Auf, auf, zu „111 Orte in Berlin, die Geschichte erzählen“

Nach den „111 Orten in Berlin, die man gesehen haben muss“, legen Autorin Lucia Jay von Seldeneck, Rechercheurin Carolin Huder und Fotografin Verena Eidel mit „111 Orte in Berlin, die Geschichte erzählen“ einen Folgeband vor. Aber während die Orte in dem ersten Band oft auch etwas für das Auge waren, sind geschichtsträchtige Orte oft, wie auch die Bilder in dem Buch zeigen, erschreckend austauschbar. Es sind Filmstudiohallen (sieht wie eine x-beliebige Lagerhalle im Nirgendwo aus), Wohnungen (Reihenhäuser, Reihenhäuser und Reihenhäuser) und Brachen. Manchmal auch ehemalige Brachen, die jetzt bebaut sind.

Aber es sind auch Orte, an denen man – jedenfalls wenn man das Buch in der Hand hat – erfahren kann, was früher an diesen Orten war und wie sehr Berlin sich in den vergangenen Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten veränderte. Es sind auch Anekdoten, die wir Berliner unseren Freunden bei ihrem nächsten Berlin-Besuch erzählen können.

Zum Beispiel über die Mietskaserne in Moabit, in der die Brüder Sass, die als Geldschrankknacker in den zwanziger Jahren berühmt waren, wohnten oder die CCC-Studios in Spandau, in dem Louis Armstrong 1961 in dem Spielfilm „Auf Wiedersehen“ mitspielte und danach etwas Verrücktes tun wollte oder der Salon Kitty, ein Edelbordell in Charlottenburg, in dem die Damen im Auftrag des NS-Geheimdienstes ihre Kunden aushorchen sollten oder die damals vollkommen unbebaute Schlucht, in der 1810 die Bewegung von Turnvater Jahn ihren Anfang nahm. Der Dustere Keller liegt heute in Kreuzberg (Nostizstraße/Arndtstraße) und ist nur noch an einer Senke im Kopfsteinpflaster erkennbar.

Aufgebaut ist „111 Orte in Berlin, die Geschichte erzählen“ wie die anderen Bände der „111 Orte“-Reihe des Emons-Verlages: für jeden Ort gibt es eine Doppelseite. Links einen einseitigen Text. Rechts zwei Bilder. Ein historisches. Ein aktuelles. Und natürlich eine Wegbeschreibung.

Und jetzt mache ich mich mal auf den Weg, ein, zwei geschichtsträchtige Orte zu besuchen.

Lucia Jay von Seldeneck/Carolin Huder/Verena Eidel: 111 Orte in Berlin, die Geschichte erzählen

Emons, 2012

240 Seiten

14,95 Euro

Hinweise

Meine Besprechung von Lucia Jay von Seldeneck/Carolin Huder/Verena Eidels „111 Orte in Berlin, die man gesehen haben muss“ (2011)

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