Mit Robert Brack „Unter dem Schatten des Todes“

Februar 29, 2012

Am Ende von „Blutsonntag“ flüchtete Klara Schindler, Journalistin und Kommunistin, nach einem missglückten Attentat auf einen Polizisten aus Deutschland.

Am Anfang von „Unter dem Schatten des Todes“ langweilt sie sich in Kopenhagen, bis ihr KPD-Verbindungsmann sie beauftragt nach Berlin zu fahren und die Hintergründe des Reichtstagsbrandes vom 27. Februar 1933 herauszufinden. Denn die Kommunisten glauben nicht an die Nazi-Version, dass Marinus van der Lubbe ein Einzeltäter ist. Sie glauben, dass die Nazis den Brand gelegt haben.

Klara wird, weil die Grenze bereits zu ist, als englische Journalistin eingeschleust. In Berlin beginnt sie mit ihren Ermittlungen. Schnell zweifelt sie daran, dass van der Lubbe die Tat allein begangen hat und sie erfährt immer mehr über van der Lubbe, das dem offiziellen Bild des geistig behinderten Täters widerspricht.

Unter dem Schatten des Todes“ ist der tolle dritte Kriminalroman mit Klara Schindler, in dem Robert Brack nah an den Fakten Ereignisse aus der Vergangenheit neu beleuchtet. In „Und das Meer gab seine Toten wieder“ ging es um den Selbstmord einer Hamburger Polizistin und die Machtkämpfe um die inzwischen vollkommen unbekannte weibliche Kriminalpolizei. In „Blutsonntag“ um den Altonaer Blutsonntag vom 17. Juli 1932, an dem die SA und SS, von der Polizei geschützt, durch das Arbeiterviertel marschierten. Dabei wurden 18 Menschen ermordet. Den Hamburgern könnte dieses Datum noch etwas sagen. Der Reichtstagsbrand und die umstrittene Frage der Täterschaft dürfte dagegen allgemein bekannt sein. Fast schon Schulwissen.

Letztes Jahr schrieb Bernward Schneider mit „Flammenteufel“ einen erschreckend langweiligen und schlecht konstruierten Kriminalroman über diese Tat. Dagegen hat Robert Brack mal wieder alles richtig gemacht und das Berlin des Jahres 1933 entsteht vor unserem geistigen Auge in all seinen Facetten. Und seine Erklärung, wer wie den Reichstagsbrand legte, ist eine sehr nachvollziehbare Spekulation. Damit unterscheidet er sich, wie er in seinem Nachwort sagt, nicht von den wissenschaftlichen Arbeiten der Historiker: „alle Historiker, die sich damit befasst haben, entlarven sich früher oder später als Geschichtenerzähler.“

Unter dem Schatten des Todes“ ist ein feiner historischer Kriminalroman. Etwas anderes hätte ich von Robert Brack auch nicht erwartet.

Robert Brack: Unter dem Schatten des Todes

Nautilus, 2012

224 Seiten

12,90 Euro

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Hinweise

Homepage von Robert Brack

Meine Besprechung von Robert Bracks „Schneewittchens Sarg“ (2007)

Meine Besprechung von Robert Bracks „Und das Meer gab seine Toten wieder” (2008)

Meine Besprechung von Robert Bracks „Psychofieber” (1993, Neuausgabe 2008)

Meine Besprechung von Robert Bracks „Blutsonntag“ (2010)

 


Robert Brack schreibt über den „Blutsonntag“ in Hamburg-Altona

August 16, 2010

Mit „Blutsonntag“ erkundet Robert Brack weiter die Geschichte seiner Heimatstadt Hamburg. In seinem letzten Roman „Und das Meer gab seine Toten wieder“ schrieb er über die Weibliche Kriminalpolizei, die es in den zwanziger und dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Hamburg gab. Der mutmaßliche Doppelselbstmord von zwei Mitgliedern der Weiblichen Kriminalpolizei 1931 führte dann zu ihrer Auflösung. In dem auf Tatsachen basierendem Roman versucht eine Polizistin aus England den Fall aufzuklären. Damals spielte die junge Journalistin Klara Schindler eine Nebenrolle. In „Blutsonntag“ hat sie die Hauptrolle. Sie will jemanden umbringen und auf 250 Seiten erzählt Robert Brack, wie es dazu kommt, dass eine politisch links stehende Journalistin eine Mörderin werden will und wie sie ihre Tat ziemlich dilettantisch ausführt.

Der Grund dafür ist der Altonaer Blutsonntag vom 17. Juli 1932. Damals marschierten SA und SS, unter großem Polizeischutz, durch das Arbeiterviertel Altona. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit 18 Toten.

Klara Schindler will herausfinden, was wirklich geschah. Mit einem neuen, von den russischen Brüdern spendiertem Tonbandgerät geht sie auf die Straße und interviewt Menschen, die an dem Sonntag in Altona waren.

Robert Brack schneidet diese Interviews immer wieder in die Geschichte, die vor allem als Sittengemälde Hamburgs am Vorabend der Nazi-Diktatur, mit Krimibeigabe, besticht.

Blutsonntag“ ist, wie bei Brack nicht anders zu erwarten, ein gelungener Rückblick in die Vergangenheit zwischen Zeitungsredaktion, Kaschemmen, Amüsierlokalen, Hinterhöfen und kleinen Mietwohnungen. Was allerdings genau an dem Blutsonntag geschah, erschließt sich für alle, die diesen Teil der deutschen Geschichte nicht präsent haben, nur langsam aus den Zeugenaussagen, die Robert Brack fast wortwörtlich aus zeitgenössischen Protokollen übernahm. Diese Faktentreue ist, wie schon in „Und das Meer gab seine Toten wieder“ der Vor- und Nachteil des Romans. Denn auch für den besten Historiker wird immer einiges ungeklärt bleiben und er wird nur eine plausible Geschichte erzählen können, wie es wahrscheinlich gewesen ist.

Bracks alter ego Virginia Doyle hat sich auch wieder an den Schreibtisch gesetzt. Vor wenigen Tagen erschien „Die Ehre der Nicolosi“ im Heyne Taschenbuchverlag. „Die spannende Geschichte einer Mafia-Familie vom St. Pauli-Kiez“ steht auf dem Klappentext und die Geschichte scheint zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und 1985 zu spielen. Genaueres nach der Lektüre.

Vormerken kann man sich, falls man „Und das Meer gab seine Toten wieder“ nicht schon lange im Regal stehen hat, die für Ende September bei Goldmann angekündigte Taschenbuch-Ausgabe des Krimis.

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Robert Brack: Blutsonntag

Edition Nautilus, 2010

256 Seiten

13,90 Euro

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Hinweise

Homepage von Robert Brack

Meine Besprechung von Robert Bracks „Schneewittchens Sarg“ (2007)

Meine Besprechung von Robert Bracks „Und das Meer gab seine Toten wieder” (2008)

Meine Besprechung von Robert Bracks „Psychofieber” (1993, Neuausgabe 2008)

Wikipedia über den Altonaer Blutsonntag


Mord und Totschlag – mit Worten – und zwei Sachbücher

März 18, 2013

Nachdem ich vor einigen Tagen einige der in den letzten Monaten gesehenen und noch nicht besprochenen Filme abarbeitete, sind jetzt die gelesenen Werke mit Wenige-Satz-Kritiken dran. Einige gute, einige weniger gute – und ein Sachbuch, mit dem ich schon seit Monaten mein halbes Umfeld nerve.

Jarvis - Mehr Transparenz wagen - 2

Es ist „Mehr Transparenz wagen“ von Jeff Jarvis und es gehört zum intelligentesten, was ich in letzter Zeit über das Internet und den damit verbundenen Veränderungen von Privatsphäre und Öffentlichkeit gelesen habe. Jeff Jarvis ist Journalist, Blogger und Professor an der Journalistenschule der City University of New York. Er zeigt, immer wieder, sehr gelungen und fundiert den großen historischen Bogen bis hin zur Erfindung des Buchdrucks schlagend, wie das Internet die Welt verändert, wie das Verhältnis von Privatsphäre und Öffentlichkeit sich in den vergangenen Jahrhunderten änderte (und warum bestimmte Soldaten „Privates“ und „Public Schools“ [also Internate] gar nicht so öffentlich sind), wie sehr ihm der Gang in die Öffentlichkeit mit seiner Prostatakrebs-Erkrankung half, weil er viel Zuspruch bekam, das Thema in der Öffentlichkeit thematisiert wurde und er auch hilfreiche Informationen bekam und da sind wir schon bei dem großen Thema des Buches. Denn Jeff Jarvis geht es darum, zu zeigen, wie das Teilen von Wissen, Informationen und Erfahrungen unsere Welt verbessern kann. Wie die Zusammenarbeit von Kunden und Unternehmen zu besseren Produkten führt. Nämlich zu den Produkten, die die Kunden wollen. Das zeigt er an zahlreichen Beispielen und, im Gegensatz zu den Büchern über das Internet, die ich zuletzt von deutschsprachigen Autoren gelesen (manchmal auch nur angelesen) habe, nie mit einem larmoyant-kulturpessimistischen, sondern mit einem optimistischen Blick in die Zukunft. Ohne dabei die Probleme zu leugnen.

Auch wenn ich nicht mit jeder seiner Thesen übereinstimme, stimme ich ihm in vielen Punkten zu und „Mehr Transparenz wagen!“ hat mich zum Nachdenken angeregt und mir neue Einsichten und Erkenntnisse verschafft – und das kann wahrlich nicht von jedem Buch gesagt werden.

Also: Lesebefehl!

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Jeff Jarvis: Mehr Transparenz wagen! – Wie Facebook, Twitter & Co die Welt erneuern

(übersetzt von Lutz-W. Wolff)

Quadriga, 2012

320 Seiten

24,99 Euro

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Originalausgabe

Public Parts. How Sharing in the Digital Age improves the Way We Work and Live

Simon & Schuster, 2011

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Hinweise

Buzzmachine (Blog von Jeff Jarvis)

Wikipedia über Jeff Jarvis (deutsch, englisch)

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Pallay - Zugriff - 2

Emil Pallays „Zugriff – Aus dem Leben eines SEK-Mannes“ reiht sich nahtlos in die Reihe der deutschsprachigen True-Crime-Bücher ein. Pallay war zwanzig Jahre Mitglied des Spezialeinsatzkommandos Südbayern und in „Zugriff“ erzählt er von einigen Einsätzen, bei denen er dabei war. Meist als Einsatzleiter. Das bleibt dann im anekdotischen stecken und es fehlt auch jede kritische Perspektive.

Ich habe nichts gegen Erfahrungsberichte, aber ich hätte auch gerne mal einige Bücher von Journalisten, die nach einer intensiven Recherche ein kritisches Buch über die Arbeit der Polizei oder bestimmte Einsätze und Fälle schreiben. Es muss ja nicht gleich der Nachfolger von Truman Capotes „Kaltblütig“ (Cold Blood, 1965) sein, aber es sollte schon mehr als eine Anekdotensammlung sein.

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Emil Pallay: Zugriff – Aus dem Leben eines SEK-Mannes

Heyne, 2013

224 Seiten

8,99 Euro

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Jonas - Bis zum Hals

Mit seinem neuen Buch „Bis zum Hals“ versucht Kabarettist Bruno Jonas etwas neues. Anstatt die gedruckte Fassung von seinem aktuellen Programm vorzulegen oder mehrere Satiren, die er in den letzten Jahren auf der Bühne vortrug, gesammelt zu veröffentlichen, hat er zehn Geschichten geschrieben, in denen Menschen an einem Endpunkt angekommen sind und die über ihr bisheriges und künftiges Leben reflektieren.

In der ersten Geschichte „HerzLos“, gleichzeitig mit fast fünfzig Seiten auch die längste Geschichte des Buches, hat ein Boulevard-Journalist einen Herzanfall. Gegen den behandelten Arzt hatte er eine Rufmordkampagne inszeniert und er fragt sich, ob der Arzt ihn deshalb bei der Operation zufällig tötet. Das Spenderherz kommt von einem von-Guttenberg-Klon, den er mit seinen Artikeln aus dem Amt jagte und in den Suizid trieb. Die Operation gelingt und der Journalist will jetzt als Bekehrter für seine früheren Sünden büßen und nur noch über das Wahre und Gute schreiben.

Das ist so vorhersehbar-moralinsauer und bis zur erbaulich-wirklichkeitsfernen Schlusspointe erschreckend bieder-bräsig erzählt, dass diese Erzählung eher an die witzigen Geschichten eines Heinz Erhardt, als an die treffsicheren und genau beobachtenden Satiren eines Bruno Jonas erinnert. Die harmlose Geschichte machte mich auch nicht neugierig auf die anderen, vielleicht sogar guten Geschichten. Stattdessen nahm ich nach „HerzLos“ die Chance wahr, „Bis zum Hals“ zur Seite zu legen und mich anderen Werken zuzuwenden.

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Bruno Jonas: Bis zum Hals

Karl Blessing Verlag, 2012

240 Seiten

17,95 Euro

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Hinweise

Homepage von Bruno Jonas

Wikipedia über Bruno Jonas

Kaberett Live über Bruno Jonas

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Parker - Das dunkle Paradies - Pendragon2

Nachdem Robert B. Parker mit seinen Spenser-Romanen inzwischen bei Pendragon einen guten Unterschlupf gefunden hat und sogar sein Western „Appaloosa“ übersetzt wurde, hat Pendragon sich jetzt seine, erfolgreich mit Tom Selleck verfilmten, Jesse-Stone-Romane vorgenommen. Der erste, jetzt bei Pendragon wiederveröffentlichte Jesse-Stone-Roman „Das dunkle Paradies“ erschien bereits 1998 bei Rowohlt. Die folgenden acht von Robert B. Parker geschriebenen Stone-Romane wurden nicht mehr übersetzt. In den USA hat Michael Brandman, nach Parkers Tod, bereits zwei weitere Stone-Romane geschrieben.

In „Das dunkle Paradies“ tritt Jesse Stone, ein geschiedener Alkoholiker, der gerade bei der Mordkommission in Los Angeles rausgeworfen wurde, seinen neuen Job in Paradise, einer kleinen Ostküstenstadt in der Nähe von Boston, Massachusetts an. Während Jesse Stone sich keine Illusionen über den Grund für seine Einstellung macht, haben der Vorsitzende des Stadtrats und seine engsten Vertrauten sich verschätzt. Nach einem Mord beginnt Jesse Stone mit ernsthaften Ermittlungen, die sich auch gegen die Stadtspitze richten. Denn er hat nichts mehr zu verlieren.

Im Gegensatz zu den in der ersten Person erzählten Spenser-Romanen, erzählt Robert B. Parker die Jesse-Stone-Geschichten aus der dritten Personen und auch aus verschiedenen Perspektiven und gerade bei den ersten Stone-Romanen sieht man, dass Robert B. Parker sich freute, Geschichten zu erzählen, die nicht in den Spenser-Kosmos gehörten. Denn ein Privatdetektiv, der in einer festen Beziehung lebt, ist das Gegenteil eines verkorksten Alkoholikers, der seiner Ehe hinterhertrauert und in einer Kleinstadt Polizist spielt.

Für die Neuausgabe schrieb Frank Göhre ein siebenseitiges Nachwort.

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Robert B. Parker: Das dunkle Paradies – Ein Fall für Jesse Stone

(übersetzt von Robert Brack)

Pendragon, 2013

352 Seiten

10,95 Euro

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Originalausgabe

Night Passage

G. P. Putnam’s Sons, New York, 1997

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Deutsche Erstausgabe

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998

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Verfilmung

Jesse Stone: Knallhart (Jesse Stone: Night Passage, USA 2006)

Regie: Robert Harmon

Drehbuch: Tom Epperson

mit Tom Selleck, Stephanie March, Stephen Baldwin, Saul Rubinek, Viola Davis, Kohl Sudduth

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Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte

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Chraibi - Inspektor Ali im Trinity College

Bei „Inspektor Ali im Trinity College“ von Driss Chraibi hilft die Länge, eigentlich Kürze von 128 Seiten, ungemein. Denn Chraibi will sich vor allem einen Spaß machen, indem er einen Culture Clash zwischen Afrika und England inszeniert. Der Kriminalfall ist dabei bestenfalls eine notdürftige dramaturgische Klammer, die Inspektor Ali von Casablanca nach Cambridge versetzt. Dort soll der geniale Ermittler Scotland Yard bei einem Mordfall helfen. Denn im ehrwürdigen Trinity College wurde eine marokkanische Prinzessin ermordet.

Bei seinen Ermittlungen bemüht sich der geniale Ermittler möglichst jedes Klischee und Vorurteil, das der Westen über Araber hat, zu erfüllen. Das ist anfangs witzig, aber es mündet schnell in eine billige Nummernrevue, in denen einfach immer wieder das schlechte Benehmen, die überragende sexuelle Potenz und Brünstigkeit von Inspektor Ali hoffnungslos übertrieben zur Schau gestellt werden.

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Driss Chraibi: Inspektor Ali im Trinity College

(übersetzt von Regina Keil-Sagawe)

Unionsverlag, 2012

128 Seiten

10,95 Euro

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Originalausgabe

L’Inspector Ali à Trinity College

Éditions Denoel, Paris, 1996

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Deutsche Erstausgabe

Unionsverlag, 1998

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Hinweise

Unionsverlag über Driss Chraibi

Wikipedia über Driss Chraibi

Krimi-Couch über Driss Chraibi

Kirjasto über Driss Chraibi

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Bruen - Coleman - Tower

Nachdem Ken Bruen die drei genial-abgedrehten Über-Pulps „Flop“, „Crack“ und „Attica“ mit Jason Starr schrieb, hat er sich mit Reed Farrel Coleman, einem in den USA abgefeiertem Noir-Poeten, dessen bislang noch nicht übersetzten Krimis mehrmals für den Edgar nominiert waren und der mehrere Shamus Awards erhielt, zusammengetan und „Tower“ geschrieben. In „Tower“ erzählen sie von den seit ihrer Jugend miteinander befreundeten New Yorker Kleinkriminellen Nick und Todd und ihrem Leben auf den unteren Stufen eines Gangstersyndikats. Als Nick Todd umbringen soll, weil dieser ein Polizeispitzel ist, geraten die Dinge außer Kontrolle.

Tower“, das in New York während der neunziger Jahre spielt (es endet am 11. September 2001), ist sicher nicht der stärkste Roman von Ken Bruen. Denn der Aufbau von „Tower“, wonach die Geschichte zuerst aus der Sicht von Nick (das dürfte die von Ken Bruen geschriebene Hälfte sein) und danach aus der Sicht von Todd erzählt wird, führt dazu, dass wir in der zweiten Hälfte die gleichen Ereignisse aus einer anderen Perspektive, aber ohne einen wirklich großen Erkenntnisgewinn wieder lesen.

Das ist nicht wirklich schlecht, aber auch etwas zu sehr in den bekannten Gewässern. Trotz dem trockenen Humor und den sympathisch-unsympathischen Charakteren, die letztendlich alle Berufsverbrecher sind.

“Tower” erhielt den Macavity Award als bester Roman des Jahres.

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Ken Bruen/Reed Farrel Coleman: Tower

(übersetzt von Richard Betzenbichler)

Rotbuch Verlag, 2012

224 Seiten

12,95 Euro

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Originalausgabe

Tower

Busted Flush Press, 2009

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Hinweise

Homepage von Reed Farrel Coleman

 

Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen

Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)

Meine Besprechung von Ken Bruens “Jack Taylor liegt falsch” (The Killing of the Tinkers, 2002)

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Mein Porträt von Ken Bruen und Jason Starr in „Alligatorpapiere [Print] – Magazin für Kriminalliteratur – No. 2/2010“

Meine Besprechung von William Monahans Ken-Bruen-Verfilmung “London Boulevard” (London Boulevard, USA/GB 2010)

Ken Bruen in der Kriminalakte

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Child - Underground - 2

Während „Tower“ mit 9/11 endet, thematisiert der neue Jack-Reacher-Roman „Underground“ von Lee Child in einer gewissen Weise die Folgen und die Vorgeschichte von 9/11. In New York sieht Jack Reacher nach Mitternacht in einer U-Bahn eine Frau, die alle Anzeichen einer Selbstmord-Attentäterin hat. Als er sie von dem Attentat abhalten will, erschießt sie sich – und Jack Reacher steckt wieder einmal tief im Schlamassel. Denn die Selbstmord-Attentäterin war keine Selbstmord-Attentäterin, sondern eine kleine Pentagon-Angestellte in der Personalabteilung, und mehrere Leute glauben, dass sie Jack Reacher vorher wichtige Unterlagen gegeben hat, die die nationale Sicherheit bedrohen. Ein besonderes Interesse daran haben der hochdekorierte Kongressabgeordnete John Sansom aus North Carolina, der Senator werden will und der als Mitglied eines Special-Forces-Kommandos 1983 in Afghanistan war und für diesen Einsatz eine hohe Auszeichnung erhielt, und die Ukrainerin Lila Hoth, die mit einer seltsamen Geschichte in den USA einen Soldaten sucht.

Nach dem furiosen Beginn plätschert „Underground“ etwas unglücklich vor sich hin, weil Jack Reacher von A nach B läuft und meistens wenige Seiten später erklärt, dass er von Anfang an wusste, dass er gerade eben belogen wurde und das lange zurückliegende, nie vollständig aufgeklärte Ereignis in Afghanistan wirkt als Auslöser für die heutigen Ereignisse etwas zu bemüht.

Underground“ ist ein zu redseliger Thriller mit viel zu viel Militärpatriotismus. Denn in erster Linie will Jack Reacher Sansom helfen, weil Soldaten sich gegenseitig helfen.

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Lee Child: Underground

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2012

448 Seiten

19,99 Euro

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Originalausgabe

Gone Tomorrow

Bantam Press, 2009

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Hinweise

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“

Meine Besprechung von Christopher McQuarries Lee-Child-Verfilmung „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

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Bell - Die Farbe der Nacht

Auch Madison Smartt Bell schlägt in „Die Farbe der Nacht“ einen Bogen von 9/11 in die Vergangenheit. Aber ganz anders als Lee Child. Madison Smartt Bell, eigentlich ein literarischer Schriftsteller und kein klassischer Krimiautor (obwohl er mit „Ein sauberer Schnitt“ [Straight Cut, 1986] einen tollen Hardboiled-Krimi schrieb) begibt sich in „Die Farbe der Nacht“ zurück in die Flower-Power-Zeit, den Drogenmissbrauch, die freie Liebe und den wirklich kriminellen Taten einer Hippie-Kommune.

Ich-Erzählerin Mae, die als Croupiere in einem Casino in Nevada arbeitet, entdeckt in einer TV-Aufnahme von dem Anschlag auf das World Trade Center ihre alte Freundin Laurel. „Blut lief ihr aus den Mundwinkeln, wie damals, doch nicht aus denselben Gründen.“ Sie erinnert sich an ihre gemeinsame Vergangenheit als sie in einer sektenhaften Hippie-Kommune des charismatischen Gurus D. zusammenlebten, sich ineinander verliebten, Sex mit wechselnden Partnern, unter anderem dem bekannten Musiker O., hatten und zunächst kleinere Einbrüche begingen.

Erinnerungen an die Manson-Familie sind nicht zufällig.

Die Farbe der Nacht“ ist, obwohl es derzeit auf der KrimiZeit-Bestenliste steht, eine Reise zur dunklen Seite der Flower-Power-Bewegung, die auch ziemlich Noir ist, aber sich nicht um Krimikonventionen kümmert, weil es kein Krimi ist. Bells kurzer Roman ist eine durchaus faszinierende Lektüre, die allerdings bewusst skizzenhaft bleibt und munter zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Traum und Realität hin und her springt.

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Madison Smartt Bell: Die Farbe der Nacht

(übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann)

Liebeskind, 2013

240 Seiten

18,90 Euro

(Die vorliegende Ausgabe basiert auf der Urfassung des Autors)

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Originalausgabe

The Color of Night

Random House, 2011

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Hinweise

Krimi-Couch über Madison Smartt Bell

Wikipedia über Madison Smartt Bell

 

 


Kleinkram

Februar 3, 2012

Endlich: Ab Samstag, den 10. März, zeigt Kabel 1 die hochgelobte auf einem Charakter von Elmore Leonard basierende Krimiserie “Justified”.

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An Pfingsten zeigt das Erste die zweite, grandiose Staffel der BBC-Serie “Sherlock” (Holmes und Dr. Watson ermitteln im heutigen London).

Eine dritte Staffel ist schon bestellt; was bei dem Erfolg kein Wunder ist. Die Kritiker sind begeistert. Die Quote toll. Und die Holmisianer sagen auch nichts dagegen.

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Der Spiegel hat sich mit Pete Dexter unterhalten. Sein “neuer” Roman “Deadwood” erschien jüngst bei Liebeskind und inspirierte auch die Westernserie “Deadwood”. Lest die ganze Geschichte hier.

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Der Book Rambler führte ein kurzes Gespräch mit Ian Rankin über seinen neuen Roman “The Impossible Dead”, den Manhattan bei uns bereits als “Die Sünden der Gerechten” veröffentlichte und den ich noch unbedingt lesen will.

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John Burdett hatte einen Besetzungsvorschlag für seinen Helden Sonchai.

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Lawrence Block erzählt, warum er den bislang letzten Matt-Scudder-Roman “A drop of the hard stuff” schrieb und er wandelt in New York auf den Spuren von seinen Seriencharakteren Matthew Scudder und Bernie Rhodenbarr.

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George Pelecanos feiert “The Outfit” ab. Recht hat er.

Ebenso bei seinem Lobgesang “Italian Mayhem” auf Italo-Krimis aus den Siebzigern.

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Michael A. Gonzales schreibt über Jim Thompson und Stanley Kubrick.

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Peter Bogdanovich über die Raymond-Chandler-Verfilmung “The Big Sleep” mit Humphrey Bogart und Lauren Bacall. Nuff said.

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Bei Watching the Detectives wird bereits Buddy Giovinazzos toller neuer Noir “Piss in den Wind” (jaja, Rezi kommt) von Jochen König und dpr himself besprochen.

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Bei “Do the Math” gibt es einen langen Text über Ross Thomas.

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Martin Compart hat etwas gefunden und er stimmt sich schon auf den James-Bond-Roman “Carte Blanche” von Jeffery Deaver (erscheint am 27. Februar bei Blanvalet) ein. Ob “Carte Blance” der beste Bond-Roman aller Zeiten wird, wissen wir erst nach der Lektüre, aber besser als der Vorherige wird er in jedem Fall sein und mit 544 Seiten (also normale Deaver-Länge) ist “Carte Blanche” in jedem Fall der längste Bond-Roman aller Zeiten.

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Ende Februar erscheint “Unter dem Schatten des Todes” (Nautilus), der neue historische Kriminalroman von Robert Brack und der Autor verrät auch schon einiges


Der „Flammenteufel“ und der Reichstagsbrand 1933

August 8, 2011

Schon auf der zweiten Seite von „Flammenteufel“ entdeckt Ich-Erzähler Eugen Goltz die nackte Leiche der Tänzerin Alice Resow in einem Hotelzimmer. Noch während der Anwalt überlegt, was er tun soll, tauchen zwei Mitglieder der Geheimen Staatspolizei auf und Goltz sieht sich schon als Mörder verhaftet. Denn es ist Oktober 1933 und in Berlin herrschen die Nazis. Goltz hatte mit ihnen bereits vor einigen Monaten, nach dem Reichstagsbrand eine unangenehme Begegnung, die dazu führte, dass er jetzt keinen Pass mehr hat und er nicht weiß, wie gut seine Überlebenschancen sind.

Daher ist er auch ziemlich erleichtert, als er gehen kann. Doch nachdem er zu einem Treffen der mächtigen Geheimgesellschaft „Gesellschaft der Brüder und Schwestern vom Licht“ eingeladen und ihm bei dem Treffen nachdrücklich gesagt wird, dass es ein Selbstmord war, zweifelt er. Denn immerhin hatte Resow, als sie ihn angerufen hatte, keine Selbstmordabsichten geäußert und der Schal, mit dem sie erwürgt wurde, war um ihren Hals und um die Heizung geschlungen. Aber seine Zweifel führen, obwohl er während des Treffens auch die Tänzerin Leni Ravenov, eine Freundin der Toten, trifft, nicht zu aktiven Ermittlungen. Stattdessen besucht er die Verhandlungen gegen die Reichstagsbrandstifter.

Die Verhandlungen hat Bernward Schneider, so schreibt er in einer Vorbemerkung, aus den Verhandlungsprotokollen übernommen und es ist schon interessant zu lesen, wie parteiisch die Verhandlung geführt wurde und wie offensichtlich es schon damals war, dass Marinus van der Lubbe nicht der Brandstifter war. Aber das und die (Mit)täterschaft der Nazis ist Allgemeinwissen – und kann daher auch nicht als Schlusspointe dienen.

Weniger bekannt und, jedenfalls für mich immer wieder sehr erstaunlich und damit letztendlich höchst unglaubwürdig, ist in „Flammenteufel“ der Umgang mit dem Thema Sex. Denn über die Umstände des Todes der Tänzerin Resow, eine autoerotische Selbststrangulation, die Spermaspuren an ihrem Körper, die Benutzung von Kondomen, SM-Praktiken, außerehelichen Geschlechtsverkehr, Treue und Untreue wird gesprochen, als hätten wir 2010, wo inzwischen eine Scheidung normal ist, und und nicht 1933. Das gleiche gilt für die gesellschaftlichen Konventionen. Das liest sich nie nach einem Roman, der irgendwo zwischen „Der Untertan“, „Der blaue Engel“ und „Mephisto“ spielt. Robert Brack gelang mit seinen in den frühen Dreißigern spielenden Kriminalromanen „Und das Meer gab seine Toten wieder“ und „Blutsonntag“ wesentlich besser, die damalige Zeit wiederauferstehen zu lassen. Und dieses Abtauchen in die Vergangenheit ist der Grund, einen historischen Roman zu lesen.

Außerdem ist „Flammenteufel“, auch wenn am Ende einige Handlungsstränge durchaus überraschend miteinander verknüpft werden, schlecht konstruiert. Denn Goltz ist als Erzähler einfach zu passiv. Er wird herumgestoßen. Er wird nicht von sich aus initiativ und am Ende wird ihm die Lösung quasi auf dem Silbertablett präsentiert. Das zeigt sich besonders deutlich, wenn Goltz die Verhandlungen besucht und er, wie wir, auf den Zuschauerbänken Platz nimmt. Da hätte Bernward Schneider seinem Erzähler eine aktivere Rolle verschaffen müssen. Zum Beispiel als ein Verteidiger eines der Angeklagten, der Beweise für ihre Unschuld sammeln will, der empört über den Prozess ist, der sich fragt, wie viel Widerstand er leisten soll und für den die Tänzerin eine wichtige Entlastungszeugin ist, die die Beweise gegen die Brandstifter an einem geheimen Ort versteckt hat. Das hätte ein spannendes Buch geben können.

Flammenteufel“ ist es nicht.

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Bernward Schneider: Flammenteufel

Gmeiner, 2011

288 Seiten

9,90 Euro

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Hinweis

Lexikon deutscher Krimiautoren über Bernward Schneider


KrimiWelt-Bestenliste August 2010

August 2, 2010

Die Damen und Herren der KrimiWelt haben die verschlossenen Umschläge abgeliefert, an einem geheimen Ort wurden sie miteinander verglichen und der Zeremonienmeister verkündete die Bestenliste für den August 2010:

1 (4) Richard Price: Cash

2 (1) Pete Dexter: God’s Pocket

3 (-) Derek Nikitas: Scheiterhaufen

4 (2) Dominique Manotti: Letzte Schicht

5 (9) Jiří Kratochvil: Das Versprechen des Architekten

6 (-) John Farrow: Treibeis

7 (-) D.B. Blettenberg: Murnaus Vermächtnis (Interview zum Buch)

7 (-) Don Winslow: Pacific Paradise

8 (-) Giancarlo de Cataldo: Romanzo Criminale

9 (10) John Hart: Das letzte Kind

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In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

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Schon wieder fünf Neueinsteiger.

Die ersten beiden Plätze sind fest in der Hand großer amerikanischer Literaten, die auch in Hollywood ihre Spuren hinterlassen haben. Gegen Don Winslow kann nichts gesagt werden und der Einstieg von D. B. Blettenberg in die Bestenliste war überfällig.

Nächsten Monat könnten dann Garry Disher, Raúl Argemi, Claudia Pineiro, Jenny Siler, Frank Göhre, Robert Brack, Massimo Carlotto (Zählt eine Biographie?) und R. J. Ellory (obwohl das Buch so unglaublich dick ist) mit ihren neuen Werken auf der Liste sein.

Sebastian Fitzek wird’s dagegen wahrscheinlich nie auf diese Liste packen.


Der kriminelle Buchherbst – Teil 9: Random Murders, Part Three

Oktober 9, 2009

Heyne Taschenbuch

November

David Benioff: 25 Stunden (die Vorlage für den gleichnamigen Spike-Lee-Film mit Edward Norton)

C. J. Box: Todeszone (Wildhüter Joe Pickett soll im Yellowstone Park das perfekte Verbrechen aufklären.)

Meg Gardiner: Gefürchtet (ein Unbekannter hat die Identität von Evan Delaney gestohlen)

Susanne Graf: Der Bildermacher (Künstler Broski wird ermordet und die Kommissare Carmen Henning und Albert Schneider haben ihren ersten gemeinsamen Fall.)

Jan Guillou: Der Kreuzritter – Rückkehr (ist ein historischer Roman)

Kim Harrison: Blutnacht (Vampirjägerin Rachel Morgan schlägt wieder zu.)

Mary & Caroll Higgins Clark: Der Weihnachtsdieb (ein, ähem, Weihnachtskrimi)

Charlie Huston: Das Clean Team (der neue Roman des Schöpfers von Hank Thompson und Joe Pitt – und vielleicht auch der Beginn einer neuen Serie)

John Niven: Coma (der Autor von „Kill your Friends“ schlägt wieder bei Heyne Hardcore zu)

Anne Perry: Der Weihnachtsfluch (ihr neuer Weihnachtskrimi)

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Dezember

Caleb Carr: Das Blut der Schande (Taschenbuch-Ausgabe seines Sherlock-Holmes-Krimis)

Claude Cueni: Gehet hin und tötet (Taschenbuch-Ausgabe)

William Gibson: Die Neuromancer-Trilogie (Wer’s noch nicht hat oder an gute Freunde verliehen hat.)

Tracy Gilpin: Schatten der Lüge (Privatdetektivin Dunai Marks ermittelt wieder in Kaptstadt. Dieses Mal soll sie zwei verschwundene Kinder finden.)

John Grisham: Berufung (Taschenbuch-Ausgabe)

Michael Katz Krefeld: Die Anatomie des Todes (ist noch ein Krimi aus Norwegen)

Jack Ketchum: Wahnsinn (Liddy hat einen gewalttätigen Sadisten geheiratet. Irgendwann beginnt sie sich zu wehren.)

Manfred H. Krämer: Der Kardinal von Auerbach (Taschenbuch-Ausgabe des zweiten Bergstraßen-Krimis)

Robert Ludlum/Philip Shelby: Der Cassandra-Plan (erster Thriller der Covert-One-Serie)

Jennifer Rardin: Ein Quantum Blut (heißt der dritte Auftritt von CIA-Agentin Jaz Parks. Ist wohl irgendwie „James Bond meets Dracula“)

Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade (Das Bureau für Okkulte Angelegenheiten ermittelt 1909 in Prag)

Christian Schoenborn: Operation Ismael (Islamistische Terroristen toben sich in Deutschland aus. Gut, dass Antiterror-Experte Deek Miller sie jagt. – Die Verfilmung heißt wohl „Gott will es“)

Charles Todd: Kalt wie Stein (Francesca Hatton will wissen, ob ihr Großvater ein Mörder war.)

Jan Costin Wagner (Hrsg.): 13 Morde hat das Jahr (Kurzkrimis von Robert Hültner, Karr & Wehner, Udo Wachtveitl, Robert Brack, dem Herausgeber und anderen)

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Januar

Max Bronski: Sister Sox (Taschenbuch-Ausgabe eines Kommissar-Gossec-Krimis)

Mary Higgins Clark: Warte, bis du schläfst (Taschenbuch-Ausgabe)

Richard Laymon: Der Ripper (Laymons Roman über Jack the Ripper)

Nicholas Lessing: Und stehe auf von den Toten (Rom 1701: Ein Mädchen verschwindet. „Wunderdektiv“ Prospero sucht sie.)

James Mollison: Escobar – Der Drogenbaron (Heyne Hardcore, Sachbuch über Pablo Escobar mit über 350 bislang unveröffentlichten Fotos)

Marion Pauw: Blutige Asche (in Amsterdam: Ist Ray ein Mörder? Seine Anwältin glaubt das nicht.)

George D. Shuman: Blinde Angst (Sherry Moore kämpft gegen eine international operierende Menschenhändlerbande.)

Scott Sigler: Virulent (Zweiter Roman des Autors von „Infiziert“.)

Alexandra von Grote: Der letzte Walzer in Paris (Ein Fall für Kommisar LaBréa)

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Februar

Massimo Carlotto: Die dunkle Unermesslichkeit des Todes (Taschenbuch-Ausgabe)

Alan Guthrie: Post Mortem (Taschenbuch-Ausgabe – Cover sieht verdammt gut aus.)

Robert Harris: Ghost (ist die Vorlage für den neuen Roman-Polanski-Film mit Pierce Brosnan und Ewan McGregor)

Henrike Heiland: Von wegen Traummann (Nö, kein Krimi, sondern ein humorvoller Roman über den Kampf der Geschlechter)

Matt Hilton: Der Knochensammler (ist ein grausamer Serienmörder. Joe Hunter jagt ihn.)

Simon Kernick: Todesangst (Du wachst in einem Alptraum auf…)

Jonathan Maberry: Patient Null („Die Nacht der lebenden Toten meets Michael Crichton“ verspricht der Verlag. Klingt gut.)

Alexander McCall Smith: Schottische Katzen kennen den Weg (Taschenbuch-Ausgabe eines Miss-Isabel-Krimis)

James McGee: Das Höllenschiff (Historischer Kriminalroman: London, während der napoleonischen Kriege: Sonderermittler Hawkwood jagt eine Verbrecherbande.)

Sergeij Minajew: Seelenkalt (Porträt eines moskauer Topmanagers, der mit Clubbing, Drogen, Alkohol und Sex der Sinnlosigkeit seines Lebens entkommen möchte.)

John Scalzi: Agent der Sterne (Science Fiction und Satire, denn der titelgebende Agent ist ein Hollywood-Agent und er soll den Menschen hässliche Aliens als künftige Mitwohner schmackhaft machen.)

Georg Schramm: Lassen Sie es mich so sagen… (Dombrowski deutet die Zeichen der Zeit, Taschenbuch-Ausgabe)

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März

Colin Forbes: Todeskette (Taschenbuch-Ausgabe eines Thrillers mit Spezialagent Tweed)

John Leake: Der Mann aus dem Fegefeuer – Das Doppelleben des Serienkillers Jack Unterweger (Taschenbuch-Ausgabe)

Michael Morley: Viper (Taschenbuch-Ausgabe)

Kathy Reichs: Der Tod kommt wie gerufen (Taschenbuch-Ausgabe)

James Sallis: Deine Augen hat der Tod (Taschenbuch-Ausgabe)

Kevin Wignall: Die letzte Wahrheit (nominiert für den Edgar und Barry)

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April

Scott Bakker: Neuropath (Medizinthriller)

Vince Flynn: Der Gegenschlag (Agent Mitch Rapp jagt wieder einmal Terroristen.)

Richard Laymon: Der Pfahl (ein Horrorautor entdeckt eine mumifizierte Leiche mit einem Holzpfahl im Herzen. Er beginnt herumzuexperiementieren.)

Duane Louis: Schnelle Beute (Swierzynskis Roman war für den Gumshoe Award nominiert)

Jeff Povey: Der Club der Serienkiller (ist natürlich eine schwarze Komödie für nette Menschen, die gerade auf Dexter-Entzug sind.)

Jon Ronson: Durch die Wand (Taschenbuch-Ausgabe einer satirischen Abrechnung mit geheimen US-Militärexperimenten.)

Detlef Tiegel: Achtung Abzocke! (Wie Callcenter mit unseren Daten Millionen verdienen – Bericht eines Insiders)

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Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag (Edition Nautilus, Grafit, Pendragon)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 4: Gemischte Küche, hauptsächlich aus fremden Gefilden (Edition Phantasia, Liebeskind, Rotbuch, Tropen, Unionsverlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 5: Nochmal gemischte Küche (Fischer Verlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 6: Hauptsächlich regional, aber mit südamerikanischem Einschlag (Edition Köln, Matthes & Seitz, Verbrecher Verlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 7: Random Murders, Part One (Blanvalet)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 8: Random Murders, Part Two (Goldmann Taschenbuch)


Der kriminelle Buchherbst – Teil 6: Hauptsächlich regional, aber mit südamerikanischem Einschlag

August 19, 2009

Edition Köln

September

Peter Faecke: Der Kardinal, ganz in Rot und frisch gebügelt (Kommissar Kleefisch muss sich mit den Morden an einer jungen Türkin und einer Marokkanerin herumschlagen. In Köln brodelt es mächtig zwischen den Kulturen.)

H. B. Lüttke: Ich liebe dich, Du tötest mich (Ein Lehrer verknallt sich in eine kurdische Schülerin. In einem Krimi kann das nur in Mord und Totschlag enden.)

Oktober

Adolf Streckfuß: Der tolle Hans (Criminalbibliothek 1850 – 1933 – Band IV, ein Krimi aus dem Jahr 1871 über einen Raubmord und die Beweisführung anhand von Indizien)

Ernst von Wildenbruch: Das wandernde Licht (Criminalbibliothek 1850 – 1933 – Band V, psychologisch fundierte Kriminalliteratur aus dem Jahr 1893 verspricht der Verlag)

November

Barolomé Leal: Tod in La Paz (Ein Antiquar und Privatdetektiv soll den Mord eines von Drogenhändlern Ermordeten aufklären.)

Dezember

Barbara Keller: „Sieht so eine Mörderin aus?“ (die BerlinKriminell-Macherin schreibt über ihre Begegnungen mit Frauen vor dem Kriminalgericht Berlin-Moabit. Es ist der Start der neuen Reihe „Wahre Kriminalgeschichten“.)

Bereits erhältlich

Die von Frank Göhre herausgegebene „Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands“ (eine zehnbändige Geschichte des deutschen Krimis und des Landes von 1957 bis 1993) gibt’s jetzt im 10er-Pack für 48 Euro beim Verlag:

Egon Eis: Duell im Dunkel (1957)

Hansjörg Martin: Kein Schnaps für Tamara (1966)

Friedhelm Werremeier: Taxi nach Leipzig (1970)

-ky: Einer von uns beiden (1972)

Michael Molsner: Rote Messe (1973)

Irene Rodrian: Schlaf, Bübchen, schlaf (1980)

Helge Riedel: Einer muss tot (1983)

Peter Schmidt: Die Regeln der Gewalt (1984)

Peter Zeindler: Feuerprobe (1991)

Robert Brack: Psychofieber (1993)

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Matthes & Seitz

August

Manfred Iwan Grunert: Amerikanskij Wolp (ein Kriegsreporter soll auf Wunsch der Russenmafia sterben, damit sein Doppelgänger weiterleben kann. Der Reporter versucht das zu verhindern – und der geneigte Leser darf sich durch gut 1000 Seiten kämpfen.)

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Verbrecher Verlag

November

Tobias Ebbrecht: Bilder hinter den Worten – Spurensuche im Zwischenraum: Der Filmemacher Romuald Karmakar (eine Annäherung an den umstrittenen Regisseur.)

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Hinweis

Der kriminelle Buchherbst – Teil 1: Ein Halleluja für Hollywood (Alexander Verlag, Belleville, Bertz + Fischer, Henschel)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 2: Zurück in die Provinz (Emons, Gmeiner)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 3: Regionale Küche, teils mit ausländischem Einschlag (Edition Nautilus, Grafit, Pendragon)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 4: Gemischte Küche, hauptsächlich aus fremden Gefilden (Edition Phantasia, Liebeskind, Rotbuch, Tropen, Unionsverlag)

Der kriminelle Buchherbst – Teil 5: Nochmal gemischte Küche (Fischer Verlag)


Die Glauser-Nominierungen 2009

März 9, 2009

Das Syndikat hat für den diesjährigen Friedrich-Glauser-Pries folgende Kriminalgeschichten nominiert

Bester Roman

- Rob Alef – Das magische Jahr, Rotbuch

- Wilfried Eggers – Paragraph 301, Grafit

- Bernhard Jaumann – Die Augen der Medusa, Aufbau

- Gisa Klönne – Nacht ohne Schatten, Ullstein

- Heinrich Steinfest – Mariaschwarz, Piper

Bestes Debüt

- Lucie Klassen – Der 13. Brief, Grafit

- Oliver Pötzsch – Die Henkerstochter, Ullstein

- Jochen Rausch – Restlicht, KiWi

- Linus Reichlin – Die Sehnsucht der Atome, Eichborn

- Amaryllis Sommerer – Selmas Zeichen, Milena

Beste Kurzgeschichte

- Sebastian Fitzek – Alles für Bergkamen (in: “Mord am Hellweg IV”, grafit)

- Sandra Lüpkes – Das Gewissen von Werl (in: “Mord am Hellweg IV”, grafit)

- Jörg Juretzka – Die Matraze von Uentrop (in: “Mord am Hellweg IV”, grafit)

- Hans Forster – Himmel und Hölle (in: “Im Kreis der Familie”, Fischer TB)

- Judith Merchant – Monopoly (in: “Money. Geschichten von schönen Scheinen”, Verlag J. Heyn)

Der Friedrich-Glauser-Ehrenpreis 2009 wird dem Kölner Kriminalschriftsteller

Hans-Werner Kettenbach

für seine Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur zuerkannt.

Außerdem wurden folgende Romane für den Hansjörg-Martin-Preis 2009 (Kinder- und Jugendkrimi) nominiert:

- Robert Brack – Kai und die Weihnachtsdiebe, Carlsen

- Olaf Büttner – Die letzte Party, Sauerländer

- Franziska Gehm – Der Tote im Dorfteich, Sauerländer

- Marjaleena Lembcke – Der Mann auf dem roten Felsen, Nagel & Kimche

- Christian Linker – Blitzlichtgewitter, dtv

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Herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten!

Der Preis wird auf der Criminale am Samstag, den 9. Mai, auf der Tango Criminale in der Stadthalle Singen verliehen.

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Zu den meisten Romanen kann ich, weil ich sie nicht gelesen habe, nichts sagen. „Paragraph 301“ habe ich angefangen, aber nach siebzig Seiten gelangweilt weggelegt. Von den meisten Debütanten hab ich noch nichts gehört (und ich dachte immer, dass ich gut informiert sei, aber die Glauser-Nominierungen belehren mich immer eines bessere). Besser sieht es, weil ich den „Mord am Hellweg IV“ gelesen habe, bei den Kurzkrimis aus. Fitzek und Juretzka rocken.


Die trüben Hamburger Gewässer des Herrn Brack

Februar 12, 2009

brack-und-das-meer-gab-seine-toten-wiederbrack-psychofieber

Ein türstopperdickes Werk voll literarisch-hochkultureller Anspielungen, eleganter Perspektivwechsel und das ausführlich geschilderte Privatleben des Ermittlers, der wegen seinem Beruf zuviel Alkohol trinkt, depressiv ist und Probleme mit dem anderen Geschlecht hat; das alles werden Sie bei Robert Brack nicht finden. Er belässt es gerne bei ungefähr 200 Seiten, schreibt gerne in der ersten Person und seine Helden müssen sich in Abenteuern beweisen, die eine Nummer zu groß für sie sind. Da bleibt keine Zeit für liebevoll gepflegte Depressionen.

Das war schon in dem kürzlich wiederveröffentlichtem „Psychofieber“, dem letzten Auftritt des Journalisten Tolonen aus dem Jahr 1993, so und hat sich auch in seinem neuesten Roman „Und das Meer gab seine Toten wieder“ nicht geändert.

In „Und das Meer gab seine Toten wieder“ soll die Engländerin Jennifer Stevenson von der International Policewomen’s Association Anfang März 1932 herausfinden, warum in Hamburg zwei Polizistinnen der Weiblichen Kriminalpolizei sich im Sommer 1931 angeblich umbrachten, diese vorbildliche Einheit aufgelöst wurde und deren Leiterin Josephine Erkens sich so seltsam benimmt. Stevenson stößt schnell auf institutionelle Widerstände. Denn offensichtlich soll sie die Wahrheit über den Doppelselbstmord nicht herausfinden. Außerdem ist sie von der fremden Stadt, den politischen Wirren und der Boheme der Weimarer Jahre verwirrt.

Robert Brack zeichnet mit wenigen Worten ein plastisches Bild des damaligen Hamburgs und thematisiert ein unbekanntes Kapitel der Polizeigeschichte. Denn in den Zwanzigern gab es bereits Polizistinnen, die mit einem eher sozialpädagogischen Ansatz arbeiteten. Er hält sich bei der Geschichte fast schon sklavisch an die Fakten. Weil dieser Hamburger Polizeiskandal fast unbekannt ist, ist es nachvollziehbar, dass Robert Brack zuerst einmal die Ergebnisse seiner Recherchen veröffentlichen wollte. Und die sind schon skandalös genug für einen spannenden Roman. Aber gleichzeitig kann er nur ein faktengestütztes Ende anbieten. Das ist dann, wie es in der Realität oft ist, unbefriedigend. Denn die Lösung ist eher banal und es kann nicht alles aufgeklärt werden.

Außerdem scheint es im Hamburg der frühen Dreißiger nur so von Sprachtalenten zu wimmeln. Jennifer Stevenson kann zwar etwas deutsch, aber die Deutschen scheinen noch besser englisch zu können. Das ist dann etwas unglaubwürdig. Eine Ermittlerin aus München oder Wien wäre vielleicht glaubwürdiger gewesen.

Mit der Aufklärung eines Mordes hat auch Journalist Tolonen in „Psychofieber“ seine Probleme. Auf einer Elbinsel wird, nach einer Party, eine ermordete junge Frau gefunden. In Verdacht gerät der untergetauchte Sohn des Innensenators, Kai-Uwe Katzur. Tolonen wittert eine große Story, mit der er sein kurz vor der Pleite stehendes Journalistenbüro retten will. Dass gleichzeitig die Rechten gegen Flüchtlinge demonstrieren und die Nazis in den Senat einziehen, nimmt Tolonen nur am Rand wahr.

„Psychofieber“ erschien 1993 als letzter Band der Tolonen-Trilogie und ist auch ein prägnantes Sittenbild der frühen Neunziger, als die Medien und bürgerlichen Parteien gegen die Asylantenflut polemisierten, das Grundrecht auf Asyl faktisch abschafften, rechtsradikale Parteien in Parlamente einzogen und in Hamburg die Statt-Partei in den Senat einzog (Schill folgte erst später). Diese politische Situation wird vom Ich-Erzähler Tolonen nur zynisch kommentiert. Immerhin ging er nicht zur Wahl und ist viel zu abgeklärt für eine selbstgerechte moralische Empörung. Allerdings ist er auch nicht so clever, wie er denkt. Denn am Ende von „Psychofieber“ landet er im Gefängnis.

„Psychofieber“ und „Und das Meer gab seine Toten wieder“ sind zwei spannende, wenn auch nicht perfekte, Krimis von einem Erzähler, der vor allem eine in einer bestimmten Zeit spielende Geschichte erzählen will. Deshalb sind seine Romane auch immer ein Sittenbild der Zeit, in der sie spielen.

In dem in „Psychofieber“ abgedruckten, lesenswertem Gespräch mit Helmut Ziegler sagt Robert Brack zu seinen Anfängen: „Ich wollte jedoch nicht über die Funktion des Semikolons nachdenken, sondern mich mit der Wirklichkeit auseinandersetzen. Dazu musste man den Krimi nehmen.“

Der Satz gilt auch noch für den heutigen Robert Brack

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Robert Brack: Und das Meer gab seine Toten wieder

Edition Nautilus, 2008

224 Seiten

13,90 Euro

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Robert Brack: Psychofieber

(mit einem Werkstattgespräch von Helmut Ziegler, Band 10 der „Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands)

Edition Köln, 2008

224 Seiten

12,80 Euro

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Originalausgabe

rororo thriller, 1993

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Hinweise

Homepage von Robert Brack

Edition Nautilus: Interview mit Robert Brack über „Und das Meer gab seine Toten wieder“

Meine Besprechung von Robert Bracks „Schneewittchens Sarg“ (2007)


Die Pechvögel 2008

Dezember 29, 2008

Welche Bücher wollte ich dieses Jahr unbedingt lesen und habe es bis heute aus verschiedenen Gründen nicht geschafft? Meistens lag es an der Länge (teils über 500, 600 Seiten), seltener verschwanden sie im Zu-Lesen-Stapel und einige sind erst vor wenigen Wochen erschienen, aber „Stichtag ist Stichtag“. Daher:

Martin Amis: Haus der Begegnungen (Ich sage nur „Gierig“ und „Pfeil der Zeit“.)

Iain Banks: Die Sphären

Brett Battles: Der Profi

Mark Billingham: Das Blut der Opfer

Robert Brack: Und das Meer gab seine Toten zurück (wird jetzt aber zusammen mit „Psychofieber“ gelesen)

Wolfgang Brenner: Bollinger und die Barbaren (wird jetzt aber zusammen mit „Honeckers Geliebte“ gelesen)

Glenn Chandler: Die Todeskarte

Donn Cortez: Closer (oder: Was hat der Junge vor seinen „CSI: Miami“-Romanen geschrieben?)

Pete Dexter: Paris Trout (Hardcovers passen so schlecht in die Jackentasche.)

Chuck Hogan: Endspiele

Charlie Huston: Killing Game

Simon Kernick: Gnadenlos

Michael Koryta: Tödliche Rechnung

Thor Kunkel: Kuhls Kosmos

Lynda La Plante: Die blutrote Dahlie

Hugh Laurie: Bockmist (Irgendwie ist das Buch immer wieder untergegangen. Dabei sind die ersten Zeilen grandios.)

David Lawrence: Tödliches Dunkel

Gayle Lynds: Spymaster

Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut

Michael Morley: Viper (wahrscheinlich kein gutes Buch, aber als Morley sein Debüt vorstellte, sagte ich, die Prämisse von „Viper“ klinge interessant: ein Serienkiller in der Mafia.)

Leonardo Padura: Der Nebel von gestern

Scott Sigler: Infiziert

Peter Temple: Spur ins Nichts

Hunter S. Thompson: Angst und Schrecken im Wahlkampf

Martyn Waites: Der Gnadenthron

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In der Kategorie „noch (?) nicht übersetzt“:

Sean Chercover: Big City, Bad Blood

James W. Hall: Magic City

Thomas Perry: Silence

Duane Swierczynski: Severance Package

Und noch mindestens ein Buch von James O. Born, Sean Doolittle, Tom Piccirilli, Richard Price und Max Allan Collins (zu produktiv für Einzelnennungen) und alle Hard-Case-Crime-Originalausgaben, die ich bis jetzt noch nicht gelesen habe.

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Irgendwie Pech (und deshalb nicht in meiner Jahres-Top-Liste) hatten auch diese TV-Serien:

KDD – Kriminaldauerdienst (2. Staffel)

Kidnapped – 13 Tage Hoffnung

Sleeper Cell

Die Ausschnitte, die ich gesehen habe, haben mir gefallen, aber dann wurden die Serien auf die externe Festplatte ausgelagert und vergessen. Denn sie scheinen alle diese „Die nächste Folge will ich noch sehen“-Wirkung zu haben.


Wiederveröffentlichungen – Ein Trend?

Dezember 28, 2008

2008 wurden im Rückblick ungewöhnlich viele Kriminalromane, die lange nicht mehr erhältlich waren, wieder veröffentlicht; – teilweise in neuen Übersetzungen oder vom Autor überarbeitet und, manchmal, mit begleitenden Texten zum Werk und Autor.

Hier ist die, sicher unvollständige, Liste:

Lawrence Block: Abzocker

Robert Brack: Psychofieber

Pete Dexter: Paris Trout

Egon Eis: Duell im Dunkel

Frank Göhre: An einem heißen Sommertag

Uta-Maria Heim: Das Rattenprinzip

Emilie Heinrichs: Leibrenten (der erste Band der „Criminalbibliothek 1850 – 1933)

David Hewson: Epiphanias

Sam Jaun: Brandnacht

Dan Kavanagh: Duffy

-ky: Einer von uns beiden

Joe R. Lansdale: Der Gott der Klinge

Hugh Laurie: Bockmist

Hansjörg Martin: Kein Schnaps für Tamara

Rex Miller: Fettsack

Michael Molsner: Rote Messe

Helga Riedel: Einer muss tot

Irene Rodrian: Schlaf, Bübchen, Schlaf

Peter Robinson: Eine respektable Leiche

James Sallis: Deine Augen hat der Tod

Peter Schmidt: Die Regeln der Gewalt

Leonard Schrader: Der Yakuza

Ross Thomas: Teufels Küche

Ross Thomas: Am Rand der Welt

Friedhelm Werremeier: Taxi nach Leipzig

Donald E. Westlake: Mafiatod

Peter Zeindler: Feuerprobe


Mörderischer Herbst III – Editon Köln, Emons

Juli 7, 2008

Und was bietet Köln?

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Edition Köln

August

Peter Faecke: Die Tango-Sängerin („Ein Buch, das nach dem Prinzip der Puppe konstruiert ist: eins steckt im anderen, im Kriminalroman der literarische Roman, und wer anfängt zu lesen, der ist auch schon drin und verloren“, schreibt der Verlag über den zweiten Kommissar-Kleefisch-Roman)

Kriminelle Sittengeschichte Deutschland (Herausgegeben von Frank Göhre und Jürgen Alberts)

August

Michael Molsner: Rote Messe (1973)

Irene Rodrian: Schlaf, Bübchen, Schlaf (1980)

September

Helga Riedel: Einer muss tot (1983)

Peter Schmidt: Die Regeln der Gewalt (1984)

Oktober

Peter Zeindler: Feuerprobe (1991)

Robert Brack: Psychofieber (1993)

Criminalbibliothek 1850 – 1933

Dieter Paul Rudolph (aka Watching the Detectives und Alte Krimis) gibt eine zehnbändige Reihe, versehen mit kundigen Nachworten, mit verschollenen Krimis heraus. Die erste Lieferung:

November

Emilie Heinrichs: Leibrenten (1866)

Später

Benno Bronner: Herr von Syllabus (1872)

J. D. H. Temme: In einer Brautnacht (Erzählungen, ab 1862)

Adolf Streckfuß: Der tolle Hans (1871)

Ernst von Wildenbruch: Das wandernde Licht (1893)

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Emons

Juli

Sybille Baecker: Irrwege (Kommissar Brandner von der Tübinger Kripo muss den Mord an einem Jogger aufklären. Dummerweise finden sie im persönlichen Umfeld des Toten keinen Tatverdächtigen.)

Walter G. Pfaus: Tödliche Machenschaften (Privatdetektiv Fetzer sitzt in der Patsche. Er soll einen Finanzmakler umgebracht haben.)

August

Peter Kersken: Tod an der Ruhr (Im 19. Jahrhundert spielender Krimi)

September

Marlene Bach: Ab in die Hölle (Maria Moosers dritter Mordfall: Wer schnitt einem Heidelberger Finanzberater die Kehle durch?)

Martin Conrath/Sabine Klewe: Das Vermächtnis der Schreiberin (Was haben ein 1308 und ein heute begangener Mord miteinander zu tun? Heinrich Morgen wird für uns diesen Fall klären.)

Ralf H. Dorweiler: Schwarzwälder Schinken (drittes Abenteuer mit Testdieb Schlaicher und seinem Basset Dr. Watson. Dieses Mal sucht er ein entführtes Mädchen.)

Christoph Ernst: Kein Tag für Helden (Detektiv Jacob Fabian soll herausfinden, wer den Bestsellerautor Weiden als Abschreiber diffamiert. Die Spur führt in die Vergangenheit.)

Hannsdieter Loy: Rosenschmerz (Im Rosenheimer Biohotel wird einer der Gäste in der Sauna ermordet. Kriminalrat Josef Ottakring und Chili Toledo ermitteln.)

Dietmar Lykk: Totenschlüssel (Die Provinz lebt: Kommissar Lüthje muss in Norden von Schleswig-Holstein drei Morde aufklären.)

Manfred Megerle: Seefeuer (Mehrere Brände und Morde am Bodensee halten Kommissar Leo Wolf auf Trapp. Seine Ermittlungen führen ihn zu einem Internat.)

Edgar Noske: Himmel über Köln (Der Nachfolger von „Nacht über Nippes“ spielt 1968: Leo Saalbach soll eine minderjährige Tochter aus Frankreich zurückholen.)

Hannes Nygaard: Tod am Kanal (Die Husumer Kripo sucht den Mörder einer Lehrerin.)

Oliver G. Wachlin: Wunderland (Berlin Krimi über den Fall der Mauer. – Als Berliner bin ich gespannt.)

Roswitha Wildgans: Chorale Criminale (Vierter Fall der Weinstubenwirtin und Chorsängerin Maja Kuckuck: ein Metzger, mit dem Kuckuck vor vierzig Jahren eine Affäre hatte, wird erschossen. – Prost!)

Oktober

Meinrad Braun: Fliegende Fische (Richie Salewski findet zwei Stinger-Raketen und will die große Kohle machen. Doch das ist nicht so einfach.)

Carsten Sebastian Henn: Vino Diavolo (Ein Drei-Sterne-Koch wird ermordet und der Tatverdächtige Julius Eichendorff versucht seine Unschuld zu beweisen.)

Stefan Valentin Müller: Schlachthofsymphonie (Kommissar Richard Rose soll in Aschaffenburg den Mord an einem Schlachthofdirektor aufklären. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf einen Kinderhändlerring.)

Reinhard Rohn: Falsche Herzen (Hey, das ist neu: ein Serienmörder in Köln. Sein nächstes Opfer: der ermittelnde Kommissar.)

Roland Stark: Tod im Klostergarten (Eine junge Frau wird ermordet. Ihre Freundin verschwindet. Kommissar Mayfeld ermittelt. Die Schwester der Toten und der Bruder der Verschwundenen wollen die Wahrheit herausfinden. Und die Spur führt – Überraschung! – in die Vergangenheit.)

Dennis Vlaminck: Reliquiem (Ein Krimi aus dem Mittelalter)

November

Nicola Förg: Hundsleben (Kommissar Weinzirl will herausfinden, wer eine Künstlerin und Tierschützerin erschlagen hat. Verdächtig sind die bäuerlichen Nachbarn, andere Tierschützer und Verwandte von Spendern.)

Marianne Enzweiler Hill: Blinde Zeit (Kommissar Karter auf dem Selbstfindungstrip; allerdings ohne Drogen, aber dafür mit einigen anderen Verbrechen, wie einem gefälschten Familienstammbuch und einem verschwundenen Jungen.)

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Fett Kursiv sind die Titel, auf die ich mich besonders freue.

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Bereits erschienen

Mörderischer Herbst I – Pendragon, Edition Nautilus, Unionsverlag

Mörderischer Herbst II – Gmeiner, Grafit


Mörderischer Herbst I – Pendragon, Edition Nautilus, Unionsverlag

Juli 3, 2008

Was bringt der Herbst? Natürlich krimitechnisch betrachtet. Den Aufschlag – weil sie den Herbst bereits im Hochsommer beginnen lassen – machen drei Verlage, die auch Kriminalromane veröffentlichen und dabei oft ein glückliches Händchen haben:

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Pendragon

Oder: der Verlag, der viele zu Unrecht vergessene Autoren wieder verlegt, teils mit neuen Büchern, teils in Überarbeitungen und teils in Neuauflagen . Ich sage nur Robert B. Parker (In Amerika ein Bestsellerautor), Ernest Tidyman („Shaft“), D. B. Blettenberg (Hey, wann kommt der neue Roman?), Fred Breinersdorfer (dito: Wo bleibt der neue Roman?), Frank Göhre (Schon „Mo“ gelesen?), Roger Graf und Wolfgang Schweiger. Sam Jaun stößt jetzt dazu.

Juni

Pieke Biermann: Der Asphalt unter Berlin (Kriminalreportagen aus der Metropole)

Sam Jaun: Die Brandnacht (Endlich wieder erhältlich!)

Roland Voggenauer: Übersee (Die Bachlers haben eine dunkle Vergangenheit und das Ehepaar Staudacher wird sie aufdecken.)

Juli

Rainer Gross: Weiße Nächte (Sein mit dem Glauser ausgezeichnetes Debüt „Grafeneck“ war die Überraschung des letzten Jahres. Kann er mit dem Folgewerk die Erwartungen befriedigen?)

Michael Koglin: Der du bist dem Vater gleich (Der Obdachlose Omen, die Journalistin Juli und der Ex-Standesbeamte Harley suchen den Mörder einer Pferdepflegerin. Hm, ist wohl mehr Comedy als Krimi.)

August

Sabine Ernst: Kaltes Nest (Debüt: Ein Unbekannter überfällt Frauen. Die Polizei steht vor einem Rätsel.)

Roger Graf: Der Mann am Gartenzaun (Zweiter Fall für Damian Stauffer von der Kripo Zürich: in einer stillgelegten Fabrik wird ein Skelett entdeckt.)

Heinrich-Stefan Noelke: Das Kind im Glas (Bentsen fühlt sich für den Pechvogel Nesto verantwortlich. Als Nesto einen Unternehmer entführt, muss Bentsen etwas tun.)

Robert B. Parker: Der gute Terrorist – Ein Auftrag für Spenser (Nach „Kopfpreis für neun Mörder“ [The Judas Goat, 1978] muss Spenser sich wieder mit Terroristen herumschlagen.)

September

Jutta Motz: Späte Seilschaften (Nach dem Ende des Kalten Krieges stehen ein Oxford-Professor und ein Stasi-Mann unter Mordverdacht. Nur gemeinsam können sie ihre Unschuld beweisen. „Ein tiefgründiger Plot vor dem Hintergrund der neueren deutschen Geschichte“, sagt der Verlag.)

Roger Strub: Hand angelegt (Nach den Tod einer Studentin stößt die Polizei auf erotische Chatrooms und ungeklärte Morde in verschiedenen europäischen Ländern.)

-

Edition Nautilus

Oder, seit dem Überraschungserfolg „Tannöd“, der Andrea-Maria-Schenkel-Verlag

30. Juni

Robert Brack: Und das Meer gab seine Toten wieder (ist bereits erschienen; spielt in den Dreißigern und liegt auf meinem „unbedingt zu lesen“-Stapel. Denn sein vorheriger Krimi „Schneewittchens Sarg“ gefiel mir sehr gut. Doch jetzt habe ich mir endlich den schon lange überfälligen neuen Harlan-Coben-Roman „Das Grab im Wald“ geschnappt.)

27. August

Kaliber .64

Marita und Jürgen Alberts: Tod in der Quizshow (Ein Filmproduzent bringt vor laufender Kamera einen Quizmoderator um. Der Sender will allerdings, bevor der Mord publik wird, die noch nicht ausgestrahlten Folgen senden. – Das klingt ziemlich durchgeknallt.)

Wolfgang Schorlau: Ein perfekter Mord (Ein Krimiautor soll den perfekten Mord erfinden. Als dieser in die Tat umgesetzt wird, hat der Autor ein Problem.)

Manfred Wieninger: Die Rückseite des Mondes („Eine bösartige Geschichte aus der österreichischen Provinz“, schreibt der Verlag über diese Geschichte ohne Wieningers Serienhelden Marek Miert.)

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Unionsverlag

Bekannte Namen bestimmen das Herbst-Programm:

25. Juli

Hannelore Cayre: Das Meisterstück (zweiter Auftritt von Lumpenadvokat Leibowitz: einer seiner Stammkunden ist angeklagt, einen aufsehenerregenden Kunstraub begangen zu haben. Leibowitz schnüffelt ein wenig herum und befindet sich in einer Raubkunst-Affäre wieder.)

Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk in vier Bänden (nun, die vier einzeln erhältlichen Bücher in einer Kassette)

Bruno Morchio: Wölfe in Genua (In seinem zweiten Fall soll Privatdetektiv Bacci Pagano im Auftrag der Versicherung den Tod eines Rentners aufklären. Denn der mit einer jungen, bildhübschen Frau Verheiratete schloss kurz vor seinem Tod eine millionenschwere Lebensversicherung ab.)

Leonardo Padura: Der Nebel von gestern (Mario Conde verliebt sich in das Bild einer auf rätselhafte Weise verstorbenen Bolero-Sängerin aus den Fünfzigern. Er will mehr herausfinden.)

Nury Vittachi: Shanghai Dinner (Taschenbuch-Ausgabe)

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Fett kursiv: auf diese Bücher freue ich mich besonders.


Spannendes aus Hamburg-Altona

September 4, 2007

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Neben all den hochgelobten literarischen Kriminalromane und dicken Serienkillerthrillern fällt Robert Bracks neuestes Buch „Schneewittchens Sarg“ kaum auf. Es ist ein schmales Buch. 192 Seiten. Es gibt nur einen Mord. Strukturell ist es ein Whodunit, bei dem es streng nach den Genreregeln auf den Gärtner als Mörder hinausläuft. Doch in seinem neuesten Roman ist Robert Brack an dem Wer-ist-der-Täter-Spiel nur mäßig interessiert. Als Kenner des Genres respektiert und befolgt er die Regeln und präsentiert innerhalb der Genrekonventionen ein pointiertes Bild des gesellschaftlichen Milieus der Achtundsechziger damals und heute.

In den Siebzigern besetzten sie leerstehende Gebäude und begannen verschiedene Projekte. In einem von ihnen, dem Sozial-Verein, wurde vor zwanzig Jahren im Keller die Leiche der erschlagenen siebzehnjährigen Vera vergraben. Als der Vereinssitz des Sozialprojektes jetzt abgerissen wurde, wurde ihr Skelett gefunden.

Die Polizei kommt nicht richtig weiter bei ihren Ermittlungen. Nur der sich treu gebliebene Alt-Achtundsechziger Paul möchte wissen, wer der Täter ist. Er beauftragt die Tochter eines verstorbenen Freundes, Schneewittchens Sarg zu finden. Die finanziell notorisch abgebrannte Privatdetektivin Lenina Rabe nimmt den Auftrag an. Immerhin kann sie ihrem Onkel Paul schlecht diesen Wunsch abschlagen. Kurz darauf erhält sie einen zweiten Auftrag. Sie soll für einen unbekannten, aber zahlungskräftigen Klienten herausfinden, wer der geheimnisvolle Anführer der Dänischen Befreiungsfront, Jens Jensen, ist. Diese Volkstümler fordern, dass Hamburg-Altona wieder ein Teil von Dänemark wird.

Bei ihren Ermittlungen stöbert die schlagkräftige und schlagfertige Lenina Rabe durch die Vergangenheit der Bewohner der damaligen Kommune.

Mit wenigen Worten entwirft Robert Brack die unterschiedlichen Biographien von Revolutionären, die sich mehr oder weniger stark anpassten. Indem Brack das heutige Leben seiner Charaktere mit ihrem damaligen Anspruch kontrastiert, werden sie und ihre Verlogenheit lebendig. Denn bereits lange bevor Vera auftauchte und für triebgesteuerte Unruhe sorgte, hatten die Kommunarden begonnen, sich zu bekriegen. Veras plötzliches und damals geheimnisvolles Verschwinden beschleunigte nur den Verfall der Gemeinschaft. Einige passten sich an. Einer wurde Firmeninhaber. Einer Immobilienbesitzer. Einer Arzt. Eine wurde zur hysterischen Ziege, die niemand das Betreten ihres Rasens gestattet. Eine schneidet liebevoll die Blumen und betrachtet alles mit dem distanzierten Blick eines Forschers. Und Leninas Auftraggeber Paul blieb sich treu. Deshalb halten ihn die anderen für einen Verlierer. Miteinander verbunden sind sie immer noch in herzlicher, auf alten Geschichten fußender Feindschaft, die sie, gewürzt mit revolutionären Sprüchen, im Schlaf herunterbeten können. Jeder Besucher einer alternativen Kneipe oder eines Treffens ökologischer Unternehmen kennt sie und in Bracks neuestem Roman werden sie in einer spannenden Kriminalgeschichte lebendig.

Der dritte Lenina-Rabe-Fall  „Schneewittchens Sarg“ ist ein geradliniger Privatdetektiv-Roman, der das Genre nicht neu erfindet, aber prächtig unterhält. Bei Robert Brack sind wir in den Händen eines Könners. Doch wen wundert das, wenn man weiß, dass Brack neben seinen Romanen auch Kritiken schrieb und Kriminalromane übersetzte. Unter anderem Robert B. Parker, der mit seiner Spenser-Serie den Privatdetektivroman in den USA in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts revitalisierte und zahlreiche neue Autoren dafür begeisterte. Robert Brack gehört, wie „Schneewittchens Sarg“ zeigt, dazu.

 

Robert Brack: Schneewittchens Sarg

Nautilus, 2007

192 Seiten

12,90 Euro

 

Homepage von Robert Brack:

http://www.gangsterbuero.de/zestart/frame.html


Blogger on the run

August 6, 2007

Die kommenden Tage bin ich unterwegs und weiß deshalb nicht, wie viel Zeit ich zum Bloggen habe.

Deshalb gibt es bereits jetzt den ultimativen TV-Tipp:

Am kommenden Sonntag, den 12. August, zeigt Kabel 1, nach 23.00 Uhr die erste Staffel der derzeit besten Polizeiserie:

Kabel 1, 23.20

The Shield – Gesetz der Gewalt (USA 2002, Erfinder: Shawn Ryan)

Wenn die Quote stimmt, wird Kabel 1 nach der ersten Staffel auch die bislang noch nicht im deutschen Fernsehen gelaufenen Folgen zeigen.

Mein „The Shield“-Fantum habe ich bereits öfters bekundet:

Zum Ende der ersten Staffel im Fernsehen (und der Absetzung der Serie)

Zur DVD „The Shield – Die komplette erste Staffel“

Zur DVD „The Shield – Die komplette dritte Staffel“

Bereits eine Stunde früher startet „Las Vegas“. Nachdem Pro 7 vergangenes Jahr die Ausstrahlung nach wenigen Folgen abbrach, erhält das Glam-Drama mit James Caan bei Kabel 1 eine zweite Chance.

Bevor ich meinen Schreibtisch in dem bekannt-kreativen Chaos zurücklasse, gibt es einen kurzen Überblick über einige zuletzt gelesene Krimis, die ich auch demnächst ausführlicher besprechen will:

Robert Brack: Schneewittchens Sarg (Edition Nautilus) – Der dritte Krimi mit PI Lenina Rabe ist ein spannender Krimi über die 68er in ihren Wohnprojekten damals und heute. Brack ist ein sträflich unterschätzter Autor.

Martin Compart: Der Sodom-Kontrakt (Alexander-Verlag) – Kritikerpapst Martin Compart schreibt einen Noir-Thriller, wie wir ihn sonst nur aus Amiland kennen. Ross Thomas, Jean-Pierre Manchette und die üblichen Verdächtigen grüßen respektvoll.

G. M. Ford: Rotes Fieber (Goldmann)

G. M. Ford: Die Geisel (Goldmann) – Zwei spannende Thriller mit dem Journalisten und True Crime-Bestsellerautor Frank Corso. Ford legt weiterhin seine Finger in schmerzende Wunden: in „Rotes Fieber“ (2004 veröffentlicht) ist es die US-amerikanische Politik gegen den Terrorismus; in „Die Geisel“ ist es die Privatisierung des Strafvollzugs. Demnächst wird’s eine „Spurensuche“ über G. M. Ford und seine sechsteiligen Corso-Serie geben.

Frank Göhre: St. Pauli Nacht (Pendragon) – Die stark überarbeitete Fassung seiner in einer Nacht spielenden Sammlung von Kurzgeschichten gewinnt durch die Überarbeitung. Bei dieser limitierten Auflage sind auch die gleichnamige Verfilmung und der nicht mehr erhältliche Kurzroman „Rentner in Rot“ enthalten. Für den Preis ein wahres Schnäppchen.

John Rickards: Die Stadt der toten Seelen (Goldmann) – Der zweite Krimi mit PI Alex Rourke ist letztendlich eine enttäuschende, im leseunfreundlichen Präsens geschriebene Geschichte, die definitiv kein Thriller ist.

Dieter Paul Rudolph: Die Zeichen der Vier – Astrid Paprotta und ihre Ina-Henkel-Romane (Nordpark) – Eine werkimmanente Interpretation der vier Henkel-Romane von einem Fan für andere Fans. Ein Interview und eine Bibliographie runden das Werk ab.

 

P. S.: Ich habe die Kommentarfunktion für die nächsten Tage ausgestellt.


Unverzichtbar für Autoren

Juli 27, 2007

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Der wirkliche Wert des von Gerhild Tieger und Manfred Plinker herausgegebenen  „Deutsches Jahrbuch für Autoren Autorinnen 2007/2008“ liegt nicht den zahlreichen Artikeln, sondern in den Adressen. Die beiden Herausgeber und sicher eine große Zahl helfender Hände im Hintergrund haben umfangreiche Adresslisten zusammengestellt. Verlage, Zeitungen, Literaturhäuser, Aus- und Weiterbildungsinstitutionen, die verschiedensten Förderungen und Literaturpreise; das alles und noch mehr ist übersichtlich unter verschiedenen Rubriken alphabetisch sortiert mit Ansprechpartnern und kurzen Profilen der Institutionen aufgeführt. Diese Seiten ersparen Autoren die stundenlange Suche im Internet.

Dagegen wirken die 52 Artikel etwas eklektisch zusammengestellt. Auch hier wird die gesamte Buchbranche abgesteckt, es werden Schwerpunkte gebildet, aber oft hat man auch den Eindruck, dass hier einfach genommen wurde, was gerade im zwischen informativ und unterhaltend im Angebot war. Von Daniel Kehlmann und Arno Geiger gibt es Reden, von Sibylle Berg Betrachtungen über die Menschen, die Briefe an Autoren schreiben, Klaus Modick erzählt unterhaltsam-selbstironisch von seinem Werdegang als Schriftsteller, es gibt ein eigenes Kapitel zur Lyrik, Lektoren erzählen von ihrer Arbeit, Franz Josef Görtz erzählt, wie es dazu kam, dass die FAZ 1984 „Das Parfüm“ abdruckte, Tilmann P. Gangloff berichtet von dem Kampf deutscher Drehbuchautoren gegen „Knebelverträge“, Julie Myerson schreibt über Kritiker und Autoren, ein Essay von John Updike über den „Untergang des Buchhandels – und des Schriftstellers“ und dann gibt es im umfangreichen Kapitel „Genres“ mehrere Texte über Kriminalromane.

Diese fünfzig Seiten verdienen in der „Kriminalakte“ natürlich einen genaueren Blick. Tobias Gohlis schreibt über deutsche Krimis. Stephan Harbort über den Modus operandi von Serienmördern. Reinhard Jahn gibt Tipps zum Schreiben von Krimis. Anna Taube schreibt über Krimi im Kinderbuch. 

Kriminalhauptkommissar Harborts Text ist eine kurze quasi-wissenschaftliche Abhandlung, in denen er Serienmörder typisiert. Darüber hat er bereits erfolgreich mehrere Sachbücher geschrieben. Entsprechend informativ sind die vierzehn Seiten, die aber als Hintergrundinformation eigentlich nichts in einem „Jahrbuch für Autoren“ zu suchen haben.

Reinhard Jahn beantwortet in „Kriminalromane schreiben“ häufig gestellte Fragen. Der Titel ist letztendlich falsch. Denn im Zentrum stehen nicht Kriminalromane, sondern Kriminalgeschichten für Zeitungen und Zeitschriften. Jahns Antworten treffen natürlich auf alle Manuskripte, die Zeitungen angeboten werden, zu.

In die Tiefen und Untiefen des Kinderbuches dringt Kinderbuchlektorin Anna Taube mit ihrem sehr informativen „Krimi im Kinderbuch“ vor. Sie erklärt die Unterschiede zwischen Krimis für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und stellt einige erfolgreiche Reihen, wie die „Fünf Freunde“, „Die drei???“ und „TKKG“, pointiert vor.

Tobias Gohlis beginnt „Deutsche Krimis“ gleich mit der zutreffenden Bemerkung (er sagt Polemik) „Der durchschnittliche deutsche Krimiautor ist als Schriftsteller Amateur und fest davon überzeugt, das Krimischreiben sei so einfach wie für Japaner das Verfassen von Haikus.“ ehe er auf die guten deutschen Krimiautoren hinweist. Es sind, wenig überraschend, Merle Kröger, Oliver Bottini, Thomas Kastura, Friedrich Ani und die Altmeister Frank Göhre, D. B. Blettenberg, Robert Brack (seine als Virginia Doyle geschriebenen Romane) und Robert Hültner. Damit wendet sich „Deutsche Krimis“ vor allem an Menschen, die in den vergangenen Jahren krimiabstinent waren.

Aber, wer kauft das „Deutsche Jahrbuch für Autoren Autorinnen 2007/2008“ schon wegen der Texte? Es wird wegen der Adressen gekauft.

 

Gerhild Tieger/Manfred Plinke (Hrsg.): Deutsches Jahrbuch für Autoren Autorinnen 2007/2008

Autorenhaus Verlag, 2007

1056 Seiten

29,90 Euro

 

Homepage des Verlages (mit Inhaltsverzeichnis):

http://www.autorenhaus-verlag.de/das-branchenhandbuch.phtml

 


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