In „Heiliger Krieg“ hat Vampirella einiges zu erledigen

Gutgut, die Bekleidung von Vampirella ist nicht wirklich für einen Kampf geeignet.

Auch nicht für arktische Temperaturen.

Aber wer will schon eine züchtig gekleidete Vampirella?

Eben.

Daher darf die Vampirjägerin, seit sie 1969 von Forrest J. Ackerman und Trina Robbins erfunden wurde, in ihrer bekannt-figurbetonten Kleidung durch die Comics toben.

Für die jetzt auch bei uns startende „Vampirella Master Series“ (die Originalausgaben erschienen bereits größtenteils 1997) schrieben Grant Morrison („The Invisibles“, „The Filth“, viele Geschichten für „Batman“ und „New X-Men“) und Mark Millar („Kick-Ass“, „Wanted“) die beiden, aufeinander aufbauenden Dreiteiler „Aufstieg des Bösen“ und „Heiliger Krieg“ und die Einzelhefte „Das blutrote Spiel“ (geschrieben nur von Grant Morrison) und „Ein kalter Tag in der Hölle“ (geschrieben nur von Mark Millar). In dieser Geschichte muss Vampirella in der Arktis gegen Vampire kämpfen und während die Männer sich dich mehrere Jacken hüllen und zittern (gut, das kann auch an den angreifenden Vampiren liegen), springt Vampirella kaum bekleidet durch die Geschichte.

In „Das blutrote Spiel“ will eine von einem Geist besessene junge Frau, die so zur Menschenherzen sammelnden Serienmörderin wurde, Vampirella das Herz herausreißen.

In „Aufstieg des Bösen“ beginnt sie ihren Kampf gegen die Vampire, die die USA erobern wollen und dafür die Mafia übernehmen. In dem Haus des Mafiosis Don Fattoni kommt es zwischen Vampirella (die selbst ein Vampir ist, aber nicht wie ein gewöhnlicher Vampir getötet werden kann) und den Vampiren, die von dem diabolischen von Kreist angeführt werden, zu einem erbarmungslosem Kampf.

Nach dieser grandiosen Schlachtplatte, garniert mit Schwarzem Humor, ist „Heiliger Krieg“ (bei dem Millar und Morrison von Steven Grant unterstützt wurden) eine leichte Enttäuschung. Die in Rom spielende Geschichte, die nahtlos an „Aufstieg des Bösen“ anknüpft, springt etwas konfus zwischen den verschiedenen Handlungsorten hin und her und plätschert, wegen der Vor- und Rückblenden, in denen verschiedene Charaktere wichtige Informationen erzählen, eher vor sich hin. Denn es geht um Vampirellas Kampf gegen die Vampire, den Rachegelüsten von Don Fattonis Tochter und über den Kampf einer katholischen Schwesternschaft, die seit Jahrhunderten Vampire tötet, und jetzt wieder, dieses Mal mit Vampirella, in den Kampf zieht.

In dem kurzweiligem Vampirella-Sammelband „Heiliger Krieg“ gibt es viel für’s Auge, gute Sprüche und für die Vampire sehr gemeine Todesarten. Ich sage nur gesegneter Regen, Ampullen mit Weihwasser, Kugeln, deren Spitzen mit kleine Kreuzen verziert wurden und Lichtblitze.

Oh, und es gibt Duschen mit Blut, das Körpertemperatur hat.

Grant Morrison/Mark Millar: Vampirella: Heiliger Krieg (Master Series 1)

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2012

180 Seiten

19,95 Euro

enthält

Aufstieg des Bösen (Vampirella Monthly 1 – 3: Ascending Evil, 1997)

Heiliger Krieg (Vampirella Monthly 4 – 6: Holy War, 1997)

Das blutrote Spiel (Vampirella 25th Anniversary Special: The Blood Red Game, 1996)

Ein kalter Tag in der Hölle (Vampirella Strikes 6: A Cold Day in Hell, 1996)

Hinweise

Homepage von Grant Morrison

Homepage von Mark Millar

Meine Besprechung von Mark Millar/Steve McNivens „Nemesis“ (Nemesis, 2010/2011)

Wikipedia über „Vampirella“ (deutsch, englisch)

Homepage von „Vampirella“

 

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