Neulich auf dem Fantasy Filmfest: The Innkeepers

Das Yankee Pedlar Hotel ist ein altes Hotel. Aus dem neunzehnten Jahrhundert, stilecht ausgestattet und nur in Details modernisiert. Es ist auch ein eher kleines Hotel in irgendeiner Neuengland-Kleinstadt. Für amerikanische Verhältnisse ist das Hotel schon uralt und, wie es sich für ein altes Gemäuer gehört, soll es auch einen Geist geben.

Für Claire (Sara Paxton) und Luke (Pat Healy) ist das die letzte Gelegenheit, den Geist zu kontaktieren. Die beiden Mittzwanziger (sie eher Anfang, er eher Ende Zwanzig) arbeiten als Portiere in dem Hotel und müssen die letzte Schicht, ein ganzes langweiliges Wochenende, übernehmen. Gäste gibt es, bis auf eine Mutter mit ihrem Sohn und der alternden Schauspielerin Leanne Rease-Jones (Kelly McGillis), die jetzt als Medium arbeitet und locker die Minibars in einem Stockwerk leertrinkt, nicht.

Luke, der eine Homepage über den Geist aufgebaut hat und zynisch-desillusioniert auf das Leben blickt, und seine begeisterungsfähige Kollegin, die jetzt endlich auch den Geist sehen will, hängen in der Lobby herum und versuchen die Zeit möglichst unproduktiv totzuschlagen. Claire probiert in der ersten Nacht, eher erfolglos, mit dem Geist Kontakt aufzunehmen. Dafür befreit sie (mit letztendlich fatalen Folgen) einen Vogel aus dem Keller.

Und dann kommt in der letzten Nacht ein letzter Gast, der unbedingt ein bestimmtes Zimmer will.

The Innkeepers“ ist ein sehr altmodischer Grusler, der von seinen Schauspielern, die alle einen Tick neben der Spur spielen und so alle etwas seltsam erscheinen, den Dialogen (vor allem Luke hat einige schöne Einzeiler, aber auch der erste Auftritt von Rease-Jones als Medium ist toll) und den atmosphärischen und stilistischen Hinweisen auf frühere Gruselfilme lebt. Ich sage nur die durch die Gänge und Räume gleitende Kamera und die damit verbundene und oft enttäuschte Erwartung, dass bald etwas Schlimmes geschehen wird.

Das ist aber, weil auf Tricks wie sich verformende Türen, seltsame Stimmen, sich durch die Gänge bewegende Geister (die heute wahrscheinlich alle aus dem Computer kommen) und, bis auf ein, zwei Ausnahmen, die auch in einer „C. S. I.“-Folge gezeigt werden könnten, auf blutige Effekte verzichtet wurde, auch arg minimalistisch und, weil die Überraschungen höchstens im Detail (dieser Dialog, jene Bewegung) liegen, auch arg vorhersehbar und in der Mitte dann auch ziemlich zäh. Denn die Geschichte ist etwa so spannend wie ein Wochenende in einem Hotel.

Der Geisterhaushorror „The Innkeepers“ ist eher der „TV-Film der Woche“ als der „Kinofilm der Woche“.

The Innkeepers (USA 2011)

Regie: Ti West

Drehbuch: Ti West

mit Sara Paxton, Pat Healy, Kelly McGillis, George Riddle, John Speredakos

Länge: 102 Minuten

Der Zeitpunkt der deutschen Veröffentlichung ist noch unklar.

Hinweise

Wikipedia über „The Inkeepers“

Fantasy Filmfest über „The Inkeepers“

Wortvogel hat der Film auch nicht gefallen

Dem Horrorblog dagegen schon

Homepage des Hotels (jau, es gibt das Hotel)

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