TV-Tipp für den 1. November: Ein einfacher Plan

Oktober 31, 2013

 

Servus TV, 22.30

Ein einfacher Plan (USA 1998, R.: Sam Raimi)

Drehbuch: Scott B. Smith

LV: Scott B. Smith: A simple plan, 1993 (Ein ganz einfacher Plan, Ein einfacher Plan)

Im verschneiten Minnesota finden drei Freunde in einem abgestürzten Flugzeug einen Koffer mit vier Millionen Dollar. Sie wollen das Geld behalten, aber Eifersucht, Paranoia und Dummheit führen zu einem anderen Ergebnis.

Temporeiche, schwarze Komödie, die natürlich an „Fargo“ erinnert, aber über eigene Qualitäten verfügt und von Raimi erstaunlich unblutig und psychologisch glaubwürdig inszeniert wurde. Denn damals war Raimi in erster Linie als der „Tanz der Teufel“-Macher bekannt, heute ist er selbstverständlich der Mann, der Spiderman inszenierte.

Mit Bill Paxton, Bridget Fonda, Billy Bob Thornton, Jack Walsh

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ein einfacher Plan“

Wikipedia über „Ein einfacher Plan“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Scott Smiths „Dickicht“ (The Ruins, 2006)

Meine Besprechung von Sam Raimis „Armee der Finsternis (Tanz der Teufel III)“ (Army of Darkness – Evil Dead 3, USA 1992)

Meine Besprechung von Sam Raimis „Die fantastische Welt von Oz“ (Oz, the Great and Powerful, USA 2013)

 

 

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Neu im Kino/Filmkritik: Das „Alphabet“, intellektuell unbefriedigend buchstabiert

Oktober 31, 2013

 

98 Prozent aller Kinder kommen hochbegabt zur Welt. Nach der Schule sind es nur noch zwei Prozent“, sagt Erwin Wagenhofer in seinem neuesten Dokumentarfilm „Alphabet“ und in knapp zwei Stunden versucht er zu erklären, warum die Schule uns und unsere Kinder konsequent verblödet.

Seine Reise beginnt in China. Die dortigen Schüler sind, nach den PISA-Studien, exzellent. Gleichzeitig begehen dort die meisten jungen Menschen Suizid. Und der PISA-Koordinator Andreas Schleicher erzählt voller Bewunderung von den großartigen Leistungen der chinesischen Schüler, denen das Wissen förmlich eingebläut wird, und sagt, dass er seine Kinder nicht in ein solches Leistungssystem stecken würde. Solche erhellenden Momente sind allerdings rar gesät in „Alphabet“.

Nach China besucht Wagenhofer mehrere Länder und verschiedene Bildungssysteme, die alle auf dem westlichen Bildungssystem basieren, und, weil es ihm um eine Metaposition geht, betrachtet er die verschiedenen Schulen auch nicht differenzierter. Bei ihm sind die Unterschiede zwischen China, Deutschland, England, Frankreich und Spanien vernachlässigbar. Das immer als vorbildlich gelobte skandinavische System wird komplett ignoriert. Schule ist Schule und sie sind alle gleichermaßen erfolgreich im Zerstören der kreativen Fähigkeiten unserer Kinder.

Denn Erwin Wagenhofer, der vorher die hochgelobten Dokumentarfilme „We feed the World“ und „Let’s make Money“ drehte, beschränkt sich in seinem neuesten Film auf das Predigen. Danach ist das derzeitige Bildungssystem nur geeignet, um Kinder zu verblöden und es muss durch ein freies Bildungssystem, in dem Kinder tun und lassen können, was sie wollen, ersetzt werden. Zum Beispiel in dem „Malort“ von Arno Stern, Oder indem sie lernen, was ihnen gefällt. Wie Arno Stern Sohn André Stern, der nie eine Schule besuchte und sich das Wissen aneignete, das ihn interessierte. Diese Position, die das freie Lernen vergöttert, wird einem ungefähr zwei Stunden monothematisch um die Ohren gehauen. Argumente für die frohe Botschaft werden nicht geliefert. Gegenpositionen werden ignoriert. Ebenso die offensichtliche Frage, warum denn niemand sich erfolgreich für das im Film als absolut überlegen präsentierte alternative Bildungsmodell einsetzt, das die Kreativität und freie Entfaltung unserer Kinder fördert und zur vollkommenen Entfaltung bringt. Denn eigentlich müsste die Gesellschaft sich doch solche Menschen wünschen.

Und er sagt auch nichts dazu, wie Kinder, die nicht an normalen Schulen einen Abschluss machen, später einen Beruf ergreifen können. Stattdessen gibt es ausgewählte Beispiele, die einfach nur Wagenhofers These bestätigen. Der Sohn ohne Schulbesuch und damit ohne formalen Abschluss, der Gitarrenbauer wurde. Der Junge mit dem Down-Syndrom, der einen Hochschulabschluss machen konnte,

Alle Fragen, die sich aus seiner These ergeben, lässt er links liegen. Stattdessen präsentiert er sich als intellektuelle Ausgabe von Michael Moore. Und genau wie die Michael-Moore-Filme sich primär an ein bereits von der Botschaft überzeugtes Publikum richten, spricht „Alphabet“ auch nur ein bereits überzeugtes Publikum an, das sich, wie in einem Gottesdienst, selbst bestätigt. Die anderen werden sich – bei aller durchaus vorhandenen Sympathie – intellektuell unterfordert und schamlos manipuliert fühlen.

P. S.: Das schön gestaltete Presseheft ist dagegen sehr informativ und bietet das, was der Film hätte bieten müssen.

Teile des Presseheftes sind auch im Schulmaterial, das es auf der Film-Homepage gibt, enthalten.

Alphabet - Plakat

Alphabet (Österreich/Deutschland 2013)

Regie: Erwin Wagenhofer

Drehbuch: Erwin Wagenhofer

mit Sir Ken Robinson, Yang Dongping, Andreas Schleicher, Gerald Hüther, Arno Stern, Yakamoz Karakurt, Thomas Sattelberger, André Stern, Pablo Pineda Ferrer

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Alphabet“

Moviepilot über „Alphabet“

Wikipedia über Erwin Wagenhofer

 

 


Neu im Kino/Filmkritik: Wie sieht es „Inside WikiLeaks“ aus?

Oktober 31, 2013

 

Inside WikiLeaks – Die fünfte Gewalt“, der erste Spielfilm über die Enthüllungsplattform, ist kein guter Film und dennoch ist es ein sehenswerter Film.

Die Geschichte von WikiLeaks dürfte in großen Zügen ja bekannt sein: der australische Hacker Julian Assange (grandios gespielt von Benedict Cumberbatch) gründet eine Plattform, auf der er Geheimdokumente online stellt. Daniel Domscheit-Berg (damals Daniel Berg, ebenfalls grandios von Daniel Brühl gespielt) wird sein Vertrauter. Mit ihren Enthüllungen bringen sie die Julius-Bär-Bank in die Bredouille (im Film übergibt ein von Axel Milberg gespielter Banker Domscheit-Berg bei seiner ersten Übergabe von Geheiminformationen im Januar 2008 das Material), leaken Informationen über die isländische Kaupthing Bank, veröffentlichen das „Collateral Murder“ genannte Video über einem US-Militäreinsatz, bei dem mehrere Zivilisten und zwei Reuters-Angestellte ermordet wurden, und stellen Tonnen von US-Regierungsdokumenten online. Diese vom US-Soldaten Bradley Manning beschafften Dokumente werden auch, zeitgleich zur WikiLeaks-Veröffentlichung im Juli 2010 in mehreren Zeitungen, wie „The Guardian“ und „Der Spiegel“, veröffentlicht. Die US-Regierung beginnt gegen den Störenfried vorzugehen. Die Wege von Assange und Domscheit-Berg trennen sich. Fast gleichzeitig werfen zwei Schwedinnen Assange vor, sie vergewaltigt zu haben. Assange will nicht in Schweden aussagen und sitzt seit über einem Jahr, als politischer Flüchtling, in der ecuadorianischen Botschaft in London fest.

Bill Condons Film folgt dieser Geschichte, erzählt dabei von der Freundschaft zwischen Assange und Berg, die als platonische Liebesgeschichte mit all ihren Verwerfungen und Problemen quasi im Mittelpunkt des Films steht, entwirft ein Psychogramm von Assange als charismatisches, von seiner Mission überzeugtes Arschloch und erzählt von der großen Enthüllung der US-Regierungsdokumente und damit der Beziehung zwischen Assange und dem Guardian. Die New York Times und der Spiegel, die daran auch beteiligt waren, bleiben Zaungäste – und den anonymen Whistleblowern gebührt während des gesamten Films kaum ein Halbsatz.

Das ist viel Stoff für einen Film und mit über zwei Stunden ist „Inside WikiLeaks“ auch zu lang geraten. Er franst an allen Ecken und Enden aus, weil Regisseur Bill Condon („Gods and Monsters“, „Kinsey“, „Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht“) und Drehbuchautor Josh Singer („The West Wing“, „Lie to me“, „Fringe“) alles erzählen wollen; jedenfalls soweit die Geschichte bis jetzt bekannt ist und das innerhalb von zwei Stunden. Man merkt daher auch immer, dass in diesem mit entsprechend heißer Nadel gestricktem Film eine ordentliche Überarbeitung des Drehbuchs, die zu einer eindeutigen erzählerischen Perspektive geführt hätte, fehlt. Ein Mangel, den „Inside WikiLeaks“ mit anderen Filmen, die unmittelbar nach den Ereignissen gedreht wurden, teilt. Denn der historische Abstand, der dazu führt, dass man Fakten von Fiktion trennen kann und dass man die Ereignisse und ihre Bewertung in Ruhe einsortieren kann, fehlt. Die Reflektion über das Ausmaß des Umbruchs fehlt noch. Die Zeit und der Wille, sich für eine Geschichte zu entscheiden fehlt und wahrscheinlich wäre „Inside WikiLeaks“ in der jetzigen Form als drei- oder vierstündiger TV-Film, in dem dann die Zeit gewesen wäre, tiefer in die Materie einzusteigen und man auch ganz anders zwischen Haupt- und Nebenplots wechseln kann, gelungener.

Dennoch und trotz seiner üppigen Laufzeit bleibt „Inside WikiLeaks“ oberflächlich und ist, soweit das bei den sich widersprechenden Statements der mehr oder weniger in die Ereignisse verwickelten realen Personen, die in herzlicher Abneigung miteinander verbunden sind und ihren Streit öffentlich austragen, eindeutig gesagt werden kann, sicher oft historisch nicht besonders akkurat. So ist, um nur ein Beispiel zu nennen, Daniel Domscheit-Bergs damalige Freundin und heutige Ehefrau in Wirklichkeit zehn Jähre älter als er; im Film ist sie deutlich jünger und sie wirkt wie eine x-beliebige, unpolitische Studentin. Julian Assange, dem wahrscheinlich nur ein vom ihm geschriebener und inszenierter Film mit ihm in der Hauptrolle gefallen könnte, hat schon mehrmals sein Missfallen über den Film geäußert und auch andere in die WikiLeaks-Geschichte involvierte Menschen zählen in liebenswerter Genauigkeit die Fehler des Films auf. Als gäbe es nur eine Wahrheit. Als sei ein Spielfilm ein Dokumentarfilm, wie Alex Gibneys kürzlich im Kino gelaufene und demnächst auf DVD erscheinende sehr gelungene Dokumentation „We steal Secrets: Die WikiLeaks-Geschichte“ (We steal Secrets: The Story of WikiLeaks, USA 2013), die auch dem Whistleblower Bradley Manning, der WikiLeaks die zahlreichen US-Dokumente gab, seinen gebührenden Platz gibt. In „Inside WikiLeaks“ wird er nur in einem Halbsatz erwähnt und die Vergewaltigungsvorwürfe, die in Gibneys Doku ausführlich geschildert werden, werden in „Inside WikiLeaks“ mit einer Texttafel abgehandelt, weil er letztendlich die gemeinsame Zeit von Julian Assange und Daniel Domscheit-Berg von Dezember 2007 bis zu ihrer Trennung im Spätsommer 2010 schildert.

Nachdem Condon zunächst die üblichen Bildern von jungen Männern, die enthemmt die Tastatur malträtieren und Buchstaben und Zahlen über den Bildschirm flackern, zeigt, gelingen ihm später zahlreiche sehr gelungene Visualisierungen des Cyberspace. Das erste Privatgespräch von Assange und Domscheit-Berg, nachdem sie sich Ende Dezember 2007 in Berlin auf dem Chaos Commmunications Congress (24C3) kennen lernen, ist so grotesk, dass es wahrscheinlich wahr ist: Assange und Domscheit-Berg ziehen sich im nicht mehr existierendem alternativen Künstlerhaus „Tacheles“ in ein Nebenzimmer, in dem sie allein sind, zurück, um sich, an einem Tisch sitzend, via Computer zu unterhalten. Treffender wurde das Lebensgefühl dieser Computernerds wahrscheinlich noch nie gezeigt. Später springt Condon in den Cyberspace und findet für komplexe Vorgänge grandios einfache und eindrückliche Bilder. Zum Beispiel wenn Domscheit-Berg erkennt, dass hinter den vielen WikiLeaks-Mitarbeitern, mit denen er in den vergangenen Monaten eifrig elektronisch kommunizierte und von denen er nur die Namen kannte, immer Assange steckte. Dann erscheint hinter jedem Schreibtisch und hinter jedem Namen, die in einem anonymen, raum- und fensterlosem Großraumbüro stehen, das Gesicht von Assange.

Trotz aller Fehler, die „Inside WikiLeaks“ hat, gelingt es dem Film, vor allem im letzten Drittel, wenn es um die Veröffentlichung von Dokumenten im Guardian und auf WikiLeaks geht, zum Nachdenken über den Wert und die Gefahren von Transparenz anzuregen. Er erzählt auch von den persönlichen Verwerfungen, die es in Projekten immer wieder gibt und wie ein Charismatiker Menschen begeistern kann.

Damit bietet der sich an ein breites Publikum richtende Film, der definitiv kein Anti-WikiLeaks-Film ist, genug Stoff für eine ordentliche Diskussion nach dem Filmende – und das ist dann wieder mehr, als andere Filme liefern.

Inside Wikileaks - Plakat

Inside WikiLeaks – Die fünfte Gewalt (The Fifth Estate, USA 2013)

Regie: Bill Condon

Drehbuch: Josh Singer

LV: Daniel Domscheit-Berg (mit Tina Klopp): Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Webseite der Welt, 2011; David Leigh/Luke Harding: WikiLeaks: Inside Julian Assange’s War on Secrecy, 2011 (WikiLeaks: Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung)

mit Benedict Cumberbatch, Daniel Brühl, Anthony Mackie, Laura Linney, Stanley Tucci, David Thewlis, Peter Capaldi, Alan Rusbridger, Alicia Vikander, Carice van Houten, Moritz Bleibtreu, Axel Milberg, Ludger Pistor, Lisa Kreuzer, Edgar Selge, Alexander Siddig (viele bekannte Namen, aber viele haben nur kurze Auftritte)

Länge: 128 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Inside WikiLeaks“

Moviepilot über „Inside WikiLeaks“

Metacritic über „Inside WikiLeaks“

Rotten Tomatoes über „Inside WikiLeaks“

Wikipedia über „Inside WikiLeaks“ (deutsch, englisch), WikiLeaks (deutsch, englisch) und Julian Assange (deutsch, englisch

Homepage von Wikileaks

Meine Besprechung von Alex Gibneys „We steal Secrets: Die WikiLeaks-Geschichte“ (We steal Secrets: The Story of WikiLeaks, USA 2013)

 

 


TV-Tipp für den 31. Oktober: The Walking Dead: Die Saat/Rosskur/Zeit der Ernte/Leben und Tod

Oktober 31, 2013

RTL II, 23.15

The Walking Dead: Die Saat/Rosskur/Zeit der Ernte/Leben und Tod (USA 2012)

RTL II zeigt als nächtliche Event-Programmierung heute, morgen, übermorgen und am Sonntag die sechzehn Folgen der dritten Staffel. In den USA läuft derzeit die vierte Staffel und eine fünfte ist schon bestellt.

Inzwischen haben Rick Grimes und seine Gefährten auf der Flucht vor den Zombies in einem Gefängnis ihr neues Quartier bezogen. Mit der Schwerkämpferin Michonne und dem Governor von Woodbury, einem despotischen Herrscher (der auch eine eigene Romanserie bekam), sind jetzt zwei bei den Fans der Vorlage, der Comicserie „The Walking Dead“, beliebte Charaktere dabei.

Die DVD erscheint am 11. November und wird besprochen.

Der achtzehnte „The Walking Dead“-Comicband „Grenzen“ ist bereits erschienen und wird ebenfalls besprochen.

Wiederholung: Freitag, 1. November, 02.15 Uhr (Taggenau; Yep, direkt im Anschluss.)

Hinweise

Offizielle „The Walking Dead“-Seite

Wikipedia über „The Walking Dead“ (deutsch, englisch)

AMC-Blog zu „The Walking Dead“

„The Walking Dead“-Fanseite

„The Walking Dead“-Wiki

Spiegel Online: Interview mit Charlie Adlard (21. Oktober 2011)

Kriminalakte: Meine Gesamtbesprechung der ersten zehn „The Walking Dead“-Bände

 Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 11: Jäger und Gejagte“ (The Walking Dead Vol. 11: Fear the hunters)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 12: Schöne neue Welt“ (The Walking Dead Vol. 12: Life among them)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 13: Kein Zurück“ (The Walking Dead Vol. 13: Too far gone, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 14: In der Falle“ (The Walking Dead Vol. 14: No way out, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns “The Walking Dead 15: Dein Wille geschehe” (The Walking Dead Vol. 15: We find ourselves, 2012)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Eine größere Welt (Band 16)“ (The Walking Dead, Vol. 16: A larger world, 2012)

 Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Fürchte dich nicht (Band 17)“ (The Walking Dead, Vol. 17: Something to Fear, 2013)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Tony Moore/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead – Die Cover, Volume 1“ (The Walking Dead: The Covers, Vol. 1, 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 1“ (USA 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 2“ (USA 2011/2012)

Kriminalakte: das Comic-Con-Panel zur TV-Serie

“The Walking Dead” in der Kriminalakte 

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Ryan Ottley (Zeichner)/Greg Capullo (Zeichner) „Haunt – Band 1“ (Haunt, Vol 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Greg Capullo (Zeichner) „Haunt – Band 2“ (Haunt, Vol. 6 – 12, 2010)

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Greg Capullo (Zeichner) “Haunt – Band 3″ (Haunt, Vol. 13 – 18, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Nick Spencer (Autoren)/Shawn Martinbroughs (Zeichner) „Dieb der Diebe: „Ich steige aus“ (Band 1)“ (Thief of Thieves # 1 – 7, 2012)


Das inoffizielle Booklet zur Science-Fiction-Serie „Battlestar Galactica“

Oktober 30, 2013

 

booklet liefert nach, was in den DVD-Boxen fehlt: Lektüren zur Serie“ steht zutreffend auf dem Cover von Ekkehard Knörers „Battlestar Galactica“. Auf wenigen Seiten beschäftigt Knörer sich mit den Ursprüngen der Science-Fiction-Serie, einigen Aspekten der Erzählweise der Serie (wie dem Abschied vom rein episodischen Erzählen), den wichtigsten Charakteren, dem von Glen A. Larson erfundenem Kunstwort „Frak“ (das erstmals in der Originalserie als „Frack“ das im TV nicht gewünschte Schimpfwort „Fuck“ ersetzte) und er gibt Tipps zu einigen besonders sehenswerten Folgen und englischsprachigen Texten über die Serie.

Die US-Serie „Battlestar Galactica“, die im US-Fernsehen von 2003 bis 2009 lief, erzählt die Geschichte der Suche der letzten überlebenden Menschen nach der Erde, dem mythischen Planeten, von dem sie stammen sollen. Sie machten sich, nach einem Angriff der Zylonen (Knörer benutzt, weil er sich nicht an die Übersetzung gewöhnen kann, das englische Wort „Cylon“), mit altersschwachen Raumschiffen auf die Reise.

Serienerfinder Ronald D. Moore übernahm die Prämisse der kurzlebigen von Glen A. Larson erfundenen, kultigen TV-Serie „Kampfstern Galactica“ (Battlestar Galactica, USA 1978 – 1980) und ignorierten den Rest. Während die Originalserie buntes Popcorn ist, ist das Remake eine düstere Allegorie auf die Post-9/11-Paranoia und, sicher auch durch die Pseudo-Doku-Kamera und die Ausstattung, glaubt man sich nie in die Zukunft, sondern immer in eine militärische Kommandozentrale und das Flugzeug des Präsidenten gebeamt.

Denn während im Original die Zylonen glänzende Blechroboter waren, sind die neuen Zylonen immer noch Roboter, aber sie können auch wie Menschen aussehen und einige der Zylonen sind sogar unter den überlebenden Menschen. Einige Menschen arbeiten mit den Zylonen zusammen – und es gehört nicht viel Fantasie dazu, die Zylonen mit islamistischen Terroristen gleichzusetzen. Auch wenn die Macher als Vorbild für „Battlestar Galactica“ in Interviews ausdrücklich die Polit-Serie „The West Wing“ nennen.

Knörers kurzer Text ist teilweise etwas zu akademisch geschrieben und, wegen der Kürze, bleibt er sehr an der Oberfläche. Insofern ist „Battlestar Galactica“ für die Fans der Serie eine durchaus anregende Lektüre. Nicht-Fans können das Buch getrost ignorieren. Aber ein Booklet wird ja auch nur von den Besitzern der DVDs gelesen.

Knörer - Battlestar Galactica

Ekkehard Knörer: Battlestar Galactica

Diaphanes Booklet, 2013

96 Seiten

10 Euro

Hinweise

Homebase von „Battlestar Galactica“

Wikipedia über „Battlestar Galactica“ (deutsch, englisch)


Kurzkritik: Dominique Manotti: Zügellos

Oktober 30, 2013

Manotti - Zügellos

Zügellos“ beginnt am 9. Juni 1989 und endet am 10. November 1989 – und wer Dominique Manotti kennt, weiß, dass diese Daten nicht zufällig gewählt sind. Denn ihr zweiter Roman, der erst jetzt auf Deutsch erschien, spielt vor dem Hintergrund des deutschen Vereinigungsprozesses, der von multinationalen Unternehmen auch für verschiedene Übernahmepläne benutzt wird.

Dabei beginnt die Geschichte ziemlich harmlos mit brennenden Pferdeställen und dem Tod von mehreren Pferden. Commissaire Daquin vom Pariser Drogenderzenat glaubt, dass über diese Nobel-Pferderennställe ein florierender, staatenübergreifender Drogenhandel abgewickelt wird und es jetzt Probleme in der Szene gibt, die mit Brandstiftung und Pferdemord gelöst werden. Daquin (schwul und härter als Dirty Harry) ergänzt sein eingeschworenes, immer latent gewaltbereites Team um Le Dem, der sich in der Szene auskennt und seinen gewaltfreien Job bei der Reiterstaffel der Polizei liebt.

Zur gleichen Zeit wittert der multinationale Versicherungskonzern PAMA, der auch etwas mit den abgebrannten Pferdeställen und den Pferden zu tun hat, ein gigantisches Geschäft im gerade zusammenbrechendem Ostblock; – wenn die Mitarbeiter nicht gerade mit firmeninternen Intrigen beschäftigt sind.

Am Anfang von Dominque Manottis Noir-Polit-Thriller ziehen die kurzen, im Präsens geschriebenen Kapitel, die sich wie Abhörprotokolle und zufällige Beobachtungen lesen, ergänzt um Zeitungsmeldungen, sogartig in die Geschichte. Gegen Ende langweilt dieser hektisch-abgehackte Stil dann zunehmend – und erinnert damit auch an den zunehmend kryptischen Stil von US-Krimiautor James Ellroy („L. A. Confidential“), den Manotti als einen wichtigen Einfluss für ihr Schreiben nennt. Ein anderer wichtiger Einfluss ist die 68er-Bewegung, von der sie ein aktiver Teil war. Daher verknüpft sie politische Ereignisse mit einem aufklärerischem Projekt im Rahmen einer spannenden Genregeschichte aus dezidiert linker Perspektive.

Zügellos“ ist, wie Manottis anderen Noirs, pathosfreie Aufklärung im Rahmen eines Thrillers.

Dominique Manotti: Zügellos

(übersetzt von Andrea Stephani)

Ariadne Krimi/Argument Verlag, 2013

288 Seiten

18,00 Euro

Originalausgabe

À nos Chevaux!

Éditions Payot & Rivages, 1997

Hinweise

Krimi-Couch über Dominique Manotti

Wikipedia über Dominique Manotti (deutsch, französisch)

Und noch ein Hinweis

Im Rahmen der Reihe „Der Krimi ist politisch“ besucht Dominique Manotti am Montag, den 25. November, Hamburg.


TV-Tipp für den 30. Oktober: Benny’s Video

Oktober 30, 2013

 

Arte, 22.40

Benny’s Video (Österreich/Schweiz 1992)

Regie: Michael Haneke

Drehbuch: Michael Haneke

Weil seine vermögenden Eltern mit anderen Dingen beschäftigt sind, verbringt der 14-jährige Benny seine Zeit vor dem Videorecorder mit dem Genuss von Gewaltfilmen. Als er ein gleichaltriges Mädchen trifft, demonstriert er an ihr die Wirkung eines Bolzenschussgeräts – und zeigt später das Video seinen Eltern.

Der Film von Michael Haneke beobachtet nur und kommentiert nicht. Er erzählt die Geschichte in einer Stringenz und Dichte, die zunächst äußerst unbequem wirken, aber dem Thema und dem Anliegen des Films angemessen sind.“ (Fischer Film Almanach 1994)

Und über diese These kann man trefflich streiten. Damals und heute immer noch.

Mit diesem Film, der bereits all die Themen und Stilistiken hat, die seine späteren Filme auch haben, wurde Michael Haneke einem breiteren Publikum bekannt. Danach drehte er „Funny Games“ (und zehn Jahre später ein für uns überflüssiges US-Remake), „Code – Unbekannt“, „Caché“, „Das weiße Band“ und „Liebe“.

Haneke erhielt für „Benny’s Video“ den FIPRESCI Preis.

mit Arno Frisch, Angela Winkler, Ulrich Mühe, Ingrid Stassner

Wiederholung: Dienstag, 5. November, 00.40 Uhr (VPS 01.05 Uhr, Taggenau!)

Hinweise

Arte über „Benny’s Video“

Rotten Tomatoes über „Benny’s Video“

Wikipedia über „Benny’s Video“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Michael Haneke in der Kriminalakte


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