Neu im Kino/Filmkritik: Jason Statham ist „The Mechanic“

Dass Jason Statham die Rolle von Charles Bronson übernahm, war keine schlechte Idee.

Dass Ben Foster die Rolle von Jan-Michael Vincent übernahm, war auch keine schlechte Idee.

Dass Simon West die Regie übernahm, war ebenfalls keine schlechte Idee. Denn Michael Winner, der Regisseur des 1972er-Originals „Kalter Hauch“, ist vor allem als Handwerker, der einen Action-Film gut über die Zeit bringt, bekannt (Über seine Botschaft, in Filmen wie „Ein Man sieht rot“, schweigen wir mal.). Simon West, auf dessen Konto „Con Air“, „Wehrlos – Die Tochter des Generals“ und „Lara Croft: Tomb Raider“ gehen, ist bekannt für schöne Bilder und krachig inszenierte Action. Die gibt es auch in „The Mechanic“.

Leider muss man sagen. Denn der von Jason Statham gespielte Profikiller Arthur Bishop kann Attentate so inszenieren, dass es, je nach Wunsch des Auftraggebers, nach einem Unfall oder etwas anderem aussieht. Jetzt soll er seinen väterlichen Freund Harry McKenna (Donald Sutherland) umbringen. Er tut es höchst widerwillig. Als er danach McKennas Sohn Steve (Ben Foster) trifft, nimmt Bishop, der jetzt doch so etwas wie Gefühle hat, Steve McKenna unter seine Fittiche. Er bringt ihm das Handwerk des Auftragmörders bei. Dabei entwickelt sich so etwas wie eine Freundschaft zwischen dem schweigsamen Bishop und dem jungen, heißblütigem und entsprechend unzuverlässigem McKenna, der mit seinen waghalsigen und unüberlegten Aktionen auch Bishop gefährdet.

Eben diese Aktionen von McKenna machen „The Mechanic“ dann zu einem gewöhnlichem Action-Film, bei dem am Ende die Probleme mit einem Maximum an Explosionen und, damit verbunden, öffentlicher Aufmerksamkeit (eben genau das, was Bishop immer vermied) erledigt werden.

Denn gerade in der ersten Hälfte des Films nimmt Simon West sich viel Zeit, die Arbeit eines Profikillers der unter dem Radar der Polizei agiert, stilvoll zu zeigen. Auch die Beziehung zwischen Bishop und dem Sohn seines letzten Opfers entwickelt sich nachvollziehbar und ist ziemlich komplex geraten. Das erinnert alles an die grandiosen, dreckigen Gangsterfilme der siebziger Jahre. Auch die absolute Konzentration auf die Hauptgeschichte und die Länge des Films (93 Minuten) erinnert an die ökonomische Erzählweise der Vergangenheit. Gerade deshalb, als ob die Macher im Schlussspurt der Mut verlassen hätte, verärgert dann das krachige Ende.

Dennoch ist „The Mechanic“ für Genrefans ein gelungener Film, der sich nicht vor dem Original verstecken muss. Denn „Kalter Hauch“ ist nicht so gut, wie jetzt manchmal gesagt wird.

The Mechanic (The Mechanic, USA 2011)

Regie: Simon West

Drehbuch: Richard Wenk, Lewis John Carlino (nach seinem Drehbuch „The Mechanic“)

mit Jason Statham, Ben Foster, Donald Sutherland, Tony Goldwyn, Mini Anden, James Logan, Jeff Chase, Christa Campbell

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Mechanic“

Premium Hollywood: Interview mit Lewis John Carlino (31. Januar 2011)

Online Chat: Interview mit Lewis John Carlino (31. Januar 2011)

Dieses Plakat gefällt mir viel besser


 

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One Response to Neu im Kino/Filmkritik: Jason Statham ist „The Mechanic“

  1. […] Meine Besprechung von Simon Wests „The Mechanic“ (The Mechanic, USA 2011) […]

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