Die Glauser-Preisträger 2012

April 30, 2012

Die Krimiautorenvereinigung „Das Syndikat“ hat ihren diesjährigen Friedrich-Glauser-Preis an folgende Krimis verliehen:

Bester Roman

Michael Theurillaut: Rütlischwur (Ullstein)

Bestes Debüt

Lena Avanzini: Tod in Innsbruck (emons)

Bester Kurzkrimi

Nina George: Das Spiel ihres Lebens, aus: Scharf geschossen (KBV)

Hansjörg-Martin-Preis (Kinder- und Jugendkrimipreis)

Maja von Vogel: Nachtsplitter (dtv)

Friedrich-Glauser-Ehrenpreis für besondere Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur

Thomas Przybilka

Die Begründungen gibt es hier.

Die Liste mit allen Nominierungen gibt es hier.

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TV-Tipp für den 30. April: Spartan

April 29, 2012

ZDF, 22.30

Spartan (USA 2004, R.: David Mamet)

Drehbuch: David Mamet

Die Tochter des US-Präsidenten wird entführt. Spezialagent Robert Scott soll sie finden – und der Befehlsempfänger deckt ein Komplott auf.

Wenn David Mamet einen Polit-Thriller schreibt und inszeniert, dann sind einerseits die üblichen Genrestandards enthalten und andererseits, dank guter Schauspieler und Dialoge, auch viel mehr.

Außerdem waren bei den Vorbereitungen und dem Dreh zahlreiche Polizei- und Militärspezialisten dabei. Der bekannteste (und wichtigste) dürfte Eric L. Haney sein, dessen „Inside Delta Force“ auch die Grundidee für die von David Mamet und Shawn Ryan (The Shield) erfundene grandiose Serie „The Unit“ lieferte.

mit Val Kilmer, Derek Luke, William H. Macy, Ed O’Neill, Kristen Bell, Tia Texada, Mark Pellegrino

Hinweise

Homepage zum Film

Drehbuch „Spartan“ von David Mamet

Wikipedia über „Spartan“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Mamets „Bambi vs. Godzilla – Über Wesen, Zweck und Praxis des Filmbusiness“ (Bambi vs. Godzilla – On the Nature, Purpose, and Practice of the Movie Business, 2007)

David Mamet in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 29. April: Fahrraddiebe

April 29, 2012

ZDF Kultur, 23.00

Fahrraddiebe (I 1948, R.: Vittorio De Sica)

Drehbuch: Cesare Zavattini, Oreste Biancoli, Suso Cecchi d’Amico, Adolfo Franci, Vittorio De Sica

LV: Luigi Bartolini: Ladri di Biciclette, 1948 (Fahrraddiebe)

Rom, kurz nach dem Krieg: Antonios Fahrrad, das er unbedingt für seine Arbeit braucht, wird geklaut. Zusammen mit seinem Sohn sucht er den Dieb.

Ein Meilenstein des italienischen Neorealismus

mit Lamberto Maggionrani, Enzo Staiola, Liannella Carell

Wiederholung: Montag, 30. April, 03.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Fahrraddiebe“ (deutsch, englisch)

Archive.org: „Fahrraddiebe“ in der deutschen Fassung

Film-Rezensionen bespricht „Fahrraddiebe“

Critic bespricht „Fahrraddiebe“

Kauftipp

Im Unionsverlag erschien jetzt die Taschenbuchausgabe von Luigi Bartolinis „Fahrraddiebe“ (übersetzt von Hellmut Ludwig, 224 Seiten, 10,95 Euro) und, was soll ich sagen, ich liebe diese alten Romane, in denen sich die Autoren ewig Zeit ließen, bis die Handlung beginnt. Schon im zweiten Absatz steht „Hierher bin ich heute gekommen, auf die Piazza del Monte, um zu versuchen, mein schönes neues Fahrrad wiederzufinden, das mir gestern gestohlen wurde.“


TV-Tipp für den 28. April: Mr. Klein

April 28, 2012

Meine Bitte, den Film mal vor Mitternacht zu zeigen, wurde erhört

WDR, 23.55

Monsieur Klein (F/I 1976, R.: Joseph Losey)

Drehbuch: Franco Solinas, Fernando Morandi, Joseph Losey

Paris 1942: Robert Klein verdient als Kunsthändler gut an der Not der Juden. Eines Tages liegt vor seiner Haustür ein an ihn adressiertes Exemplar der „Les informations juives“. Klein will herausfinden, warum er die Zeitung zugeschickt bekommen hat. Er erfährt von einem gleichnamigen Juden, der sich anscheinend seiner Identität bemächtigen will.

Kafkaesker Alptraum ohne die Hoffnung auf ein Happy End, von Losey karg und sehr stilbewusst inszeniert. Delons zurückhaltendes Spiel passt perfekt zur Rolle des emotionslosen Mitläufers, der nur an sich denkt und dabei zielsicher ins Verderben läuft.

Delon war für einen Cesar als bester Schauspieler nominiert, Losey erhielt einen für die Regie und der Film gewann den Cesar für bester Film.

mit Alain Delon, Jeanne Moreau, Michel Lonsdale, Juliet Bertot, Suzanne Flon, Jean Bouise

Hinweise

Wikipedia über „Monsieur Klein“ (deutsch, englisch, französisch)

Homepage von Alain Delon

Wikipedia über Alain Delon (deutsch, englisch, französisch)

Kriminalakte zum 75. Geburtstag von Alain Delon

Meine Besprechung von „Der Leopard“ (mit Alain Delon und Burt Lancaster)

Meine Besprechung von „Die Abenteurer“ (mit Alain Delon und Lino Ventura)

Alain Delon in der Kriminalakte


Überraschung! Es gibt „Schwarze Schafe in Venedig“

April 27, 2012

Krimiautor Charlie Howard schreibt in Venedig gerade seinen neuesten Michael-Faulks-Krimi, als bei ihm eingebrochen wird und ein Dieb, – naja, genaugenommen eine verdammt gutaussehende Diebin und Fassadenkletterin -, seine Erstausgabe von Dashiell Hammetts „Der Malteser-Falke“ klaut. Für Charlie ist das Buch unersetzbar, denn ohne das Buch auf seinem Schreibtisch, so glaubt er, kann er keine Kriminalromane schreiben.

Zum Glück bietet die Diebin ihm ein Geschäft an: wenn er für sie einen Einbruch begeht, wird sie es ihm zurück geben.

Denn, wie die Leser der vorherigen Charlie-Howard-Krimis von Chris Ewan wissen, ist Charlie nicht nur ein Krimiautor, der für das Schreiben von jedem neuen Roman eine andere Stadt besucht, sondern auch ein Einbrecher und eben diese Einbrechertätigkeit hat ihn in der Vergangenheit auch immer wieder in Teufels Küche gebracht. Aber jetzt will Charlie ein ehrliches Leben führen und sich nur noch von seinen Buchtantiemen ernähren. Entsprechend wenig begeistert ist er von Graziellas Angebot. Vor allem nachdem er erfährt, dass er nichts klauen, sondern einen Koffer, den er nicht öffnen darf, zurückbringen soll und sie ihm einen Zettel mit detaillierten Anweisungen gibt. Trotz aller Bedenken, die er hat, tut er es. Immerhin will er seinen „Malteser-Falken“ zurück haben.

Allerdings öffnet er, während des Einbruchs den Koffer, und die in dem Koffer befindliche Bombe geht hoch. Er kann sich retten, aber er will jetzt auch wissen, in welches Komplott er hineingeraten ist.

Dieses Komplott hat höchstens die Komplexität einer Kurzgeschichte von Dashiell Hammett, die von Chris Ewan auf vierhundert Seiten aufgeplustert wurde und bei dem Graziella den wahrscheinlich allerumständlichsten Weg wählt, ihr Ziel zu erreichen. Das beginnt schon bei ihrem ersten Einbruch, wenn sie absichtlich so viel Lärm macht, dass Charlie sie bemerken muss, er sich aber so dusselig anstellt, dass sie entwischen kann. Danach arrangiert sie arg umständlich ein Treffen mit ihm, um ihm zu sagen, wie er wieder an sein Buch gelangt. Warum sie das alles so kompliziert macht, wird von Chris Ewan nie erklärt. Wahrscheinlich glaubte er, dass einige Rätsel am Anfang die Aufmerksamkeit des Lesers wachhalten.

Wer dagegen einen richtig guten Einbrecherroman lesen will, muss sich einen Bernie-Rhodenbarr-Krimi von Lawrence Block besorgen. In ihnen begeht ein Antiquar und leidenschaftlicher Dieb Einbrüche und wenn er bei einem Einbruch eine Leiche entdeckt, muss er auch die Arbeit der Polizei übernehmen. Die ersten fünf Bernie-Rhodenbarr-Krimis wurden eher solala übersetzt und sind antiquarisch erhältlich. Die letzten fünf „Burglar“-Romane wurden nicht übersetzt, aber es ist offensichtlich, dass die beliebt-bekannten Bernie-Rhodenbarr-Krimis das Vorbild für die Charlie-Howard-Krimis sind. Allerdings spielt Charlie, verglichen mit Bernie, irgendwo zwischen Kreis- und Bezirksklasse.

Chris Ewan: Schwarze Schafe in Venedig

(übersetzt von Stefanie Retterbusch)

Bastei-Lübbe, 2012

400 Seiten

7,99 Euro

Originalausgabe

The Good Thief’s Guide to Venice

Simon & Schuster, London 2011

Charlie Howard auf Städtetour

Amsterdam – Ein Meisterdieb jagt seinen Schatten (The Good Thief’s Guide to Amsterdam, 2007)

Kleine Morde in Paris (The Good Thief’s Guide to Paris, 2009)

Vendetta in Las Vegas (The Good Thief’s Guide to Vegas, 2010)

Schwarze Schafe in Venedig (The Good Thief’s Guide to Venice, 2011)

The Good Thief’s Guide to Berlin, 2012 (angekündigt)

Hinweise

Homepage von Chris Ewan

Blog von Chris Ewan

Criminal-E: Interview mit Chris Ewan

Guilty Conscience: Interview mit Chris Ewan

The Crime of it All: Interview mit Chris Ewan


TV-Tipp für den 27. April: Der Deutsche Filmpreis 2012

April 27, 2012

ARD, 21.45

Der Deutsche Filmpreis 2012

Noch nicht „Oscar“, aber man bemüht sich, die Verleihung des Deutschen Filmpreises (Lola heißt unser Oscar) möglichst prächtig zu gestalten. Erwartet werden 1800 Gäste, 600 Flaschen Schampus stehen bereit, Michael Bully Herbig, Christoph Maria Herbst, Josef Hader, Volker Schlöndorff, Roland Emmerich und Florian David Fitz werden die Gewinner verkünden. Was soll da noch schief gehen?

Mehr Infos auf der Seite zum Deutschen Filmpreis.


Dokumentarfilmtipp des Tages: Sam Peckinpah – Man of Iron

April 26, 2012

Diese BBC-Dokumentation über Sam Peckinpah muss ich mir unbedingt ansehen:

Danach, vielleicht, mal wieder

 


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