DVD-Kritik: „The Ark – Wir sind nicht allein“, aber diese Aliens sind immer so feindselig

Juli 31, 2013

 

Produktiv ist Christian Slater ja. Für dieses Jahr sind bereits sieben Filme in der IMDB gelistet, von denen man sich meisten wahrscheinlich nicht ansehen muss. Letztes Jahr hatte er, neben Sylvester Stallone, eine kleine, aber gute Rolle in Walter Hills sehenswertem „Shoutout – Keine Gnade“. In den vergangenen Jahren war er auch der Hauptdarsteller in mehreren kurzlebigen TV-Serien, die niemals im deutschen TV gezeigt wurden, aber vielversprechende Prämissen hatten; was nicht von seinem neuesten Film „The Ark“ gesagt werden kann.

Denn die Ausgangsidee von „The Ark“ stammt aus der Science-Fiction-Ursuppe. Slater spielt Colonel Gerard Bruchman, den Leiter einer vierköpfigen, einjährigen Mondmission. Während ihres Aufenthalts wird die Station „Ark“ von einem Meteoritenschwarm fast vollständig zerstört, die Funkverbindung funktioniert auch nicht mehr und eine außerirdische Lebensform, die es in die Station schafft, bereitet ihnen Probleme. Denn dieser Alien ist ihnen nicht besonders freundlich gesonnen…

Das klingt vertraut. Auch wenn man den genialen SF-Horrorfilm „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ nicht gesehen hat. Aber Ava Cameron (Amy Matysio), die einzige Frau der „Ark“-Besatzung, wird von den außerirdischen Sporen infiziert, gebärt im Schnellverfahren ein Kind und hat später auch eine besondere Beziehung zu dem Alien, das den Körper des Besatzungsingenieurs (Michael Therriault in einer Doppelrolle) dupliziert.

Und die kleine Mondstation ist dann irgendwie doch verdammt groß. Jedenfalls müssen die vier Astronauten immer unglaublich lange durch dunkle Gänge laufen, um zum Ort des Geschehens zu gelangen. Sowieso halten die Vier, die eigentlich nur die wenigen Tage, bis die Rettung von der Erde naht, überleben müssen, sich bevorzugt alleine in getrennten Räumen auf. Das ist, weil sie dem Alien damit natürlich unzählige Angriffsmöglichkeiten anbieten, nicht besonders intelligent, gehört aber zum Genre.

Außerdem habe ich nie verstanden, wann sie wo mit welchen Sauerstoffgeräten atmen können.

The Ark“ ist selbstverständlich, nach konventionellen Standards beurteilt, kein guter Film.

Aber als kleiner Invasions-Science-Fiction-Thriller mit halbwegs prominenter Besatzung (neben Slater ist auch der aus „Roswell“ und „CSI Miami“ bekannte Brendan Fehr dabei) unterhält der Film von „Battlefield Earth“-Regisseur Roger Christian (der auch eine Oscar-Nominierung für seine „Alien“-Sets erhielt) kurzweilig, aber auch wenig aufregend und ohne größere Ambitionen. So als Zwischendurchfutter für den Genrejunkie ist Christians durch und durch durchschnittliches, mit überschaubarem Budget gedrehtes, angenehm kurzes B-Picture okay.

The Ark - DVD-Cover

The Ark – Wir sind nicht allein (Stranded, Kanada 2012)

Regie: Roger Christian

Drehbuch: Christian Piers Betley, Roger Christian

mit Christian Slater, Brendan Fehr, Amy Matysio, Michael Therriault

DVD

Sunfilm

Bild: 1:2,35 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer (deutsch, englisch)

Länge: 84 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Facebook-Seite zum Film

Rotten Tomatoes über „The Ark“

Homepage von Christian Slater

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Erster Materialrundumschlag für „Die andere Heimat“ von Edgar Reitz

Juli 31, 2013

Edgar Reitz (Homepage), der in den Achtzigern mit seiner TV-Serie „Heimat“ (einer Chronik des Jahrhunderts, spielend in dem fiktiven Hunsrück-Ort Schabbach) zeigte, was im Fernsehen alles möglich und heute unvorstellbar ist, mit „Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend“ (1992) und „Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende“ (2004) würdig fortsetzte, hat jetzt, für das Kino, „Die andere Heimat“ gedreht.

Die Weltpremiere ist auf dem Internationalen Film Festival Venedig. Der deutsche Kinostart ist am 3. Oktober und ich freue mich schon riesig auf den Film

Die offizielle Synopse:

Als in der Mitte des 19. Jahrhunderts Hungersnöte, Armut und Willkürherrschaft die Menschen niederdrückten, sind Hunderttausende aus Deutschland ins ferne Südamerika ausgewandert. Auch Jakob versucht alle Grenzen hinter sich zu lassen, die einem Bauernjungen in dieser Zeit gesetzt sind. Er liest jedes Buch, dessen er habhaft werden kann, er studiert die Sprachen der Urwaldindianer, er entwirft Pläne für die romantischsten Abenteuer in den Wäldern Brasiliens und beschreibt seinen Aufbruch aus dem Hunsrück in einem erstaunlichen Tagebuch, das nicht nur seine Geschichte und seine Gedanken wiedergibt, sondern das Lebensbild einer ganzen Zeit. In den Strudel von Jakobs Träumen werden alle gesogen, die ihm begegnen: Seine von Mühsal und Arbeit geplagten Eltern, sein streitbarer, älterer Bruder Gustav und vor allem das schöne Jettchen, die Tochter eines verarmten Edelsteinschleifers und ihre beste Freundin Florinchen. Was kann es in dieser kargen Bauernwelt schöneres geben, als Jakobs Erzählungen zu folgen und mit ihm Pläne zu schmieden für ein glücklicheres Leben jenseits des Weltmeeres? Die Sehnsucht der jungen Menschen droht immer wieder zu zerbrechen – an der Unwissenheit der Zeit und an Krankheiten; an Tod und Naturkatastrophen, die über das Land hereinbrechen. Die Rückkehr des Bruders Gustav aus dem preußischen Militärdienst gibt den Anstoß für Ereignisse, die die Liebe zwischen Jakob und Jettchen jäh erschüttern und Jakobs Leben in eine völlig unerwartete Richtung lenken wird.

Edgar Reitz ist mit seinem neuen Film ein Ausnahmewerk, ein filmisches Epos gelungen, das in der heutigen Filmlandschaft kaum einen Vergleich finden wird. Auf Breitwand gedreht, entstanden unter der Kamera von Gernot Roll gewaltige Bilder, die ein Hunsrückdorf aus dem 19. Jahrhundert lebendig werden lassen und den Zuschauer auf eine Zeitreise einladen. Detailversessen in Ausstattung, Szenenbild und Kostüm, unterstützt durch ein junges Schauspieler-Ensemble, allen voran Jan Schneider als Jakob, Maximilian Scheidt als Gustav, Antonia Theresa Bill als Jettchen und Philine Lembeck als Florinchen, sowie Marita Breuer („Heimat“) als Mutter Simon, ist DIE ANDERE HEIMAT – CHRONIK EINER SEHNSUCHT eine bewegende Familien- und Liebesgeschichte voller Emotionalität und Sinnlichkeit.
„Edgar Reitz ist ein großes episches Werk gelungen, das zeitlos in die Filmgeschichte eingehen wird“, beurteilt die Jury der FBW zur Vergabe des Prädikats „besonders wertvoll“.
Darüber hinaus wirft der Film wie selbstverständlich genau die Fragen auf, die aktueller kaum sein könnten: die Frage nach Zugehörigkeit, Freiheit der Gedanken, und was man heute noch als Heimat benennen und wie stark eine Sehnsucht nach einem besseren Leben sein kann.

Die ersten drei Trailer:

Bei den Trailern ist klar, dass „Die andere Heimat“ ein ungewöhnlicher Film sein wird, der in jedem Fall grandios sein wird. Entweder grandios grandios oder grandios gescheitert.

Es gibt den Mitschnitt der Pressekonferenz zum Drehstart:

Ein kurzer Bericht vom Drehort

Und im September erscheint ein Buch zum Film:

Reitz - Die andere Heimat - Filmbuch

Edgar Reitz: Chronik einer Sehnsucht – Die andere Heimat

Schüren, 2013

240 Seiten

19,90 Euro

 

 


TV-Tipp für den 31. Juli: Jesse Stone – Eiskalt

Juli 31, 2013

ZDFneo, 22.30

Jesse Stone – Eiskalt (USA 2005, R.: Robert Harmon)

Drehbuch: John Fasano, Michael Brandman

LV: Robert B. Parker: Stone Cold, 2003

Das Städtchen Paradise hat zwei neue Einwohner: die Lincolns. Sie sind Serienkiller und der Polizeichef von Paradise, Jesse Stone, beginnt sie zu jagen.

Neben der erfolgreichen Spenser-Serie und der unter Fans gehassten Sunny-Randall-Serie schrieb Robert B. Parker auch die Jesse-Stone-Romane. In ihnen ist ein geschiedener L.-A.-Cop mit einem Alkoholproblem, der in der Kleinstadt Paradise bei Boston zur Ruhe kommen will, der Held. Gerade die ersten Romane waren düsterer als von Robert B. Parker gewohnt und sorgfältiger konstruiert als die Spenser-Romane, die von Parker teilweise per Autopilot geschrieben werden.

„Stone Cold“ ist der vierte Jesse-Stone-Roman, aber die erste Jesse-Stone-Verfilmung. Der angenehm altmodische Thriller wurde positiv aufgenommen. Insgesamt wurden acht Jesse-Stone-Filme im US-TV ausgestrahlt.

Mit Tom Selleck, Jane Adams, Reg Rogers, Mimi Rogers

Weitere Jesse-Stone-Filme auf ZDFneo

Mittwoch, 7. August, 22.30 Uhr: Totgeschwiegen

Mittwoch, 14. August, 22.30 Uhr: Alte Wunden

Mittwoch, 21. August, 22.30 Uhr: Dünnes Eis

Mittwoch, 28. August, 22.30 Uhr: Ohne Reue

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Das dunkle Paradies“ (Night Passage, 1997)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


Cover der Woche

Juli 30, 2013

Bleeck - Ein scharfes Baby


TV-Tipp für den 30. Juli: Choke – Der Simulant

Juli 30, 2013

ZDFkultur, 22.00

Choke – Der Simulant (USA 2008, R.: Clark Gregg)

Drehbuch: Clark Gregg

LV: Chuck Palahniuk: Choke, 2001 (Der Simulant)

Schnelles Geld und schneller Sex beherrschen das triste und ziemlich verkorkste Leben von Victor. Da verliebt er sich in eine Ärztin…

Flotte, schwarzhumorige Groteske nach einem Roman von Chuck Palahniuk („Fight Club“) mit einem grandiosen Sam Rockwell über Abhängigkeiten und die Sucht danach, anderen Menschen zu gefallen. Denn hier spielt jeder Charakter den anderen etwas vor und alle Beziehungen sind gestört.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Sam Rockwell, Anjelica Huston, Kelly MacDonald, Brad William Henke, Clark Gregg

Wiederholung: Mittwoch, 31. Juli, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Homepage von Chuck Palahniuk

Rotten Tomatoes über „Choke“

Slashfilm: Interview mit Clark Gregg über “Choke” (23. Januar 2008)

Meine Besprechung von Chuck Palahniuks „Diva“ (Tell-All, 2010)


Überwachungsstaat – Was ist das?

Juli 29, 2013

Etwas didaktisch und für Einsteiger, aber informativ


TV-Tipp für den 29. Juli: Casablanca

Juli 29, 2013

Arte, 20.15

Casablanca (USA 1942, R.: Michael Curtiz)

Drehbuch: Julius J. Epstein, Philip G. Epstein, Howard Koch

LV: Murray Burnett, Joan Alison: Everybody comes to Rick’s (Theaterstück)

Gerade hat sich Rick in Casablanca eingerichtet, als seine alte Liebe auf der Flucht vor den Nazis bei ihm auftaucht.

Casablanca ist das Kernstück des Bogart-Kults und ein Pflichttermin für Cineasten.

Mit Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Paul Henreid, Claude Rains, Conradt Veidt, Sydney Greenstreet, Peter Lorre, Curt Bois

Wiederholung: Dienstag, 30. Juli, 13.55 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Casablanca“ (deutsch, englisch)


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