Ein Spiel mit echten Menschen

„Der Prototyp von Scavenger kann ohne euch nicht gelingen.“

Am Ende von „Creepers“ lagen Frank Balenger und Amanda Evert verletzt am Strand von Asbury Park, New Jersey, während hinter ihnen das Paragon Hotel abbrannte. In den folgenden Monaten heilten die beiden ihre Wunden und begannen in New York ein gemeinsames Leben. Eines Tages erhält Balenger die rätselhaft-liebevoll gestaltete Einladung zu einem Vortrag des Manhattan History Club über Zeitkapseln.

Sie gehen hin – und als Balenger wieder wach wird, liegt er am Strand von Asbury Park, New Jersey.

Seine Freundin Amanda wird dagegen in einer hermetisch abgeriegelten, einsam gelegenen Hütte wach. Bei ihr sind der Irak-Veteran Ray Morgan, die Seglerin Bethany Lane und das Bergsteigerpaar Derrick und Vivian Montgomery. Sie alle haben, wie Amanda, lebensbedrohende Situationen überlebt. Die Öffentlichkeit sieht sie als Helden.

Eine Stimme aus einem Lautsprecher sagt ihnen, dass sie jetzt Teil des Spiels „Scavenger“ seien. Sie hätten vierzig Stunden, um eine bestimmte Menge Aufgaben zu erfüllen. Wenn sie das nicht tun oder versagen, werden sie, wie die Figuren in einem Computerspiel, sterben. Auch Balenger ist, wie er erst im Laufe seiner Suche nach Amanda, begreift, ein Teil des Spiels. Doch schnell hält er sich, wie er glaubt, nicht mehr an die Spielregeln.

„Level 9“ ist ein würdiger Nachfolger für das klaustrophobische „Creepers“. Während Morrell sich damals von den Urban Explorers inspirieren ließ, hat er sich jetzt, wie sein informatives Nachwort verrät, von dem Phänomen der Zeitkapseln, GPS-Schatzsuchen und Videospielen und deren Metaphysik inspirieren lassen. Diese Informationen fügt Morrell gekonnt als Teil des Spiels und der Suche von Balenger nach seiner Geliebten Amanda in die spannende, weitgehend in der freien Natur spielende Geschichte ein.

„Level 9“ ist, trotz seines schwachen Endes (aka das Spiel beendende „Level 9“), als echter Pageturner eine ideale Sommerlektüre.

David Morrell: Level 9

(übersetzt von Christine Gaspard)

Knaur, 2008

416 Seiten

7,95 Euro

Originalausgabe

Scavenger

CDS Books, 2007

Hinweise

Homepage von David Morrell

Scavenger – The Game

Krimi-Couch: David Morrell – Eine Theorie über Thriller (2007)

Subterranean Press: Interview mit David Morrell über „Scavenger“ (und „Creepers“)

ITW: Interview mit David Morrell über “Scavenger”

ITW: „Between the Lines“-Interview mit David Morrell: The Making of a Bestseller (2008 )

Meine Besprechung von David Morrells „Creepers“

One Response to Ein Spiel mit echten Menschen

  1. […] Meine Besprechung von David Morrells „Level 9“ […]

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