IAMTW verleiht ersten Scribe Award

Juli 31, 2007

Die „International Association of Media Tie-in Writers“ (IAMTW) hat in San Diego auf der Comic Con am 29. Juli erstmals den Scribe Award verliehen. Die IAMTW will den Autoren von Filmromanen ein besseres Renommee verschaffen. Denn obwohl ihre Bücher oft auf den Bestsellerlisten stehen und sich gut verkaufen, werden sie oft für schlechte Lohnschreiber gehalten, die einfach die Ideen eines anderen Autors von einem Drehbuch in einen schlecht geschriebenen Roman umformulieren. Dabei wird oft vergessen, dass es bereits eine Leistung ist, Bilder von einem nicht existierenden Film (schließlich soll das Buch ja gleichzeitig mit dem Film veröffentlicht werden) in Worte zu übersetzten.

Neben den Adaptionen schreiben die Tie-in-Autoren auch Originalromane. In ihnen erfinden sie mit den aus Film und Fernsehen bekannten Charakteren neue Geschichten. Hier haben in den vergangenen Jahren Max Allan Collins, Lee Goldberg und Stuart Kaminsky spannende Kriminalromane geschrieben.

 

Hier die Liste der Nominierungen und der Preisträger:

 

SPECULATIVE FICTION

BEST NOVEL – ADAPTED

SLAINE: THE EXILE by Steven Savile

SUPERMAN RETURNS by Marv Wolfman

TOXIC AVENGER: THE NOVEL by Lloyd Kaufman & Adam Jahnke

ULTRAVIOLET by Yvonne Navarro

UNDERWORLD: EVOLUTION by Greg Cox

 

BEST NOVEL – ORIGINAL 

STAR TREK CRUCIBLE: McCOY – PROVENANCE OF SHADOWS by David R. George III

STARGATE ATLANTIS: EXOGENESIS by Elizabeth Christensen & Sonny Whitelaw

THIRTY DAYS OF NIGHT: RUMORS OF THE UNDEAD by Jeff Mariotte & Steve Niles

WARHAMMER: FAITH AND FIRE by James Swallow

WARHAMMER: ORC SLAYER by Nathan Long

 

GENERAL FICTION

BEST NOVEL – ADAPTED 

SNAKES ON A PLANE by Christa Faust

THE PINK PANTHER by Max Allan Collins

 

BEST NOVEL – ORIGINAL

CSI NEW YORK: BLOOD ON THE SUN by Stuart Kaminsky (CSI New York: Blutige Spur)

LAS VEGAS: HIGH STAKES by Jeff Mariotte

MR. MONK GOES TO HAWAII by Lee Goldberg (Mr. Monk besucht Hawaii)

OAKDALE CONFIDENTIAL: SECRETS REVEALED by Alina Adams

 

YOUNG ADULT – ALL GENRES

BEST NOVEL

ALIAS APO: STRATEGIC RESERVE by Christina York

BUFFY THE VAMPIRE SLAYER: PORTAL THROUGH TIME by Alice Henderson

DRAGONLANCE: WARRIOR’S HEART by Stephen Sullivan

KNIGHTS OF THE SILVER DRAGON: PROPHECY OF THE DRAGONS by Matt Forbeck

 

GRANDMASTER: Donald Bain

 

Weitere Informationen:

Homepage der IAMTW

Blog der IAMTW


TV-Tipp für den 31. Juli

Juli 30, 2007

Aus der Reihe „Wir sehen Filme, die die Welt nicht braucht“:

Arte, 00.10 (VPS 23.55)

Candy (USA/I 1968, R.: Christian Marquand)

Drehbuch: Buck Henry

LV: Terry Southern, Mason Hoffenberg: Candy, 1958

Alle Männer sind verrückt nach Candy.

Ein Desaster, aber mit vielen Stars und daher aus heutiger Sicht für die Freunde des schlechten Films durchaus mit gewissen Qualitäten ausgestattet. Außerdem scheint „Candy“ heute Nacht seine TV-Premiere zu erleben.

Stellvertretend für die vielen schlechten Kritiken hier eine neuere Meinung: „Als Film ist Candy eine einzige Katastrophe. Er ist monströs, vulgär, ohne jeden Humor, ohne Erotik. Er bestürmt das Publikum zwei Stunden lang mit einer formlosen Reihe von Episoden, unlogisch aneinandergereiht, in denen das junge Mädchen, das die Titelrolle spielt (Eva Aulin) von einer Reihe unheimlicher und wahnsinniger Männer verführt wird. (…) Um das wahnsinnige Bild abzurunden, gibt es noch eine Handvoll brutaler Polizisten, Lesbierinnen, karikierte Homosexuelle und laszive Zuschauer.“ (Tony Thomas: Marlon Brando und seine Filme)

Für die deutsche Kinoauswertung wurde der Film von 123 Minuten auf 101 Minuten gekürzt. Arte zeigt selbstverständlich die Originalfassung.

Mit Eva Aulin, Charles Aznavour, Marlon Brando, Richard Burton, James Coburn, John Huston, Walter Matthau, Ringo Starr, Anita Pallenberg

Auch bekannt als “Sexy-Ladies”

Wiederholung: Arte, Donnerstag, 9. August, 00.30 Uhr

Arte über „Candy“:

http://www.arte.tv/de/kunst-musik/summer-of-love/Die-Programme/1592464.html

Homepage über Terry Southern:

http://www.terrysouthern.com/


Ein bisschen Luxus – Kapitel 11 online

Juli 30, 2007

Der Krimi geht hier weiter.

Berlin Kriminell-Barbara und ich wollen die Tage auch etwas am Bonusmaterial arbeiten. Wenn der Tag doch mehr als 24 Stunden hätte…


„Verschwunden“: Erste Gedanken zur Überarbeitung

Juli 29, 2007

Vor einigen Tagen schrieb ich, dass ich ein altes Manuskript herausgekramt habe und überarbeiten will. Das Ende gefällt mir immer noch. Redigiert habe ich in der zweiten Hälfte wenig. Aber die erste Hälfte gefällt mir nicht.

Derzeit denke ich, dass der Anfang gut ist. Immerhin erhält der Detektiv auf den ersten Seiten den Auftrag. In der zweiten Hälfte gibt es dann genug Überraschungen, um die Geschichte alle paar Seiten in eine andere Richtung zu bewegen. Und, wie gesagt, das Ende ist gut, denn hier erfahren wir in wenigen Zeilen, dass der Detektiv und Ich-Erzähler sich geirrt hat.

Also einfach in der ersten Hälfte etwas kürzen?

Nein. Denn hier wird natürlich einiges vorbereitet. Außerdem, denke ich, ist das nicht das größte Problem der Geschichte.

Größere Probleme liegen für mich in der Motivation von einigen Charakteren. Warum sollen sie so und nicht anders handeln? Warum konnten sie bestimmte Aktionen vorausplanen? Woher wussten sie, dass ihre Pläne funktionieren? Halt genau das, was mir bei einem schlechten Verschwörungsthrillern nicht gefällt. Da wird dann ein unglaublich komplizierter Plan entworfen, der nur funktionieren kann, wenn der Held zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort ist und irgendetwas tut. Das haben die Bösen geplant, weil sie wussten, dass der Held, wenn seine Frau umgebracht wird, er fünf Tage um 9.10 Uhr später seinen besten Freund besuchen wird. Pfui.

Blöderweise muss bei mir am Ende ein Charakter genau so etwas tun.

Das nächste Problem ist, dass ich im Prinzip eine Variante von „Laura“ geschrieben habe. Sie kennen den Film? Ein Polizist verliebt sich in das Bild einer Toten. Nun, auch bei mir ist eine Frau verschwunden. Sie wird gesucht. Die Menschen reden über sie und wir bekommen über ihre Aussagen ein Bild von ihr. Als Idee fand ich das toll. Aber jetzt ist mir zu wenig Spannung drin. Denn im Wesentlichen ist „Verschwunden“ (Arbeitstitel!!!) eine Charakterstudie ohne Konflikte.

Und hier kommen wir zum nächsten Problem. Mein Erzähler tut einfach seine Arbeit. Er kriegt den Auftrag. Er ermittelt. Er löst den Fall. Aber er wird als Charakter nicht wirklich fassbar. Denn für ihn steht nichts auf dem Spiel. Wenn er den Fall löst, ist es okay. Wenn nicht, dann ist es auch okay. Er hat auch keine Konflikte. Er löst ganz einfach den Fall. Interessanter wäre, wenn er die verschwundene Studentin bereits früher findet und vor der Frage steht, ob er sie zu ihrem Vater bringen soll oder nicht.

Und hier liegt, denke ich, auch die Möglichkeit, meinen Text besser zu machen. Ich streiche viel von den ersten Seiten, verlagere im zweiten Teil die Schwerpunkte und lasse den Helden aktiver in die Familiengeheimnisse vorstoßen; und zwar so, dass er eine Tragödie verhindern will.

Dann steht mein Erzähler vor Entscheidungen und er hat mindestens einen Gegner.

Es gibt mehr Konflikte und damit mehr Spannung und letztendlich ein besseres Buch.

Das klingt jetzt nach viel Arbeit? Ich denke nicht. Denn das Grundgerüst der Geschichte steht. Viele Szenen und Dialoge gefallen mir immer noch (Wobei ich dran denke, den Erzähler US-PI-witziger zu machen.). Ich kenne die Charaktere (und sie haben Namen, mit denen ich zufrieden bin). Ich kenne die falschen Fährten. Ich weiß, was geschieht. Ich muss es nur noch Schreiben. Fünf Seiten pro Tag. In einem Monat sind das 150 Seiten, in zwei Monaten 300 Seiten und das ist dann schon ein ganz ordentliches Buch.

 


TV-Tipp für den 30. Juli

Juli 29, 2007

RBB, 23.00

Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen (F/I/D 1974/1975, R.: Claude Chabrol)

Drehbuch: Claude Chabrol

LV: Richard Neely: The damned innocents, 1971

Julie will mit ihrem Geliebten ihren Mann umbringen.

Chabrol ging es nicht um den Kriminalfall, sondern um die Stellung einer Frau in einer Männerwelt. „Als ich das Drehbuch schrieb, das sich von dem Roman in vielem unterscheidet, begann mich die Rolle der Frau in dieser Geschichte mehr und mehr zu interessieren. So entstand das Porträt einer sehr femininen Frau in einer Welt von Männern – ich eliminierte alle anderen Frauen aus der Handlung…Mein Thema erschien mir so noch offensichtlicher: ein Film über die Frau und die Männer. So konnte ich von der dem roman noir innewohnenden Misogynie zu einem Feminismus übergehen, der mir, halten Sie sich fest, teuer ist.“ (Claude Chabrol)

Mit Romy Schneider, Rod Steiger, Jean Rochefort, Hans-Christian Blech


Die August-Liste der KrimiWelt

Juli 29, 2007

Die August-Ausgabe der KrimiWelt-Bestenliste ist draußen:

1          (2)       Matti Rönkä: Der Grenzgänger

Aus dem Finnischen von Gabriele Schrey-Vasara

Grafit, geb., 224 S. 17,90 €

2          (3)       Astrid Paprotta: Feuertod

Piper, TB, 320 S., 12,00 €

3          (-)        Andrea Maria Schenkel: Kalteis

Edition Nautilus, TB, 160 S., 12,90 €

4          (-)        Juan Damonte: Ciao Papá

Aus dem argentinischen Spanisch von Peter Tremp

Lateinamerika Verlag, TB, 190 S., 14,80 €

5          (-)        Robert B. Parker: Der stille Schüler

Aus dem Amerikanischen von Frank Böhmert

Pendragon, TB, 214 S., 9,90 €

6          (6)       Christine Lehmann: Allmachtsdackel

Ariadne im Argumentverlag,TB, 320 S., 9,90 €

7          (4)       Gisbert Haefs: Caesar

Heyne, geb., 512 S., 21,95 €

8          (-)        Jan Costin Wagner: Das Schweigen

Eichborn Berlin, geb., 288 S., 19,95 €

9          (-)        Horst Eckert: Königsallee

Grafit, geb., 412 S., 18,90 €

10       (-)        Walter Mosley: Little Scarlet

Aus dem Amerikanischen von Uda Strätling

Fischer, TB, 304 S., 9,95 €

 

In den Klammern sind die Positionen des Vormonats. Danach ist diese Liste mit sechs Neuensteigern vor allem vom Wandel geprägt.

Sensationell finde ich den Neueinstieg von Andrea Maria Schenkels „Kalteis“ auf Platz drei. Denn das Buch erscheint erst am 8. August. Ich wird’s dann besprechen. Bis dahin können Sie bei Hammett einige Ausschnitte lesen.


Die Nominierungen für den Anthony Preis

Juli 29, 2007

Für den diesjährigen Anthony wurden diese Werke nominiert:

 

Bester Roman:

Julia Spencer-Fleming: All Mortal Flesh, St. Martins

Denise Mina: The Dead Hour, Little Brown

Jan Burke: Kidnapped, Simon & Schuster

Laura Lippman: No good Deeds, Harper

Nancy Pickard: The Virgin of small Plains, Ballantine

 

Bestes Debüt

Cornelia Read: A Field of Darkness, Mysterious Press

Alexandra Sokoloff: The Harrowing, St. Martin

Steve Hockensmith: Holmes on the Range, St. Martins

John Hart: The King of Lies, St. Martin

Louise Penny: Still Life, St. Martin

 

Bestes Taschenbuch:

Dana Cameron: Ashes and Bones, Avon

Robert Fate: Baby Shark, Capital Crime Press

Sean Doolittle: The Cleanup, Dell

Charlie Huston: A dangerous Man, Ballantine

Troy Cook: 47 Rules of highly effective Bank Robbers, Capital Crime Press

Victor Gischler: Shotgun Opera, Dell

Naomi Hirahara: Snakeskin Shamisen, Bantam Dell – Delta

 

Beste Kurzgeschichte:

Elaine Viets: After the Fall, Alfred Hitchcock Magazin

Bill Crider: Cranked, in “Damn near Dead”, Busted Flush Press

Dana Cameron: The Lords of Misrule, in “Sugarplums and Scandal”, Avon

Simon Wood: My Father’s Secret, in Crime Spree Magazine

Megan Abbot: Policy, in “Damn near Dead”, Busted Flush Press

Toni Kelner: Sleeping with the Plush, Alfred Hitchcock Magazin

 

Bestes Sachbuch:

Daniel Stashower: The beautiful Cigar Girl, Dutton

Chris Roerden: Don’t murder your Mystery, Bella Rosa Books

Jim Huang/Austin Lugar (Hrsg.): Mystery Muses, Crum Creek Press

Gary Warren Niebuhr: Read ‘em their Writes, Libraries Unlimited

E.J. Wagoner: The Science of Sherlock Holmes, John Wiley & Sons

                  

Besondere Verdienste:

Charles Ardai, Hard Case Crime

George Easter, Deadly Pleasures

Barbara Franchi & Sharon Wheeler, reviewingtheevidence.com

Jim Huang, Crum Creek Press and The Mystery Company

Jon & Ruth Jordan, CrimeSpree Magazine

Ali Karim, Shots Magazine

 Lynn Kaczmarek & Chris Aldrich, Mystery News

 Maddy Van Hertbruggen, 4 Mystery Addicts

 

Die Gewinner werden Ende September auf dem Bouchercon in Anchorage bekannt gegeben.

Der Anthony ist nach Anthony Boucher benannt, und wird seit 1986 auf der World Mystery Convention (tja, die Amis haben immer die Welt im Blick), auch bekannt als Bouchercon, von den Bouchercon-Mitgliedern vergeben.  

 

Dank an Sarah Weinman.  


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