Neu im Kino/Filmkritik: „Snowman’s Land“

September 30, 2010

Nein, wirklich gelungen ist Tomasz Thomsons „Snowman’s Land“ nicht. Und dabei fängt es für Genrejunkies und Freunde des schwarzen Humors so gut an. Walter, ein desillusionierter Profikiller, der seine besten Tage hinter sich hat, vermasselt seinen letzten Job so gründlich, dass man glaubt Aki Kaurismäki und die Coen-Brüder hätten Pate gestanden. Aber danach verabschieden sich Kaurismäki und die Coens und, obwohl die weitere Geschichte irgendwo in der schneeverwehten osteuropäischen Einöde spielt, stammt das gesamte Personal und der Humor aus den deutschen Deppengangsterkomödien à la „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“, die in ihren lichten Momenten Ami-Filmgangstern nacheifern, aber meistens wie das Personal für eine Nachmittagstalkshow wirken.

Denn bis sich die Situation beruhigt hat, soll Walter in eine Hotel im Osten (genaugenommen 2340 Kilometer ostwärts oder irgendwo im nirgendwo) einige Tage untertauchen und dem legendären Verbrecher Berger bei irgendetwas helfen. Auf seiner Fahrt zum Arsch der Welt, in einem Auto das schon den vorletzten TÜV nicht mehr überlebte, trifft er seinen alten Kumpel Micky, einen anderen Auftragskiller, der mental leicht labil ist und in viel zu dünnen Klamotten durch den Schnee zu Bergers Hotel stampft. In dem stillgelegten Hotel werden sie von Bergers Freundin Sibylle erwartet. Sie nimmt die beiden Jungs betont unherzlich auf und düst erst einmal ab in die Stadt. Walter und Micky schlagen sich die Zeit auf Männerart tot: Schlitten fahren, saufen, TV gucken, sich nerven und auf Berger warten.

Als Sibylle zurückkommt, beginnt sie sich mit Micky zu Vergnügen. Alkohol und Drogen erleichtern das näherkommen. Walter ahnt schon das drohende Unheil und als Sibylle sich eher zufällig erschießt, haben die beiden Killer ein Problem, das sie pragmatisch lösen. Sie verbuddeln die Leiche im Wald und belügen Berger, als dieser sie nach seiner Freundin fragt. Doch allzu lange lässt Berger, der auch einen Sprung in der Schüssel hat, sich nicht hinhalten. Er foltert Walter und Micky, weil er glaubt, dass sie Sibylle entführt haben und von ihm jetzt ein erkleckliches Lösegeld haben wollen. Dass Walter und Micky keine Lösegeldforderung stellen, stört ihn nicht weiter (soviel zu intelligenten Verbrechern). Kurz darauf glaubt er, dass die Konkurrenz seine Freundin umgebracht hat. Er will sie rächen und, weil schon ziemlich viel Filmzeit vergangen ist, eskalieren die Ereignisse in durchaus vorhersehbarer Weise.

Die krude und immer wieder unplausible Story von „Snowman’s Land“ wird von Thomson in epischer Breite erzählt. Denn für einen Spielfilm sind der Plot und die Verwicklungen einfach zu dünn. Für eine Charakterstudie sind Walter und Micky einfach zu doofe Gangster, die ziellos durch die Geschichte stolpern. Sie sind immer die von äußeren Ereignissen getriebenen, die sich freuen können, wenn sie mit heiler Haut aus der Geschichte herauskommen. Aber auch das können sie nicht beeinflussen. Und scheitern können sie auch nicht, weil sie nichts erreichen wollen.

Für eine schwarze Komödie hat „Snowman’s Land“ zu viel Leerlauf und kein wirkliches Ziel der Attacke. Denn einem Haufen Deppen zuzusehen, wie sie ziellos durch den Schnee stampfen und sich in einem renovierungsbedürftigem Hotel auf die Nerven gehen, ist nur begrenzt unterhaltsam und letztendlich gar nicht so weit weg von den gängigen deutschen Spielfilmen.

Snowman’s Land (D 2010)

Regie: Tomasz Thomson

Drehbuch: Tomasz Thomson

mit Jürgen Rißmann, Thomas Wodianka, Reiner Schöne, Eva-Katrin Hermann, Waléra Kanischtscheff, Detlef Bothe

Laufzeit: 98 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Facebook-Seite zu „Snowman’s Land“

Film-Zeit über „Snowman’s Land“

Wikipedia über „Snowman’s Land“

Das besondere Snowman-Ereignis

Am Freitag, den 1. Oktober, wird Reiner Schöne um 20.00 Uhr im Moviemento Kino (Kottbusser Damm 22, Berlin) bei der Vorstellung anwesend sein und alle Fragen zum Film beantworten.

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TV-Tipp für den 30. September: Jesse Stone – Totgeschwiegen

September 30, 2010

ZDF, 00.35

Jesse Stone – Totgeschwiegen (USA 2006, R.: Robert Harmon)

Drehbuch: J.T. Allen, Tom Selleck, Michael Brandman

LV: Robert B. Parker: Death in Paradise, 2001

Dritter Jesse-Stone-Film nach dem dritten Jesse-Stone-Roman. Dieses Mal muss Kleinstadtcop Jesse Stone den Mord an einer 14-jährigen aufklären. Seine Ermittlungen führen ihn in die besseren Kreise von Boston.

Ein weiterer feiner Polizeifilm.

Mit Tom Selleck, Edward Edwards, Viola Davis, John Diehl, William Devane

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Al Mundy stiehlt keine Zeit

September 29, 2010

Ohne Alfred Hitchcocks eleganten Einbrecherfilm „Über den Dächern von Nizza“ (To catch a thief) und die nach den ersten James-Bond-Filmen einsetzende Begeisterung für jet-settende Geheimagenten (während die echten Geheimagenten eher wie Harry Palmer waren. Naja, vielleicht noch unglamouröser.) hätte es 1968 die amerikanische TV-Serie „It takes a thief“, die bei uns „Ihr Auftritt, Al Mundy!“ heißt, wahrscheinlich nie gegeben. Denn der im Originaltitel angesprochene Dieb ist Alexander Mundy. Ein Dandy, der stolz darauf ist, das Metier seines Vaters und Großvaters fortzuführen, aus Prinzip keine Gewalt anwendet und der auch im Knast nur an seinen Ausbruch und seinen nächsten großen Coup plant.

Da bietet der Geheimdienstler Noah Bain (in der deutschen Fassung Noah Blain [keine Ahnung warum] heißt) Al Mundy einen Deal an. Er kommt frei, kann in einem großen Haus mit schönen Frauen leben und muss für ihn immer wieder Gegenstände stehlen. Denn, wie schon das im Titel angesprochene Sprichwort sagt: Man braucht einen Dieb, um einen Dieb zu fangen. Und wenn er sich nicht benimmt, kommt er wieder zurück ins Gefängnis.

In den ersten Folgen wird diese Erpressung öfters, wenn auch in einem humorvollem Tonfall, thematisiert. So gibt es auf der einen Seite einen Dieb, der Dieb bleiben will und nur ans Stehlen denkt, und auf der anderen Seite einen Geheimagenten, der einen Dieb erpresst für den Staat zu arbeiten. Als Belohnung winkt ihm nicht die Freiheit oder Geld, sondern nur das Leben in einem größeren Käfig.

In den späteren Folgen der ersten Staffel rücken dann die Agentengeschichten, die heute reichlich anachronistisch wirken, in den Vordergrund. Denn die Blockkonfrontation ist vorbei und damit auch das mühevolle Einschleusen von Agenten über verschiedene Grenzen in verschiedene mehr oder weniger fiktive Staaten im Osten, das Spiel mit falschen Identitäten, den in totalitären Staaten operierenden Untergrund-Bewegungen, die alle bemerkenswert gut englisch sprechen, und natürlich, verfolgt von einer Horde schießwütiger Kommunisten, die Flucht über die Grenze in die Freie Welt.

Doch meistens konzentrieren sich die Autoren (neben Serienerfinder Roland Kibbee auch Leslie Stevens, Dean Hargrove und Glen A. Larson) auf Al Mundys Diebstähle, lassen die Agentengeschichte eher nebenher mitlaufen und reichern die einzelnen Folgen teilweise mit zahlreichen Comedy-Elementen an. Dazu gehören Al Mundys Wortgefechte mit einem anderen Einbrecher (in „Wie klaut man ein Schlachtschiff?“), oder wenn Noah Bain widerwillig Al Mundys Part übernehmen muss, dabei auf eine in ihn verliebte Ost-Wissenschaftlerin trifft und er ihr als potentieller Überläufer die guten Seiten des Kapitalismus schildert (in „Es tritt auf: Noah Blain“), oder wenn Al Mundy, wieder einmal in Osteuropa, auf eine Untergrund-Gruppe trifft, deren Zentrale in einem noblen Modesalon ist (in „Die Radomir-Affäre“), oder wenn Al Mundy an der Riviera die heißen Enthüllungsmemoiren einer älteren, vergnügungssüchtigen Gräfin mit einem beeindruckenden Zahl früherer High-Society-Liebhaber stehlen soll (im zitatreichen Staffelfinale „Heiße Memoiren“). Sowieso werden Filmfans viele Zitate und Anspielungen auf andere Filme finden. Diese stehen allerdings nie den Capers im Weg.

Meistens muss Al Mundy aus hochgesicherten Gebäuden (damaliger Stand der Technik) etwas Wertvolles stehlen. Aber es gibt auch Variationen. So soll er „Ein Millionär hat’s schwer“ die Kronjuwelen nicht stehlen, trifft auf eine gutaussehende Einbrecherin (Ach, alle Frauen in der Serie sehen gut aus) und muss einen Scheindiebstahl durchführen, der Jahre später schamlos von Brian De Palma in „Mission: Impossible“ (wenn Tom Cruise sich in der CIA-Zentrale abseilt) kopiert wurde. In „Der falsche Engel“ soll Mundy einem südamerikanischem Diktator ein gefälschtes Gemälde unterschieben. In „Streit in der Königsfamilie“ muss er einen Thronfolger beschützen und wird, eher ungewollt, zu seinem Erzieher, Ratgeber und Vorbild (Zum Glück weiß der Junge nicht, dass Al Mundy ein Einbrecher ist). Und in „Die Radomir-Affäre“ soll Mundy die Tochter eines Biologen aus dem Ostblock schmuggeln.

Alle Folgen der ersten Staffel von „Ihr Auftritt, Al Mundy!“ sind lockere Unterhaltung, die gelungen Humor mit Suspense und Action verbinden und öfters wie ein kleiner Spielfilm wirken. Dazu tragen auch die teils heute noch bekannten Gaststars, wie Senta Berger, John Saxon, Leslie Nilsen, Raymond Burr, Anthony Zerbe, Strother Martin, Bill Bixby, Stuart Margolin und Ida Lupino , bei. Zu den filmischen Erben von „Ihr Auftritt, Al Mundy!“ gehört die ebenfalls sehr unterhaltsame, stylishe britische Serie „Hustle“.

Die DVD

Polyband hat die erste Staffel auf zwei Boxen aufgeteilt und jeweils mit einem informativem Booklet versehen. Auf der ersten Box ist auch die deutsche Synchron-Fassung des für uns umgeschnittenen Pilotfilms enthalten.

Die deutsche Synchronisation wurde von Rainer Brandt, der mit seiner Schnodder-Synchronisation auch für die deutschen Fassungen von „Die Zwei“, „Mini-Max“, „Tennisschläger und Kanonen“ verantwortlich war, erledigt. Sie ist – höflich formuliert – Geschmacksache, erfreut die Nostalgiker und geht mit den Originaldialogen ziemlich freizügig um. Heute hört sich der Mix aus verschiedenen Dialekten, Gossensprache und Jugendjargon ziemlich altmodisch an. Die Originalfassung ist dagegen zeitlos elegant. Dort gibt es auch den schönen, die Prämisse vorstellenden Dialog:

We’re not asking you to spy. We’re just asking you to steal.“ (Noah Bain)

Let me get this straight: you WANT me to steal?“ (Al Mundy)

Das Bild wurde digital remastered und ist entsprechend gut. Die einkopierten Archivaufnahmen, die oft eine lausige Bildqualität haben (selbstverständlich wurde nicht vor Ort, sondern in Hollywood gedreht), fallen allerdings negativ auf.

Ihr Auftritt , Al Mundy! (It takes a thief, USA 1968)

Erfinder: Roland Kibbee

mit Robert Wagner (Al Mundy), Malachi Throne (Noah Bain)

DVD

Ihr Auftritt, Al Mundy! – Staffel 1.1

Polyband

Bild: 1,33:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: teilweise deutsch

Bonusmaterial: Booklet (20 Seiten), Pilotfilm in der deutschen Schnittfassung

Laufzeit: 470 Minuten (Pilotfilm und 7 Folgen)

FSK: ab 12 Jahre

Ihr Auftritt, Al Mundy! – Staffel 1.2

Polyband

Bild: 1,33:1 (4:3)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: teilweise deutsche

Bonusmaterial: Booklet (16 Seiten)

Laufzeit: 390 Minuten (8 Folgen)

FSK: ab 12 Jahre

Die ersten Aufträge für Al Mundy

Eine Chance für den Playboy (A thief is a thief/A magnificent thief)

Regie: Leslie Stevens

Drehbuch: Roland Kibee, Leslie Stevens

Ein Millionär hat’s schwer (It takes one to know one)

Regie: Leslie Stevens

Drehbuch: Leslie Stevens

Abenteuer am Schwarzen Meer (When boy meets girl)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Dean Hargrove

Empfang in der Botschaft (A very warm reception)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Leslie Stevens

Der falsche Engel (One illegal angel)

Regie: Leonard J. Horn

Drehbuch: Stephen Kandel

Alles nur Design (Totally by design)

Regie: Michael T. Caffey

Drehbuch: Dean Hargrove, Alvin Sapinsley (nach seiner Geschichte)

Der Dieb als Spion (When tieves fall in)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Leslie Stevens

Champagner für die Damen (A spot of trouble)

Regie: Herschel Daugherty

Drehbuch: Gene L. Coon (nach einer Geschichte von Mart Zarcoff und Gene L. Coon)

Streit in der Köngisfamilie (When good friends get together)

Regie: Lee H. Katzin

Drehbuch: Dean Hargrove

Jedes Täubchen ziert ein Ring (Birds of a feather)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Glen A. Larson

Wie klaut man ein Schlachtschiff? (To steal a battleship)

Regie: Michael T. Caffey

Drehbuch: Jerry Devine

Es tritt auf: Noah Blain (Turnaround)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Gene L. Coon (nach einer Geschichte von Mort Zarcoff und Gene L. Coon)

Die Radomir-Affäre (The Radomir miniature)

Regie: Michael T. Caffey

Drehbuch: Stephen Kandel

Ein unscheinbarer Schatz (Locked in the cradle of the keep)

Regie: Leonard J. Horn

Drehbuch: Dick Nelson

Bude, Dame, König, Reichsapfel (A matter of Royal larceny)

Regie: Michael T. Caffey

Drehbuch: Tony Barrett

Heiße Memoiren (The lay of the land)

Regie: Don Weis

Drehbuch: Richard Collins, Alvin R. Friedman (nach einer Geschichte von Richard Collins)

Hinweise

Wikipedia über „It takes a thief“

Cinema Retro über „It takes a thief“


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

September 29, 2010

Urlaubsbedingt etwas verspätet sind meine TV-Krimi-Buch-Tipps bei den Alligatoren online gegangen:

Die James-Bond-Freunde dürfen sich auf die kommenden zwei Wochen freuen. Der Agent ihrer Majestät muss einige Male die Welt retten. Auch Kommissar Wallander muss mehrmals Verbrecher jagen und, das dürfte die Donna-Leon-Fans erfreuen, Commissario Brunetti kann einen neuen Fall lösen: „Lasset die Kinder zu mir kommen“.
Der Krimifan darf Jules-Dassins Eric-Ambler-Verfilmung „Topkapi“ und seine Auguste-le-Breton-Verfilmung „Rififi“, Robert Harmons Robert-B.-Parker-Verfilmungen „Jesse Stone – Eiskalt“ und „Jesse Stone – Totgeschwiegen“, Jean-Pierre Melvilles Pierre-Lesou-Verfilmung „Der Teufel mit der weißen Weste“, Bertrand Taverniers Jim-Thompson-Verfilmung „Der Saustall“ und seine Georges-Simenon-Verfilmung „Der Uhrmacher von St. Paul“, Robert Rodriguez/Frank Miller/Quentin Tarantinos Frank-Miller-Verfilmung „Sin City“ (dieses Mal in der Recut-Fassung), Marc Rothemunds Fred-Breinersdorfer-Verfilmung „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, Ted Kotcheffs David-Morell-Verfilmung „Rambo“, Sam Peckinpahs Jim-Thompson-Verfilmung „Getaway“, Sidney Lumets John-Hopkins-Verfilmung „Sein Leben in meiner Gewalt“ und, als TV-Premiere, Guillaume Canets Harlan-Coben-Verfilmung „Kein Sterbenswort“ genießen.


„True Grit“ – die Coen-Version

September 29, 2010

Sodele, der erste Trailer für „True Grit“ ist online. Die Coen-Brüder verfilmten den Roman von Charles Portis mit einem beeindruckenden Staraufgebot. Der Roman wurde bereits 1969 von Henry Hathaway mit John Wayne in der Hauptrolle verfilmt. Wayne erhielt dafür seinen einzigen Oscar als bester Hauptdarsteller. Bei uns lief „True Grit“ als „Der Marshal“.

Der Western erzählt die Geschichte der vierzehnjährigen Mattie, die den feigen Mord an ihrem Vater rächen will. Als Hilfe heuert sie Rooster Cogburn, eine Legende, die inzwischen ein Leben als Säufer fristet, an.

Bei uns soll der Film am 13. Januar 2011 starten.


TV-Tipp für den 29. September: Tatort: Zahn um Zahn

September 29, 2010

WDR, 23.00

Tatort: Zahn um Zahn (D 1985, R.: Hajo Gies)

Drehbuch: Horst Vocks, Thomas Wittenburg

In einer vom Abriss bedrohten Duisburger Werkssiedlung findet Kommissar Schimanski die Leichen von seinem Schulfreund Krüger und seiner Familie. Während die Polizei den Fall als erweiterten Selbstmord zu den Akten legen will, glaubt Schimanski, dass Krüger umgebracht wurde. Er beginnt seinen Mörder zu jagen und muss dafür auch nach Marseille fahren.

Zahn um Zahn“ ist der erste „Tatort“, der seine Premiere im Kino erlebte. Weil der Film so erfolgreich war, durfte Schimanski zwei Jahre später mit „Zabou“ wieder im Kino ermitteln. Im Gegensatz zu den meisten Kritikern gefiel mir „Zabou“ besser als „Zahn um Zahn“.

Hajo Gies und seinem Autorenteam ist ein Actionfilm gelungen, der sich mit den Kinoerfolgen der neuen französischen und amerikanischen Polizeifilme messen will und messen kann. (…) In ‚Zahn um Zahn‘ hat Schimanski zwar seinen Rachefeldzug gewonnen, aber an Profil verloren.“ (Fischer Film Almanach 1986)

Zahn um Zahn“ „war darüber hinaus ein für das deutsche Kino seltenes Produkt – ein Action-Film mit einem Polizisten ohne Schlips und Kragen, handwerklich professionell inszeniert, spannend und durchaus kinogerecht.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms – Völlig überarbeitete Neuausgabe, 1993)

Tja, diese Einschätzung trifft heute immer noch zu. Ansehbare deutsche Genrefilme sind im Kino immer noch die berühmte Ausnahme.

mit Götz George, Renan Demirkan, Rufus, Eberhard Feik, Charles Brauer, Herbert Steinmetz, Ulrich Matschoss, Martin Lüttge

Hinweise

Horst-Schimanski-Fanseite

Tatort-Fundus über Horst Schimanski

Wikipedia über Horst Schimanski

Meine Besprechung von Martin Schüllers Schimanski-Roman „Moltke“


Cover der Woche

September 28, 2010


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