Neu im Kino/Filmkritik: Nach „Little Miss Sunshine“ ist „Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“

Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“ ist der neue Film der „Little Miss Sunshine“-Regisseure Jonathan Dayton und Valerie Faris.

Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“ ist eine Komödie über einen Schriftsteller, der in einer Schreibkrise einen seiner Charaktere, seine Traumfrau, zum Leben erweckt und fortan mit ihr zusammen leben muss.

Aber im Gegensatz zu „Harvey“ kann jeder Ruby Sparks sehen. Sie ist ein echter Mensch aus Fleisch und Blut. Bis auf ihren Geist. Der kommt immer von ihrem Erfinder Calvin Weir-Fields, einem schlackerhaftem Endzwanziger, der als 19-jähriger den „Fänger im Roggen“ für seine Generation schrieb, reich wurde, seitdem nichts mehr geschrieben hat und jetzt von seinem Psychiater aufgefordert wurde, einfach etwas zu schreiben. Je schlechter, desto besser.

Das klingt doch gut. Ein philosophisch angereicherte Feelgood-Film. Oder weil Drehbuchautorin Zoe Kazan auch die Rolle der Ruby Sparks übernommen hat, ihr Freund Paul Dano die von Calvin Weir-Fields und die Regisseure miteinander verheiratet sind, ein zeitgemäßes Update von Woody Allen für die Zwanzig-/Dreißigjährigen.

Aber dann zünden die Witze nicht, die Geschichte plätschert vor sich hin und die immer wieder angedeutete philosophische Dimension wirkt nur vorgetäuscht. Denn anstatt sich wirklich mit den Fragen von schriftstellerischer Kreativität, dem Verhältnis von Autoren zu ihren Charakteren, Schein und Sein, dem Wunsch nach der Traumfrau und der ernüchternden Wirklichkeit, zu beschäftigen, werden sie höchstens gestreift und manchmal mit einem halbgaren Witz, der früher sein Ende im Papierkorb des Autors gefunden hätte, garniert.

Das ist dann, auch wenn ich kein zweites „Little Miss Sunshine“ erwartete, eindeutig zu wenig um zu begeistern.

Ruby Sparks - Plakat

Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin (Ruby Sparks, USA 2012)

Regie: Jonathan Dayton, Valerie Faris

Drehbuch: Zoe Kazan

mit Paul Dano, Zoe Kazan, Antonio Banderas, Annette Bening, Steve Coogan, Elliott Gould, Chris Messina, Alia Shawkat

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Ruby Sparks“

Metacritic über „Ruby Sparks“

Rotten Tomatoes über „Ruby Sparks“

Wikipedia über „Ruby Sparks“

 

One Response to Neu im Kino/Filmkritik: Nach „Little Miss Sunshine“ ist „Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“

  1. […] Meine Besprechung von Jonathan Dayton/Valerie Faris’ “Ruby Sparks – Meine fabelhaf… […]

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