DVD-Kritik: Ving Rhames veredelt die „Bridge to Nowhere“

Ein Film mit Ving Rhames kann nicht ganz schlecht sein. Immerhin spielt Ving Rhames mit. Aber in „Bridge to Nowhere – Die dunkle Seite des Traums“ hat er nur eine handvoll Szenen und insgesamt wohl ungefähr fünf Minuten Filmzeit.

Der Rest ist eine am Anfang durchaus sympathische Geschichte von vier Jugendfreunden, die eher zufällig in das Geschäft mit Prostituierten und Drogen hineinschlittern.

Irgendwann wird es dann zu einer 08/15-Gangstersaga, in der der Kopf der Bande auf Mini-Al-Pacino macht. Er nimmt Drogen und beim Showdown ballert er dann auch mit der großen Wumme auf die Polizei, die als Deus ex machina am Ende auf der Bildfläche erscheint. In „Scarface“, dem bekanntesten Vorbild für „Bridge to Nowhere“, waren es andere Gangster und die Schlacht dauerte ewig.

Aber Schauspieler Blair Underwood musste in seinem Spielfilmdebüt mit einem wesentlich geringerem Budget als damals Brian De Palma auskommen und er setzte die Geschichte ziemlich amateurhaft um. Das fällt vor allem bei dem Mord an einer Prostituierten und dem Schusswechsel am Filmende unangenehm auf.

Außerdem ist die Geschichte teils schleppend, teils sprunghaft mit allzu austauschbaren Charakteren, die uns daher auch ziemlich egal sind, erzählt. Die vier Jungs, die zufällig Zuhälter und Drogenhändler werden, verstehen sich untereinander zu gut. Mit ihren Angestellten, den Nutten, haben sie keine Probleme. Die Damen liefern brav das Geld ab und erfreuen sich an den von ihren Zuhältern gekauften Kleidern und Drogen. Der von Ving Rhames gespielte Großgangster gibt den Gangster-Lehrlingen Tipps für das richtige Gangstertum.

So entsteht schnell der Eindruck, dass sie alle eine glückliche Familie sind. Konflikte gibt es nicht. Nur: wo es keine Konflikte gibt, gibt es auch kein Drama und für einen Gangsterfilm gibt es nichts schlimmeres.

Ving Rhames hat für „Bridge to Nowhere“ wahrscheinlich zwei, drei Tage geopfert und so versucht dem Projekt als Ghetto-Projekt, das vor den Übeln des Gangstertums warnt, eine breitere Öffentlichkeit zu verschaffen.

Trotzdem ist „Bridge to Nowhere“ kein Film, den man sich nicht ansehen muss.

Bridge to Nowhere – Die dunkle Seite des Traums (The Bridge to Nowhere, USA 2009)

Regie: Blair Underwood

Drehbuch: Chris Gutierrez

mit Bijou Phillips, Danny Masterson, Ben Crowley, Daniel London, Thomas Ian Nicholas, Alexandra Breckenridge, Sean Derry, Ving Rhames

DVD

Bronson Entertainment/Koch Media

Bild: 16:9 (1:1,78 anamorph)

Ton: Deutsch (DTS, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Bio-/Filmographien, Originaltrailer, Wendecover

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Wikipedia über „Bridge to Nowhere“

 

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