Erste Eindrücke vom James-Sallis-Berlinbesuch

Am Ende seiner ersten Lesereise durch Deutschland besuchte James Sallis Berlin und ich nutzte die Gelegenheit für ein längeres Gespräch mit dem Erfinder von Lew Griffin und Turner. Die ersten beiden Griffin-Romane erschienen vor Ewigkeiten in der kurzlebigen Dumont-Noir-Reihe. Jetzt wagte der Liebeskind-Verlag mit „Driver“ und „Deine Augen hat der Tod“ einen zweiten und sehr erfolgreichen Versuch den in den USA unter Fans und Kollegen angesehenen Autor (2007 erhielt er auf der Bouchercon den Lifetime Achievement Award) auch in Deutschland zu etablieren. „Driver“ erhielt den Deutschen Krimipreis und war der Jahressieger der KrimiWelt-Bestenliste. Hugh Jackman sicherte sich die Filmrechte an „Driver“. Während des Gesprächs am Nachmittag verriet James Sallis mir, dass es inzwischen ein überarbeitetes Drehbuch gibt und der Drehbeginn für Frühjahr 2010 geplant ist. Außerdem hat Heyne die Rechte an seinen drei Turner-Romanen „Cypress Grove“, „Cripple Creek“ und „Salt River“ gekauft. Wir sprachen über Philip K. Dick, Lawrence Block (später auch über James Crumley und Joe R. Lansdale), warum seine Bücher so kurz sind (bei der Turner-Serie nimmt die Seitenzahl mit jedem Band ab), was für ein Gefühl es sei, in Deutschland ein zehn Jahre altes Buch zu promoten, und über New Orleans.

Nach dem Gespräch ging’s dann von seinem Hotel durch die Bergmannstraße (die etwas von New Orleans hat) zu „Hammett“. Die Buchhandlung erinnerte Sallis an den „Poisoned Pen Bookstore“ und wahrscheinlich nur zwei Gründe (Sprache, zulässiges Gewicht für den Flug) hinderten Sallis an einer kostspieligen Tour durch den Laden.

Am Abend las James Sallis im vollen Valentin Gasthaus am Südstern (eine schönes Lokal mit viel zu aufmerksamen Bedienungen) aus „Driver“ (weniger) und „Deine Augen hat der Tod“ (mehr), beantwortete Fragen (so erzählte er von seiner Band), signierte Bücher und dann ging’s zum gemütlichen Teil (mit den schon erwähnten aufmerksamen Bedienungen). Ich beichtete ihm, dass ich ihm am Nachmittag nur die Hälfte der geplanten Fragen gestellt hatte. Aber dafür hätte er ein gutes Dutzend anderer Fragen beantwortet. Das passiert halt, wenn man nicht blind seinen Fragenkatalog abarbeitet.

Am Freitag machte James Sallis sich auf den Heimweg nach Phoenix, Arizona – und ich sitze hier in Berlin über meinen Notizen, die die Grundlage für einen längeren Text über James Sallis sind.

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