Neu im Kino/Filmkritik: Steve Carrell ist „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ und trifft Keira Knightley

Was wäre passiert, wenn die Jungs in „Armageddon“ versagt und der Asteroid seinen Weg zur Erde hätte fortsetzen können?

Lorene Scarfaria versucht darauf in ihrem Debütfilm „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ eine Antwort zu geben. Bei ihr stehen daher nicht die hemdsärmeligen Machern im Weltall, sondern der kleine Mann auf der Erde im Mittelpunkt.

Dodge (Steve Carrell) ist ein Versicherungsvertreter, der noch nie ein Wagnis einging und der am Filmanfang, als sie im Radio hören, dass die Rettungsmission fehlschlug und der Asteroid in drei Wochen die Erde vernichten wird, von seiner Frau verlassen wird. Aber anstatt jetzt das Leben in vollen Zügen zu genießen, zieht er sich in seine Wohnung zurück, trifft die Nachbarin Penny (Keira Knightley) auf der Feuerleiter und, wenn nicht in einigen Tagen die Welt untergehen würde, könnten wir uns den Rest mühelos ausmalen.

Das müssen wir aber nicht. Denn Scafaria folgt in ihrem Film ab da streng dem erprobten Romantic-Comedy-Rezept, nach dem die beiden Hauptpersonen erst am Ende des Films erkennen, dass sie füreinander bestimmt sind. Allerdings lässt sie in „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ die Comedy weg und reichert das ganze mit einigen Road-Movie-Elementen an. Die beiden machen sich nämlich gemeinsam auf den Weg. Nicht um Amerika zu finden. Auch nicht, um zu sich selbst zu finden. Nein, sie will zu ihrer Familie. Er zu seiner Jugendliebe. Und die Prämisse vom nahenden Weltuntergang wird zugunsten eines Selbstfindungstrips quer durch die USA fallen gelassen. Außer wir gehen davon aus, dass außerhalb der Großstadt nur Lutherianer leben, die anstatt einen Apfelbaum pflanzen, noch schnell den Rasen mähen.

Diese Reise mit den vielen, teils bizarren, teils absurden Begegnungen und Ereignissen reiht dann gänzlich spannungs- und konfliktfrei eine Episode an die nächste. Das wird zwar ziemlich schmalzfrei, aber auch sehr vorhersehbar erzählt.

Dummerweise gibt es die Prämisse, nach der demnächst die Welt untergeht, und dieser Weltuntergang steht in einem so groben Missverhältnis zur von Scafaria erzählten Geschichte, dass sie letztendlich den gesamten Film verdirbt. Denn eigentlich hätte es, wie in unzähligen anderen Feel Good Movies, Romantic Comedies oder Selbstfindungsdramen genügt, wenn Dodge von seiner Frau verlassen wird, seinen Job verliert, von einer tödlichen Krankheit erfährt, endlich seine Jugend nachholen will oder von dem Tod eines Familienmitglieds erfährt, um ihn auf die Reise zu schicken.

Dann wäre der gesamte Film, ohne große Änderungen am Drehbuch, glaubwürdiger geworden.

So haben wir nur einen letztendlich nicht funktionierenden, nicht witzigen und mäßig unterhaltsamen Mix aus Katastrophenfilm, Road Movie und Romantic Comedy.

Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt (Seeking a Friend for the End of the World, USA 2012)

Regie: Lorene Scafaria

Drehbuch: Lorene Scafaria

mit Steve Carell, Keira Knightley, Connie Britton, Adam Brody, Rob Corddry, Gillian Jacobs, Derek Luke, Melanie Lynskey, T. J. Miller, Patton Oswald, William Petersen, Martin Sheen

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“

Metacritic über „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“

Rotten Tomatoes über „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“

Wikipedia über „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ (deutsch, englisch)

 

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