Erster Eindruck: Das Science Fiction Jahr 2009

Das Science Fiction Jahr 2009

Wie ein Rundum-Glücklich-Jahrbuch aussehen kann, zeigt die vierundzwanzigste Ausgabe des von Sascha Mamczak und Wolfgang Jeschke herausgegebenen Jahrbuchs „Das Science Fiction Jahr“. Die Struktur, mit einem Schwerpunktthema, Interviews, Porträts, Nachrufen, Texten zur Science in der Fiction, zur Kunst in der Science Fiction, Überblicken zu neuen Filmen, Hörspielen, Comics, Computerspielen und Büchern, Listen von Preisträgern, Marktberichten über die deutsche, amerikanische und britische SF-Szene (inclusive Hinweisen auf die neuen Werke wichtiger Autoren) und den im Heyne Verlag erschienenen SF-Büchern (naja, soviel Eigenwerbung darf sein), wurde beibehalten. Ebenso die üppigen Illustrationen, die es leider nur in SW gibt.

Der Umfang der einzelnen Rubriken ist, ebenfalls wie gewohnt, erschlagend. Dem Schwerpunktthema „Quo vadis, Superhelden?“ sind über vierhundert Seiten gewidmet und, nach dem Erfolg von Superhelden-Comics und den vielen aktuellen Superhelden-Kinofilmen, wie „Watchmen“, „Ironman“, „Hellboy“ und „Hancock“ (Batman, Superman und Spiderman lasse ich mal links liegen) hat sich das Thema förmlich aufgedrängt. Im „Science Fiction Jahr 2009“ wird dabei der Rundumschlag vom Grafen von Monte Christo über die klassischen Superhelden-Comics hin zu den Dekonstruktionen des Superhelden gemacht. Auf über hundert Seiten geht’s auch um die Frage, ob Superhelden eine reine Ausgeburt der Fantasie sind, ober ob sie und ihre Fähigkeiten naturwissenschaftlich irgendwie möglich sind. Es wird über den schwierigen Weg zum „Watchmen“-Film, über die moralische Verantwortung von Superhelden und über „Superhelden – Helden wie du und ich“ geschrieben.

Es gibt einen über vierzigseitigen Artikel über die „Stahlfront“-Romane von Torn Chaines. Dierk Spreen erklärt, inwiefern der Vorwurf, dass die Romane rechtsextrem seien, zu recht besteht. Christopher Ecker schreibt einen über fünfzigseitigen Nachruf über den SF-Autor Thomas M. Disch, der sich am 4. Juli 2008 umbrachte. Dagegen sind die elf Seiten für Philip José Farmer und die fünf Seiten für Michael Crichton wahrlich bescheiden. Es gibt Interviews mit Greg Bear und John Scalzi. Es gibt eine wirklich kurze Geschichte des österreichischen Science-Fiction-Films und, mehr oder wenig kurze, Kritiken von Büchern, Computerspielen, Filmen und Hörspielen.

Das ist eine volle Ladung Informationen, die mich die kommenden Tage und Wochen (denn mit 1600 Seiten ist das Werk zu dick für die Hosentasche) beschäftigen wird. Ich weiß zwar, dass dreißig Euro eine stattliche Investition sind, aber es lohnt sich. Denn „Das Science Fiction Jahr 2009“ ist, mal wieder, ein gutes halbes Dutzend verschiedener Bücher in einem.

Und in einem Jahr gibt’s die fünfundzwanzigste Ausgabe von „Das Science Fiction Jahr“.

Sascha Mamczak/Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2009

Heyne, 2009

1600 Seiten

29,95 Euro

Hinweis

Meine Besprechung von Sascha Mamczak/Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2008

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2 Responses to Erster Eindruck: Das Science Fiction Jahr 2009

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