In den sumpfigen „Texas Killing Fields“

Über „Texas Killing Fields – Schreiendes Land“ muss ich wirklich nicht viel sagen. Ami Canaan Manns Cop-Thriller sieht wie ein bislang unverfilmtes James-Lee-Burke-Buch, bei dem man auf die von Burke so beliebten Geister verzichtet hat, aus.

Denn der Krimiplot, in dem zwei Polizisten einen Frauenserienmörder jagen, ist in „Texas Killing Fields“ fast schon eine gut gepflegte Nebensache. Im Mittelpunkt stehen die beiden Polizisten Brian Heigh (Jeffrey Dean Morgan), der von New York City nach Texas City, in die Provinz, versetzt wurde, gläubig ist und seinen Job als halber Sozialarbeiter versteht, und Mike Souder (Sam Worthington), sein jüngerer, aus der Gegend kommender, weniger sozialarbeiterisch veranlagter Kollege, ihre vertrauensvolle, aber nicht konfliktfreie Arbeitsbeziehung zueinander, zu Souders Ex-Frau Pam Stall (Jessica Chastain), die im benachbarten Clark County Polizistin ist, und zu den Menschen, mit denen sie es während ihrer alltäglichen Arbeit zu tun haben und die zur Unterschicht von Texas City und dem angrenzenden Clark County, wo in der Vergangenheit in den Sümpfen mehrere Frauenleichen gefunden wurden, gehören. Dorthin führt die Polizisten auch eine vielversprechende Spur.

Ami Canaan Mann, die Tochter von Michael Mann, präsentiert diese Geschichte mit einem für so einen kleinen Genrefilm inzwischen überraschend hochkarätigem Cast. Jessica Chastain ist nach „The Tree of Life“, „Eine offene Rechnung“ (mit Sam Worthington) und „The Help“ die Entdeckung des letzten Kinojahres, Chloë Grace Moretz kennen wir aus „Kick-Ass“ und „Hugo Cabret“ und Sam Worthington darf seit „Avatar“ in fast jedem Big-Budget-Film mitspielen.

Ihr Kameramann Stuart Dryburgh, Oscar-nominiert für „Das Piano“, außerdem „Lone Star“, „Reine Nervensache“ und „Der Einsatz“, setzte die düstere Geschichte in adäquaten Bildern, die immer einen Hauch von Geheimnis bewahren und deren Südstaaten-Schwüle, wenn es nicht gerade aus Kübeln regnet, aus jedem Bild tropft, um.

Zu diesem gelungenen Eindruck trägt die Musik von Dickon Hinchliffe nicht unerheblich bei. Er ist Gründungsmitglied der „Tindersticks“ und schrieb auch die Musik für die David-Peace-Verfilmung „Red Riding: In the Year of Our Lord 1980“, die Daniel-Woodrell-Verfilmung „Winter’s Bone“ und die James-Ellroy-Verfilmung „Rampart“ (Besprechung demnächst).

Und wenn Souder und Heigh am Ende die Mörder (jedenfalls von einigen der Morde) überführen, die Verhaftung misslingt dann schon auf eine grotesk-fatale Weise, gibt es wenig Hoffnung, dass sich die Verhältnisse in den Südstaaten ändern. Nur für eine der Frauen gibt es einen Hoffnungsschimmer auf ein besseres Leben.

Texas Killing Fields“ ist eben ein waschechter, wenn auch etwas unspektakulärer Südstaaten-Noir, der eher der Logik eines Fiebertraums gehorcht.

Texas Killing Fields – Schreiendes Land (Texas Killing Fields, USA 2011)

Regie: Ami Canaan Mann

Drehbuch: Donald F. Ferrarone

mit Sam Worthington, Jeffrey Dean Morgan, Jessica Chastain, Chloë Grace Moretz, Sheryl Lee, Tony Bentley, Stephen Graham, Jason Clarke

DVD

Ascot Elite

Bild: 1:2,35 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS 5.1, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Wendecover

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Metacritic über „Texas Killing Fields“

Rotten Tomatoes über „Texas Killing Fields“

Wikipedia über „Texas Killing Fields“

Daily Mail über die wahren Hintergründe (8. Juli 2012)

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