Neu im Kino/Filmkritik: Ein Haus weitergezogen zur „22 Jump Street“

In „21 Jump Street“ wurden vor zwei Jahren einige Meta-Witze über das ideenlose Recycling von Ideen aus den Achtzigern gemacht und damit war nicht nur gemeint, dass in der Polizei ein Programm aus den Achtzigern wieder aufgelegt wird, sondern auch dass eine alte TV-Serie fit fürs Kino gemacht wird. Aber während die vorherigen Wiederbelebungen von mehr oder weniger kultigen und legendären TV-Serien für das Kino (wie „Starsky & Hutch“, „The A-Team“ und „Miami Vice“ [obwohl da sogar Serienerfinder Michael Mann federführend dabei war]) nicht erfolgreich genug für weitere Filme waren, war „21 Jump Street“ ein Überraschungserfolg, der jetzt zur Fortsetzung „22 Jump Street“ führte, die mit einigen Meta-Witzen über ideenlose Fortsetzungen gepflastert ist.

So wurde einfach der Auftrag aus dem ersten Film wieder genommen, aber dieses Mal suchen der unsportliche, aber schlaue Schmidt (Jonah Hill) und der sportliche, aber dumme Jenko (Channing Tatum) den geheimnisumwitterten Drogendealer nicht mehr an der Schule, sondern an der Universität. Natürlich ein anderer Dealer. Aber sie arbeiten wieder Undercover. Jetzt als Studenten. Es gab auch ein höheres Budget, was natürlich ausgegeben wurde für ein größeres Büro des immer noch sehr schlecht gelaunten Chefs (Ice Cube) und größere Waffen und größere Autos. Und ein Finale in Mexiko in der Küstenstadt Puerto, wo die vergnügungsssüchtigen Studentenmassen ihre Mega-Drogenparty, den Spring Break, feiern und die ordentliche Polizeiarbeit von Schmidt und Jenko effektiv behindern.

Bei soviel Selbstironie kann man dem Buddy-Movie natürlich unmöglich als Ideenlosigkeit vorwerfen, was die Macher gerade vollmundig behaupten: nämlich dass sie das gleich noch einmal machen. Nur größer. – Und wenn ich „21 Jump Street“ besprochen hätte, könnte ich einfach meine Kritik wiederveröffentlichen. Sie würde stimmen. Denn wieder ist die Story, über die man nicht länger als zwei Sekunden nachdenken sollte (die Macher haben es auch nicht getan), nur der Aufhänger für die zahlreichen mehr oder weniger treffenden Witze, in denen sich die Macher teilweise etwas zu sehr auf die Schulter klopfen für ihre Smartness, und die oft, wie bei vielen aktuellen Komödien, zu breit ausgewaltzt werden und immer wieder in Blödeleien ausarten.

So ist „22 Jump Street“, wie „21 Jump Street“, eine durchaus witzige, etwas zu lang geratene und zu selbstgenügsame Buddy-Komödie, die auch zeigt, wie Schmidt und Jenko als eingespieltes Team zusammenarbeiten und sie einige Beziehungsprobleme bearbeiten müssen, weil sie an der Universität aus persönlichen Gründen verschiedene Verdächtige haben.

Im Abspann werden schon die nächsten Fortsetzungen angekündigt – und einige haben wirklich Potential.

22 Jump Street - Plakat

22 Jump Street (22 Jump Street, USA 2014)

Regie: Phil Lord, Christopher Miller

Drehbuch: Michael Bacall, Oren Uziel, Rodney Rothman (nach einer Geschichte von Michael Bacall und Jonah Hill, sehr lose basierend auf der TV-Serie „21 Jump Street“)

mit Jonah Hill, Channing Tatum, Peter Stormare, Ice Cube, Wyatt Russell, Amber Stevens, Jillian Bell, The Lucas Brothers, Nick Offerman, Jimmy Tatro, Rob Riggle, Dave Franco

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „22 Jump Street“

Moviepilot über „22 Jump Street“

Metacritic über „22 Jump Street“

Rotten Tomatoes über „22 Jump Street“

Wikipedia über „22 Jump Street“ 

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