Kurzkritik: Maximo Duncker: Mord allein macht auch nicht glücklich

 

Duncker - Mord allein macht auch nicht glücklich - 2

Beginnen wir mit dem Positiven: der zweite Roman „Mord allein macht auch nicht glücklich“ von Maximo Duncker liest sich flott weg. Wieder ist der schnöselige Ex-Journalist Kai van Harm der Irgendwie-Protagonist und wieder ist Bruno Zabel dabei. Zabel ist ein Ex-NVA-Soldat, der jetzt in dem Dörfchen Altwassmuth von Hartz IV lebt, ordentlich trinkt, nie sein Dorf verlassen will und sich verdammt gut mit Computern auskennt. Das liest sich jetzt so ausgedacht, dass im Brandenburgischen bestimmt tausender solcher Typen leben. Als aktiver Teil des „Provinzkrimis“, der hauptsächlich (gut zweihundert von zweihundertachtzig Seiten) in Berlin spielt, ist Bruno dann auch die treibende Kraft der Aufklärung. Er wird von Kai van Harm, der die Erlebnisse in Altwassmuth zu einem Roman verarbeitete (siehe, wem’s gefällt, „Wer hier stirbt, ist wirklich tot“), zu einer Lesung inclusive einwöchigem Berlin-Aufenthalt in einem Hotel eingeladen. In dem Hotel wird ein Anschlag auf Bruno verübt: ein falscher Elvis sticht ihm ins Bein. Kurz darauf wird van Harms Wohnung mit einem Elvis-Presley-Songzitat verschönert und ein Stein in die Wohnung von van Harms Ex-Frau geworfen. Bruno ruft seine Ex-NVA-Freunde an. Sie rüsten van Harms Wohnung in eine Gefechtszentrale, inclusive Feldbett, Computern und Kaffeemaschine, um.

Dennoch kommen sie in Berlin nicht voran. Erst als van Harm zu einer Lesung in der Kulturscheune Wiepershof, Landkreis Teltow-Fläming, eingeladen wird, kommt es quasi zu einer Selbstenttarnung des Täters und in einem nachgeschobenem dreiseitigem „offenem Brief“ enthüllt van Harm die Identität des Täters und sein Gaga-Motiv.

Aber Duncker geht es in seinem Werk auch nicht um den Krimiplot, den er in höchstens homöopathischen Dosen eher lustlos einflechtet und der auch komplett unlogisch ist, sondern einfach nur um das spannungslose vor sich hin plappern. Denn skurril, witzig oder auch nur irgendwie pointiert ist nichts in „Mord allein macht auch nicht glücklich“.

Maximo Duncker: Mord allein macht auch nicht glücklich

Blanvalet, 2013

288 Seiten

8,99 Euro

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