Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Viele Thriller und etwas Hardcore

Über den Heyne-Verlag muss eigentlich nichts gesagt werden; – außer dass die Freunde des traditionellen britischen Krimis mit diesen Taschenbüchern wenig Freude haben werden. Horror-Fans, Thriller-Aficionados und Freunde der härteren Gangart werden dagegen nicht nur in der Hardcore-Reihe glänzend bedient.

 

April

Meg Gardiner: Schmerzlos (Ein Klassentreffen endet in einem Blutbad. Denn ein unbekannter will den Jahrgang auslöschen. Evan Delaney will wenigstens einige retten.)

Hugh Laurie: Bockmist (wenn ich’s richtig im erkenne, ist das die im Original 1996 erschienene Krimikomödie „The Gun Seller“ von „Dr. House“-Laurie.)

Ben Mezrich: 21 (eine wahre, jetzt verfilmte Geschichte über sechs Studenten, die in Las Vegas die Bank sprengen)

David Peace: 1980 (Habe ich bereits abgefeiert)

Charles Todd: Auf dünnem Eis (günstige Ausgabe zum Welttag des Buches)

 

Mai

Thomas Harris: Hannibal Rising

Thomas Harris: Die Hannibal-Lecter-Romane (Sammelband mit den ersten drei Hannibal-Romanen für einen Zehner. Wer sie noch nicht hat, sollte jetzt zuschlagen. „Roter Drache“ und „Das Schweigen der Lämmer“ sind wirklich gut.)

Charlie Huston: Blutrausch – Ein Joe-Pitt-Roman (Privatdetektiv Joe Pitt kloppt sich in New York mit rivalisierenden Vampirclans)

Daniel Kalla: Rage – Die Therapie (Diese Werbung hat etwas: „Für die Leser von John Katzenbach und Sebastian Fitzek.“ Mag stimmen, mag nicht stimmen. Aber dass Heyne in seinem Katalog auf Knaur-Autoren verweist, gehört wohl in die Kategorie „dumm gelaufen“)

Sascha Mamczak (Hrsg.): Das Science-Fiction-Jahr 2008 (Erstaunlich-erfreulich, dass der Heyne-Verlag jedes Jahr eine neue Ausgabe des Science-Fiction-Jahrbuchs mit Interviews, Hintergrundartikeln, wissenschaftlichen Artikeln, Buch-, Film- und Hörspielkritiken, druckt.)

Kyle Mills: Die letzte Mission (Die US-amerikanische Regierung ließ ihn im Stich. Jetzt soll er für sie wieder einmal die Kastanien aus dem Feuer holen. Aber er hat andere Pläne. – Tja, mit Jack Bauer wäre das nicht passiert. – Ansonsten: Lee Child, Vince Flynn und Gayle Lynds blurben.)

Tom Piccirilli: Killzone (Der viermalige Bram-Stoker-Preisträger stößt in Thriller-Gefilde vor. Weil „Killzone“ in der Hardcore-Reihe erscheint, ist es nichts für sensible Geister.)

 

Juni

Max Barry: Logoland (Satirischer Thriller über die Globalisierung.)

David Ellis: In Gottes Namen (soll ein intelligenter Serienkillerroman in der Tradition von Se7en sein. Ellis erhielt für „Line of Vision“ 2002 einen Edgar.)

Baden Kenney: Skalpell Nr. 5 (Eine Anwältin und ein Rechtsmediziner jagen einen Mörder)

Frédéric Molay: Die siebte Frau (Ein Pariser Kommissar jagt einen Serienkiller, der jeden Tag eine bestialisch ermordete Frau abliefert. – In Frankreich stand der Thriller für die Fans von Karin Slaughter monatelang auf den Bestsellerlisten.)

Patrick Robinson: Jagd in der Tiefe (oder: das Militär rettet die Welt.)

 

Juli

Paul Cleave: Die Stunde des Todes (Deutsche Erstausgabe von „The Killing Hour“. Der erste Roman des Neuseeländers war für den Ned-Kelly-Award nominiert. In seinem zweiten Roman erzählt er die Geschichte von Charly. Die Polizei hält ihn für einen zweifachen Frauenmörder. Charly behauptet, die Morde habe Cyris begangen. Aber niemand kennt Cyris.)

Meg Gardiner: Vermisst (Evan Delaney will die Wahrheit über den angeblichen Selbstmord seines Vaters herausfinden. Denn es gibt keine Leiche.)

Sebastian Junger: Tod in Belmont (Hochgelobtes True-Crime-Buch über einen brutalen Frauenmord 1963 in einem Vorort von Boston. Junger schrieb auch „Der Sturm“.)

Jack Ketchum: Amokjagd (Der Krimi über einen Gattenmord mit ungeahnten Konsequenzen erscheint in der Hardcore-Reihe und deshalb für sensible Geister nicht geeignet.)

Robert Ludlum/Patrick Larkin: Das Moskau-Virus

Matt Richtel: Süchtig (Ein Journalist entgeht knapp einem Bombenanschlag. Auf der Jagd nach den Tätern führt ihn die Spur nach Silicon Valley.)

Jed Rubenfeld: Morddeutung (Sigmund Freud jagt 1909 in New York einen diabolischen Killer. Ausgezeichnet mit dem Britisch Book Award)

 

August

Massimo Carlotto: Arrivederci Amore, Ciao (wurde im vergangenen Jahr ziemlich abgefeiert.)

James Conan: Die Stadt der dunklen Herzen (Mörderjagd in Chicago 1893 kurz vor der Weltausstellung)

Dean Koontz: Todesregen (klingt nach einem Invastionsthriller: Silbriger Regen. Strom fällt aus. Die Sloans suchen ihre Freunde in einer Welt, die sich in ein geisterhaftes Labyrinth verwandelt hat.)

Richard Laymon: Der Keller (Horrorthriller)

Guillermo Martinez: Die Pythagoras-Morde (mit Elijah Wood und John Hurt verfilmter Rätselkrimi über die Jagd nach einem Serienkiller in Oxford. Er soll mit mathematischer Logik zur Strecke gebracht werden.)

Joshua Spanogle: Makellos (Medizinthriller)

Charles Todd: Der Schatten des Teufels (Inspector Rutledge ermittelt)

Kim Young-ha: Im Reich der Lichter (Nach zwanzig Jahren wird der Spion Gi-yeong Kim reaktiviert. Er soll nach Pjöngjang zurückkommen.)

 

September

Martina Cole: Die Tochter (Der gefürchtetste Mann Londons will seine Tochter rächen. Eine Polizistin versucht das schlimmste zu verhindern. Aber als Mutter kann sie den Rächer verstehen und sie fühlt sich zu ihm hingezogen.)

Vince Flynn: Der Verrat (Mitch Rapp soll herausfinden, wer den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten umbringen will. – Eine kurze Meldung zu Flynn und seiner Rapp-Serie: die Filmrechte sind verkauft, es ist eine Spielfilmserie geplant und Autor und Produzenten blicken sehr optimistisch in die Zukunft.)

Chuck Hogan: Endspiele („Pulp Fiction als Literatur“ sagt Jeffery Deaver. Das klingt doch gut. Außerdem wurde der Thriller mit dem Hammett-Preis ausgezeichnet.)

Stieg Larsson: Verdamnis (Taschenbuch-Ausgabe des zweiten Bandes seiner Milkenium-Trilogie)

Alexander McCall Smith: Das Herz des fremden Toten (Miss Isabel Dalhousie will einem Psychologen helfen. Dieser leidet mit seinem neuen Herzen an seltsamen Visionen. – Ein Krimi mit Humor.)

 

Oktober

Paul Christopher: Das Rembrandt-Erbe (Zwei Erben finden auf einem gefälschten Rembrandt einen Hinweis auf einen verborgenen Schatz. Sie begeben sich auf Schatzsuche nach Borneo. Dummerweise haben sie noch einige Konkurrenten.)

Michael Connelly: Kalter Tod (Harry Bosch ermittelt wieder. „The Overlook“ war ursprünglich ein Fortsetzungsroman im New York Times Sunday Magazine und wurde von Connelly für die Buchausgabe erweitert.)

Joe Hill: Blind (Taschenbuch-Ausgabe des im vergangenen Jahr abgefeierten Debüts des Sohns von Stephen King.)

Dean Koontz: Intensity (Oregon: Ein psychopathischer Mörder wütet. Chyna wehrt sich und verwickelt ihn in ein mörderisches Spiel.)

Richard Laymon: Die Show (Heyne Hardcore: Drei Jugendliche wollen im Sommer 1963 eine Vampirshow sehen und erleben ihr blaues Wunder)

John Lescroart: Dünnes Eis (Justiz-Thriller)

Stephen Woodworth: Die Sprache des Blutes (Ein Mystery-Thriller aus dem Reich von CSI und Ghost Whisperer.)

 

 

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.

 

Und hier geht’s zu den vorherigen Teilen:

Blanvalet Hardcover, Heyne Hardcover, Manhattan, Page & Turner, Rotbuch

Blanvalet, Goldmann Taschenbuch

Alexander Verlag, Edition Nautilus, Pendragon, Unionsverlag, Pulp Master, vgs

Emons, Gmeiner, Grafit

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3 Responses to Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Viele Thriller und etwas Hardcore

  1. Claus sagt:

    Ist dann nicht ein Harry Bosch-Roman, nämlich „Echo Park“, übersprungen worden? Oder stimmt meine Liste nicht?
    Anyway, auf den Titel freue ich mich auch.

  2. AxelB sagt:

    Deine Liste bei den Buchveröffentlichungen stimmt schon.
    Ich denke, „Echo Park“ wird im Herbst als Hardcover veröffentlicht.
    „Kalter Tod“ wird da wohl eher als Novelle (ist ja kürzer als die normalen Connelly-Romane) und Zwischenwerk betrachtet.

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