DVD-Kritik: „Largo Winch II: Die Burma-Verschwörung“

Am Ende von „Largo Winch“ hat Largo Winch (Tomer Sisley) sein Erbe, den multibillionendollarstarken Konzern seines ermordeten Vaters angenommen und auch den Mörder seines Vaters gefunden.

Am Anfang von „Largo Winch II“ hat Largo Winch beschlossen, den Konzern zu verkaufen und das gesamte Geld für wohltätige Zwecke zu investieren. Klar, dass das den anderen Kapitalisten nicht gefällt. Und dass wenige Sekunden nachdem er den Vertrag, der den Verkauf seines Konzern regeln soll, unterschrieben hat, UN-Chefanklägerin Diane Francken (Sharon Stone im „Basic Instinct“-Modus) ihn als Kriegsverbrecher wegen Menschenrechtsverletzungen in Burma anklagt wird, ist sicher kein Zufall.

Largo Winch will die Wahrheit herausfinden und er will auch herausfinden, was sein Vater mit dem Massaker in Burma zu tun hat. Denn er kann nicht glauben, dass sein Vater diese Verbrechen veranlasst hat. Allerdings hatte sein Vater auch den Zugriff auf ein ultrageheimes Bankkonto, über das Geld nach Burma geflossen ist.

Nach dem tollen ersten „Largo Winch“-Film ist die Fortsetzung eine leichte Enttäuschung. Es ist zwar wieder alles da, was den ersten Film zu einem bunten Action-Abenteuer voller Exotik (die Geschichte spielt unter anderem in Hongkong, Burma, Schweiz, Kasachstan und es wurde auch viel vor Ort gedreht), Action, Liebe, großer Verbrechen und Witz gemacht hat. Die Schauwerte sind beträchtlich. Auch die Besetzung ist gut.

Aber dieses Mal ist die Intrige etwas durchsichtig geraten (was verschmerzbar ist) und, was wirklich ärgerlich ist, die Action-Szenen wurden, wie es im Moment Mode ist, so zerschnipselt, dass man von den Kämpfen nichts mehr mitbekommt. Da erinnert eine Autoverfolgungsjagd in den ersten Filmminuten an die grottige Autoverfolgungsjagd aus dem letzten James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“. Da wird in einem Kampf ein Luxus-Hotelzimmer zerlegt und außer wilden Schnitten und schattenhaften Bewegungen kriegt man von dem Kampf nichts mit und man fragt sich dann doch, was es uns nützt, wenn der Hauptdarsteller seine Stunts selbst macht.

Der zweite Largo-Winch-Film ist kein schlechter Film, aber es ist ein Film, der besser hätte sein können.

Largo Winch II: Die Burma-Verschwörung (Largo Winch II, Frankreich/Belgien/Deutschland 2011)

Regie: Jérôme Salle

Drehbuch: Jérôme Salle, Julien Rappeneau, Jean Van Hamme (Mitarbeit)

LV: Comic von Jean Van Hamme und Philippe Francq

mit Tomer Sisley, Sharon Stone, Ulrich Tukur, Olivier Barthélémy, Nicolas Vaude

DVD

Sunfilm/Tiberius Film

Bild: 16:9 (1:2,35)

Ton: Deutsch (DTS 5.1, DD 5.1), Französisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Bonus-DVD mit viel Stoff

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

(DVD, Blu-ray und 3D-Blu-ray sind ab dem 15. September im Verleih; 2-Disc-Special-Edition ist ab dem 6. Oktober im Verkauf)

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Wikipedia über „Largo Winch“ (deutsch, französisch)

Meine Besprechung von „Largo Winch“

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2 Responses to DVD-Kritik: „Largo Winch II: Die Burma-Verschwörung“

  1. […] Polizei beginnt mit ihren Ermittlungen und auch die beiden Täter, Vincent (Tomer Sisley [„Largo Winch“]) und Manuel (Laurent Stocker [zuletzt „Die Kunst zu lieben“]) hören sich um. Sie sind […]

  2. […] Meine Besprechung von „Largo Winch II – Die Burma-Verschwörung“ (Largo Winch II, Frankreich/B… […]

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