TV-Tipp für den 19. Mai: Gorky Park

Mai 19, 2013

3sat, 22.10

Gorky Park (USA 1983, R.: Michael Apted)

Drehbuch: Dennis Potter

LV: Martin Cruz Smith: Gorky-Park, 1981 (Gorki Park)

Im Moskauer Gorki Park werden drei verstümmelte Leichen gefunden. Inspektor Renko kommt bei seinen Ermittlungen einer Staatsaffäre auf die Spur.

Martin Cruz Smith schuf mit dem sowjetischen Ermittler Arkadi Renko eine enorm erfolgreiche Serienfigur. Für „Gorky-Park“ erhielt er den Gold Dagger.

Die Verfilmung missfiel der damaligen Filmkritik: „voller naiver Klischees, in der Charakterzeichnung oberflächlich, ohne Stimmung und Atmosphäre. Auch als Genre-Film spröde und spannungslos.“ (Lexikon des internationalen Films). Oder „Nun sind Klischees…nichts schlimmes, wenn nur alles andere stimmt: eine komplexe, nachvollziehbare Story, spannende Atmosphäre, interessante Charaktere und physische Aktion. Das alles aber hat Gorky Park in zu geringem Maße.“ (Fischer Film Almanach 1985).

Wie so oft wurde aus einem guten Buch ein mittelmäßiger Film.

Dennis Potters Drehbuch erhielt den Edgar.

Mit William Hurt, Lee Marvin, Brian Dennehy, Joanna Pacula, Ian Bannen

Hinweise

AllMovie über “Gorky Park”

Rotten Tomatoes über “Gorky Park”

Turner Classic Movies über “Gorky Park”

Wikipedia über “Gorky Park” (deutsch, englisch)

Homepage von Martin Cruz Smith

Meine Besprechung von Martin Cruz Smiths „Stalins Geist“ (Stalin’s Ghost, 2007)


TV-Tipp für den 18. Mai: James Bond: Der Spion, der mich liebte

Mai 17, 2013

ZDF, 23.15

JAMES BOND: Der Spion, der mich liebte (GB 1977, R.: Lewis Gilbert)

Drehbuch: Richard Maibaum, Christopher Wood

LV: Ian Fleming: The spy who loved me, 1962 (Der Spion, der mich liebte)

Buch zum Film: Christopher Wood: The spy who loved me, 1977 (James Bond und sein größter Fall)

Mitten im Kalten Krieg muss Bond mit den Russen (nun, mit einer verdammt gut aussehenden Agentin) zusammenarbeiten. Denn Milliardär Stromberg will die Welt vernichten.

Der Film hat mit dem Buch nur eine Gemeinsamkeit: den Titel. Kein Wunder, denn in dem Buch erzählt Fleming aus der Perspektive einer jungen Frau, die einen Job als Hauswärterin eines einsam gelegenen Motels annimmt, wie sie von zwei Verbrechern als Geisel genommen und von James Bond befreit wird. Fleming hielt das stark kritisierte Buch für „offensichtlich schiefgegangen“ und sprach sich – erfolglos – gegen weitere Auflagen aus. Er bestand beim Verkauf der Filmrechte an Eon Productions darauf, dass für einen Film eine andere Geschichte gefunden werde.

Und das taten sie! Der Film glänzt mit Pyramiden, einem unter Wasser fahrendem Auto, Beißer (der bei Moonraker seinen zweiten Auftritt hatte) und einer grandiosen Schlussschlacht in dem Bauch eines Schiffes. Für diesen Kampf wurde in den Pinewood-Studios die größte Filmhalle der Welt, die „007-Stage“, gebaut. Roger Moore spielt Bond, Curd Jürgens den Bösewicht, Barbara Bach eine Russin.

Wiederholung: ZDFneo, Sonntag, 19. Mai, 22.05 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „James Bond: Der Spion, der mich liebte” (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Der Film, der Ronald Reagan und Stanley Kubrick gefiel: „Das Kommando“

Mai 17, 2013

Als der Thriller „Das Kommando“ vor über dreißig Jahren gedreht wurde, war Lewis Collins dank der heute immer noch bekannt-beliebten Serie „Die Profis“ (The Professionals), die bei uns nur selten, in England fast ständig läuft, ein bekannter TV-Star, der von einer großen Kinokarriere träumte. Auch als James Bond war er im Gespräch – und er wäre, nach dem witzigen Roger Moore sicher wieder ein Schritt zurück zu dem Sean-Connery-James-Bond gewesen.

Ian Sharps Kinodebüt sollte, nachdem er bereits einige Folgen für „Die Profis“ drehte, für Collins der erste Schritt in diese Richtung sein und wenn man sich heute „Das Kommando“ ansieht, sieht es wie eine überlange Folge von „Die Profis“ aus, ohne Doyle (sein von Martin Shaw gespielter Partner, der danach eine beachtliche Karriere hatte und heute George Gentley ist), aber mit Frau und Baby. Denn der von Lewis Collins gespielte SAS-Agent Peter Skellen wird in einem Undercover-Einsatz in eine Gruppe Terroristen eingeschleust, die in der Öffentlichkeit als Pazifisten auftreten und von der jungen Frankie Leith (Judy Davis), die Dank ihrer Erbschaft keine Geldsorgen hat und sich als Künstlerin selbst verwirklicht, angeführt. Sie erinnerte mich spontan an Patty Hearst, die 1974 von Terroristen entführte Millionärstochter, die selbst zur Terroristin wurde. Skellen erschleicht schnell und mühelos ihr Vertrauen. Ihre Freunde bleiben misstrauisch und haben auch einige Beweise.

Dennoch nimmt die verliebte Terroristin ihn mit zu ihrem großen Coup: der Geiselnahme des US-amerikanischen Außenministers Arthur Currie (Richard Widmark in einem seiner letzten Filmauftritte) und seiner hochrangigen Diner-Gäste. Skellen will natürlich das Schlimmste verhindern und wir können einen der ersten Filme sehen, in denen die Arbeit der SAS und der damals in anderen Ländern gegründeten Spezialeinheiten, wie der GSG 9 in Deutschland, realistisch, aber auch glorifizierend gezeigt wird.

Denn die Inspiration für den Film war für Produzent Euan Lloyd („Die Wildgänse kommen“, „Die Seewölfe kommen“) die Geiselnahme in der iranischen Botschaft am 30. April 1980 in London und die erfolgreiche Geiselbefreiung durch die SAS am 5. Mai. Die SAS, die damals noch verschwiegener als heute war, half bei „Das Kommando“ auch hinter den Kulissen. Einige der Actionszenen bei der Geiselbefreiung, vor allem das Herabseilen der SAS-Männern aus den Hubschraubern, wurden von SAS-Männern gespielt.

Damals wurde der Thriller – der noch vor den vielen reaktionären 80er-Jahre-Actionfilme, ungefähr parallel zu dem ziemlich langweiligem Sylvester-Stallone-Terroristenthriller „Nachtfalken“ (Nighthawks, USA 1981) entstand – von Kritikern vor allem wegen seiner konservativen Botschaft verrissen. Zwei Beispiele:

Unterhaltungskino als Träger reaktionärer, rechter politischer Inhalte. Es ist schon beängstigend, dass und wie ungute Traditionen wieder zum Leben erweckt werden.“ (Fischer Film Almanach 1983)

Ein zynischer Film, der nur durch seine Menschenverachtung auffällt.“ (Lexikon des internationalen Films)

Und, heute absolut rätselhaft, in Deutschland landete die Videocassette des Films auf dem Index.

In den USA war der damalige Präsident der USA, Ronald Reagan, von dem Film begeistert, sein Lob wurde für die Werbung benutzt – und, so Euan Lloyd im Audiokommentar, damit wurde der Film zu einem Flop in den USA, weil die Filmkritiker ihn verrissen und er, als „The Final Option“, nur einen kleinen US-Start erhielt. Es gab vor Kinos Proteste gegen den Film. In England protestierte vor allem die People for Nuclar Disarmament (PND), die sich zu Unrecht als Terroristen porträtiert sah. Dabei, so Lloyd im Audiokommentar, hätten sie doch immer deutlich zwischen den Protestlern und den Terroristen, die Anarchisten seien und die ahnungslosen Atomwaffengegner unterwandert hätten, unterschieden.

Hm.

Denn selbstverständlich ist „Das Kommando“ eine bei der SAS und SAS-Fans sehr beliebte Glorifizierung der SAS, die hier alles richtig macht (Nordirland kommt nicht vor) und die hehren Werte der Demokratie gegen Atomwaffengegner und Friedensbewegung, die alle Naivlinge sind, mit der MP verteidigt. So ist der Disput zwischen Frankie und dem Außenminister über ihre Ziele und Methoden schon schmerzhaft dümmlich; – was auch an dem Plan der Terroristen liegt: sie wollen, dass eine Atombombe über einem bewohnten Gebiet gezündet wird, um vor den Gefahren und Folgen eines Atomkriegs zu warnen.

Dennoch gelingt Ian Sharp bei seinem ersten Spielfilm durchaus ein Sittenbild der damaligen Zeit: die Befehlshaber, die anscheinend noch den zweiten Weltkrieg erlebten; die Soldaten, die trainieren, trainieren und im Einsatz eiskalt ihre Mission erfüllen, manchmal auch mit etwas Undercover-Arbeit; die alternative Szene, die ein buntes Gemisch aus Linksintellektuellen, Geistlichen, Protestlern und, auch, Terroristen ist, die hier im Hintergrund von mächtigen Männern unklarer Herkunft (sagen wir mal: Araber, Banker und hochrangige Politiker), die eine bestimmte Stimmung erzeugen wollen, „gelenkt“ werden. Das ist dann schon ziemlich zynisch, gepaart mit einem Schuss Verschwörungstheorie.

Hier zeigt sich die britische TV-Schule, die immer wieder spektakuläre Serien hervorbrachte. Allerdings ist die vor einem ähnlichen Hintergrund spielende BBC-Serie „Am Rande der Finsternis“ (Edge of Darkness), geschrieben von Troy Kennedy-Martin, in ihrer Durchleuchtung von Machtstrukturen um Längen besser – und sie hat auch eine vollkommen konträre Botschaft.

Insofern ist „Das Kommando“, das natürlich entlang einer spannenden Geschichte mit eindeutigen Zuschreibungen von Gut und Böse und einigen Unwahrscheinlichkeiten (wie dass sich die Terroristin sofort in den SAS-Agenten verliebt) geplottet wurde, teilweise gar nicht so reaktionär, wie er damals von der Kritik wahrgenommen wurde und für einen altmodisch-spannenden Thrillerabend mit etwas Action, der mehr in den Siebzigern als in den Achtzigern verwurzelt ist, taugt er allemal.

Und Lewis Collins? Er drehte danach noch drei Söldner-Filme, die damals ein sehr populäres Subgenre waren, und verschwand von der Bildfläche.

Als Bonusmaterial gibt es den schon mehrfach angesprochenen, 2010 aufgenommenen Audiokommentar mit Produzent Euan Lloyd und Regisseur Ian Sharp, der einen wirklich guten Einblick in die gesamte Entstehungsgeschichte des Films, die Dreharbeiten und die Reaktionen liefert. Dort erfahren wir auch, dass auch Stanley Kubrick und Steven Spielberg sich lobend über den Thriller äußerten.

Das Kommando - DVD-Cover-innen

Das Kommando – Die endgültige Entscheidung (Who dares win, Großbritannien 1982)

Regie: Ian Sharp

Drehbuch: Reginald Rose

LV“/Original Story: George Markstein: The Tiptoe Boys

Musik: Roy Budd

mit Lewis Collins, Judy Davis, Richard Widmark, Edward Woodward, Robert Webber, Tony Doyle, Ingrid Pitt, Albert Fortell

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DVD

Ascot-Elite

Bild: 1.78:1/16:9

Ton: Deutsch (DTS 2.0, Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Audiokommentar von Euan Lloyd und Ian Sharp, Originaltrailer, Wendecover

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

AllMovie über “Das Kommando”

Rotten Tomatoes über „Das Kommando“

Wikipedia über „Das Kommando“ (deutsch, englisch)

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Einige zeitgenössische Berichte über den Film

Nachdem der erste Clip mittendrin abbricht, auch beim zweiten Clip die Bildqualität historisch ist und beim dritten Clip besser wird, wird es jetzt  noch besser


TV-Tipp für den 17. Mai: Der Kuss vor dem Tode

Mai 17, 2013

ZDFneo, 23.05

 

Der Kuß vor dem Tode (USA 1991, R.: James Dearden)

 

Drehbuch: James Dearden

 

LV: Ira Levin: A kiss before dying, 1953 (Kuss vor dem Tode)

 

Student Jonathan hat wenig Geld, aber den unbedingten Willen zu Macht und Reichtum. Dafür geht er über Leichen. Nur die schöne Zwillingsschwester Ellen ahnt etwas.

 

Nettes Remake.

 

Mit Matt Dillon, Sean Young, Max von Sydow, James Russo

 

Hinweise

 

Wikipedia über „Der Kuß vor dem Tode“ (deutsch, englisch)

 

Kriminalakte: Nachruf auf Ira Levin


TV-Tipp für den 16. Mai: Jerry Cotton: Mordnacht in Manhattan

Mai 16, 2013

 

Das Vierte, 20.15

 

Jerry Cotton: Mordnacht in Manhattan (D 1965, R.: Harald Philipp)

 

Drehbuch: Axel Berg (Pseudonym von Herbert Reinecker)

 

LV: gleichnamige Heftserie aus dem Bastei-Lübbe-Verlag

 

Fall Nummer Zwei für den tapferen Mann vom FBI: Eine Bande erpresst von Geschäftsleuten Schutzgeld.

 

Hält mühelos das Niveau des ersten Falles.

 

Mit George Nader, Heinz Weiss, Richard Münch, Willy Semmelrogge

 

Wiederholung: Freitag, 17. Mai, 00.05 Uhr (Taggenau!)

 

Hinweise

Wikipedia über Jerry Cotton

 

Bastei über Jerry Cotton

 

Meine Besprechung von Martin Comparts „G-Man Jerry Cotton“ (2010)

 


TV-Tipp für den 15. Mai: Angst über der Stadt

Mai 14, 2013

HR, 23.15

 

Angst über der Stadt (F/I 1974, R.: Henri Verneuil)

 

Drehbuch: Jean Laborde, Henri Verneuil, Francis Veber

 

Actionhaltiger, harter Polizeithriller in dem ein Pariser Kommissar, Typ „Dirty Harry“, einen Serienmörder jagt.

 

Nach dem Genuss von „Matrix“ und „Spider-Man“ wirken die Action-Szenen in „Angst über der Stadt“ zwar bedächtlich, aber Jean-Paul Belmondo ließ sich bei den zahlreichen Verfolgungsjagden, dem Abseilen von einem Hubschrauber und der Kletterei über die Dächer von Paris nicht doubeln. Bei den Schlägereien natürlich auch nicht. Die Story folgt den bekannten Genrekonventionen und Belmondo hatte in seiner ersten Polizistenrolle einen Kassenschlager.

 

„Angst über der Stadt“ ist „die mythische Dokumentation seiner Konversion von der Seite der Rebellen auf die Seite der Gesetz- und Ordnungsvertreter.“ (Georg Seesslen: Copland)

Anschließend, um 01.10 Uhr läuft “Der Außenseiter” (Fr 1983); nicht unbedingt ein Belmondo-Highlight.

 

 

Mit Jean-Paul Belmondo, Charles Denner, Catherine Morin, Berto Maria Merli, Lea Massari

Hinweise

 

Arte über “Angst über der Stadt”

 

Wikipedia über “Angst über der Stadt”

 

Kölner Stadt-Anzeiger: Daniel Kothenschulte zum 75. Geburtstag von Jean-Paul Belmondo

 

Stuttgarter Zeitung: Sabine Glaubitz zum 75. Geburtstag von Jean-Paul Belmondo

 

Tagesschau: Angela Ulrich zum 75. Geburtstag von Jean-Paul Belmondo

 

Deutsche Welle: 4-minütiger Film zum 75. Geburtstag von Jean-Paul Belmondo

 

Meine Besprechung von Jean-Luc Godards “Außer Atem” (mit Jean-Paul Belmondo in der Hauptrolle)

 

Jean-Paul Belmondo in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 14. Mai: Night Train

Mai 14, 2013

 

Tele 5, 22.20

Night Train (USA 2009, R.: Brian King)

Drehbuch: Brian King

Weihnachten: in allerletzter Sekunde kann ein Mann, der ein Holzkästchen bei sich hat, irgendwo im Nirgendwo einen Zug besteigen. Kurz darauf ist er tot. Seine Mitreisenden erblicken in dem Kästchen Juwelen – und die Gier nach ihnen bestimmt fortan das Handeln der Reisenden.

Night Train“ ist einer der kleinen Filme, die auf einem begrenzten Raum und mit wenigen Schauspielern eine ordentliche Portion an Thrill herausholen. Früher wäre „Night Train“ als eine Folge der „Twilight Zone“ oder von „Alfred Hitchcock präsentiert“ durchgegangen.

mit Danny Glover, Steve Zahn, Leelee Sobieski, Matthias Schweighöfer, Takatsuna Mukai, Togo Igawa, Richard O’Brien, Jo Marr, Constantine Gregory, Geoff Bell

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Night Train”

Wikipedia über „Night Train“

Meine Besprechung von Brian Kings „Night Train“ (Night Train, USA 2009)


Neu im Kino/Filmstart: „Tilt“ – Stash verliebt sich in das falsche Mädchen

Mai 13, 2013

 

Stash und seine Kumpels sind jugendliche Kleinkriminelle, die in ihrem Treffpunkt abhängen, Flipper spielen und VHS-Kopien von Pornos herstellen, die sie dann unter der Hand verkaufen. Stash ist auch ein begeisterter Skater. Bei einer Wette – es geht um die Verfolgung eines Busses – sieht er zum ersten Mal Becky. Er verliebt sich sofort in sie und baut einen Unfall, der ihn für die nächsten Tage an einen Rollstuhl fesselt. Auch sie verliebt sich in ihn und sie will nicht auf ihren Vater Katev hören, der, durchaus verständlich, etwas gegen ihre Liebe zu dem jugendlichen Hallodri hat.

Dummerweise ist Katev ein hoher Polizist und weil die Geschichte 1989 in Sofia beginnt, hat er auch die gesamte Macht eines korrupten Staatsapparats hinter sich, der Stash und seine Freunde lebenslang in einem bulgarischen Gefängnis einsperren kann. Außerdem gibt es einen Verräter in Stashs Freundeskreis, der der Polizei ihr Versteck verrät.

Nach der Wende scheint sich alles zu ändern. Stash und seine beiden besten Freunde fahren nach Deutschland, um dort das Geld für ihren Traum, eine Bar namens „Tilt“, zu verdienen. Becky wird an der Grenze von ihrem Vater aus dem Zug geholt und Stash soll nie wieder zurück nach Bulgarien kommen.

In Deutschland versuchen sie mit schlechtbezahlten Jobs über die Runden zu kommen. Aber Stash ist immer noch in Becky verliebt.

1991 kehrt Stash zurück nach Sofia und, wie es sich für einen Gangsterfilm gehört, sieht er, dass er verraten wurde. Ein Kumpel hat jetzt die von ihnen erträumte Bar „Tilt“ eröffnet, aus den Kleingangstern wurden Großkriminelle und Katev hat immer noch gute Beziehungen. Auch wenn ein Regime weggefegt wurde, hat sich wenig geändert.

Tilt“, der in Bulgarien enorm erfolgreiche Debütfilm von Victor Chouchkov Jr., beginnt als Jugendgangsterdrama, wird dann zu Romeo und Julia, zu einem Auswandererdrama und am Ende zu einem Gangsterdrama, das deutlich von den westlichen Gangsterfilmen beeinflusst ist und die Story, immer auch mit einem Hauch Nouvelle Vague, weitgehend entlang der Konventionen entfaltet. Aber weil er in Bulgarien während der Wendejahre spielt, zeigt er auch ein Land im Umbruch und so gewinnt die Geschichte eine Dimension, die entsprechende US- und britische Gangsterfilme nicht haben.

Der Blick aus der bulgarischen Perspektive auf das damalige Deutschland ist sicher der für uns ungewöhnlichste Teil des Films. Denn langweiliger und deprimierender, aber ohne die biedere Larmoyanz, die wir aus deutschen Filmen kennen, kann der gelobte Westen zwischen Friedhof (wo sie jobben) und Kleinstadtdisco (wo sie feiern) wohl kaum aussehen. Gedreht wurde in der ostdeutschen Kleinstadt Heiligenstadt, die in „Tilt“ die archetypische deutsche Provinzstadt im Purgatorium ist.

Da ist es nachvollziehbar, dass Stash nicht mehr im Westen als Friedhofsgärtner arbeiten will, sondern zurück in seine alte Heimat will. Auch wenn Becky keinen seiner Briefe beantwortete.

Tilt - Plakat

Tilt (Tilt, Bulgarien/Deutschland 2011)

Regie: Victor Chouchkov Jr.

Drehbuch: Victor Chouchkov Jr., Barislav Chouchkov

mit Yavor Baharoff, Radina Kardzhilova, George Staykov, Ovanes Torosyan, Ivaylo Dragiev, Alexander Sano

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Tilt“

Rotten Tomatoes über “Tilt”

Wikipedia über „Tilt“

 

 


TV-Tipp für den 13. Mai: Two Lovers

Mai 13, 2013

Arte, 20.15

Two Lovers (USA 2008, R.: James Gray)

Drehbuch: James Gray, Rick Menello

Nicht der Plot (eigentlich ein 08/15-Liebedrama: Leonard lebt, nach mehreren Selbstmordversuchen, wieder in seinem Jugendzimmer. Seine Eltern wollen ihn mit Sandra verkuppeln. Aber er ist in Michelle verliebt.), sondern die Machart ist entscheidend. Und die stimmt bei „Two Lovers“.

Denn „Two Lovers“ ist wie Grays vorherige Filme „Little Odessa“, The Yards – Im Hinterhof der Macht“ und „Helden der Nacht“ hochkarätig besetztes Schauspielerkino ohne einen falschen Ton. Weder im Spiel, noch in der Kameraführung, dem Schnitt, der Ausstattung oder der Musikauswahl. Und keines dieser Elemente drängt in den Vordergrund. Sie alle dienen der Geschichte. Wieder einmal ist Grays Blick für die Details bemerkenswert. Teilweise fallen sie beim ersten Sehen nicht auf, aber alle zusammen machen die Geschichte glaubwürdig. Es sind Kleinigkeiten, wie die Fotowand in der Wohnung der Kraditors, Leonards Jugendzimmer, die kleinen Gesten und Blicke, die in Sekundenbruchteilen alles erklären und Entscheidungen, wie Joaquin Phoenix während eines Geständnisses mit dem Rücken zur Kamera spielen zu lassen, auf einen Schnitt zu verzichten, das Licht in einer besonderen Art zu setzen und eine – teilweise unsichtbare – Zeitlupe einzusetzen.

mit Joaquin Phoenix, Gwyneth Paltrow, Vinessa Shaw, Moni Moshonov, Isabella Rossellini, Elias Koteas

Wiederholung: Mittwoch, 15. Mai, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Wikipedia über “Two Lovers” (deutsch, englisch)

IFC: Interview mit James Gray über „Two Lovers“

Spout Blog: Interview mit James Gray über „Two Lovers“

Coming Soon: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

Collider: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

IndieWire: Interview mit James Gray über “Two Lovers”

Meine ausführliche Besprechung von “Two Lovers” (Two Lovers, USA 2008 – mit weiteren Informationen)

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Der Buchtipp

Roesler-Keilholz - Keilholz HRSG - James Gray

96 Seiten – das täuscht. Denn der von Silke Roesler-Keilholz und Sascha Keilholz herausgegebene Sammelband „James Gray – Der filmische Raum zwischen Nähe und Distanz“ ist extrem klein gedruckt. Andere Verlage hätten den Text locker auf gut 192 Seiten verteilt und es würde sich immer noch niemand über den Platz zwischen den Buchstaben beschweren.

In dem Sammelband sind Analysen von James Grays Filmen „Little Odessa“, „The Yards“, „We own the Night“ und „Two Lovers“ und ein Interview mit James Gray. Klingt doch gut?

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Silke Roesler-Keilholz/Sascha Keilholz (Hrsg.): James Gray – Der filmische Raum zwischen Nähe und Distanz

Schüren, 2012

96 Seiten

14,90 Euro


TV-Tipp für dn 12. Mai: Charles Bronson – Der Grenzwolf

Mai 12, 2013

 

Tele 5, 20.15

Charles Bronson – Der Grenzwolf (USA 1980, R.: Jerrold Freedman)

Drehbuch: Jerrold Freedman, Steve Kline

Charles Bronson spielt in dem sehenswerten Polizeithriller einen Polizisten an der amerikanisch-mexikanischen Grenze, der Menschenschmuggler jagt.

Der Grenzwolf“ ist ein ungewöhnlicher Charles-Bronson-Film über den der Hauptdarsteller sagte: „Ich denke, dass Filme bilden und unterhalten können. ‘Der Grenzwolf’ tut beides.“ – Und damit gehört er in eine Reihe von damals entstandenen Filmen, die sich facettenreich mit den Problemen an der Grenze beschäftigten.

Regisseur Freedman hat geschickt Elemente von Western, Polizeifilm und Politthriller zu einer soliden Schilderung von Bereichen genutzt, in denen dritte Welt und Wohlstandsgesellschaft aufeinanderprallen.“ (Fischer Film Almanach 1986)

Der deutsche Kinostart war, als „Der Grenzwolf“, am 31. Mai 1985.

mit Charles Bronson, Bruno Kirby, Michael Lerner, Kenneth McMillan, Ed Harris, Karmin Murcelo, Enrique Castillo, Wilford Brimley

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Grenzwolf“

Wikipedia über „Der Grenzwolf“

SWR Filmspaicher über „Der Grenzwolf“ (ganz unten)

Charles Bronson in der Kriminalakte

 

 


Terrence-Malick-Tage im Arsenal – und eine Buchvorstellung

Mai 11, 2013

Bis zum Kinostart von „To the Wonder“, dem neuen Spielfilm von Terrence Malick, am 30. Mai dauert es noch einige Tage. Genug Zeit, um sich noch einmal seine Filme anzusehen. Am Besten natürlich auf der großen Leinwand und die Berliner müssen sich dafür nur in die U-Bahn zum Potsdamer Platz setzen. Denn das Kino Arsenal zeigt in einer Werkschau alle Filme von Terrence Malick und die Dokumentation „Rosy-Fingered Dawn: A Film on Terrence Malick“ (Italien 2002).

Am Sonntag, den 12. Mai, wird die Reihe um 19.30 Uhr mit Malicks Debütfilm „Badlands“ und der Präsentation von Dominik Kamalzadeh und Michael Peklers Buch „Terrence Malick“ eröffnet.

In „Terrence Malick“ beschäftigen sich die beiden Filmjournalisten, sehr informativ, mit einzelnen Aspekten seines Werkes, versuchen das Leben des notorisch verschwiegenen Malick zu durchleuchten und besprechen, mit vielen Bildern, jeden seiner sechs Filme, von denen vor allem seine beiden ersten Filme „Badlands“ und „Days of Heaven“ aufgrund der Bilder Kultstatus genießen. Es sind auch meine beiden Lieblings-Malicks. „The Thin Red Line“ ist eine starbesetzte Meditation über den Krieg, die mir gefiel, aber einige meiner Kumpels für den langweiligsten Film ihres Lebens hielten. „The New World“ ist Malicks Version der Begegnung von John Smith mit der Indianerprinzessin Pocahontas. Der Film existiert in verschiedenen Fassungen. Am 26. Mai zeigt das Arsenal auch den gut dreistündigen, in Deutschland nicht veröffentlichten Extended Cut auf der großen Leinwand.

Endgültig esoterisch wurde es mit „The Tree of Life“, einem fulminantem Langweiler, und „To the Wonder“, der „The Tree of Life“ mit kürzerer Laufzeit und ohne Dinosaurier ist. Aber vielleicht verstehe ich nach der Lektüre von „Terrence Malick“ „To the Wonder“ besser und finde den Film gar nicht mehr soo schlecht.

Sehr gut finde ich jedenfalls die Arsenal-Filmreihe und Dominik Kamalzadeh und Michael Peklers Buch „Terrence Malick“.

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Die Filme von Terrence Malick

Badlands, USA 1973 (Badlands – Zerschossene Träume), mit Martin Sheen, Sissy Spacek, Warren Oates

Days of Heaven, USA 1978 (In der Glut des Südens), mit Richard Gere, Brooke Adams, Sam Shepard

The Thin Red Line, USA 1998 (Der schmale Grad), mit Sean Penn, Adrien Brody, Jim Caviezel, Ben Chaplin, George Clooney, John Cusack, Woody Harrelson, Elias Koteas, Jared Leto, Nick Nolte, John Savage, John Travolta

The New World, USA 2005, mit Colin Farrell, Q’orianka Kilcher, Christopher Plummer, Christian Bale, Wes Studi, David Thewlis

The Tree of Life, USA 2011, mit Brad Pitt, Sean Penn, Jessica Chastain,

To the Wonder, USA 2012, mit Ben Affleck, Olga Kurylenko, Rachel McAdams, Javier Bardem

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Das Buch über Terrence Malick

Kamalzadeh - Pekler - Terrence Malick - 4

Dominick Kamalzadeh/Michael Pekler: Terrence Malick

Schüren, 2013

208 Seiten

19,90 Euro

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Hinweise

AllMovie über Terrence Malick

Rotten Tomatoes über Terrence Malick

Wikipedia über Terrence Malick (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 11. Mai: Hotte im Paradies

Mai 10, 2013

 

Eins Festival, 22.00

Hotte im Paradies (D 2003, R.: Dominik Graf)

Drehbuch: Rolf Basedow

Der kleine Zuhälter Hotte träumt von einem besseren Leben. Mit seiner neuen Hure könnte es klappen.

Grandioser Film über einen Berliner Zuhälter

mit Misel Maticevic, Nadeshda Brennicke, Birge Schade, Stefanie Stappenbeck

Wiederholung: Sonntag, 12. Mai, 01.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“

Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“

Meine Besprechung von Chris Wahl/Jesko Jockenhövel/Marco Abel/Michael Wedel (Hrsg.) “Im Angesicht des Fernsehens – Der Filmemacher Dominik Graf”

Dominik Graf in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: India „Stoker“ ist im Schatten des Zweifels

Mai 10, 2013

 

Das Aufstechen einer Blase.

 

Das Krabbeln einer Spinne.

 

Das Spitzen eines Bleistifts.

 

Bilder aus „Stoker“, den neuen Film von Park Chan-Wook, dem Regisseur von „Joint Security Area“, „Sympathy for Mr. Vengeance“, „Oldboy“, „Lady Vengeance“, „I’m a Cyborg, but that’s okay“ und „Durst“, und auch die Horrorbilder des Jahres. Denn es dürfte schwer sein, das Unwohlsein, das diesen alltäglichen Bildern, dank der Inszenierung, dem Sound, der Musik, dem Spiel der Schauspieler, innewohnt, zu toppen. Jedenfalls nicht mit Blutfontänen, Monstern und übernatürlichen Erscheinungen, die Myriaden von Programmierern beschäftigten. In „Stoker“ taucht nur ein lange verschollener Onkel bei der Beerdigung von Richard Stoker auf. Onkel Charlie war die letzten Jahre auf Weltreise und konnte daher nie zu den Familienfesten kommen. Aber jetzt möchte er sich um die Familie kümmern. Immerhin sei Familie ja das wichtigste. Evelyn Stoker, eine langsam verblühende Südstaatenschönheit, ist fasziniert von dem neuen Hausherrn. Sie verliebt sich auch in ihn.

 

Die sehr schweigsame und introvertierte achtzehnjährige India Stoker, die immer eine sehr intime Beziehung zu ihrem plötzlich verstorbenem Vater hatte, lehnt dagegen Onkel Charlie als Störenfried ab. Sie will trauern und ihre Mutter soll gefälligst auch trauern. Aber dann geschehen Dinge, die zu einer intimen Beziehung zwischen India und Onkel Charlie führen.

 

Stoker“, nach einem Drehbuch von „Prison Break“-Star Wentworth Miller, ist ein sehr intelligentes Update von Alfred Hitchcocks „Im Schatten des Zweifels“ (in dem Klassiker besuchte Onkel Charlie, gespielt von Joseph Cotten, in einer Provinzstadt die liebe Verwandtschaft und seine Nichte Charlie glaubt bald, dass ihr meist abwesender Lieblingsonkel ein gesuchter Frauenmörder ist), mit einer gehörigen Portion „Psycho“. So erinnert der von Matthew Goode gespielte Onkel Charlie durchaus an Norman Bates. Nicht nur optisch. Aber die große Entdeckung, jedenfalls für alle, die „Alice im Wunderland“, „Janet Eyre“ und „Lawless“ verpassten, ist Mia Wasikowska, die fast nichts sagt und dabei doch alles sagt, was wir über die überaus komplexe India, die gerade erwachsen wird und entsprechend unsicher über ihr wahres Wesen ist, wissen müssen.

 

Das beste Drehbuch und gute Schauspieler nützen allerdings nichts, wenn die Regie es versaubeutelt. Aber Park Chan-Wook inszenierte in seinem US-Debüt, wieder mit seinem aus „Oldboy“, „Lady Vengeance“, „I’m a Cyborg, but that’s okay“ und „Durst“ vertrauten Kameramann Chung-Hoon Chung, jedes Bild wie ein Gemälde, der Sound und die Musik von Clint Mansell tragen zur unheimlichen Atmosphäre bei, und die Schauspieler spielen, als ob sie in einem (Alp)Traum gefangen seien, immer einen kleinen Tick neben der Normalität. Gerade genug, um ein ständiges „Da stimmt irgendetwas nicht“-Gefühl heraufzubeschwören.

 

Stoker“ hätte in anderen Händen leicht zu einem 08/15-Thriller werden können, aber hier entstand ein Kunstwerk.

 

Stoker - Plakat

 

Stoker (Stoker, USA 2012)

 

Regie: Park Chan-Wook

 

Drehbuch: Wentworth Miller

 

mit Mia Wasikowska, Matthew Goode, Dermot Mulroney, Jacki Weaver, Nicole Kidman, Phyllis Sommerville

 

Länge: 99 Minuten

 

FSK: ab 16 Jahre

 

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Hinweise

 

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

 

 

Film-Zeit über „Stoker“

 

Metacritic über „Stoker“

 

Rotten Tomatoes über „Stoker“

 

Wikipedia über „Stoker“ (deutsch, englisch)

 

 

 

 


TV-Tipp für den 10. Mai: Daybreakers

Mai 10, 2013

Pro 7, 22.05

Daybreakers (Australien/USA 2009, R.: Michael Spierig, Peter Spierig)

Drehbuch: Michael Spierig, Peter Spierig

2019: Vampire beherrschen die Welt. Weil es aber nicht mehr genug Menschenblut gibt, forscht Vampir Edward Dalton für Bromley an einem Blutersatz. Als er auf einige Menschen, die im Untergrund leben, trifft, muss er sich zwischen den Menschen und den Vampiren entscheiden.

Daybreakers“ ist ein feiner Film, der trotz Ethan Hawke, Willem Dafoe und Sam Neill und der guten Einspielergebnissen in anderen Ländern bei uns keinen Kinostart erhielt. Das führt zu der traurigen Erkenntnis, dass Vampirfilme derzeit wohl nur als Biss-Filme genug kommerzielles Appeal für eine Kinoauswertung haben. Eine in sich glaubwürdige Dystopie, die detailreich eine Welt zeichnet, in der durchaus kultivierte Blutsauger die Macht übernommen haben, gehört nicht dazu.

mit Ethan Hawke, Willem Dafoe, Sam Neill, Claudia Karvan, Michael Dorman, Isabel Lucas

Wiederholung: Samstag, 11. Mai, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Wikipedia über „Daybreakers“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über “Daybreakers”

Fearnet telefoniert mit den Spierig-Brüdern (19. Oktober 2007)

Killerfilm trifft die Spierig-Brüder (8. Januar 2010)

Meine Besprechung von “Daybreakers”


TV-Tipp für den 9. Mai: Minority Report

Mai 8, 2013

Kabel 1, 20.15

Minority Report (USA 2002, R.: Steven Spielberg)

Drehbuch: Scott Frank, Jon Cohen

LV: Philip K. Dick: The Minority Report, 1956 (erstmals erschienen in Fantastic Universe, Januar 1956, Der Minderheiten-Bericht, Kurzgeschichte)

Schöne neue Welt: 2054 werden in Washington, D. C., Verbrecher bereits vor der Tat, aufgrund der Prognose von Precogs, verhaftet. Ein perfektes System, bis die Precogs sagen, dass der Polizist John Anderton bald einen Mann, den er überhaupt nicht kennt, umbringen wird. Anderton glaubt nicht an die Prognose. Er flüchtet und versucht herauszufinden, warum er zum Mörder werden soll.

Guter, etwas zu lang geratener Science-Fiction-Thriller, der für den Bram-Stoker-, Nebula- und Hugo-Preis nominiert war und den Saturn-Preis erhielt.

mit Tom Cruise, Colin Farrell, Samantha Morton, Max von Sydow, Lois Smith, Peter Stormare, Frank Grillo

Wiederholung: Freitag, 10. Mai, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Minority Report“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Minority Report“

Homepage von Philip K. Dick

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Star Trek into Darkness“ bei der Terroristenjagd

Mai 8, 2013

 

Ich habe mich wirklich auf „Star Trek into Darkness“ gefreut (Nicht gut.). Immerhin war der vorherige „Star Trek“-Film von J. J. Abrams und den Drehbuchautoren Roberto Orci und Alex Kurtzman eine rundum überzeugende und gelungene Neuinterpretation der Geschichte des Raumschiffes Enterprise und seiner Besatzung in einer alternativen Zeitlinie, aber mit einer ordentlichen Portion Sense of Wonder. Es war – ich gebe es zu – der erste „Star Trek“-Film, den ich mir im Kino ansah, und auch der „Roman zum Film“ von Alan Dean Foster gefiel mir.

Entsprechend hoch waren meine Erwartungen für die Fortsetzung (Nicht gut.). Immerhin stand das gleiche kreative Team hinter der Kamera, die Schauspieler übernahmen wieder die gleichen Rollen und natürlich würde die Geschichte von Captain Kirk und seinem Raumschiff Enterprise weiter erzählt werden.

Ich lümmelte mich also in meinen Kinosessel, setzte die 3D-Brille (für mich „die Brille auf der Brille“) auf und bevor ich mit der Besprechung beginne gibt es noch eine Vorbemerkung, über zwei Dinge, die nicht unbedingt etwas mit dem Film zu tun haben, aber mich bis zum Abspann störten:

Der 3D-Effekt war dieses Mal wieder nur störend, nervig und schlecht gemacht und die Bilder waren für meinen Geschmack immer einen Tick zu dunkel.

Der Film selbst beginnt fetzig und, wie wir es aus unzähligen TV-Episoden kennen, mitten in der Action: auf dem Planeten Nibiru werden Kirk und seine Männer aus nie geklärten Gründen von den aufgebrachten Einwohnern verfolgt. Spock springt in einen Vulkan, der kurz vor einer planetenvernichtenden Explosion steht, und platziert dort eine Bombe, die diese Explosion stoppen soll. Weil er dabei auch sterben wird, verstößt Kirk gegen die Regeln der Sternenflotte, lässt die Steinzeitmenschen das Raumschiff Enterprise sehen und rettet Spock, den Planeten und dessen Bewohner.

Als Quittung für diesen Kuddelmuddel verliert Kirk die Enterprise. Aber noch bevor er so richtig Trübsal blasen kann in einer dieser schicken Yuppie-Retro-Bars, in denen zu schummeriger Beleuchtung auch in drei Jahrhunderten noch Fünfziger-Jahre-Blues läuft (ach ja: Plattenspieler gibt es auch noch.), verübt John Harrison (Benedict Cumberbatch, der nicht einmal „Sherlock Holmes“ sagt und seine Rolle als Khan in dieser Zeitlinie, die sich von der Zeitlinie der Original-“Raumschiff Enterprise“-Serie mal mehr, mal weniger unterscheidet, stoisch übersteht und so ein herrlich undurchschaubarer Schurke ist) einen Anschlag auf die Sternenflotte, der dazu führt, dass alle wichtigen Männer der Sternenflotte sich in einem schlecht gesicherten Besprechungszimmer versammeln. Harrison könnte jetzt in einem zweiten Anschlag die gesamte Kommandoebene vernichten, wenn nicht Captain Kirk die böse Absicht erkennen würde und – schon rummst es kräftig. Harrison erreicht sein Ziel nur teilweise und flüchtet nach Kronos, den verwüsteten Heimatplaneten der Klingonen, der wie ein verlassenes „Blade Runner“-Set aussieht.

James T. Kirk erhält – vollkommen entgegen den sonstigen Gewohnheiten und Regeln der Sternenflotte – den Auftrag, den Bösewicht zu töten. Voller jugendlicher Begeisterung über die Chance, den Tod von seinem väterlichen Mentor, Captain Pike, zu rächen, warpt er mit seinem Raumschiff und der schon aus dem ersten „Star Trek“-Film bekannten Besatzung in Richtung Kronos.

Und ich saß ungläubig über dieses erzählerische Chaos, im Kino. Denn der gesamte Film „Star Trek into Darkness“ fühlt sich nie wie eine „Raumschiff Enterprise“-Geschichte mit James T. Kirk, Spock, Uhura, Sulu und Scotty an. Es geht hier nicht mehr darum, neue Welten kennen zu lernen und Konflikte möglichst friedlich zu lesen. Stattdessen gibt es Action bis zum Abwinken. Es wird zerstört, geschossen, sich geprügelt und getötet, als gäbe es kein Morgen und als könne man mit Action, hastigen Schnitten und Schauplatzwechseln, garniert mit einen kleinen „Raumschiff Enterprise“-Zitaten für das Fan-Herz, von der fehlenden Geschichte ablenken.

Es gibt keinen optimistischen Blick in die Zukunft, kein Sense of Wonder, sondern nur einen chaotischen Racheplot, mit mehr Plotlöchern und Unwahrscheinlichkeiten als ein Schweizer Käse, in dem einerseits mit Warp-Antrieb und sich noch im Anfang befindender Beam-Technik riesige Entfernungen innerhalb von Sekundenbruchteilen überwunden werden können, aber andererseits dann wieder furchtbar komplizierte Manöver im All, nur in Raumanzügen, durchgeführt werden können und der Nuklear-Antrieb des Raumschiffs mit einem kräftigen Fausthieb wieder in Betrieb gesetzt werden kann. Sowieso scheinen die Maschinenräume und leeren Lagerräume der Raumschiffe größer als die Raumschiffe zu sein, aber ein richtiges, fertiges Drehbuch scheint dort niemand gefunden zu haben.

Star Trek - Into Darkness - Teaser

Star Trek into Darkness (Star Trek into Darkness, USA 2013)

Regie: J. J. Abrams

Drehbuch: Roberto Orci, Alex Kurtzman, Damon Lindelof

mit Chris Pine, Zachary Quinto, John Cho, Simon Pegg, Zoë Saldana, Karl Urban, Anton Yelchin, Benedict Cumberbatch, Alice Eve, Bruce Greenwood, Peter Weller

Länge: 132 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Star Trek into Darkness“

Metacritic über „Star Trek into Darkness“

Rotten Tomatoes über „Star Trek into Darkness“

Wikipedia über „Star Trek into Darkness“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters „Star Trek“ (Star Trek, 2009)

Meine Besprechung von J. J. Abrams’ “Super 8″ (Super 8, USA 2011)

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Bonushinweis

Alan Dean Foster, der ja schon viele gute Filmromane geschrieben hat, hat den Filmroman zu „Star Trek into Darkness“ geschrieben und vielleicht gelingt es ihm ja einige der Plotlöcher in dieser Post-9/11-Terroristenhatz-Geschichte, die – immerhin erzählen Science-Fiction-Geschichten ja immer etwas über die Gegenwart – wie ein zehn Jahre altes Fundstück wirkt, zu stopfen. Jedenfalls erscheint die deutsche Übersetzung pünktlich zum Filmstart.

Foster - Star Trek into Darkness

Alan Dean Foster: Star Trek into Darkness – Roman zum Film

Cross Cult, 2013

320 Seiten

12,80 Euro

 

 


TV-Tipp für den 8. Mai: Sherlock: Der Reichenbachfall

Mai 8, 2013

 

WDR, 23.05

Sherlock: Der Reichenbachfall (GB 2012, R.: Toby Haynes)

Drehbuch: Steve Thompson

Erfinder: Mark Gatiss, Steven Moffat

Ab Donnerstag ist Benedict Cumberbatch in „Star Trek into Darkness“ der Bösewicht, heute löst er als Sherlock Holmes in der grandiosen Abschlussfolge der zweiten „Sherlock“-Staffel den Reichenbachfall, der für Sherlock-Holmes-Fans eine besondere Bedeutung hat.

Die Serienmacher haben sich aber noch einen besonderen Dreh einfallen gelassen. Denn sein Gegner Jim Moriarty entlarvt Sherlock Holmes als Scharlatan und auch die Öffentlichkeit, die Sherlock Holmes bislang bewunderte, ändert ihre Meinung.

Zum Glück ist die dritte Staffel in Arbeit.

mit Benedict Cumberbatch, Martin Freeman, Una Stubbs, Rupert Graves, Mark Gatiss, Andrew Scott

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Hinweise

The Science of Deduction (Homepage von Sherlock Holmes)

John Watson’s Blog

Molly Hooper’s Diary

BBC über „Sherlock“

BBC Germany über „Sherlock“

ARD über „Sherlock“

Hartswood Film über „Sherlock“

YouTube-Kanal „Sherlock“

Wikipedia über „Sherlock“ (deutsch, englisch)

Homepage von Sir Arthur Conan Doyle (Erben)

Krimi-Couch über Sir Arthur Conan Doyle

Kirjasto über Sir Arthur Conan Doyle

Wikipedia über Sir Arthur Conan Doyle (deutsch, englisch)

Sherlockian.net (Einstiegsseite mit vielen Links)

Facebook-Seite der deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft

Thrilling Detective über Sherlock Holmes

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles “Sherlock Holmes Geschichten”, “Sherlock Holmes Kriminalgeschichten” und “The Adventures of Sherlock Holmes” (und hier eine Auflistung der in diesen Werken enthaltenen Geschichten)

Meine Besprechung von Anthony Horowitzs „Das Geheimnis des weißen Bandes“ (The House of Silk, 2011)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Davide Fabbris (Zeichner): Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies! (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies, 2010)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Horacio Domingues/Davide Fabbris (Zeichner) „Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula“ (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Jekyll/Hyde; Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula, 2010/2011)

Meine Besprechung von „Sherlock: Ein Fall von Pink“ (A Study in Pink, GB 2010)

Meine Besprechung von „Sherlock: Eine Legende kehrt zurück – Staffel 1“ (Sherlock, GB 2010)

Meine Besprechung von “Sherlock: Eine Legende kehrt zurück -Staffel 2″ (GB 2012)

Meine Besprechung von “Sherlock: Ein Skandal in Belgravia” (A Scandal in Belgravia, GB 2012)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Sherlock Holmes in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 7. Mai: Big Fish

Mai 7, 2013

Sixx, 20.15

Big Fish – Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht (USA 2003, R.: Tim Burton)

Drehbuch: John August

Literaturvorlage: Daniel Wallace: Big Fish – A Novel of Mythic Proportions, 1998 (Big Fish)

Vertreter Edward Bloom ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Sein Sohn Will, der hinter den Geschichten nie den wahren Edward Bloom sah, brach deshalb vor Jahren entnervt den Kontakt zu ihm ab. Jetzt sitzt er an Edwards Sterbebett und versucht zum letzten Mal die Beziehung zu seinem Vater zu kitten. Aber dieser erzählt nur wieder einmal die altbekannten Geschichten aus seinem Leben und erfindet einige neue dazu.

Das Buch, eine lockere Sammlung von Episoden, ist bestenfalls solala. Aber der Film, der sich in vielen Teilen von dem Buch entfernt, die Episoden aus dem Buch und zahlreiche neue zu einer Biographie zusammenfügt und dabei das Thema des Buches deutlicher herausarbeitet,  ist eine zwischen trister Realität und farbenfreudiger Fantasie wechselnde Liebeserklärung an das Erzählen von Geschichten, die am Ende doch nicht so erfunden sind, wie der Sohn immer annahm.

Mit Ewan McGregor, Albert Finney, Billy Crudup, Jessica Lange, Helena Bonham Carter, Loudon Wainwright III, Steve Buscemi, Danny DeVito, Daniel Wallace (Econ Professor)

Wiederholung: Mittwoch, 8. Mai, 00.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Daniel Wallace

Homepage/Blog von John August (In der Abteilung „Downloads“ gibt es das Drehbuch und weiteres informatives Material zu „Big Fish“.)

Rotten Tomatoes über “Big Fish”

Wikipedia über “Big Fish” (deutsch, englisch)

Tim Burton bei Film-Zeit

Senses of Cinema-Artikel von Ben Andac über Tim Burton (2003)

Arte über die Tim-Burton-Reihe

Meine Besprechung von Tim Burtons “Frankenweenie” (Frankenweenie, USA 2012, nach einem Drehbuch von John August)

Tim Burton in der Kriminalakte

Meine Besprechung von John Augusts “The Nines” (The Nines, USA 2007)


DVD-Kritik: Sam Raimi lässt Bruce Campbell gegen die „Armee der Finsternis“ kämpfen

Mai 6, 2013

 

Das erste Mal sah ich Sam Raimis „Armee der Finsternis“ vor gut zwanzig Jahren in eine der damals beliebten „Nächte des schlechten Geschmacks“ und ich habe keine Ahnung mehr, welche kultigen Filme noch gezeigt wurde, aber ich weiß, dass mir die „Armee der Finsternis“ gefiel und der Saal tobte. Denn die Abenteuer von Ash (Bruce Campbell), der bereits in den ersten beiden „Tanz der Teufel“/“Evil Dead“-Filmen gegen das Böse kämpfte, gelangt durch einen Zeittunnel in das Mittelalter mitten in die Kämpfe zwischen Fürst Arthur und Henry, dem Roten. Dort muss er ebenfalls gegen das Böse kämpfen und, wenn er als Auserwählter das Necronomicon von einem Friedhof zu dem örtlichen Weißen bringt, kann dieser die sie bedrohenden Untoten bannen und ihn mit einem Zauberspruch wieder in die Gegenwart schicken.

 

Während die ersten Szenen noch von dem Zusammentreffen zwischen den Rittern und einem Menschen aus der Gegenwart, der mit seinen dummen Sprüchen (als ob sie ein Wort von der Produktbeschreibung seiner Flinte verstünden) und einem Gewehr und einer Motorsäge für Recht und Ordnung sorgt indem er zwei in einem Brunnen lebende Monster besiegt, eine große Portion Humor und auch Spannung beziehen, wird es dann sehr slapstickhaft, mit einem deutlichen Kopfnicken zu den alten Universal-Horrorfilmen. Ash wird, nach einer „Evil Dead“-Horrorsequenz im Wald, den er auf dem Weg zu dem Necronomicon durchqueren muss, in einer Windmühle von kleineren Ausgaben seiner selbst gefoltert, er wird, als er das Buch von seinem Altar entfernen will, von den Schutzmächten des Necronomicon deformiert und er wird von Skeletten, die sich aus dem Boden erheben, geschlagen. Denn Ash schluderte ein wenig bei dem Zauberspruch und er erweckt die titelgebende Armee der Finsternis, eine riesige Horde von Skeletten. Gegen die muss er, mit einigen damals utopischen Waffen (Hey, immerhin hat er sein Chemiebuch dabei!) und den Bewohnern der Burg im großen Showdown kämpfen, der, weil Skelette etwas blutleer sind, ziemlich unblutig, aber mit vielen Toten ein wahres Massaker und, dank des Einfallsreichtums der Macher, ein Fest für das Auge ist.

 

Und das tolle bei diesen Tricks ist, dass sie alle handgemacht sind. Da kam noch nichts aus dem Computer.

 

Der Film selbst ist nicht ohne Fehler (so ist die Story nur die halbherzige Entschuldigung für die grandiosen Slapstick-, Horror- und Actionszenen, die eher unverbunden nebeneinander stehen; die Charakter sind, bis auf Ash, Staffage), aber die „Armee der Finsternis“ macht deutlich mehr Spaß als Sam Raimis letzten beiden Filmen, den bunten, aber auch leblosen „Die fantastische Welt von Oz“ und den gründlich misslungenen „Spider Man 3“, und er ist auch nicht so ernst, wie seine ersten beiden „Spider Man“-Filme. In seinem bislang letzten „Evil Dead“-Film sieht man einfach, was ein abstruser Humor und traditionelle Trickarbeit können.

 

Oh, und natürlich Bruce Campbell, der sich für nichts zu schade ist und sich hier wirklich nicht vor den großen Deadpan-Komikern verstecken muss.

 

Jetzt hat Koch Media den Film in mehreren Ausgaben veröffentlicht: den „Director’s Cut“, in fantastischer Bildqualität, erstmals als Einzel-Blu-ray und Einzel-DVD (mit einem informativen und kurzweiligem Audiokommentar von Bruce Campbell, Ivan und Sam Raimi) und als „Ultimate Edition“ mit zwei Blu-rays und vier DVDs. In dieser Ausgabe ist der Film in der deutschen und US-Kinofassung, dem Director’s Cut und der US-TV-Fassung enthalten. Außerdem gibt es Interviews, Behind-the-Scenes-Aufnahmen und ein Featurette über die Spezialeffekte.

 

Armee der Finsternis - DVD-Cover

 

Armee der Finsternis (Tanz der Teufel III) (Army of Darkness – Evil Dead 3, USA 1992)

 

Regie: Sam Raimi

 

Drehbuch: Sam Raimi, Ivan Raimi

 

mit Bruce Campbell, Embeth Davidtz, Marcus Gilbert, Ian Abercrombie, Bridget Fonda, Richard Grove, Michael Earl Reid

 

-

 

Die Ausgaben der „Armee der Finsternis“ von Koch Media

 

DVD (Director’s Cut)

 

Bild: 1.85:1 (16:9)

 

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

 

Untertitel: Deutsch, Englisch

 

Bonusmaterial: Audiokommentar, Bildergalerie, Deutscher Trailer

 

Länge: 92 Minuten

 

FSK: ab 16 Jahre

 

-

 

Blu-ray (Director’s Cut)

 

Bild: 1.85:1 (16:9)

 

Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0)

 

Untertitel: Deutsch, Englisch

 

Bonusmaterial: Audiokommentar, Bildergalerie, Deutscher Trailer

 

Länge: 96 Minuten

 

FSK: ab 16 Jahre

 

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Armee der Finsternis - Ultimate Edition

 

Ultimate Edition

 

Bild: 1.85:1 (16:9)

 

Ton: Deutsch, Englisch (Blu-rays: DTS-HD Master Audio 2.0 DVDs: Dolby Digital 2.0)

 

Untertitel: Deutsch

 

Disc 1 (Blu-ray) Directors Cut-Fassung (ca. 96 Minuten)

 

Extras: Audiokommentar von Sam Raimi, Ivan Raimi und Bruce Campbell, Deutscher Kinotrailer, Bildergalerie

 

Disc 2 (Blu-ray) Deutsche Kinofassung (ca. 88 Minuten) US Kinofassung (ca. 81 Minuten)

 

Disc 3 (DVD) Directors Cut-Fassung (ca. 92 Minuten)

 

Disc 4 (DVD) Deutsche Kinofassung (ca. 85 Minuten)

 

Disc 5 (DVD) US-Kinofassung (ca. 78 Minuten)

 

Disc 6 (DVD) Extras: US-TV-Fassung mit alternativen Einstellungen und geänderten Dialogen (ca. 85 Minuten, Englisch mit dt. UT), Featurette über die Specialeffekte „Creating the Deadites“, diverse Interviews und Behind the Scenes- Aufnahmen vom Set, Ein animierter Tribut zur Evil Dead-Trilogie, diverse Trailer aus mehreren Ländern, Deleted Scenes

 

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Hinweise

Metacritic über “Armee der Finsternis”

 

Rotten Tomatoes über „Armee der Finsternis“

 

Wikipedia über „Armee der Finsternis“ (deutsch, englisch)

Schnittberichte: Vergleiche der verschiedenen Fassungen

 

Meine Besprechung von Sam Raimis „Die fantastische Welt von Oz“ (Oz, the Great and Powerful, USA 2013)

 

 


TV-Tipp für den 6. Mai: Die weiße Rose

Mai 6, 2013

 

NDR, 23.15

Die weiße Rose (D 1982, R.: Michael Verhoeven)

Drehbuch: Michael Verhoeven, Mario Krebs

Es muss ja nicht immer „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ sein, es kann auch mal Michael Verhoevens „Die weiße Rose“ über Sophie Scholl, die Widerstandsgruppe „Die weiße Rose“ und ihren letztendlich erfolglosen Kampf gegen das Hitler-Regime sein.

Verhoeven „tut das auf eine sehr nüchterne, differenzierte Weise, er idealisiert die Widerstandsgruppe nicht, er zeigt ihre Zweifel und Ängste, ihre Konflikte.“ (Fischer Film Almanach 1983)

mit Lena Stolze, Wulf Kessler, Oliver Siebert, Ulrich Tukur (sein Debüt!), Werner Stocker, Martin Benrath, Anja Kruse

Hinweise

Filmportal über „Die weiße Rose“

Rotten Tomatoes über „Die weiße Rose“

Wikipedia über „Die weiße Rose“ (deutsch, englisch)

 

 


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