Thriller < 10 Euro (mit Ausnahmen)

Wer bei den Hardcover-Ausgaben zögerte, kann jetzt die, teilweise überfälligen Taschenbuch-Ausgaben von einigen guten Büchern kaufen. Beginnen wir ohne bestimmte Reihenfolge in Berlin:


D. B. Blettenberg: Berlin Fidschitown (Pendragon, 12,95 Euro)

Sein bereits 2003 erschienener, hauptsächlich in Berlin, oft im Untergrund, spielender, mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichneter Thriller ist jetzt endlich als Taschenbuch erschienen. Unbedingt lesen!


Jörg Juretzka: Der Willy ist weg (Unionsverlag, 9,90 Euro)

Sein dritter Krimi erschien zuletzt bei Rotbuch als Hardcover. Jetzt gibt es das brüllend komische Abenteuer von Privatdetektiv Kristof Kryszinski als Taschenbuch. Im Anhang gibt es ein dreiseitiges Interview, eine Bio- und eine Bibliografie.


Domingo Villar: Wasserblaue Augen (Unionsverlag, 9,90 Euro)

Ein Debüt aus Spanien: Inspektor Leo Caldas soll den Mörder eines bestialisch ermordeten Saxofonisten finden. Ihre Ermittlungen führen sie in Szenebars und Schwulenclubs – und mit etwas über 200 Seiten kann das Buch in einem Rutsch gelesen werden.


Matti Rönkä: Bruderland (grafit, 8,95 Euro)

Der zweite Krimi mit dem in Helsinki lebendem, russischstämmigem Privatdetektiv Viktor Kärppä. Als einige Jugendliche an verunreinigtem Heroin sterben, wird Kärppä von der Polizei gezwungen, seine alten Kontakte zu benutzen. Guter PI-Krimi, der nicht wallandert, sondern sich an amerikanischen Vorbildern orientiert.


Charles den Tex: Die Zelle (grafit, 11 Euro)

Nach „Die Macht des Mr. Miller“ ein weiterer Thriller mit dem Unternehmensberater Michael Bellicher, dessen Leben wieder aus den geordneten Bahnen gerät. Dieses Mal soll er einen Unfall mit Todesfolge verursacht haben (er erinnert sich nicht daran) und er besitzt plötzlich marode Treibhäuser (die er niemals gekauft hat). „Die Zelle“ erhielt den Goulden Strop.


Max Bronski: München Blues (Heyne, 7,95 Euro)

Drei Jahre nach der Hardcover-Ausgabe erscheint der zweite Krimi von Max Bronski endlich als Taschenbuch. Amateurdetektiv Gossec stolpert während des Oktoberfestes über eine Bierleiche und in den schönsten bayerischen Amigofilz.


Allan Guthrie: Abschied ohne Küsse (Heyne)

Nun, die Taschenbuch-Ausgabe eines Hard-Case-Crime-Taschenbuches. Mir gefällt das originale Pulp-Cover besser. Der Inhalt bleibt gleich und ist nichts für zartbesaitete Gemüter.


Roger Smith: Kap der Finsternis (Heyne, 8,95 Euro)

Ein zünftiger Hardboiled aus Südafrika. Das feine Debüt spart nicht Gewalt und erscheint deshalb auch folgerichtig in der Hardcore-Reihe von Heyne.


Jeffery Deaver: Der Täuscher (Blanvalet, 9,95 Euro)

Lincoln Rhyme ermittelt wieder und wir erfahren einiges über die Möglichkeiten der Überwachung und Datenmanipulation. Da hat Deaver wieder ein halbes Sachbuch in seinen Krimi geschmuggelt.


Michael Connelly: Echo Park (Heyne, 6,65 Euro)

Harry Bosch ermittelt wieder. Muss ich wirklich mehr sagen?


Joe R. Lansdale: Akt der Liebe (Heyne, 8,95 Euro)

Lansdales Debüt erschien 1999 bei pulp master, ist schon seit Ewigkeiten nicht mehr erhältlich und Antiquare verlangen ziemlich viel Geld dafür. Daher ist die, anhand einer kursorischen Überprüfung nur wenig überarbeitete Neuausgabe für alle Lansdale-Fans (neue und alte) die Gelegenheit, einen Klassiker des Serienkillerthrillers (wieder) zu lesen. Immerhin erschien „Akt der Liebe“ in den USA 1981; was uns schmerzlich daran erinnert, dass Lansdale auch schon einige Jahrzehnte auf dem Planeten wandelt.

Lasst euch nicht von dem nichtssagendem Cover, das eher an eine Liebesschnulze in tropischen Hütten erinnert, und dem harmlosen Titel abschrecken.

Und wer doch nicht auf sein geliebtes Hardcover verzichten kann:


Laura Thompson: Agatha Christie (Scherz, 24,95)

Eine fünfhundertseitige Biographie über die enorm produktive Schriftstellerin (15. September 1890 – 12. Januar 1976). In England wurde das Buch gemischt aufgenommen. Denn Thompson, die auch einen exclusiven Zugang zum Archiv von Agatha Christie hatte, schreibt nicht besonders kritisch über die heute immer noch erfolgreiche Krimiautorin. Und das ist wahrscheinlich das größte Rätsel um Agatha Christie.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: