Bouchercon 2007: Anthony verliehen

September 30, 2007

Sodele, jetzt sind die Anthonys verliehen. Mit der Meldung war Sarah Weinman schneller als The Rap Sheet. Dafür ist The Rap Sheet ausführlicher und Ken Bruen hat keinen Anthony gewonnen, weil er nicht nominiert war.

Die Gewinner sind:

Bester Roman: Laura Lippman: No good Deeds (William Morrow)

Bestes Debüt: Louise Penny: Still Life (St. Martin’s Minotaur)

Bestes Taschenbuch: Dana Cameron: Ashes and Bones (Avon)

Beste Kurzgeschichte: Simon Wood: My Father’s Secret (Crimespree Magazine, B’con Special Issue 2006)

Bestes Sachbuch: Jim Huang & Austin Lugar (Herausgeber): Mystery Muses: 100 Classics That Inspire Today’s Mystery Writers (Crum Creek Press)

Besondere Verdienste: Jim Huang, Crum Creek Press and The Mystery Company

Advertisements

TV-Tipp für den 1. Oktober

September 30, 2007

Arte, 20.40
Mulholland Drive – Straße der Finsternis (USA/F 2001, R.: David Lynch)

Drehbuch: David Lynch

Die Handlung kann, wie beim Vorgänger “Lost Highway”, kaum wiedergegeben werden. Denn dafür springt sie zu sehr zwischen Traum und Wirklichkeit, Gegenwart und Vergangenheit, hin und her. Der Film beginnt mit einem Autounfall. Eine junge Schönheit verliert ihr Gedächtnis, findet bei der jungen Schauspielerin Betty Unterschlupf und nennt sich, nach einem Filmplakat, Rita. Gemeinsam versuchen sie hinter Ritas Geheimnis zu kommen.

Zahlreiche Preise und noch mehr Nominierungen sagen einiges über die Qualität von “Mulholland Drive” aus. So erhielt er den César als bester ausländischer Film und Lynch 2001 beim Filmfestival in Cannes den Preis für die beste Regie. Aber für uns Krimifans ist natürlich nur eine Nominierung wichtig. Nämlich der Edgar. „Mulholland Drive“ wurde als bester Kriminalfilm des Jahres nominiert.

Ansonsten schließe ich mich dem „Großen Filmlexikon“ von TV Spielfilm an: „Dabei erinnert Lynch an sein Werk Lost Highway, ist aber so kompromisslos irreal und scheinbar unlogisch, so wild entschlossen, dem Zuschauer die Auflösung seines Thrillers zu überlassen, dass der inszenatorisch überwältigende Mulholland Drive zu Recht als sein bis dato vollendetstes Werk gilt.“

Sein nächster Film „Inland Empire“ ist für mich einfach nur ein dreistündiger, quälend-langatmischer, pseudo-intellektueller Murks. Oder wie im Kino der Mann hinter sagte: „Oh Mann, ist das immer noch nicht zu Ende?“

Mit Naomi Watts, Laura Elena Harring, Justin Theroux, Ann Miller, Robert Foster, Dan Hedaya, Lee Grant, Billy Ray Cyrus, Chad Everett


Bouchercon 2007: Shamus verliehen

September 29, 2007

Die Private Eye Writers of America (PWA) haben auf der Bouchercon ihren Preis, den Shamus verliehen. Wie der Namen schon sagt, ist die Hauptfigur ein Privatdetektiv. Die Gewinner sind:

Bester Roman: „The Dramatist” von Ken Bruen (St. Martin’s Minotaur)

Bestes Taschenbuch: „An Unquiet Grave” von P.J. Parrish (Pinnacle)

Bestes Debüt: „The Wrong Kind of Blood” von Declan Hughes (Morrow)

Beste Kurzgeschichte: “The Heart Has Reasons” von O’Neil De Noux (Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine [AHMM], September 2006)

Der Preis “The Eye” für lebenslange Verdienste ging an Stuart M. Kaminsky (geb. 29. September 1934 – Herzlichen Glückwunsch!). Er erfand – ich beschränke mich jetzt auf seine Privatdetektive – den in Hollywood in den Vierzigern ermittelnden Privatdetektiv Toby Peters (etliche Romane aus dieser Serie wurden übersetzt), den im heutigen Sarasota, Florida, ermittelnden Privatdetektiv Lew Fonesca (tolle, bis jetzt nicht ins Deutsche übersetzte PI-Romane) und schrieb zwei Detektiv-Rockford-Romane (Hey, denn kennen jetzt aber alle.).

Als neuen Preis verleiht die PWA „The Hammer“. Er ging an Shell Scott; den von Richard S. Prather erfundenen Privatdetektiv. Etliche Shell-Scott-Abenteuer wurden auch ins Deutsche übersetzt und sie müssten leicht in verschiedenen Antiquariaten zu finden sein.

Keith Gilman gewann den von St. Martin’s Press und PWA ausgelobten Preis für das beste Manuskript. Gilman, ein Polizist, ist also ein Name, den wir uns merken müssen.

Ken Bruen hat jetzt noch einen Preis für einen Jack-Taylor-Roman gewonnen. „The Dramatist“ ist das vierte Abenteuer des PI. „Priest“ das fünfte. Die ersten drei waren „The Guards“ (Shamus-Gewinner), „The Killing of the Tinkers“ (Macavity-Gewinner) und „The Magdalen Martyrs“. Der sechste Band “Cross” ist vor wenigen Monaten erschienen. Obwohl jeder Roman für sich alleine steht, liest man die kurzen Bücher besser chronologisch. Außerdem dürfte „The Guards“ das zugänglichste sein.

(Dank an The Rap Sheet für die Liste der Gewinner.)


TV-Tipp für den 30. September

September 29, 2007

ZDF, 22.00

Heißer Verdacht: Das Finale – Teil 1 (GB 2006, R.: Philip Martin)

Drehbuch: Frank Deasy

LV/Erfinder: Lynda La Plante

Die 14-jährige Sally wird ermordet. Jane Tennison sucht ihren Mörder.

Nach einer Pause von drei Jahren folgte jetzt der siebte und letzte Teil der hochgelobten „Heißer Verdacht“-Reihe. Wie die vorherigen Fälle räumte auch dieser Zweiteiler etliche Preise ab. Zuletzt waren es je ein Emmy für die Hauptdarstellerin Helen Mirren, Regisseur Philip Martin und Drehbuchautor Frank Deasy.

Mit Helen Mirren, Robert Pugh, Stephen Tompkinson, Laura Greenwood, Frank Finlay

Teil 2 am Sonntag, den 7. Oktober, um 22.00 Uhr


Bouchercon 2007: Barry und Macavity verliehen

September 28, 2007

Während des Krimitreffens “Bouchercon“ werden auch zahlreiche Preise verliehen. Inzwischen rollen die Listen der Preisträger (dank Sarah Weinman) ein.

Barry 2007

Bester Roman: “The Night Gardener” von George Pelecanos

Bestes Debüt: „Still Life“ von Louise Penny

Bester britischer Kriminalroman: „Priest“ von Ken Bruen

Bester Thriller: „The Messenger“ von Daniel Silva

Bestes Taschenbuch: “The Cleanup” von Sean Doolittle

Beste Kurzgeschichte: „The Right Call“ von Brendan DuBois

(„The Night Gardener“ von George Pelecanos und „Priest“ von Ken Bruen habe ich bereits gelesen und sie sind verdammt gut. Wobei Bruen mit seiner radikalen Absage an die klassische Detektivgeschichte nicht jedermanns Sache ist.)

Macavity 2007

Bester Roman: “The Virgin of small plains” von Nancy Pickard (Ballantine)

Bestes Debüt: “Mr. Clarinet” von Nick Stone (Penguin/Michael Joseph)

Bestes Sachbuch: “Mystery Muses: 100 Classics That Inspire Today’s Mystery Writers”, herausgegeben von Jim Huang and Austin Lugar (Crum Creek)

Beste Kurzgeschichte: „Til Death Do Us Part“ von Tim Maleeny (MWA Presents Death Do Us Part: New Stories about Love, Lust, and Murder, herausgegeben von Harlan Coben; Little, Brown)

Sue Feder Historical Mystery: “Oh Danny Boy” von Rhys Bowen (Minotaur)

Ah, ich muss endlich “Mr. Clarinet“ lesen. Der Schinken räumt ja alle möglichen Preise ab. Von einer deutschen Übersetzung weiß ich noch nichts.


KrimiWelt-Bestenliste für den Oktober 2007

September 28, 2007

Neuer Monat, neue KrimiWelt-Bestenliste. Im Oktober wünschen die Kritiker diesen Büchern viele Leser:

1          (1)       Andrea Maria Schenkel: Kalteis

Edition Nautilus, 160 Seiten, 12,90 €

2          (2)       Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck

Piper, 348 Seiten, 12,00 €

3          (-)        James Sallis: Driver

Aus dem Englischen von Jürgen Bürger

Liebeskind, 160 Seiten, 16,90 €

4          (5)       Deon Meyer: Der Atem des Jägers

Aus dem Englischen von Ulrich Hoffmann

Rütten&Loening, 432 Seiten, 19,95 €

5          (-)        Rick DeMarinis: Kaputt in El Paso

Aus dem Amerikanischen von Frank Nowatzki und Angelika Müller

Pulp Master, TB, 352 Seiten, 13,80 €

6          (6)       Juan Damonte: Ciao Papá

Aus dem argentinischen Spanisch von Peter Tremp

Lateinamerika Verlag, 192 Seiten, 14,80 €

7          (-)        Friedrich Ani: Hinter blinden Fenstern

Zsolnay, 320 Seiten, 19,90 €

8          (-)        Simon Beckett: Kalte Asche

Aus dem Englischen von Andree Hesse

Wunderlich, 432 Seiten, 19,90 €

8          (-)        Arne Dahl: Ungeschoren

Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt

Piper, 416 Seiten, 19,90 €

8          (-)        John Hart: Der König der Lügen

Aus dem Englischen von Rainer Schmidt

C. Bertelsmann, 448 Seiten, 19,95 €

 

James Sallis! Rick DeMarinis! Zwei Autoren, die mich die letzten Tage verdammt gut unterhielten. Gute Krimis. Gute Literatur. Halt genau das, was ich (Ja, ich weiß, alle anderen sind begeistert. Aber -) bei Andrea Maria Schenkel vermisse. John Hart liegt ganz oben auf meinem Stapel und er bekommt für sein Debüt auf der Bouchercon vielleicht auch einen Preis.

Robert B. Parker (Der stille Schüler [School Days]) und Michael Connelly (Der Mandant [The Lincoln Lawyer]) sind wieder draußen. Trotzdem wünsche ich ihnen weiterhin viele Leser. Wenn Sie diese Bücher gelesen haben, können Sie gleich zur „Gangsterbraut“ von Elmore Leonard greifen.

P. S.: In der Klammer ist die Position des Vormonats.


TV-Tipp für den 29. September

September 28, 2007

RTL II, 23.30

U-Turn – Kein Weg zurück (USA 1997, R.: Oliver Stone)

Drehbuch: John Ridley

LV: John Ridley: Stray Dogs, 1997 (später dann als „U-Turn“ publiziert)

Auf der Flucht vor Gläubigern bleibt Bobby Coopers 64er Mustang mitten in der Wüste liegen. Während in einer Werkstatt sein Auto repariert wird, trifft er die verheiratete Grace und seine wirklichen Probleme beginnen erst jetzt. Denn Grace will ihrem Mann Jake umbringen, Jake will Grace umbringen und beide wollen sich – gegen Bares – von Bobby helfen lassen.

Grandioses Romandebüt für die Noir-Gemeinschaft, fast grandioser Film. Denn Stones „Natural Born Killers“-Stil nervt.

Mit Sean Penn, Jennifer Lopez, Nick Nolte, Joaquin Phoenix, Powers Boothe, Billy Bob Thornton, Jon Voight

Wiederholung: Montag, 1. Oktober, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Homepage/Blog von John Ridley:

http://www.jridley.com/blog/


%d Bloggern gefällt das: