Ermittelt Privatdetektiv Anton Schwarz „Im Namen des Kreuzes“?

Anton Schwarz gehört zu der in deutschen Krimis ziemlich raren Spezis des Privatdetektivs und weil ich ein Fan von Privatdetektivkrimis bin, genießt er, schon bevor ich die erste Zeile lese, meine größten Sympathien.

In seinem dritten Fall „Im Namen des Kreuzes“ will die Mutter von Matthias Sass wissen, warum ihr Sohn sich umbrachte. Sass war ein angehender Priester. Kurz darauf erhängt sich Pfarrer Heimeran, der väterliche Freund von Sass. Oder war da mehr? Denn als Schwarz eher unwillig mit seinen Ermittlungen beginnt, vermutet er ziemlich schnell, dass der Pfarrer ermordet wurde, Homosexualität und Pädophilie eine wichtige Rolle spielen und Hans Perfall, ein Ex-LKA-Beamter, der jetzt für das Erzbischöfliche Ordinariat als Ermittler arbeitet, ist ihm auch nicht geheuer.

Anton Schwarz ist ein angenehm normaler, fünfzigjähriger Mann. Ex-Polizist, geschieden, mit gutem Kontakt zu seiner Mutter und seiner Tochter und einer behinderten, deutlich jüngeren Freundin, die er in „Blinde Flecken“, dem ersten Anton-Schwarz-Krimi, als er im Nazi-Milieu ermittelte, kennenlernte. Der passionierte Fahrradfahrer (kurze Strecken in München) hat sein Herz auch auf dem rechten Fleck; – vulgo: es schlägt links-liberal. Oh, und natürlich trifft er sich regelmäßig mit seinen Ex-Kollegen. Doch das gehört zum festen Inventar eines Privatdetektiv-Krimis. Denn jeder gute Privatdetektiv hat mindestens einen Freund bei der Polizei.

Peter Probst, der auch zahlreiche Drehbücher schrieb, unter anderem die guten Münchner „Tatorte“ „Im Herzen Eiszeit“, „Wenn Frauen Austern essen“, „Der Traum von der Au“ und „Jagdzeit“, erzählt die Geschichte flott, mit vielen Dialogen, informativ (er verpackt seine Recherche gut) und ohne anklägerisch-predigende Belehrungen. Dass am Ende des Krimis die große Überraschung ausbleibt, sei ihm verziehen.

Peter Probst: Im Namen des Kreuzes

dtv, 2012

256 Seiten

8,95 Euro

Hinweise

Homepage von Peter Probst

Meine Besprechung von Peter Probsts „Blinde Flecken“ (2010)

Und jetzt lassen wir den Autor zu Wort kommen:

Peter Probst liest aus“Blinde Flecken“, dem ersten Anton-Schwarz-Kriminalroman vor und beantwortet Fragen; die Lesung beginnt mit der achten Minute

Zu „Personenschaden“, dem zweiten Anton-Schwarz-Kriminalroman gibt es auch etwas:

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: