Kurzkritik: Jeffery Deaver: Die Angebetete

 

Deaver - Die Angebetete - 2

Nach seinem durchwachsenen Ausflug in internationale Gefilde mit dem James-Bond-Roman „Carte Blanche“ ist Jeffery Deaver wieder zurück in den USA und Kinesik-Expertin Kathryn Dance darf, mit etwas Hilfe von Lincoln Rhyme und Amelia Sachs, ihren dritten Fall lösen.

Dabei wollte sie nur einige Tage Urlaub nehmen und in Fresno eine alte Bekannte, die erfolgreiche Country-Sängerin Kayleigh Towne, besuchen. Kaum ist sie dort eingetroffen, erfährt sie, dass Kayleigh von Edwin Sharp gestalkt wird. In der Nacht wird Bobby Prescott, der Chef der Roadcrew und langjährige Freund von Kayleigh, ermordet und Sharp ist der Hauptverdächtige, der als Stalker von seiner Sicht der Wirklichkeit, nämlich dass Kayleigh ihn liebt und sie von ihrer Entourage beeinflusst und in Quasi-Haft gehalten wird, bedingungslos überzeugt und schlau genug ist, keine Spuren zu hinterlassen.

Aber ist er wirklich der Mörder? Immerhin befinden wir uns in einem Roman von Jeffery Deaver, der für seine wendungsreichen Enden bekannt ist, und Sharp ist eigentlich viel zu verdächtig, um der Mörder zu sein.

Wie Deaver ihn dann über gut fünfhundertfünfzig kurzweilige Seiten immer wieder be- und entlastet und die Gesichtsleserin Kathryn Dance bei der Mörderjagd auch einige andere Übeltäter überführt, die mehr oder weniger Trittbrettfahrer der Taten des Mörders sind, der nach der Ermordung von Bobby Prescott weitere Menschen in Kayleighs Umfeld tötet, ist gutes Spannungshandwerk, bei dem man auch einiges über die Country-Musik, das Musikgeschäft und die Veränderungen des Geschäfts durch das Internet lernen kann. Denn, wie immer, hat Deaver seine Recherche gemacht.

Mir kamen allerdings einige der Wendungen in der zweiten Hälfte von „Die Angebetete“ zu plötzlich, einige Subplots wurden zu schnell abgehandelt und einige Szenen, wie die Begegnung von Kayleigh und Sharp ungefähr in der Buchmitte, hätten gewinnbringender verarbeitet werden können. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Jeffery Deaver: Die Angebetete

(übersetzt von Thomas Haufschild)

Blanvalet, 2013

576 Seiten

19,99 Euro

Originalausgabe

XO

Simon & Schuster, 2012

 

Hinweise

Homepage von Jeffery Deaver

Deutsche Homepage von Jeffery Deaver

Wikipedia über Jeffery Deaver (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzroman „Auf ewig“ (Forever, 2005)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers Kurzgeschichtensammlung “Gezinkt” (More twisted, 2006)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Die Menschenleserin“ (The sleeping doll, 2007)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers „Lautloses Duell“ (The blue nowhere, 2001)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers “Der Täuscher” (The broken window, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers “Carte Blanche Ein James-Bond-Roman” (Carte Blanche, 2011)

Jeffery Deaver in der Kriminalakte

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