„Die Hard – Das erste Jahr“ erzählt von John McClanes Rookie-Jahren

Die beiden in „Die Hard – Das erste Jahr“ gesammelten Geschichten mit New-York-Cop John McClane nehmen den von Bruce Willis bereits viermal in Action-Thrillern verkörperten Carakter und Autor Howard Chaykin und die Zeichner Stephen Thompson (Kapitel 1 – 4) und Gabriel Andrade jr. (Kapitel 5 – 8) erzählen, wie McClane in den siebziger Jahren in New York für Recht und Ordnung sorgte. Denn in der Buchvorlage „Nothing lasts forever“ von Roderick Thorp für den ersten „Die Hard“-Film ist McClane deutlich älter und er besucht nicht seine Frau, sondern seine Tochter, die in dem Hochhaus arbeitet, das von Terroristen an Weihnachten besetzt wird.
In „Die Hard – Das erste Jahr“ ist John McClanes erste Geiselnahme, während der 200-Jahr-Feier am 4. Juli 1976, deutlich kleiner geraten. Die Terroristen kapern nur ein Boot. Das gehört aber Walden Ford, dem drittreichsten Mann der Welt, führt die Bootsparade an und New Yorks High Society, wie der Bürgermeister von New York und der Polizeichef, sind auch auf dem umgebauten Minensuchboot. Aber die Geiselnehmer haben nicht mit McClane, der sich damals als Streifenpolizist seine ersten Sporen verdiente und der eher zufällig auf dem Boot ist, gerechnet.
In der zweiten Geschichte, die am 13. Juli 1977 (dem „Summer of Sam“) spielt, nimmt ein arbeitsloser Schauspieler, der mit bewaffneten Überfällen sein Einkommen bestreitet, die Frauen und Kunden in einem Massagesalon als Geisel. Die einzige Möglichkeit, sich unbemerkt dem Geiselnehmer zu nähern, ist, dass McClane, der inzwischen zum Detective befördert wurde, durch den Lüftungsschacht klettert. Dabei erinnert er sich an ein unangenehmes Jugenderlebnis und einen Einsatz in Vietnam.
Die beiden Geschichten in „Die Hard – Das erste Jahr“ sind solala. In der ersten Geschichte dauert es viel zu lange, bis es zur Geiselnahme kommt. Dafür bekommen wir viele Impressionen von McClanes Arbeit als Streifenpolizist und eine Zeugin wird von zwei Polizisten gejagt, die von ihr bei einem Mord beobachtet wurden. Die beiden Polizisten gehören auch zu den Geiselnehmern. In der zweiten Geschichte wird mit der parallelen Geschichte von einigen Kleinstadtgangstern, die für einen Bruch einen Stromausfall inszenieren, immer wieder von der Geiselnahme abgelenkt.
Ziemlich gelungen ist dagegen das Zeitkolorit. Die selbstironischen Bemerkungen von „Cowboy“ McClane sind auch gut.
So als schnelles Action-Futter mit nostalgischem Touch und für die Die-Hard-“Die Hard“-Fans ist „Die Hard – Das erste Jahr“ okay, aber es bleibt der Eindruck, dass, weil man, vor allem in der ersten Geschichte, zu sehr an der „Die Hard“-Formel klebte, einiges an Potential verschenkte.

Howard Chaykin (Autor)/Stephen Thompson/Gabriel Andrade jr. (Zeichner): Die Hard – Das erste Jahr
(übersetzt von Joachim Körber)
Panini, 2011
192 Seiten
19,95 Euro

Originalausgabe
Die Hard: Year One 1 – 8
Boom Studios, 2009

Hinweise

Wikipedia über „Stirb langsam“ (deutsch, englisch) und Howard Chaykin

Blog von Stephen Thompson

Spiegel: „Eines Tages“ über 20 Jahre „Stirb langsam“

Thrilling Detective über Joe Leland (so heißt John McClane im Buch)

The Independent: Nachruf auf Roderick Thorp

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One Response to „Die Hard – Das erste Jahr“ erzählt von John McClanes Rookie-Jahren

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