Neu im Kino/Filmkritik: Entzückend! Ein „Act of Valor“ mit echten Soldaten

Beginnen wir mit dem Positiven: die Schauspieler in dem Kriegsfilm „Act of Valor“ wissen, wie sie ihre Waffen halten müssen.

Der Grund dafür ist ziemlich banal: sie sind echte U. S. Navy Seals und die in dem Film geschilderten Missionen beruhen, wie am Anfang des Films stolz verkündet wird, auf echten Einsätzen.

In Costa Rica rettet die Einheit von Lt. Rorke eine CIA-Agentin (Roselyn Sanchez) aus den Fängen des Drogenbarons Christo (Alex Veadov). Dabei stoßen sie auf die ersten Hinweise über einen Terroranschlag gegen die USA. Denn Christo macht Geschäfte mit dem Terroristen Abu Shabal (Jason Cottle), der über die mexikanische Grenze eine Gruppe Selbstmordattentäter in die USA einschleusen will.

Das liest sich jetzt wie der Plot eines typischen B-Pictures,inszeniert im Michael-Bay-Look, bei dem nur die vielen Schauplätze rund um den Globus (es wurde an verschiedenen Orten in den USA, Puerto Rico, Mexiko, Kambodscha, den Philippinen und der Ukraine gedreht) und die militärische Ausstattung (natürlich hat die Armee bei diesem Promofilm gerne geholfen) erstaunen.

Aber bei einem B-Picture stehen dann Schauspieler vor der Kamera, die – und das fällt, wenn man die schauspielerischen Leistungen der Navy Seals erleiden muss, erschreckend deutlich auf – spielen können. Dabei sind Chuck Norris, Jean-Claude van Damme, Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone, deren Actionfilme „Act of Valor“ inspirierten, wahrlich keine guten Schauspieler.

In „Act of Valor“ wimmelt es dagegen von unerträglich schlechten Schauspielleistungen, die die Schwächen des Drehbuchs nur noch offensichtlicher machen. Die Geschichte ist eine Ansammlung altbekannter Actionfilmklischees, Unterabteilung Söldner/Militär/Spezialeinheiten, garniert mit papiernen Dialogen und pathosgetränkten Monologen.

Dazu kommen noch – immerhin sind diese Navy Seals fit genug, um die Action-Szenen wirklich durchzukämpfen – die erstaunlich schlecht inszenierten Action-Szenen, die teilweise aus der Ego-Shooter-Perspektive inszeniert sind und die von den Abläufen der Einsätze nichts verraten, was man nicht schon in anderen Filmen besser gesehen hätte.

Mein Tipp: Besser noch einmal „The Unit“ ansehen. In einer Folge der TV-Serie erfährt man mehr über die Arbeit eines Spezialkommandos und die seelischen Belastungen der Soldaten und ihrer Familien als in „Act of Valor“. Aber die Serienmacher hatten auch echte Schauspieler, David Mamet als Autor und Produzenten und, natürlich, militärische Berater.

Act of Valor (Act of Valor, USA 2012)

Regie: Mike McCoy, Scott Waugh

Drehbuch: Kurt Johnstad

mit Rorke, Michael, Dave, Ajay, Sonny, Ray, Duncan Smith, Van O, Weimy (echte U. S. Navy Seals, deren Nachnamen nicht verraten werden), Roselyn Sanchez, Alex Veadov, Jason Cottle, Nestor Serrano

Länge: 110 Minuten

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Act of Valor“

Rotten Tomatoes über „Act of Valor“

Wikipedia über „Act of Valor“

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