Neu im Kino/FIlmkritik: Die gut besetzte Enttäuschung „The Cold Light of Day“

Mit „The Cold Light of Day“ gibt Mabrouk El Mechri sein Hollywood-Debüt.

Das ist ungefähr das erfreulichste, was über den neuen Film des Regisseurs von „JCVD“ gesagt werden kann. Während er in „JCVD“ mit Jean-Claude van Damme nur einen Star hatte, der sich selbst spielte und Mabrouk El Mechri so aus einem eher durchschnittlichen Banküberfall-Thriller eine intelligent-böse Meditation über das Startum und die Verbindungen von Schein und Sein machte, hat er in „The Cold Light of Day“ mit Bruce Willis, Sigourney Weaver und Henry Cavill (früher Charles Brandon in „Die Tudors“ , demnächst Superman/Clark Kent in „Man of Steel“) gleich mehrere bekannte Namen an Bord.

Dafür wurde dann auf ein intelligentes Drehbuch verzichtet. Um nicht falsch verstanden zu werden: verglichen mit infantilen Gurken wie „Battleship“ oder „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ hat „The Cold Light of Day“ ein fein ziseliertes Drehbuch. Aber verglichen mit Agententhrillern wie den „Bourne“-Filmen oder den actionlastigen Politthrillern der siebziger Jahre oder auch Arthur Penns Gene-Hackman-Matt-Dillon-Pappa-ist-Geheimagent-Vehikel „Target“ ist „The Cold Light of Day“ ein liebloses Malen nach Zahlen, in dem Will Shaw (Henry Cavill) beim Spanienurlaub feststellen muss, dass sein Vater (Bruce Willis) CIA-Agent ist, in irgendeiner sehr tiefen Scheiße steckt, bei der es um einen Koffer geht, den alle haben wollen (Zum Glück kein USB-Stick) und kaum beginnt sein Vater ihm die Sache zu erklären, wird er aus dem Hinterhalt erschossen. Wills Restfamilie wurde inzwischen entführt und er muss jetzt das tun, was ein Mann in dieser Situation eben tun muss. Dass er dabei als Normalo verdammt sportlich ist und über ein beachtliches Improvisationstalent verfügt – geschenkt. Das ist in diesen Filmen eben so. Dass Carrack (Sigourney Weaver im schießwütigen Bad-Ass-Modus) als Bösewicht Probleme gerne auch mit wüsten Ballereien auf offenen Plätzen erledigt – ebenso.

Immerhin hat sie ihren Spaß dabei. Dass das eine idiotische Art ist, mit Personalproblemen umzugehen; – geschenkt.

Aber auch dann hat „The Cold Light of Day“ mit krassen Logiklöchern und Absurditäten zu kämpfen, die einem den Spaß an diesem touristischen Action-Thriller vergällen, der von der ersten bis zur letzten Minute wie die Kopie von vielen anderen, ungleich besseren Filmen wirkt.

Der groß angekündigte Auftritt von Bruce Willis beschränkt sich auf die ersten Minuten des Films. Danach wird er aus dem Hinterhalt erschossen und, das mag jetzt etwas schockierend sein, er ist wirklich tot. Ja, er taucht im Finale nicht als rettender Engel auf. Insofern ist „The Cold Light of Day“ ein weiterer Film in Bruce Willis‘ umfangreicher Filmographie, in dem er sich mit einer kleinen Rolle begnügt, um etwas auszuprobieren oder, was hier wahrscheinlich der Fall war, um mit Mabrouk El Mechri zusammen zu arbeiten.

The Cold Light of Day (The Cold Light of Day, USA 2011)

Regie: Mabrouk El Mechri

Drehbuch: Scott Wiper, John Petro

mit Henry Cavill, Verónica Echegui, Bruce Willis, Sigourney Weaver, Joseph Mawle, Caroline Goodall, Roschdy Zem, Colm Meaney

Länge: 94 Minuten

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Cold Light of Day“

Rotten Tomatoes über „The Cold Light of Day“

Wikipedia über „The Cold Light of Day“

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One Response to Neu im Kino/FIlmkritik: Die gut besetzte Enttäuschung „The Cold Light of Day“

  1. […] Meine Besprechung von “The cold Light of the Day” (The cold Light of the Day, USA 2011, … […]

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