Die zwanzigsten Agatha-Nominierungen

Februar 29, 2008

Aus reinem Pflichtgefühl – immerhin trägt der „Agatha Award“ ihren Namen zu Ehren von Agatha Christie, ehrt daher traditionelle Kriminalromane (Cozys eben) und diese gehören nicht zu meiner bevorzugten Lektüre – gibt es die Nominierungen für den XX Agatha Award:

 

Bester Roman

The Penguin Who Knew Too Much, von Donna Andrews (St. Martin’s Minotaur)

Her Royal Spyness, von Rhys Bowen (Penguin Group)

Hard Row, von Margaret Maron (Grand Central Publishing)

A Fatal Grace, von Louise Penny (St. Martin’s Minotaur)

Murder With Reservations, von Elaine Viets (NAL)

 

Bestes Debüt

A Beautiful Blue Death, von Charles Finch ( St. Martin ’s Minotaur)

A Real Basket Case, von Beth Groundwater (Five Star)

Silent In The Grave, von Deanna Raybourn (Mira)

Prime Time, von Hank Phillipi Ryan (Harlequin)

 

Bestes Sachbuch

Arthur Conan Doyle: A Life In Letters, von Charles Foley, Jon Lellenberg , and Daniel Stashower (Penguin Press)

The Official Nancy Drew Handbook, von Penny Warner (Quirck Productions)

 

Beste Kurzgeschichte

„A Rat’s Tale“, von Donna Andrews (Ellery Queen Mystery Magazine Sept/Oct, 2007)

„Please Watch Your Step“, von Rhys Bowen (The Strand, Spring, 2007)

„Casino Gamble“, von Nan Higginson (Murder New York Style, L & L Dreamspell)

„Popping Round To The Post“, von Peter Lovesey (Ellery Queen Mystery Magazine, November, 2007)

„Death Will Clean Your Closet“, von Elizabeth Zelvin (Murder New York Style, L & L Dreamspell)

 

Bestes Kinder-/Jugendbuch

A Light In The Cellar, von Sarah Masters Buckey (American Girl)

Bravo Zulu, Samantha!, von Kathleen Benner Duble (Peachtree Publishers)

Cover-Up: Mystery At The Super Bowl, von John Feinstein (Knopf [Random House])

The Falconer’s Knot, von Mary Hoffman (Bloomsbury USA Childrens‘ Books)

Theodosia And The Serpents Of Chaos, von R.L. LaFevers (Houghton Mifflin)

 

Der Preis wird am 26. April verliehen. Erstmals wurde der Agatha-Preis 1989 an Carolyn G. Hart für „Something Wicked“ als bester Roman und Elizabeth George für „A Great Deliverance“ als bestes Debüt verliehen.

 

(Dank an David J. Montgomery für die Infos)

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TV-Krimi-Buch-Tipps online

Februar 29, 2008

Die Alligatoren haben sich die TV-Krimi-Buch-Tipps geschnappt. Alfred hat sie für das staunende Publikum angerichtet und das Ergebnis ist hier zu sehen. Wie immer gefällt es mir (zum Beispiel die schönen Filmplakate zu „Der unsichtbare Dritte“ und „Sacramento“).

In der Kriminalakte gibt es nur die ersten Zeilen:

Willkommen zu zwei ziemlich ruhigen Wochen. Nachdem vergangenes Jahr der Grafit Verlag einen Thriller von Charles den Tex veröffentlichte, lohnt sich ein Blick auf die Verfilmung seines Krimis „Claim – Der Betrug“. Gleiches gilt für die – nach einhelliger Meinung – ziemlich vergurkte Ross Macdonald-Verfilmung „Blue City“. Immerhin erlebt der über zwanzig Jahre alte Krimi um 2.00 Uhr nachts seine TV-Premiere. Walter Hill und Lukas Heller schrieben das Drehbuch. Aber dann übernahmen damalige Teenie-Stars die Hauptrollen.
Immer wieder schön ist dagegen Alfred Hitchcocks „Der unsichtbare Dritte“, der Sam-Peckinpah-Western „Sacramento“, George Stevens Jack-Schaefer-Verfilmung „Mein großer Freund Shane“, Sean Connerys letzter Auftritt als James Bond in „Sag niemals nie“, Claude Berris düstere Alain-Page-Verfilmung „Am Rande der Nacht“, der von Robert Hültner geschriebene Münchner Tatort „Vorstadtballade“ und für die trauernden Roy-Scheider-Fans gibt es „Tödliche Umarmung“ von Jonathan Demme.


TV-Tipp für den 29. Februar

Februar 29, 2008

Das Vierte, 20.15

Eine Leiche zum Dessert (USA 1976, R.: Robert Moore)

Drehbuch: Neil Simon

Ein Millionär lädt die berühmtesten Detektive der Welt ein. Er behauptet, sie könnten einen Mord nicht aufklären, der um Mitternacht stattfinden wird. Die Detektive sehen das anders.

Neil Simon zieht in seiner Krimikomödie die Images der bekanntesten, literarischen Detektive der Welt (hier: Miss Marple, Hercule Poirot, Sam Spade, Nick Charles aka Der dünne Mann mit Gattin Nora, Charlie Chan) und die Prinzipien des Whodunits durch den Kakao. Ein köstlicher Spaß – nicht nur für Genre-Fans.

Verkörpert werden die Meisterdetektive und Tatverdächtige u. a. von Truman Capote, Peter Falk, Alec Guiness, David Niven, Peter Sellers

Wiederholung

Samstag, 1. März, 16.05 Uhr


Neu im Kino: 8 Blickwinkel, Michael Clayton, No Country for old Men

Februar 28, 2008

8 Blickwinkel (USA 2007, R.: Pete Travis)

Drehbuch: Barry Levy

Das Kinofilmdebüt von Pete Travis und Barry Levy ist ein Thriller über einen Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten. Der Witz ist, dass das Attentat aus acht verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird. Das führt selbstverständlich zu einigen Wiederholungen. Aber gegen Ende gibt’s dann Action.

Mit Dennis Quaid, Forest Whitaker, Signourney Weaver, Matthew Fox, Bruce McGill, Edgar Ramirez, William Hurt

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „8 Blickwinkel“

Los Angeles Times über Barry Levy 

 

 

Michael Clayton (USA 2007, R.: Tony Gilroy)

Drehbuch: Tony Gilroy

Michael Clayton ist der Troubleshooter für eine große New Yorker Kanzlei. Als einer ihrer Anwälte ausrastet und damit den Prozess gegen das mulitnationale Chemieunternehmen U/North gefährdet, ist Clayton gefordert. Doch dieser steckt gerade selbst in einer Midlife-Crises.

Endlich – immerhin war „Michael Clayton“ bereits für November angekündigt – läuft Gilroys Regiedebüt auch in Deutschland an. Der Autor der Bourne-Trilogie hat einen Paranoia-Thriller inszeniert, bei dem die Bedrohung nicht mehr vom Staat sondern von der Wirtschaft ausgeht. Trotzdem haben Action-Fans bei „Michael Clayton“ schlechte Karten. Fans des guten, im positiven Sinn altmodischen Schauspielerkinos haben dagegen gute Karten.

Mit George Clooney, Tom Wilkinson, Tilda Swinton, Sydney Pollack, Michael O’Keefe

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Drehbuch „Michael Clayton“ von Tony Gilroy

Film-Zeit über „Michael Clayton“

Coming Soon unterhält sich mit Tony Gilroy über „Michael Clayton“

Greencine unterhält sich mit Tony Gilroy über „Michael Clayton“ 

Filmmaker Magazine unterhält sich mit Tony Gilroy über „Michale Clayton“ (und die Bourne-Filme und Armageddon) 

 

 

No Country for old men (USA 2007, R.: Joel & Ethan Coen)

Drehbuch: Joel & Ethan Coen

LV: Cormac McCarthy: No Country for Old Men, 2005

Endlich! Die Coen-Brüder sind wieder zurück in ihrer alten Form. Lassen wir einfach die Statistik der IMDB sprechen: 4 Oscars (unter anderem bester Film) gewonnen, weitere 77 Preise gewonnen, für weitere 31 Preise nominiert und auf Platz 38 der IMDB-Liste der besten Filme aller Zeiten.

Die Story? Lewellyn Moss findet in der texanischen Wüste die Überreste eines gescheiterten Drogendeals: Leichen, Heroin und zwei Millionen Dollar. Er schnappt sich die Kohle und steht auf der Abschussliste eines gnadenlosen Killers.

Mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Drehbuch „No Country for Old Men“ von Joel & Ethan Coen (28. November 2005)

Drehbuch „No Country for Old Men“ von Joel & Ethan Coen (Shooting Draft)

Film-Zeit über “No Country for Old Men”

Offizielle Webseite der Cormac-McCarthy-Gesellschaft

Time: Cormac McCarthy und die Coen-Brüdern reden über „No Country for Old Men“


TV-Tipp für den 28. Februar

Februar 28, 2008

Arte, 22.45

Die Wohlgesinnten – Auf den Spuren einer literarischen Sensation (D 2008, R.: Hilka Sinning, Edda Baumann-von Broen)

Drehbuch: Hilka Sinning, Edda Baumann-von Broen

Alle reden von Jonathan Littells 1400-seitigen Debütroman „“Die Wohlgesinnten“. In ihm erzählt er die fiktiven Lebenserinnerungen eines SS-Obersturmführers und seiner grausamen Taten während dem Dritten Reich. In Frankreich wurde der Roman von der Kritik abgefeiert und über 800.000-mal verkauft. Auch die deutsche Erstauflage ist mit 120.000 Exemplaren großzügig bemessen. Das Echo der deutschen Kritiker ist allerdings – sehr höflich formuliert – nicht so euphorisch.  

Da lese ich lieber alle Werke von Jonathan Littells Vater, einem gewissen Robert Littell.

Wiederholungen

Sonntag, 9. März, 03.50 Uhr (Taggenau!)

Mittwoch, 19. März, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte zur Doku und zum Roman

Perlentaucher über Jonathan Littells „Die Wohlgesinnten“


Familienprobleme für Handyman Jack

Februar 27, 2008

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Das neunte Handyman-Jack-Roman „Das Höllenwrack“ von F. Paul Wilson ist ein eher untypisches Abenteuer für den Mann, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, nicht auf dem staatlichen Radar zu erscheinen. Das ist in Zeiten des Antiterrorkampfes natürlich schwieriger denn je. Aber bis jetzt ist es ihm gelungen.

Doch nachdem sein Vater und zahlreiche weitere Passagiere auf dem La-Guardia-Flughafen von Terroristen mit vergifteten Patronen erschossen werden, hat Jack ein Problem. Weil er keinen Pass auf seinen Namen hat, kann er die Leiche seines Vaters nicht aus dem Leichenschauhaus abholen. Er muss seinen größeren Bruder Tom, den er aus tiefstem Herzen hasst, darum bitten. Tom ist inzwischen Richter in Philadelphia und, wie Jack schnell feststellt, Trinker und Verbrecher. Gegen Tom wird ermittelt und er hätte den Bundesstaat überhaupt nicht verlassen dürfen.

Tom erfährt schnell, dass Jack in der Illegalität lebt, gute Kontakte zu Verbrechern hat und in bestimmten Kreisen hoch angesehen ist. Außerdem hatte ihm sein Vater gesagt, wenn er wirkliche Probleme habe, solle er sich an Jack wenden. Er könne dann helfen. Und Tom, der unter keinen Umständen ins Gefängnis gehen will, hat Probleme die mit Geld und einem neuen Pass aus der Welt geschafft werden können.

Mit einer kleinen Erpressung und einem Appell an die familiären Gefühle überzeugt er Jack, ihn auf die Bermudas zu begleiten. Er will sein dort gebunkertes Vermögen abholen. Aber die Steuerfahndung war schneller. Jetzt hat er nur noch eine Hoffnung: die Lilitonga von Gefreda. Dieser Schatz soll vor über vierhundert Jahren vor den Bermudas untergegangen sein. Anhand der Schatzkarte finden sie die Lilitonga von Gefreda und erwecken sie in New York zum Leben.

Jetzt haben die beiden verfeindeten Brüder ein wirkliches Problem. Denn die katholische Kirche versenkte damals das Schiff, damit niemand mit dem teuflischen Ding, das Menschen vom Erdboden verschwinden lassen kann und alles Leben in ihrer näheren Umgebung vernichtet, in Berührung gerät.

„Das Höllenwrack“ ist eine unterhaltsame Abenteuergeschichte. Ein richtiger Schmöker eben, bei dem in der ersten Hälfte viel passiert und in der zweiten Hälfte das Ende – besonders wenn man weiß, dass F. Paul Wilson weitere Handyman-Jack-Romane geschrieben hat – doch sehr absehbar ist. Aber in „Das Höllenwrack“ geht es ihm weniger um thrillertypische Spannung und überraschende Plottwists, sondern um moralische Fragen.

F. Paul Wilson fragt sich, wie sehr Väter als Vorbild dienen können. Wie wirkt sich die Erziehung auf verschiedene Menschen aus? Dabei hat er mit Jack und Tom zwei gegensätzliche Charaktere entworfen, die beide von dem gleichen Mann erzogen wurden und dann ganz verschiedene Lebenswege einschlugen. Hier der nach außen hin respektierte Richter, der in dreifacher Scheidung lebt, korrupt, drogensüchtig, verantwortungslos und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Dort die nach außen hin gescheiterte Existenz ohne einen Beruf, die unter dem Radar des Staates als Berufsverbrecher lebt, aber dafür eine ihn liebende, schwangere Freundin, Freunde und moralische Standards hat. Er ist, wie ein Bluessänger singt:

“He went and fixed that problem, and now I sleep so good at night (…)

Yeah, Jack might be an angel, or he could be the devil too

Only thing I know is, you don’t want him mad at you.”

Diese beiden unterschiedlichen Charaktere prallen in „Das Höllenwrack“ immer wieder aufeinander. Dabei bestimmt der böse Bruder Tom weite Teile das Geschehens. Denn er muss sich in dieser Geschichte mit seinem eigenen verpfuschten Leben auseinandersetzen und sich fragen, welche zweite Chance er gerne hätte.

Auch Serienheld Jack steht vor schwierigen Fragen. Die wichtigste ist, wie sehr er seine Handlungen von dem Gefühl der Rache leiten lassen will. Denn natürlich sucht Jack die Mörder seines Vaters. Und dann ist da noch die Lilitonga von Gefreda, die seine Freundin Gia und ihre Tochter Vicky bedroht, während Tom am Liebsten nichts mit den von ihm in Gang gesetzten Ereignissen zu tun hätte.

 

 

 

F. Paul Wilson: Das Höllenwrack

(übersetzt von Michael Kubiak)

Blanvalet, 2007

512 Seiten

8,95 Euro

 

Originalausgabe

Infernal (A Repairman Jack novel 09)

Forge, New York 2005

 

Hinweise 

Homepage von F. Paul Wilson

Evolver: Martin Compart über F. Paul Wilson

Phantastik-Couch über F. Paul Wilson

Krimi-Couch über F. Paul Wilson


Wer ist Diablo Cody?

Februar 27, 2008

In der Kurzfasung ist sie der amerikanische Traum: sie schrieb ein Drehbuch, es wurde verfilmt, das Publikum stürmte in die Kinos, die Kritik liebte den Film und jetzt erhielt sie den Oscar für das beste Drehbuch des Jahres.

„Juno“ heißt die Komödie über eine schwangere Sechzehnjährige. Sie startet am 20. März in Deutschland. Bis dahin kann das Drehbuch (natürlich im Original) oder ein Interview mit Diablo Cody gelesen werden.

Aktuell gibt es bei Planet Interview (auch im Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung „jetzt“),  Stern, MSPMag (etwas älter, auf englisch und ausführlich) oder NewsBlaze (dit0) Interviews mit ihr.

Außerdem bloggt Diablo Cody und bei Entertainment Weekly hat sie eine Kolumne.


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