Neu im Kino/Filmkritik: „The Last Stand“ ist nicht Arnold Schwarzeneggers letztes Gefecht

Vor zehn Jahren räumte Arnold Schwarzenegger in „Terminator 3“ noch einmal kräftig auf. Danach war Dienst an der Gemeinschaft angesagt. Als Gouverneur von Kalifornien. Seine Freizeit reichte gerade für einige Cameos.

Jetzt ist er wieder zurück und „The Last Stand“ soll vor allem zeigen, dass er mit 65 Jahren noch nicht zum alten Eisen gehört. Dass er noch Action machen kann. Und das gelingt dem Quasi-Western, der durchaus sympathisch an ältere Action-Filme anknüpft, in denen eine Geschichte, die geradlinig auf den finalen Showdown hinausläuft, mit einigen kleinen, präzisen Charakterskizzen und Einzeilern aufgepeppt und unaufgeregt in knapp zwei Stunden erzählt wird. Gleichzeitig gibt es genug neue Ideen, um Genrejunkies gut zu unterhalten.

Als der südamerikanische Drogenbaron Gabriel Cortez (Eduardo Noriega) vom FBI in ein anderes Gefängnis überstellt werden soll, wird er in Las Vegas von seinen Handlangern in einer James-Bond-würdigen Aktion befreit. Mit einer FBI-Polizistin als Geisel rast er in einem gestohlenen Prototyp, einer Corvette ZR1, die über 400 km/h fahren kann und damit schneller als alle Autos und Flugzeuge ist, die das FBI zur Hand hat, in einem Affentempo auf die Grenze nach Mexiko zu.

Währenddessen haben andere Handlanger von Cortez, die von Burrell (Peter Stormare, der mal wieder seine Rolle als Bösewicht genießt) angeführt werden, in der Nähe des kleinen Städtchens Sommerton eine Behelfsbrücke installiert, auf der Cortez die Grenze ohne lästige Grenzkontrolle überqueren soll.

Allerdings haben sie nicht mit dem Ortssheriff gerechnet. Ray Owens (Arnold Schwarzenegger) will dort, nachdem er von den Los-Angeles-Blutbädern genug hatte, nur noch eine ruhige Kugel schieben und den Einheimischen bei ihren banal-alltäglichen Problemen helfen.

Als er erfährt, dass Cortez seine Stadt zum Grenzübertritt benutzen will, nimmt er mit seinen drei Deputies, – ein Jüngling, der sich nach Los Angeles versetzen lassen will (Zach Gilford), einem älteren Mexikaner, der treu, aber auch etwas feige ist (Luis Guzmán, gewohnt zuverlässig) und einer Frau (Jaimie Alexander) -, und zwei ad hoc vereidigten Hilfssheriffs, – einem jungen Kriegsveteranen, der in die Polizistin verliebt ist und, als notorischer Randalierer, mal wieder inhaftiert wurde (Rodrigo Santoro), und einem durchgeknalltem Waffenfanatiker (Johnny Knoxville) -, den Kampf auf.

Regisseur Kim Jee-Woon (A bittersweet Life; The Good, the Bad, the Weird) inszenierte sein US-Debüt mit viel Wucht, Witz und, angenehm unironisch, aber mit dem augenzwinkerndem Einverständnis, dass wir alle wissen, wie die Geschichte ausgeht. Denn in „The Last Stand“ wird eine typische Western-Situation, die natürlich an die alten Howard-Hawks-Western wie „Rio Bravo“ und „El Dorado“, beide mit John Wayne, erinnert, in die Gegenwart verlagert.

Da kann auch verziehen werden, dass gerade bei der sehr bleihaltigen Schlacht in Sommerton, der modernen Variante eines typischen Wild-West-Kaffs mit einer Hauptstraße, zwei Nebenstraßen und einem Saloon, der heute ein Diner ist, das Schlachtfeld etwas unklar gezeichnet wird und die Action-Szenen etwas zu trendy zerschnippelt werden.

The Last Stand“ macht Spaß als grundsolider, moderner Action-Western.

Daher: Welcome back, Arnie!

The Last Stand - Plakat

The Last Stand (The Last Stand, USA 2013)

Regie: Kim Jee-Woon

Drehbuch: Andrew Knauer, Jeffrey Nachmanoff (Rewrite), George Nolfi (Writing Supervisor) (nach einer Geschichte von Andrew Knauer

mit Arnold Schwarzenegger, Forest Whitaker, Johnny Knoxville, Radrigo Santoro, Jaimie Alexander, Louis Guzmán, Eduardo Nriega, Peter Stormare, Zach Gilford, Genesis Rodriguez, Harry Dean Stanton (kurz, aber gut)

Länge: 107 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Last Stand“

Metacritic über „The Last Stand“

Rotten Tomatoes über „The Last Stand“

Wikipedia über „The Last Stand“ (deutsch, englisch)

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: