Hinweise: Horst Tappert gestorben, Glauser-Abend in Berlin, Letzter Band der Fauser-Edition erscheint, Tipp: Deaver-Thriller über Datenschutz, „Für alle Fälle Fitz“-DVD, Amazon-Bestsellerliste

R. i. P. Horst Tappert (26. Mai 1923 – 13. Dezember 2008)

Von 1974 bis 1998 war Horst Tappert Oberinspektor Stefan Derrick. Herbert Reinecker schrieb die 281 Folgen, das ZDF strahlte sie freitags aus, jeder Heranwachsende genoss seine Portion „Derrick“ (die Eltern erlaubten schon früh diese moralisch einwandfreie, weltfremde Stunde Mord und Totschlag) und zog später bessere Programme vor.

Vor „Derrick“ spielte Tappert in den erfolgreichen TV-Mehrteilern „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ und „Das Halstuch“ mit. Zu seinen Kinofilmen gehören „Wir Wunderkinder“, der Jerry-Cotton-Film „Die Rechnung – eiskalt serviert“, und die Edgar-Wallace-Filme „Der Hund von Blackwood Castle“, „Der Gorilla von Soho“, „Der Mann mit dem Glasauge“ und, nicht zum offiziellen Kanon gehörend, „Der Teufel kam aus Akasawa“. Sein letzter „Auftritt“ war 2004 in dem gefloppten Zeichentrickfilm „Derrick – Die Pflicht ruft!“.

Nachrufe gibt es bei Bunte, Spiegel Online, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung (von Willin Winkler), Tageszeitung und Die Welt.

Es hat schon etwas von einem Treffen der Giganten: Am 17. Dezember, um 20.00 Uhr reden Frank Göhre und Thomas Wörtche im Literaturforum des Brecht-Hauses (Chausseestraße 125, Berlin, zwischen den U-Bahnhöfen Zinnowitzer Straße und Oranienburger Tor) anlässlich des siebzigsten Todestages von Friedrich Glauser über den Erfinder von Wachtmeister Studer.

Frank Göhre veröffentlichte zuletzt den hochgelobten biographischen Roman „MO – Der Lebensweg des Friedrich Glauser“ und Krimiexperte Thomas Wörtche ist auch als Gründer der Krimireihe „metro“ im Unionsverlag (der auch das Gesamtwerk von Glauser veröffentlichte) bekannt.

Ergänzender Buchtipp: Der Schweizer Verlag „NIMBUS – Kunst und Bücher“ veröffentlichte vor wenigen Tagen „Pfützen schreien so laut ihr Licht – Gesammelte Gedichte“ und „Man kann sehr schön mit dir schweigen – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconer Freunde 1919 – 1932“ von Friedrich Glauser. Beides dürfte vor allem für die Hardcore-Fans sein.

Ebenfalls eher für die Hardcore-Fans ist der letzte Band der Jörg-Fauser-Edition im Alexander-Verlag. Denn dieser, so der Verlag, erscheint demnächst:

Nach langem und nun endlich beendetem Rechtsstreit, freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu können, dass im Februar 2009 der letzte Band der Jörg-Fauser-Edition erscheinen wird.

Der Strand der Städte“ enthält alle journalistischen Arbeiten, die Jörg Fauser zwischen 1959 und 1987 publiziert hat; Essays, Kolumnen, Reportagen, von denen die meisten hier erstmals in Buchform erscheinen. Auf ca. 1600 Seiten „kann man den ganzen Fauser-Kosmos wieder finden“ (FAZ am Sonntag).

Im Juli 2009 veröffentlicht Diogenes eine Fauser-Werkausgabe in neun Bänden. Bitte beachten Sie, dass der im Zürcher Verlag erscheinende Essayband nur eine kleine Auswahl der journalistischen Arbeiten Fausers enthält.

Bei den zahlreichen Datenschutzskandalen der vergangenen Wochen (zuletzt hat es die Berliner Landesbank erwischt) und dem schnellen Handeln der Politik (Ein besseres Datenschutzgesetz ist auf dem Weg und nach einer äußerst knappen Übergangsfrist von drei Jahren – DREI JAHRE? Oh, Mann, das ist schnell.) will ich ein Buch für den weihnachtlichen Gabentisch empfehlen:

Jeffery Deaver: Lautloses Duell

(übersetzt von Gerald Jung)

Goldmann, 2009

512 Seiten

8,95 Euro

Originalausgabe

The Blue Nowhere

Simon & Schuster, 2001

In dem Thriller erzählt Deaver von dem Kampf zwischen einem Mörder, der sich in die Computer seiner Opfer einkackt einhackt (wegen der Jugendfreiheit), und einem inhaftiertem Computergenie, der ihn fangen soll.

Ein hochrangiger Datenschutzexperte hat mir vor wenigen Wochen das Buch empfohlen. Er sagte, es schildere die Gefahren des illegalen Hackens sehr genau und realistisch. Nachdem die Regierung als großes Projekt zum Schutz der Bürger die Online-Durchsuchung von Computern wollen, ist ein wenig Fachwissen empfehlenswert

Und jetzt will ich die nächste „Für alle Fälle Fitz“-DVD einschieben. Die grandiose Serie erschien vor wenigen Tagen vollständig in einer schön gestalteten Box. Auch sie ist ein gutes Weihnachtsgeschenk.

P. S.: Eher eine Nicht-Kaufen-Liste ist dagegen die Amazon-Krimibestsellerliste. Mir ist vollkommen schleierhaft, wie Charlotte Links „Die letzte Spur“ auf den ersten Platz kommen konnte (Hat die wirklich so viele Bücher verkauft?), warum Frank Schätzings „Der Schwarm“ immer noch auf dem 23. Platz ist und warum so wenige der üblichen Verdächtigen auf der Liste sind.

Immerhin hat es Hugh Laurie mit „Bockmist“, nach Sebastian Fitzeks „Der Seelenbrecher“, auf den dritten Platz (Irgendwie muss „Dr. House“ sich bei Amazon grandios verkaufen.) und Harlan Coben mit „Das Grab im Wald“ auf den 26. Platz geschafft.

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2 Antworten zu Hinweise: Horst Tappert gestorben, Glauser-Abend in Berlin, Letzter Band der Fauser-Edition erscheint, Tipp: Deaver-Thriller über Datenschutz, „Für alle Fälle Fitz“-DVD, Amazon-Bestsellerliste

  1. JL sagt:

    „einkackt“: ob Zufall oder Absicht — schön!

  2. AxelB sagt:

    Mistmistmist, die Amis hacken sich in Computer ein. Das mit dem Kacken packen wir auch ganz alleine. Gern auc h mit Jacken in Wacken und ohne Zacken, aber mit Sack und Pack für den Weihnachtsmann (War der nicht eine Erfindung von Coca Cola?).
    Sacken gibt’s.
    Hacken zusammenschlagen! Abtreten zum Kacken!

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