Zwei Rebus-Nebenwerke von Ian Rankin

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Nach der Lektüre der inzwischen vollständig auf Deutsch vorliegenden Rebus-Romane von Ian Rankin gibt es für den Fan nur noch die kurzen Auftritte des Detective Inspector aus Edinburgh. Vor allem für ihn ist Ian Rankins „Rebus’s Scotland“ ein inspirierendes Buch. Bei der Kurzgeschichtensammlung „Eindeutig Mord“ können auch Rebus-Novizen und Fans spannender Kurzgeschichten bedenkenlos zuschlagen. Denn in diesen zwölf, in den frühen Neunzigern entstandenen, Geschichten löst Rebus mehrere Morde und wird auch in einige andere Fälle verwickelt. Insofern ist der deutsche Titel etwas irreführend.

Nach den ersten beiden Rebus-Romanen probierte Rankin in den im Original bereits 1992 publizierten Kurzgeschichten seinen Charakter in verschiedenen Situationen aus. So erleben wir einen nicht ganz typischen, arbeitsfreien „Sonntag“ mit John Rebus. Er verfolgt in „Not Provan“ den Schläger Willie Provan, der dank eines falschen Alibis wahrscheinlich wieder freigesprochen wird. In „Frank und frei“ hilft ihm ein verrückter Obdachloser dank seiner Beobachtungen einige Verbrecher zu verhaften. In „Monströse Trompete“ soll er dem französischen Kollegen Cluzeau die Stadt zeigen. Vor der Stadtführung klären sie den Diebstahl einer Bronzeplastik auf. Bei den Mordermittlungen ist John Rebus dann auf vertrautem Gelände. In „Playback“ kann er nachweisen, wie der Mörder mit damals moderner Technik (wir reden hier von der Vor-Handy-Zeit) sein Alibi fälschte. In „Gut gehängt“ bietet das jährliche Fringe-Festspiel den Hintergrund für einen Mord im Theatermilieu. In „Auld Lang Syne“ ist es die Silvesternacht auf der Tron. „Der Fluch des Hauses Dean“ erzählt von einer ähnlich verfluchten Familie wie die Dain-Familie bei Dashiell Hammett. Sowieso sind die meisten Titel bei Ian Rankin literarische und popkulturelle Anspielungen. Bei den Rebus-Romanen nahm er oft Liedtitel.

„Eindeutig Mord“ ist ein feines Buch mit zwölf spannenden Kurzgeschichten, die das kriminalliterarische Feld vom Rätselkrimi über komödienhafte Stücke bis hin zu Thrillern beschreitet. Öfters sogar innerhalb einer Geschichte.

Ebenfalls ein feines Buch ist „Rebus’s Scotland – A Personal Journey“. In ihm erzählt Ian Rankin von sich, wie er Rebus erfand, wie viel von ihm in John Rebus steckt und wie die Rebus-Romane zu einer Chronologie von Edinburgh und Schottland wurden. Ergänzt wird der Text durch die atmosphärischen Schwarz-Weiß-Bilder von Tricia Malley und Ross Gillespie, deren Aufnahmen inzwischen auch auf den englischen Ausgaben der Rankin-Romane sind. „Rebus’s Scotland“ ist vor allem ein Buch für langjährige Ian-Rankin-Leser, die jetzt mehr über den Autor und seinen Seriencharakter John Rebus erfahren wollen.

Ian Rankin: Rebus’s Scotland – A Personal Journey

(Photographed by Tricia Malley and Ross Gillespie)

Orion, 2005

160 Seiten (+ 64 Seiten Fotografien)

20,00 Pfund (gebundene Ausgabe)

7,99 Pfund (Taschenbuch-Ausgabe)

Ian Rankin: Eindeutig Mord – Zwölf Fälle für John Rebus

(übersetzt von Giovanni und Ditte Bandini)

Goldmann, 2008

320 Seiten

7,95 Euro

Originalausgabe

A Good Hanging

Century, London, 1992

Enthält

Playback (Playback)

Der Fluch des Hauses Dean (The Dean Curse)

Frank und frei (Being Frank)

Eine Leiche im Keller (Concrete Evidence)

Ansichtssachen (Seeing Things)

Gut gehängt (A good Hanging)

Von Meisen und Menschen (Tit for Tat)

Not Provan (Not Provan)

Sonntag (Sunday)

Auld Lang Syne (Auld Lang Syne)

Der Gentlemen’s Club (The Gentlemen’s Club)

Monströse Trompete (Montrous Trumpet)

Hinweise

Homepage von Tricia Malley und Ross Gillespie

Homepage von Ian Rankin

Deutsche Homepage von Ian Rankin (Goldmann-Verlag)

Meine Besprechung von Ian Rankins “Ein Rest von Schuld“ (Exit Music, 2007)

Meine Besprechung von Ian Rankins „Im Namen der Toten” (The Naming of the Dead, 2006)

Meine Besprechung von Ian Rankins „Die Seelen der Toten“ (Dead Souls, 1999)

Meine Besprechung von Ian Rankins „Der diskrete Mr. Flint“ (Watchman, 1988)

One Response to Zwei Rebus-Nebenwerke von Ian Rankin

  1. […] Meine Besprechung von Ian Rankins “Rebus’s Scotland – A personal journey” (2005) […]

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