TV-Tipp für den 29. Mai: Sherlock: Der leere Sarg

Mai 29, 2014

ARD, 21.45
Sherlock: Der leere Sarg (Großbritannien 2014, Regie: Jeremy Lovering)
Drehbuch: Mark Gatiss
Erfinder: Mark Gatiss, Steven Moffat
LV: die Sherlock-Holmes-Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle
Sherlock Holmes und Dr. John Watson sollen einen Anschlag auf das britische Parlament verhindern.
Das Warten hat ein Ende: nachdem die zweite „Sherlock“-Staffel mit „Der Reichenbachfall“ und dem Tod von Sherlock Holmes endete, kehrt der Detektiv jetzt zurück. Allerdings erfahren wir auch jetzt nicht, wie er seinen Tod inszenierte. Dafür gibt es etliche, mehr oder weniger abstruse, Theorien.
Und das ist ein Problem der dritten „Sherlock“-Staffel: während in den beiden vorherigen Staffeln die Fälle gut konstruiert und spannend waren, liefern die Macher hier nur vernachlässigbare Fälle (Kann einer zehn Minuten nach dem Abspann den Fall erklären?) und durchaus rasante und witzige, aber auch erschreckend selbstgenügsame Unterhaltung.
Da sollte es in der schon angekündigten vierten Staffel wieder ein back to basics geben.
Die nächsten beiden Filme der dritten „Sherlock“-Staffel folgen an Pfingsten. Am Pfingstsonntag, den 8. Juni, läuft um 21.45 Uhr „Im Zeichen der Drei“. Am Pfingstmontag, den 9. Juni, läuft um 21.45 Uhr „Sein letzter Schwur“.
mit Benedict Cumberbatch, Martin Freeman, Una Stubbs, Rupert Graves, Mark Gatiss, Amanda Abbington, Andrew Scott

Hinweise

The Science of Deduction (Homepage von Sherlock Holmes)

John Watson’s Blog

Molly Hooper’s Diary

BBC über „Sherlock“

BBC Germany über „Sherlock“

ARD über „Sherlock“

Hartswood Film über „Sherlock“

YouTube-Kanal „Sherlock“

Wikipedia über „Sherlock“ (deutsch, englisch)

Homepage von Sir Arthur Conan Doyle (Erben)

Krimi-Couch über Sir Arthur Conan Doyle

Kirjasto über Sir Arthur Conan Doyle

Wikipedia über Sir Arthur Conan Doyle (deutsch, englisch)

Sherlockian.net (Einstiegsseite mit vielen Links)

Facebook-Seite der deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft

Thrilling Detective über Sherlock Holmes

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles “Sherlock Holmes Geschichten”, “Sherlock Holmes Kriminalgeschichten” und “The Adventures of Sherlock Holmes” (und hier eine Auflistung der in diesen Werken enthaltenen Geschichten)

Meine Besprechung von Anthony Horowitzs „Das Geheimnis des weißen Bandes“ (The House of Silk, 2011)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Davide Fabbris (Zeichner): Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies! (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies, 2010)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Horacio Domingues/Davide Fabbris (Zeichner) „Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula“ (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Jekyll/Hyde; Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula, 2010/2011)

Meine Besprechung von „Sherlock: Ein Fall von Pink“ (A Study in Pink, GB 2010)

Meine Besprechung von „Sherlock: Eine Legende kehrt zurück – Staffel 1“ (Sherlock, GB 2010)

Meine Besprechung von “Sherlock: Eine Legende kehrt zurück -Staffel 2″ (GB 2012)

Meine Besprechung von “Sherlock: Ein Skandal in Belgravia” (A Scandal in Belgravia, GB 2012)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Sherlock Holmes in der Kriminalakte

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Glenn Greenwald schreibt über „Die globale Überwachung“ und Edward Snowden

Mai 28, 2014

 

Gerne würde ich Glenn Greenwalds „Die globale Überwachung – Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen“ bedenkenlos jedem empfehlen. Denn selbstverständlich ist ein Buch über die globale Überwachung der US-amerikanischen NSA (National Security Agency), dem britischen GCHQ (Government Communications Headquarters) und der anderen, mit der NSA zusammenarbeiten Geheimdienste und den damit verbundenen Gefahren für unsere Gesellschaft, die freie und liberale Demokratie, wichtig und per se lesenswert. Vor allem wenn es von dem Mann geschrieben ist, der den Skandal vor einem Jahr mit seinen Reportagen im „Guardian“ öffentlich machte.

Und ich könnte auch über das bekannte Problem bei Sachbüchern, die sich mit tagesaktuellen Themen beschäftigen, nämlich dass man das meiste schon aus der Zeitung kennt, hinwegsehen. Immerhin liest nicht jeder ständig Zeitung und nicht jeder interessiert sich so brennend für das Thema des Buches, dass er wirklich jeden Artikel dazu liest.

Aber wirklich empfehlen kann ich „Die globale Überwachung“ nicht. Es zerfällt im Wesentlichen in vier große Abschnitte. Im ersten Abschnitt, den Kapiteln „Kontaktaufnahme“ und „Zehn Tage in Hongkong“ (Seite 17 bis 135), erzählt Greenwald, wie Edward Snowden mit ihm Kontakt aufnahm, wie er auf Empfehlung seiner Freundin Laura Poitras (die als Dokumentarfilmerin ebenfalls über Verletzungen der Bürgerrechte im „Kampf gegen den Terror“ arbeitet) ein Verschlüsselungsprogramm installierte, sie ein Treffen in Hongkong vereinbarten, sich wie Geheimagenten trafen, sich mit Snowden über seine Dokumente unterhielten und den „Guardian“ von einer Publikation der Unterlagen überzeugten. Das liest sich teilweise wie ein Agententhriller.

Im zweiten Abschnitt „Alles sammeln!“ (Seite 137 bis 242) erklärt Greenwald anhand zahlreicher Dokumente wie die NSA-Überwachung funktioniert. Im Wesentlichen rekapituliert Greenwald hier seine bisherigen Veröffentlichungen. Auf hundert Seiten entsteht ein Panoptikum des Schreckens. Das ist der stärkste Teil des Buches.

Im dritten Abschnitt „Die Gefahren der Massenüberwachung“ (Seite 243 bis 296) erklärt er die Gefahren einer ständigen Überwachung auf das Zusammenleben der Menschen in einer Demokratie. Er nennt Beispiele aus der Geschichte der USA. Er zitiert, eher eklektisch, einige psychologische und soziologische Studien und bezieht sich auf das Modell des Panoptikums, das von Jeremy Bentham entworfene Gefängnis, in dem die Wärter jeden Sträfling jederzeit beobachten können, ohne dass dieser es bemerkt. Er wird sich daher immer beobachtet fühlen und sein Verhalten daran ausrichten. Michel Focault erklärte das Panoptikum zu einem der Grundmechanismen des modernen Staates.

Im vierten Abschnitt „Die vierte Gewalt“ (Seite 297 bis 351) schreibt er über die Rolle der vierten Gewalt, die eigentlich die Regierung kontrollieren soll. In diesem Abschnitt schreibt er in erster Linie über seine Erfahrungen mit den US-Medien nach der Veröffentlichung seiner ersten Artikel über die NSA-Überwachung im „Guardian“.

Die letzten beiden Abschnitte enttäuschen. Der dritte Abschnitt bleibt relativ oberflächlich. Und der vierte Abschnitt rekapituliert teilweise die bekannten Skandale (die überlange Kontrolle von Greenwalds Lebensgefährten im Transitbereich des Flughafens, die Zerstörung der Festplatten im „Guardian“ unter Aufsicht des Geheimdienstes) und setzt sich mit den Erlebnissen, die Greenwald mit den US-Medien hatte, auseinander. So sehr in diesen Zeilen Greenwalds persönliche Betroffenheit spürbar ist, so erkenntnisfrei lesen sie sich für Außenstehende.

Wenn ich ehrlich bin, kann ich das flott zu lesende Buch nur den Menschen empfehlen, die das letzte Jahr auf einer einsamen Insel verbrachten oder kein Internet und keine überregionale Zeitung haben. Und den Bundestags-Abgeordneten, die immer noch behaupten, dass es keinen NSA-Skandal und keine flächendeckende Überwachung, gäbe.

 

Greenwald - Die globale Überwachung - 2

 

Glenn Greenwald: Die globale Überwachung – Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen

(übersetzt von Gabriele Gockel, Robert Weiß, Thomas Wollermann und Maria Zybak)

Droemer, 2014

368 Seiten

19,99 Euro

Originaltitel

No Place to Hide

Metropolitan Books, New York 2014

Hinweise

The Guardian über Glenn Greenwald (da findet ihr seine Reportagen)

Homepage von Glenn Greenwald 

Twitter-Account von Glenn Greenwald

YouTube-Kanal von Glenn Greenwald

Wikipedia über Glenn Greenwald (deutsch, englisch)

Die beiden Videos sind von Greenwalds Buchtour.

 

 

 


Klassiker des Neuen Deutschen Films: „Schonzeit für Füchse“ und „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“

Mai 28, 2014

 

Kommerziell ging es dem deutschen Film in den frühen sechziger Jahren prächtig. Aber die Schlagerfilme, Tourismusfilme, Operettenfilme und Kriminalfilme (Remember Edgar Wallace?) waren künstlerisch – höflich formuliert – nicht besonders bemerkenswert. Und über Deutschland sagten sie auch nichts aus. In diesem Klima formulierten 1962 junge deutsche Filmemacher das Oberhausener Manifest, das die Geburtsstunde des Neuen Deutschen Films (auch Junger Deutscher Film) war. „Schonzeit für Füchse“ von Peter Schamoni, einem der Autoren des Oberhausener Manifestes, und „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Gesellschaft in der er lebt“ gehörten einige Jahre später zu den frühen Werken dieses Jungen Deutschen Films, die sich mit der Bundesrepublik Deutschland auseinandersetzten. Die Hochzeit des Jungen Deutschen Films waren die siebziger Jahre; Rainer Werner Fassbinder war eine der wichtigsten Kräfte. Herbert Achternbusch, Werner Herzog, Alexander Kluge, Edgar Reitz, Volker Schlöndorff und Wim Wenders gehörten auch dazu und sind heute noch bekannt.

Peter Schamoni, der vor seinem ersten Spielfilm mehrere Kurzfilme gedreht hatte, erzählt in „Schonzeit für Füchse“ keine Geschichte im herkömmlichen Sinn (was ihn dann auch ziemlich lang erscheinen lässt), sondern eine eher beobachtende Zustandsbeschreibung einer erstarrten Gesellschaft.

Er erzählt von einem jungen, namenlosen Journalisten (Helmut Förnbacher), der als Freiberuflicher eher vor sich hin lebt, immer wieder als Treiber zu den Fuchsjagden in die Provinz fährt und sich in Clara (Andrea Jonasson) verliebt. Sein Freund Viktor (Christian Doermer) ist zwar begütert, aber ähnlich ziellos. Ihre aus dem niederrheinischen Großbürgertum kommenden Eltern geben ihnen noch die titelgebende „Schonzeit für Füchse“. Sie dürfen sich noch etwas Austoben, bevor der Ernst des Lebens zuschlägt.

Schamonis Film skizziert, mit eher milden satirischen Überspitzungen, einen Zustand, der vor allem zeigt, dass sich etwas ändern muss. Dass die alten Herrschenden, die Spießer, die Männer, die schon während der Nazi-Zeit Befehle gaben und anschließend zu lupenreinen Demokraten wurden, abgelöst werden müssen. Aber die Jugend ist noch nicht bereit. Die beiden Endzwanziger protestieren nicht. Sie haben sich mehr schlecht als recht mit der Gesellschaft arrangiert und sie sind das Sinnbild für eine Jugend, die noch kein Ziel hat. Weder persönlich, noch politisch.

Kurz darauf löste sich dieser geisterhafte Zustand in der 68er-Revolution.

Vieles, was wir in „Schonzeit für Füchse“ sehen, ist heute fast unvorstellbar. Es werden Bahnsteigkarten gelöst, ein nicht verheiratetes Paar bekommt kein Hotelzimmer, der Protagonist darf ohne Schlips keinen Club betreten (und es gibt überall Türsteher, die nach dem Anklopfen misstrauisch durch ein Fenster blicken), die Freundin lebt noch bei ihrer Mutter, einer Kriegswitwe, die argwöhnisch aufpasst, dass die beiden nichts verbotenes Tun (wegen Kuppelei!) und die gemeinsamen Abende haben eine unvorstellbare Tristesse.

Nach seinem vielversprechendem Debüt drehte Schamoni hauptsächlich Kurz- und Dokumentarfilme. Zu seinen späteren Filmen gehören der vergurkte Pseudo-Western „Potato Fritz“ und das Robert-Schumann-Biopic „Frühlingssymphonie“, mit Herbert Grönemeyer und Nastassja Kinski.

Auf der DVD gibt es außerdem einen kurzen Drehbericht, einen Ausschnitt aus einer Pressekonferenz und Schamonis witzigen Kurzfilm „Die Teutonen kommen“, der bereits 1962 den damaligen Massentourismus in den Süden satirisch dokumentierte und der heute kaum veraltet ist.

Auch Rosa von Praunheims „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt“ überzeugt vor allem als Zeitdiagnose und ist wegen seiner Wirkung, vor allem für die Schwulenbewegung, wichtig. Denn mit dem Film begannen Homosexuelle über ihre Situation zu reden und überall im Land gründeten sich, nach der Vorführung des Films, zu der auch Rosa von Praunheim oder andere Mitwirkende des Films anwesend waren, Schwulengruppen. Filmisch ist das Werk eher uninteressant.

In dem Film zeichnet Praunheim die Geschichte von Daniel (Bernd Feuerhelm), einem Jungen aus der Provinz, der nach Berlin kommt, in schwule Kreise aufgenommen wird und durch die verschiedenen schwulen Milieus driftet, bis er in einer politischen Gruppe landet. Gedreht wurde ohne Ton. Der über die Bilder gesprochene Kommentar ist eine Mischung aus wenigen nachgesprochenen Dialogen zwischen den Charakteren und einem soziologisch-psychologisch analysierendem Text, der im Duktus zwischen Gelehrtendeutsch und Satire (vielleicht auch teilweise nicht intendierter Satire) schwankt und punktgenau auf die schwulen Befindlichkeiten und das Zertrümmern ihrer Wohlfühlzonen zielt, um die Homosexuellen dazu zu bringen, aus dem Klosett zu kommen und für ihre Rechte und – wir reden von den frühen siebziger Jahren – eine neue Gesellschaft zu kämpfen.

Dass die Macher mit ihrem unbequemen Film trafen, zeigten schon am 4. Juli 1971 die aufgebrachten Reaktionen bei Premiere auf der Berlinale.

Die TV-Ausstrahlung im ersten Programm wurde, immerhin ist „Nicht der Homosexuelle ist pervers,…“ eine reine TV-Produktion, zunächst abgesagt. Der Film lief dann in den dritten Programmen, die damals nur eine regionale Verbreitung hatten. Nachdem die vorgesehene gemeinsame Ausstrahlung im ARD-Programm „aus Fürsorge für die homosexuelle Minderheit“ (so die Ständige Programmkonferenz der ARD) scheiterte, war die Erstausstrahlung im TV am 31. Januar 1972 im WDR. Ein Jahr später, am 15. Januar 1973, wurde er auch im ersten Programm gezeigt. Zu später Stunde, ohne den Bayerischen Rundfunk (der seine Zuschauer mit einem alternativen Programm erfreute) und mit einer anschließenden 97-minütigen Diskussion, die vorher aufgezeichnet wurde. An dem Abend war weit nach Mitternacht Sendeschluss.

Auf der jetzt erschiennen DVD ist neben dem Film eben diese TV-Diskussion, ein halbstündiger Zusammenschnitt einer Diskussion über den Film in New York (wegen des schlechten Tons sind die deutschen Untertitel sehr hilfreich) und ein elfminütiges aktuelles Vorwort von Rosa von Praunheim zum Film, in dem er über die Wirkung des Films und warum er heute immer noch wichtig ist, spricht.

Die WDR-Diskussion ist gerade am Anfang ungewöhnlich gesittet (später wird es etwas lauter) und vor allem die Homosexuellen dürfen ausführlich ihre Sicht schildern, während die Experten und Politiker (Interessanter Fakt: ihre Parteizugehörigkeit wird nicht verraten.) wenig sagen. Der Film wird durchgehend politisch interpretiert und er wird von den Experten und Politikern kritisiert, als ob Rosa von Praunheim ein Regierungsprogramm vorgelegt hätte. Das ist, auch wenn die allgemeinen Publikums- und Medienreaktionen deutlich ablehnender waren als die Stimmung während der Diskussion vermuten lässt, ein Blick in eine vergangene Zeit. Ein Panoptikum der siebziger Jahre.

Die Diskussion in New York zeigt dagegen ein aufgebrachtes schwules Publikum, das sich heftig gegen den Film wehrt. Eine solche Mischung aus Saalschlacht und Gruppentherapie war damals nach Aufführungen von „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ wohl üblich. 

Für die DVD-Veröffentlichung wurde das 16-mm Negativ in HD abgetastet und der Bildausschnitt, in Abstimmung mit Rosa von Praunheim, auf 1,78:1 festgelegt. Entsprechend gut ist das Bild.

Insgesamt fehlt bei dieser tollen DVD-Ausgabe des Klassiker nur noch eine Dokumentation über den Film und seine Wirkungsgeschichte.

Schonzeit für Füchse - ohne FSK

Schonzeit für Füchse (Deutschland 1966)

Regie: Peter Schamoni

Drehbuch: Günter Seuren

LV: Günter Seuren: Das Gatter, 1964

mit Helmut Förnbacher, Christian Doermer, Andrea Jonasson, Monika Peitsch, Edda Seipel, Helmut Hinzelmann, Willy Birgel

DVD

Ascot Elite

Bild: 4:3 (Pillarbox/16:9)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: –

Bonusmaterial: 24-seitiges Booklet, Originaltrailer, Bericht über die Dreharbeiten (1965), Bericht zur Filmpremiere (1966), „Die Teutonen kommen“ (Kurzfilm von 1962), Interview mit Hauptdarsteller Helmut Förnbacher und Kameramann Jost Vacano (2014)

Länge: 88 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Schamoni-Film über „Schonzeit für Füchse“

YouTube-Kanal von Schamoni-Film 

Filmportal über „Schonzeit für Füchse“

Wikipedia über „Schonzeit für Füchse“

Nicht der Homosexuelle - DVD-Cover

Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (Deutschland 1970)

Regie: Rosa von Praunheim

Drehbuch: Rosa von Praunheim, Martin Dannecker, Sigurd Wurl

mit Bernd Feuerhelm, Berryt Bohlen, Ernst Kuchling

DVD

Kino Kontrovers

Bild: 1,78:1 (16:9)

Ton: Deutsch

Untertitel: –

Bonusmaterial: Zeitgenössische WDR-Talkrunde, Diskussionsrunde in New York City, Interview mit Roas von Praunheim (insgesamt 135 Minuten)

Länge: 67 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage von Rosa von Praunheim

Filmportal über „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“

Moviepilot über „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“

Wikipedia über „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“

 


Blu-ray-Kritik: Andrea Riseborough, Clive Owen und der „Shadow Dancer“

Mai 28, 2014

 

Im Kino ging „Shadow Dancer“ fast sang- und klanglos unter. Der zeitgleich gestartete Action-Kracher „White House Down“ war dann doch eher für die Massen, während James Marsh stiller, aber intensiver Polit-Thriller über den Nordirland-Konflikt eher das überschaubare Arthaus-Publikum ansprach.

Colette McVeigh (Andrea Riseborough) wird 1993 in London verhaftet. Für die IRA sollte sie in einer vollbesetzten U-Bahn eine Bombe zünden. Dass sie noch nicht einmal den Zünder aktiviert hatte, interessiert MI5-Mann Mac (Clive Owen) nicht. Er will sie als Spitzel haben und er macht ihr ein Angebot, das sie als liebende Mutter nicht ablehnen kann: entweder arbeitet sie für ihn oder sie landet für Jahre in einem englischen Gefängnis weitab von ihrer Heimat Belfast.

Sie geht notgedrungen auf das Angebot ein.

Aber der überhaupt nicht zimperliche IRA-Mann Kevin vermutet einen Spitzel in den eigenen Reihen. Ganz oben auf seiner Liste steht, nach dem missglückten Attentat, Colette.

Aus dieser überschaubaren Ausgangslage macht James Marsh einen ruhig erzählten Polit-Thriller mit einem Minimum an Dialog. Die starken Bilder und die Schauspieler erzählen, vor dem Hintergrund des heute bei uns fast vergessenen Nordirland-Konflikts, eine komplexe Geschichte von Lüge, Betrug, Verrat und der alle Beziehungen zerstörenden Kraft des Misstrauens. Ein Spiel, in dem keiner gewinnen kann.

Shadow Dancer“ ist ein in jeder Beziehung überzeugender Polit-Thriller mit einem überraschendem und explosivem Ende.

 

Shadow Dancer - Blu-ray-Cover

 

Shadow Dancer (Shadow Dancer, Großbritannien/Irland/Frankreich 2012)

Regie: James Marsh

Drehbuch: Tom Bradby

LV: Tom Bradby: Shadow Dancer, 1998 (Schattentänzer)

mit Andrea Riseborough, Clive Owen, Gillian Anderson, Aidan Gillen, Domhnall Gleeson

Blu-ray

Koch Media

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Audiokommentar mit Regisseur James Marsh und Autor Tom Bradby, Making of (9 Minuten), Deutscher Trailer, Originaltrailer

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Film-Zeit über „Shadow Dancer“

Moviepilot über „Shadow Dancer“

Metacritic über „Shadow Dancer“

Rotten Tomatoes über „Shadow Dancer“

Wikipedia über „Shadow Dancer“

ITV über Tom Bradby

Twitter-Account von Tom Bradby

Krimi-Couch über Tom Bradby

The Telegraph: Tom Bradby: How I brought „Shadow Dancer“ to the Screen (24. August 2012)

Meine Besprechung von James Marshs David-Peace-Verfilmung „1980“ (Red Riding: In the Year of Our Lord 1980, Großbritannien 2009)

Ein Gespräch mit Regisseur James Marsh

 


TV-Tipp für den 28. Mai: Verschwörung gegen die Freiheit: Big Brother im Weißen Haus

Mai 28, 2014

ZDF, 22.55 (VPS 22.45)
Verschwörung gegen die Freiheit: Big Brother im Weißen Haus (Deutschland 2014, Regie: Elmar Theveßen)
Drehbuch: Elmra Theveßen
Zweiter Teil der Doku von Elmar Theveßen über die Überwachung der Gesellschaft. Nachdem gestern der erste Teil zu einer zuschauerfreundlichen Zeit lief, ist heute „Der Quiz-Champion 2014“ wichtiger. Heute geht es um den Ausbau der NSA nach 9/11 unter George W. Bush und wie Präsident Barack Obama dessen Arbeit bruchlos fortführte.
Man kann sich die Doku auch in der Mediathek ansehen.
Hinweis
ZDF über „Verschwörung gegen die Freheit: Big Brother und seine Helfer“ und über „Verschwörung gegen die Freiheit: Big Brother im Weißen Haus“


Cover der Woche

Mai 27, 2014

Roy - Interpol


TV-Tipp für den 27. Mai: Jesse Stone – Eiskalt

Mai 27, 2014

ZDFneo, 20.15

Jesse Stone – Eiskalt (USA 2005, R.: Robert Harmon)

Drehbuch: John Fasano, Michael Brandman

LV: Robert B. Parker: Stone Cold, 2003 (Eiskalt)

Das Städtchen Paradise hat zwei neue Einwohner: die Lincolns. Sie sind Serienkiller und der Polizeichef von Paradise, Jesse Stone, beginnt sie zu jagen.

Neben der erfolgreichen Spenser-Serie und der unter Fans gehassten Sunny-Randall-Serie schrieb Robert B. Parker auch die Jesse-Stone-Romane. In ihnen ist ein geschiedener L.-A.-Cop mit einem Alkoholproblem, der in der Kleinstadt Paradise bei Boston zur Ruhe kommen will, der Held. Gerade die ersten Romane waren düsterer als von Robert B. Parker gewohnt und sorgfältiger konstruiert als die Spenser-Romane, die von Parker teilweise per Autopilot geschrieben werden.

„Stone Cold“ ist der vierte Jesse-Stone-Roman, aber die erste Jesse-Stone-Verfilmung. Der angenehm altmodische Thriller wurde positiv aufgenommen. Insgesamt wurden acht Jesse-Stone-Filme im US-TV ausgestrahlt.

Mit Tom Selleck, Jane Adams, Reg Rogers, Mimi Rogers

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Das dunkle Paradies” (Night Passage, 1997)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Miese Geschäfte“ (Bad Business, 2004)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Resolution“ (Resolution, 2008)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Die Tote in Paradise” (Death in Paradise, 2001)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Eiskalt” (Stone Cold, 2003)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


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