Cover der Woche

November 30, 2010


R. i. P. Irvin Kershner

November 30, 2010

Was für ein Tag. Zuerst Leslie Nielsen und dann Irvin Kershner.


R. i. P. Irvin Kershner (29. April 1923 – 27. November 2010)

Der Regisseur Irvin Kershner begann als Dokumentarfilmer. Dann gab ihm Roger Corman 1958 mit „Stakeout on Dope Street“ die Chance einen Spielfilm zu inszenieren. Weitere folgten, sind inzwischen vergessen und Kershner unterrichtete an der USC. Einer seiner Studenten war George Lucas.

Mit „Der Mann, den sie Pferd nannten – 2. Teil“ (The return of a man called horse, 1976) und „Die Augen der Laura Mars (The eyes of Laura Mars, 1978) wurde sein Name bekannter. Nachdem George Lucas ihn überzeugen konnte, die Regie bei „Star Wars II: Das Imperium schlägt zurück (The empire strikes back, 1980) zu übernehmen, wurde sein Name weltweit bekannt. Der James-Bond-Film „Sag niemals nie“ (Never say never again, 1983) folgte. Sein letzter Spielfilm war „Robocop 2“ (Robocop 2, 1990). Seine letzte Regiearbeit war 1993 die Folge „To Be or Not to Be“ für die SF-Serie „SeaQuest“.

Kershner starb am Samstag in Los Angeles nach einer langen Krankheit.

Nachrufe gibt es bei FoxNews (AP-Meldung), in der New York Times, The Hollywood Reporter, Spiegel Online und der F. A. Z..


TV-Tipp für den 30. November: Match Point

November 30, 2010

3sat, 20.15

Match Point (GB 2005, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

Ein Woody-Allen-Film ohne New York? Geht das? Wie sein erster im Ausland gedrehter Film “Match Point” zeigt, geht das sehr gut. Für Allen scheint es sogar eine Frischzellenkur gewesen zu sein. Denn er drehte seine weiteren Filme, ohne die gewohnten Allen-Wortkaskaden, in Europa.

Die Geschichte von „Match Point“ ist die alte Geschichte vom Aufsteiger aus kleinen Verhältnissen, der für seine Ziele über Leichen geht. Denn seine große Liebe ist nicht seine Ehefrau und er denkt nicht an eine Scheidung, die ihn selbstverständlich seine gerade mühsam erreichte gesellschaftliche Stellung kosten würde.

Match Point“ wurde von den Kritikern abgefeiert, erhielt Preise und wurde für wichtige Preise, unter anderem den Oscar und den Edgar Allan Poe Award als bestes Drehbuch, nominiert. Der Film ist ein schön gemeines, etwas überbewertetes Thrillerdrama mit einer bitterbösen Schlusspointe.

Anschließend läuft um 22.10 Uhr „Kennwort Kino: Woody Allen und der Sinn des Lebens“ und um 23.25 Uhr im BR „Mach’s noch einmal, Sam“ (mit dem Film können wir dann in Woody Allens 75. Geburtstag hineinfeiern).

Mit Scarlett Johansson, Jonathan Rhys Meyer, Emily Mortimer, Emily Mortimer, Matthew Goode, Mark Gatiss, Brian Cox, Ewen Bremner, James Nesbitt

Hinweise

Guardian: Interview mit Woody Allen (20. Dezember 2005)

Total Film: Interview mit Woody Allen (30. Dezember 2005)

Die Welt: Interview mit Woody Allen (23. Dezember 2005)

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Match Point“


R. i. P. Leslie Nielsen

November 29, 2010

R. i. P. Leslie Nielsen (11. Februar 1926 – 28. November 2010)

Die erste Hälfte seiner Hollywood-Karriere verbrachte der Kanadier Leslie Nielsen als Nebendarsteller und Gastdarsteller in zahlreichen TV-Serien, wie „Auf der Flucht“, „Peyton Place“, „Dr. Kildare“, „Ihr Auftritt, Al Mundy!“, „Solo für O. N. K. E. L.“, „Die Leute von der Shiloh Ranch“, „Die Straßen von San Francisco“, „Hawaii Fünf-Null“, „Kojak – Einsatz in Manhattan“ und „Columbo“. Die meisten dieser Auftritte sind heute vergessen. Zu den heute noch bekannten Filmen, in denen er mitspielte, gehören der Krimi „Menschenraub“ (Ransom, USA 1956 [wobei heute vor allem Ron Howards Remake „Kopfgeld“ mit Mel Gibson bekannt ist]), der Science-Fiction-Klassiker „Alarm im Weltall“ (Forbidden Planet, USA 1956) und der starbesetzte Katastrophenfilm „Die Höllenfahrt der Poseidon“ (The Poseidon Adventure, USA 1972).

Große Spuren in der Filmgeschichte hinterließ er nicht, bis er 1980 in „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ (Airplane) mitspielte und der Rest ist, wie man so sagt, Geschichte. Der Film war ein Hit. Mit der auf einer kurzlebigen TV-Serie basierenden Komödie „Die nackte Kanone“ (The Naked Gun: From the Files of Police Squad!, USA 1988) festigte er seinen Ruf als Comedy-Darsteller, der selbst in den absurdesten Momenten keine Mine verzog. Diese Rolle des Lt. Frank Drebin wurde die Rolle seines Lebens.

Leslie Nielsen starb am Sonntag in Fort Lauderdale, Florida, an einer Lungenentzündung.

Nachrufe gibt es im Hollywood Reporter,  dem Guardian, der Washington Post und Spiegel Online. Weitere werden folgen.


Drehbücher, die im „Oscar“-Rennen sind

November 29, 2010

Dank den „Oscars“ gibt es, wie in den letzten Jahren, ganz offiziell die Drehbücher für einige Filme, die im „Oscar“-Rennen sind, im Netz.

Simply Scripts hat sie alle fein säuberlich aufgelistet und selbstverständlich wird die Liste ständig aktualisiert.

Unter anderem gibt es diese Drehbücher (und hoffentlich gibt es demnächst noch einige weitere Krimi-Drehbücher):

Rowan Joffe: The American

Angus Maclachlan (Überarbeitungen von Edward Norton und John Curran): Stone

Aaron Sorking: The Social Network

Linda Wolverton: Alice in Wonderland (verfilmt von Tim Burton)

Sofia Coppola: Somewhere


Neu im Kino: Fair Game

November 29, 2010

Fair Game (Fair Game, USA 2010)

Regie: Doug Liman

Drehbuch: Jez Butterworth, John Henry Butterworth

LV: Joseph Wilson: The Politics of Truth: : A Diplomat’s Memoir – Inside the Lies That Led to War and Betrayed My Wife’s CIA Identity; Valerie Plame: Fair Game: My Life as a Spy, My Betrayal by the White House, 2007

Valerie Plame war CIA-Agentin. Ihr Mann, der Exbotschafter und Bill-Clinton-Berater Joseph Wilson, wurde von George W. Bush beauftragt, in Niger die Beweise für den Irak-Krieg zu liefern. Er fand keine. Die Regierung behauptete das Gegenteil. Wilson ging an die Öffentlichkeit – und die Regierung Bush startete eine Schmutzkampagne gegen Wilson und seine Frau, die dabei als CIA-Agentin enttarnt wurde.

Ein weiterer Polit-Thriller, der mit der Regierung Bush und dem „war on terror“ abrechnet. Doch während der unterschätzte „Green Zone“ (inszeniert von Paul Greengrass, der zwei „Bourne“-Film inszenierte), basierend auf einem Sachbuch, eine Geschichte erfand, nahm „Bourne“-Regisseur Liman als Grundlage für seinen international abgefeierten Film eine Interpretation der wahren Ereignisse, die auch „Plamegate“ (nach „Watergate“) genannt wurde . Die deutschen Kritiker sind dagegen negativer.

Jedenfalls ist es schön, dass der Polit-Thriller der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein Renaissance erlebt.

mit Sean Penn, Naomi Watts, Sam Shepard, Noah Emmerich, Michael Kelly, Bruce McGill

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Fair Game“

Wikipedia über „Fair Game“

The Blurb: „Fair Game – The Story behind the Film“

I am rogue: Interview mit Doug Liman über „Fair Game“ (4. November 2010)


TV-Tipp für den 29. November: Stalking

November 29, 2010

3sat, 20.15

Stalking: Belästigt, verfolgt, bedroht (D 2009, R.: Uta König)

Drehbuch: Uta König

45-minütige Doku, in der vier Stalking-Opfer und auch ein Stalker zu Wort kommen.

Hinweise

3sat über die Doku (mit einigen weiterführenden Links)

Wikipedia über Stalking (Opens external link in new windowdeutsch, Opens external link in new windowenglisch)

Opens external link in new windowFamilienministerium (BMFSFJ): „Stalking: Grenzenlose Belästigung“ (Broschüre)

Opens external link in new window§ 238 StGB (Nachstellung), eingefügt durch das Gesetz zur Strafbarkeit beharrlicher Nachstellungen (40. StrÄndG) vom 22.3.2007 (BGBl. I S. 354) m.W.v. 31.3.2007

Opens external link in new windowBundestag: Beschlussempfehlung und Bericht zu den Gesetzentwürfen von Bundesrat (einstimmig abgelehnt) und Bundesregierung (in geänderter Fassung angenommen, gegen Stimmen von Grünen/FDP/Linken – So vom Bundestag beschlossen am 30.11.2006 beschlossen)

Opens external link in new windowGrüne Bundestagsfraktion: So nicht! (30.11.2006)

Opens external link in new windowPE Irmingard Schewe-Gerigk, 30.11.2006: Strafrecht allein reicht nicht aus

Opens external link in new windowGrüner Entschließungsantrag zum Stalkinggesetz (29.11.2006)

Opens external link in new windowSachverständigenanhörung im Rechtsausschuss 18.10.2006

Opens external link in new windowZusammenfassende hib-Meldung zur Anhörung

Opens external link in new windowDie Grüne Abgeordnetenhausfraktion hatte 2005 gefordert, dass sich Berlin im Bundesrat für eine gesetzliche Verankerung strafrechtlicher Vorschriften gegen Stalking einsetzt.

Opens external link in new windowDies wurde vom Abgeordnetenhaus entsprechend beschlossen und getan.

Opens external link in new windowStellungnahme des Deutschen Juristinnenbund von 2006 zum Stalkinggesetz

Opens external link in new windowBIG – Berliner Interventionszentrale bei häuslicher Gewalt


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