Neu im Kino/FIlmkritik: Jason Statham geht auf Nummer „Safe“

Jason Stathams neues Action-Vehikel „Safe“ ist nicht wirklich schlecht. Immerhin schrieb Boaz Yakin das Drehbuch und führte auch Regie. Yakin ist auch verantwortlich für „Fresh“, „The Punisher“, „Rookie – Der Anfänger“ (okay, keine von Clint Eastwoods Sternstunden), „Gegen jede Regel“ und „Prince of Persia: Der Sand der Zeit“ und er war auch im Gespräch für den neuen „Batman“-Film, der jetzt von Christopher Nolan gedreht wurde. Da kann solide Genrekost erwartet werden.

Safe“ ist aber auch nicht wirklich gut. Denn gerade weil er ein viel besserer Film hätte werden können, enttäuscht „Safe“ als solide, unter ihren Möglichkeiten bleibende Actionkost mit Seventies-Touch dann auch.

Statham spielt den Ex-Cop Luke Wright, der als Obdachloser durch New York irrt. Als er eine kleine Chinesin (Catherine Chan) sieht, die von Gangstern verfolgt wird, besinnt er sich auf seine alten Reflexe. Er rettet das Kind und die atemlose Jagd durch Manhattan beginnt. Denn die zwölfjährige Mei wird von russischen und chinesischen Gangsterbanden und der Polizei verfolgt. Sie hat als Mathematik-Genie die gesamten US-Geschäfte des Triaden-Bosses Han Jiao (James Hong) und einen unglaublich komplizierten Safe-Code, den sie sich für Han Jiao merken sollte, in ihrem Gedächtnis gespeichert.

Das erinnert jetzt etwas an den mauen Bruce-Willis-Actioner „Das Mercury-Puzzle“ (in dem Film beschützte Willis als Cop einen autistischen Jungen, der einen supergeheimen Geheimdienst-Code geknackt hat), aber in Yakins Film ist die zu beschützende Mei, bis auf ihre Mathe-Begabung, ein ganz normales Mädchen und die Gegner und ihre Motive sind zahlreicher und auch, immerhin geht es um einen mit 30 Millionen Dollar gefüllten Safe, glaubwürdiger. Auch dass die Polizei als korrupte Vereinigung, die prächtig mit beiden Gangsterbanden zusammenarbeitet, porträtiert wird, fügt sich schön in den düsteren Kosmos des Films, der die Gesellschaft bis in die höchsten Ränge der Stadtpolitik als vom Verbrechen durchzogen porträtiert.

Aber bis zur ersten Begegnung von Luke Wright und Mei vergeht zu viel Zeit, in der Yakin reichlich umständlich und mit vielen Zeitwechseln die wichtigsten Charaktere einführt. Das hätte man schneller machen können. Aber so bleibt immerhin genug Zeit, sich im Old-School-Feeling der Siebziger-Jahre-Actionfilme zu suhlen. Mit „The Bank Job“ hat Statham ja bereits einen Ausflug in die Siebziger gemacht. Mit „The Mechanist“ gab es dann das mit etwas Action aufgepäppelte Remake des gleichnamigen Charles-Bronson-Thrillers.

In „Safe“ wird allerdings, nachdem Wright Mei begegnet, ein „Transporter“- und „Crank“-verdächtiges Actionfeuerwerk, in dem Statham dann zum unkaputtbaren Jojo-Männchen verkommt, abgebrannt. Das ist dann das, was man von einem Statham-Film erwartet, aber es ist auch nicht mehr.

Und so enttäuscht „Safe“ letztendlich, weil Yakin zu sehr auf Nummer Sicher geht. Mit etwas mehr Wagemut hätte nicht nur solide Genrekost, sondern ein wirklich interessanter Thriller mit einem angenehmen Retro-Touch entstehen können.

Safe – Todsicher (Safe, USA 2012)

Regie: Boaz Yakin

Drehbuch: Boaz Yakin

mit Jason Statham, Catherine Chan, Robert John Burke, Reggie Lee, Anson Mount, James Hong, Chris Sarandon

Länge: 95 Minuten

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Safe – Todsicher“

Rotten Tomatoes über „Safe – Todsicher“

Wikipedia über „Safe – Todsicher“

 

 

One Response to Neu im Kino/FIlmkritik: Jason Statham geht auf Nummer „Safe“

  1. […] „Safe – Todsicher“ (danach gab es „The Expendables 2“) hatte ich ja schon zum Kinostart abgefeiert. Insgesamt hat mir die Geschichte über einen New-Yorker-Ex-Polizisten, der einem kleinen Mädchen […]

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