Die Weihnachtsgeschichte in der Version von Friedrich Ani mit Tabor Süden in der Hauptrolle

Warum wollte er verschwinden?“

Damit jemand nach ihm sucht, glaub ich.“

 

2005 verschwand Tabor Süden, Ermittler in der Vermisstenstelle der Münchner Polizei, nach Köln. Sein Erfinder, Friedrich Ani, wandte sich anderen Charakteren zu. Aber keiner kam beim Publikum so gut an, wie Tabor Süden, der seinen Vater nicht finden konnte und der als Polizist vermisste Menschen suchte. In diesen Geschichten interessierte Friedrich Ani sich nie für elaborierte Mordkomplotte, sondern für die kleinen Leute und ihre Geschichten. Menschen, deren Verschwinden keine Schlagzeilen heraufbeschwören.

Im Frühjahr kehrte Tabor Süden in dem tollen Roman „Süden“, in dem er als Privatdetektiv einen verschwundenen Gastwirt sucht, zurück und Friedrich Ani versprach weitere Süden-Geschichten, in denen Süden dann als Privatdetektiv in der Detektei von Edith Liebergesell arbeitet. In den kommenden Romanen will Ani auch ausführlicher über die anderen Angestellten der Detektei schreiben.

Aber in „Süden und die Schlüsselkinder“ steht Tabor Süden im Mittelpunkt. Er soll kurz vor Weihnachten den zehnjährigen Adrian suchen. Der Junge verschwand aus einem Kinderschutzhaus. In einer SMS sagt er, dass er zu seinem Opa gehen will. Aber dieser ist tot. Süden beginnt in seiner unnachahmlichen Art in dem Leben von Adrian und seiner kaputten Familie herumzustochern. Dabei wird er von Fanny, einer ebenfalls im Heim lebenden Freundin von Adrian, begleitet.

Süden und die Schlüsselkinder“ ist natürlich eine gut ausgehende Weihnachtsgeschichte, bei der vor allem durch die Charakterzeichnungen, das Porträt einer erschreckend normal-dysfunktionalen Familie und natürlich Südens Erinnerungen an seinen verstorbenen Freund Martin Heuer gefallen. Die Suche nach dem Jungen ist das literarische Äquivalent zu einer Countryrock-Jamsession, bei der die Musiker sich, weil die Stimmung gerade so gut ist, bei ihrem Instrumentalpart unglaublich viel Zeit lassen. So lässt auch Süden sich viel Zeit bei seinen Ermittlungen. Oft wirkt es, als ob er einfach nicht in seine Junggesellenwohnung zurück will, er aber auch nicht einfach so in einer Gaststätte ein Bier trinken will. Also nimmt er dankbar die Aufgabe an, die ihn unter die Leute bringt, und er sucht den Jungen. Weil sie telefonisch miteinander in Kontakt stehen, macht er sich keine allzu großen Sorgen über Adrian. Vielleicht wusste Süden sogar von Anfang an, wo Adrian sich versteckt hat, aber er wollte von der ersten Minute an auf das kindische Versteckspiel eingehen und ihm zeigen, dass einige Menschen ihn suchen werden. Dass er für jemand wichtig ist.

Parallel zur Veröffentlichung von „Süden und die Schlüsselkinder“ erschien der erste Schwung der „Süden“-Neuveröffentlichungen mit „Süden und die Frau mit dem harten Kleid“, „Süden und der glückliche Winkel“ und „Süden und das verkehrte Kind“. Für die nicht chronologische Neuauflage wurde lediglich das Cover geändert.

Friedrich Ani: Süden und die Schlüsselkinder

Knaur, 2011

192 Seiten

8,99 Euro

Die „Süden“-Neuauflagen, erste Lieferung

Friedrich Ani: Süden und die Frau mit dem harten Kleid

Knaur, 2011

208 Seiten

8,99 Euro

Erstausgabe

Knaur, 2002

Friedrich Ani: Süden und der glückliche Winkel

Knaur, 2011

192 Seiten

8,99 Euro

Erstausgabe

Knaur, 2003


Friedrich Ani: Süden und das verkehrte Kind

Knaur, 2011

192 Seiten

8,99 Euro

Erstausgabe

Knaur, 2004

Die „Süden und“-Romane (denn Tabor Süden ist auch in anderen Romanen von Friedrich Ani dabei)

Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels, 2001

Süden und der Straßenbahntrinker, 2002

Süden und die Frau mit dem harten Kleid, 2002

Süden und das Geheimnis der Königin, 2002

Süden und das Lächeln des Windes, 2003

Süden und der Luftgitarrist, 2003

Süden und der glückliche Winkel, 2003

Süden und das verkehrte Kind, 2004

Süden und das grüne Haar des Todes, 2005

Süden und der Mann im langen schwarzen Mantel, 2005

Die weiteren Romane mit Tabor Süden

Die Erfindung des Abschieds. Martin Heuer begeht Selbstmord, 1998

German Angst, 2000

Verzeihen, 2001

Gottes Tochter, 2003

Süden, 2011

Dann gab es noch zwei Verfilmungen

Kommissar Süden und das Geheimnis der Königin (D 2009, R.: Martin Enlen)

Drehbuch: Claus Cornelius Fischer

LV: Friedrich Ani: Süden und das Geheimnis der Königin, 2002

Kommissar Süden und der Luftgitarrist (D 2009, R.: Dominik Graf)

Drehbuch: Friedrich Ani

LV: Friedrich Ani: Süden und der Luftgitarrist, 2003

mit Ulrich Noethen ( Tabor Süden), Martin Feifel (Martin Heuer), Jeanette Hain (Sonja Feyerabend), Johanna Bantzer (Freya Epp), Hubertus Hartmann (Volker Thon)

Und einige kürzere Geschichten und Hörspiele…

Hinweise

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Totsein verjährt nicht” (2009)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Die Tat” (2010)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Süden“ (2011, mit Interview)

Friedrich Ani in der Kriminalakte

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3 Responses to Die Weihnachtsgeschichte in der Version von Friedrich Ani mit Tabor Süden in der Hauptrolle

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