael Mann is the de facto king of cops and robbers city street shootouts. Public Enemies makes a nice shift to period piece old timey stuff with no loss in crisp edge. (…) Public Enemies delivers the goods, never reaching unattainable Heat greatness, but getting close. What this movie offers in the action department is a demonstration of the true effects of a bullet on the human body.

Beim Rap Sheet gibt’s auch einige Infos und Links. Sex in a Submarine erinnert sich an “Jagd auf Dillinger” (Dillinger, USA 1973, Regie/Buch: John Milius, mit Warren Oates, Ben Johnson – und wirklich einen Blick wert).

Mehr Kritiken bei Rotten Tomatoes (derzeitiger Frischegrad: 65 %), Metacritics (70 %) und Film-Zeit.

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Bei Christopher G. Moore (Guter PI-Autor.) schreibt Forensikerin Kat Sanders über den Tod von David Carradine:

this does seem like a case of attempted sexual pleasure through self bondage and autoerotic asphyxia gone horribly wrong. It could neither be classified as a suicide because there were ropes other than around the neck, nor could it be termed as murder because the hotel’s CC cameras did not show signs of an intruder and also because the ropes did not show signs of a struggle.

(Danke, Pieke, für den Hinweis.)

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Ähem, bleiben wir einen Moment bei Christopher G. Moore: Bei The Rap Sheet hat Cameron Hughes ein zweiteiliges Interview mit dem Autor gepostet.

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Und die Juli-Ausgabe der Phantastik-Couch ist online. Für uns Krimifans sind Besprechungen von Jim Butchers „Silberlinge“ (ein Harry-Dresden-Buch) und „Die Elemtare von Calderon“ und vielleicht noch Charlaine Harris’ Ein Vampir für alle Fälle“ dabei.

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Zum Abschluss noch Bruen-News: Jason Statham spielt Brant in der Verfilmung von Ken Bruens Roman “Blitz”. Nathan Parker schrieb das Drehbuch. Elliott Lester führt Regie und Drehstart ist am 10. August.

Ken Bruen meint zur Besetzung:

“I think Jason Statham will really step up to the plate for Brant, he’s been looking for a part to make his own and I think this is it.”

Klingt vielversprechend. Immerhin spielte Statham nicht nur in “Crank” und “Transporter”, sondern auch in “Final Call”, “Bank Job” und “Collateral” mit.


Kleinkram mit Joseph Finder, Ken Bruen, Robert Wilson, einer Podiumsdiskussion, Killer Covers, der “Nacht des Jägers”, rätselhaften politischen Zahlenspielen und dem “Last Lullaby”

Juli 1, 2009

Joseph Finders Thriller “Killer Instinct” (der deutsche Titel ist “Masterplan”) soll verfilmt werden.

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Ken Bruen – - – Um das Warten auf  “Jack Taylor fliegt raus” (Harry Rowohlt übersetzte “The Guards” und es erscheint am 24. August im Atrium Verlag) zu verkürzen, kann, nein muss, dieses Interview mit Bruen gelesen werden:

The new Jack Taylor is finished and titled… The Devil. And it deals with, yup, the supernatural. Scared the hell outta me. Not going down that road again.

Zum Glück sitzt Harry bereits am zweiten Jack-Taylor-Roman.

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Bei Mysterious Musings (Julia Buckley) beantwortet Robert Wilson einige Fragen über seine vier Javier-Falcón-Romane, sein Leben, den ganzen Rest und seine liebsten amerikanischen Autoren:

In terms of crime writing I admire Raymond Chandler and Elmore Leonard. On the literary side of things one of my all time favorite books, as it is of many other readers, is The Great Gatsby.

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Bei Stichwort Drehbuch kann irgendwie (bei mir bleibt der Stream alle paar Sekunden hängen; sehr nervig) der erste Teil einer Podiumsdiskussion über Drehbuchautoren und das deutsche Fernsehen angehört werden:

Das Spannungsverhältnis zwischen Drehbuchautoren und Sendervertretern stand im Zentrum einer hitzigen Debatte, in der es darum ging, wie die kreative Freiheit durch Quotendruck und Formalisierung des Programms beschnitten wird. Auf dem Podium diskutierten der Drehbuchautor  Markus Stromiedel, Winka Wulff, Geschäftsführerin der Kölner Produktionsfirma Colonia Media, Gamedesigner Dr. Michael Bhatty, die Drehbuchautorin Ruth Toma und Reinhold Elschot, Leiter der Hauptredaktion Fernsehspiel und stellvertretender Programmdirektor beim ZDF. Moderatorin war Luzia Braun, Redakteurin bei der ZDF-Sendung „Aspekte“.

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Killer Covers meint “Summertime, and the Dying is easy” und sieht verdammt gut aus.

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Der Noir of the Week ist ein echter Klassiker: “Die Nacht des Jägers” (The Night of the Hunter, USA 1955). Es ist die einzige Regiearbeit von Charles Laughton. Das Drehbuch, nach dem Roman von Davis Grubb, schrieb James Agee. Robert Mitchum, Shelley Winters, Lilian Gish und Peter Graves spielten mit.

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Das verstehe ich nicht:

Nur rund 160 Staaten hätten überhaupt eine Gesetzgebung gegen die Vergewaltigung von Kindern, die von den Tätern aufgenommen und übers Netz “massenhaft verbreitet wird”, monierte von der Leyen auf der Tagung; 95 Nationen hätten keine Gesetze gegen Kinderpornographie. International müssten sich alle vereinen, die gegen Kindesmissbrauch vorgehen,…

Es gibt 193 UN-Mitglieder (vulgo Staaten). D. h. eine deutliche Mehrheit der Staaten hat eine entsprechende Gesetzgebung. Bei nur denke ich an deutlich weniger als 25 Prozent.

Und ich denke, dass der erste Halbsatz dem zweiten Halbsatz wiederspricht.

Aber ich war in Mathe noch nie so gut, dass es für die hohe Politik gereicht hätte.

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Deshalb zu etwas Handfestem: Jeffrey Goodman erzählt, wie er seine Max-Allan-Collins-Verfilmung “The Last Lullaby” (Die Bilder und Trailer sehen verdammt gut aus. Hoffentlich findet sich ein deutscher Verleih.) promotet.


Kleinkram mit/von/über Michael Connelly, Tom Piccirilli, Ken Bruen, John Harvey – und die Schweiz

Mai 27, 2009

Anlässlich der Veröffentlichung seines neuen Romans “The Scarecrow” hat Michael Connelly den dreiteiligen Film “Conflict of Interest” gemacht:

Michael Connelly has always tried to give his readers bonus material with each new novel. Short stories, lost chapters, and visual adaptations. This time we have something new. A short film called “Conflict of Interest,” which features the exploits of FBI Agent Rachel Walling leading up to the point she enters the story of THE SCARECROW. Don’t worry, there are no spoilers here. The story runs parallel to THE SCARECROW. The case Rachel is working comes very close to the story Jack McEvoy is chasing. Written by Michael Connelly, the film will be available in three parts.


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Tom Piccirilli schreibt über die George-V.-Higgins-Verfilmung “The Friends of Eddie Coyle:

In what may be the finest performances of his long and acclaimed career, Robert Mitchum plays small-fish gunrunner Eddie “Fingers” Coyle in director Peter Yates’s film version of George V. Higgins’s brilliant and highly influential crime novel. (…)

Paul Monash’s faithfully adapted script is compelling, convincing, and razor-wire taut. The dialogue is pitch-perfect poetry of the gutters. The location shooting in Boston and environs along with the semi-documentary style to the film lends an already dark and realistic movie even more gritty authenticity. The deceptively simple story shrugs forward step by step in the finest film noir fashion, advancing to an inevitable, gut-wrenching, yet subdued finale. A true cinematic gem, this is one of the best American crime films of the 70s.

Der Anlass? Die DVD-Veröffentlichung in den USA (was natürlich auf eine deutsche Veröffentlichung in naher Zukunft hoffen lässt. Denn im TV ist er schon seit Ewigkeiten nicht mehr gelaufen.).

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Darüber dürfte Ken Bruen sich freuen.

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John Harvey (er hat gerade seinen hundertsten Roman veröffentlicht) möchte kürzer treten. Nur noch alle zwei Jahre ein Buch und stattdessen…

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Die neue Ausgabe von CrimeScene beschäftigt sich mit der Schweiz. Die Ausgaben zu Frankreich und Niederland gibt es hier.


Kleinkram: Ken Bruen, Louise Ure, Alexandra Sokoloff (alle Murderati), Craig Holden, Noir of the Week, Dr. Who (aka Russell T. Davis)

November 13, 2008

Ken Bruen schreibt bei Murderati:

One of the highlights of 2008 was being part of Murderati.

It is quite unique to have such a disparate crew of writers in nigh perfect synch on one site and the outstanding aspect is the huge affection they have for each other.

You only had to see the crew in Baltimore to see how like family they are.

And between them, they cover just about every aspect of mystery.

Und bei “Moments in Crime” gibt es mehr von Ken Bruen:

I’ve been asked why the blog entries are short.
Like my novels, I actually write much lengthier entries and then root out all that sounds off.
I read it aloud and if it doesn’t have that jagged tone of real speech, bin it.

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Ebenfalls bei Murderati: Louise Ure über den “Dreaded Query Letter” (dürfte eher die Autoren interessieren) und Alexandra Sokoloff ist langsam mit ihrem exemplarischen Gang durch eine Geschichte durch: “What makes a great climax?“:

I think: above all, in an ending, the reader/audience has to CARE. A good ending has an emotional payoff, and it has to be proportionate to what the character AND the reader/audience has experienced.

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Bei Things I’d rather be doing beantwortet Craig Holden (dessen “Die Unangreifbaren” [The Jazz Bird, 2002] breit abgefeiert wurde) einige Fragen:

To stay with a story long enough to make a successful novel of it, you have to love where it’s going. At least I do. If not, I couldn’t stay with it. And that means not being bored, not contriving something just to sell books. As for capturing a place and time, it depends on the project really. For The Jazz Bird obviously I had to do loads of research not only into the story itself, but into the period as well. I remember thinking, “How did you turn a light on in 1927? How did a woman dress? What did you eat in a restaurant?” So I had to go out and find out all those things, either through interviews or book research or something else. I was visiting the Ford Museum in Dearborn, Mich., and found in the gift shop a reprint of a woman’s clothing catalogue from 1924, so I bought it and went shopping.

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Der Noir of the Week ist “Tödliche Grenze” (Border Incident, USA 1949, Regie: Anthony Mann, Drehbuch: John C. Higgins, mit Ricardo Montalban, George Murphy, Howard da Silva). In dem Film infiltrieren zwei Agenten eine Bande von Menschenschmugglern im Grenzland zwischen Mexiko und USA. Ein kleiner und wahrscheinlich nur bei eingefleischten Filmfans bekannter Film. Zu Unrecht, wie Bill Hare bei Noir of the Week zeigt:

Border Incident provides gripping drama, never letting up, never disappointing. It is a film that should not be missed, especially by those who lust for travels by night in the world of film noir.

Als ich den Film vor Ewigkeiten sah, hat er mir auch gefallen.

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Fans von “Dr. Who” (es soll in Deutschland ja einige geben) sollten die Seite “The Writers Tale” von “Dr. Who”-Drehbuchautor Russell T. Davis (der auch für “Quer as Folk” verantwortlich ist) und Benjamin Cook ansteuern. Fans von Drehbüchern können direkt auf diese Unterseite steuern. Dort finden sie die Drehbücher zu sechs Episoden aus der vierten Staffel (gerechnet seit dem Relaunch; also ziemlich brandaktuell).

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Uups, wir haben etwas verloren.


Kurzmeldungen: Ken Bruen, Stephen King, John Carpenter, Ian Rankin

September 26, 2008

Ken Bruen hat den vierten Roman der Serie um Detective Sergeant Brant, “Blitz” (2002), nach Hollywood verkauft. Hoffentlich verlegen die die Handlung nicht von London nach L. A. (obwohl es bei Sjöwall/Wahlöö auch geklappt hat).

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Ein Ratschlag von Stephen King:

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Ein Ratschlag von John Carpenter:

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Und, zum Abschluss, als Vorbereitung für die deutsche Veröffentlichung von “Exit Music” (Ein Rest von Schuld), lassen wir Ian Rankin zu Wort kommen:


Sachdienliche Hinweise: Tatort, Taverniers James-Lee-Burke-Verfilmung, Friedkins Georges-Arnaud-Verfilmug und Ken Bruen

April 14, 2008

Der Spiegel hat die Tatort-Autoren Thorsten Wettcke, Jan Hinter und Stefan Cantz, Peter Probst, Pim Richter, Andreas Pflüger, Felix Huby, Mario Giordano, Fred Breinersdorfer, Jobst Oetzmann und Thomas Bohn nach ihrem Tatort-Ritual, ihrem liebsten nicht-geschriebenen Dialog, woher sie ihre Ideen bekommen (Aus der Zeitung. Hm.), ihrer Arbeit und der Bedeutung vom Tatort gefragt.

Ganz nett.

Mein Favorit ist dieser Dialog von Jan Hinter und Stefan Cantz:

Ballauf: “Wie heißt die Frau noch mal? Bauknecht?”

Schenk: “Nee. Bosch. Mercedes Bosch. Ne Redakteurin vom WDR.”

Ballauf: “Und die lag tot in ihrem Opel?”

Schenk: “Ja. Auf dem Parkplatz in der Nähe von McDonald’s.”

Ballauf: “Hilf mir auf die Sprünge. Bei der Aral-Tankstelle?”

Schenk: “Genau. Gleich neben Blaupunkt. Zwischen dem Aldi und Saturn Hansa.”

Ballauf (niest): “Haste mal nen Tempo?”

Schenk: “Du hast dir ja ne richtige Erkältung eingefangen. Nimm lieber ne Aspirin. Und steck mich nicht an.”

Den werde ich niemals in einem Tatort hören!

Und Fred Breinersdorfer antwortet schön knurrig.

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Dank Crimespree Cinema bin ich auf diesen Guardian-Artikel aufmerksam geworden: Bertrand Tavernier spricht über die Dreharbeiten zur James-Lee-Burke-Verfilmung „In the electric mist“ (der Robicheaux-Roman heißt „In the electric mist with confederate dead“/“Im Schatten der Mangroven“). Die waren wohl nicht so erfreulich und der endgültige Schnitt wurde ihm auch aus der Hand genommen. Trotzdem sei er mit der jetzigen Version, die im Lauf des Jahres in den US-Kinos starten soll, nicht unzufrieden.

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Ebenfalls via Crimespree Cinema: es kann sein, dass Ken Bruens „London Boulevard“ verfilmt wird.

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Als Das Vierte die Georges-Arnaud-Verfilmung „Atemlos vor Angst“ von William Friedkin zeigte, kürte ich den Film zum „Tipp des Tages“. Jetzt gibt es bei Schnittberichte einen Vergleich der US-Fassung mit der deutschen Fassung und der deutschen Fassung mit der US-Fassung (hier sind die geschnittenen langen Einführungen der Charaktere enthalten). Denn nachdem der Film in den USA floppte, wurde der Film ohne Friedkins Wissen für den europäischen Markt radikal gekürzt und umgeschnitten.

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Gut, wenn junge Menschen unterschiedliche Professionen ausprobieren. – Nur: warum nicht mit der Dienstwaffe?

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Außerdem: die April-Ausgabe der Krimi-Couch ist online und das „Krimijahrbuch 2008“ ist draußen. Unter anderem mit einem Text von mir über „The Shield“.


Duncan Lawrie Dagger, Arthur Ellis Preis, Michael Connelly, Ken Bruen

Juni 11, 2007

Die Crime Writers’ Association hat die Shortlist für den diesjährigen Duncan Lawrie Dagger (benannt nach dem Sponsor) veröffentlicht. Die Liste mit den Kommentaren der Jury gibt bei der CWA. Eine illustrierte Fassung gibt’s in diesem Krimiblog ihres Vertrauens.

Die Crime Writers of Canada haben den Arthur Ellis-Preis verliehen:

Best Novel: Barbara Fradkin, Honour Among Men (RendezVous Press)

Best First Novel: Anne Emery, Sign of the Cross (ECW Press)

Best Short Story: Dennis Richard Murphy, “Fuzzy Wuzzy” in Ellery Queen Mystery Magazine (August 2006)

Best Non-Fiction: Brian O’Dea, High: Confessions of a Pot Smuggler (Random House Canada)

Best Juvenile: Sean Cullen, Hamish X and the Cheese Pirates (Penguin Canada)

Best Crime Writing in French: nicht verliehen, weil zu wenige Bücher eingereicht wurden

Best Unpublished First Crime Novel (the Unhanged Arthur): Phyllis Smallman, Margarita Nights

Michael Connelly beantwortet einige Fragen von Jeff Ayers zu seinem neuesten Harry Bosch-Roman “The Overlook”.

Ken Bruen beantwortet die Fragen von Reed Farrell Coleman. Nachzulesen ist das Gespräch unter Autoren bei Mystery Readers International.  


Mord und Totschlag – mit Worten – und zwei Sachbücher

März 18, 2013

Nachdem ich vor einigen Tagen einige der in den letzten Monaten gesehenen und noch nicht besprochenen Filme abarbeitete, sind jetzt die gelesenen Werke mit Wenige-Satz-Kritiken dran. Einige gute, einige weniger gute – und ein Sachbuch, mit dem ich schon seit Monaten mein halbes Umfeld nerve.

Jarvis - Mehr Transparenz wagen - 2

Es ist „Mehr Transparenz wagen“ von Jeff Jarvis und es gehört zum intelligentesten, was ich in letzter Zeit über das Internet und den damit verbundenen Veränderungen von Privatsphäre und Öffentlichkeit gelesen habe. Jeff Jarvis ist Journalist, Blogger und Professor an der Journalistenschule der City University of New York. Er zeigt, immer wieder, sehr gelungen und fundiert den großen historischen Bogen bis hin zur Erfindung des Buchdrucks schlagend, wie das Internet die Welt verändert, wie das Verhältnis von Privatsphäre und Öffentlichkeit sich in den vergangenen Jahrhunderten änderte (und warum bestimmte Soldaten „Privates“ und „Public Schools“ [also Internate] gar nicht so öffentlich sind), wie sehr ihm der Gang in die Öffentlichkeit mit seiner Prostatakrebs-Erkrankung half, weil er viel Zuspruch bekam, das Thema in der Öffentlichkeit thematisiert wurde und er auch hilfreiche Informationen bekam und da sind wir schon bei dem großen Thema des Buches. Denn Jeff Jarvis geht es darum, zu zeigen, wie das Teilen von Wissen, Informationen und Erfahrungen unsere Welt verbessern kann. Wie die Zusammenarbeit von Kunden und Unternehmen zu besseren Produkten führt. Nämlich zu den Produkten, die die Kunden wollen. Das zeigt er an zahlreichen Beispielen und, im Gegensatz zu den Büchern über das Internet, die ich zuletzt von deutschsprachigen Autoren gelesen (manchmal auch nur angelesen) habe, nie mit einem larmoyant-kulturpessimistischen, sondern mit einem optimistischen Blick in die Zukunft. Ohne dabei die Probleme zu leugnen.

Auch wenn ich nicht mit jeder seiner Thesen übereinstimme, stimme ich ihm in vielen Punkten zu und „Mehr Transparenz wagen!“ hat mich zum Nachdenken angeregt und mir neue Einsichten und Erkenntnisse verschafft – und das kann wahrlich nicht von jedem Buch gesagt werden.

Also: Lesebefehl!

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Jeff Jarvis: Mehr Transparenz wagen! – Wie Facebook, Twitter & Co die Welt erneuern

(übersetzt von Lutz-W. Wolff)

Quadriga, 2012

320 Seiten

24,99 Euro

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Originalausgabe

Public Parts. How Sharing in the Digital Age improves the Way We Work and Live

Simon & Schuster, 2011

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Hinweise

Buzzmachine (Blog von Jeff Jarvis)

Wikipedia über Jeff Jarvis (deutsch, englisch)

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Pallay - Zugriff - 2

Emil Pallays „Zugriff – Aus dem Leben eines SEK-Mannes“ reiht sich nahtlos in die Reihe der deutschsprachigen True-Crime-Bücher ein. Pallay war zwanzig Jahre Mitglied des Spezialeinsatzkommandos Südbayern und in „Zugriff“ erzählt er von einigen Einsätzen, bei denen er dabei war. Meist als Einsatzleiter. Das bleibt dann im anekdotischen stecken und es fehlt auch jede kritische Perspektive.

Ich habe nichts gegen Erfahrungsberichte, aber ich hätte auch gerne mal einige Bücher von Journalisten, die nach einer intensiven Recherche ein kritisches Buch über die Arbeit der Polizei oder bestimmte Einsätze und Fälle schreiben. Es muss ja nicht gleich der Nachfolger von Truman Capotes „Kaltblütig“ (Cold Blood, 1965) sein, aber es sollte schon mehr als eine Anekdotensammlung sein.

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Emil Pallay: Zugriff – Aus dem Leben eines SEK-Mannes

Heyne, 2013

224 Seiten

8,99 Euro

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Jonas - Bis zum Hals

Mit seinem neuen Buch „Bis zum Hals“ versucht Kabarettist Bruno Jonas etwas neues. Anstatt die gedruckte Fassung von seinem aktuellen Programm vorzulegen oder mehrere Satiren, die er in den letzten Jahren auf der Bühne vortrug, gesammelt zu veröffentlichen, hat er zehn Geschichten geschrieben, in denen Menschen an einem Endpunkt angekommen sind und die über ihr bisheriges und künftiges Leben reflektieren.

In der ersten Geschichte „HerzLos“, gleichzeitig mit fast fünfzig Seiten auch die längste Geschichte des Buches, hat ein Boulevard-Journalist einen Herzanfall. Gegen den behandelten Arzt hatte er eine Rufmordkampagne inszeniert und er fragt sich, ob der Arzt ihn deshalb bei der Operation zufällig tötet. Das Spenderherz kommt von einem von-Guttenberg-Klon, den er mit seinen Artikeln aus dem Amt jagte und in den Suizid trieb. Die Operation gelingt und der Journalist will jetzt als Bekehrter für seine früheren Sünden büßen und nur noch über das Wahre und Gute schreiben.

Das ist so vorhersehbar-moralinsauer und bis zur erbaulich-wirklichkeitsfernen Schlusspointe erschreckend bieder-bräsig erzählt, dass diese Erzählung eher an die witzigen Geschichten eines Heinz Erhardt, als an die treffsicheren und genau beobachtenden Satiren eines Bruno Jonas erinnert. Die harmlose Geschichte machte mich auch nicht neugierig auf die anderen, vielleicht sogar guten Geschichten. Stattdessen nahm ich nach „HerzLos“ die Chance wahr, „Bis zum Hals“ zur Seite zu legen und mich anderen Werken zuzuwenden.

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Bruno Jonas: Bis zum Hals

Karl Blessing Verlag, 2012

240 Seiten

17,95 Euro

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Hinweise

Homepage von Bruno Jonas

Wikipedia über Bruno Jonas

Kaberett Live über Bruno Jonas

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Parker - Das dunkle Paradies - Pendragon2

Nachdem Robert B. Parker mit seinen Spenser-Romanen inzwischen bei Pendragon einen guten Unterschlupf gefunden hat und sogar sein Western „Appaloosa“ übersetzt wurde, hat Pendragon sich jetzt seine, erfolgreich mit Tom Selleck verfilmten, Jesse-Stone-Romane vorgenommen. Der erste, jetzt bei Pendragon wiederveröffentlichte Jesse-Stone-Roman „Das dunkle Paradies“ erschien bereits 1998 bei Rowohlt. Die folgenden acht von Robert B. Parker geschriebenen Stone-Romane wurden nicht mehr übersetzt. In den USA hat Michael Brandman, nach Parkers Tod, bereits zwei weitere Stone-Romane geschrieben.

In „Das dunkle Paradies“ tritt Jesse Stone, ein geschiedener Alkoholiker, der gerade bei der Mordkommission in Los Angeles rausgeworfen wurde, seinen neuen Job in Paradise, einer kleinen Ostküstenstadt in der Nähe von Boston, Massachusetts an. Während Jesse Stone sich keine Illusionen über den Grund für seine Einstellung macht, haben der Vorsitzende des Stadtrats und seine engsten Vertrauten sich verschätzt. Nach einem Mord beginnt Jesse Stone mit ernsthaften Ermittlungen, die sich auch gegen die Stadtspitze richten. Denn er hat nichts mehr zu verlieren.

Im Gegensatz zu den in der ersten Person erzählten Spenser-Romanen, erzählt Robert B. Parker die Jesse-Stone-Geschichten aus der dritten Personen und auch aus verschiedenen Perspektiven und gerade bei den ersten Stone-Romanen sieht man, dass Robert B. Parker sich freute, Geschichten zu erzählen, die nicht in den Spenser-Kosmos gehörten. Denn ein Privatdetektiv, der in einer festen Beziehung lebt, ist das Gegenteil eines verkorksten Alkoholikers, der seiner Ehe hinterhertrauert und in einer Kleinstadt Polizist spielt.

Für die Neuausgabe schrieb Frank Göhre ein siebenseitiges Nachwort.

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Robert B. Parker: Das dunkle Paradies – Ein Fall für Jesse Stone

(übersetzt von Robert Brack)

Pendragon, 2013

352 Seiten

10,95 Euro

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Originalausgabe

Night Passage

G. P. Putnam’s Sons, New York, 1997

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Deutsche Erstausgabe

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998

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Verfilmung

Jesse Stone: Knallhart (Jesse Stone: Night Passage, USA 2006)

Regie: Robert Harmon

Drehbuch: Tom Epperson

mit Tom Selleck, Stephanie March, Stephen Baldwin, Saul Rubinek, Viola Davis, Kohl Sudduth

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Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte

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Chraibi - Inspektor Ali im Trinity College

Bei „Inspektor Ali im Trinity College“ von Driss Chraibi hilft die Länge, eigentlich Kürze von 128 Seiten, ungemein. Denn Chraibi will sich vor allem einen Spaß machen, indem er einen Culture Clash zwischen Afrika und England inszeniert. Der Kriminalfall ist dabei bestenfalls eine notdürftige dramaturgische Klammer, die Inspektor Ali von Casablanca nach Cambridge versetzt. Dort soll der geniale Ermittler Scotland Yard bei einem Mordfall helfen. Denn im ehrwürdigen Trinity College wurde eine marokkanische Prinzessin ermordet.

Bei seinen Ermittlungen bemüht sich der geniale Ermittler möglichst jedes Klischee und Vorurteil, das der Westen über Araber hat, zu erfüllen. Das ist anfangs witzig, aber es mündet schnell in eine billige Nummernrevue, in denen einfach immer wieder das schlechte Benehmen, die überragende sexuelle Potenz und Brünstigkeit von Inspektor Ali hoffnungslos übertrieben zur Schau gestellt werden.

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Driss Chraibi: Inspektor Ali im Trinity College

(übersetzt von Regina Keil-Sagawe)

Unionsverlag, 2012

128 Seiten

10,95 Euro

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Originalausgabe

L’Inspector Ali à Trinity College

Éditions Denoel, Paris, 1996

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Deutsche Erstausgabe

Unionsverlag, 1998

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Hinweise

Unionsverlag über Driss Chraibi

Wikipedia über Driss Chraibi

Krimi-Couch über Driss Chraibi

Kirjasto über Driss Chraibi

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Bruen - Coleman - Tower

Nachdem Ken Bruen die drei genial-abgedrehten Über-Pulps „Flop“, „Crack“ und „Attica“ mit Jason Starr schrieb, hat er sich mit Reed Farrel Coleman, einem in den USA abgefeiertem Noir-Poeten, dessen bislang noch nicht übersetzten Krimis mehrmals für den Edgar nominiert waren und der mehrere Shamus Awards erhielt, zusammengetan und „Tower“ geschrieben. In „Tower“ erzählen sie von den seit ihrer Jugend miteinander befreundeten New Yorker Kleinkriminellen Nick und Todd und ihrem Leben auf den unteren Stufen eines Gangstersyndikats. Als Nick Todd umbringen soll, weil dieser ein Polizeispitzel ist, geraten die Dinge außer Kontrolle.

Tower“, das in New York während der neunziger Jahre spielt (es endet am 11. September 2001), ist sicher nicht der stärkste Roman von Ken Bruen. Denn der Aufbau von „Tower“, wonach die Geschichte zuerst aus der Sicht von Nick (das dürfte die von Ken Bruen geschriebene Hälfte sein) und danach aus der Sicht von Todd erzählt wird, führt dazu, dass wir in der zweiten Hälfte die gleichen Ereignisse aus einer anderen Perspektive, aber ohne einen wirklich großen Erkenntnisgewinn wieder lesen.

Das ist nicht wirklich schlecht, aber auch etwas zu sehr in den bekannten Gewässern. Trotz dem trockenen Humor und den sympathisch-unsympathischen Charakteren, die letztendlich alle Berufsverbrecher sind.

“Tower” erhielt den Macavity Award als bester Roman des Jahres.

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Ken Bruen/Reed Farrel Coleman: Tower

(übersetzt von Richard Betzenbichler)

Rotbuch Verlag, 2012

224 Seiten

12,95 Euro

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Originalausgabe

Tower

Busted Flush Press, 2009

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Hinweise

Homepage von Reed Farrel Coleman

 

Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Ken Bruen in der Kriminalakte

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Child - Underground - 2

Während „Tower“ mit 9/11 endet, thematisiert der neue Jack-Reacher-Roman „Underground“ von Lee Child in einer gewissen Weise die Folgen und die Vorgeschichte von 9/11. In New York sieht Jack Reacher nach Mitternacht in einer U-Bahn eine Frau, die alle Anzeichen einer Selbstmord-Attentäterin hat. Als er sie von dem Attentat abhalten will, erschießt sie sich – und Jack Reacher steckt wieder einmal tief im Schlamassel. Denn die Selbstmord-Attentäterin war keine Selbstmord-Attentäterin, sondern eine kleine Pentagon-Angestellte in der Personalabteilung, und mehrere Leute glauben, dass sie Jack Reacher vorher wichtige Unterlagen gegeben hat, die die nationale Sicherheit bedrohen. Ein besonderes Interesse daran haben der hochdekorierte Kongressabgeordnete John Sansom aus North Carolina, der Senator werden will und der als Mitglied eines Special-Forces-Kommandos 1983 in Afghanistan war und für diesen Einsatz eine hohe Auszeichnung erhielt, und die Ukrainerin Lila Hoth, die mit einer seltsamen Geschichte in den USA einen Soldaten sucht.

Nach dem furiosen Beginn plätschert „Underground“ etwas unglücklich vor sich hin, weil Jack Reacher von A nach B läuft und meistens wenige Seiten später erklärt, dass er von Anfang an wusste, dass er gerade eben belogen wurde und das lange zurückliegende, nie vollständig aufgeklärte Ereignis in Afghanistan wirkt als Auslöser für die heutigen Ereignisse etwas zu bemüht.

Underground“ ist ein zu redseliger Thriller mit viel zu viel Militärpatriotismus. Denn in erster Linie will Jack Reacher Sansom helfen, weil Soldaten sich gegenseitig helfen.

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Lee Child: Underground

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2012

448 Seiten

19,99 Euro

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Originalausgabe

Gone Tomorrow

Bantam Press, 2009

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Hinweise

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“

Meine Besprechung von Christopher McQuarries Lee-Child-Verfilmung „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

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Bell - Die Farbe der Nacht

Auch Madison Smartt Bell schlägt in „Die Farbe der Nacht“ einen Bogen von 9/11 in die Vergangenheit. Aber ganz anders als Lee Child. Madison Smartt Bell, eigentlich ein literarischer Schriftsteller und kein klassischer Krimiautor (obwohl er mit „Ein sauberer Schnitt“ [Straight Cut, 1986] einen tollen Hardboiled-Krimi schrieb) begibt sich in „Die Farbe der Nacht“ zurück in die Flower-Power-Zeit, den Drogenmissbrauch, die freie Liebe und den wirklich kriminellen Taten einer Hippie-Kommune.

Ich-Erzählerin Mae, die als Croupiere in einem Casino in Nevada arbeitet, entdeckt in einer TV-Aufnahme von dem Anschlag auf das World Trade Center ihre alte Freundin Laurel. „Blut lief ihr aus den Mundwinkeln, wie damals, doch nicht aus denselben Gründen.“ Sie erinnert sich an ihre gemeinsame Vergangenheit als sie in einer sektenhaften Hippie-Kommune des charismatischen Gurus D. zusammenlebten, sich ineinander verliebten, Sex mit wechselnden Partnern, unter anderem dem bekannten Musiker O., hatten und zunächst kleinere Einbrüche begingen.

Erinnerungen an die Manson-Familie sind nicht zufällig.

Die Farbe der Nacht“ ist, obwohl es derzeit auf der KrimiZeit-Bestenliste steht, eine Reise zur dunklen Seite der Flower-Power-Bewegung, die auch ziemlich Noir ist, aber sich nicht um Krimikonventionen kümmert, weil es kein Krimi ist. Bells kurzer Roman ist eine durchaus faszinierende Lektüre, die allerdings bewusst skizzenhaft bleibt und munter zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Traum und Realität hin und her springt.

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Madison Smartt Bell: Die Farbe der Nacht

(übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann)

Liebeskind, 2013

240 Seiten

18,90 Euro

(Die vorliegende Ausgabe basiert auf der Urfassung des Autors)

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Originalausgabe

The Color of Night

Random House, 2011

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Hinweise

Krimi-Couch über Madison Smartt Bell

Wikipedia über Madison Smartt Bell

 

 


Die KrimiZeit-Bestenliste Januar 2013

Januar 4, 2013

Neues Jahr. Neues Glück? Nun, bei der Januarliste der KrimiZeit nicht unbedingt. Denn auf ihr sind etliche alte Bekannte:

1 (3) Friedrich Ani: Süden und das heimliche Leben

2 (-) Mike Nicol: Killer Country

3 (4) Don Winslow: Kings of Cool

4 (6) Merle Kröger: Grenzfall

5 (2) Robert Littell: Philby. Porträt des Spions als junger Mann

6 (10) Roger Smith: Stiller Tod

7 (-) Åsa Larsson: Denn die Gier wird euch verderben

8 (-) Reginald Hill: Rache verjährt nicht

9 (9) Petros Markaris: Zahltag

10 (5) Carl Nixon: Rocking Horse Road

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In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

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Jaja, Ani und Littell (beide gut) sind in Arbeit.

Aber wo bleibt

Ken Bruen/Reed Farrel Coleman „Tower“ (Rotbuch Krimi),

Dan Simmons „Kalt erwischt – Der 1. Joe Kurtz Thriller“ (Festa Crime),

Michael Slade „Der Kopfjäger – Der 1. Special X Thriller“ (Festa Crime),

James Ellroy „Der Hilliker-Fluch“ (Ullstein; oder ist das schon zu sehr „Sachbuch“?) und

Rick DeMarinis „Götterdämmerung in El Paso“ (Pulp Master)?

 


Für die „Kings of Cool“ beginnt die „Zeit des Zorns“

Oktober 16, 2012

Seit Donnerstag läuft Oliver Stones durchwachsene Don-Winslow-Verfilmung „Savages“ im Kino und wir können mit Don Winslows grandiosen Krimis „Zeit des Zorns“ und „Kings of Cool“ weiter in das Leben von Ben, Chon und O einsteigen.

Zeit des Zorns“ ist die Vorlage für „Savages“ und der Roman erzählt im großen und ganzen auch die gleiche Geschichte: Ben und Chon sind Freunde und sie verkaufen in Laguna Beach, Kalifornien, im großen Stil selbst angebautes, supergutes Gras. Ben ist Buddhist, der einen Teil des Gewinns in Dritte-Welt-Hilfsprojekte investiert. Chon ist Ex-Navy-SEALS und er hat Baditude. O ist ihre gemeinsame Geliebte – und für die drei Freunde ist das kein Problem.

Ein Problem ist dagegen der Vorschlag des mexikanischen Baja-Kartells, das sich bei ihnen einkaufen möchte. Ben und Chon lehnen das Kooperationsangebot ab, das Kartell entführt O und, weil Ben und Chon O unbedingt zurück haben wollen und ein Probleme mit Befehlen haben, geraten die Dinge außer Kontrolle.

Kings of Cool“ wird, durchaus zutreffend als Prequel zu „Zeit des Zorns“ angekündigt. Denn Don Winslow erzählt eine ältere Geschichte aus dem Leben von Ben, Chon und O, die sich bereits 2005 in Laguna Beach abspielte. Gleichzeitig geht er noch weiter in die Vergangenheit zurück und erzählt von den Eltern von Ben, Chon und O – und wie sich die Drogenszene und die Gegenkultur in Südkalifornien von den sechziger Jahren bis zur Gegenwart entwickelte. Dabei begegnen wir auch einigen Charakteren, wie Bobby Z und Frankie Machianno (aka Frankie Machine), denen Don Winslow bereits eigene Romane widmete. Hier haben sie nur das Fanherz erfreuenden Cameo-Auftritte. Gleichzeitig müssen sich die Charaktere, und das ist das Thema des Buches, immer zwischen ihrer biologischen und ihrer gewählten Familie, ihren Freunden, entscheiden.

Sprachlich hat Don Winslow zuletzt anscheinend eine gehörige Portion Ken Bruen gelesen. Denn seine Sätze sind noch knapper, sein Stil noch assoziativer und auch das Schriftbild erinnert manchmal, wenn er nur ein, zwei Worte in einer Zeile hat, eher an Lyrik als an einen Roman. Einige Szenen schreibt er auch im Stil eines Drehbuchs und die Geschichten entwickeln so einen richtigen Drive (die vielen kurzen, teils sogar sehr kurzen Kapitel helfen auch), der einen in die Geschichte hineinzieht und die mit ihrem schwarzen Humor und ihrem lakonischen Erzählgestus immer wieder sehr komisch ist.

Dabei skizziert Don Winslow, wie Elmore Leonard, die Charaktere in seinen knappen Beschreibungen und Dialogen so kurzweilig, dass wir ihnen stundenlang zuhören könnten, ohne groß auf die Handlung zu achten. Die ist nämlich gerade in „Zeit des Zorns“ eine Nebensache gegenüber der Sprache.

Beispiel gefällig?

Zufällig ausgewählt:

Tatsächlich trug er eins von diesen „Old Guys Rule“-T-Shirts, die völlig daneben sind, denn wenn alte Säcke wirklich das Sagen hätten, würden sie’s nicht auf billigen T-Shirts behaupten.

Sie würden’s einfach, na ja, sagen.

Das sind Typen, die soziale Medien nicht kapieren, weshalb Ben vermutet, dass die Zeiten, in denen sie was zu sagen hatten, genauso vergessen sind wie Compact Discs.

Obwohl beide Bücher unabhängig voneinander gelesen werden können, sollte man zuerst „Kings of Cool“ und dann „Zeit des Zorns“ lesen. Denn dann haben Ben, Chon, O, DEA-Agent Dennis Cain, Kartell-Killer Miguael Arroyo, genannt Lado, und Kartell-Chefin Elena Sanchez Lauter mehr Tiefe – und wir wissen, warum Chons Vater John senior, der Gründungsmitglied der Association war, einer Gruppe von Laguna Beach Boys, die mit dem Schmuggel von Marihuana reich wurden, und Chon sich, wenn sie sich zufällig auf der Straße begegnen, nur höflich begrüßen.

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Don Winslow: Zeit des Zorns

(übersetzt von Conny Lösch)

Suhrkamp 2011

352 Seiten

9,99 Euro

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Originalausgabe

Savages

Simon & Schuster, New York, 2010

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Don Winslow: Kings of Cool

(übersetzt von Conny Lösch)

Suhrkamp, 2012

368 Seiten

19,95 Euro

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Originalausgabe

The Kings of Cool

Simon & Schuster, New York, 2012

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Anfang November besucht Don Winslow für eine Tage Deutschland und stellt die „Kings of Cool“ in folgenden Städten vor

Berlin, Donnerstag, 1. November 2012, 19:30 Uhr

Hamburg, Freitag, 2. November 2012, 18:30 Uhr

München, Samstag, 3. November 2012, 20:00 Uhr

Hamm, Sonntag, 4. November 2012, 18:00 Uhr

Braunschweig, Montag, 5. November 2012, 20:15 Uhr

Hannover, Dienstag, 6. November 2012, 20:00 Uhr

Details zu allen Lesungen hier.

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Hinweise

Hollywood & Fine: Interview mit Don Winslow (11. Juli 2012)

Homepage von Don Winslow

Deutsche Homepage von Don Winslow

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Private“ (The Dawn Patrol, 2008)

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Paradises“ (The Gentlemen’s Hour, 2009) und „Tage der Toten“ (The Power of the Dog, 2005)

Meine Besprechung von Don Winslows „Bobby Z“ (The Death and Life of Bobby Z, 1997)

Meine Besprechung von Don Winslows „Satori“ (Satori, 2011)

Mein Interview mit Don Winslow zu “Satori” (Satori, 2011)

Meine Besprechung von Oliver Stones Don-Winslow-Verfilmung „Savages“ (Savages, USA 2012)

Don Winslow in der Kriminalakte

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Bonusmaterial

Ein Audiointerview mit Don Winslow über die Romane “Zeit des Zorns” und “Kings of Cool” und den Film “Savages”

Und eines über “Kings of Cool” und “Savages”


Wer hat “Jack Taylor liegt falsch” gewonnen?

Juni 11, 2012

Der Einsendeschluss ist vorbei.

Die Lostrommel wurde mehrmals herumgewirbelt, durch den Raum geworfen, aufgefangen, mit Alkohol getränkt, mit Kokain bestäubt, nochmals kreisen gelassen, ein Limerick gelesen, ein Trinkspruch gerufen – und dann wurde der glückliche Gewinner von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (Tolles Buch!) gezogen.

Es ist

Heike K. aus Westerstede.

Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß bei der Lektüre!

Das Buch wird gleich verschickt werden.


Neu im Kino/Filmkritik: William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung „London Boulevard“ mit Colin Farell und Keira Knightley

Dezember 1, 2011

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass „London Boulevard“ einen deutschen Kinostart erlebt. Immerhin ist William Monahans Regiedebüt, als Verfilmung eines Krimis von Ken Bruen, ein düsterer Gangsterfilm, die Ken-Bruen-Verfilmung „Blitz“ mit Jason Statham als rücksichtslosem Sergeant Tom Brant erlebte bei uns vor wenigen Wochen nur eine DVD-Premiere und die Ken-Bruen-Verfilmung „The Guards“ mit Iain Glen als Privatdetektiv Jack Taylor (Bruens bekannterem Serienhelden) ist ein TV-Film, der bisher bei uns noch nicht gezeigt wurde und der erste von mehreren Taylor-Filmen ist.

Aber mit Colin Farrell und Keira Knightley hat Monahan zwei kassenträchtige Hauptdarsteller. In den Nebenrollen sind die auch bei uns bekannten Briten David Thewlis, Ray Winstone und Eddie Marsan dabei und Oscar-Preisträger Chris Menges übernahm die Kamera.

Das ist ein hochkarätiges Paket für die Geschichte von Mitchel (Colin Farrell), der gerade drei Jahre im Knast verbrachte und von seinem Kumpel Billy (Ben Chaplin) schon am Gefängnistor aufgefordert wird, sein altes Leben wieder aufzunehmen. Denn in der Szene hat Mitchel immer noch einen guten Namen. Sogar der Gangsterboss Gant (Ray Winstone) erblickt in ihm einen potentiellen Nachfolger.

Aber Mitchel will nicht mehr. Er will aussteigen. Seine Arbeit als Mädchen für alles bei dem öffentlichkeitsscheuen Filmstar Charlotte (Keira Knightley) sieht er als die Chance auf ein ehrliches Leben. Charlotte, die in den Filmen nicht mehr nur ein Stück Fleisch und Stichwortgeberin für die männlichen Helden sein möchte, flüchtet vor dem Ruhm und den allgegenwärtigen Paparazzi, die auch ihr Haus Tag und Nacht belagern. Bei ihr wohnt Jordan (David Thewlis), ein sich von der Welt entrückt gebendes Unikum, mit einem beträchtlichen Drogenkonsum und einigen ungeahnten Talenten.

Mitchel will die Möglichkeit, für ein ehrliches Leben wahrnehmen. Aber da sind noch seine alten Freunde und in Charlottes Haus sind einige wertvolle Gegenstände.

Schon Bruens knapper Noir „London Boulevard“ war eine Anspielung auf Billy Wilders Filmklassiker „Sunset Boulevard“ über die Beziehung eines jungen, aufstrebenden Drehbuchautors zu einer zurückgezogen lebenden, alternden Hollywood-Schönheit mit tragischem Ausgang. Auch „London Boulevard“ hat nicht unbedingt ein Happy End. Jedenfalls kein Happy End im Walt-Disney-Sinn.

Bis dahin gibt es einen fein stilisierten, coolen Retro-Gangsterfilm, der eher in den sechziger oder siebziger Jahren in London zu spielen scheint. Die Musik, die zeitlose Kleidung, die alten Häuser und die weitgehende Abwesenheit von Handys und Computern tragen zu diesem Eindruck bei. Auch stilistisch orientiert William Monahan (der Drehbuchautor von „The Departed“ und „Der Mann, der niemals lebte“) eher an „Get Carter“ und „The Long Good Friday“, zwei Klassikern des britischen Kinos, als an „Bube, Dame, König, Gras“ oder „Layer Cake“.

Die plötzlichen Gewaltausbrüche werden von Monahan mit der nötigen, altmodischen Härte gezeigt, wenn ein Kneipengespräch in einem Wutausbruch endet und niemand eingreift. Oft bedient Monahan sich auch einer elliptischen Erzählweise (die damit Bruens knappen, sarkastischen Stil ins Kino überträgt), in der er die letzten Sekunden vor dem Gewaltausbruch und die Auswirkungen zeigt.

London Boulevard“ ist definitiv einer meiner Lieblingsfilme des Kinojahres 2011.

London Boulevard (London Boulevard, USA/GB 2010)

Regie: William Monahan

Drehbuch: William Monahan

LV: Ken Bruen: London Boulevard, 2001 (London Boulevard)

mit Colin Farrell, Keira Knightley, David Thewlis, Anna Friel, Ben Chaplin, Ray Winstone, Eddie Marsan, Sanjeev Bhaskar, Stephen Graham, Ophelia Lovibond

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Die Vorlage

Ken Bruen: London Boulevard

(übersetzt von Conny Lösch)

Suhrkamp, 2010

272 Seiten

8,95 Euro

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Orignalausgabe

London Boulevard

The Do-Not Press, 2001

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Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „London Boulevard“

Wikipedia über „London Boulevard“ (deutsch, englisch)

Collider: Interview mit William Monahan (das Erste, das Zweite) und mit William Monahan und Colin Farrell zu “London Boulevard”

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Ken Bruen in der Kriminalakte

 


Für Jason Starr sind „Brooklyn Brothers“ keine Brüder

Oktober 24, 2011

Mit fünfjähriger Verspätung erschien die deutsche Ausgabe von Jason Starrs „Lights Out“ und, soviel kann schon jetzt verraten werden, das Warten hat sich gelohnt. Denn nachdem Jason Starr in seinen letzten beiden Romanen „Stalking“ und „Panik“ sich mehr in mainstreamige Gefilde bewegte (sein neuester Roman „The Pack“ ist sogar ein Horrorroman) und er zusammen mit Ken Bruen in „Flop“, „Crack“ und „Attica“ hemmungslos abgedrehte Pulp-Noirs schrieb, ist „Brooklyn Brothers“, so der deutsche Titel, eine Rückkehr in die noirischen Gefilde, mit denen er bekannt wurde. Denn für Jake Thomas und Ryan Rossetti gibt es nur den Weg ins Verderben. Auch wenn dieser manchmal von fast aberwitzigen Zufällen, wie der Genuss von zu viel Alkohol in der falschen Bar, und dem ständigem und konsequentem Ausmalen der schlimmsten aller möglichen Konsequenzen gepflastert ist.

Jake Thomas und Ryan Rossetti sind zwar „Brooklyn Brothers“, aber obwohl sie in ihrer Jugend immer zusammen waren, auch gemeinsam Baseball spielten und von einer Profikarriere träumten, mögen sie sich nicht. Jake stieg dann zum allseits geachteten Baseball-Star auf. Dass er hinter seiner höflichen Fassade ein arrogantes, ichbezogenes Arschloch ist, wissen nur wenige. Und noch weniger Menschen wissen, dass er gerade vom Vater der vierzehnjährigen Marianna Fernandez erpresst wird. Jake hatte sie mindestens für eine Achtzehnjährige gehalten, sprang mit ihr ins Bett und, wenn das bekannt würde, wäre seine Karriere, inclusive der vielen Werbeverträge und der angedachten Hollywood-Karriere, vorbei.

Deshalb will er sich jetzt, während eines ruhigen Wochenendes in Brooklyn, mit seiner Highschoolliebe und Verlobten Christina Mercado, die er wegen seines Jet-Set-Lebens und seiner zahlreichen Affären bevorzugt links liegen lässt, versöhnen und die Hochzeit medienwirksam möglichst groß ankündigen.

Sie hat sich inzwischen allerdings in Ryan Rossetti verliebt. Der musste nach einem Unfall seine Profikarriere aufgeben. Jetzt arbeitet er als Maler und er ist ziemlich verärgert über den großen Empfang, der Jake bereitet wird. Denn eigentlich, so meint Ryan, sollte er der Baseball-Star sein.

Christina ist inzwischen zwar mit Ryan zusammen und sie will mit Jake auch Schluss machen, aber durch die Heirat hätte sie die Chance Canarsie zu verlassen und auch für ihren kränkelnden Vater wären die in der Zukunft exorbitant hohen Arztkosten gedeckt. Also versöhnt sie sich mit Jake.

Als Ryan von der geplanten Hochzeit erfährt, sieht er rot.

Bereits in den ersten Zeilen von „Brooklyn Brothers“ setzt Jason Starr den Ton für die folgenden 450 pechschwarzen Seiten. Und wenn dann noch der mehrfach Vorbestrafte Saiquan Harrington, der einen angeschossenen Freund rächen will, auftaucht, begibt Jason Starr sich mit „Brooklyn Brothers“ tief und äußerst gelungen in George-Pelecanos-Land. Denn Starr porträtiert in „Brooklyn Brothers“ nicht nur das kleinbürgerliche Leben in Canarsie, sondern auch das Leben der Afroamerikaner in der heruntergekommenen Breukelen-Siedlung.

Aber während bei George Pelecanos, der seine Geschichten in Washington, D. C., spielen lässt und der auch Drehbücher für die grandiose Polizeiserie „The Wire“ schrieb, die gesellschaftlichen Strukturen einen großen Einfluss auf die Taten seiner Protagonisten haben und es bei ihm immer auch die Möglichkeit einer zweiten Chance gibt, ist Jason Starr gnadenloser. Bei ihm sind Jake, Ryan, Christina und Saiquan von ziemlich eigennützigen Motiven angetrieben und, bis auf Saiquan, der immerhin, angetrieben von der Angst vor einem weiteren Gefängnisaufenthalt, den Versuch eines ehrlichen Lebens mit seiner Frau und seinen drei kleinen Kindern unternahm, wollen sie sich auch überhaupt nicht ändern.

So führen Gier, Neid, Dummheit, Lügen und falsch verstandene Freundschaft zu einem tödlichem Wochenende in Canarsie.

Brooklyn Brothers“ ist eine weitere grandiose Verliererstudie von Noir-Autor Jason Starr.

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Jason Starr: Brooklyn Brothers

(übersetzt von Ulla Kösters)

Diogenes, Zürich, 2011

464 Seiten

10,90 Euro

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Originalausgabe

Lights Out

Orion Books, London, 2006

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Hinweise

Homepage von Jason Starr (sogar mit einigen Worten an seine deutschen Leser)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Stalking“ (The Follower, 2007)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Panik“ (Panic Attack, 2009)

Jason Starr in der Kriminalakte

 

 


Kleinkram

Juli 18, 2011

Bei Complex könnt ihr die Kurzgeschichte “Naked Angel” von Joe R. Lansdale lesen. Sie erschien in dem Sammelband “L. A. Noire” (yep, zum abgefeierten PC-Game) und auf der “L. A. Noire”-Seite gibt es noch einige weitere Geschichten zum kostenlosen Download.

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Die “L. A. Noire”-Geschichte “See the Woman” von Lawrence Block gibt es bei Mulholland Books.

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Lawrence Block ist jetzt auch ein Blogger.

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Tom Piccirilli schreibt, schon vor dem Erscheinungstermin, lobende Worte über das neue alte Lawrence-Block-Buch “Getting Off” (erscheint September) und über “Choke Hold” von Christa Faust (erscheint Oktober).

Beide Bücher erscheinen bei Hard Case Crime, das nach einer Pause mit neuer Kraft weitermacht. Schaut euch einfach die Vorschau an.

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Max Allan Collins schreibt über “Target Spillane”:

I can’t imagine MYSTERY SCENE publishing a piece about any other major writer in the field that takes the approach of this one. “Agatha Christie wrote tripe, but she was a fun old gal at parties.” Who was it that said, “Pfui?”

Sixty-four years later, and the attacks on Mickey just never end, this one published in a magazine I admire and respect, from a writer I have long admired and respected.

Aber dieser neue Artikel über Mickey Spillane hat Max Allan Collins gefallen.

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Crimefactory Magazine hat sich mit Duane Swierczynski (aka Duane Louis) unterhalten.

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Der Trailer für den neuen “Sherlock Holmes”-Film “A Game of Shadows” sieht toll aus:

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Der Trailer für “Contagion”, den neuen Film von Steven Soderbergh, sieht ebenfalls vielversprechend aus:

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Auch wenn es nicht so aussieht: die neue Version von “The Thing” soll die Vorgeschichte zu John Carpenters “The Thing” (Das Ding aus einer anderen Welt, USA 1982) erzählen und kein Remake sein.

Also: Gääähn.

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Mark Billinghams, Tom Thorne, sein neuer Krimi “Bloodline” (gerade in den USA erschienen) und die Verfilmungen:

Central-Crime-Zone-Ruth gefällt “Bloodline” und zu den Thorne-Filmen meint sie:

Tom Thorne is an over the top every man cop with layers and baggage. He is Jimmy Smit’s Simone from NYPD Blues. He is Timothy Olyphant in Justified. He is Rudy Carazzo from the 57th Precinct series. He is Lucas Davenport without the cash. He is Harry Bosch with all the bad political savy.
Mark Billingham and Tom Thorne are the best of reads. There’s a depth of character and plot written with the pacing of an airport best seller.

Bei Mulholland Books gibt es die Kurzgeschichte “The Walls” von Mark Billingham (Teil 1, Teil 2) und Lee Child unterhält sich mit Mark Billingham (Teil 1, Teil 2).

Die Verfilmung des ersten Thorne-Krimis “Sleepyhead”, “Der Kuss des Sandmanns”, erscheint am 28. Juli (Verleih; Verkauf ab dem 11. August) bei Eurovideo. David Morrissey spielt Detective Inspector Tom Thorne:

Eine mysteriöse Mordserie, bei der mehrere Frauen getötet wurden, beschäftigt Ermittler Tom Thorne (David Morrissey). Seine Aufklärungsarbeit verläuft schleppend, bis plötzlich eine Überlebende (Sara Lloyd-Gregory) auftaucht und schwer verletzt ins Krankehaus eingeliefert wird. Thorne hofft auf eine Zeugin, doch er muss mit Erschrecken feststellen, dass sie am Locked-In-Syndrom leidet: einer Krankheit, bei der ihr wacher Geist in einem vollständig gelähmten Körper steckt. Dann erreicht Thorne eine grausame Nachricht des Mörders und die Ermittlung wird für ihn zu einer persönlichen Angelegenheit. Als ein weiterer Mord geschieht, ist ihm jedes Mittel recht, den Täter zur Strecke zu bringen.

Hier ein Ausschnitt aus dem Film:

Die Verfilmung des zweiten Tom-Thorne-Romans “Sacredy Cat”, “Die Tränen des Mörders” (Eurovideo) gibt es ab dem 8. August im Verleih und dem 15. September im Verkauf.

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Und von Ken Bruen gibt es inzwischen Teil XXV von “Black Lens”.


Kleinkram

Juli 4, 2011

In der “Zeit” erinnert Wim Wenders sich an Peter Falk.

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Bei Mystery Fanfare schreibt Lawrence Block über “A pen name? Really? After all these years?”

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Noch mehr Lawrence Block gibt es bei Mulholland Books: “Canarsie and Westlake: Parker and Stark (and Me)”

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John Lutz (Uh, kennt den noch jemand? Gibt es noch Alo-Nudger-Fans? Ansonsten “Weiblich, ledig, jung, sucht…”) schreibt über “Noir in the Sunshine”.

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Charlie Huston schreibt über den “Paranoia Man”. (Hm, was mich daran erinnert, dass sein neuester Roman noch auf meinem Zu-Lesen-Stapel liegt.)

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Michael Koryta ist “In the Morgue”.

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Duane Swierczynski (aka Duane Louis) unterhält sich mit Josh Bazell über seinen neuen Roman “Fun & Games” (Teil 1, Teil 2). Mit Ed Brubaker hat er sich auch über “Fun & Games” unterhalten (Teil 1, Teil 2).

Und dann hat er noch eine Liste von 15 Büchern, die ihm halfen L. A. zu verstehen, erstellt. Dabei hat er die üblichen Verdächtigen links liegen gelassen.

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Jason Starr war Gastblogger in Duane Swierczynskis Secret Dead Blog – und er durfte nichts über Ken Bruen schreiben.

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Ken Bruen.

Da gibt es doch den deutschen Trailer der Ken-Bruen-Verfilmung “Blitz”:

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Bei Spinetingler gibt es die Reden von SJ Rozan und T. Jefferson Parker, die sie auf der California Crime Writers Conference gehalten haben.

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In der “Welt” ist eine Reportage über Winfried Hörning, den Lektor der Suhrkamp Krimis, erschienen.

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In der F. A. Z. macht man sich Gedanken über die Mafia, oder “Die Ökonomie der kriminellen Dienstleistung”.

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Die Juli-Ausgabe von “The Big Thrill” (der E-Zeitung der International Thriller Writers [ITW]) ist online. Dieses Mal unter anderem Porträts von und Interviews mit Brad Thor, Gregg Hurwitz und Heather Graham. 

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Buchkultur hat die allsommerliche Liste der Besten Krimis der Saison veröffentlicht. Platz 1 gebührt Don Winslows “Tage der Toten”. Wen interessieren da die nächsten neun Krimis?

Und Thomas Wörtche schreibt über politische Kriminalromane:

Politische Krimis meinen ganz einfach solche, in denen Weltsachverhalte vorkommen, die nicht läppisch, nicht nur die dumme Umsetzung von pubertärem oder stammtischhaften Schenkelklopfens sind. Letzteres ergibt, wenn auch keine politischen Krimis in unserem Sinn, dennoch politisch lesbare, textidentische Gebilde. Wie die mit Realitäten umgehen, wie sie die Möglichkeiten literarischer Kommunikation verlottern lassen – das hat in der Tat etwas sehr unangenehm Politisches. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.

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Im Bayerischen Fernsehen (BR) gibt es einen neuen Kinotalk, der wohl versucht, das Konzept des “Literarischen Quartetts” wiederzubeleben. Aber noch ist im “FilmFight – Der ‘Kino Kino’ Talk” (wasfüreintitel) seeeehr viel Luft nach oben:

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Zur Erholung und geistigen Erbauung empfehle ich einen Besuch im “Weekly Lizard”:

Justin Peacock empfiehlt George V. Higgins,

Alex Klava schreibt über verschiedene Standards für Männer und Frauen, wenn sie Thriller schreiben,

Scott Montgomery schreibt über Dashiell Hammett und

es gibt einige Worte über die Hauptdarsteller von David Finchers Stieg-Larsson-Verfilmung.

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Ach ja, hier ist der Trailer:

 

 

 

 

 


Kurzmeldungen

März 18, 2011

Bei Bookgasm gibt es, zum US-Filmstart der Connelly-Verfilmung “The Lincoln Lawyer”, ein kurzes Interview mit Michael Connelly, dem Autor der grandiosen Vorlage.

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Eine “The Lincoln Lawyer”-Filmkritik (deutscher Filmstart ist am 23. Juni als “Der Mandant”) gibt es im Rap Sheet:

The Lincoln Lawyer does its job as a meat-and-potatoes legal thriller–and, let’s be honest, we haven’t had one of those in a while.

Much of this movie feels like a welcome return to the days when studios made entertaining films for adults. Those were movies you could take a date to on a Friday night and not feel pandered to.

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Bei “My Book, The Movie” nennt Dave Zeltserman seine Wunschbesetzung für eine Verfilmung von “Outsourced”.

Die Übersetzung erschien jetzt als “28 Minuten” bei Suhrkamp.

Bei “My Book, The Movie” verrät Zeltserman auch, dass die Filmrechte verkauft sind und es bereits ein Drehbuch gibt, das sich von der Vorlage unterscheidet.

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Ebenfalls bei “My Book, The Movie” verrät Mark Alpert einiges über die Pläne von Hollywood, seine Bücher zu verfilmen und welche Schauspieler er gerne in der Verfilmung von “The Omega Theory” sehen würde.

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Und selbstverständlich ist die März-Ausgabe von “The Big Thrill” schon seit Ewigkeiten online. Dieses Mal gibt es unter anderem Porträts von und Interviews mit F. Paul Wilson, Harlan Coben, Linda FairsteinJonathan Maberry und Erin Brokovich (Erinnert ihr euch an den Film?)/CJ Lyons.

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Bei Mulholland Books gibt es unter anderem

- ein Gespräch zwischen Drehbuchautor Leslie Dixon und Romanautor Alan Glynn. Dixon schrieb das Drehbuch für die Glynn-Verfilmung “Limitless” (“Ohne Limit”, deutscher Kinostart am 14. April)

- Alan Glynn über seine Erfahrungen mit Hollywood

- den neunten Teil von Ken Bruens “Black Lens”

- Joe R. Lansdale über “Doggone Justice”

-  Michael A. Gonzales über Ernest Tidyman und über die Entstehung von “Shaft”

- Wallace Stroby über die New-Jersey-Mafia und warum er nicht mehr über sie schreiben wollte

- und “Ten of Crime Fiction’s Leading Ladies”


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