TV-Tipp für den 3. Oktober: Die Nibelungen: Siegfried/Kriemhilds Rache

Arte, 20.15

Die Nibelungen: Siegfried (D 1922/1924, R.: Fritz Lang)

Drehbuch: Thea von Harbou

Arte, 22.40

Die Nibelungen: Kriemhilds Rache (D 1924/2010, R.: Fritz Lang)

Drehbuch: Thea von Harbou

Heute liefert Arte gute sechs Stunden Programm für den Filmfan: in den ersten viereinhalb Stunden gibt es, als TV-Premiere, die 2010 uraufgeführte, in über vierjähriger Arbeit und für 750.000 Euro restaurierte Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung von „Die Nibelungen“ (in der historischen Viragetechnik) und anschließend, um 00.45 Uhr, die 75-minütige Doku „Das Erbe der Nibelungen“ über den Film.

Die Geschichte dürfte bekannt sein: der junge Siegfried will in Worms der schönen Kriemhild den Hof machen. Auf dem Weg zu ihr badet er im Drachenblut und wird so unverwundbar (bis auf diese eine Stelle). In „Kriemhilds Rache“ will Kriemhild dann ihren toten Siegfried rächen.

Lang drehte von 1922 bis 1924, mit viel Presserummel für 8 Millionen Reichsmark das Nationalepos, das nach seiner Premiere nur kurz in seiner integralen Fassung zu sehen war. Nach „Die Nibelungen“ drehte Lang „Metropolis“, „Spione“, „Frau im Mond“ und, als seinen ersten Tonfilm, „M“.

‚Die Nibelungen‘ bestechen als filmästhetisches Meisterwerk und stilisiertes Kunstprodukt: in dramaturgischer, architektonischer, schnitt- und kameratechnischer Hinsicht. Alle Langschen Stilmittel und Topoi, das Gefühl für Zeit und Räume, die großen Themen, sie alle sind hier zu finden. (…) Er präsentiert eine Geschichte von Menschen, verwickelt in einen Kampf ohne Gnade gegen den Kosmos und gegen übernatürliche Gefühle. Lang geht es um die Decouvrierung eines krankhaften, überholten Heroismus eines Volkes, das vom unausweichlichen Untergang gezeichnet ist. Aus dem Fatalismus speist sich ein religiös-mystisches Todesritual, eine Sehnsucht zum Tode.“ (Josef Nagel: Die Nibelungen, in Andreas Friedrich, Hrsg.: Filmgenres: Fantasy- und Märchenfilm, 2003)

mit Gertrud Arnold, Margarethe Schön, Hann Ralph, Paul Richter, theodor Loos, Hans Carl Müller, Rudolf Klein-Rogge

Hinweise

Wikipedia über „Die Nibelungen“ (deutsch, englisch)

Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung über „Die Nibelungen“

Arte über „Die Nibelungen“

Wikipedia über Fritz Lang (deutsch, englisch)

Senses of Cinema: Dan Shaw über Fritz Lang

BFI über Fritz Lang

MovieMaker: Interview von 1972 mit Fritz Lang

Manhola Dargis: Making Hollywood Films Was Brutal, Even for Fritz Lang (New York Times, 21. Januar 2011)

Meine Besprechung von Fritz Langs „Du und ich“ (You and me, USA 1938)

Fritz Lang in der Kriminalakte

One Response to TV-Tipp für den 3. Oktober: Die Nibelungen: Siegfried/Kriemhilds Rache

  1. […] drehte der am 5. Dezember 1890 in Wien geborene Regisseur „Dr. Mabuse, der Spieler“, „Die Nibelungen“, „Metropolis“, „Spione“ (zu Unrecht arg unbekannt), „Frau im Mond“, „M“ und „Das […]

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