TV-Tipp für den 31. März: Der gute Hirte

März 31, 2012

Sixx, 20.15

Der gute Hirte (USA 2006, R.: Robert de Niro)

Drehbuch: Eric Roth

Das hat aber lange gedauert und dann läuft dieses hochkarätig besetzte CIA-Biopic, das die Geschichte des Geheimdienstes zwischen Zweiter Weltkrieg und den sechziger Jahren anhand des Lebens von Edward Wilson von der Spionageabwehr erzählt, auf einem kleinen Nischensender. Das hat „Der gute Hirte“ nicht verdient.

Der Film war sogar für mehrere renommierte Preise nominiert, wie den Oscar für die Ausstattung, und erhielt auch einige. Hauptsächlich für die Ausstattung und, auf der Berlinale, für das Ensemble.

Auch für den Edgar war Eric Roths Drehbuch nominiert. Den Preis der International Thriller Writers (ITW) als bester Thriller erhielt „Der gute Hirte“.

Und das fand ich dann doch ziemlich rätselhaft. Denn letztendlich ist Robert de Niros Film doch nur gut ausgestattetes, gut besetztes, ziemlich zähes Ausstattungskino.

Mit Matt Damon, Angelina Jolie, Alec Baldwin, Tammy Blanchard, Billy Crudup, Robert De Niro, Keir Dullea, Michael Gambon, Martina Gedeck, William Hurt, Timothy Hutton, Gabriel Macht, Joe Pesci, John Turturro

Wiederholung: Sonntag, 1. April, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Der gute Hirte“

Rotten Tomatoes über „Der gute Hirte“

Wikipedia über „Der gute Hirte“ (deutsch, englisch)

 


DVD-Kritik: Die grandiose zweite Staffel der BBC-Serie „Ashes to Ashes“

März 30, 2012

Die Prämisse ist einfach genial: DI Alex Drake wird im heutigen London angeschossen und fällt in ein Koma. In dem Koma (jedenfalls glaubt sie, dass sie im Koma liegt) kehrt sie zurück in die frühen achtziger Jahre und soll als Polizistin Verbrechen aufklären. Sie glaubt, dass diese Welt eine Fantasie ist, die sie dazu bringen soll, wieder aus dem Koma aufzuwachen, indem sie bestimmte Aufgaben löst.

In der ersten Staffel versuchte sie daher einen Anschlag auf ihre Eltern zu verhindern. Dabei entdeckte sie auch die Hintergründe des Anschlags.

In der zweiten Staffel, die wieder aus acht Episoden besteht, glaubt Alex Drake, dass sie gegen Korruption in der Polizei, vor allem gegen ihren Vorgesetzten Det. Supt. Mackintosh, genannt Supermac, kämpfen muss. Doch dann trifft sie auf Martin Summers, einen ehemaligen Polizisten, der, wie sie, in dieser Welt feststeckt und ihr seine Hilfe anbietet, – wenn sie korrupt wird. Außerdem soll es eine Operation Rose, die nicht mehr gestoppt werden kann, geben.

Während Drake nicht weiß, wie Summers in ihre Welt gekommen ist, ist Operation Rose eine potentielle Bedrohung für ihr Leben. Und ihre Erinnerungen an ihre Tochter verblassen immer mehr.

In der zweiten „Ashes to Ashes“-Staffel stehen die einzelnen Kriminalfälle, die oft sehr überraschende Lösungen haben und immer wieder die Welt und Weltsicht der achtziger Jahre und unsere heutige Weltsicht hart und sehr lustvoll aufeinanderprallen lassen, im Mittelpunkt. So haben sich die Ermittlungsmethoden und forensischen Möglichkeiten in den vergangenen dreißig Jahren radikal geändert. Ebenso das Verhältnis der Geschlechter zueinander und vieles, was damals ungewöhnlich war, wie Geschlechtsumwandlungen und radikaler Tierschutz, sind heute, nun, vielleicht nicht normal, aber nicht mehr so außergewöhnlich wie damals. Dagegen sind Computer heute ein fester, nicht mehr wegzudenkender Bestandteil unseres Lebens. Als Alex Drake allerdings 1982 behauptet, sie empfange Nachrichten vom Computer, erntet sie nur ungläubige Blicke.

Die Musikauswahl ist wieder einmal genial und herrlich pointiert in der Kommentierung der Geschichte und der oft aus ungewöhnlichen Blickwinkeln aufgenommenen Bilder.

Dazu kommen die guten Drehbücher mit ihren verwickelten Geschichten, was sowohl für den Kriminalfall als auch für Alex Drakes Welt, mit all ihren Problemen und der Frage nach Realität und Irrealität gilt und pointierten, oft sehr komischen Dialogen, die von den gut aufgelegten Darsteller punktgenau präsentiert werden. Falls sie nicht gerade damit beschäftigt sind, Verdächtige zu schlagen oder alle Regeln, an die sich heute Polizisten halten müssen, zu ignorieren.

Ashes to Ashes“ ist auch im zweiten Jahr eine fantastische Show, die nach der dritten, bei uns noch nicht erschienenen Staffel auf dem Höhepunkt ihres Erfolges beendet wurde, und mir deutlich besser als die ursprüngliche Serie „Life on Mars“ (da ging es mit DCI Sam Tyler in die siebziger Jahre) gefällt. Obwohl die auch genial ist.

 

Die DVD

 

Die DVD-Ausgabe ist arg spartanisch geraten. Sie enthält nur die deutsche und die internationale Fassung der Serie. Denn die BBC kürzte für den internationalen Markt jede Folge um ungefähr zehn Minuten.

Das Bonusmaterial der englischen Ausgabe fehlt und dass es keine Untertitel gibt, macht das Ansehen der Originalfassung schwierig. Vor allem DCI Gene Hunt drückt sich ja immer sehr gewählt aus.

Ashes to Ashes: Zurück in die 80er – Staffel 2 (Ashes to Ashes, GB 2009)

Regie: Catherine Morshead (Episode 1, 2, 7, 8), Ben Bolt (Episode 3,4), Philip John (Episode 5, 6),

Drehbuch: Ashley Pharoah (Episode 1, 4), Matthew Graham (Episode 2, 8), Nicole Taylor (Episode 3), Julie Rutterford (Episode 5), Jack Lothian (Episode 6), Mark Greig (Episode 7)

Idee: Matthew Graham, Ashley Pharoah

mit Keeley Hawes (Alex Drake), Philip Glenister (Gene Hunt), Dean Andrews (Ray Carling), Marshall Lancaster (Chris Skelton), Montserrat Lombard (Shaz Granger), Joseph Long (Luigi), Geff Francis (Viv James), Roger Allam (Det. Supt. Mackintosh, aka Supermac), Adrian Dunbar (Martin Summers), Grace Vance (Molly Drake)

DVD

Polyband

Bild: 16:9 (1,78:1)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 400 Minuten (8 x 50 Minuten) (3DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

BBC über „Ashes to Ashes“

BBC Germany über „Ashes to Ashes“

Fox Channel (Deutschland) über “Ashes to Ashes”

Wikipedia über „Ashes to Ashes“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Einige Gene-Hunt-Parodien und das Original

Meine Besprechung von „Ashes to Ashes – Staffel 1“ (Ashes to Ashes, GB 2008)

 


TV-Tipp für den 30. März: Das unsichtbare Mädchen

März 30, 2012

Arte, 20.15

Das unsichtbare Mädchen (D 2011, R.: Dominik Graf)

Drehbuch: Friedrich Ani, Ina Jung

Vor elf Jahren verschwand die achtjährige Sina. Obwohl ihre Leiche nie gefunden wird, ist ihr Mörder, ein geistig behinderter junger Mann, schnell gefunden. Als Tanner bei aktuellen Ermittlungen über diesen alten Fall stolpert, zweifelt er immer mehr, ob damals wirklcih der richtige Mann verurteilt wurde.

TV-Premiere des neuen Krimis von Dominik Graf, nach einem Drehbuch von Friedrich Ani und Ina Jung, die für eine Doku über die 2001 spurlos in Oberfranken verschwundene Peggy recherchierte. Ihre Recherchen bildeten die Grundlage für „Das unsichtbare Mädchen“.

mit Elmar Wepper, Ulrich Noethen, Ronald Zehrfeld, Silke Bodenstein, Tim Bergmann

Wiederholung: Freitag, 6. April, 02.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „Das unsichtbare Mädchen“

Tagesspiegel, Spiegel Online über „Das unsichtbare Mädchen“

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“

Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“

Dominik Graf in der Kriminalakte

Homepage von Friedrich Ani

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Totsein verjährt nicht” (2009)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Die Tat” (2010)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Süden“ (2011, mit Interview)

Meine Besprechung von Friedrich Anis “Süden und die Schlüsselkinder” (2011)

Friedrich Ani in der Kriminalakte

 


Neu im Kino/Filmkritik: Zum Glück, „The Music never stopped“

März 29, 2012

Wahrscheinlich gab es seit „Easy Rider“ in einem Spielfilm nicht mehr so viel Musik aus den Sechzigern, wie in Jim Kohlbergs gelungenem Debütfilm. In „The Music never stopped“ gibt es ausführlich angespielte Songs von den Beatles, Cream, Donovan, Bob Dylan, Buffalo Springfield, Steppenwolf, Crosby, Stills & Nash und Grateful Dead. Der Höhepunkt des Films ist sogar der Besuch eines Konzertes von Grateful Dead in den späten Achtzigern. Für den Film wurden Aufnahmen von den 1989er-„Grateful Dead“-Konzerten in Noblesville, Indiana, und East Rutherford, New Jersey, verwandt und auf dem Soundtrack gibt es drei bislang unveröffentlichte „Grateful Dead“-Songs.

Die Filmemacher konnten für ihren Independent-Film nur deshalb so viele bekannte Songs verwenden, weil den Musikern und Bands die Filmgeschichte, in der die Musik ein fester Bestandteil der Geschichte ist, so gut gefiel.

Das locker auf einer Fallstudie von Dr. Oliver Sacks basierende, gefühlsbetonte Drama „The Music never stopped“ spielt in den Achtzigern. Als Henry (J. K. Simmons) und Helen Sawyer (Cara Seymour) erfahren, dass ihr vor fast zwanzig Jahren nach einem Streit weggelaufener Sohn Gabriel (Lou Taylor Pucci) noch lebt. Er ist in einem Krankenhaus und er hat einen Gehirntumor, der sich als gutartig erweist. Allerdings verliert er bei der Operation einen großen Teil seines Gedächtnisses. Durch Dr. Dianne Daly (Julia Ormond), eine Musiktherapeutin, gelingt es ihnen, Gabriels verschütteten Erinnerungen anzusprechen. Bei der Musik der Beatles, von Bob Dylan und seiner Lieblingsband Grateful Dead erinnert er sich an seine Jugend und er wird wieder zu dem Jungen, den die Sawyers vor zwanzig Jahren verloren haben.

Für Henry, der selbst ein großer Musikliebhaber ist, vor allem von Big-Band-Jazz, und der mit Gabriel in den Fünfzigern immer Gedächtnisübungen machte, indem er nach den Hintergründen von bestimmten Aufnahmen und was sie für ihn bedeuten, fragte, ist diese Musiktherapie eine große Herausforderung. Denn die Musik, an die Gabriel sich erinnert, die er mit für ihn einschneidenden Erlebnissen verbindet, ist genau die Musik, die Gabriel von Henry trennte. Es ist die Musik, die ihre gute Beziehung zerstörte. Deshalb hasst Henry diese Musik.

Doch als Ingenieur stellt er sich dieser Aufgabe und während er sich seinem Sohn über die Musik nähert, lernt er auch viel darüber, wie Gabriel ihn damals wahrgenommen hat und was ihn bewegte. Jetzt erzählt Gabriel ihm die Dinge, über die sie damals nicht sprechen konnten.

J. K. Simmons, der inzwischen dank den TV-Serien „Law & Order“ und „The Closer“ und verschiedener einprägsamer Gastauftritte in Blockbustern, wie den „Spider Man“-Filmen, mehreren Filmen der Coen-Brüder und zuletzt als Schiffskapitän in „Contraband“, bekannt ist, zeigt mit kleinen Nuancen, wie aus dem prinzipientreu-biederem Ingenieur Henry Sawyer, der in den Fünfzigern entspannt mit seinem Sohn Musik hört, über den in den Sechziger überforderten Vater der versteinerte Mittsechziger, der noch einmal ein großes Projekt beginnen muss, wird. Er verleiht diesem Charakter eine Kantigkeit und auch Ehrlichkeit, die locker jede Kitschfalle umschifft. Allein schon deshalb würde sich der Film lohnen.

Dazu kommt noch ein kluges Script, das seine Geschichte, mit vielen Rückblenden, auf drei Zeitebenen erzählt und die Geschichte zwar mit viel Sentiment, aber angenehm unkitschig erzählt.

Und dann ist da ja noch die Musik.

The Music never stopped (The Music never stopped, USA 2011)

Regie: Jim Kohlberg

Drehbuch: Gwyn Lurie, Gary Marks

LV: Oliver Sacks: The last Hippie, 1995 (Fallstudie, erschienen in „An Anthropologist in Mars“)

mit J. K. Simmons, Lou Taylor Pucci, Cara Seymour, Julia Ormond, Mia Maestro, Tammy Blanchard, Scott Adsit, James Urbaniak

Länge: 105 Minuten

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Music never stopped“

Rotten Tomatoes über „The Music never stopped“

Wikipedia über „The Music never stopped“

Making of: Interview mit Jim Kohlberg


TV-Tipp für den 29. März: Express in die Hölle

März 28, 2012

Kabel 1, 01.20

Express in die Hölle (USA 1985, R.: Andrei Konchalovsky)

Drehbuch: Djordje Milicevic, Paul Zindel, Edward Bunker (nach einem Drehbuch von Akira Kurosawa)

Alaska: zwei Knackis brechen aus und hoffen als blinde Passagiere auf einem Güterzug in die Freiheit fahren zu können. Doch der Lokführer stirbt, ein dritter blinder Passagier ist ebenfalls an Bord und der Zug kann nicht gebremst werden.

Harter, spannender Thriller mit guten Schauspielerleistungen. Voight und Roberts waren für je einen Oscar nominiert; Voight erhielt einen Golden Globe, Roberts war nominiert. Außerdem war der Film als bester Film für einen Golden Globe nominiert. Die Schmonzette „Out of Africa“ erhielt ihn. Trotzdem ist der Film heute fast unbekannt.

Mit Jon Voight, Eric Roberts, Rebecca DeMornay, Edward Bunker, Danny Trejo (Debüt)

Wiederholung: Samstag, 31. März, 03.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Crimetime: Edward-Bunker-Porträt von Charles Waring

TWBooks: Edward Bunker

No Exit Press über Edward Bunker

Michael Kaplan interviewt Edward Bunker (September 1996)

BBC: Nachruf auf Edward Bunker (Juli 2005)

New York Times: Nachruf auf Edward Bunker (AP)

Meine Besprechung von Edward Bunkers „Lockruf der Nacht“ (Stark, 2007)


DVD-Kritik: Ein „Set Up“ ist kein Freundschaftsdienst

März 28, 2012

Sonny (Curtis ’50 Cent‘ Jackson), Vincent (Ryan Phillippe) und Dave (Brett Grantstaff) sind Jugendfreunde, die jetzt ein großes Ding drehen: sie stehlen auf offener Straße einem Kurier eine Aktentasche mit Diamanten. Noch vor der Geldübergabe erschießt Vincent seine beiden Kumpels. Sonny überlebt und will sich rächen. Dabei erfährt er, dass sie mit ihrem Raub auch die Kreise von Gangsterboss Biggs (Bruce Willis) störten.

So weit, so konventionell; – was ja nicht schlimm wäre, wenn der Gangsterkrimis „Set Up – Freunde für’s Leben, Feinde für die Ewigkeit“ sich wenigstens bemühen würde, eine stimmige Geschichte aus dem Verbrechermilieu zu erzählen. Aber der Film ist ein halbgarer, weitgehend unplausibler Gangsterkrimi, in dem selbstverständlich jeder jeden betrügt, mit einigen, unpassenden komödiantischen Untertönen, zu vielen losen Enden und Charakteren, die bestenfalls als blasse Funktionsträger für die Geschichte funktionieren. Dieses Chaos, das wie die zusammengeklebten Schnittreste aus dem Schneideraum wirkt, fühlt sich beim Sehen dann auch deutlich länger als die achtzig Minuten, die während des Ansehens von „Set Up“ vergehen, an.

Bruce Willis hat, obwohl er auf dem Cover groß beworben und im Trailer öfters gezeigt wird (böswillig gesagt sind alle Auftritte von Willis im Trailer enthalten), nur eine Nebenrolle als fieser Gangsterboss, die er mit spürbarer Freude ausfüllt. „Set Up“ ist in der Filmographie von Bruce Willis einer der vielen Filme, die er seit seinem Durchbruch mit „Stirb langsam“ so nebenbei macht und die seiner Karriere in kommerzieller Hinsicht nicht schaden, weil die Rolle zu klein ist, um ihn für einen etwaigen Misserfolg verantwortlich zu machen, er schauspielerisch etwas ausprobieren kann und ihn wohl ein bestimmter, für Außenstehende manchmal nicht erkennbarer Aspekt interessiert hat. Bei „Set Up“ wollte er vielleicht dem Regisseur, einem Stuntman, der auch eine Doku über den vierten „Die Hard“-Film drehte und sein Stunt-Koordinator war, helfen. Bei dem demnächst im Kino startendem „The Cold Light of Day“ war es sicher die Möglichkeit, mit Mabrouk El Mechri, der den fantastischen Jean-Claude-van-Damme-Film „JCVD“ drehte, zusammen zu arbeiten.

 

Die DVD

 

Das „Set Up“-Bonusmaterial sieht auf den ersten Blick ziemlich umfangreich aus, aber die Clips sind alle ziemlich kurz geraten. Die Interviews mit Mike Gunther, Curtis ’50 Cent‘ Jackson und Randy Couture bringen es dagegen auf gut 24 Minuten. Interessant ist die Bemerkung von Rapper, Hauptdarsteller und Mitproduzent Curtis ’50 Cent‘ Jackson, der sagt, das Drehbuch von „Set Up“ sei das beste gewesen, das er an einem Wochenende gelesen habe. Wie gut waren da die anderen Bücher?

Set Up – Freunde für’s Leben, Feinde für die Ewigkeit (Setup, USA 2011)

Regie: Mike Gunther

Drehbuch: Mike Behrman, Mike Gunther

mit Curtis ’50 Cent‘ Jackson, Ryan Phillippe, Bruce Willis, Jenna Dewan, James Remar, Randy Couture, Jay Karnes

DVD

Ascot Elite

Bild: 1,78:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS 5.1; Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial (40 Minuten): Making of „Set Up“, Interviews mit Mike Gunther, Curtis ’50 Cent‘ Jackson und Randy Couture, Blick in den Waffenschrank von „Set Up“, Originaltrailer, Deutscher Trailer, Wendecover

Länge: 81 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „Set Up“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Set Up“

Before the Trailer: Interview mit Regisseur Mike Gunther (19. Dezember 2010)

 

 


TV-Tipp für den 28. März: Super

März 28, 2012

ZDFkultur, 22.20

Super (D 1983, R.: Adolf Winkelmann)

Drehbuch: Jost Krüger, Gerd Weiß, Adolf Winkelmann

Extrem selten gezeigter deutscher Science-Fiction-Film: Europa liegt in Trümmern (Hey, es war die Zeit des Kalten Krieges), aber die Überwachungsbürokratie (1984!!!) funktioniert noch. Einige Menschen, unter anderem Udo Lindenberg als Betreiber eines Piratensenders und Freiheitskämpfer, wollen Richtung Neuseeland flüchten. Dafür brauchen sie Geld und die Hilfe von einigen Fluchthelfern. Sie treffen sich an einer Tankstelle mit anliegendem Motel (Neinneinnein, mit „Casablanca“ hat das wohl nichts zu tun).

„Super“ ist, wie es sich für einen guten Science-Fiction-Film gehört, vor allem ein Zeitporträt.

„Eine Mischung aus Politsatire, Actionthriller, Science-Fiction im Dekor des New Wave der 80er Jahre; ein Versuch, moderne Mythen und Popkultur-Versatzstücke zu publikumswirksamer Kinounterhaltung zu verbinden. Leider weist der Film erhebliche dramaturgische Mängel auf und schafft es nicht, die Fülle der Ideen, Figuren und Handlungsfäden zu einem geradlinig erzählten Melodram zu ordnen.“ (Lexikon des internationalen Films)

Aber „Der Film hat Leben durch seine Schauspieler.“ (Fischer Film Almanach 1985)

Und „’Super’ ist besser als die großen, bunten Vorberichte in der Teeny-Presse vermuten lassen:…ein ziemlich absurdes Stück Apokalypsen-Kino.“ (Hartmut Schulze, Der Spiegel 19/1984)

„Winkelmann widersteht, Ordnung zu schaffen. Er lässt das Durcheinander von Genres und Dramaturgien und Typen und Darstellungsweisen einfach als Durcheinander stehen. (…) Darüber wird der Endzeit-Film von einer Szene zur anderen komödiantisch und im nächsten Augenblick schon wieder zum Krimi. Manchmal geht es um Spannung und manchmal einfach darum, dass man Szenen ansehen muss, weil sie viel zu teuer waren, als dass Winkelmann sie einfach so hätte wegschneiden können.“ (Norbert Grob, Die Zeit, 18. Mai 1984)

mit Renan Demirkan, Udo Lindenberg, Inga Humpe, Tana Schanzara, Günter Lamprecht, Hannelore Hoger, Ulrich Wildgruber, Gottfried John

Wiederholung: Donnerstag, 29. März, 00.50 Uhr (Taggenau!)


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