TV-Tipp für den 5. September: Ein Abend mit Geburtstagskind Werner Herzog

September 5, 2012

Das ist doch ein rundum gelungenes Geburtstagsprogramm für Werner Herzog, der heute seinen siebzigsten Geburtstag feiert

Arte, 20.15

Aguirre, der Zorn Gottes (D 1972, R.: Werner Herzog)

Drehbuch: Werner Herzog

Peru 1560: Aguirre will im Amazonasgebiet das sagenumwobene El Dorado finden.

Klassiker mit Klaus Kinski und der Beginn einer wundervollen Freundschaft.

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Arte, 21.45

Begegnungen am Ende der Welt (USA 2007, R.: Werner Herzog)

Drehbuch: Werner Herzog

Oscar-nominierte Doku über Wissenschaftler, die am Südpol auf einer US-Forschungsstation arbeiten.

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Arte, 23.15

Zwischenfall am Loch Ness (GB 2003, R.: Zak Penn)

Drehbuch: Werner Herzog, Zak Penn

Fake-Doku, die Werner Herzog während der Arbeit an einer Dokumentation über das Ungeheuer von Loch Ness begleitet.

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Hinweise

Wikipedia über Werner Herzog

Arte über Werner Herzog

Werner Herzog in der Kriminalakte

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Noch mehr Herzog?

Ein Interview

Noch ein Interview, dieses Mal sogar auf Deutsch zur “Höhle der vergessenen Träume”

Und einmal Schuhe essen

 


Neu im Kino/Filmkritik: Gelungener Einstand für „Jack Reacher“

Januar 3, 2013

Die erste Überraschung erleben die Menschen, die bislang noch keinen von Lee Childs Jack-Reacher-Romanen gelesen haben, nach ungefähr zehn Minuten. Denn bis dahin baute Drehbuchautor und Regisseur Christoper McQuarrie in seiner Verfilmung von „Sniper“ (One Shot) die Spannung auf die Ankunft des edlen Retters kontinuierlich auf.

In Pittsburgh, Pennsylvania, erschießt ein Sniper am helllichten Tag fünf Menschen. Detective Emerson (David Oyelowo) sichert die Beweise und schnell hat er einen wasserdichten Fall gegen James Barr (Joseph Sikora). Dieser verlangt nur, dass Jack Reacher geholt werden soll. Aber dieser Reacher ist ein Geist. Er war Militärpolizist, jetzt reist er ohne Gepäck durch die USA und als er in den Nachrichten von der Anklage gegen Barr hört, macht er sich auf den Weg nach Pittsburgh.

Aber er reitet in das Büro des zuständigen Staatsanwalts Rodin (Richard Jenkins) nicht als der große Retter Shane ein, sondern er ist ein Racheengel der nur aus einem Grund nach Pittsburgh gekommen ist: er will sich vergewissern, dass Barr auch wirklich für diese Tat verurteilt wird. Während des Golfkriegs ermordete der Army-Scharfschütze mehrere US-Soldaten aus dem Hinterhalt. Aufgrund höherer politischer Erwägungen und zu Jack Reachers Ärger entging Barr damals seiner Bestrafung.

Das scheint jetzt nicht wieder zu passieren und Reacher will die Stadt wieder verlassen. Aber da bittet Barrs Verteidigerin Helen Rodin (Rosamund Pike) ihn, in dem Ort zu bleiben und sich als ihr Ermittler die Beweise noch einmal anzusehen. Immerhin hat Barr, bevor er ins Koma geprügelt wurde, ausdrücklich darum gebeten, Jack Reacher zu rufen.

Reacher sieht sich die Beweise an und, weil sie zu gut sind, um wahr zu sein, beginnt er nach dem wahren Mörder und den Hintergründen für die Tat zu suchen. Das ist jetzt auch für die Menschen, die noch keinen Jack-Reacher-Roman gelesen haben (es aber unbedingt nach dem Filmbesuch tun sollten) keine Überraschung. Ebenso, dass Jack Reacher eine Menge Ärger bekommt und letztendlich in der Stadt kräftig aufräumt.

Dabei verlässt Jack Reacher sich weniger auf seine Kampfkünste, als auf seinen Verstand und seine Beobachtungsgabe. So scheint er bereits schnell das halbe Komplott durchschaut zu haben.

Drehbuchautor und Regisseur Christopher McQuarry („Die üblichen Verdächtigen“, „Operation Walküre“) bemüht sich kräftig, Jack Reacher in möglichst jeder Szene als den großen mythologischen Helden zu inszenieren und er plündert dabei fast jedes Western-Topoi, das irgendwie in den Film hineinpasst und gibt ihm in jeder Szene mindestens einen Oneliner. Dabei ist „Jack Reacher“, wie Lee Childs grandioser Roman „Sniper“, an den der Film sich weitgehend hält, in erster Linie ein Rätselkrimi, in dem ein smarter Ermittler den Mörder (dessen Identität uns Zuschauern von Anfang an bekannt ist) und dessen Auftraggeber sucht. Denn er glaubt nicht, dass die Opfer zufällig ausgewählt wurden.

Der Auftraggeber für die Morde, The Zec, ist ein grandioser Besetzungscoup. Denn er wird von Werner Herzog gespielt, der in den Siebzigern einer der wichtigsten Regisseure des Neuen Deutschen Films war, in den Neunzigern bei uns in Vergessenheit geriet, während er in den USA als Regisseur von Spiel- und Dokumentarfilmen bekannt wurde und dort schon fast kultisch verehrt wird; was sicher auch an seinem Humor liegt. Jedenfalls darf er als Zec, mit ausdruckloser Mine und in der Originalfassung seinem wunderschönem Akzent, einige so tiefsinnige, absurde und böse Sätze sagen, dass es einem kalt den Rücken hinunterläuft. Wahrscheinlich haben McQuarrie und Cruise (der den Film auch produzierte) als sie Herzog engagierten, einfach ihrem Fantum nachgegeben. Jedenfalls war das eine kluge Entscheidung.

Jack Reacher“ ist ein guter, wenn auch unspektakulärer Thriller mit einem in jeder Beziehung angenehmen Retro-Touch, bei dem die Schauspieler, die Dialoge und altmodische Erzähltugenden im Vordergrund stehen. Entsprechend unaufgeregt inszenierte McQuarrie den Film und Tom Cruise gibt – nachdem die Fans der Romane Cruise lautstark wegen seiner Körpergröße ablehnten (immerhin ist Reacher in den Romanen fast zwei Meter und Tom Cruise ist nur 1,70 Meter) – einen überzeugenden Jack Reacher. Denn er ist im Film genausowenig zu stoppen wie in den Romanen. Außerdem sind die wenigen Action-Szenen, die angenehm altmodisch ohne Wackelkamera, Schnittgewitter und „Mission Impossible“-Overkill inszeniert wurden, so auch viel glaubwürdiger. Denn welche Bande von Kleinstadtmachos fängt eine Schlägerei mit einem Zwei-Meter-Muskelprotz an? In „Jack Reacher“ versuchen sie es. Kurz darauf sind liegen sie krankenhausreif auf dem Boden.

Und was hätten die Die-Hard-Fans der Romane zu Brad Pitt, Hugh Jackman, Jamie Foxx, Vince Vaughn und Will Smith, die alle vor Tom Cruise für die Rolle im Gespräch waren, gesagt?

Jack Reacher - Plakat4

Jack Reacher (Jack Reacher, USA 2012)

Regie: Christopher McQuarrie

Drehbuch: Christopher McQuarrie

LV: Lee Child: One Shot, 2005 (Sniper)

mit Tom Cruise, Rosamund Pike, Richard Jenkins, David Oyelowo, Werner Herzog, Jai Courtney, Vladimir Sizov, Joseph Sikora , Michael Raymond-James, Alexia Fast, Josh Helman, Robert Duvall, Lee Child (Cameo als Polizist)

Länge: 130 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Jack Reacher“

Metacritic über „Jack Reacher“

Rotten Tomatoes über „Jack Reacher“

Wikipedia über „Jack Reacher“ (deutsch, englisch)

Homepage von Lee Child

Wikipedia über Lee Child (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Childs „Tödliche Absicht“ (Without fail, 2002)

Meine Besprechung von Lee Childs „Die Abschussliste“ (The Enemy, 2004)

Meine Besprechung von Lee Childs „Sniper“ (One Shot, 2005)

Meine Besprechung von Lee Childs “Outlaw” (Nothing to Loose, 2008)

Meine Besprechung von Lee Childs (Herausgeber) „Killer Year – Stories to die for…from the hottest new crime writers“ (2008)

Kriminalakte über Lee Child und „Jack Reacher“

 


TV-Tipp für den 10. September: Nosferatu – Phantom der Nacht/Stroszek

September 10, 2012

Arte, 21.00

Nosferatu – Phantom der Nacht (D/Fr 1979, R.: Werner Herzog)

Drehbuch: Werner Herzog (nach Motiven des Films „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ von Friedrich Wilhelm Murnau und des Romans „Dracula“ von Bram Stoker)

LV: Bram Stoker: Dracula, 1897 (Dracula)

Werner Herzogs Remake von Murnaus Dracula-Version, die damals als langweilige 1-zu-1-Verfilmung des Stummfilm-Klassikers gedisst wurde.

Inzwischen hat sich der Wind gedreht: „Auch wenn er sich an sein großes Vorbild anlehnt, setzt Herzog doch etliche eigene Akzente, besonders in der Szene, in der Wismar von den Ratten überrannt wird oder wenn die heimgesuchte Stadtbevölkerung tanzt, als die Pestleichen durch die Straßen getragen werden. Mit seinem ausgezeichneten Soundtrack (Wagner, Gounod und Popol Vuh), seinen symbolistischen Strandstücken und Gebirgszügen wie von Cspar David Friedrich ist Herzogs Nosferatu weniger eine Kopie von Murnau als ei Rückgriff auf die deutsche romantische Tradition, durch und durch deutsch und (backstein-)gotisch im besten Sinne.“ (James Marriott/Kim Newman: Horror)

mit Klaus Kinski, Isabelle Adjani, Bruno Ganz, Jacques Dufilho, Roland Topor, Walter Ladengast, Clemens Scheitz

Wiederholung: Mittwoch, 12. September, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über “Nosferatu – Phantom der Nacht” (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über “Nosferatu – Phantom der Nacht”

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Arte, 22.45

Stroszek (D 1977, R.: Werner Herzog)

Drehbuch: Werner Herzog

Straßenmusiker Bruno Stroszek will nach einem Gefängnisaufenthalt ein ehrliches Leben beginnen, nimmt eine Prostituierte bei sich auf und freundet sich mit einem Nachbarn an. Gemeinsam wollen sie in den USA ihr Glück versuchen.

Stroszek ist „eine Lockerungsübung, ein befreiendes Atemholen. In einfachen Bildern, in denen keinerlei Kunstanstrengung den Blick auf Gezeigte verstellt, entfaltet sich eine Ballade vom verlorenen Glück, in der sich Herzogs zu abstrakten Totalisierungen neigender Kulturpessimismus als beobachtende, entwickelnde Kritik sozialer Verhältnisse konkretisiert. Es sollen ganz und gar gegenwärtige, reale Figuren sein, deren bescheidene Sehnsüchte und deren jämmerliches Scheitern hier geschildert werden.“ (Kraft Wetzel, in Peter W. Jansen/Wolfram Schütte: Werner Herzog, Hanser Reihe Film Band 22, 1979)

mit Bruno S., Eva Mattes, Clemens Scheitz, Wilhelm von Homburg, Burkhard Driest, Pitt Bedewitz

Hinweise

Wikipedia über “Stroszek” (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über “Stroszek” (100 % Frische und damit noch frischer als “Nosferatu”)

Wikipedia über Werner Herzog

Arte über Werner Herzog

Werner Herzog in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 9. September: Ein fürsorglicher Sohn (My Son, my Son, what have ye done)

September 9, 2012

Nachdem letzten Sonntag die TV-Premiere deutlich nach Mitternacht (also eigentlich am Montag) war, läuft der Avantgarde-Krimi jetzt, auf einem Nischensender, zur besten Sendezeit und weil mir die Borowski-Tatorte normalerweise nicht gefallen, kann es nur einen Tagestipp geben

Eins Festival, 20.15

Ein fürsorglicher Sohn (USA/D 2009, R.: Werner Herzog)

Drehbuch: Herbert Golder, Werner Herzog

In einem Vorort von San Diego soll ein junger Mann seine Mutter ermordet und Geiseln genommen haben. Zwei Polizisten sollen ihn zur Aufgabe bewegen.

Werner Herzog durchsetzt den Thriller mit sardonisch-absurden und philosophisch-surrealen Spitzen und löst die Handlung mittels Rückblenden in eine bezugsreiche Bricolage auf.“ (Lexikon des internationalen Films)

Avantgarde-Jazzer Ernst Reijseger schrieb die Musik für den von einem wahren Fall inspirierten Krimi und David Lynch gehört zu den Produzenten.

mit Willem Dafoe, Chloë Sevigny, Michael Shannon, Brad Dourif, Loretta Devine, Udo Kier, Michael Peña, Grace Zabriskie

auch bekannt als „My Son, My Son, What have ye done?“ (Original- und deutscher DVD-Titel)

Wiederholung: Samstag, 15. September, 03.50 Uhr

Hinweise

Film-Zeit über „Ein fürsorglicher Sohn“

Metacritic über „Ein fürsorglicher Sohn“

Rotten Tomatoes über „Ein fürsorglicher Sohn“

Wikipedia über „Ein fürsorglicher Sohn“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Werner Herzog

Arte über Werner Herzog

Werner Herzog in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 1. September: Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen

September 1, 2012

Dass die ARD „Bad Lieutenant“ und „Ein fürsorglicher Sohn“ (My Son, my Son, what have ye done, USA/D 2009) um 00.30 Uhr und 00.50 Uhr als TV-Premieren zeigt und das ganze halbwegs pompös Festakt für den siebzigsten Geburtstag von Werner Herzog, betitelt, ist wahrscheinlich eine wenig subtile Aussage zur Wertschätzung des Regisseurs in den ARD-Gremien.

Arte macht es – mal wieder – besser und zeigt zu den besten Sendezeiten am Mittwoch, den 5. September, zu Werner Herzogs Geburtstag, „Aguirre, der Zorn Gottes“ um 20.15 Uhr, „Begegnungen am Ende der Welt“ um 21.45 Uhr und die Pseudodoku „Zwischenfall am Loch Ness“ (über die Dreharbeiten zu einer Werner-Herzog-Doku) um 23.15 Uhr und am Montag, den 10. September, „Nosferatu – Phantom der Nacht“ um 21.00 Uhr und „Stroszek“ um 22.45 Uhr. Ist ja auch ein echter Kultursender, während im Ersten wohl „Schlaflos in Schwabing“ und „Mord in bester Gesellschaft“ Kultur ist.

ARD, 00.30

Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen (USA 2009, R.: Werner Herzog)

Drehbuch: William Finkelstein (nach dem Drehbuch von Victor Argo, Paul Calderon, Zoë Lund und Abel Ferrara)

Werner Herzogs Comeback. Jedenfalls in Deutschland. Denn hier verschwand er nach seinen großen Erfolgen in den Siebzigern (Aguirre, der Zorn Gottes; Jeder für sich und Gott gegen alle; Herz aus Glas; Stroszek; Nosferatu; Woyzek) und frühen Achtzigern (Fitzcarraldo; Wo die grünen Ameisen träumen; Cobra Verde [sein Abschied vom Kino]) von der Bildfläche und man hörte nur noch, dass er jetzt vor allem Dokumentarfilme mache. Einige liefen auch auf den üblichen weltabgewandten Plätzen im TV.

Aber in den USA wurde er zu dem Mann. Einem der wenigen Deutschen, die auch in Hollywood anerkannt sind. Neben den vielen Dokus drehte er auch einige Spielfilme, die bei uns – falls überhaupt – unter Ausschluss der Öffentlichkeit liefen.

Doch 2009, mit dem grandiosen Remake eines Genrefilms, das sich kaum an die Vorlage hält, und mit der Präsidentschaft der Berlinale-Jury kehrte er zurück in die deutschen Kinosäle.

Die Story, für alle die Abel Ferraras grandiosen „Bad Lieutenant“ (mit Harvey Keitel) nicht kennen: Nach dem Hurrikan Katrina muss ein drogensüchtiger Cop den Mord an einer schwarzen Familie aufklären.

Mit Nicholas Cage, Val Kilmer, Eva Mendes, Xzibit, Vondie Curtis Hall, Brad Dourif

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Bad Lieutenant“

Metacritic über “Bad Lieutenant”

Rotten Tomatoes über “Bad Lieutenant”

Wikipedia über “Bad Lieutenant” (deutsch, englisch)

Die Zeit: Interview mit Werner Herzog (4. Februar 2010)

Berliner Zeitung porträtiert Werner Herzog (11. Februar 2010)

Kriminalakte über “Bad Lieutenant” und über Werner Herzog


„Jack Reacher“ – Erster Trailer und zwei Filmfotos

Juli 4, 2012

Die Werbemaschine für die Lee-Child-Verfilmung „Sniper“ (One Shot, 2005) läuft an. Inzwischen heißt der Film, nach dem Held, „Jack Reacher“. Christopher McQuarrie („Die üblichen Verdächtigen“, „Operation Walküre“) schrieb das Drehbuch und führte, nach „Way of the Gun“, wieder Regie.

Werner Herzog ist dabei. Als Bösewicht. Rosamund Pike, Robert Duvall und Richard Jenkins sind ebenfalls dabei. Das sind die eindeutig erfreulichen Nachrichten.

Tom Cruise spielt Jack Reacher – und darüber kann man streiten. Natürlich sieht Tom Cruise nicht wie der von Lee Child in seinen Romanen beschriebene Jack Reacher aus. Aber er ist einer der Schauspieler, der viele Leute ins Kino lockt – und so etwas sehen die Produzenten gerne.

Dummerweise sieht der erste Trailer, der jetzt auch in der englischen Fassung online ist (eine russische Fassung ist schon seit einigen Tagen online), so furchtbar uninteressant aus:

War diese Schlägerei nicht in einem anderen Jack-Reacher-Thriller? Und die Explosion nicht in “Outlaw” (Nothing to Lose, 2008)? Naja, egal.

Auch die ersten beiden Bilder mit Tom Cruise als Jack Reacher; – - – nun, es ist halt ein Mann und ein Auto.

Ach ja. Die Homepage ist online. Deutscher Kinostart ist bislang der 3. Januar 2013.


Sechs deutsche Regisseure über „Hollywood – Traum und Wirklichkeit“

April 13, 2012

Warum verlassen deutsche Regisseure ihre Heimat und versuchen in Hollywood ihr Glück? Und wie ist für sie die Arbeit in Hollywood? Für „Hollywood – Traum und Wirklichkeit: Deutsche Regisseure im Studiosystem“ unterhielt Marko Kregel sich mit sechs Regisseuren darüber. Dabei hat er nicht die großen, allgemein bekannten Namen wie Wolfgang Petersen, Roland Emmerich, Werner Herzog, Wim Wenders oder Michael Ballhaus (Uups, der ist ja nur Kameramann) interviewt, sondern die junge Garde, die oft in Deutschland ihren ersten Spielfilm gedreht hat, meist ein Genrewerk, das in Hollywood für Aufsehen sorgte und ihnen viele Gespräche bei Produzenten verschaffte. Denn Hollywood ist immer auf der Suche nach jungen, unverbrauchten Talenten.

In Deutschland sieht es etwas anders aus. So sagt Christian Alvart, fast schon stellvertretend für die anderen befragten Regisseure: „Ich habe zusammen mit meinem Produzenten in München dem Bayrischen Rundfunk ‘Antikörper’ im Kino vorgeführt, das war lange, bevor er im Kino rauskam. Mit der Reaktion: Das ist ja alles schön und gut, aber ich sei ja noch jung und der Nachfolgefilm wäre viel zu groß für mich. Der sollte fünf Millionen kosten. Ich solle doch erst einmal einen ‘Polizeiruf 110′ für sie machen. Das war im direkten Kontrast zu einem ernsthaften Angebot von einem großen Studio, den neuesten Teil ihres 80-Millionen-Franchises zu machen.“

Ungefähr hier hören allerdings die Gemeinsamkeiten zwischen Marc Schölermann („Pathology“), Lexi Alexander („Hooligans“, „Punisher: War Zone“), Martin Weisz („Rohtenburg“, „The hills have eyes 2“), Christian Alvart („Antikörper“, „Fall 39“, „Pandorum“), Josef Rusnak („Kaltes Fieber“, „Schimanski: Die Schwadron“, „The 13th Floor – Abwärts in die Zukunft“, „The Contractor“, „The Art of War II: Der Verrat“) und Mennan Yapo („Lautlos“, „Die Vorahnung“), die alle weiterhin in Hollywood arbeiten wollen und die Kregel für „Hollywood – Traum und Wirklichkeit“ interviewte, auf. Denn obwohl sie teilweise ähnliche Erfahrungen machten, gab es auch große Unterschiede und alle sechs erzählen erstaunlich offen über ihre Erlebnisse vor, während und nach der Dreharbeiten und über gescheiterte Projekte.

So erzählt Christian Alvart, warum „Fall 39“ nicht sofort nach der Fertigstellung in die Kinos kam, Martin Weisz über seine Zusammenarbeit mit Wes Craven bei „The hills have eyes II“, Josef Rusnak über die von Roland Emmerich produzierte Daniel-F.-Galouye-Verfilmung „The 13th Floor – Abwärts in die Zukunft“, die dummerweise fast zeitgleich mit „Matrix“ in die Kinos kam und Mennan Yapo über „Die Vorahnung“, seine Zusammenarbeit mit Sandra Bullock und wie er die Version erstellte, die in Flugzeugen gezeigt werden kann: „Der Cutter, der das dort seit neun oder zehn Jahren macht, meinte, ich sei der erste Regisseur seit fünf Jahren, der da hin kommt und sich das anschaut. Die anderen tun sich das normalerweise nicht an, weil sie es zum Kotzen finden. (…) Alles was blutete, musste raus und wenn das nicht ging, wurde es schwarz eingefärbt. Die Krähe, in der Szene im Garten, war komplett raus, man hat Sandys blutige Hände nicht mehr gesehen. (…) Noch extremer war, dass der Unfall am Ende komplett draußen war! Alles weg! (…) Das Härteste war aber die Nippel-Retusche! Also wenn du durch ein Shirt einen Nippel sehen konntest, dann musst der glattgebügelt werden. Da könnte ja einer im Flugzeug geil werden!“

Mit einigen Interviewpartnern hat Kregel sich öfter getroffen. Weil er diese Werkstattgespräche dann einfach hintereinander abdruckte ohne kenntlich zu machen, wann das eine Interview endet und wann das Nächste beginnt und sie in den Interviews teilweise wieder Dinge besprechen, die bereits vorher, fast wortgleich gesagt wurden, gibt es einige kleine vermeidbare Wiederholungen, die man spätestens beim Lektorieren hätte streichen müssen. Denn selbstverständlich ist ein niedergeschriebenes Interview kein 1-zu-1-Transkript des Gespräches, sondern eine Bearbeitung.

Doch das mindert den Wert dieses hochinteressanten Einblicks in die Arbeit von sechs Regisseuren und zwei sehr verschiedene Produktionssysteme nicht.

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Marko Kregel: Hollywood – Traum und Wirklichkeit: Deutsche Regisseure im Studiosystem

Schüren, 2012

240 Seiten

19,90 Euro

 


TV-Tipp für den 30. November: Mein liebster Feind

November 30, 2011

ZDFkultur, 20.15

Mein liebster Feind (D 1999, R.: Werner Herzog)

Drehbuch: Werner Herzog

Grandiose spielfilmlange Doku, in der Werner Herzog seine Zusammenarbeit mit Klaus Kinski reflektiert. Sie verband über fünf Filme eine innige und sehr produktive Hassliebe. Denn „Aguirre, der Zorn Gottes“, „Nosferatu“, „Woyzeck“, „Fitzcarraldo“ und „Cobra Verde“ sind Klassiker des Neuen Deutschen Films (auch wenn sie nicht unbedingt in Deutschland entstanden) und in jedem Fall gehören sie zu ihren besten Arbeiten.

Mit Werner Herzog, Klaus Kinski, Claudia Cardinale, Mick Jagger, Eva Mattes, Thomas Mauch, Maximilian Schell

Hinweise

Homepage von Werner Herzog

Wikipedia über Werner Herzog (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: Wer ist Hans Zimmer? Und was macht er in Hollywood?

Oktober 26, 2011

Hans Zimmer – Der Sound für Hollywood“ ist eine informative, aber auch arg unkritische, fünfzigminütige TV-Dokumentation über Filmkomponist Hans Zimmer, der in begüterten Verhältnissen in Königstein-Falkenstein im Taunus als Einzelkind aufwuchs, in London zur Schule ging, früh die Musik, vor allem die unerschöpflichen Klangwelten des damals brandneuen Synthesizer entdeckte, mit der Band „The Buggles“ 1979 den Hit „Video killed the Radio Star“ hatte und danach, weil er mit verschiedenen Sounds und Stilen experimentieren wollte, Filmkomponist wurde.

Zuerst arbeitete er in England bei Stanley Myers. Dort schrieb er zuerst die Musik für Autoverfolgungsjagden, später auch für „Ein Mann wie Taffin“ (dank Pierce Brosnan heute noch etwas bekannt), „Mein wunderbarer Waschsalon“, „The Fruit Machine“ und „Zwei Welten“.

Dann erhielt er einen Anruf aus Hollywood und gleich für seinen ersten Hollywood-Soundtrack „Rain Man“ erhielt er einen Oscar. Der Rest ist, wie man so sagt, Geschichte. Jedenfalls ist der Zimmer-Sound in etlichen Blockbustern, aber auch kleinen Produktionen (wie seiner Musik für die Werner-Herzog-Filme „Unbesiegbar“ und „Rescue Dawn“) zu hören.

Zimmer schrieb, teilweise zusammen mit anderen Komponisten, die Musik für „Black Rain“, „Thelma & Louise“, „Crimson Tide“, „Operation Broken Arrow“, „The Rock – Fels der Entscheidung“, „König der Löwen“, „Besser geht’s nicht“, „Der schmale Grad“ (okay, das ist ein kleiner, nur unter Cineasten bekannter Film, aber Regisseur Terence Malick bewunderte Zimmers Musik für den „König der Löwen“ und er brachte Zimmer und Herzog zusammen), „Gladiator“, „Hannibal“, „Pearl Habor“, „Black Hawk Down“, „Sherlock Holmes“, „Inception“, die neuen „Batman“- und die „Pirates of the Caribbean“-Filme (für den ersten Film schrieb sein Schüler Klaus Badelt die Musik) und viele weitere Filme.

In der Dokumentation „Hans Zimmer – Der Sound für Hollywood“ reihen Ariane Rieker und Dirk Schneider, chronologisch dem Lebensweg von Hans Zimmer folgend, Interviews mit Jugendfreunden, Lehrern, Musikern und Regisseuren, die teils immer noch mit ihm zusammen arbeiten, aneinander. Einige kurze Filmausschnitte ergänzen die sprechenden Köpfe. Aber sie haben vor allem illustrativen Charakter und es gibt ziemlich wenig Musik zu hören.

Das absolut empfehlenswerte Bonusmaterial besteht aus längeren Ausschnitten aus den für die Dokumentation gemachten Interviews, die sich auf gut zwei Stunden summieren. Am längsten kommt Hans Zimmer mit 45 Minuten zu Wort.

Einen guten Einblick in die Arbeit von Zimmers Studio Remote Control bieten vor allem die Interviews mit Ramin Djawadi und Lorne Balfe. Denn in der Dokumentation kommt genau dieser Aspekt etwas kurz.

Insgesamt entsteht hier, viel stärker als in der Dokumentation, das Bild eines Mannes, der sich vor allem als Dienstleister für Hollywood sieht. Einer, der versucht die Filme besser zu machen. Denn obwohl jeder Filmfan seinen Teil an Filmen gesehen hat, für die Hans Zimmer die Musik geschrieben hat und man den Zimmer-Sound auch erkennt, hat er doch keine Stücke geschrieben, die sich, wie die Melodien von Lalo Schifrin, Jerry Goldsmith, Ennio Morricone oder, um auch einige Jüngere zu nennen, James Newton Howard, Danny Elfman oder Howard Shore, in das kollektive Gedächtnis eingebrannt haben.

Aber vielleicht sollte ich bei dem nächsten Film, für den Hans Zimmer die Musik komponierte, einfach mal genauer auf den Sound hören.

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Hans Zimmer – Der Sound für Hollywood (D 2011)

Regie: Ariane Rieker, Dirk Schneider

Drehbuch: Ariane Rieker, Dirk Schneider

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DVD

Polyband

Bild: 16:9 (1,78:1)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial (110 Minuten, deutsch untertitelt): Interviews mit Jeffrey Katzenberg (Dream Works Animation), James L. Brooks (Regisseur), Stephen Frears (Regisseur), Geoff Downes (The Buggles), Martin Tillman (Cellist), Sam Schwartz (Hans Zimmers Agent), Werner Herzog (Regisseur), Gore Verbinski (Regisseur), Ramin Djawadi (Komponist bei Remote Control), Lorne Balfe (Komponist bei Remote Control), Hans Zimmer

Länge: 50 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

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Hinweise

Homepage von Hans Zimmer und von seiner Firma Remote Control

Wikipedia über Hans Zimmer (deutsch, englisch)



TV-Tipp für den 3. August: Mein liebster Feind

August 3, 2011

ZDFkultur, 20.15

Mein liebster Feind (D 1999, R.: Werner Herzog)

Drehbuch: Werner Herzog

Grandiose spielfilmlange Doku, in der Werner Herzog seine Zusammenarbeit mit Klaus Kinski reflektiert. Sie verband über fünf Filme eine innige und sehr produktive Hassliebe. Denn „Aguirre, der Zorn Gottes“, „Nosferatu“, „Woyzeck“, „Fitzcarraldo“ und „Cobra Verde“ sind Klassiker des Neuen Deutschen Films (auch wenn sie nicht unbedingt in Deutschland entstanden) und in jedem Fall gehören sie zu ihren besten Arbeiten.

Mit Werner Herzog, Klaus Kinski, Claudia Cardinale, Mick Jagger, Eva Mattes, Thomas Mauch, Maximilian Schell

Wiederholung: Donnerstag, 4. August, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Werner Herzog

Wikipedia über Werner Herzog (deutsch, englisch)


Im Verhörzimmer: D. B. Blettenberg über „Murnaus Vermächtnis“

Mai 19, 2010

Unter den Krimiautoren ist der deutsche D. B. Blettenberg der Globetrotter. Seine inzwischen elf Romane spielen in Afrika, Asien, Südamerika, Florida und Berlin. Für jeden Roman war er, oft als Entwicklungshelfer, länger in den Ländern. Auch in Ghana, dem Schauplatz seines neuesten und umfangreichsten Romans „Murnaus Vermächtnis“, arbeitete er.

Der Krimi (ein verniedlichendes Wort, das Blettenberg nicht mag; er fragt sich auch, ob „Murnaus Vermächtnis“ überhaupt ein Kriminalroman ist) ist, wie Blettenbergs andere Werke, ein kurzweiliges und sehr informatives Vergnügen. Denn er möchte nicht nur unterhalten, sondern auch Wissen vermitteln, ohne dabei eine bestimmte Weltsicht zu predigen. Als 1981 sein erster Roman „Weint nicht um mich in Quito“ erschien, wurde das mit dem gut dotierten Edgar-Wallace-Preis ausgezeichnete Werk von einigen Kritikern als das Ende des Soziokrimis gefeiert. Denn bereits in seinem Debütroman orientierte er sich vor allem an den Größen der angloamerikanischen Polit-Thriller-Riege, wie Eric Ambler und Ross Thomas.

Dieser Einfluss ist auch in seinem neuesten Werk „Murnaus Vermächtnis“ spürbar. Der Erzähler Victor Voss ist als Vierzigjähriger in Ghana gestrandet. Er war bei der Fremdenlegion, schreibt jetzt ein Buch und spielt Fremdenführer. Jetzt bittet Albin Grau ihn, ihn in die Voltaregion zu fahren. Schon auf der Hinfahrt kommt es zu einer Konfrontation mit dem cholerischen William und Grau wird ermordet. Zurück in Accra wird seine mütterliche Freundin Vera, die an einem Buch über Friedrich Wilhelm Murnau arbeitete, ermordet und alles hängt mit dem am 11. März 1931 bei einem Autounfall tödlich verunglückten Regisseur zusammen. Denn unter Filmfanatikern werden für Kopien seiner verschollenen Filme hohe Preise gezahlt. Anscheinend ist einer dieser verschollenen Filme in der Voltaregion.

Voss ist auf den ersten Buchseiten, wie der klassische Ambler-Held, der Spielball in einem Spiel, in das er gegen seinen Willen hineingestoßen wird, das er nicht überblickt und bei dem er froh sein kann, wenn er überlebt. Später wird deutlich, dass Voss viel stärker involviert ist, als er zunächst glaubte und dass er gerade wegen seiner Vergangenheit (Nein, nicht die Zeit bei der Fremdenlegion.) von Albin Grau als Führer engagiert wurde.

Die Ursprünge von „Murnaus Vermächtnis“

Die erste Idee für den Roman hatte Blettenberg, wie er mir Anfang Mai in einem ausführlichen Interview erzählte, allerdings nicht vor sechs Jahren in Ghana, sondern bereits in den frühen Neunzigern in Managua, der Hauptstadt von Nicaragua. Dort las er in der Wochenendbeilage der Berliner Morgenpost, anlässlich einer Arte-Dokumentation, einen Artikel über Friedrich Wilhelm Murnau und seinen letzten Film „Tabu“, den dieser mit Ureinwohnern auf einer Südseeinsel drehte. Das Murnau-Porträt mit dem an einer Schreibmaschine sitzenden Regisseur erinnerte ihn an den mit ihm befreundeten Regisseur Peter Keglevic („Der Bulle und das Mädchen“). Blettenberg arbeitete an den Drehbüchern für die Keglevic-Filme „Vickys Alptraum“ und „Falling Rocks“ mit.

Zufällig sah er kurz darauf in einem regionalen Sender, der sonst nur ein uninteressantes Programm brachte, Keglevics Spielfilm „Der Skipper“ (der für diese Ausstrahlung kein Geld erhielt. Murnau war in Mexiko mit einer illegalen Vorführung eines seiner Filme konfrontiert.). Bei einem Telefongespräch unterhielt er sich mit Keglevic darüber.

Zurück in Deutschland sah er dann die Dokumentation, recherchierte über Murnau und überlegte, ob er, wie Jörg Fauser es mit Marlon Brando getan hatte, über den Stummfilmregisseur eine subjektive Biographie schreiben sollte.

Aus der Idee wurde nichts und der Murnau-Artikel wanderte in Blettenbergs Archivbox.

2003/2004 arbeitete Blettenberg als Landesdirektor für den Deutschen Entwicklungsdienst in Ghana. Im Gegensatz zu seinen früheren Auslandsaufenthalten wollte er zuerst kein in Ghana spielendes Buch schreiben.

Er traf King Ampaw. Ampaw ist in Ghana ein bekannter Regisseur. Zuletzt inszenierte er den auch in deutschen Kinos gelaufenen Spielfilm „No Time to die“. Außerdem hatte Ampaw in Werner Herzogs Bruce-Chatwin-Verfilmung „Cobra Verde“, neben Klaus Kinski, eine Hauptrolle.

Bereits acht Jahre vor „Cobra Verde“ drehte Werner Herzog mit Klaus Kinski „Nosferatu – Phantom der Nacht“, ein fast bildgenaues Remake von Murnaus stilbildendem Horrorfilm „Nosferatu, eine Symphonie des Grauens“, der auf Bram Stokers „Dracula“ basiert.

Die Voltaregion, das ehemalige Deutsch-Togo, in der auch wichtige Teile des Romans „Murnaus Vermächtnis“ spielen, faszinierte Bletteberg in Ghana am meisten. Einerseits wegen der Landschaft, andererseits weil dort noch Juju (eine Form des Voodoo) praktiziert wird.

Er las viel über die Kolonialgeschichte. So erfuhr er von der Segelschule als Teil der deutschen Entwicklungshilfe. Er informierte sich über die Geschichte von Ghana und über Jerry John Rawlings, der von 1981 bis 2001 der Präsident von Ghana war und der „Che Guevara von Westafrika“ (Blettenberg) ist. Er durchstöberte die Antiquariate nach Büchern und Freunde empfahlen ihm Bücher über Rawlings und die Militärdiktatur, die es nur in Ghana gibt und auch dort teilweise nicht mehr erhältlich sind.

Es kam über die Jahre also einiges zusammen und irgendwann packte Blettenberg der Ehrgeiz, eine Geschichte zu erzählen, die die auf den ersten Blick nicht zusammenpassenden Elemente Ghana und Murnau miteinander verbindet. Das gelang ihm mit dem Thema Tabus und Tabubrüche.

Gleichzeitig wollte er sich verschiedener Genres bedienen und ein Schauerelement sollte enthalten sein. Er selbst nennt den Roman auch Tropical Noir oder Tropical Gothic. Die meisten seiner Romane würde er Abenteuer-Politthriller nennen. „Barbachs Bilder“ als sein Non-Maigret sei die große Ausnahme.

Das Schreiben von „Murnaus Vermächtnis“

Bevor er mit dem Roman bekann, schrieb er eine 120-seitigen Murnau-Biographie. „Bis jetzt gibt es – außer einem schmalen Buch von Lotte Eisner aus dem Jahr 1967 – keine Murnau-Biographie.“

Die Passagen über Friedrich Wilhelm Murnau in „Murnaus Vermächtnis“ sind, weil sie auf Tatsachen basieren, in der dritten Person geschrieben. Blettenberg übernahm große Teile seiner Murnau-Biographie in den Roman.

Die Geschichte von Victor Voss ist dagegen in der ersten Person Singular geschrieben. Für die Ich-Perspektive habe gesprochen, dass Voss immer am Ort des Geschehens ist (Ein Problem beim Konstruieren vieler Geschichten ist, dass der Autor dafür sorgen muss, dass der Ich-Erzähler entweder selbst am Ort des Geschehens ist oder ihm jemand anderes die wichtigen Informationen erzählt, ohne dass die Geschichte langweilig wird. Das ist gar nicht so einfach.) und es um Tabuverletzungen geht. Es geht um moralische Grauzonen und das Verdrängen von unangenehmen Erinnerungen.

Das kann nur in der ersten Person erzählt werden. Sonst wirkt es schnell künstlich“, so Blettenberg. Denn sein Erzähler muss sich seiner Vergangenheit stellen. So wird Voss, nachdem er auf den ersten Seiten noch der normale, austauschbare Ich-Erzähler, der, ähnlich einem Detektiv oder Reporter, vor allem durch die Geschichte führen soll, immer mehr zu einem komplexen Charakter, der sich auch mit den Tabus, gegen die er in der Vergangenheit verstieß, und den moralischen Grauzonen, in die er sich so begab, stellen muss.

Eine Folge dieser Entscheidung war, so Blettenberg, dass das Buch, auch wegen der komplexen Geschichte, mindestens zweihundert Seiten dicker werde und er über vierhundert Seiten schreiben werde. Das wusste er von Anfang an. Die erste Fassung hatte dann neunhundert Seiten.

Beim Schreiben versucht Blettenberg einen Kompromiss zwischen Planung und Improvisation zu finden.

Vor dem Schreiben entwirft er einen Plot. Aber es ist nicht alles geplant und er lässt die Charaktere auch ihre eigenen Entscheidungen treffen. Außerdem beschäftigt er sich mit einigen Fragen erst, wenn sie entschieden werden müssen. So informierte er sich erst relativ spät über die Archivierung von Filmen und er war erstaunt, wieviel Platz ein Spielfilm benötigt.

Auch werden einige Charaktere im Lauf des Schreibens zunehmend wichtiger. So war der schweizer Saft- und Marmeladenfabrikant zunächst nur ein Charakter, der in der Abafun Lodge für einen glaubwürdigen Hintergrund sorgte. „Später ist mir aufgefallen, dass er die Lösung für ein Problem, das ich hatte, war“, erzählt Blettenberg.

Ich habe eine gewisse Sicherheit, dass ich gut rauskomme“, fährt er fort. Dennoch kann es sein, dass er, wenn er gute Ideen hat, die zweite Hälfte komplett neu aufbaut.

Während des Schreibens verwirft er selbstverständlich einige Ideen, wie einen Tauchgang von Voss. Andere Szenen streicht er, nachdem er das Manuskript abgeschlossen hat. So hatte er in einer früheren Fassung die komplette 30-seitige Synopse von Murnaus verschollenem „Four Devils“ aufgenommen.

Einige seiner Testleser hielten diese Passage für zu lang. „Andere sagten, ich solle keine Zeile des 900-seitigen Manuskripts streichen.“ Aber weil er einen Roman und keine filmhistorische Abhandlung schreiben wollte, kürzte er die Inhaltsangabe von „Four Devils“ auf wenige Zeilen ein. Auch einige Passagen aus Murnaus Leben und seinem Umfeld, die in seiner Murnau-Biographie standen, sind – falls er sie überhaupt in eine frühere Fassung aufgenommen hatte – vor dem Druck von ihm gestrichen worden.

Am Ende erstellte er, wegen der Länge von „Murnaus Vermächtnis“, den Prolog, den er „Aufblende“ nannte. „Es ist ein Versprechen und Einstimmung auf die Geschichte.“

Die Einteilung in vier Akte, eine Auf- und Abblende machte er nach dem Schreiben. Sie weist noch einmal darauf hin, dass es in dem Buch um Filme, vor allem Stummfilme, die noch in Akte (vulgo Filmspulen), unterteilt waren, geht.

D. B. Blettenbergs Lektüre

Mit meiner traditionellen Abschlussfrage nach fünf Büchern für den nächsten Urlaub stellte ich D. B. Blettenberg dann vor ungeahnte Probleme. In den vergangenen Monaten hatte er vor allem Sachbücher für seinen nächsten Roman gelesen und er wollte mir unbedingt Bücher empfehlen, die ich noch nicht gelesen hatte. Nach längerem Überlegen nannte er:

- Hugh R. Trevor-Roper: Der Eremit von Peking

- Albert Sánchez Pinol: Pandora im Kongo

- Ulf Miehe: Puma

- Hans Herbst: Mendoza

- Charles McCarry: Christophers’ Ghost

Als wir dann zur Bücherwand gingen, zeigte er mir die Bücher seiner Lieblingsautoren, die ihn teilweise um die halbe Welt begleiteten. Elmore Leonard, Eric Ambler, Carl Hiaasen („Ich kann von ihm allerdings nur ein halbes Buch lesen. Dann wird es mir zu viel.“), James W. Hall, Brian Freemantle, Ted Allbeury, Len Deighton, Charles McCarry, Alan Furst, James Lee Burke, James Ellroy (mit einer persönlichen Widmung), Ed McBain („Ein Meister des Dialogs.“), Natsuo Kirino, Dennis Lehane, Michael Connelly, Tony Hillerman, Maj Sjöwall/Per Wahlöö, etwas Mickey Spillane, zwei Keller-Romane von Lawrence Block („Mehr kenne ich noch nicht von ihm.“), und die Geschenkausgabe von Elmore Leonards „Ten Rules of Writing“.

D. B. Blettenberg: Murnaus Vermächtnis

Dumont, 2010

576 Seiten

19,95 Euro

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Hinweise

Homepage von D. B. Blettenberg

Meine Besprechung von D. B. Blettenbergs „Land der guten Hoffnung“

Meine Besprechung von D. B. Blettenbergs “Murnaus Vermächtnis”

Wikipedia über D. B. Blettenberg

Lexikon der deutschen Krimiautoren über D. B. Blettenberg

Krimi-Couch über D. B. Blettenberg


Neu im Kino: Bad Lieutenant, Shutter Island

Februar 25, 2010

Bad Lieutenant (Bad Lieutenant: Port of Call – New Orleans, USA 2009)

Regie: Werner Herzog

Drehbuch: William Finkelstein (nach dem Drehbuch von Victor Argo, Paul Calderon, Zoë Lund und Abel Ferrara)

Werner Herzogs Comeback. Jedenfalls in Deutschland. Denn hier verschwand er nach seinen großen Erfolgen in den Siebzigern (Aguirre, der Zorn Gottes; Jeder für sich und Gott gegen alle; Herz aus Glas; Stroszek; Nosferatu; Woyzek) und frühen Achtzigern (Fitzcarraldo; Wo die grünen Ameisen träumen; Cobra Verde [sein Abschied vom Kino]) von der Bildfläche und man hörte nur noch, dass er jetzt vor allem Dokumentarfilme mache. Einige liefen auch auf den üblichen weltabgewandten Plätzen im TV.

Aber in den USA wurde er zu dem Mann. Einem der wenigen Deutschen, die auch in Hollywood anerkannt sind und er wurde sogar in die Parodie „If Filmmakers directed the Super Bowl“ aufgenommen. Neben den Dokus drehte er auch einige Spielfilme, die bei uns – falls überhaupt – unter Ausschluss der Öffentlichkeit liefen.


Doch jetzt, mit dem Remake eines Genrefilms und mit der Präsidentschaft der Berlinale-Jury (was auch zu vielen Interviews führte [es half sicher, dass die Interviews auf Deutsch geführt werden konnten und er auch seinen neuen Film irgendwie promotete]) kehrt er zurück in die deutschen Kinosäle.

Die Story, für alle die Abel Ferraras grandiosen „Bad Lieutenant“ (mit Harvey Keitel) nicht kennen: Nach dem Hurrikan Katrina muss ein drogensüchtiger Cop den Mord an einer schwarzen Familie aufklären.

Mit Nicholas Cage, Val Kilmer, Eva Mendes, Xzibit, Vondie Curtis Hall, Brad Dourif

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Bad Lieutenant“

Die Zeit: Interview mit Werner Herzog (4. Februar 2010)

Berliner Zeitung porträtiert Werner Herzog (11. Februar 2010)

Kriminalakte über “Bad Lieutenant”

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Shutter Island (Shutter Island, USA 2009)

Regie: Martin Scorsese

Drehbuch: Laeta Kalogridis

LV: Dennis Lehane: Shutter Island, 2003 (Shutter Island)

Shutter Island, 1954: U. S. Marshall Teddy Daniels und sein neuer Partner Chuck Aule sollen auf Shutter Island herausfinden, wie die Mehrfachmörderin und Patientin Rachel Solando aus dem streng abgesicherten Hospital entkommen konnte. Schnell ist Daniels einer größeren Verschwörung auf der Spur. Aber kann er seinen Sinnen noch trauen?

Und was kann bei dem Team Scorsese/DiCaprio schon schief gehen? Vor allem wenn sie als Spielmaterial einen spannenden Thriller von Dennis Lehane haben.

Mit Leonardo DiCaprio, Ben Kingsley, Mark Ruffalo, Max von Sydow, Michelle Williams, Emily Mortimer, Patricia Clarkson, Jackie Earle Haley, Ted Levine, John Carroll Lynch, Elias Koteas

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Shutter Island“

Drehbuch „Shutter Island“ von Laeta Kalogridis

Homepage von Dennis Lehane

The Boston Globe: Interview mit Dennis Lehane über “Shutter Island” (14. Februar 2010)

Meine Besprechung von Dennis Lehanes „Coronado“ (Coronado, 2006)

Kriminalakte über „Shutter Island“


TV-Tipp für den 15. Februar: Aufbruch der Filmemacher

Februar 15, 2010

Arte, 22.35

Aufbruch der Filmemacher (D 2008. R.: Dominik Wessely, Laurens Straub [Ko-Regie])

Drehbuch: Rainer Kölmel, Laurens Straub, Dominik Wessely

Zweistündige sehr sehenswerte Doku über den Filmverlag der Autoren. Zu den Gründungsmitgliedern am 18. April 1971 gehörten Hark Bohm, Peter Lilienthal, Hans Noever, Pete Ariel, Uwe Brandner, Veith von Fürstenberg, Wim Wenders, Hans W. Geissendörfer und Volker Vogeler. Später kam auch Rainer Werner Fassbinder dazu. Die Idee des Filmverlags der Autoren war, die eigenen Filme kollektiv zu produzieren und zu verleihen. In den folgenden Jahren war der Filmverlag die kreative Brutstätte des Neuen Deutschen Films.

Mit Rudolf Augstein, Heinz Badewitz, Hark Bohm, Uwe Brandner, Rainer Werner Fassbinder, Michael Fengler, Peter Fleischmann, Hans W. Geissendörfer, Peter Handke, Irm Hermann, Werner Herzog, Alexander Kluge, Peter Lilienthal, Tom Luddy, Margaret Ménégoz, Lynda Myles, Hans Noever, Thomas Schamoni, Peter Sickert, Laurens Straub, Dan Talbot, Veith von Fürstenberg, Luggi Waldleitner, Wim Wenders

Auch bekannt als „Gegenschuss – Aufbruch der Filmemacher“

Wiederholung: Montag, 22. Februar, 10.20 Uhr

Hinweise

Wikipedia über den „Filmverlag der Autoren“

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Aufbruch der Filmemacher“


Kleinkram: Film-Edition mit Drehbüchern, “The Shield”-Machern und Ken Bruen

November 20, 2009

Collider hat mit Werner Herzog über seinen neuen Film „Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans“ gesprochen.

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Collider hat mit Shawn Ryan über „The Shield“ und seine neue Serie „Lie to me“ gesprochen.

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Sein „Shield“-Kollege Kurt Sutter erklärt in seinem Blog, was ein Showrunner macht.

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In den vergangenen Tagen wurden etliche Drehbücher von meistens brandneuen Filmen (einige sind bei uns noch nicht angelaufen) online gestellt:

demnächst im Kino

Joel & Ethan Coen: A serious man (Undated, unspecified draft script)

Peter Straughan: The Men Who Stare At Goats (October 21, 2008 unpsecified draft script, based on the book by Jon Ronson)

Peter Straughan: The Men Who Stare At Goats (March 20, 2006 first draft script , based on the book my Jon Ronson)

Richard Kelly: The Box (September 30, 2006 draft script, based on the short story “Button, Button” by Richard Matheson)

schon im Kino

Roland Emmerich & Harald Kloser (polished by Matt Charman): 2012 (February 19, 2008 2nd draft)

Scott Z. Burns: The Informant! (undated, ‘as produced’ draft script, based on the book by Kurt Eichenwald)

James Grey: We own the night (Undated, Unspecified draft script)

Steve Kloves: Harry Potter and the Half Blood Prince (August 28, 2007 unspecified draft script, Based on the book my J. K. Rowling)

Henry Selick: Coraline (Undated, unspecified draft script, based on the novel by Neil Gaiman)

Klassiker

Scott Frank: The Lookout (December 31, 1998 Revised Draft)

Joshua and Daniel Goldin, Sam and Ivan Raimi and Chuck Pfarrer: Darkman (February 9, 1989 unspecified draft script, Story by Sam Raimi)

Barry Levinson: Diner (Undated, unspecified draft script)

Robert Bold: Doctor Zhivago (September 1964 shooting script script)

Akira Kurosawa & Shinobu Hashimoto & Hideo Oguni: Seven Samurai (Shichinin no samurai) (Undated, unspecified draft script, Translated by Donald Richie)

Maurice Richlin, Blake Edwards: The Pink Panther (January 30, 1963)

Edward Neumeier, Michael Miner: Robocop (June 10, 1986 Fourth Draft)

Frank Miller: Robocop 2 (Undated first draft)

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Und zum Schluss: Ken BRUEN!

Es gibt Bilder von „The Guards“ (hier und hier).

 


TV-Tipp für den 30. Juni

Juni 30, 2007

Kult oder Kultur?

Hmhm.

Zur Auswahl stehen Werner Herzog und Pamela Anderson.

Ui.

BR zeigt einfach so ab 20.15 Uhr „Fitzcarraldo“ (D 1982), „Mein liebster Feind“ (D 1999) und „Invincible – Unbesiegbar“ (USA/GB/D/Irl. 2001). Der erste Film, in dem Klaus Kinski als Opernfan ein Schiff über einen Dschungelberg zerrt, ist bekannt. Der Zweite heißt neudeutsch „Making of“ und ist eine mit zahlreichen Ausschnitten von den Dreharbeiten zu den Herzog-Kinski-Filmen versehene Liebeserklärung von Herzog an seinen Star. Und dem Dritten hätte eine Portion Kinski sicher nicht geschadet. Aber der starb bereits 1991.

Das Vierte zelebriert ab 18.10 Uhr den Vierzigsten von Pamela Anderson. Es beginnt mit fünf Folgen “Baywatch”. „Ein mörderischer Wettkampf“, „Die Graffiti-Gang“, die Doppelfolge „Spuk im Hotel“ und „Filmteam am Strand“. Danach gibt’s “Playboy’s Babes of Baywatch”, “The Best of Pamela Anderson“, „The Ultimate Pamela Anderson“ und The Pamela Anderson Video Centrefold”.

Oha.

Ähem, Programm 23.


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